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Stationäre Therapie machen oder bei ambulanter Therapie bleiben?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Donnie_Darko, 3 April 2006.

  1. Donnie_Darko
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hallo,

    erstmal vorneweg zwei Links zur Erinnerung: , Wie soll ich mit dem Mitleid umgehen?

    Ich gehe also seit einigen Wochen wegen den schlimmen Erlebnissen (sexualisierte Gewalt) regelmäßig zu einer Beratungsstelle. Bei der letzten Sprechstunde kamen wir darauf zu sprechen, dass ich mir bis zum nächsten Termin überlegen soll, evtl. eine stationäre Therapie zu machen, d.h. für mindestens 12 Wochen in einer Klinik.

    Und jetzt bin ich den ganzen Tag am abwägen....

    Ich studiere gerade, aber das läuft wegen meinen Schlaf- und Konzentrationsstörungen alles andere als gut. Ich wurde sogar schon gefragt, wie ich das alles überhaupt bisher unter einen Hut bekommen habe.

    Ich habe Angst, dass ich dort wertvolle Jugendzeit verlieren könnte. Auch wenn alles halbwegs erfolgreich verläuft und ich u.a. meine Amnesie los werde.
    Andererseits glaube ich, wäre dort nicht vieles anders, als die letzten zwei Jahre, die ich irgendwie vor mich hin gelebt habe. So wie bisher weitergehen kann es jedenfalls nicht. Studieren werde ich so nicht können.

    Ach, ich weiß nicht mehr weiter....

    Hat noch irgendwer irgendwelche Ratschläge oder Erfahrungen zu dem Thema?
     
    #1
    Donnie_Darko, 3 April 2006
  2. Detritus
    Gast
    0
    Ist natürlich immer schlecht eine derartige "Diagnose" abzugeben wenn man den entsprechenden Menschen nicht persönlich kennt, aber im Prinzip gibst Du Dir die Antwort ja schon selber:

    Du kommst momentan mit Deinem Leben nicht klar. Also was gibt es da zu überlegen? Schlechter kann es Dir durch eine stationäre Therapie auch nicht gehen und was Du auch nicht vergessen darfst, sofern Du das freiwillig machst kannst Du das immer noch jederzeit abbrechen wenn es doch nicht so läuft wie Du Dir vorstellst.

    Sofern Dich die von Dir in den anderen Beiträgen beschriebenen Vorkommenisse tatsächlich immer noch derart stark belasten dass Du Schlafstörungen hast und mit Deinem Studium nicht klar kommst wäre es auf jeden Fall nen Versuch wert. Das eine Semester was Du verpasst hast Du im Erfolgsfall schnell wieder drin.

    Det
     
    #2
    Detritus, 3 April 2006
  3. Bambi
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Erstmal würde es eh ne Weile dauern, bis du einen Platz bekommst, also je eher du deswegen zum Arzt gehst, desto besser (solltest du dich dafür entscheiden).

    Eine Freundin von mir war 4 Monate in einer Klinik, und es hat ihr sehr gut getan. Einfach mal raus kommen, vieles aufarbeiten, kreativ werden (sie hat da eine Menge gemalt und Musik gemacht), Gruppen- und Einzelgespräche... Es ist halt viel intensiver als einmal die Woche zur Therapie oder zur Beratung zu gehen (obwohl ich es super finde, dass du den Weg dahin gefunden hast, das erfordert ja auch schon Stärke :smile: ). In vielen Städten gib es ja auch Tageskliniken, aber effektiver ist es wahrscheinlich echt, mal ne zeitlang das eigene Leben komplett zu verlassen.

    Mit der Uni würde ich mir mal keinen Kopf machen, du würdest ja auj jeden Fall eine Bescheinigung vom Arzt kriegen und ein Krankheitssemester nehmen können.

    Alles Gute :smile:
     
    #3
    Bambi, 4 April 2006
  4. Touchdown
    Touchdown (37)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Wenn dir sogar schon vorgeschlagen wird, eine stationäre Therapie zu machen, dann wird das schon seinen Grund haben.
    Wenn du Angst hast, Stoff im Studium zu verpassen, kannst du ja den Aufenthalt evtl in die Semesterferien legen.
    Ansonsten kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen.
     
    #4
    Touchdown, 4 April 2006
  5. Miss.B-have
    Verbringt hier viel Zeit
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    in einer Beziehung
    Ich war selbst einige Zeit in stationärer Behandlung und ich kann dir nur dazu raten, eine stationäre Therapie zu machen. Dass du etwas verlierst, ist totaler Bullshit! Du gewinnst etwas dazu und was sind schon 12 Wochen im Vergleich zum Rest deines Lebens?

    In diesen 12 Wochen wirst du auch einiges über dich selbst lernen, das kann ich dir versprechen. Und du bist ja auch nicht aus der Welt, wenn du stationär bist.

    Du hast dein leben nichtmehr im Griff und willst, dass sich das ändert! dann geh in stationäre Therapie und lass andere dir helfen, diese Bürde zu tragen. In der stationären hast du wirklich 24 Stunden jemanden um dich, an den du dich wenden kannst, falls es dir mal total sch**sse geht. Es wird eine harte Zeit, das weisst du sicher! Aber wenn du dich da mal durchgeboxt hast, dann geht es dir besser. Da bin ich mir sicher!
    Und wer weiss? Vielleicht lernst du dort ja auch einige nette Leute kennen, mit denen du auch nach deiner Entlassung weiterhin befreundet sein kannst!

    Wenn dir soviel daran liegt, den Anschluss an der Uni nicht zu verlieren dann versuch den Aufenthalt in die Ferien zu legen ODER erkundige dich, ob es eine Möglichkeit gibt, dass du trotzdem die Uni weitermachen kannst!
     
    #5
    Miss.B-have, 4 April 2006
  6. Donnie_Darko
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Rückmeldung

    Einige Zeit ist im Sand verlaufen und ich möchte mich zurückmelden.

    Hier meine Erfahrungen und was alles passiert ist. Vielleicht kann ja jemand was damit anfangen:

    Ich mache jetzt also schon seit einigen Wochen eine stationäre Psychotherapie. Am zweiten Tag in der Klinik hatte ich ein Gespräch mit dem Oberarzt. Er teilte mir dann mit, ich leide unter schwersten Depressionen. In diesem Moment erschrak ich ein wenig, hatte ich mir doch unter Depressionen immer einen Menschen vorgestellt, der still in seinem Kämmerlein hockt und die Wand anstarrt - aber das ist eben halt nur eines der vielen Gesichter von Depressionskranken. Aber im Grunde hätte ich mir das auch selber herbeireimen können. Von den Selbstmordgedanken, dem deutlichstem Symthom schwerer Depressionen, die ich hatte und jetzt seit einiger Zeit durch die Therapie völlig verschwunden sind.

    Es wurden auch allerlei Tests mit mir gemacht, neben Hirnstrommessungen und Kernspinaufnahmen meines Gehirns um Eppilepsie auszuschließen auch noch allerlei Fragebögen. Die Bögen meine Erkrankungen betreffend und einen Intelligenztest. Ich habe einen sehr hohen IQ, so wurde mir gesagt, in dem einen Test habe ich sogar Höchstpunktzahl erreicht, also eine Hochbegabung. Noch etwas neues für mich, da kann ich mir jetzt ein Ei drauf backen.....

    Zur Zeit bespreche ich mit meinem Psychologen mein anderes Krankheitsbild, die Schizophrenie, die bei mir diagnostiziert wurde. Davon habe ich meinen Bekannten noch überhaupt nicht erzählt, schließlich stellt man sich unter einem Schizo jemand mit multipler Persönlichkeit und Wahnvorstellungen vor - auch wieder ein Klischee, das so nicht ganz stimmt. Ich kann nicht erwarten, dass alle Leute dies so verstehen.

    Zusammenfassend weiß ich von meinem Therapieaufenthalt zu sagen, dass ich was über mich selber gelernt habe. Seien es meine Krankheiten, wie man damit umgeht im Alltag.
    Zuguterletzt bleibt noch das übrig, weswegen ich vor einiger Zeit zur der Beratungsstelle gegangen bin, meine Erfahrunge mit sexualisierter Gewalt. Mir wurde gesagt, das soll ich solange verdrängen, bis ich mich stabilisiert habe und dann soll sprichwörtlich der Topf vom Deckel genommen werden, die Sache angegangen werden und dann wieder verschlossen werden.



    Wow, wieder ganz schön viel Text geworden. Ich hoffe wirklich, dass jemand was damit anzufangen weiß. Immerhin hilft aufschreiben jemanden (mir) selbst, das Geschehene in geordneten Bahnen zu verarbeiten und zu verstehen. Also habe zumindest ich was davon.

    Grüsse
    DD
     
    #6
    Donnie_Darko, 3 Juni 2006
  7. Blue84
    Verbringt hier viel Zeit
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    86
    0
    nicht angegeben
    Hört sich doch schonmal nach dem richtigen Schritt an. Du bist noch jung und wenn du dabei bleibst und auf die Ratschläge der Psychologen eingehst, dann wird sich das auch wieder bessern. Stell dir einfach vor, wie dein Leben in 3-4 Jahren sein könnte...

    Aber wahrscheinlich beschäftigst du dich 24 Std. am Tag damit und da könnte man vllt. noch ein bisschen ansetzen. Vllt. kannst du dir ja mal eine Ablenkung (nicht Verdrängung) suchen, sprich 2-3 in der Woche einfach das machen, was dir Spaß macht (sei es Sport, ne Pizza essen gehen, oder sonstwas...)

    Ansonsten einfach weiter so...
     
    #7
    Blue84, 3 Juni 2006

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