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Steuerrechtliche Frage

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von daedalus, 20 Januar 2004.

  1. daedalus
    daedalus (37)
    Teammitglied im Ruhestand
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    nicht angegeben
    Also, mal angenommen man ist selbstständig (im Gastronomiebereich, aber das spielt denke ich keine Rolle) und hat für die Steuern natürlich einen Steuerberater, weil wer steigt da schon noch selber durch.
    Also, alles schön und gut, bis irgendwann mal eine Steuerprüfung kommt. Das Ergebnis: 6000 Euro Steuern nachzahlen.

    Nun meine Frage:
    Entspringt das nur meinem subjektiven Gerechtigkeitssinn, dass der Steuerberater (der ja nun auch nicht gerade billig ist) zumindest für einen Teil davon verantwortlich gemacht werden müsste oder ist das tatsächlich so?
     
    #1
    daedalus, 20 Januar 2004
  2. gohenx
    gohenx (39)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    I.d.R. lässt sich ein Steuerberater eine Vollständigkeitserklärung vom Mandanten unterschreiben, wo drin steht, dass der Mandant alle nötigen Angaben vollständig gemacht hat.

    Und ein Abschluss wird immer nach Rücksprache mit dem Mandanten erstellt, wobei ihm auch mitgeteilt wird, dass bestimmte Sachen bei der Steuerprüfung evtl. anders bilanziert werden könnte.

    Z.B. wird ein Anlagegut mit einer kürzeren Nutzungsdauer bewertet (je niedriger die Nutzungsdauer, desto höher die Kosten=Gewinnminderung), weil man in diesem Jahr aus finanziellen Gründen einen geringeren Gewinn ausweisen will/muss. Solche Sachen können dann bei einer BP geändert werden, diese bewerten dann das Anlagegut nach den allg. Afa-Tabellen und setzen dann die ND (zulässigerweise) hoch und führen somit zu einer Nachzahlung.

    Ebenso wird mit dem Vorratsvermögen Bilanzpolitik betrieben. Dann kann es schon vorkommen, dass der Unternehmer nicht alles in der Inventur aufgenommen hat ... Sowas können die Prüfer aber anhand der Einkäufe und Verkäufe hochrechnen und schätzen (gerade in der Gastronomie), denn sie haben vorgaben, wie viele Pizzen aus wie viel kg eingekauften Mehl hergestellt werden können....oder wie viel Umsatz sie eigtl. mit dem eingekauften Bier hätten erzielen können.....Hiermit können sie auch den Eigenverbrauch ungefähr bestimmen, der dann auch versteuert werden muss.
     
    #2
    gohenx, 20 Januar 2004
  3. daedalus
    daedalus (37)
    Teammitglied im Ruhestand Themenstarter
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    nicht angegeben
    Ah, ein Mensch mit Ahnung ...

    Irgendwie war mir das grad zu hoch :smile: Wenn ich Dich richtig interpretiere heißt das: "Pech gehabt" ?

    Ich bin begeistert, warum hat man dann einen Steuerberater, wenn das nun n paar hundert euro wären, würde ichs ja irgendwie noch einsehen, aber 6000 find ich schon heftig. Vor allem wenn das kommt, nachdem das Restaurant pleite gegangen ist...
     
    #3
    daedalus, 20 Januar 2004
  4. bunnylein
    bunnylein (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    ich arbeite bei einem steuerberater, hoff ich kann dir etwas helfen...

    die € 6.000,-- nachzahlung sind für steuern, die im prüfungszeitraum angefallen sind und damals nicht bezahlt wurden. somit hat der selbständige nur zu bezahlen, was er damals "gespart" hat. ich will damit sagen dass es sich um keine strafe handelt, sondern um steuerberichtigung.

    dies kann vorkommen durch falsche verbuchung, verschiedene bewertung bzw. einschätzung (wie du selbst sagst ist das steuerwesen so umfassend, dass geschäftsfälle verschieden ausgelegt werden können), nicht gemeldete abgaben...

    bei uns läuft es in der praxis so, dass die klienten oft den auftrag geben, geschäftsfälle absichtlich falsch zu bewerten und es auf eine prüfung ankommen lassen.
    bei solchen prüfungen ist es nun mal so, dass es auch auf die persönliche sichtweise des prüfers ankommt - finden kann er immer was wenn er will und gerade im gastgewerbe gibts da unzählige möglichkeiten.

    ich kann dir jetzt nicht sagen wieso es zu so einem hohen betrag gekommen ist. war es eine umsatzsteuer- oder einkommensteuerprüfung (die häufigsten) oder etwas anderes (lohnsteuer,...)?
    € 6.000,-- in drei jahren (? in österreich meistens prüfungszeitraum) kommen schnell zusammen wenn man den einen oder anderen gesetzespunkt falsch auslegt und dass dann berichtigt wird.

    ich würd mir auf jeden fall genau erklären lassen, wodurch die nachzahlung entstanden ist. und lass dir eventuell den prüfungsbericht zeigen (bekommt bei uns jeder klient kopiert).
     
    #4
    bunnylein, 20 Januar 2004
  5. gohenx
    gohenx (39)
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    Verheiratet
    Die Inventur z.B. macht der Unternehmer ja selber. Damit hat der Steuerberater nichts zu tun. Und kaum ein Steuerberater weiß, welche Summen der Unternehmer schwarz eingenommen hat. Und das kann die BP dann halt mit den Hochrechnungen ungefähr herausfinden. Da hat der Unternehmer dann wirklich Pech gehabt und ist außerdem selber Schuld. Wer seine Bücher ordentlich führt und alle Einnahmen versteuert usw. da kommt es bei einer BP äußerst selten zu einer Nachzahlung. Nur leider gibt es wenige Mandanten, die auch wirklich immer alles angeben....

    Wenn der Steuerberater an dieser Sache schuld wäre, dann wäre es ein Haftungsfall.
     
    #5
    gohenx, 20 Januar 2004
  6. daedalus
    daedalus (37)
    Teammitglied im Ruhestand Themenstarter
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    nicht angegeben
    Das Argument, dass das keine Strafe ist mag ja stimmen, aber wenn das erst Jahre später berechnet wird, kann man damit nicht rechnen.

    Jo, genau das meine ich ja, weil man da nicht durchsteigt, gibt man Geld für den Steuerberater aus. Weil man dann davon ausgeht, dass der da durchblickt. So wie ich das momentan sehe, kann man sich den wohl sparen, dann hat man auch mehr Geld für die Nachzahlung :smile:

    Einkommenssteuer wars... betroffen bin nicht ich, sondern meine Eltern, nur weiß ich, wie es denen geht, verschuldet bis zum geht nicht mehr. Jetzt haben sie gerade wieder eine Tätigkeit gefunden und die Schulden ein kleines bisschen abgebaut (so, dass die Bank nicht mehr alle 2 Tage vor der Tür steht, sondern nur noch alle 5 ... (ok, etwas übertrieben, aber ihr wisst was ich meine)) und dann kommt sowas...
     
    #6
    daedalus, 20 Januar 2004
  7. gohenx
    gohenx (39)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Hast du dir denn mal den Prüfungsbericht durchgelesen? Da ist jeder einzelne Punkt, der zu einer Erhöhung führt, erläutert.

    Und wie gesagt, wenn es wirklich Fehler des Steuerberaters waren, dann ist es ein Haftungsfall. Dafür hat jeder Steuerberater eine Versicherung.
     
    #7
    gohenx, 20 Januar 2004
  8. daedalus
    daedalus (37)
    Teammitglied im Ruhestand Themenstarter
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    nicht angegeben
    Nein, hab ich nicht, werd ich mal tun, wenn ich bei meinen Eltern bin...
    Ich weiß nur das, was ich geschrieben habe und das meine Eltern das Geld nicht haben... Und in saus und braus leben sie ganz bestimmt nicht ...

    Aber aus euren antworten les ich wohl heraus, dass das schon so seine "Richtigkeit" hat, dass meine Eltern das zahlen...
     
    #8
    daedalus, 20 Januar 2004
  9. gohenx
    gohenx (39)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Wenn es finanziell so eng bei deinen Eltern ist, dann können sie auf jeden Fall eine Stundung und/oder Ratenzahlung des Betrages beantragen.

    Nachteil: Der Betrag wird mit 0,5% pro Monat verzinst.
     
    #9
    gohenx, 20 Januar 2004

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