Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Freundschaft Stillschweigen

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Mug, 13 April 2010.

  1. Mug
    Mug (25)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    39
    33
    1
    Single
    Hallo. Ich mache mir Sorgen um meine beste Freundin, denn mir gegenüber ist ihr aus Versehen rausgerutscht, dass sie depressiv ist. Ich möchte ihr anbieten, dass sie sich mir mitteilt, auf mich verlassen kann. Das hat sie dankend und mit einemLächeln abgelehnt. Dann habe ich ihr empfohlen zu einer ihr anderen vertrauten Person zu gehen oder auch zu ihren Eltern, aber das will sie nicht. Sie sträubt sich regelrecht dagegen. Naja sie meinte jedenfalls noch, sie will niemandem damit belasten etc. und sie meint auch das sie sich eine Maske gegenüber ihren Freunden, Eltern und mir aufgesetzt hat und damit weitermachen will.
    Sie spricht weder mit mir noch mit anderen. Ich mache mir echt Sorgen um sie, denn so habe ich sie noch nie erlebt.

    Wie geht man mit so einer Situation um. Wie könnte ich helfen?
    Ist mir sehr wichtig
     
    #1
    Mug, 13 April 2010
  2. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
    42.913
    898
    9.083
    Verliebt
    Du kannst ihr vermutlich gar nicht helfen, zumindest nicht so wie du es dir wünschen würdest. Depressionen zu heilen ist äußerst schwierig, selbst für Profis. Und zu solch einem muss sich deine Freundin begeben, wenn sie sich Heilung wünscht.
    Da kannst und solltest du sie ermutigen, das wird das einzige sein, was du machen kannst. Sie zu einer Therapie bewegen!

    Weißt du denn, was die Depressionen bei ihr ausgelöst hat?
     
    #2
    krava, 13 April 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  3. Aily
    Benutzer gesperrt
    2.562
    108
    345
    Verliebt
    Hey Mug,

    da muss ich Krava zustimmen, du kannst nicht viel tun.
    Depressive Menschen ziehen sich sehr stark zurück manchmal und es ist schwer, an sie heran zu kommen. Soll heißen, wenn du sie zu irgendetwas drängst, macht sie nur noch mehr zu und keinem ist geholfen.
    Überhaupt ist es für jemand "normalen" schwer nach zu vollziehen, wie sich ein Depressiver fühlt. Evtl. informiertst du dich mal über das Thema.
    Was du sonst noch tun kannst ist ihr sagen, dass du für sie da bist, aber wie gesagt, dränge sie zu nichts.

    Viel Erfolg
    Aily
     
    #3
    Aily, 13 April 2010
  4. Mug
    Mug (25)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    39
    33
    1
    Single
    Den genauen Grund will sie mir nicht nennen, sie meinte nur, dass es mehrere Sachen seien. Gegenüber mir hat sie sich wieder die Maske der Fröhlichkeit aufgesetzt, wie auch bei den anderen
     
    #4
    Mug, 13 April 2010
  5. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
    42.913
    898
    9.083
    Verliebt
    Für depressive Menschen ist das ganz typisch. Man merkt ihnen ihre Probleme so gut wie nie an. Meine Oma war während meiner ganzen Kindheit bzw. solange ich sie kennen durfte höchst depressiv und ich hab es nie gemerkt. Als Kind konnte ich es vielleicht auch noch nicht merken, aber zum Schluss hin so mit 13-14 vielleicht schon eher.
    Sie war aber auch auf Medikamenten und wenn die richtig eingestellt waren, dann gings ihr auch gut.

    Angehörige von depressiven Menschen denken meist, mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen kriegt man das in den Griff und kann helfen, aber leider ist dem nicht so. :frown: Ich hab damit leider viel zu viel Erfahrung. Depressionen sind manchmal einfach nie zu überwinden, ganz egal wie sehr man geliebt wird.
    Aber da deine Freundin noch nicht mal ansatzweise eine Therapie probiert hat, kann man bei ihr wohl noch gar keine Prognose abgeben.

    Dass sie sich dir anvertraut hat, ist schon mal ein guter Schritt.
    Vielleicht suchst du mal Adressen von Therapeuten und/oder Neurologen in eurer Gegend raus und gehst die Liste mit ihr durch. Ermutige sie zu einer Therapie bzw. zu einem erstmal unverbindlichen Gespräch mit einem Therapeuten. Vielleicht kannst du sie dazu bewegen, ihr Problem aktiv anzugehen.

    Pass aber bitte auch auf, dass sie dich da nicht allzu sehr mit reinzieht. Das ist nämlich eine ganz große Gefahr für die Angehörigen. Es bringt niemandem etwas, wenn sie dich nur mit runterzieht, wenn es dir dann genauso schlecht geht etc. Du bist für ihre Krankheit nicht verantwortlich, also letztlich auch nicht für ihre Heilung und du bist damit sowieso maßlos überfordert! Sei dir also bitte darüber im klaren, dass deine Hilfsmöglichkeiten äußerst begrenzt sind.
     
    #5
    krava, 13 April 2010
  6. munich-lion
    Planet-Liebe ist Startseite
    12.963
    598
    10.512
    nicht angegeben
    Hallo,

    ich weiß jetzt nicht wie alt deine Freundin ist und wie lange du sie kennst bzw. wie intensiv der Kontakt zu ihr ist, aber irgendwie klingt dein Beitrag so als hättest du bis zu ihrer Ankündigung, sie sei depressiv nicht wirklich bemerkt, dass sie sich irgendwie verändert hat.
    Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will das Ganze jetzt auch nicht herunterspielen, denn Depressionen sind ernstzunehmende Krankheiten und können tatsächlich jeden von uns heimsuchen - nur müssen sie auch von entsprechend kompetenter Stelle diagnostiziert werden, um die geeigneten Hilfsmaßnahmen einsetzen zu können, aber irgendwie erweckt es mir den Anschein, dass das noch nicht geschehen ist.

    Aber nicht jeder, der mal von sich sagt, er sei depressiv, (manche verwenden dieses Wort richtig inflationär) ist tatsächlich betroffen bzw. wurde von der Krankheit heimgesucht.
    Mach' doch mal selber "zum Spaß" einen der zahlreichen Tests, die auch im Internet zu finden sind - und ich garantiere dir, dass dann fast jeder von uns irgendwie zumindest an depressiven Verstimmungen leidet.

    Da sind dann u. a. solche Fragen vorzufinden:

    1. Sind Sie grundsätzlich mit Ihrem Leben zufrieden?
    2. Haben Sie viele Aktivitäten und Interessen aufgegeben?
    3. Haben Sie das Gefühl, Ihr Leben sei unausgefüllt ?
    4. Ist Ihnen oft langweilig?
    5. Sind Sie die meiste Zeit guter Laune?
    6. Haben Sie Angst, daß Ihnen etwas Schlimmes zustoßen wird?
    7. Fühlen Sie sich die meiste Zeit glücklich?
    8. Fühlen Sie sich oft hilflos?
    9. Bleiben Sie lieber zu Hause, anstatt auszugehen und Neues zu unternehmen?
    10. Glauben Sie, mehr Probleme mit dem Gedächtnis zu haben als die meisten anderen?
    11. Finden Sie, es sei schön, jetzt zu leben?
    12. Kommen Sie sich in Ihrem jetzigen Zustand ziemlich wertlos vor?
    13. Fühlen Sie sich voller Energie?
    14. Finden Sie, daß Ihre Situation hoffnungslos ist?
    15. Glauben Sie, daß es den meisten Leuten besser geht als Ihnen?
    16. Leiden sie unter erhöhter Ermüdbarkeit und/oder Schlafstörungen?
    17. Besitzen sie negative oder pessimistische Zukunftsperspektiven?

    Niemand weiß - auch deine Freundin nicht, ob sie tatsächlich unter Depressionen leidet. Vielleicht hat sie gerade eine Phase im Leben, bei der Melancholie eine große Rolle spielt (ich kann mich erinnern, dass ich im Alter von 17 Jahren mich wochenlang zu Hause im verdunkelten Zimmer eingegraben habe, düstere Musik bei Kerzenschein hörte und über den Sinn des Lebens grübelte) oder sie hat starke Stimmungsschwankungen, die aber auch nicht immer behandelt werden müssen.

    Depressionen sind ein derart komplexes Thema und es gibt unzählige Formen davon mit den unterschiedlichsten Symptomen und Schweregrade. Hier näher darauf einzugehen, würde den Rahmen sprengen.
    Außerdem ist es auch wichtig, wie lange bereits ein "gewisser Zustand" andauert, wobei es eher ungewöhnlich ist, dass Betroffene meinen, sie seien depressiv - auch wenn sie irgendwann selber bemerken, dass mit ihnen etwas nicht "stimmt".
    So etwas will man sich aber sehr oft und lange gar nicht eingestehen, was dann leider auch mal sehr tragische Verläufe nimmt, wobei sich hinterher sehr viele Angehörige und Partner die Schuld geben, weil sie nicht "eingegriffen" haben oder helfen konnten.
    Aber du kannst einen Menschen nicht gegen seinen Willen zum Arzt schleppen - und selbst dann ist es nicht gewiss, dass er wirklich geheilt werden kann oder zumindest sein Leben mit der Krankheit gut leben kann.

    Natürlich kannst du dich über die Krankheit Depression näher befassen, um dir einen Überblick und eine gute Gesprächsbasis mit deiner Freundin zu schaffen. Auch kannst du ihr selbstverständlich raten, sich mal unverbindlich zu einem Arzt zu begeben, denn manchmal kann auch einfach irgendeine körperliche Störung wie z. B. Schilddrüsenunter/überfunktion, schlechte Blutwerte u.s.w. für bestimmte Dinge sorgen, die man vorschnell als Anzeichen einer Depression wertet.
    Aber ebenso wichtig erscheint mir jetzt, dass du für sie da bist -ohne groß den Moralapostel zu spielen, die Augen offenhältst und wirklich schaust, wie sich deine Freundin weiter verhält. Sollten irgendwann auch noch negative Sätze wie z. B. "das Leben ist so sinnlos" oder "für was lebe ich eigentlich?" fallen und sie ggf. auch noch verstärkt zu Alkohol oder Medikamenten greift, dann müssen die Alarmglocken schrillen und dann würde ich mich auch nicht scheuen, ihre Eltern einzuweihen.
     
    #6
    munich-lion, 14 April 2010
  7. Mug
    Mug (25)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    39
    33
    1
    Single
    Erstens ist ihr das nur aus Versehen rausgerutscht. Und als ich sie dann sofort darauf ansprach, meinte sie, dass sie nur eine Maske aufsetze.
    Ich will versuchen auf sie zu achten und ich hoffe wirklich, dass es nur so eine depressive Phase ist und keine wahre Depression. Nur ist mir momentan nicht bewusst, wie ich für sie da sein kann. Ich habe ihr angeboten mit mir zu reden, aber das war es auch schon. Wie kann ich weiter für sie da sein und sie nicht gleichzeitig bedrängen?
     
    #7
    Mug, 14 April 2010
  8. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
    42.913
    898
    9.083
    Verliebt
    Ich fürchte gar nicht. Öffnen muss sie sich selbst und von sich aus. Du kannst sie nicht zwingen. Dass du da bist, weiß sie. Jetzt muss sie eben kommen.
     
    #8
    krava, 14 April 2010
  9. Buddha
    Verbringt hier viel Zeit
    62
    93
    3
    Single
    Ich glaub es ist ihr nicht "aus Versehen" rausgerutscht. Niemand sagt "aus Versehen" ich hab Depressionen. Ich glaub/denke mal sie hat sich schon gezielt dich ausgesucht um sich überhaupt mal jemandem zu öffnen und den ersten Schritt zu machen.

    Du kannst eigtl. nur für sie da sein, wenn sie reden will red mit ihr wenn sie ihre Ruhe will, lass sie ihr.

    Vielleicht hat sie auch gar keine Depressionen sondern nur eine kurze melancholische Zeit.

    Ich hoff ihr gehts bald wieder besser
     
    #9
    Buddha, 14 April 2010
  10. TraurigerRomeo
    Verbringt hier viel Zeit
    27
    91
    0
    Es ist kompliziert
    Hallo Mug,

    da muss ich mich definitiv meinem Vorredner anschließen. Sie hat es nicht aus Versehen gesagt. Sie hat dich schon irgendwo gezielt (vielleicht aber trotzdem unbewusst) ausgesucht. Natürlich ist es ein schwieriges Thema. Du wirst auch eine Menge Geduld haben müssen um mit ihr wirklich darüber reden zu könne. Du musst ihr einfach zeigen das du für sie da bist egal was ist. Wenn es ihr schlecht geht nimm sie in den Arm aber frage nicht zuviel nach wenn sie nichts erzählen will.

    Tatsächlich sollte sie wenn dieser Zustand anhält wirklich mal zum Arzt gehen den nur dieser kann eine Diagnose stellen. Erst dann sollte man vielleicht auch auf eine Therapie zielen. Hat deine Freundin noch andere Merkmale (oft spielt zum Beispiel Ritzen eine Rolle)?

    ICh selber kenne das alles zu gut, nur als betroffener. Ich selber war sehr depressiv verstimmt und es hat lange gedauert bis ich mich anderen öffnete. Aber je mehr ich es irgendwann konnte dessto besser wurde es.

    LG Daniel
     
    #10
    TraurigerRomeo, 15 April 2010

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Test