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Stress in jeder Hinsicht

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von karlhugo, 19 April 2008.

  1. karlhugo
    karlhugo (35)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hallo zusammen,

    ich muss mein Herz mal etwas erleichtern:

    Momentan stehe ich sozusagen von allen Seiten unter Beschuss: privat weil mein Vater leider schwer erkrankt ist (an Lungenkrebs) und ich mir daher natürlich Sorgen mache und deshalb fast jedes WE immer zwischen meiner Wohnung und meinen Eltern pendele. Das führt natürlich wiederum dazu, dass ich mich nicht so regenerieren kann, wie ich es bräuchte: unter der Woche lebe ich nur für die Arbeit (Problem Nr. 2 siehe unten) und am WE muss ich zuhause mithelfen und darf mir gelegentlich Vorhaltungen von meiner Mutter anhören (ich müsse mehr mithelfen und wäre egoistisch und soll außerdem kein neues Auto kaufen und mein Geld für was sinnvolleres aufheben). Durch das ständige hin und her kann ich mich auch nie wirklich einleben sondern bin dauernd irgendwie auf dem Sprung.

    Hinzu kommt noch, daß mein bisher sowieso schon bescheidenes Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem doch stark gelitten hat, mein Vater wird dauernd hin und hergeschoben, muss wieder nach Hause, wieder in die Klinik (weil keine Betten frei sind oder kein Personal da ist), die Chemo wurde schon 2 Mal verschoben, Planungen wurden aufgestellt und wieder verworfen, Auskunft bekommt man auch nie wirklich verbindlich. So langsam habe ich den Eindruck, daß man als Kassenpatient über 50 besser nicht krank werden sollte und dass man (schwerkranke) Patienten vorsätzlich warten lässt und deren Tod provoziert.

    Aus diesem Grund habe ich dann selbst mal recherchiert und noch eine interessante Behandlungsmethode gefunden, die in einer Spezialklinik durchgeführt wird und sogar von der Kasse übernommen wird, aber meine Eltern haben dann erstmal abgeblockt und wollten auf die Chemo warten, Sie wollen sich nicht wirklich intensiv mit der Krankheit auseinandersetzen und hoffen, das es schon irgendwie mit dem 'Standard-Verfahren' klappt.

    Themengebiet Nr. 2, Arbeitsplatz: Ich arbeite seit knapp 2 Jahren in einem modernen, mittelständischen Unternehmen im IT- und Beratungsumfeld. Soweit lief das auch ganz gut, die Arbeit selbst hat mich zwar nie wirklich erfüllt, dafür waren die Arbeitsbedingungen und die Kollegen echt ok und das Arbeitsklima daher sehr gut. Ich hatte gewisse Freiheiten, was meine Arbeitszeiten betrifft und bin daher etwas später als die anderen gekommen (weil es einfach besser in meinen Tages- und Arbeitsrythmus passte und mir außerdem einige Dinge wie beispielsweise den täglichen Stau ersparte) im Gegenzug war ich aber auch flexibel und fast immer erreichbar, von Überstunden ganz zu schweigen. Ich habe meine Arbeit auch immer sorgfaltig und erfolgreich abgeliefert. Nur passt dies meiner Chefin seit ein paar Wochen nicht mehr und sie verlangt, daß ich morgens so komme, wie die anderen auch, da angeblich die Zusammenarbeit mit anderen Kollegen darunter leidet. Dabei war diese bisher immer erfolgreich und außerdem verstehe ich mich mit meinen Kollegen bestens (obgleich ich nie eine soziale Integrationsfigur war und auch nicht mehr werden werde, das bin ich einfach nicht).

    Es kam dann mehrfach zu diversen Diskussionen und ich war ehrlich gesagt kurz davor zu kündigen (was soll ich schließlich noch dort, wenn weder die Arbeit selbst noch die Rahmenbedingungen stimmen). Ich habe mich dann aber (auch aus Rücksichtnahme auf meine Eltern und deren Situation) nochmal zusammengerissen und mich zähneknirschend erstmal von meinen Chefs (Chef Nr. 2 sah es aus meiner Sicht scheinbar lockerer, wollte Chef Nr.1 aber keine Blöße geben) dazu überreden lassen morgens früher zu kommen. Man kann Ihnen sicher zugutehalten, daß sie erstmal mit mir darüber gesprochen haben und nicht gleich irgendwelche Disziplinarmaßnahmen ergriffen haben (BTW: in meinem Arbeitsvertrag sind keine Arbeitszeiten vorgegeben, auch gibt es keine firmenweit gültigen, festen Geschäfts- oder Arbeitszeiten, hätten Sie dazu überhaupt eine rechtliche Grundlage?). Andererseits fühle ich mich unnötig gegängelt und an den Rand gedrängt, schließlich war bis vor kurzen ja alles noch bestens.

    Außerdem bin ich ein freiheitsliebender und manchmal auch etwas eigensinniger Mensch und habe nicht vor mich verbiegen zu lassen geschweige denn, mir vorzuschreiben zu lassen, wie ich mein Leben zu führen habe oder wann, wie oft und wie ich mit meinen Kollegen zu verkehren habe (Stichwort Pausen).

    Auf diese Weise bringe ich mich natürlich mal wieder selbst in die Bredouille, einerseits bin ich
    am Überlegen, ob ich mein Leben vielleicht nochmal komplett umgestalten und mir eine Beschäftigung suchen sollte, die mir Spaß macht und bei der die Rahmenbedingen stimmen, andererseits, wenn ich Experimente wage, kann das natürlich wirtschaftlich in die Hose gehen und mein einziges, leider kostspieliges Hobby (Autos) kann ich dann auch vergessen.

    Sorry, ist etwas lang geworden, aber ich hab mich echt schon kurz gefasst :eek:.
     
    #1
    karlhugo, 19 April 2008
  2. Linguist
    Linguist (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hi karlhugo,

    erstmal wünsche ich dir alles Gute für deinen Vater. Mit unserem Gesundheitssystem habe ich bis jetzt noch keine schlechten Erfahrungen gemacht (toitoitoi), deshalb kann ich dir da wenig helfen.

    Ich bin der Meinung, dass du eine Beschäftigung anstreben solltest, die dich erfüllt und der du auch noch in 30 Jahren ohne Murren gerne nachgehen wirst. Allerdings würde ich deine momentane finanzielle Unabhängigkeit nicht einfach auf's Spiel setzen. Schau dich doch neben dem Beruf nach Fortbildungsmöglichkeiten oder anderen Unternehmen um und bewirb dich. So musst du dir doch keinen Kopf machen irgendwann ohne Geld dazustehen.

    Grüße und viel Glück
     
    #2
    Linguist, 19 April 2008
  3. karlhugo
    karlhugo (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Hi Linguist,

    danke für die Anteilnahme, ich kann keinem wünschen in D wirklich schwer krank zu werden:mad:.

    Prinzipiell hab ich ja ein bisschen was auf die Seite gelegt, davon könnte ich locker ein Jahr auf jetzigem Niveau leben, nur eben ohne neues Spielzeug :kopfschue. Dabei hätte ich jetzt gerade, nach langer Suche wieder mal was interessantes gefunden und mein Vater würde es vielleicht auch freuen, er ist zwar nicht so der Autonarr, aber nimmt schon Anteil und hat auch in letzter Zeit immer wieder gefragt, ob ich denn nun endlich eins gekauft hätte.

    Eine Fortbildung würde mich wohl eher nicht weiterbringen (bin Dipl.-Inf und kann mittlerweile keine Computer mehr sehen :zwinker:). Ich denke da eher an eine komplett andere Richtung oder vielleicht auch ans Ausland, aber was wirklich konkretes, wo Aussichten bestünden, daß es mir Spaß macht und ich davon leben könnte, wüsste ich nicht. Ich bin auch irgendwie zu bequem dazu, solange es mir, objektiv betrachtet, gut geht.

    Grüße
     
    #3
    karlhugo, 19 April 2008
  4. Dickes P
    Dickes P (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Na ich denke mal, das mit dem dem Ausland solltest du erstmal Ruhen lassen und deinem Vater bei Seite stehen.

    Also du hast studiert und einen dementsprechend (halbwegs) guten Job in einer höheren Position?
    Da würde ich einfach mal sagen, dass dieses Privileg deine Arbeitszeiten im gewissen Grad selber auszuwählen zwar sehr angenehm ist, aber keinesfalls etwas ist, was du verlangen kannst.
    Die meisten Leute arbeiten mit genau festgelegten Zeiten und eben sogar noch mehr....

    Und was das deutsche Gesundheitssystem angeht:
    Es gibt überall Probleme, es ist mit Sicherheit nicht perfekt.
    Da mag es zwar in Skandinavien noch besser zugehen, aber alles in allem halte ich das deutsche Gesundheitssystem (noch) für ziemlich gut im Vergleich mit vielen anderen Ländern, wie USA oder Großbritannien.
    In der Times habe ich mal von Menschen in Großbritannien gelesen, die sich ihre Zähne selber gezogen haben, weil sie sich keinen Zahnarzt im privaten Sektor leisten konnten.
    Und GB ist ja ein hochentwickeltes Land, genauso wie Dland, aber als ich das gelesen habe.......das find ich schon sehr abartig.
     
    #4
    Dickes P, 20 April 2008
  5. karlhugo
    karlhugo (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Sicher, schlimmer geht's immer, ich denke die 'Gesundheitssysteme' in GB und den USA sind wohl noch schlechter, aber das ist ja keine Entschuldigung. Ich finde es ist ein Armutszeugnis für Deutschland, das wir unsere Kranken in zwei Klassen aufteilen (Kasse und privat) und die Güte der Versorgung dann davon abhängt, zu welcher Gruppe man gehört :angryfire.

    Und es wird noch schlimmer werden, der neue Gesundheitsfond ist selbst nach Expertenmeinung der reinste Unfug und die Ärzte wandern ab oder vernachlässigen ihre Patienten. Eine Sauerei obendrein, daß ich monatlich nicht zu knappe Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung entrichten muss ohne im Krankheitsfall eine angemessene Gegenleistung zu erhalten. Da darf ich wochenlang auf einen Termin beim Facharzt warten, der speist mich dann meist nach 5 Minuten ab und meine Medikamente darf ich auch noch selbst bezahlen.

    Mein Vater hat 45 jahre brav Beiträge gezahlt und jetzt zeigt man ihm die kalte Schulter, ärztliche Versorgung tw. abenteuerlich, die Rente eine Frechheit:kopfschue .

    Vielleicht sollte ich mir eine Beschäftigung suchen, in der ich mein eigener Chef bin, dann habe ich die Dinge wenigstens selbst in der Hand und bin nur mir selbst (und natürlich den Kunden) Rechenschaft schuldig. Nur der geborene Unternehmer bin ich nicht gerade, vielleicht wäre so ein Zwischending a la freier Mitarbeiter oder Freelancer was für mich.
     
    #5
    karlhugo, 20 April 2008
  6. Dickes P
    Dickes P (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    Single
    Da stimme ich dir vollkommen zu.
    Die gesundheitliche medizinische Versorgung vom Geld eines Menschen abhängig zu machen ist schlicht und ergreifend abartig.

    Wir werden mit unserem Turbokapitalismus noch ordentlich auf die Fresse fliegen. Jetzt, wo es auch langsam dem Mittelstand an den Kragen geht...... ich verlass mich drauf.

    Wir sind auf dem besten Wege dahin, es den Briten gleich zu machen....:wuerg:
     
    #6
    Dickes P, 20 April 2008

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