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  • User 91095
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    30 Januar 2010
    #1

    Studentenkorporationen/Burschenschaften

    Hallo,

    gestern fand in Wien wieder mal der Ball des Wiener Korporations-Ringes (WKR) in der Hofburg statt. Wie üblich wurde das ganze auch von einer hartnäckigen Demo verfolgt (Der WKR ist vom Dokumentationsarchiv für österreichischen Widerstand als deutsch-national bis rechts-extrem eingestuft worden).

    Das soll nun Anlass für meine Umfrage hier sein. Mich würde interessieren, was ihr von Studentenverbindungen/Burschenschaften haltet, ob ihr selbst in einer seid. Ob ihr es gut findet, dass es eine Geschlechtertrennung gibt. Ob Burschenschaften in Deutschland sich von denen in Österreich unterscheiden. Und wie ihr reagiert, wenn ihr erfahren würdet, dass ein Studienkollege von euch in einer Burschenschaft ist. Ändert sich eure Haltung zu ihm?

    Frauen- und Männermeinungen erwünscht und freies Philosophieren ebenfalls :smile:
     
  • Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    30 Januar 2010
    #2
    Ganz gleich was man davon halten mag, nichts rechtfertigt eine gewaltätige Demo, bei der Polizeikräfte mit Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen, Autos angezündet und Gebäude beschmiert werden.

    So wie gestern in Wien, die Reaktion auf den Ball.
     
  • User 91095
    Planet-Liebe-Team Themenstarter
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    nicht angegeben
    30 Januar 2010
    #3
    Off-Topic:
    Nein, tut's nicht. Aber das ist jetzt auch nicht Thema.
     
  • User 66279
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    vergeben und glücklich
    30 Januar 2010
    #5
    In Deutschland gibt es nicht bei allen Burschenschaften Geschlechtertrennung.
    Als ich damals in Braunschweig (da ist dieser Verbindungskram sehr ausgeprägt, in der Innenstadt in Uninähe ist fast jede Wohnung an die Mitgliedschaft in einer Burschenschaft geknüpft) verzweifelt auf Wohnungssuche war, zog ichs auch kurz in Betracht in eine Burschenschaft einzutreten, weil man da teilweise schon für 90€ Miete ne gute Wohnung bekommt ... Nur die lebenslange Verpflichtung war mir dann doch etwas gruselig ..
     
  • Lenny84
    Gast
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    30 Januar 2010
    #6
    Ich hab eine Abneigung gegen Burschenschaften und kenne einige Mitglieder aus meinem alten Studienort. Ich war dort mal eingeladen zum Martinsgans-Essen. Um 12 Uhr wurde da die deutsche Flagge feierlich mit Hand aufm Herz und Nationalhymne gehisst - daran ist eigentlich nichts verwerflich, aber ich finds dämlich. Und dann noch diese altertümlichen Ansichten - auf Dauer komme ich mit den Leuten da nicht klar.
     
  • waschbär2
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    vergeben und glücklich
    30 Januar 2010
    #7
    Ich bin in einer Schülerverbindung (heute natürlich inaktiver "alter Herr").

    Das einzige, was hier geschlagen wurde, war der Säbel aufs Schlagbrett, wenn die Corona (wie üblich) zuviel Blödsinn machte.

    Ich halte überhaupt nichts von schlagenden Verbindungen und Burschenschaften mit politischer Orientierung.
    Das ist Blödsinn und auch nicht Sinn der Sache.

    Unsere Schülerverbindung ist politisch, sozial und Weltanschaulich total offen, was man auch an den kuriosen Konstellationen sieht. Da sitzt der Sozialist neben dem Pfarrer, dem MdB der CdU und mittendrin der 11-Klässler. Ist für jeden was dabei.

    Mit 2 Ausnahmen: Männlich muss man sein und schonmal ein Gym oder eine andere weiterführende Schule von innen gesehen haben. Wobei es viele Veranstaltungen für und mit Frauen gibt (sonst würde sie die Männlein ja nicht immer dahin gehen lassen ;-) )

    Einen erzkonservativen oder politisch motivierten Popanz lehne ich strikt ab.

    Wem´s gefällt - bitte. Ist aber nichts für mich.

    In Ö. sind die Burschenschaften traditionell mehr politisch orientiert und beziehen da auch innerhalb ihrer Verbindung konkret Stellung. Hier ist auch das "Standesdenken" mehr ausgeprägt, was sich auch in den Anreden etc. widerspiegelt.

    In D. waren sämliche Schüler- und Stundentenverbindungen im 3. Reich strengsten verboten. Eine Mitgliedschaft wurde verfolgt. Das ist vielleicht auch ein Grund dafür, dass in D. die politische Richtung wesentlich untergeordneter ist.
     
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  • User 78196
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    nicht angegeben
    30 Januar 2010
    #8
    Ich habe einen Freund, der Mitglied einer schlagenden Verbindung ist und durfte dadurch auch schon eine Menge Mitglieder aus solchen "Vereinen" kennenlernen. Was mir gleich aufgefallen ist: Ihr Benehmen ist um einiges höflicher als ich es von anderen Altersgenossen gewöhnt bin. Sie sind sehr offen und gesellig und ich als "Dame" bin besonders freundlich behandelt worden. :smile: (Das Klischee der Trinkfestigkeit und -freude kann ich übrigens bestätigen. :grin:)
    Die Geschlechtertrennung macht für mich Sinn. Man hat(te) halt Angst, dass die Konkurrenz um Frauen diese "Männerfreundschaften", die ja "ein Leben lang" halten sollen, kaputt macht. (Außerdem gibt es auch Verbindungen ausschließlich für Frauen.)
    Inwieweit sich die österreichischen Burschenschaften von den deutschen unterscheiden, weiß ich allerdings nicht.
     
  • MrShelby
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    30 Januar 2010
    #9
    An meiner alten Uni gab es Burschenschaften, die allerdings im Alltag faktisch nicht zu sehen waren, und auch nur wenige Mitglieder hatten. Gebraucht wurden sie allerdings schon: Wogegen hätten die (sehr weit linken) Listen des AStA denn sonst hetzen sollen? Die Meinungsmache dieser Listen war immer recht ähnlich und lief darauf hinaus, dass diese Leute "in Wirklichkeit" alle Rassisten, Neonazis usw. sind.
    Einmal lagen in einem Seminarraum Werbeflyer für einen Kennernlerntag bei der Burschenschaft (oder sowas ähnliches) aus. Als eine (sehr weit) linke Nachwuchspolitikerin dies sah, murmelte sie gleich irgendwas von Nazis, und warf einige Flyer in den Müll. Als ich sie dann fragte, wie sie es denn mit der Meinungsfreiheit so hält, da ja schließlich ideologischer Unsinn jeglicher Form von links rumliegt, schaute sie mich nur blöd an.

    Wie ich in einem Studi-Magazin mal gelesen habe, gibt es Burschenschaften in Einzelfällen, die tatsächlich mit Leuten kooperieren, die dem rechten Rand angehören. Dies zu verallgemeinern stimmt aber nicht. Sie sind traditionell veranlagt, und zelebrieren ihre "Liebe zum Vaterland". Dies dürfen sie gerne tun...ihre Uniformen finde ich albern, aber man muss ja auch nicht mitmachen.

    Viel Stärker als so manche Eigenschaften der Burschenschaftler, stört mich dieses reflexhafte (extrem)linke "Oh, Burschenschaftler...schnell Hass-Gesänge anstimmen, oder gleich Randale machen...".
     
  • xoxo
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    30 Januar 2010
    #10
    In Deutschland bin ich in keiner Schwesternschaft, in den USA werde ich einer beitreten. In Deutschland ist das Verhältnis von Investment (Zeit, Geld) vs. Nutzen nicht groß genug. Es ist mir suspekt, wenn Freunde von mir sich in derartigen Verbänden angagieren. Ich finde die Geschlechtertrennung sinnvoll, insofern man sie auch sinnvoll nutzt.
     
  • User 44981
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    1 Februar 2010
    #11
    Lieber ein Geschwür am After, als ein deutscher Burschenschafter :grin:

    Aber jetzt mal im Ernst:
    Den Grundgedanken der Burschenschaften, dass die alten Herren den Studenten sowohl finanziell, als auch mit ihrer Erfahrung helfen und das Knüpfen eines Netzwerkes, finde ich ziemlich gut.
    Ginge es nur um diese Sache, könnte ich mir die Mitgliedschaft in einer Burschenschaft durchaus vorstellen.

    Wenn ich aber sehe, wie eine Burschenschaft aus meiner Unistadt auf ihrer Homepage Fotos vom traditionellen Maieinsingen (aus dem Jahr 200x) präsentiert, die bis auf ihre Farbigkeit genau so gut von einer Veranstaltung der Hitlerjugend, o.Ä. stammen könnten, ist mir das schon ziemlich suspekt.
    Ebenso wie die Geschichten von irgendwelchen reglementierten, traditionellen Besäufnissen, die Pflicht-Mensuren der schlangenden Verbindungen, usw.

    Fazit: Der Grundgedanke ist toll, aber bei vielen Burschenschaften gehören Dinge dazu, die mir überhaupt nicht gefallen.

    In meiner Unistadt gibt es zwar viele Burschenschaften, aber dort sind vor allem Juristen, Geisteswissenschaftler, WiWis, usw. dabei und keine Naturwissenschaftler, so dass ich als Naturwissenschaftler auch fast nichts von den Burschenschaften sehe und so dass ich auch kaum von der Erfahrung der alten Herren profitieren könnte, da mir ihre Erfahrung einfach nichts bringt.

    Ansonsten könnte ich es mir aber wirklich vorstellen, in einer modernen, weltanschaulich und politisch neutralen oder einer liberalen Burschenschaft Mitglied zu werden, sofern es mir Vorteile bringen würde.
    Eine konservative bis mehr oder weniger rechte Burschenschaft kommt für mich aber wirklich nicht in Frage.
     
  • BrooklynBridge
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    1 Februar 2010
    #12
    Nach meiner bisherigen Erfahrung (Hörensagen sowie hautnahe Erlebnisse im Verbindungshaus der Burschenschaft meines Bruders) sind Burschenschaften mindestens größtenteils sehr konservativ, in einem Maße, dass ich persönlich als rückständig empfinde. Darüber hinaus sind sie nationalistisch und intolerant, die Saufspiele und das Pflichtschlagen sind mir ebenfalls suspekt. Sehr schade, wenn man bedenkt, dass die Burschenschaften im 19. Jahrhundert Träger des demokratischen Geistes (aber auch des Nationalismus) waren.

    Aber das sind im Grunde Vorurteile. Wenn mir ein Studienkollege oder so sagen würde, dass er in einer Studentenverbindung ist, könnte ich das natürlich nicht verurteilen, ohne mehr über die Verbindung zu wissen.

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 23:00 -----------

    Aber das Dritte Reich war zeitlich gesehen zu mehr als der Hälfte mit Österreich!

    Außerdem erscheinen mir die Burschenschaften schon politisch, zumindest in dem Sinne, dass viele "Stammtischgespräche" stattfinden. Tatsächliche politische Betätigung findet aber glaube ich wenig statt.
     
  • Schweinebacke
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    nicht angegeben
    2 Februar 2010
    #13
    Also ausnahmeslos alle, aber auch wirklich alle, die ich von der Uni her kenne die mit irgendwelchen Verbindungen zu tun haben, sind Riesenopfer. Zudem meist noch sehr sehr rechts eingestelltes Pack, ich möchte nicht wissen, was da hinter verschlossenen Türen so abgeht, wenn man sich nach außen oft schon so Stocknationalkonservativ gibt. Da gibts sicherlich genug Leute die alle Strophen der Nationalhymne singen und die rechte Hand zum Gruß heben. Gibt auch andere Verbindungen, klar, aber auf ne gewisse Weise ist das alles sehr freakig und opferig.
    Halt eher so was für Leute, die sich wenig eigene Gedanken machen wollen und sich gerne mitreissen lassen.

    Ok, die Sauferei könnte ganz schnafte ausfallen, aber dass ist es mir nicht wert gewesen.
     
  • Riot
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    2 Februar 2010
    #14
    Dito. Burschenschaften sind mir suspekt.
     
  • Tornadin
    Benutzer gesperrt
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    vergeben und glücklich
    3 Februar 2010
    #15
    ich halte nicht viel davon, hats hier in der schweiz zu Hauf, sind aber in der Regel nur schweizer mitglied, deshalb ists für mich als deutscher uninteressant...
    Habe auch nicht genug mit den gruppen zu tun, um mir da ein sophisticated urteil bilden zu können
     

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