Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Studienwahl...(besonders an die Medizinszudenten unter euch!)

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Caty, 2 Mai 2007.

  1. Caty
    Caty (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    310
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Hallo @ all,
    ich stecke im Moment in einer recht schwierigen Phase, in der mich entscheiden muss, was ich denn nun studieren möchte...

    Ich habe nicht gerade Abi gemacht, sondern studiere schon im 2. Semester, aber leider das für mich Falsche...Im Moment studiere ich Sprachwissenschaft mit Nebenfächern Politik und BWL.

    Warum ich das angefangen habe?
    Weil ich dachte, dass es viele Interessen von mir verbindet.

    Leider habe ich aber fast von Anfang an immer wieder Zweifel gehabt und bin mir inzwischen ganz sicher, dass ich aufhören werde.
    Probleme: Es ist mir alles zu unkonkret, zu theoretisch, die Berufsaussichten sind zu unklar, kein Zusammenhalt zwischen den Studierenden da alle so verstreut sind, kein klares Ziel vor Augen.

    So. leider ist es aber so, dass ich seeehr viele Interessen habe und mir die Studienwahl daher sehr schwer fällt.

    Meine Favoriten waren eigentlich (Wirtschafts)Psychologie, BWL/VWL und Medizin.
    Bei Psychologie hätte ich wohl wieder das Problem mit den Zukunftsaussichten, und BWL oder VWL ist zwar ganz in Ordnung, aber schon recht trocken...

    Vom Fach her interessiert mich Medizin wohl am meisten, doch ich zweifle trotzdem aufgrund einiger Dinge...

    Ich habe einfach Angst, mein Leben später nur mit Arbeit zu verbringen...man hört ja öfter mal diese Horrogeschichten von völlig ausgenutzten, fertigen Assistenzärzten und von 60 h-Wochen im Krankenhaus....
    Und das passt so gar nicht mit meiner Lebensplanung zusammen.

    Außerdem hätte ich Angst, kein guter Arzt zu werden, da ich zb auch handwerklich nicht gerade begabt bin, und man ja schon so ein paar Sachen als Arzt draufhaben muss....

    Ich würde mich freuen, wenn mir ein paar Leute helfen könnten....vor allem natürlich die, die Medizin studieren oder studiert haben und mir über ihre Erfahrungen berichten können.

    Aber auch Ratschläge allgemein zur Berufs-/Studiengangsfindung sind sehr erwünscht, ich stecke im Moment in so einer fast schon etwas verzweifelten Lage, in der ich denke, es gibt einfach nicht den Beruf, der 100 %ig zu mir passt...:ratlos:

    Edit:Es soll natürlich "MedizinsTudenten" heißen in der Überschrift!!
     
    #1
    Caty, 2 Mai 2007
  2. Miss_Marple
    Meistens hier zu finden
    4.527
    148
    211
    nicht angegeben
    Ich habe mein Medizinstudium unmittelbar vorm Praktischen Jahr, also kurz vor Schluss, abgebrochen.
    Das Fach als solches hat mir elf Semester lang großen Spaß und auch kaum Mühe gemacht, die praktische Arbeit in der Klinik war aber der Horror.
    Der Klinikalltag ist stressig, unbezahlte Überstunden sind völlig normal - aber das war für mich nicht der vorrangige Grund. Ich hatte einfach überhaupt keine Freude an der Arbeit mit Patienten. Ist so, ich weiß nicht wirklich warum. Pharmabranche oder Labor waren auch nie wirkliche Alternativen für mich.

    Bevor du dich auf einen Medizinstudienplatz bewirbst, würde ich dir dringend raten, ein ausgedehntes Praktikum in einer Klinik zu machen, nicht nur das obligatorische Pflegepraktikum. Unterhalte dich mit den Leuten, mit Studenten, PJlern, Assistenzärzten...
    Und dann entscheide dich. Der Unterschied gerade zu BWL ist doch enorm :zwinker:
     
    #2
    Miss_Marple, 3 Mai 2007
  3. Chococat
    Chococat (30)
    Verbringt hier viel Zeit
    599
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Auch wenn du speziell nach Medizin hier gefragt hast, antworte ich was zur Wirtschaftspsychologie.
    Hervorragende Möglichkeiten hat man dazu in Erfurt. Hier gibt es die Studiengänge Lehr-Lern-und Trainigspsychologie sowie Wirtschaftswissenschaften, die man zusammen belegen kann. Diese beiden Bereiche kann man prima verbinden und die Berufsaussichten sind gut. Ich habe das selbst mal studiert und kenne einige Absolventen dieser Kombination, die mittlerweile in großen Firmen tätig sind. Das Studium dauert außerdem nur 3 Jahre und ist somit wesentlich überschaubarer als Medizin.
    Wenn es dich interessiert, dann schau dich doch mal auf http://www.uni-erfurt.de um.
     
    #3
    Chococat, 3 Mai 2007
  4. Nat-
    Nat- (30)
    Verbringt hier viel Zeit
    68
    91
    0
    vergeben und glücklich
    Ich oute mich auch mal als Medizinstudent und berichte einfach mal etwas über meine Erfahrungen:

    Vorausschicken muss ich, dass es ein Kindheitstraum von mir ist und ich mir der Studienwahl schon immer sicher war - was nicht heißen soll, dass ich vor Zweifeln verschont geblieben bin.

    Bevor ich mit dem Studium begonnen habe (ich hab in RLP abi gemacht mit 12 1/2 Jahren Schule), habe ich das Pflegepraktikum (3 Monate, die man im Zuge des Studiums ableisten muss) im Krankenhaus absolviert. Was man daraus mitnimmt, ist allerdings sehr davon abhängig, auf welche Station man kommt und wie das Personal mitspielt. Ich hatte Glück, unsere Stationsleitung war extrem interessiert und stand mir immer für Fragen zur Verfügung. Ich konnte mir auch mal ein paar Tage die Notaufnahme, den Herzkatheter und die Endo angucken.
    Obwohl meine Arbeit dort natürlich nur wenig mit dem Beruf zu tun hat, wusste ich, dass ich daran Spaß haben würde.
    Seit dem ersten Semester bin ich zudem regelmäßig in den Semesterferien in einer Hausarztpraxis und versuche dort, etwas Erfahrung zu sammeln und den Alltag kennenzulernen.

    Das ist etwas, über das man sich klarwerden sollte: Es wird oft stressig werden, Überstunden sind normal (2h/d in der Klinik waren usus) und der Alltag unterscheidet sich radikal von dem, was man im Studium macht.

    Ich selbst bin jetzt im 4. Semester (d.h. noch in der Vorklinik, das Studium ist in 2 Bereiche unterteilt (Vorklinik - 4 Semester, in denen physiol./biochem./anat. Grundlagen vermittelt werden und die Klinik)).
    Mir geht es so, dass ich nach einem Semester, insbesondere nach der Klausurphase am Ende, in den Semesterferien erstmal in die Praxis flüchten muss, um zu sehen, wofür ich überhaupt studiere.
    Vieles ist stupides Auswendiglernen und ein Gutteil auch unnütz, bzw. bildet zwar die Grundlage, hat aber mit der Arbeit an sich wenig zu tun (solange man nicht in die Forschung will).
    In der Klinik soll es besser werden, allein schon durch die klinische Relevanz der Fächer.

    Das Studium an sich ist sehr lern- und zeitintensiv und man muss eine gute Portion Selbstdisziplin mitbringen, um Dinge längerfristig zu lernen (trotzdem wird man größtenteils nur auf die Klausuren lernen).
    Die Klausuren sind der nächste Punkt. Zumindest bei uns ist es so, dass das gesamte Semester über Klausuren geschrieben werden - es beginnt oft mit 1-2 Klausuren, die aus dem vorigen Semester ausgelagert wurden, da keine Zeit mehr war, um diese ordentlich einzubauen. Daraufhin folgen dann so ab der 4. Woche die ersten Klausuren, die sich dann bis zum Ende des Semesters hinziehen. Dann gibt es nochmals Gesamtklausuren in den jeweiligen Fächern, man hat also oft 2-3 Wochen 3+ Klausuren/Woche.
    Zudem wird bei uns in jedem Praktikum am Anfang eines jeden Tages eine schriftliche oder mündliche Prüfung abgehalten, um die "Zulassung" für den jeweiligen Praktikumstag zu erwerben. In einigen Seminaren ist es ähnlich.

    Doch trotz all dieser Dinge muss ich sagen, dass mir das Studium wahnsinnig Spaß macht. Man muss sich zwar auf den Hosenboden setzen, trotzdem sind die Themen unheimlich interessant und irgendwann erreicht man einen Punkt, an dem man die unterschiedlichen Fächer miteinander verbinden kann und sich so etwas wie Stolz über das Erreichte einstellt.
    Zudem fällt mir mit jedem Mal in der Praxis auf, dass ich mehr von dem gelernten Wissen anbringen kann und dass mir die Arbeit dort garnicht wie Arbeit vorkommt - nach einem Arbeitstag dort (sind gern mal 12-14h) bin ich zwar total erschöpft, fühle mich aber einfach nur gut und als hätte ich einen anstrengenden Nicht-Arbeitstag hinter mir. Mir persönlich macht die Arbeit mit den Patienten und im Team unheimlich viel Spaß, so dass ich es garnicht als "Arbeit" registriere - Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Man kann also Spaß haben und ein wahnsinnig interessantes Fach studieren - aber man sollte sich vorher klargemacht haben, worauf man sich einlässt.

    Also viel Spaß bei der Studienwahl, ich hoffe, dir ein bisschen geholfen zu haben :zwinker:
     
    #4
    Nat-, 3 Mai 2007
  5. Chococat
    Chococat (30)
    Verbringt hier viel Zeit
    599
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Off-Topic:
    @ Nat: Wenn du später genauso motiviert als Arzt arbeitest, können deine Patienten sich absolut glücklich schätzen! Toll, dass du mit so einem Elan da ran gehst. Wünsch dir alles Gute für die Zukunft!
     
    #5
    Chococat, 3 Mai 2007
  6. SexySellerie
    Sehr bekannt hier
    5.299
    173
    8
    Single
    Off-Topic:
    Nat, wenn ich das so lese, muss ich immer wieder frustriert feststellen, dass ich mit meinem Durchschnitt weit davon entfernt bin, Medizin zu studieren und es wohl noch Ewigkeiten dauern wird bis ich endlich einen Studienplatz bekomme :geknickt::cry:
     
    #6
    SexySellerie, 3 Mai 2007
  7. candyfloss
    candyfloss (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    399
    103
    1
    vergeben und glücklich
    Was soll denn Wirtschaftspsychologie sein? Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den seelischen Abgründen skrupelloser Konzernchefs und Wirtschaftsbonzen? :engel:

    Off-Topic:
    Das geht mir auch so. Das ganze Bildungsystem ist total ungerecht
     
    #7
    candyfloss, 3 Mai 2007
  8. Bambi
    Verbringt hier viel Zeit
    1.082
    121
    0
    nicht angegeben
    Wenn du ganz "normal" Psychologie studierst, hast du da auch einen Teilbereich ABO (Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie). Das ganze dauert allerdings länger als 6 Semester (9 Semester Regelstudienzeit).
     
    #8
    Bambi, 3 Mai 2007
  9. Doc Magoos
    Verbringt hier viel Zeit
    3.733
    121
    0
    nicht angegeben
    @Nat, wir sprechen uns im Juli/August nochmal wenn du dann am Rad drehst:tongue:

    Und Enttäuschung vorweg, die Klinik ist nicht wirklich besser als die Vorklinik. Da gibts mindestens genau so viele dämliche Fächer wie vorher. Nur das man dort etwas besser behandelt wird:zwinker:

    @Topic:
    Nat hat ja schon praktisch alles relevante erzählt. Ich würde auch vorschlagen, du machst erstmal ein Praktikum. Und am besten eins das scheisse ist. Wenn du dann immer noch Medizin studieren möchtest, dann bist du richtig.
    Der Beruf ist sehr begeisternd, aber auch verdammt anstrengend. Ich möchte hier niemanden angreifen oder andere Studiengänge abwerten, aber Medizin ist ein ganz anderes Kaliber als Sprachwissenschaften oder BWL. Du musst dich vielen Entbehrungen aussetzen. Allein schon durch die Zeit die du in der Uni hockst, und nicht zu vergessen, die Zeit zu Hause am Schreibtisch. Und das werden zu bestimmten Phasen auch mal 12-14h am Tag. Besonders in der Examenszeit und das dann 2-3Monate lang.

    Ich möchte es dir absolut nicht mies machen, sondern dir nur eine Entscheidungsgrundlage geben. Um die Arbeitszeiten später kommst du nicht rum, wenn du denn einen Facharzt anstrebst. Und 60h ist ja schon manchmal geschönt (nicht die Wochenenden vergessen).

    Wenn du trotz all dieser Umstände dich noch begeistern kannst, und Spaß an dem Fach hast, bist du genau richtig. Vielleicht spricht mittlerweile zuviel klinischer Zynismus aus mir. Meine Ideale habe ich aber immer noch nicht verloren. Und daran ist es verdammt schwer festzuhalten.

    Ließ auch mal so überspitzte Werke wie House of God oder schau dir das Video an. Ist zwar alles sehr komisch gehalten. Aber irgendwie findet sich jeder Arzt oder Medizinstudent doch drin wieder.
    http://www.youtube.com/watch?v=dg7llgwUBIk

    PS: den Beitrag bitte nicht superernst nehmen. Nur bedenken.
     
    #9
    Doc Magoos, 3 Mai 2007
  10. Caty
    Caty (29)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    310
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Erstmal vielen Dank für die Antworten, ich bin für jeden Denkanstoß dankbar!:smile:

    Man das ist alles echt schwer....ich habe mir gestern und heute Medizinvorlesungen an einer Uni hier in der Nähe angeschaut, und ich war wirklich begeistert...
    Es interessiert mich viel mehr als der Stoff aus meinem Studium und als das andere was ich mir bisher angeschaut hab (wie eben zB Wirtschaftspsychologie:zwinker: ).
    Ich finde es einfach super faszinierend, wie der menschliche Körper funktioniert und es ist toll, mal konkrete Fakten serviert zu bekommen, nicht immer nur schwammige Theorien wie in den meisten Geisteswissenschaften.

    Also vom Fach her bin ich mir recht sicher, dass es das Richtige wäre, und damit, viel zu lernen, habe ich auch keine Probleme...

    Wenn etwas dabei rauskommt, setze ich mich gerne hin und lerne.
    Der NC dürfte auch kein Problem sein, mein Schnitt war 1,1.

    Die einzige Sache wären eben die Arbeitsbedingungen...Ich weiß nicht, ob ich damit klarkommen würde, soviel zu arbeiten und so wenig Zeit für andere Dinge zu haben...:ratlos:

    Mir geistern auch Alternativen wie Biotechnologie oder Bioingenieurswesen im Kopf herum, die mein Interesse am Fach vielleicht auch (wenigstens teilweise) befriedigen könnten und einen anderen Arbeitsbereich bieten würde...

    Allerdings bin ich eigentlich technisch nicht sonderlich interessiert und möchte auch lieber mit Menschen als mit Maschinen zu tun haben...

    Ihr merkt schon, ich bin im Moment äußerst unentschlossen....

    Wahrscheinlich wär es echt das Beste, wenn ich erstmal ein Praktikum machen würde.
    Naja dann hätte ich allerdings keine Zeit mehr, Vorlesungen zu besuchen und mir alles anzuschauen...

    Hmm, für weitere Ratschläge bin ich immer dankbar...
     
    #10
    Caty, 3 Mai 2007
  11. Doc Magoos
    Verbringt hier viel Zeit
    3.733
    121
    0
    nicht angegeben
    Praktikum musst du eh machen. 3 Monate Pflegepraktikum sind ja Pflicht.
     
    #11
    Doc Magoos, 3 Mai 2007
  12. Miss_Marple
    Meistens hier zu finden
    4.527
    148
    211
    nicht angegeben
    Ja, aber wenns dumm läuft, bekommt man in diesen 3 Monaten so gut wie keinen Einblick in den Arztberuf, sondern wird als kostenlose Pflegehilfe "missbraucht". Ich hab damals eine Marknagelung aus fünf Metern Entfernung betrachten dürfen, sonst war ich nur am Füttern und Popowischen. Obwohl ich verdammt interessiert war und gerne mehr gemacht/gesehen hätte.
     
    #12
    Miss_Marple, 3 Mai 2007
  13. Maya07
    Verbringt hier viel Zeit
    35
    91
    0
    nicht angegeben
    Na dann oute ich mich auch mal als Medizinstudentin.
    Bevor ich begonnen habe,war ich in einer ähnlichen Situation wie die TS.Ich habe was anderes studiert,war damit nicht glücklich,hatte auch vorher schon immer mit der Medizin geliebäugelt,aber mich aus diversen Gründen nicht getraut (u.a. dachte ich,dass ich mit dem Umgang mit Leichen nicht zurechtkommen würde.War dann Gott sei Dank nicht so...wurde sogar Tutor auf der Anatomie:zwinker: ).
    Jedenfalls bin ich irgendwann an den Punkt gelangt wo ich mich entscheiden musste - entweder ich probiere einfach mein Traumstudium oder ich gehe arbeiten.Ich habs probiert und keinen Tag bereut.:herz:

    Ich kann insgesamt sehr viel von dem unterschreiben was Frantic geschrieben hat.Ich sollte vielleicht dazu sagen,dass ich in Österreich studiere und bei uns gibts für Medizinstudenten um Sommer die Möglichkeit im Pflegedienst zu arbeiten.Das habe ich gemacht...erstens weils ein gut bezahlter Ferialjob ist und zweitens weil ich von Anfang an wissen wollte,wie es mir auf Station gehen würde und wie das Stationsleben so abläuft.
    Ich kam also voll motiviert für 9 Wochen auf eine Interne Station und....es war der Horror.Es wurde mir nichts erklärt,ich wurde meist unfreundlich behandelt,wegen jeder Kleinigkeit zusammengestaucht,wenn dann mal Pause war oftmals ignoriert und an Gesprächen untern den Schwestern konnte ich oft nicht teilnehmen,weil viele von den Phillipinnen kamen und zwar ausgezeichnet Deutsch konnten,aber es untereinander und neben mir nicht sprachen.Von den Ärzten dort wurde ich so gut wie gar nicht wahrgenommen.Muss wohl auch dazusagen,dass das Klima und die Zusammenarbeit auf dieser Station generell eher im unterirdischen Bereich angesiedelt war.
    Ich bin keine die leicht aufgibt,aber damals habe ich mir echt zum ersten Mal überlegt einen Job zu schmeißen.Außerdem haben sich natürlich Zweifel aufgetan,ob das überhaupt das Richtige für mich ist.Gab ja auch immer wieder Andeutungen,wie ungeeignet ich nicht wäre.:angryfire
    Fazit:Hab nicht geschmissen,mich durchgebissen,versucht mich so gut wie möglich zurechtzufinden und gegen Ende gings dann halbwegs.Mit den Patienten bin ich von Anfang an gut klar gekommen...das hat mir auch geholfen...wenn ich heute daran denke,wie hoch damals die Hemmschwelle war irgendwas zu machen,aus Angst kann ich nur noch lachen.

    Dann ging die Uni wieder los...es lief ganz gut und für den Sommer hatte ich mittlerweile wieder Selbstbewußtsein getankt und beschlossen es nochmal zu versuchen...auf einer Chirurgie.Und siehe da...nettes Team,hab super viel beigebracht bekommen...alles was sich die Famulanten nicht getraut haben ( und das war viel:tongue: ) haben sie mich machen lassen...einfach genial.

    Von den Arbeitszeiten her wars hart...immer 12,5h Schichten..aber es hat mir eigentlich nicht viel ausgemacht,weil es einfach so Spaß gemacht hat.

    Mache diesen Job immer noch jeden Sommer,weil ich das Geld brauche natürlich,aber auch weil ich finde,dass man einfach sehr viel über den Umgang mit Patienten lernen kann,weil man ja den ganzen Tag in medias res ist sozusagen.
    Als Famulant hat man diese Möglichkeiten oft gar nicht...da muss man eher schauen,dass man mit seinen Blutabnahmen und Infusionen hinterherkommt (leidgeprüfte Mitstudenten werden wissen,was ich meine:zwinker: ).
    Außerdem habe ich die Schüchternheit abgelegt zu fragen,wenn ich was wissen will,dann tue ich das einfach und nerve solange bis mir einer der Ärzte dort was erklärt.Wenn ich eine Untersuchung sehen will und es ist Zeit,dann frage ich und es ist nie ein Problem...
    Ich bin sehr glücklich mit dieser Möglichkeit,weil ich finde,dass das Medizinstudium zum Teil viel zu praxisfern ist und man auch in den Famulaturen oftmals nicht viel lernt,schon gar nicht,wenn man sich nicht ein bisschen drum kümmert.

    Auch was das Lernen betrifft gebe ich Frantic recht...man muss viel Durchhaltevermögen,Willen und auch Biss haben.Ich will sicher keine andere Studienrichtungen abwerten,aber was Medizinstudenten oft an Lernstoff für eine einzige Prüfung zu bewältigen haben ist Wahnsinn.
    Ich sitze gerade mitten in der Patho und versuche wirklich konsequent zu sein,aber es gibt Tage da sitze ich vor diesem Riesenwälzer und könnte nur noch heulen,weil ich denke,das pack ich nie...
    Aber aufgeben ist für mich keine Option:zwinker: und irgendwie gehts immer...
    Ich würde mich immer wieder für dieses Studium entscheiden,obwohl es anstrengend ist und an den späteren Arbeitsbediengungen lässt sich auch nichts schönreden. Aber es ist auch wunderschön und interessant und irgendwie auch befriedigend (besonders die Arbeit in der Klinik),dass es für mich den Schweiß und das eine oder andere Tränchen allemal wert ist.:grin: :herz:

    Ich kann dir nur den Rat geben,wenn du das Gefühl hast das ist es für dich,dann denk nicht zuviel nach,sondern versuchs einfach...

    Das ist jetzt alles recht lang geworden und ich bin mir nicht mal sicher,ob dir mein Beitrag hilft.Wünsche dir jedenfalls viel Glück,egal wie deine Entscheidung ausfällt.
     
    #13
    Maya07, 3 Mai 2007
  14. Doc Magoos
    Verbringt hier viel Zeit
    3.733
    121
    0
    nicht angegeben
    Sehr geil. Mich haben die Ärzte früher zum Glück immer abgezogen um mir Sachen zu zeigen.

    Aber auch da sieht man, ob der Beruf was für einen ist. Dann man hat ja auch mal Zeit um sich um die Patienten zu kümmern.

    Und nochmal zur Illusion mit der reinen Patientenbetreuung. Das macht nur knapp 30% aus. Der Rest ist Schreibkram.
     
    #14
    Doc Magoos, 3 Mai 2007
  15. pappydee
    Verbringt hier viel Zeit
    878
    101
    0
    nicht angegeben
    was man für ein erfolgreiches medizinstudium braucht ist durchhaltevermögen, disziplin und begeisterung für das fach.

    um als arzt erfolgreich arbeiten zu können braucht man vor allem eine verständnisvolle familie, denn 60h sind nicht ausnahme, sondern regel. eher 70-80h, wenn man an der uni bleibt.

    wenn das abi gut genug war und man das unbedingt machen will, ist es sicher einer der schönsten berufe, die es gibt. aber man muss vorher halt wissen, was man opfert.

    ich kann es auch nur empfehlen, mal ein praktikum (ein ÄRZTLICHES praktikum) zu machen - danach weißt du es vielleicht. ich hab beim pflegepraktikum 3 monate lang hintern gewischt und windeln gewechselt. was aber nicht so schlimm war, weil ich keine probleme mit andern leuten und deren körperausscheidungen hab, so lange ich handschuhe anhab...
     
    #15
    pappydee, 4 Mai 2007
  16. Caty
    Caty (29)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    310
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Danke nochmal für alle eure Beiträge.
    Ich habe jetzt einen Praktikumsplatz und werde ab Montag ein ärztliches Praktikum im Krankenhaus machen.
    Bin schon ein bisschen aufgeregt, aber auch super froh, dass ich jetzt endlich neue Erfahrungen machen und (hoffentlich) mit der Entscheidung vorankommen kann!:smile:
     
    #16
    Caty, 12 Mai 2007
  17. DerKönig
    DerKönig (35)
    Benutzer gesperrt
    646
    0
    0
    Single
    also ich muss mal was zum Studiengangwechsel allgemein sagen:
    Ich hab nach zwei Semestern gewechselt, am Anfang fand ich das wirklich eine super gute Entscheidung, aber so im nachhinein betrachtet war es doch Recht egal, hat mich vermutlich nicht viel glücklicher gemacht und im Endeffekt ein Jahr gekostet.
    Glaub da sollte man sich nichts vormachen, die Zeit als Assistenzarzt ist derzeit kein Zuckerschlecken, da wird man schon einiges aushalten müssen.
     
    #17
    DerKönig, 12 Mai 2007
  18. User 29290
    User 29290 (37)
    Meistens hier zu finden
    3.703
    148
    200
    Verheiratet
    Ich hatte mit Anglistik/Wiwi fast die gleiche Kombi wie die Threadstarterin und mir hat vor allem Wiwi null Spass gemacht. Ich habe dann auch über einen Wechsel nachgedacht, aber mein Studium dann doch durchgezogen und hinterher halt einen Master in Schottland in meiner Wunschstudienrichtung gemacht. Ich denke, dass war die richtige Entscheidung für mich und ich wäre wohl mit einem früheren Studienfachwechsel auch nicht glücklicher geworden.

    Wenn Medizin ein Herzenwunsch ist, kannst du es ja probieren, aber ein Studiengang, der sich nicht so sehr von deinem jetztigen unterscheidet, wird wohl nicht soviel an Zufriedenheitsgewinn bringen.
     
    #18
    User 29290, 12 Mai 2007

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - Studienwahl besonders Medizinszudenten
Naema
Off-Topic-Location Forum
24 Februar 2010
13 Antworten
Amalia
Off-Topic-Location Forum
24 Mai 2009
7 Antworten
hiT mYselF!
Off-Topic-Location Forum
30 April 2007
6 Antworten
Test