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Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Chacaline, 8 November 2007.

  1. Chacaline
    Chacaline (27)
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    Hallöchen mein lieblingsforum :smile2:

    Ich habe mal wieder Hausaufgaben auf und muss diese morgen abgeben und wollte euch mal "probelesen" lassen...
    evtl hat der ein oder andere ja auch noch einen Tip für mich :smile:

    hier erstmal der Text auf den die Aufgaben basieren:

    "Sobald wir bereit sind, uns von einem Weltbild zu befreien, das auf einigen spezifisch religiösen Prämissen beruht, werden wir einsehen, dass der frühe Embryo kein Recht auf Leben haben kann. Ohne jeden Zweifel ist der Embryo ein menschliches Wesen in dem Sinne, dass er ein Mitglied der Spezies Homo sapiens ist. Aber ist der Embryo auch ein menschliches Wesen in dem moralisch relevanten Sinn, den wir meinen, wenn wir von menschlichen Wesen sagen, dass sie ein Recht auf Leben besitzen, das nicht-menschliche Wesen nicht besitzen. Wenn wir fragen, weshalb Menschen ein Recht auf Leben haben, das beispielsweise Hunde, Schweine oder Krallenaffen nicht haben, wird sich jede plausible, nicht-religiöse Antwort auf unsere überlegenen geistigen Fähigkeiten beziehen müssen - auf unser Selbstbewusstsein, unsere Rationalität, unser Sittlichkeitsgefühl, unsere Autonomie oder eine Kombination davon. Eigenschaften wie diese sind es, würden wir sagen, die uns zu "wirklichen Menschen" machen. Wenn es aber dies ist, was wir meinen, wenn wir von menschlichen Wesen - oder besser: Personen - sagen, dass sie ein Recht auf Leben haben, dann wird sofort klar, dass der Embryo, insbesondere der frühe Embryo, kein menschliches Wesen ist. Der frühe Embryo besitzt keine der geistigen Fähigkeiten, die Mitglieder unserer Art von Mitgliedern anderer Arten unterscheiden. Der frühe Embryo hat kein Gehirn, ja noch nicht einmal ein Nervensystem. Man kann daher berechtigterweise annehmen, dass er über kein größeres Bewusstsein verfügt als, sagen wir, ein Salatblatt."

    Aus: Peter Singer: Die Ethik der Embryonenforschung


    AUFGABEN:

    1.Legen Sie den Gedanken gang Peter Singers dar und erläutern Sie sein Verständnis hinsichtlich eines Rechtes auf Leben!

    2. Stellen Sie der Position Singers das biblische Menschenbild gegenüber und vergleichen Sie beide miteinander!

    3. Erörtern Sie, welche Konsequenzen sich aus der Position Singers – auch für das Lebensende – ergeben könnte!

    4. Stellen Sie kurz die rechtlichen Regelungen zur Sterbehilfe in Deutschland dar und beschreiben Sie eine mögliche Alternative zur Sterbehilfe!

    5. Begründen Sie ihre Position zu dieser Problematik!

    __________________________________________


    1. Singer ist der Meinung, dass der frühe Embryo kein Recht auf Leben haben kann, da er sich nur in seiner Abstammung (Homo sapiens) als menschliches Wesen kennzeichnet, jedoch nicht im moralisch relevanten Sinn. Schließlich sind genau wie bei Tieren und anderen Lebewesen, bei dem frühren Embryo, kein Sittlichkeitsgefühl, Rationalität, Selbstbewusstsein und Autonomie vorhanden. Dies sind jedoch Eigenschaften, die den Menschen erst zum „wirklichen Menschen“ und somit auch gegenüber anderen Lebewesen zum Überlegenen machen. Aufgrund der nicht vorhandenen Eigenschaften ist er mit z.B. Tieren, Pflanzen, etc. gleichzusetzen. Ein Recht auf Leben hat nur der, der sich darüber auch bewusst ist und die schon genannten Eigenschaften erfüllt.


    2. Aufgrund der Argumentation von Peter Singer ist sein Menschenbild im materialistisch-utilitaristischen einzuordnen. Dieses kennzeichnet sich durch die geistesgeschichtliche Grundlage, des naturwissenschaftlichen Menschenbildes. Jedoch wahrt es nicht dessen bemühte Wertneutralität und wendet eine rationalistische Betrachtungsweise rigoros ab. Zentral für Singers Menschenbild ist der Grundsatz des Utilitarismus: "das größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl". Der Mensch wird nach seinem sozialen Nutzwert beurteilt (man könnte glatt sagen ökonomisch). Ein kranker Mensch ist daher weniger wert als ein gesunder. Dieser Utilitarismus existiert in verschiedenen Abschwächungen. Allen gemeinsam ist der Grundsatz, (für Wiederbelebungsversuche oder das Am-Leben-Lassen von missgebildeten Säuglingen), der zu erwartenden Qualität menschlichen Lebens, welcher entscheidend für die weitere Vorgehensweise ist. Die Frage: „Wird in der Glücksbilanz das Glück gegenüber dem Unglück überwiegen?“ rückt dabei in den Vordergrund. In der milden Form, wie es bei Singer der Fall ist, wird hier nur die Glücksbilanz des Betroffenen betrachtet, in der radikalen hingegen die Gesamtglücksbilanz der Umwelt. Daraus folgt, dass Menschen (insbesondere Embryonen, Säuglinge, …) ersetzbar sind.
    Das christlich-religiöse Menschenbild ist dagegen eng mit dem traditionellen Menschenbild verbunden. Jedoch begründet es seine Ansichten mit Gott und Jesus Christus.
    Gott hat dem Menschen das Leben geschenkt. Damit steht dem Menschen kein Recht zu, über Leben und Tod zu entscheiden. Jedes Leben ist gottgewollt und Gott kümmert sich um jeden. Für einen Christen gibt es keine Hoffnungslosigkeit, deshalb kann niemand sterben wollen. Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen und somit ist der Mensch heilig, sowie es auch Gott ist.
    Gemeinsamkeiten der beiden Menschenbilder gibt es keine, sie unterscheiden sich erheblich in der Betrachtungsweise menschlichen Lebens, und zu sehr in ihrem Ursprung. Sie bedienen sich nicht der gleichen Werte und können somit nicht identisch argumentieren.

    3. (hier hapert es noch etwas)

    4.
    “Gebettelt hatte Egon
    Sein Leben lang noch nicht
    Doch siehst du jetzt die Augen
    Im faltigen Gesicht
    Dann steht da groß geschrieben
    Macht's mich doch endlich tot
    Nur wer stoppt die Maschinen?
    Wer spielt den lieben Gott?

    Die Lage der Gesetze
    Lässt keinem eine Wahl
    Es darf niemand entscheiden
    Im gütigen Spital
    Was ist human, was Unmoral
    Der Grat bleibt leider schmal
    Drum muss Egon noch warten
    Bis irgendwann einmal

    Egon möcht' gern sterben
    Doch leider geht das nicht
    Sein Körper muss noch leben
    Seine Würde darf es nicht“

    Dies ist ein Textausschnitt aus dem Lied „Egon“ von WIZO, der die verzwickte Lage in Bezug auf die Euthanasie repräsentiert. Man unterscheidet generell zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe. Weiterhin unterscheidet man zwischen zwei Formen der aktiven Sterbehilfe; direkt- aktive Sterbehilfe und indirekt- aktive Sterbehilfe. Unter direkter aktiver Sterbehilfe versteht man die gezielte Tötung eines Patienten, zum Beispiel um seine unerträglichen Schmerzen zu beseitigen.
    Erfolgt diese Tötung, egal mit welchen Motiven, ohne das Verlangen des Patienten, so macht sich sowohl der Arzt als auch das Pflegepersonal aufgrund eines Tötungsdelikts (§ 212 StGB ,,Totschlag") schuldig.
    Bittet der Patient um Tötung, weil er nicht mehr imstande ist, die unerträglichen Schmerzen oder sonstigen Qualen, die mit seinem Sterben verbunden sind, zu ertragen, so macht sich der Arzt, der diesem Verlangen nachkommt, einem weiteren Delikt, nämlich der ,,Tötung auf Verlangen" schuldig (§ 216 StGB). Unter der indirekt- aktiven Sterbehilfe versteht man die Durchführung schmerzlindernder Maßnahmen, die aber eine lebensverkürzende Nebenwirkung haben. So zum Beispiel die Analgesie mit starken Opiaten wie Morphium. Diese Form der Sterbehilfe ist juristisch zulässig, durch den sog. ,,rechtfertigenden Notstand" nach § 34 StGB.
    Als passive Sterbehilfe wird der Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen bezeichnet. Passive Sterbehilfe ist nur dann zulässig, wenn die angezeigte Therapie das Recht des Patienten auf menschenwürdiges Sterben verletzen würde. Sie ist nur strafbar, wenn sie ohne Einwilligung des Patienten vollzogen wird. Verzichtet der Arzt beim sterbenden Patienten auf letztlich überflüssige lebensverlängernde Maßnahmen, so greift er nicht aktiv in das Behandlungsgeschehen ein. Er unterlässt eine an sich mögliche und vielleicht sogar medizinisch notwendige Behandlungsmaßnahme. Dieses passive Sterben lassen ist für den Arzt keineswegs unproblematisch. Er darf von sich aus und möglicherweise sogar gegen den Willen des Patienten niemals auf lebensverlängernde oder lebenserhaltende Maßnahmen verzichten. Seine Garantenstellung und die ärztliche Hilfspflicht gebieten, dass er dem Patienten die optimale ärztliche und pflegerische Behandlung zu Teil werden lässt.
    Eine Alternative zur Sterbehilfe ist das Hospiz. Der Grundsatz aller Hospizarbeit ist es, den Sterbenden ein menschenwürdiges und nach Möglichkeit schmerzfreies Sterben in vertrauter Umgebung zu ermöglichen. Dabei ist das Hospiz weniger an ein Haus gebunden, es ist vielmehr ein Konzept der medizinischen, pflegerischen und spirituellen Fürsorge. Es beinhaltet eine ganz bestimmte Einstellung dem Tod und der Pflege sterbender Menschen und auch ihren Angehörigen gegenüber. Das Sterben wird als ein Teil des Lebens betrachtet und ist daher ein natürlicher Vorgang, der weder verdrängt noch künstlich verlängert werden sollte. Durch liebevolle Zuwendung wird die Phase des Sterbens mit Sinn erfüllt und neue Hoffnung gegeben. Auch die Betreuung der Angehörigen ist sehr wichtig und Aufgabe der Hospize. Der Sterbende wird in der Endphase seines Lebens nicht allein gelassen und soll die Möglichkeit haben, sich von seinen Familienmitgliedern, Freunden und Helfern betreuen und begleiten zu lassen, um sein Leben würdevoll bis zuletzt leben zu können. Wichtig dabei ist auch die optimale medizinische Linderung der körperlichen Symptome, insbesondere die Schmerzbekämpfung. Denn das Wohl des Patienten wird so deutlich gebessert. Damit distanziert sich die Sterbebegleitung auch von der Sterbehilfe, die mit der Schmerzlinderung und möglicherweise Schmerzbekämpfung nicht mehr erforderlich ist. Denn die Sterbebegleitung der Hospizbewegung will Hilfe im Sterben geben und nicht Hilfe zum Sterben.

    5. Die Diskussion um das Thema Sterbehilfe ist zweifellos schwierig, da die Auseinandersetzung mit dem Tod bzw. dem Sterben in der heutigen Gesellschaft eher vermieden wird. Auf der anderen Seite machen es u.a. die erheblich gestiegene Lebenserwartung und der medizinische Fortschritt nötig, das Thema auf einer breiten Basis zu diskutieren bzw. aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.
    Ich stelle mir die Frage ob der Einsatz von Hightech-Medizin in jeder Situation sinnvoll ist, oder ob die Intensivmedizin es dem Patienten mit infamster Prognose unmöglich macht, in Würde zu sterben. Ist es womöglich humaner, Patienten mit unheilbarer Krankheit und großen Schmerzen einen früheren Tod und damit ein Sterben in Würde zu ermöglichen? Sollte Sterbehilfe gesetzlich legalisiert sein oder wäre das mit den ethischen Prinzipien der Gesellschaft und der Ärzteschaft unvereinbar?
    (noch nicht fertig)
     
    #1
    Chacaline, 8 November 2007
  2. User 67771
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Mir fehlt leider gerade die Zeit, das genauer durchzugehen, aber ein Einleitungsteil in die Thematik müsste m.E. auf jeden Fall noch ergänzt werden.
    Nicht einfach mit "Singer meint, dass" anfangen.
     
    #2
    User 67771, 8 November 2007
  3. Chacaline
    Chacaline (27)
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    Danke für den Tip:smile2:

    werde evtl noch etwas kurz selbst zu Singer sagen...

    liebe Grüßles
     
    #3
    Chacaline, 8 November 2007
  4. dummdidumm
    dummdidumm (53)
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    nicht angegeben
    zu Punkt 2: Der Wert des Menschen im theologischen Sinn liegt in der Tatsache, daß Gott den Menschen als Menschen liebt, unabhängig von Leistungen oder Fähigkeiten. Das Individuum als solches ist aus diesem Grund schon im Moment seiner Existenz ganz geliebtes Kind Gottes "durch Erwählung": vgl. Röm.9.6ff

    Interessant hier auch Spr. 8.22ff, insbesondere 8.30

    Daß der Wert des Menschen nicht an seinen Leistungen zu messen ist, wird auch in den Seligpreisungen deutlich: MT 5.3ff / Lk 6.20ff

    zu Punkt 3: Die Grenze, wenn ich den Menschen als Menschen nur über seine intelektuellen Fähigkeiten anerkenne, ist fließend. Auch das Kleinkind ist sich seiner selbst noch nicht bewußt und wäre somit die ersten Jahre nicht schützenswert. Auch der Willkür ist mit dieser Definition Tür und Tor geöffnet: Ich wüßte da so einige, deren intelektuelle Fähigkeiten und somit als Mensch definierenden Eigenschaften sehr zweifelhaft sind. Darf ich die dann abtreiben??? :-D

    Hoffe, Dir damit etwas geholfen zu haben ;-}
     
    #4
    dummdidumm, 8 November 2007
  5. Chacaline
    Chacaline (27)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    5. Mit dem technischen Fortschritt und den immer umfangreicheren naturwissenschaftlichen Kenntnissen ist es möglich geworden, die Entstehung und das Ende eines Menschen zu beeinflussen- mit diesen Möglichkeiten muss aber auch die Verantwortung für die Anwendung oder Nichtanwendung übernommen werden - das Thema Sterbehilfe ist zweifellos schwierig, da die Auseinandersetzung mit dem Tod bzw. dem Sterben in der heutigen Gesellschaft eher vermieden wird. Jedoch bin ich der Meinung, dass es z.B. die erheblich gestiegene Lebenserwartung und der medizinische Fortschritt nötig machen, die Thematik auf einer breiten Basis zu diskutieren bzw. aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.
    Nach intensiver Auseinandersetzung mit der „Euthanasie“ stellen sich mir die Fragen, ob der Einsatz von Hightech-Medizin in jeder Situation sinnvoll ist, oder ob die Intensivmedizin es dem Patienten mit infamster Prognose unmöglich macht, in Würde zu sterben. Ist es womöglich humaner, Patienten mit unheilbarer Krankheit und großen Schmerzen einen früheren Tod und damit ein Sterben in Würde zu ermöglichen? Sollte Sterbehilfe gesetzlich legalisiert sein oder wäre das mit den ethischen Prinzipien der Gesellschaft und der Ärzteschaft unvereinbar? Wann wird Leben -und aus wessen Sichtwinkel überhaupt betrachtet- so unerträglich, wann ist das Leid so unermesslich, dass es seine Beendigung durch Beenden des Lebens erzwingt?
    Meiner Meinung nach sollte der Arzt zwar darauf gesinnt sein, das menschliche Leben zu bewahren und nicht zu nehmen, jedoch würde ich gerade bei Personen ohne jegliche Aussicht auf ein „lebenswertes Leben“ und die immer in einem hohen Maße pflegebedürftig sein werden, ohne auch nur selbst an ihrer Umwelt teilnehmen zu können, eine Ausnahme machen. Warum sollte man nicht Menschen von ihrem Leid erlösen und ihnen einen Lebensabschluss in Würde ermöglichen. Maschinen, die Patienten für Monate ja sogar Jahre am Leben halten, kann und will ich nicht als Zukunft eines menschlichen Lebens sehen. So ein Leben ist meiner Meinung nach absolut nicht lebenswert. Auch für Angehörige des Schwererkrankten, sehe ich ein „dahinvegetieren“ an Maschinen nicht als langfristige Lösung des Problems. Der Tod eines geliebten Menschen ist nie leicht zu verkraften, jedoch gehört der Tod zum Leben einfach dazu. Er muss so schwer es auch fällt akzeptiert werden. Jedoch denke ich, dass die passive Sterbehilfe nicht der richtige Weg ist, um der erkrankten Person ein friedliches Lebensende zu ermöglichen. Um dies verständlicher zu machen, möchte es an folgendem Beispiel erläutern:
    Ein Patient leidet an unheilbaren Kehlkopfkrebs. Trotz Weiterbehandlung besteht die Gewissheit, dass der Mann innerhalb der nächsten Woche sterben wird. Um die unerträglichen Schmerzen endlich ruhen zu lassen bittet der Patient darum seinem Leben endlich ein Ende zu setzen. Aufgrund der Entscheidung des Patienten muss der Arzt die Behandlung einstellen. Die Konsequenzen dieser vermeintlichen ,,Passivität" sind weitere Qualen bis zum Tod.
    Hätte der behandelnde Arzt aktiv gehandelt, indem er dem Patienten beispielsweise eine tödliche Injektion verabreicht hätte, wären dem todkranken Mann die qualvollen Schmerzen erspart geblieben. Das so genannte ,,Sterben-dürfen" ist oftmals mit dauerhaften großen Schmerzen verbunden. Ist die aktive Sterbehilfe etwa in solch einem Fall moralisch verwerflich? Für mich ist der entscheidende Unterschied zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe die Tatsache, dass der Arzt den todkranken Patienten an seiner Krankheit oftmals qualvoll sterben lässt.
    Für mich sollte die Tötung „im medizinischen Sinne“ (natürlich unter ähnlichen Auflagen, wie auch bei passiver Sterbehilfe) sowie das Sterben-lassen eines Menschen völlig gleichgesetzt werden und ist somit meiner Meinung nach moralisch unbedeutend. Ebenso finde ich, dass die Freiheit des Menschen über seine Sinnhaftigkeit des Lebens und ihren Wert zu entscheiden, im stärkeren Maße berücksichtigt werden sollte. Für beinhaltet Recht auf Leben, keine Pflicht zu leben!“
    Theologisch betrachtet, findet man jedoch andere Gesichtspunkte. Im Christentum ist das Leben ist eine Gabe Gottes. Nicht wir dürfen über unser eigenes Leben entscheiden, sondern nur der Schöpfer allen Lebens - Gott. Es kann kein ,,lebensunwertes" Leben geben, da jeder Mensch Gottes Zuneigung besitzt. Hinter jeder noch so bösartigen Person verbirgt sich die von Gott geliebte wahre Schönheit des Menschen. Aktive Sterbehilfe, also die Tötung eines Menschen, kommt für die christliche Kirche nicht in Frage. Erleidet ein Mensch kurz vor seinem Tod furchtbare Qualen, so stellt auch das nach christlicher Sichtweise keinen Grund für Euthanasie dar. Auch Jesus erlitt am Kreuz große Qualen, doch konnte er sie als abschließende Prüfung ansehen. Auch wenn dieses Argument noch so absurd klingt, so entspricht es der Meinung einiger Kirchenväter. Tötet man einen todkranken Menschen, so kann das nicht als Akt der Liebe bezeichnet werden. Liebe erhält und schützt das Leben, doch darf die Liebe unter keinen Umständen Leben zerstören?
    Die theologische Sichtweise hat meiner Meinung nach ihre Berechtigung, trotzdem klingen die Theorien teilweise völlig absurd. Einen Theologen mit solch einer biblischen Sichtweise in Sachen Euthanasie zu Rate zu ziehen steht für mich also außer Frage. Im Großen und Ganzen würde ich mich als einen Agnostiker bezeichnen. Somit erklärt es sich von selbst, dass ich gegenüber der theologischen Sicht der Dinge eher skeptisch eingestellt bin.
    Auch die palliativmedizinische Versorgung sowie Hospizarbeit sind für mich keine befriedigenden Lösungen, da viele der Angehörigen ihr eigenes Leben vergessen und dabei selbst völlig auf der Strecke bleiben. Ich empfinde dies nicht als fair und möchte mich deshalb auf meine Anfangsthese stützen und die aktive Sterbehilfe befürworten. Die gesetzlichen Regelungen hinsichtlich der Euthanasie in den Niederlanden stellen für mich eine Neuerung dar, die auch Deutschland überdenken sollte. Die Regelungen sind ausreichend, jedoch kann Missbrauch nirgendwo verhindert werden, auch nicht in den Niederlanden. Es wird sich im Laufe der Zeit zeigen, welche Erfahrungen die holländische Bevölkerung mit dieser seit April 2001 neuartigen Regelung machen wird. Auf jeden Fall sollte man weiter diskutieren und nicht auf das ,,verbesserte" Hospizwesen verweisen. Die Blicke sollten auf Holland und Belgien gerichtet bleiben um einen Eindruck gewinnen zu können. Vielleicht entdeckt man Schwachstellen und Lücken in dieser Gesetzesregelung. Vielleicht wird aber auch klar, dass trotz Legalisierung aktiver Sterbehilfe die Achtung gegenüber menschlichen Lebens erhalten bleibt. Die Diskussion wird bestimmt weitergeführt und ich bin der festen Überzeugung, dass man sich früher oder später der derzeitigen Gesetzeslage Belgiens und Hollands anpassen wird.



    @dumdidum vielen Dank, werde es in meinen Lösungswegen berücksichtigen :smile2:
    werde jetzt Aufgabe drei in Angriff nehmen...
     
    #5
    Chacaline, 8 November 2007

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