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Wissenswertes Suizid um gegen Beschneidung zu protestieren

Dieses Thema im Forum "News zu Liebe, Erotik und Sexualität" wurde erstellt von User 20345, 24 Dezember 2009.

  1. User 20345
    User 20345 (37)
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    In Kenia beging ein 55jähriger Selbstmord aus Protest gegen die Beschneidung seiner Tochter.

    Der Familienvater hatte sich gegen das Ritual zur Verstümmelung seiner Tochter ausgesprochen. Um seine 12jährige Tochter vor dem Schicksal zu bewahren, schickte er das Mädchen zu entfernten Verwandten.


    Quelle:
    www.20min.ch
     
    #1
    User 20345, 24 Dezember 2009
  2. Lealu
    Gast
    0
    Ein liebevoller Vater und Mann wie es scheint - nur hat er offenbar nicht anders gewusst sich für seine Töchter einzusetzten - traurig...
    Beschneidung ist eines von vielen Unterdrückungsversuchen von Frauen der Männerwelt!!!
    Grausam und primitiv!!!
    Es ist schon längst überfällig, dass Frauen gemeinsam gegen solche Missstände rigoros vorgehen sollten!
     
    #2
    Lealu, 24 Dezember 2009
  3. Shiny Flame
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    Verlobt
    Das ist nicht die Männerwelt, das ist die Tradition! Und die verstümmelt Männer und Frauen gleichermaßen! Die Tradition wurde in diesem Fall verkörpert durch die Dorfältesten, und da können in solchen dörflichen Strukturen auch Frauen zu gehören. Die Gleichung Männer=Täter ist gerade im Fall Mädchenbeschneidung viel zu einfach gesetzt, da die Täter hier in der Regel Frauen sind. Die Tradition verstümmelt in solchen Fällen Männer und Frauen seelisch.

    Meinen tiefsten Respekt vor diesem Mann, der sein Leben gab, um seine Kinder zu schützen und ein Zeichen gegen das Unrecht zu setzen...

    Ich habe eben vor dem Rechner eine Schweigeminute für ihn eingelegt.
     
    #3
    Shiny Flame, 24 Dezember 2009
  4. Lealu
    Gast
    0
    Hier ein Ausschnitt zu dem Thema:

    Wie wird Beschneidung begründet?
    Besonders in Afrika wird die Beschneidung als Teil der Kultur betrachtet, sie wird von Muslimen, aber auch von Christen und Animisten praktiziert. Die Organe der Frau sind obszön, schmutzig und bedürfen der Reinigung! Dahinter steht, das ist wohl unbestritten, die Furcht vor der weiblichen Sexualität - die Furcht der Männer. Eine Frau, die Geschlechtsverkehr als eheliche Pflicht erduldet, um Kinder zu bekommen, bewahrt eheliche Treue, wenn sie eher Schmerz als Lust empfindet.
    Besonders in islamischen Gesellschaften wird Beschneidung praktiziert und auch religiös begründet. Es ist aber keine Koranstelle zu finden, mit der sich eine derartige Praxis begründen lässt. Der Koran wie die Bibel leitet die Frau vom geschaffenen Manne ab: "Und zu Seinen Zeichen gehört es, dass Er euch von euch selber Gattinnen erschuf, auf dass ihr ihnen beiwohnet,?" ( Sure 30,21 ) und weiter "Es gibt keine Änderung in der Schöpfung Allahs" (Sure 30,30 ). Nun steht jeder heilige Text der Exegese offen, aber woher nimmt mensch das Recht, in die Schöpfung Allahs einzugreifen, ja Allahs Geschöpf zu verbessern, zu reinigen? Deshalb lehnen auch viele orthodoxe und fundamentalistische Religionsgelehrte die Beschneidung ab. Andere Gelehrte berufen sich auf eine Hadith, einen Ausspruch Mohammeds, in der er dem Tun einer Beschneiderin zugestimmt haben soll. Die Beschneidung wird aber auch offen damit begründet, dass das weibliche Organ unbeschnitten derart reizbar ist, das dieser Stimulans vorgebeugt werden muss.
    Warum lassen Frauen das zu?
    Warum haben Frauen diesen Zustand teilweise soweit verinnerlicht, dass sie selbst in einem Land wie der Bundesrepublik, wo Körperverletzung unter Strafe steht, um eine Reinfabulation nachsuchen? Für z.B. afrikanische Gesellschaften ist es erklärlich, wenn Frauen fürchten aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Eine Unbeschnittene kann als unrein gelten, aber auch als sittenlos. Und das Überleben in einem Dorf im Sudan ist ohne die Einbindung in die Gesellschaft kaum möglich. Und wo soll eine alleinstehende Frau hin? Selbst in unserer säkularisierten Gesellschaft ist es nicht leicht für eine Frau, auf sich gestellt zu leben.
    Dass solche Traditionen sich in andere Gesellschaften transferieren lassen, ist an einer Diskussion zu erkennen, die anhand einer Umfrage unter Gynäkologinnen und Gynäkologen in der BRD entsteht. Frauen, die sich nach einer Geburt reinfibulieren lassen wollen, stellen Ärztinnen und Ärzte auch vor ein rechtliches Problem. Sie schwanken zwischen der "Pflicht", eine Frau, die dies will, zu reinfibulieren, und der Auffassung, dass die guten Sitten "die Wiederherstellung eines gesundheitlich unbestritten schlechteren Zustandes" verbieten. Beschneidung wäre eindeutig Körperverletzung nach deutschem Recht, ist es die Wiederherstellung der Infibulation nicht auch? 87% der befragten ÄrztInnen wünschen sich Fortbildung zu diesem Thema, weil sich manche Beschwerden von Frauen leichter erklären ließen, auch wenn diese selbst sie gar nicht mit dem in der Kindheit Erlittenen in Zusammenhang sehen. Intact nimmt an, dass es in der Bundesrepublik etwa 30 000 betroffene Frauen gibt und ca. 6 000 Mädchen bedroht sind.
     
    #4
    Lealu, 24 Dezember 2009
  5. Shiny Flame
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    Verlobt
    Es ist böse, keine Frage!

    Danke, dass du diesen Text hier reingestellt hast.

    Frage ist nur, ob die Täter hier wirklich immer nur die Männer sind. Das ist der einzige Punkt, an dem dein erstes Posting eine andere Meinung als Meine schreibt. Dieser Vater, der sich dagegen auflehnt...

    Ganz ehrlich, in mir sträubt sich alles, zu sagen: Frauen lehnt euch auf gegen die Männerherrschaft! Ich würde eher sagen: Menschen, lehnt euch auf gegen Traditionen, die euch und eure Kinder kaputt machen! Und zwar heute noch!
     
    #5
    Shiny Flame, 24 Dezember 2009
  6. Lealu
    Gast
    0
    Absolut, da hast du vollkommen Recht.

    Ich werfe nicht alle Männer in eine Topf. Aber es ist eine Tatsache, dass Frauen in solchen Ländern immer noch unterdrückt und gefügig gemacht werden und das zum Vorteil der Männer! Und genau diese Männer könnten sich auflehnen gegen solche Missstände, damit diese Frauen ihre Würde und damit die Chance auf ein normales Leben bekommen - wenn sie es dann wirklich ändern wollten...
     
    #6
    Lealu, 24 Dezember 2009
  7. diskuswerfer85
    Sehr bekannt hier
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    in einer Beziehung
    Denke auch das man das nicht als männer gegen frauen diskutieren sollte. Das sind einfach veraltete traditionen, die natürlich besonders frauen benachteiligen, da sie ja in einer patriachaiachen gesellschaft entstanden sind.

    Wenn man allerdings traditionsbewusste frauen trifft wird man oft sehen das sie solche rituale oder auch kleinere "unterdrückungen" wie die pfilcht kopftücher zu tragen befürworten.

    Das aber den frauen eine besonders wichtige rolle im kampf um die modernisierung zukommt ist natürlich richtig. Und das passiert auch bereits. Im iran z.b. gibt es bereits viele frauen aus gehobenen bildungsschichtem, die für eine modernisierung eintreten. Diese stimmen werden immer lauter und können nicht mehr lange unterdrückt werden. Der in den letzten jahren aufkeimende islamismus ist eine art letztes hurra der alten werte, bevor auch der islam in diesen ländern das gleiche schicksal nehmen wird wie das christentum(das ja genauso unterdrückend war, ist ja nicht islamspezifisch, der aufklärungsprozeess dauert dort halt nur länger) und nach und nach durch den westlichen lifestyle und eine sekuläre demokratie ersetzt werden.

    Das kann auch noch 50-100 jahre dauern(ist ja geschichtlich ein augenblick) und wird vllt. in einem letzten showdown erstmal in den nächsten jahren noch schlimmer werden, aber es wird passieren. Die menschen dort sind ja nicht dümmer, sie brauchen halt nur mehr zeit, wie der westen sie auch jahrhundertelang brauchte.
     
    #7
    diskuswerfer85, 24 Dezember 2009
  8. User 75021
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    Ich wage zu bezweifeln, das der Selbstmord des Vaters etwas an der Beschnediung der Tochter ändert...wahrscheinlich war er der einzige, der seine Tochter vor diesem grausamen Verbrechen schützen konnte und nun ist er nicht mehr da und diese schrecklichen "Traditionen" werden auch an seinen Kindern nicht vorbei gehen.
     
    #8
    User 75021, 26 Dezember 2009
  9. Shiny Flame
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    Verlobt
    In Mali wollten sie die Beschneidung gesetzlich verbieten lassen.

    Wisst ihr, wer dagegen war? Die Frauen! Sie haben gesagt, sie wollen sich nicht gesetzlich von ihrer "kulturellen Identität" abspalten lassen!

    Soviel zum Thema Männer gegen Frauen. Damit beleidigt man alle Männer, die tatsächlich etwas ändern wollen. Und sie müssen gemeinsam mit den änderungswilligen Frauen in ein Boot kommen - in das sie bestimmt nicht wollen, wenn man sie dort beleidigt. Und die änderungswilligen Frauen brauchen die änderungswilligen Männer, um gemeinsam etwas zu ändern - auch gegen den Widerstand der vielen traditionsverhafteten Frauen!
     
    #9
    Shiny Flame, 26 Dezember 2009

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