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Super-Gau und schlechtes Timing...

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von dummdidumm, 19 Juni 2008.

  1. dummdidumm
    dummdidumm (53)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Kann sich noch jemand an Jan28 (ich glaube so hieß er) erinnern? Vielleicht hat es einige gewundert, wie engagiert ich damals war, vielleicht hat manche auch gewundert, wie treffsicher ich manche Situationen kannte. Nein, ich kenne weder Jan noch seine Freundin, aber letztlich habe ich in dem damaligen Thread gegen mich selber argumentiert.

    Meine Frau, mit der ich jetzt seit 16 Jahren verheiratet bin, hat Borderline. Ich möchte sie damit nicht abstempeln. Aber ich habe bislang das Ganze immer ziemlich verharmlost. Und ich selber passe ganz genau in die Schiene des Co-Abhängigen.

    Als wir uns kennengelernt haben und ich sie das erste mal zum Essen ausgeführt habe, hat sie mir ein ungewöhnliches Kompliment gemacht: es sei das erste mal seit langem, daß sie sich nach dem Essen nicht den Finger in den Hals gesteckt hätte.

    Spätestens in dem Moment hätte ich die Flucht ergreifen sollen. Oder als sie mir erzählt hat, wie sie sich wegen ihres letzten Freundes die Arme und Beine aufgeschnitten hat. Ich hätte weglaufen sollen.

    Aber dieses Gefühl, man könnte helfen, ist einfach wunderbar. Natürlich kann ich ihr nicht wirklich helfen, aber dieses Gefühl war toll und dem war ich erlegen.

    16 Jahre lang. Ich möchte jetzt nicht alles breit treten, was schief gelaufen ist, aber es ist einiges. Und ich kann nur jedem raten, der vor der Wahl steht, eine Bezihung mit einem Borderliner zu beginnen, die Beine in die Hand zu nehmen, wegzulaufen und die Hilfe bzw. Therapie denen zu überlassen, die davon etwas verstehen und auch die professionelle Distanz dazu haben.

    16 Jahre lange habe ich quasi kaum ein eigenes Leben geführt.

    Ich brauche offenbar viel Zeit. Manches mal wollte ich ausbrechen, manchmal habe ich auch falsche Wege genommen, und bisher bin ich immer zurückgekommen. Ich kann nicht erklären, wieso. Ich habe es nicht fertig gebracht, das Ganz zu beenden.

    Aber selbst ich komme mal einen Schritt weiter. Ich habe inzwischen begriffen, daß ich nicht weiter so leben will. Ich will endlich wirklich leben! Vieles sehe ich inzwischen anders und viele romantische Träume sind inzwischen geplatzt und der Wirklichkeit gewichen. Ein gemeinsames Alter im Schaukelstuhl, so wie ich mir das erträumt habe, wird es eh nicht geben, weil ich ständig unter dem Druck stehen werde, alle ihre Erwartungen zu erfüllen. Auch möchte ich nicht den Horror erleben, alt und gebrechlich zu werden und dann eine Frau an meiner Seite zu haben, die mir nicht helfen kann, weil sie zu sehr mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hat.

    Meine Schwester meinte letztlich, ich habe einen langen Reifungsprozess durchgemacht und wäre jetzt wohl so weit. Das war ihre Reaktion darauf, daß ich ihr erzählt habe, daß ich mich von meiner Frau trennen will. Bitte nicht falsch verstehen: ich möchte meine Frau hier nicht verteufeln! Aber es ist eben nicht immer einfach und ich muß davon loskommen und lernen, wieder für mich selber ein gescheites Leben zu führen.

    Okay, der Entschluß steht also. Aber - und jetzt kommen die Probleme erst: Ich möchte natürlich, daß meine Frau die notwendigen Vorraussetzungen hat, weiter klar zu kommen. Bei ihrer Krankheit kann ich ihr nicht helfen. Das weiß ich inzwischen. Aber sie soll wenigstens die Vorraussetzungen haben, finanziell über die Runden zu kommen.

    Am kommenden Wochenende hat meine Frau ein für ihr Geschäft wichtiges Seminar. Zudem zieht sie mit ihren Pferden nach dem Wochenende in einen anderen Stall. Beides soll sie möglichst ruhig über die Bühne bringen, denn wenn das nicht klappt, verbaut sie sich so einiges. Deswegen habe ich mir als Termin gesetzt, sie erst nach dem Wochenende mit der Tatsache zu konfrontieren, daß ich gehe. Inzwischen bin ich schon auf der Suche, nach einer eigenen kleinen Wohnung. Ich ziehe aus und werde für ein paar Monate die alte Wohnung zusätzlich bezahlen, damit sie sich dann auch in Ruhe etwas anderes suchen kann. Damit bin ich aber nicht von ihrer Geschwindigkeit abhängig. Sonst würde sie mit dem Hin und Her, wer auszieht und der Schwierigkeit, eine neue Wohnung zu finden, das Drama in die Länge ziehen und mich weiter versuchen, an sich zu ketten.

    Jetzt kommt aber genau das Timingproblem: gestern kommt der Anruf ihrer Schwiegermutter, daß ihr Vater im Sterben liegt. Damit ist meine schöne Terminplanung natürlich im Eimer. Ich kann doch nicht jemanden verlassen, dessen Vater gerade im Sterben liegt oder dessen Vater gerade verstorben ist. So rücksichtslos kann und will ich nicht sein. Aber ich habe Angst, daß mein Versuch, mich zu trennen, dann wieder scheitert, daß, wenn ich es verscheibe, doch wieder die Bequemlichkeit, keinen neuen Anfang wagen zu müssen, siegt. Ich will raus!

    Das Ganze läuft vor mir ab, wie ein Film, zu dem ich gar nicht gehöre. Ich versuche, meine Frau jetzt auch zu unterstützen, aber wenn ich manchmal sehe, wie seltsam in der Familie mit Krankheit und Tot umgegangen wird, muß ich mir das Grinsen verkneifen. Die innere Distanz ist irgendwie schon da. Und dann kommt einem das alles so unwirklich vor.

    Das ist ein Albtraum!

    Off-Topic:
    okay, der Text ist länger geworden, aber ich finde es komisch, mich dafür zu entschuldigen. Wieso auch? Wer hier herkommt, der will doch auch was lesen, oder?
     
    #1
    dummdidumm, 19 Juni 2008
  2. Kiya_17
    Kiya_17 (27)
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    vergeben und glücklich
    Hm.. ich kenn mich mit Borderlinern nicht besonders aus..

    Nur so ein Vorschlag: Bist du schon einmal zu einem Psychologen gegangen und hast ihm dein Problem geschildert? Oder eine Selbsthilfe-Gruppe von Co-abhängigen?

    Ansonsten würd ich aus eigener Erfahrung sagen, dass du dir in einer Extremsituation wichtiger bist.

    Ich weiß leider auch nicht genau was ich dir raten soll - außer zu jemanden zu gehen der professionel mit dir (und deiner Frau?) arbeiten kann, damit du dein Leben in den Griff bekommst bzw. wieder freier leben kannst.

    Das mit dem Vater ist blöd... ich würde sie da aber nicht unbedingt alleine lassen sondern dann, wenn ihr getrennt seid, lockeren Kontakt halten, damit sie weiß das sie zu dir kommen kann (wenn das möglich ist).

    Das würd mir so spontan einfallen. Sonst hab ich leider keine Tipps parat :kopfschue

    Alles Gute!
     
    #2
    Kiya_17, 19 Juni 2008
  3. hart&ehrlich
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hallo dummidumm!

    Ja, ich erinnere mich noch an Jan und seinen Thread. Ich habe den damals sehr interessiert als Mitleser verfolgt und schon da ist aufgefallen wie gut Du Dich auskennst mit den Situationen. Eigentlich war mir da schon klar, daß Du solche Erfahrungen schon gemacht hast. Aus Deinem Schreiben hatte ich aber eher gedacht, daß dies bei Dir Vergangenheit ist. Das Du aktuell noch mit einer Borderlinerin zusamen bist hätte ich nicht gedacht. Aber vom Schreiben her kommt es mir so vor, als wärst Du schon ein paar Schritte "weiter" als der Jan. (Er war doch letzlich mit seiner Freundin wieder zusammen, oder?) Du hast den Entschluß zur Trennnung gefasst und kommst mir da auch sehr entschlossen vor. Aber, ob der Partner nun Borderline hat oder nicht: Es gibt zu 99% keinen günstigen Zeitpunkt für eine Trennung. Warum grade vor Weihnachten, warum grade vorm Geburtstag, warum grade vorm Urlaub, warum grade wenn xy krank ist usw. sind Argumente die einem das ganze Jahr über vorgehalten werden können. Den ultimativen Tip wird hier also keiner für Dich haben. Aber als Bauchgefühl würde ich sagen, daß Du Deinen Zeitplan so einhälst. Laß Sie Ihr Seminar noch machen, und verkünde es danach. Auch wenn Ihr Vater krank ist. Irgendwann mußt Du den Schlußstrich ja ziehen. Wenn Du es jetzt nicht machst, dann richtest Du Dich ja wieder nach Ihr, und nicht nachdem was richtig ist......
     
    #3
    hart&ehrlich, 19 Juni 2008
  4. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
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    nicht angegeben
    Da ich mich mit Borderline auch so gut wie nicht auskenne, kann ich Dir keinen Rat geben, aber:
    Hut ab, dass Du Dir das jetzt von der Seele geschrieben hast, dazu braucht es viel Kraft. Und noch viel mehr Kraft, um Deine Entscheidung durchzuziehen.
    Es ist verständlich, dass Du jetzt an einem Punkt angekommen bist, wo Du auch mal für Dich leben willst, keine Frage. Ich glaub, mir würde es ähnlich gehen.
    Du sollst Dir jetzt keine Vorwürfe machen, dass Du Dich damals mit Deiner Frau eingelassen hast, obwohl sie Borderline hat, denn Du hattest sie geliebt und liebst sie immer noch.
    Aber es kommt irgendwann mal der Zeitpunkt im Leben, da stellt man sich die Frage, was hab ich jetzt eigentlich in all den Jahren getan? Du hattest Dich liebevoll um Deine Frau gekümmert und Dich selbst zurückgestellt. Viele Männer würden das nicht über so nen langen Zeitraum machen.
    Wenn Du selbst der Meinung bist, dass Du Dir jetzt auch mal wichtig bist, dann zieh die Sache JETZT durch. Wenn Du es weiter aufschiebst, wirst Du auch nicht glücklich.
    Aber eine Frage, wie soll die Trennung denn vorgehen? Getrennt lebend oder Scheidung? Habt Ihr Kinder?
    War Deine Frau denn jemals in Behandlung bei nem Therapeuten?

    Ansonsten wünsch ich Dir viel Kraft:smile:
     
    #4
    User 48403, 19 Juni 2008
  5. Larissa333
    Gast
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    Hallo,

    zunächst mal 2 Fragen:
    - wurde denn Borderline per Differentialdiagnose von einem Fachmann festgestellt oder war das eure/ihre Vermutung?
    - ist/war sie in Behandlung/Therapie?

    Nun zu deinem eigentlichen Problem:

    Ich habe keine Erfahrung mit Borderline-Betroffenen, aber hier ist trotzdem meine Meinung:

    Ich finde du solltest deinen Zeitplan weiterhin einhalten und konsequent durchziehen, denn du bist nicht für sie verantwortlich.
    Du schreibst du willst endlich dein Leben leben... Wenn du nun einen Rückzieher machst, um wegen ihrem Vater Rücksicht zu nehmen, dann wirst du das nie schaffen.
    Was diesmal ihr Vater ist, ist beim nächsten Mal dass ihr Pferd krank ist, es im Geschäft nicht läuft, ihre Mutter im KKH liegt, sie einen Autounfall hatte, sie gerade wieder so bemüht ist, ....
    kurz: du wirst immer Situationen haben in denen du sagst: "aber ich kann sie doch nicht JETZT im Stich lassen".

    Doch, du kannst. Und um dich wirklich von ihr zu lösen, zu befreien, MUSST du das meiner Meinung sogar. Denn ansonsten dümpelst du weiter in der Co-Abhängigkeit herum, nimmst nur auf sie Rücksicht, bist selbst totunglücklich aber schaffst es nicht, dich endlich nicht mehr für sie verantwortlich zu fühlen.

    Natürlich, der Zeitpunkt ist doof. Aber wie oben geschrieben: er wird immer ungünstig sein, es gibt für sowas nicht den richtigen Zeitpunkt.

    Das würde ich nicht tun, denn sie wird das Argument "Mein Vater liegt im sterben/ist gestorben" ausnutzen um dir ein schlechtes Gewissen zu machen und dich damit wieder zu ketten. Was hier jetzt her muss, ist eine klare Trennung ohne irgendwelche Ausfluchtmöglichkeiten.

    Alles Gute!
     
    #5
    Larissa333, 19 Juni 2008
  6. may
    may (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Dem würde ich mich anschließen! Du hast gesagt, du hast dich schon öfter mit dem Gedanken befasst, aber die Trennung dann doch nie ausgesprochen......
    Jetzt wo dein Entschluss so fest steht und das WIE schon so ausgereift ist, würde ich keinen Rückzieher mehr machen. Wenn du es wirklich willst (und das hört sich so an), dann mach es jetzt!

    So wie du es beschrieben hast, hast du deine Frau und die bei ihr anstehenden Ereignisse schon berücksichtigt.....nimmst damit quasi schon Rücksicht auf sie! Wenn du länger wartest, werden immer wieder Ereignisse eintreten, bei denen du sagst: "Das kann ich ihr doch jetzt nicht antun."
    Wie hart&ehrlich schon gesagt hat, es gibt keinen richtigen Zeitpunkt für eine Trennung......sofern es nicht beidseitig ist, wird derjenige, der verlassen wird, immer daran zu knabbern haben.

    Natürlich passen die Umstände momentan nicht wirklich......aber zumindestens die räumliche Trennung würde ich durchziehen wie du es geplant hast. Inwieweit du dann noch für deine Frau da sein möchtest und kannst, gerade wenn ihr Vater jetzt demnächst sterben könnte, kannst du dann immernoch entscheiden....aber das wichtige ist, du hast dann den klaren Schlussstrich gezogen und hast auch eine Rückzugsmöglichkeit, dein eigenes Reich, wenn du meinst, dass alles zuviel wird.

    Fazit: Sprich auf alle Fälle mit deiner Frau über deinen Entschluss dich zu trennen und geh auch den Schritt dir eine eigene Wohnung zu suchen, damit du langsam aber sicher, den Abstand gewinnen kannst den du brauchst.....die räumliche Trennung macht dies meiner Meinung nach auf jeden Fall einfacher. Dann kannst du entscheiden wann du für deine Frau da sein möchtest und hast aber gleichzeitig einen Ort an dem du für dich sein kannst, der weiter als ein Zimmer in der gemeinsamen Wohnung entfernt ist

    Ich wünsche dir viel Kraft für alles was bevorsteht! Und wenns mal zuviel wird, dann schweb ein bissel über den Wolken und lass den Wind deine Gedanken ordnen...die Lizenz dazu hast du ja :zwinker:

    Off-Topic:
    Ich hoffe meine wirren Gedanken konnten dir ein bißchen helfen :schuechte
     
    #6
    may, 19 Juni 2008
  7. Powerbienchen
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Lieber ...3d :zwinker:

    Erst einmal nehme ich Dich mal tröstend in die Arme :knuddel: und sage Dir, dass ich stolz auf Dich bin.
    Es ist wirklich schwer, so eine lange Zeit ausgehalten zu haben, in der Hoffnung das Ganze noch zu retten bzw. gründlich zu überdenken. Ich möchte aber dennoch noch einmal festhalten (was Du zum Glück selbst endlich bemerkt aus), dass es DEIN Leben ist. Wenn Du also nun diesen Entschluss gefasst hast, dann solltest Du ihn auch durchziehen. Ich möchte nämlich nicht später einen 3d sehen, der ganz enttäuscht darüber ist, sich nicht getraut zu haben und daher immer traurig und kraftlos ist. Du musst Dich jetzt retten!

    Wie auch schon vor mir erwähnt wurde, wird es nie den richtigen Zeitpunkt geben. Ehrlich gesagt finde ich es schon sehr fair, dass Du auf Deine Frau im Bezug auf den Stallwechsel und das Seminar Rücksicht nimmst. Sehr anständig! Damit sollte es dann aber auch reichen. Es ist nun sehr unglücklich mit ihrem Vater, aber so ist es nun mal. Du könntest ihr anbieten, trotz Trennungsphase zum Haltgeben zur Verfügung zu stehen. Ich halte dies aber für nicht sehr klug, weil sie krank ist. Wer weiß mit welchen Dingen sie Dich konfrontiert, so dass Du evtl. wanckelmütig wirst. Sie nimmt Dir damit Kraft, die Du gerade selber sehr gut gebrauchen kannst.

    Deinen Satz
    musst Du Dir sehr gut einprägen und Dir vor Augen halten, wenn Du denkst, dass die ganze Situation Dich überfordert. Du musst jetzt nach vorne schauen. Gut ist, dass Du Dir einen Plan gemacht hast. Denn wenn erst einmal Gefühle dabei sind, kann man meist nicht mehr so klar denken. "Arbeite" diesen Plan jetzt ab. Es wird ein sehr schwerer, steiniger Weg, danach wird Dir aber eine große Last vom Herzen fallen! Du kannst endlich mal etwas für Dich tun, Dich wertschätzen.

    Ich wünsch Dir viel Kraft und alles Liebe :knuddel: :herz:
     
    #7
    Powerbienchen, 19 Juni 2008
  8. Flickflauder
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Zuerst mal... :knuddel:

    Es wird nie einen guten Zeitpunkt geben, Dich von Deiner Frau zu trennen.
    Es ist zwar ehrenhaft und entspricht Deiner Natur, dass Du sie nicht "im Stich lassen" willst. Aber innerlich sagst Du, hast Du schon eine Distanz aufgebaut. Jetzt, wo Du für Dich diese Entscheidung getroffen hast und die nötige Kraft dazu hast, solltest Du die Trennung auch äusserlich umsetzen.

    Stelle nicht aus Pflichtgefühl Deine Bedürfnisse wieder hintenan. Du willst ihr die Trennung verständlicherweise möglichst leicht machen. Du möchtest nicht rücksichtslos, egoistisch sein. Aber das ist es vermutlich genau, was Du jetzt brauchst, eine gesunde Portion Egoismus. Jetzt kommst Du!

    Insofern kann ich mich meinen Vorrednern nur anschliessen. Ziehe Deinen Plan durch, auch wenn's schwer fällt.

    Ich wünsche Dir viel Kraft für die schwierige Zeit und den Mut, loszulassen.
     
    #8
    Flickflauder, 19 Juni 2008
  9. dummdidumm
    dummdidumm (53)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Zunächst einmal vielen Dank!

    Danke für Eure Äußerungen dazu und auch für Euer Mitgefühl!

    Als Antwort auf ein paar aufgekommene Frage:

    Es ist durchaus so, daß ich mir selber Hilfe geholt habe. Zur Zeit pausiert das, da ich jetzt quasi erst einmal meinen Weg gehen muß. So ähnlich lautete die Begründung meiner Therapeutin. Vielleicht habe ich sie durch meine Untätigkeit und mangelnde Entschlußfreudigkeit schon halb zum Wahnsinn getrieben. Sie kann mir die Entscheidung ja auch nicht abnehmen.

    Meine Frau war zwischenzeitlich mal in Behandlung, aber nur wegen ihrer heftigen Panikattacken. Damals ist von ihrer Therapeutin nur eine Angststörung diagnostiziert worden, kein BL.

    Meine Therapeutin hält diese Diagnose für naheliegend, quasi die wahrscheinlichste Ursache des Ganzen. Natürlich möchte sie das nicht als Ferndiagnose sehen.

    Geht man die neun offiziellen Merkmale für BL mit ihren fachlichen Erklärungen durch, findet sich meine Frau selber bei sieben wieder. Wenn man dann noch den fatalen Umgang mit Geld hinzuzählt, den sie allerdings leugnet, sind wir bei acht - fünf sind hinreichend...

    Darüberhinaus haben wir Partnertherapien versucht.

    Update: eben ist ihr Vater gestorben...
     
    #9
    dummdidumm, 19 Juni 2008
  10. Powerbienchen
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    :geknickt: Wann ist die Beerdigung?

    Wird Sie jetzt zum Seminar gehen und auch den Stallwechsel zum genannten Termin vollziehen?
     
    #10
    Powerbienchen, 19 Juni 2008
  11. Flickflauder
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Wollte ich auch fragen.

    :geknickt: Macht die Sache nicht einfacher...

    Würde sie sich denn freiwillig wieder in Therapie begeben, wenns denn zur Trennung kommt?
    Damit könnte sie sicherlich die Trennung besser verkraften und Du hättest die Gewissheit, dass sie wenigstens betreut wird. Denn Du wirst ihr hier nicht helfen können.
     
    #11
    Flickflauder, 19 Juni 2008
  12. User 38494
    Sehr bekannt hier
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    Verheiratet
    ich hab jetzt grad erst deinen thread entdeckt.

    erstmal mein beileid.

    meine herrn ... ich bin ein bischen überrascht und weiß auch ehrlich gesagt nicht so recht, was ich zu all dem sagen soll. :ratlos:
    ich habe keine ahnung von borderline, weil ich nie in irgendeiner art und weise betroffen war.

    tatsache ist, das du dir offensichtlich sehr viele gedanken gemacht hast und dir das alles reiflich überlegt hast.

    helfen kann man nur dann, wenn man sich selber nicht verliert ... hab ich gestern schonmal jemandem geschrieben.
    man kann nicht jedem menschen helfen.
    ja, ich weiß das es ein schönes gefühl ist gebraucht zu werden und zu helfen, aber manchmal muss man auch die notbremse ziehen und aussteigen, wenn man merkt das man im falschen zug sitzt der einen gegen eine wand fahren wird.

    fakt ist, das du in erster linie für dein eigenes leben und glücklichsein verantwortlich bist und das ist letztlich in meinen augen der sinn des ganzen überhaupt.
    deswegen stehts ja auch in meiner sig.

    fakt ist auch, das unsereins eben auch so seine wechseljahre durchlebt.
    es gilt eben alles abzuwägen und ganz allein zu entscheiden, was man tun möchte, um sich selber treu sein zu können und so dann ein glückliches leben führen zu können.

    dein schwiegervater ist jetzt gestorben.
    ich nehme mal an, das du deiner frau heute nicht noch sagst, was in dir vorgeht und das ist auch richtig so.

    zieh deinen zeitplan durch.
    überlege ständig, ob es auch wirklich das ist, was du willst.
    frag dich wie du glücklich wirst.
    ein guter threapeut wird dir nichts raten. er wird dir nur helfen deine eigenen gedanken und gefühle zu sortieren.

    ja, alles ist scheiße im moment, aber du weißt selber das das leben nicht immer nur friede freude eierkuchen ist.

    natürlich wirst du deine frau verletzen und natürlich ist sowas nie einfach, gerade weil man diesen menschen ja auch zumindest irgendwann einmal geliebt hat.

    ich weiß ja nicht, ob dir das geschreibsel hier was hilft, aber hoffe für dich, das du deinen weg findest.
     
    #12
    User 38494, 19 Juni 2008
  13. Powerbienchen
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Off-Topic:
    @shoppi ganz ehrlich: ich finde, es irrelevant, ob sie ne therapie macht oder nicht. es geht doch jetzt um ihn und nicht um sie :engel:
     
    #13
    Powerbienchen, 19 Juni 2008
  14. User 38494
    Sehr bekannt hier
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    Verheiratet
    ganz ehrlich?
    wenn man ehrlich ist, muss man sich im klaren darüber sein, das man 16 jahre mit diesem menschen zusammen war und nicht alles scheiße war.
    man kann und sollte sowas nicht einfach so wegwischen und behaupten, das einem dieser mensch plötzlich völlig egal ist und einen nicht mitgeprägt hat.

    aber 3d sollte eben auch aufpassen sich nicht in den strudel mit herunterziehen zu lassen und sich für alles verantwortlich fühlen.

    wenn sie ritzt oder sonstwas, ritzt SIE sich und nicht er sie.
    SIE ist krank und wenn sie sein handeln als anlass dafür nimmt sich so zu verhalten, ist es IHR verhalten.
     
    #14
    User 38494, 19 Juni 2008
  15. Flickflauder
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Ich finde es nicht irrelevant. Da sich Dummdidumm ganz viele Gedanken um seine Frau macht und er sie nicht hängen lassen will. Und wenn eine Therapie seiner Frau hilft, dann hilft das auch ihm, mit einem besseren Gefühl loszulassen.


    Treffend...
     
    #15
    Flickflauder, 19 Juni 2008
  16. Powerbienchen
    Verbringt hier viel Zeit
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    Off-Topic:
    sehe ich anders! er muss jetzt an sich denken, er hat alles durchdacht, so dass er nicht in diesen strudel hineingezogen wird, er nimmt sich jetzt die wohnung, so dass sie sich in ruhe was suchen kann, ohne dass er abhängig ist von ihrer zeitplanung. natürlich kann er ihr eine therapie empfehlen, falls sie aber keine machen möchte, dann ist es eben so.
     
    #16
    Powerbienchen, 19 Juni 2008
  17. Flickflauder
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Off-Topic:
    Genau! Ich meinte nicht, dass die Trennung davon abhängen sollte. Aber ich denke trotzdem, dass es für ihn damit vielleicht auch leichter würde. Deshalb habe ich es erwähnt. Alles was ihm hilft Distanz zu gewinnen ist gut.
     
    #17
    Flickflauder, 19 Juni 2008
  18. Powerbienchen
    Verbringt hier viel Zeit
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    Off-Topic:
    ah wir sind einer meinung :engel:

    wichtig ist - hallo 3d hier bitte wieder mitlesen :zwinker: - dass du die wenige Kraft, die du noch hast, bündelst und deinen Plan durchziehst. Ich helf Dir gern; mein Postfach kennst Du ja :knuddel_alt:
     
    #18
    Powerbienchen, 19 Juni 2008
  19. User 70315
    User 70315 (28)
    Beiträge füllen Bücher
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    Verheiratet
    Hallo!

    ich habe borderline,
    welches bei mir fast zu einer bipolaren störung ausartet und ich bin mit jemanden zusammen, der ebenfalls (noch undiagnostiziert allerdings) wahrscheinlich psychisch krank ist. Allerdings in "anderer"richtung.

    Wir sind momentan in einer beziehungspause weil sie mit meinen krassen gefühlsausbrüchen nicht klar kam, geausowenig wie ich mit ihrer absoluten unfähigkeit überhaupt gefühle zeigen zu können. Auch kann sie mit meinem SVV nicht umgehen.


    Was ich dir jetzt sagen will, ist, dass ich dich vollkommen verstehe!
    Ich verstehe jeden, der aufgrund der psychischen belastung, das "Weite sucht".

    Das heißt natürlich nicht , dass jeder Borderliner praktisch beziehungsunfähig ist, was ja eine begleiterscheinung sein kann.

    Aber das trügerische an Borderline ist ja, dass man es eigentlich seltenstens ohne Begleitstörung hat und dieser "Cocktail" ist das eigentliche Übel.
    Du sprachst ja auch, dass bei deiner Frau Angsstörungen diagnostiziert wurden.


    Dem Partner helfen zu wollen, das kann nur dann klappen, wenn die Störung noch nicht so stark ist.
    Man muss differenzieren, Borderline kann auch sehr schwach vorhanden sein. Das kommt drauf an, welche Symptomatik der Patient hat.
    Richtig unerträglich für den Patienten und dem Partner wird es dann doch vor allem , wenn dissoziative Symptome , paranoide Gedanken, SVV u.s.w. dazu kommen.

    Der Einzige Weg für deine Frau ist eine dauerhafte Behandlung.
    Der Einzige Weg für dich führt höchstwahrscheinlich von ihr weg.

    Ich möchte dir aber entgegen anderer Meinungen raten, den Zeitplan doch noch nicht so durchzuziehen, weil grad (dummerweise) dieser Schicksalsschlag eintraf und deine Frau höchstwahrscheinlich den Boden unter den FÜßen verliert.

    Entscheiden kannst du es letztlich nur selbst. Dein Entschluss sich zu trennen steht fest und ist meiner Meinung nach richtig und wichtig!

    lg
     
    #19
    User 70315, 19 Juni 2008
  20. dummdidumm
    dummdidumm (53)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Danke Euch allen für Eure Gedanken.

    Komische Situation gerade irgendwie. Leider habe ich dadurch kaum Zeit, etwas zu schreiben.

    Update kommt vielleicht.

    Danke :winkwink:

    Eins noch: Wenns geht, hört auf zu rauchen! Schwiegervater ist elendiglich erstickt...
     
    #20
    dummdidumm, 19 Juni 2008

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