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The way home

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von starlight_1987, 31 Juli 2003.

  1. starlight_1987
    Verbringt hier viel Zeit
    50
    91
    0
    vergeben und glücklich
    Heimweg

    Die Sonne brannte auf ihre nackten Schultern. Sie zwang sich weiter zu gehen, ihre Reise fortzusetzen, immer weiter… Mehrere Stunden bewegte sie sich nun durch die sengende Einöde der Ebenen von Oklahoma. Sie war kaum noch in der Lage, ihre Augen offen zu halten, während sie sich fast automatisch weiter schleppte. In einer halben Stunde würde sie die Grenze zu Texas erreichen, wo sie ein Auto erwartete, um sie nach Hause zu bringen, sie endlich nach Hause zu bringen.
    Sie lächelte und fühlte plötzlich einen ungekannten, inneren Frieden. Ohnmächtig schloss sie die Augen, spürte eine ihr vertraute Meeresbrise, sog frische, salzige Luft in sich auf, sah sich an weißen Stränden brechende Wellen. „Houston“, flüsterte sie.
    Jason war auf sie zugestürzt, um sie aufzufangen. Er schleppte sie in das rote Auto, das am Straßenrand parkte. Während er den Motor startete, kam sie auf der Rückbank zu sich. Der größte Teil ihrer Reise lag nun hinter ihr, in wenigen Stunden würde sie die Stadt erreichen, in der sie geboren wurde – eine Stadt, die sie nun schon 15 lange Jahre nicht gesehen hatte.
    Angestrengt starrte sie aus dem Fenster und wurde unruhig. „Jason, das ist die falsche Richtung“, stotterte sie. „Wir fahren nach San Francisco, Kalifornien. Die texanische Polizei weiß zu viel“, erwiderte er knapp. „Ich bin bei dir“, ergänzte er und drückte ihre Hand. Die Bilder verschwammen vor ihren Augen…
    Plötzlich klingelte der Wecker und sie erwachte. „Was für ein Traum…“, flüsterte sie. Ihr Ehemann Jason schlief noch friedlich neben ihr. Sie schaute aus dem Fenster und betrachte die Skyline von Houston, der Stadt, in der sie geboren wurde. Lächelnd dachte sie: „Die Polizei weiß überhaupt nichts.“

    ___________________

    Diese Kurzgeschichte ist zwar nicht unbedingt eine Liebesgeschichte, aber mich interessiert eure Meinung. Ich schreibe gern und hoffe auf zahlreiche Anregungen und Kritiken.
     
    #1
    starlight_1987, 31 Juli 2003
  2. LOST
    LOST (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    89
    91
    0
    Single
    Ganz gut geschrieben, aber der Sinn der Geschichte bleibt mir verborgen. Bin ich zu doof oder die Geschichte zu vertrakt?:ratlos: :engel:
     
    #2
    LOST, 2 August 2003
  3. starlight_1987
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    0
    vergeben und glücklich
    Nun, wie die meisten geschichten hat auch diese eigentlich keinen Sinn. Ich hatte gehofft, dass der offene Schluss den Leser zum Nachdenken anregt. Anfangs erscheint die Story eine Kriminalgeschichte vorzuzeichnen, dann folgt die Wende mit dem Aufwachen (der geneigte Leser hält die Vorgeschichte für einen Traum). Durch den Schlusssatz des Hauptcharakters erhält die Geschichte ihre ursprüngliche Bedeutung (die Anspielung auf ein Verbrechen) zurück.
    Na ja, ich liebe Geschichten mit vielen Wendungen, vielleicht hab' ich's etwas übertrieben. Ich wollte niemanden verwirren...
     
    #3
    starlight_1987, 2 August 2003
  4. LOST
    LOST (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    89
    91
    0
    Single
    Bin ich froh, dass sie eigentlich keinen Sinn hat. Dann brauche ich ja gar nichts verstehen. :grin:
    Um zum Nachdenken anzuregen, ist sie mir irgendwie etwas zu persönlich. Es gibt zu viele Namen, und dadurch leidet die Übertragbarkeit. Und für eine eigenständige Geschichte fehlt etwas Hintergrundwissen.
    Dadurch fehlt zumindest mir etwas die Thematik, über die nachzudenken wäre.

    Vielleicht bin ich auch einfach nicht bewandert genug im American Life, um da etwas rauszusehen.:hmm:
     
    #4
    LOST, 3 August 2003
  5. starlight_1987
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    50
    91
    0
    vergeben und glücklich
    Zu viele Namen?
    Also eigentlich taucht in der ganzen Geschichte nur ein einziger Name auf...
    Richtig ist allerdings, dass man diese Geschichte nur schwer auf sein eigenes Leben übertragen kann. Da die Erlebnisse der beiden Hauptakteure sehr verwirrend, unüberschaubar, nicht alltäglich sind. (Es liegt keinesfalls am Namen, ich kann mich doch durchaus mit Personen identifizieren, die anders heißen als ich!)
    Aber diesen Vorgang des Übertragens auf die eigene Lebenssituation hatte ich mit Nachdenken auch gar nicht gemeint - sondern eher das eigene Reflektieren über die Geschehnisse innerhalb der Kurzgeschichte, deren Zusammenhänge und Wirkungen.
    Meine Intention als Autor lag bei der Erzeugung von Spannung:
    Also nutzte ich einen abrupter Einstieg in die Geschichte - Fragen des Lesers: Wer ist "Sie"? Was macht sie? Was treibt sie dazu genau das zu tun?
    In den nächsten Zeilen kommt ihre Fluchtsituation zum Ausdruck - Fragen des Lesers: Wohin flüchtet sie? Vor wem und warum flüchtet sie?
    Es folgt die erstmalige Erwähnung von "nach Hause" und der Hauptstadt des US-Bundestaats Texas "Houston" im Zusammenhang mit positiven Assoziationen (Meeresrauschen, weiße Strände, ...) - der Leser ahnt ihre Verbundenheit mit dieser Stadt, vielleicht auch, dass es Ziel ihrer "Reise" ist.
    Eine neue Person wird eingeführt: Jason - der Leser erkennt ihn als Fluchthelfer.
    Ihr Ziel wird angedeutet: die Stadt, in der sie geboren wurde, die sie 15 Jahre nicht mehr gesehen hatte - der Leser ahnt, dass es sich bei dieser Stadt um Houston handelt. Warum war sie schon so lange nicht mehr dort gewesen, wenn sie es doch so liebte?
    Die Wendung tritt ein: sie fahren in die "falsche" Richtung (also nicht nach Houston), Grund: "die texanische Polizei weiß zu viel" - der Leser erkennt nun ihre Flucht vor der Polizei (möglicherweise hatte sie dieser Umstand von ihrem heißgeliebten Houston ferngehalten), warum aber flüchtet sie vor der Polizei? Ist sie eine gesuchte Verbrecherin? Was hat sie denn verbrochen?
    Durch die Worte "Ich bin bei dir" und "er drückte ihre Hand" wird klar, dass die beiden Hauptakteure mehr als nur ihre gemeinsame Flucht verbindet.
    Tränen steigen ihr in die Augen, "die Bilder verschwammen" - wieder wird sie ihr Ziel (Houston) nicht erreichen
    Eine erneute Wendung wirkt in das Geschehen: Der Wecker klingelt, sie wacht auf: "Was für ein Traum!" - für den Leser flaut die Handlung ab, sie hatte ja nur geträumt, ist also doch nicht auf der Flucht.
    "Ihr Ehemann Jason schlief noch friedlich neben ihr." - der Leser meint, sie hätte in ihren Traum eine "real" existierende Person eingebunden (auch im Traum war ja "mehr" zwischen den beiden gewesen, im "wahren" Leben waren sie also verheiratet)
    "Sie schaute aus dem Fenster und betrachtete die Skyline von Houston, der Stadt, in der sie geboren wurde." - für den Leser ist klar, dass sie "im wachen Zustand" tatsächlich in der Stadt lebt, die ihr soviel bedeutet.
    Der letzte Satz bringt dann noch eine entscheidende Wende: "Lächelnd dachte sie: „Die Polizei weiß überhaupt nichts.“" - der Leser ist verwirrt, entspricht ihr Traum nun doch wahren Ereignissen, die in der Vergangenheit liegen? Ist oder war sie doch auf der Flucht vor der Polizei?

    Eine gute Geschichte wirft ständig Fragen auf, die den Leser antreiben weiter zu lesen, eine Antwort zu finden. Sie lenkt ihn in eine bestimmte Richtung und lässt ihn eiskalt auf einen Abgrund zu steuern. Richtig gute Storys haben meiner Meinung nach einfach einen völlig unerwarteten Schluss, manchmal reicht dazu ein einziger Satz. Sie lassen Fragen offen (in diesem Fall sogar die gesamte Vorgeschichte), um die Phantasie des Lesers anzuregen. Darüber gilt es nachzudenken.

    Aber, wie gesagt, ich schreibe gerne, doch nicht zwangsläufig gut… War halt nur’n Versuch.
     
    #5
    starlight_1987, 3 August 2003
  6. Bärchen84
    Gast
    0
    das was du geschrieben hast ist richtig, aber zu viele offene fragen sind auch schlecht, da verliert man den überblick.
    der unerwartete schluss muss schon sein, aber der schluss sollte die geschichte dann auch aufklären und nicht noch mehr offene fragen erzeugen. der meinung bin ich zumindest ...
     
    #6
    Bärchen84, 5 August 2003
  7. starlight_1987
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    91
    0
    vergeben und glücklich
    Da hast du wahrscheinlich Recht... Hmm, was soll's? War ja nur'n Versuch... Vielleicht sollte ich nicht so theoretisch rangehen. *gg*
     
    #7
    starlight_1987, 6 August 2003
  8. LOST
    LOST (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    89
    91
    0
    Single
    Ich glaube, genau das war der Knackpunkt. Ich konnte mit dem Schluss nichts anfangen. Spannung wird aufgebaut, es gibt viele Fragen, das ist klar. Aber da sie ziemlich kurz ist, wird keine von ihnen beantwortet.
    Und dass der Schlusssatz nicht einmal einen Denkansatz (ich glaube das war es, was mir fehlte) gibt, hat dann zum Unverständnis der Geschichte geführt.
    Ich wusste nunmal nicht, in welche Richtung ich weiterdenken sollte, weil es nicht eingegrenzt wurde.
    So ähnlich, wie Bärchen84 es eben ausgedrückt hat.

    Ich hoffe, das war jetzt einigermaßen konstruktiv. :smile:
     
    #8
    LOST, 6 August 2003

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