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Tibet

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von User 15848, 20 Dezember 2006.

  1. User 15848
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    Was wisst ihr über Tibet?
    Oder was fällt euch als erstes dazu ein?
     
    #1
    User 15848, 20 Dezember 2006
  2. hans-werner
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    Ein paar Stichworte:
    - atemberaubende, nahezu unberührte Landschaft (Hochland von Tibet, viele Berge über 6000 m)
    - Dalai Lama und dessen Flucht/Vertreibung im Jahre 1959 (wenn ich mich da jetzt nicht irre)
    - Unterdrückung der dortigen Bevölkerungsminderheit seit Gründung der Volksrepublik China
    - Zentrum des Lamaismus
    - Hauptstadt Lhasa ("Sitz der Götter") mit dem Potala-Palast (früher Sitz des Dalai-Lama)
     
    #2
    hans-werner, 20 Dezember 2006
  3. bett-poster
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    In meinem Sinologie Proseminar "Landeskunde China" habe ich mitbekommen, dass man in der VRC jedenfalls keine Internetseiten, die Tibet in ihrer Adresse haben, aufrufen kann.
     
    #3
    bett-poster, 20 Dezember 2006
  4. Auricularia
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    Wow, ehrlich? :eek:

    Ich muss an Kundun denken, einer der traurigsten Filme überhaupt...
     
    #4
    Auricularia, 20 Dezember 2006
  5. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
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    -Der Film "7 Jahre in Tibet"
    -Die Hauptstadt Lhasa
    -China
    -Buddismus
    -Dalai Lama
     
    #5
    krava, 20 Dezember 2006
  6. bett-poster
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    Also hab nochmal meine Unterlagen zum Tibet-Referat rausgeholt.
    Hier steht:
    "Internetzesur: Seiten wie www.tibet.org , www.freetibet.org, www.savetibet.org können in China nicht aufgerufen werden"

    Und in gesamt China ist es verboten die tibetische Flagge zu hissen oder sonst wie zu zeigen.
     
    #6
    bett-poster, 20 Dezember 2006
  7. hans-werner
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    Tja, die chinesische Regierung ist wirklich sehr menschenfreundlich. Und insbesondere in Bezug auf Tibet hat sich da seit Mao Tse-tung nix geändert. Aber Hauptsache der Westen biedert sich in China geradezu an, es läßt sich ja auch schnelles Geld verdienen.
     
    #7
    hans-werner, 20 Dezember 2006
  8. bett-poster
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    Naja ... ob das auch zukünftig so sein wird?
    Man kann heut zu Tage sicher von einem starken Patriotismus sprechen, vor allem was die Han-Chinesen angeht, aber dieser ist nicht auf Mao sondern Deng zurückzuführen.
    China ist sicherlich noch weit entfernt von Demokratie und Liberalität, aber die Tendenz der Bevölkerung (vor allem wenn man die Austritte aus der kommunistischen Partei betrachtet) geht definitiv in Richtung "Freiheit für alle" (um es mal ganz einfach auszudrücken).
    Und auch die Chinesen in den Regierungsitzen merken schließlich, dass die Lockerung des kontrolierenden, politischen Systems ein gewaltiges Wirtschaftswachstum mit sich brachte.
    Letzt endlich biedert sich China dem Westen an und nicht unbedingt anders herum, würde ich jetzt mal sagen.
     
    #8
    bett-poster, 20 Dezember 2006
  9. hans-werner
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    Hm naja, in den Medien zeigt man fast immer nur Bilder einer dynamischen, vorwärts strebenden Nation. Aber die Last der Vergangenheit (z.B. Tibet, aber natürlich insbesondere die Kulturrevolution) wiegt sehr schwer. Egal ob Mao Tse-tung oder Deng Xiaoping, Verbrecher waren sie beide. Und insbesondere um Mao wird noch heute voller Stolz ein Kult getrieben, der selbst den Lenin Kult zu schlimmsten Sowjet-Zeiten noch in den Schatten stellt. Der Westen könnte wenigstens ein wenig Einfluß darauf nehmen, dass auch dort so etwas wie eine Aufarbeitung der Vergangenheit erfolgt.
     
    #9
    hans-werner, 20 Dezember 2006
  10. Immortality
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    Was mir dazu einfällt:

    -"7 Jahre in Tibet"
    -Lhasa
    -Buddhismus
    -Dalai Lama
    -Exil
     
    #10
    Immortality, 20 Dezember 2006
  11. bett-poster
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    Naja, Medien halt :zwinker:
    China strebt sicher vorwärts, aber im Schneckentempo und es hält eben seit Ewigkeiten an seiner traditionellen Ideologie fest.
    (Und was meinst du genau mit Deng war ein Verbrecher? Das Massaker von 1989 hat er nicht angeordnet, er hat schließlich die Entscheidung anderen Mitgliedern der Partei überlassen - er war 85 und Kurz vorm Rücktritt. Er hat sogar die Demokratiebewegung mehr oder weniger unterstützt, jedenfalls nicht eingegriffen, soweit ich weiß.)

    Nach der Deng Ära wird der Mao Kult mehr oder weniger erneut betrieben - von 1976 -1989 hatte niemand mehr großartig Interesse an Mao's Marxistischem Ideal. Letztendlich haben die Jugendlichen vor allem in der Kulturrevolution gemerkt, dass das leere Versprechen waren.

    Und der Westen hat auch indirekt, seinen Teil an der Vergangenheitsbewältigung.
    Ich musste am Dienstag Referat über die Jugend in der VRC im Sinologie Proseminar halten und habe dadurch in vielen Büchern gelesen.
    Letztendlich war's so:
    Der "Wessi" sagt "Der Böse Chinese", Der Chinese sagt "Ich kann nix dafür" - ist mir echt bei jedem einzelnen Buch aufgefallen, wenn man mal auf die Herkunft der Autoren geachtet hat - da war die Verwirrung komplett.
    Des Weiteren muss man bedenken, dass China seit einigen Jahrzehnten sich auch rege am internationalem Studentenaustausch beteiligt - Und ich denke nicht, dass die Chinesen im Ausland nicht mit der Vergangenheit der VR konfrontiert werden. Allein bei mir im Proseminar sitzen bei c.a. 40 Studenten wirklich 10-20 Chinesen.
    Und die kriegen ja eben genau diese westlichen Kritikpunkte mit.
     
    #11
    bett-poster, 20 Dezember 2006
  12. hans-werner
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    Mensch, du weißt ja bescheid, hab mal ein wenig in deinem Profil rumgeschnüffelt. Da kann ich natürlich nicht mithalten, zumal ich weder studiere noch Abitur habe. Aber egal. Ein wenig merkwürdig sind die damaligen Ereignisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens wirklich. Über Jahre hinweg wurde Deng als der große Reformer bezeichnet, er wurde zeitweise sogar auf eine Stufe mit Gorbatschow gestellt. Insbsondere nach dem Besuch Gorbatschows in Peking im Sommer 1989. Und dann läßt er es trotzdem zu, dass die Demonstration so blutig niedergeschlagen wird? Dadurch hat er eigentlich sein eigenes Lebenswerk wieder zunichte gemacht.

    Das mit den Studenten ist natürlich ein gutes Beispiel, da hast du recht. Aber mich regt es immer auf, wenn ich sehe, wie dort voller Stolz der Mao-Kult zelebriert wird. Kaum einer regt sich darüber auf, wie viele Millionen Menschen der Typ auf dem Gewissen hat, aber wehe in Deutschland kommt das Thema Drittes Reich auf den Tisch.
    Aber ich glaube das ist jetzt schon ziemlich weit vom eigentlichen Thema entfernt, zumal es ja auch nur eine Umfrage ist.

    Studierst du denn was in der Richtung Sinologie oder habe ich das jetzt falsch verstanden?
     
    #12
    hans-werner, 20 Dezember 2006
  13. bett-poster
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    Off-Topic:
    Dann mach ma lieber per Pn wieter :zwinker:
     
    #13
    bett-poster, 20 Dezember 2006
  14. User 15848
    Meistens hier zu finden Themenstarter
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    Schreibt ruhig hier weiter, gehört im weitesten Sinne auch dazu und finde ich sehr interessant...

    Ich bin gestern auf eine schweizer China-Propagandaseite gestoßen, wo behauptet wird, dass es nie Menschenrechtsverletzungen gegeben hätte, es die Tibeter ja so schön hätten und überhaupt die totale Freiheit herrscht :eek:
     
    #14
    User 15848, 21 Dezember 2006
  15. Reliant
    Reliant (35)
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    wenn ich an tibet denke kommt mir als erstes touristenfalle in den sinn. die preise hast du da ähnlich wie in shanghai und das ist schon fast deutsches niveau wenn du kein chinesisch kannst.
    leute die sich einschmuggeln lassen obwohl man ohne probleme ein visum bekommt.
    die neue eisenbahnlinie rauf und die ganzen neuen krankenhäuser entlang der strecke für höhenkranke
    das laptops nicht mehr funktionieren :zwinker:

    einiges vom gesagten natürlich auch noch.
     
    #15
    Reliant, 21 Dezember 2006
  16. bett-poster
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    Okidoki :grin:
    Na, dass wäre mir neu :ratlos:


    Was aber nur an meinem Referat von gestern liegt :grin:

    Betrachten wir die Sache so: Deng wollte einen Liberalen Nachführer nach seiner Abdankung namens Hu Yaobang -> den hat die Regierung auch nicht zugelassen.
    Letztendlich war Hu Yaobang sehr beliebt bei den Demokraten, in der kommunistischen Partei (also in seinen eigenen Reihen) aber nicht. Und die CCP war schon immer korrupt, wie du bereits mal sagtest.

    Auf Grund des Todes von Hu Yaobang ist ja letztendlich auch diese Studentenbewegung ausgebrochen, die eben am 4. Juni 1989 in dem Massaker geendet hat.

    Letzendlich wie ich sagte: Deng war 85 und in seinen eigenen Reihen kaum mehr Ernst genommen - jeder wusste, dass er bald abdanken würde. Und er überlies eben die Entscheidung den anderen Parteimitgliedern ... Ich weiß Alter ist eine schlechte Ausrede - aber Deng war ja bereits körperlich schon voll am Ende. Ich glaube nicht, dass er sich hätte durchsetzen können.

    Hm, Mao mit Hitler zu vergleichen ist happig. Ich verstehe was du meinst und teile auch deine Meinung, aber letztendlich muss man den Punkt betrachten, dass Mao wahrscheinlich der einzige Politiker war der sich fast gänzlich eben für die Jugend interessiert hat. Die Jugend Chinas hatte erstmalig unter ihm eine Identität. Vor der Roten Garde waren die Kinder nach den chinesischen Tradition schließlich nichts.

    Und ich denke das bleibt halt hängen.
    Man weiß zwar wie viel Schlechtes durch Mao geschehen ist, aber letzendlich hat die Jugend, welche eben ausschlaggebend für die Zukunft ist, durch Mao profitiert - vor allem im Bezug auf persönliche Freiheit.

    Jo, ich studier Sinologie im Nebenfach :smile:
     
    #16
    bett-poster, 21 Dezember 2006
  17. hans-werner
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    Tja, da haben wir es mal wieder: Anspruch und Wirklichkeit....:ratlos:
    Ist ja klar, wenn eine Armee schon "Volksbefreiungsarmee" heißt, dann kann sie den Menschen ja nur gutes bringen. Über die aktuelle Situation ist ja nicht so viel bekannt, aber auf der Sonnenseite leben die da auch heute ganz bestimmt nicht gerade...
    Während der Kulturrevolution in den Jahren 1966-69 hatten natürlich insbesondere Klöster und andere tibetische Kultudenkmäler unter dem Fanatismus von Mao`s Roten Garden zu leiden. Vieles wurde unwiederbringlich zerstört...

    @ bett-poster

    Bei Mao scheiden sich ja ohnehin die Geister, in der 68er-Bewegung war er ja auch sehr populär, obwohl seine autoritäre Art kein Geheimnis war. Von den vielen Diktatoren des 20. Jahrhunderts war er sicher einer der rätselhaftesten, wenn man das mal so sagen darf. Zumindest hatte er eine nachhaltige Wirkung. Interessant wäre es zu sehen, wo China so in etwa 20 Jahren steht, wenn das Wirtschaftswachstum auch dort nachlassen wird. Momentan ist China ja eines der wenigen Länder, in denen die Kasse noch so richtig brummt, das lenkt natürlich (wie schon seit etwa Anfang der 80er-Jahre) von den zahlreichen Menschenrechtsverletzungen im gesamten Lande ab. Vergleicht man das heutige China mit dem China Mao`s, dann sind zwar die Grundpfeiler dieses Staates gleich geblieben, aber in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht fand ja ein totaler Wandel statt. Wie lange sich dies wohl noch mit kommunistischen Idealen vereinbaren läßt???
     
    #17
    hans-werner, 21 Dezember 2006
  18. bett-poster
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    Faszinierend auf jedenfall, denn ich muss ehrlich zugeben, beim Recherchieren zu dem Thema Kulturrevolution, ist man nach einiger Zeit ziemlich hin und her gerissen was Mao betrifft.
    Man hört auf der einen Seite seine verächtlichen Taten, auf der anderen Seite betrachtet man die vorherigen Zustände und die authoritäre Entwicklung der Jugend unter seiner Diktatur.
    (Vor allem als ich gelesen habe, dass unter seiner Diktatur auch erstmalig ein Gesetz erlassen wurde, dass jungen Menschen, das Recht gab sich ihren Heiratspartner völlig unabhängig von der Meinung der Familie auszusuchen. - Das ist schon .. "beeindruckend" (?) - Mir fehlt das passende Wort) :grin:


    :jaa:
    Genau diese Frage wurde uns am Dienstag auch gestellt im Proseminar - Letztendlich kamen wir aber auf Diskussionsbasis zu keinem Ergebnis.
    Ist eins ehr schwieriges und undurchschaubares Thema.
    Man hat hier halt irgendwie eine Ambivalenz der Ideologien.
     
    #18
    bett-poster, 21 Dezember 2006

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