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Tochter wird ausziehen (achtung lang)

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von ninja, 10 September 2004.

  1. ninja
    ninja (52)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hallo,
    ich möchte einfach mal meine Geschichte aufschreiben. Ich habe mich 1999 von meiner damaligen Frau für eine andere Frau getrennt. Ich war verheiratet und hatte zwei Kinder, eine Tochter (damals 10 und einen Sohn, damals 3). Meine Exfrau zog dann im Winter 99/00 ca. 80 km von unserem damaligen Wohnort weg. Soweit kein Problem. Im Februar 2000 starb mein Sohn ganz überraschend. Da das Verhältnis meiner Tochter zu ihrer Mutter nie sonderlich gut war, war es nur eine Frage der Zeit bis die zwei sich nicht mehr ertragen konnten. So kam es dann auch, dass meine Tochter im September 2000 zu uns (meiner Freundin und ihrer Tochter, damals 5) zog. Ich muss dazu erwähnen, dass meine Tochter meine Freundin und ihre Tochter bereits vor unserer Beziehung kennen gelernt hatte; sie hatten immer ein herzliches Verhältnis zueinander.

    Dass meine Exfrau nicht begeistert war, könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Es gab in der Folge immer mal wieder Stress, z. b. wegen Unterhalt für sie oder die Klärung der Fahrten, wenn meine Tochter zu ihrer Mutter sollte usw. Ich behaupte, dass wir und ganz besonders meine Freundin immer versucht haben, für meine Tochter zu agieren. So hat meine Freundin mehrfach versucht, mit meiner Exfrau ins Gespräch zu kommen, um wieder eine Basis zu schaffen; meine Exfrau und ich konnten keine zwei Worte wechseln, ohne uns an die Kehle zu gehen.

    Und trotzdem verschlechterte sich das Verhältnis meiner Tochter und meiner Freundin zusehends. Meine Freundin bemühte sich um meine Tochter, suchte immer wieder das Gespräch. Es nützte alles nichts, meine Tochter fing mehr und mehr an, meine Freundin zu ignorieren.

    Im Spätherbst 2002 kauften wir dann am Ort ein Haus. Von da an wurde es noch schlimmer. Wir nahmen verschiedene Therapeuten in Anspruch; zuletzt waren wir bei einem wirklich anerkannten. Er gab uns die verschiedensten Tipps, stellte verschiedene „Aufgaben“. So bat er meine Freundin, für uns vier eine nachträgliche Trauerfeier für meinen Sohn zu halten. Er ging davon aus, ein Problem könne sein, dass meine Freundin und meine Tochter darunter leiden, nicht gemeinsam getrauert zu haben. Das Verhältnis besserte sich tatsächlich……vllt. 2 Wochen. Irgendein banaler Anlass und meine Tochter fiel in altes Verhaltensmuster zurück. Derlei Rückschläge haben wir mehrfach erlebt. Das Schlimme daran war und ist aber, dass die Rückschläge jedes Mal heftiger wurden (wahrscheinlich wegen der Enttäuschung). Immer wieder führten wir alle gemeinsam Gespräche, um die Situation doch noch zu retten. Wir (zumindest meine Freundin und ich) wollten einfach nur, dass wir familien-ähnlich zusammenlebten. Aber meine Tochter bezog nicht ein einziges Mal stellung. Irgendwann bekam sie dann auch von uns gesagt, dass sie ausziehen müsse, wenn sie nicht endlich anfangen würde daran mitzuarbeiten, die Situation zu verbessern.

    Ich kürze das jetzt mal ab: Die Situation ist jetzt dermaßen eskaliert, dass meine Tochter vergangenen Freitag ein Ultimatum erhielt: Entweder sie hat bis heute mit ihrer Mutter geklärt, wann sie dorthin zurückkehren kann, oder meine Freundin wird ausziehen.

    Tja, heute ist Freitag. Angeblich will mich meine Exfrau heute Abend anrufen. Es geht mir echt beschixxxen. Warum bloß konnte meine Tochter sich nicht bei uns einfügen???

    Sorry für das lange Posting, aber ich musste mir das mal von der Seele schreiben.

    LG
    dirk
     
    #1
    ninja, 10 September 2004
  2. engel193
    engel193 (39)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    Verheiratet
    Hallo Dirk,

    ist jetzt schwierig, dazu was zu sagen, kenne ja die Gesamtumstände nicht so gut wie du. Ich versuchs jetzt einfach mal, wenn auch mit ein paar Gegenfragen:

    Du beschreibst hier die Situation zwischen deiner Tochter u. deiner Freundin, am Anfang herzlich u. dann immer schlimmer bergab.
    Wie sieht es denn zwischen dir u. deiner Tochter aus ? Versteht ihr euch denn ?
    Ich denke, dass sie vielleicht Probleme damit haben könnte, sich von einer "fremden" Frau etwas sagen zu lassen, wenn sie schon erhebliche Probleme mit ihrer leiblichen Mutter hatte.
    Habt ihr mal versucht, aus deiner Tochter herauszubekommen, was für Probleme sie mit deiner Freundin hat ?
    Ihr ward bei Therapeuten u. alles hat nichts genutzt, ist echt traurig.
    Mit 15 Jahren hat sie ihren eigenen Kopf. Ist sie denn damals freiwillig zu euch gekommen u. wollte das auch von sich aus oder lag der Grund nur darin, weil sie mit ihrer Mutter nicht klarkam ?

    Wenn deine Freundin nach Ablauf des Ultimatums auszieht, hat deine Tochter in meinen Augen gewonnen, dann weiß sie, dass sie mit allem überall durchkommt. Das wär meiner Meinung nach der schlimmste Fehler. Mit 15 Jahren könnt ihr sie ruhig noch in ihre Schranken weisen.
    Deine Tochter hat in den letzen Jahren einiges mitgemacht u. ihr habt versucht, ihr die Situation so erträglich wie möglich zu machen, aber dass sie euch, insbesondere deiner Freundin jetzt zum Dank das Leben miteinander schwer macht, kann ich nicht ganz nachvollziehen.

    Lg, engel
     
    #2
    engel193, 10 September 2004
  3. ninja
    ninja (52)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    7
    vergeben und glücklich
    hallo engel,

    na dann versuch ich's mal zu beantworten:

    das verhältnis zwischen mir und meiner tochter ist sehr abgekühlt. kam aber von meiner seite. ich kann ihre art so nicht mehr tollerieren geschweige denn lieb haben. deswegen stehe ich auch voll und ganz hinter meiner feundin.

    es ist nämlich auch so, dass mein tochter absolut freiwillig zu uns kam, allerdings wegen dem ärger mit ihrer mutter. wir haben sie mit offenen armen aufgenommen, war eigentlich immer unser wunsch, sie bei uns zu haben.

    natürlich haben wir -immer wieder- versucht aus ihr heraus zu bekommen, wo -auch gerade in bezug auf meine freundin- die probleme liegen. sie sich nicht ein einziges mal klar geäußert.

    mit dem ultimatum hast du etwas falsch verstanden. das meine freundin ausziehen würde, war bestandteil des ultimatums, ja. aber ich habe keinen zweifel daran gelassen, dass ich es nicht dulden werde, dass meine freundin auszieht. so wird es dazu kommen, dass meine tochter ausziehen wird.

    dirk
     
    #3
    ninja, 10 September 2004
  4. LadyEttenna
    0
    Hallo Ninja,

    ich kann mich ganz gut in die Situation einfühlen. Mir gings ähnlich. Als mein Mann gestorben war und ich nach einiger Zeit eine neue Beziehung eingegangen bin, waren die Probleme mit meiner Tochter ähnlich gelagert. Ich fühlte mich ständig wie zwischen zwei Stühlen...es meinem Ex-Partner rechtmachen aber auch die Bedürfnisse meiner Tochter und ihr Gefühlsleben nicht aus den Augen lassen. Was die Kinder da zu verarbeiten haben, kann man kaum nachvollziehen...das ist alles nicht einfach für sie.

    Nun schau mal deine Tochter an. Erst mußte sie eure Trennung verkraften, ihr Bruder verstarb und dann verlor sie den Bezug zu einer ihr wichtigen Person,ihrer Mutter. Sie kam zu euch. Ihr wart inzwischen so etwas wie eine Einheit geworden...ohne sie. Anfangs war es sicher für sie besser als bei ihrer Mutter, aber dann kam deine Tochter in die Pubertät ( die Probleme und Veränderungen bei ihr spielen da sicher auch mit hinein und sind nicht ausser Acht zu lassen ). Du ließest nach deinen Aussagen deine Gefühle für sie erkalten. Hm, frag mich gerade warum? Hast du dich mit ihren Problemen in ihrer Entwicklungsphase auseinandergesetzt?

    Das sie dann bewußt oder unbewußt deiner jetzigen Freundin eine Mitschuld an deinem Verhalten attestiert ist für mich logisch. Ergebnis : Sie ignoriert deine Freundin und zieht sich noch mehr von euch, also auch von dir zurück, da sie sich unverstanden fühlt.

    Kann mir auch vorstellen, das du gedacht hast, eine familienähnliche Situation aufzubauen, wäre eine tolle Idee. Ist es auch, aber die Umsetzung unter den gegebenen Umständen ist schwierig und bedarf ständiger Mitarbeit,Einfühlungsvermögen und Aufmerksamkeit von ALLEN.

    Einen Rat kann ich nicht wirklich geben, jeder muß da seine Lösung allein finden, da auch ich nur vermuten kann, anhand der von dir gemachten Äußerungen.
    Vll. lieg ich auch total verkehrt, bin ja kein Experte auf dem Gebiet, aber ich wollte dir damit nur sagen, das man auch die Sache aus der Sicht deiner Tochter sehen sollte.

    Evtl. kannst du sie dann etwas besser verstehen. Ihr sollte aber auch klar sein, das du jetzt dein Leben führst mit einer anderen Frau als ihrer Mutter an der Seite....genauso wie sie letztendlich mal ihr eigenes Leben führen wird....ihre Entscheidungen fällen wird, wie du die deinen gefällt hast und damit müssen alle Seiten klarkommen und sei es im Kompromiss.

    Ich hoffe ihr könnt im Dialog bleiben und einen Weg finden.

    lg
    LadyEttenna
     
    #4
    LadyEttenna, 10 September 2004

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