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Um Mutter (Alkoholikerin) kümmern oder persönliches Glück?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von AlterAnfänger32, 10 September 2009.

  1. AlterAnfänger32
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    2
    Single
    Seit dem Tod meines Vaters ist meine Mutter immer mehr dem Alkohol verfallen. Und ich habe mich um sie gekümmert soweit es ging.

    Heute hatte Sie mal wieder einen besonders schlimmen Tag, hat sich verletzt und auf den Boden gekotzt. Ich habe sie verarztet und sauber gemacht und langsam komme ich mit der Situation nicht mehr klar.

    Vor einer Woche ist es so schlimm geworden, dass ich wieder bei Ihr eingezogen bin. Das Schlimme ist, dass Sie sich tagsüber wie ein normaler Mensch verhält, aber jeden Abend anfängt zu trinken.

    Keiner würde mir das glauben, was ich hier schreibe, denn ihr Verhalten anderen gegenüber ist wirklich völlig normal, außer mir weiß Niemand davon. Ich hatte das Thema mal versucht bei meinen beiden Brüdern anzuschneiden, aber nicht einmal die glauben mir.

    Außerdem ist der Familienbetrieb, eine Baustoffhandlung, bereits vor dem Tode meines Vaters verschuldet gewesen. Die einzige Möglichkeit der Schuldentilgung, den Verkauf meines Elternhauses, will meine Mutter nicht wahrnehmen. Noch so ein Thema mit dem ich mich beschäftigen muss.

    Sicher muss man Verständnis für die Trauer um eine geliebte Person aufbringen, aber für mich ist das Ende der Fahnenstange langsam erreicht. Sie will nichts von dem, was mein Vater aufgebaut hat, antasten und spricht ihn posthum heilig.

    Ich kann für ihre Art des Trauerns kein Verständnis aufbringen. Was für mich noch schlimmer ist : Mein Vater hat mich als Kind mißhandelt und wenn ich meine Mutter über ihn reden höre, kocht es in mir.

    Ich kann meine Wut kaum bändigen und bin dann so fertig, dass ich am Tag nichts mehr schaffe.

    Im Moment versuche ich eigentlich einen neuen Beruf zu ergreifen, durch diverse Fortbildungen und ein Studium. Ich bin dieser Belastung von Betreuung (Mutter), finanzielle Probleme meines Vaters ausbügeln und Fortbildung/ Studium auf Dauer nicht gewachsen.

    Und eigentlich wünsche ich mir nur ein Stück Normalität für mich.
    Zur Erklärung: Ich habe über zehn Jahre im Familienbetrieb gearbeitet und kaum zwischenmenschliche Kontakte aufbauen können. Ich habe das Gefühl einiges verpasst zu haben. Ist auch ein Grund, warum ich hier im Forum ein paar sehr merkwürdige Threads erstellt habe. Ich habe einfach von vielen Dingen keine Ahnung.

    Ich will wirklich kein Egoist sein, aber ich will langsam mal meinen eigenen Lebensweg gehen und auch wieder meine Freizeit/ zwischenmenschlichen Kontakte ausbauen. Was soll ich bloß machen?

    Auf der einen Seite reizt es mich, etwas Neues zu lernen und mich beruflich neu zu orientieren. Eigentlich wünsche ich mir wieder mehr Kontakte, vielleicht sogar mal ne Freundin. Und ein paar der Anregungen hier aus dem Forum habe ich ja dankbar aufgenommen und in meiner spärlichen Freizeit versucht umzusetzen.

    Auf der anderen Seite habe ich einfach ein schlechtes Gewissen. Meine Mutter arbeitet tagsüber zwar noch, aber Abends kommt es zu den genannten Vorfällen.

    Sorry, dass es so lang geworden ist. Diese Sache macht mich einfach nur fertig. Musste mich mal auskotzen.

    Gruß

    AlterAnfänger32
     
    #1
    AlterAnfänger32, 10 September 2009
  2. User 42876
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    Ich hab deine anderen Threads bisher nicht verfolgt, aber nachdem was du hier schreibst, kannst Du wohl eher Stolz auf dich sein, angesichts der Themen um die du dich momentan gleichzeitig kümmerst. Sich um die Mutter, den Familienbetrieb und das eigene (berufliche) Wohl kümmern ist mehr als viele andere Menschen in der Situation meistern würden oder könnten. Das schlechte Gewissen kann ich zwar nachvollziehen, jedoch möchte ich Dir Mut zu sprechen, dich selbst nicht zu überfordern. Trauerarbeit kann sehr komplex sein und Du bist aus moralischen Gesichtspunkten nicht allein für das Wohl Deiner Mutter verantwortlich. Unter Geschwistern kann es meiner Meinung nach eigentlich nur einen gleich großen Teil der Verantwortung geben. Wie sich das "kümmern" unter euch Brüdern in die Praxis umsetzen lässt, hängt natürlich vom Einzelfall ab und kann von aussen nicht beurteilt werden. Jedoch würde ich versuchen die Brüder doch auf irgendeine Art einzubinden.
    Jeder Mensch braucht einen Ausgleich. Ihr seid alle erwachsene Menschen und somit auch zum Großteil selbst für euer Leben verantwortlich. Mein Rat wäre, dass Du die lobenswerte Betreuung der Firma und der Mutter nicht aufgibst, jedoch durchaus auf dein eigenes physisches und psychisches Wohl schaust. Gönne Dir Freizeit und Aktivitäten die dir abschalten helfen.
    Denn nur wenn es dir gut geht, kannst du auch deine Mitmenschen daran teilhaben lassen.
    Kopf hoch und alles Gute, so wie du schreibst glaube ich du hast alle Anlagen die Situation zu meistern!
     
    #2
    User 42876, 10 September 2009
  3. crashed
    crashed (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    9
    vergeben und glücklich
    Mein Vorschlag wäre einen Therapeuten aufzusuchen. Mit ihm kann sie den Tod des Vaters verarbeiten und ihr Alkoholproblem angehen. Ich denke nämlich in ihrem Leben hat sich eine Lehre entwickelt und sie versucht mit Alkohol diese zu füllen. Was willst DU denn da machen. Du kannst nichts machen, außer vielleicht einpaar wenig tröstende Worte sprechen.
     
    #3
    crashed, 11 September 2009
  4. ThirdKing
    ThirdKing (28)
    Benutzer gesperrt
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    88
    146
    offene Beziehung
    Schick deine Mutter zu einem Terapolten bzw sorg dafür, dass sie professionelle Hilfe annimmt. Mehr kannst du nicht tun.

    Ich kenn deine Situation aus andern Threads und kann dir nur sagen: Kümmer dich um dein eigenes Leben. Du hast selbst genug Probleme, um die du dich kümmern musst. Es bringt euch beiden (dir und deiner Mutter) nichts, wenn du dich selbst kaputt machst.

    ThirdKing
     
    #4
    ThirdKing, 11 September 2009
  5. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
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    248
    657
    nicht angegeben
    Es tut mir leid, Dass Du jetzt in einer ziemlich hilflosen Situation bist, ich kann Dir nachfühle. Aber Du solltest auf Dich auch acht geben, denn auch Du hast ein Recht auf ein eigenes Leben.
    So wie Du beschreibst, soll sich Deine Mutter einen Therapeuten aufsuchen. Die Frage ist bloss, ob sie auch will, denn es kann sein, dass sie ihr Problem gar nicht einsieht.
    Trauer in allen Ehren, aber es sollte auch mal wieder der normale Alltag eintreten. Jeder muss mal den Tod eines Angehörigen erleben, und in der Regel kommt auch mehr oder weniger jeder auf seine Weise damit klar. Hier aber scheint Deine Mutter eine sehr labile Person zu sein und keinen Sinn mehr in ihrem Leben zu sehen, dass sie den Tod Deines Vaters nicht verkraftet. Und deswegen bedarf es auch eines Therapeuten.
    Ausserdem ruiniert sie sich auf lange Sich ihre Gesundheit.

    Auch wenn Du glaubst, einiges verpasst zu haben in Deinem Leben - Du hast doch bis jetzt was geleistet, auf das Du stolz sein kannst. Was die übrige Lebenserfahrung anbelangt, ist es an der Zeit, dass Du das jetzt nicht auf die lange Bank schiebst und Deinen eigenen Weg gehst und Deine Ziele in die Tat umsetzt, so wie Du es Dir wünschst.
    Du hast noch alles vor Dir, deshalb kümmere Dich auch um Dich selbst.

    Ich wünsch Dir viel Kraft :smile:
     
    #5
    User 48403, 11 September 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  6. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
    20.750
    698
    2.618
    Verheiratet
    [x] Persönliches Glück.

    Zieh' wieder aus, genieß dein Leben. Du lebst nur einmal und es ist dein Leben, du bist nicht dazu geboren worden, dich um deine Mutter zu kümmern. Sie ist eine erwachsene Frau, die eigene Entscheidungen trifft, und wenn sie glaubt, ihre Probleme in Alkohol ertränken zu müssen, dann ist das ihr Ding. Da deine Brüder dir nicht glauben, solltest du ihnen vorschlagen mal nachts vorbei zu kommen bzw. auch mal ein, zwei Wochen bei ihr zu wohnen. Das die eigenen Geschwister einem nicht glauben ... in meinen Augen unfassbar !

    Kümmer dich um dich. Für deine Mutter kannst du eh nichts tun, eine Sucht lässt sich erst dann in den Griff bekommen, wenn man es selber will. Also lass sie ruhig mal über ihre eigene Kotze am Morgen stolpern.
     
    #6
    xoxo, 11 September 2009
  7. Schweinebacke
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    4.251
    348
    4.660
    nicht angegeben
    Auch ohne den Gegensatz persöhnliches Glück <> anderen helfen zu berücksichtigen sollte sich lieber ein vernünftiger Therapeut um deine Mutter kümmern, bei den meisten psychologischen Problemen (Alkohol, Magersucht, Depressionen, ...) ist man nämlich als Unbedarfter ziemlich hilflos und macht sich nur selbst kaputt, ohne dass die Bemühungen viel helfen würden.
     
    #7
    Schweinebacke, 11 September 2009
  8. Marine Schnecke
    Verbringt hier viel Zeit
    143
    103
    6
    vergeben und glücklich
    Ich bin noch sehr jung, habe aber schon viel Alkoholismus in der Familie erlebt und kann dir daher nur raten, kümmer dich um dein eigenes Glück.
    Den das ist auch der Grund, weshalb deine Brüder dir nicht glauben wollen, denn wenn sie es täten, müssten sie helfen, aber so können sie die Augen verschließen und dich mit dem Problem allein lassen und ihr Leben weiterleben.
    Ich wüsste nicht, warum du dich dafür opfern solltest, dass alle anderen fröhlich weiterleben können. Sag deiner Mutter, dass du sie sehr liebst, aber ihre abendlichen Eskapaden nicht erträgst. Das sie sich Hilfe suchen soll oder du sie "verlässt". Das wird vermutlich nicht helfen, den bei Alkoholismus hilft nix außer eigenem Willen, aber vielleicht merkt sie, was sie da aufs Spiel setzt für einen toten Mann.

    Bei Alkoholismus hörts für mich einfach auf, da gibt es keine Entschuldigung und kein Mitleid mehr.
    Und meiner Meinung ist das das einzig richtige, denn wenn sie nicht merken, was sie verlieren, wirds sich nicht ändern.
     
    #8
    Marine Schnecke, 11 September 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  9. donmartin
    Gast
    1.903
    Mach es, wie alle Anderen beschrieben: Geh' und nimm DEIN Leben in die Hand.

    Off-Topic:
    -->eigene Erfahrung. Muss mal die Threats raussuchen
     
    #9
    donmartin, 11 September 2009
  10. crimson_
    Verbringt hier viel Zeit
    789
    103
    14
    vergeben und glücklich
    Leb Dein eigenes Leben und such Dir professionelle Hilfe für Deine Mutter. Alkoholikern hilft man nicht, indem man sie in ihrer Sucht unterstützt, und nichts anderes ist es, wenn man ihnen dabei hilft, die Spuren ihrer Eskapaden zu beseitigen und die Fassade nach außen hin zu wahren. Das hilft weder Dir noch ihr.
     
    #10
    crimson_, 11 September 2009
  11. brainforce
    brainforce (33)
    Beiträge füllen Bücher
    5.384
    248
    557
    Single
    Ganz kurz: Schau zu das deine Mutter professionelle Hilfe in Anspruch nimmt - anders geht ihr Leben noch mehr den Bach runter als es momentan schon der Fall ist - und du bist nicht der Aufpasser deiner Mutter!

    Mach deinen Brüdern etc. klar was Sache ist - Augen verschließen nutzt nichts - auch was das Geschäft angeht - ich weiß ja nicht wer momentan "Geschäftsführer" ist etc....

    Vielleicht wäre es fast am besten du nimmst dir auch einen Therapeuten - deine Mutter kannst du nicht zwingen; dich allerdings schon!

    Für mich hört es sich so an als wären die Probleme in ihrem Außmaßen schlimmer als es sich hier anhört... (Alkohol, Tod, Misshandlung, Geschäft, Streß etc.)
     
    #11
    brainforce, 11 September 2009
  12. munich-lion
    Planet-Liebe ist Startseite
    12.963
    598
    10.512
    nicht angegeben
    Hallo,

    ich kann mir vorstellen, wie dich die Situation um deine Mutter belastet sowie andere Sorgen dir das Leben momentan zur Hölle machen, aber warum um Himmelswillen bist du denn bei ihr auch noch eingezogen?
    Deine Mutter ist kein Pflegefall, der liebevoll und aus Dankbarkeit von den Kindern im eigenen Heim umsorgt wird...deine Mutter säuft aus Kummer über den Tod ihres Mannes und lässt scheinbar alles nur noch schleifen, so dass sie nicht einmal die dramatischen finanziellen Probleme eures Familienbetriebes erkennen will.
    Keine Ahnung, was die Firma für eine Gesellschaftsform hat und wer alles was zu sagen hat...aber wenn das so weitergeht, dann wird wohl irgendwann die Bank nicht mehr mitspielen und das Ende vom Lied wäre ein Zwangsversteigerung. Ich meine, sie ist doch schon länger Geschäftsfrau...wieso kapiert sie das denn nicht?

    Nun gut: Ich will auf das eigentliche Alkoholproblem zurückkommen: Da du scheinbar immer für alles und jeden da warst/bist, klinken sich wohl deine Brüder geschmeidig aus der Sache aus und denken sich "lass mal das den Anfänger machen...ich habe bisher nichts getan und werde einen Teufel tun, mich jetzt irgendwie einen Klotz ans Bein zu binden".
    So geht das aber nicht und du musst endlich lernen, energischer zu werden und auch die Aufgaben entsprechend aufzuteilen, was bedeutet, dass du ohne falsche Scheu und Angst jede erdenkliche Hilfe in Anspruch nimmst, die du kriegen kannst.
    Und wenn deine Brüder die Augen verschließen wollen, dass ihre Mutter Alkoholikerin ist, dann sollen sie sich mal das ganze Elend selber anschauen oder kommen sie nicht regelmäßig zu Besuch?

    Deine Mutter wirst du nicht vom Alkohol wegbringen, wenn du sie weiterhin umtüdelst, denn somit wird sie nie richtig am Boden liegen, wenn ihr ständig wieder aufgeholfen wird...sie wird wohl auch weitersaufen, wenn du schimpft und zeterst oder es mit Verständnis und Mitgefühl versuchst.
    Aber eines kannst du zumindest schon mal tun, auch wenn dir dabei das Herz blutet und du dir nur noch gemein und lieblos vorkommst: Lass sie in ihren eigenen Erbrochenen oder Exkremente liegen und mache davon Fotos, die du ihr dann zeigst, wenn sie wieder nüchtern ist.
    Vielleicht schämt sie sich ja so, dass sie langsam zur Besinnung kommt oder du rufst den Notarzt, denn nichts kann peinlicher sein, sich so vor fremden Menschen präsentieren zu müssen. Vielleicht führt ja eine Schocktherapie zu einem entsprechenden Umdenken.
    Außerdem würde ich mal bei den Anonymen Alkoholikern nachfragen, wie du am besten vorgehen kannst und was zu tun ist, aber denke daran, gewisse Aufgaben künftig auch auf deine Brüder aufzuteilen.
    Klar, ein Familientherapeut wäre nicht schlecht, aber wenn deine Mutter nicht alleine einsieht, dass sie Hilfe braucht und alkoholabhängig ist, wirst du nichts ausrichten können, denn du kannst sie ja schlecht wo hinschleppen und eine Zwangseinweisung wird von den Behörden nur in ganz krassen Fällen veranlasst.

    Ich kann dir weiterhin nur viel Kraft und Mut wünschen und dir ans Herz legen, dass du endlich mal an dein eigenes Glück denkst, das du bereits viel zu lange vernachlässigt hast. (und darfst du anstandslos ohne schlechtes Gewissen tun)
    Du siehst es ja: Im Endeffekt dankt es dir keiner und wenn du nicht aufpasst, bist du alt und grau und dein Leben vorbei - ohne dass du es je richtig gelebt hast.
     
    #12
    munich-lion, 11 September 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  13. AlterAnfänger32
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    57
    33
    2
    Single
    Meine Entscheidung steht jetzt fest: Ich versuche mich erstmal selbst zu verwirklichen und werde etwas Abstand in die ganze Sache bringen.
    Unter anderem wieder ausziehen....

    Mittlerweile mangelt es mir wirklich an Kraft für meine eigenen Vorhaben, liegt wahrscheinlich daran, dass ich zuviel Energie in diese ganze Familiengeschichte stecke.

    Für Andere bin ich ja immer da und bei meinen eigenen Belangen, speziell im Umgang mit Frauen/ meinen eigenen Gefühlen, breche ich fast zusammen. Und wenn ich im Nachhinein alte Threads lese, wird mir klar, dass ich in diesem Bereich irgendwie nicht meinem Alter gemäß gereift bin. Zumindest habe ich es jetzt gemerkt und kann daran arbeiten.

    @xoxo: Warum mir meine Brüder nicht glauben? Stell Dir mal Dr.Jekyll und Mr. Hyde vor, so ähnlich verläuft dieser Wechsel von nüchtern zu sturzbetrunken. Ich kann keine Vergleiche zu anderen Alkoholikern ziehen, aber dass dieser Wechsel für keinen in meiner Umgebung vorstellbar ist, wundert mich nicht.

    @Marine Schnecke: Ist diese Art von wechselndem Verhalten typisch für Alkoholiker? Tagsüber geht sie ganz normal arbeiten...

    @Brainforce: Also ich habe mit dem Thema Mißhandlung eigentlich fast abgeschlossen. Ich denke nicht, dass eine Therapie nötig wäre. Die einzige Altlast, die ich davon mit mir rumtrage, ist, dass es mir schwerfällt Menschen zu berühren. Und das geht mit einiger Konzentration schon ganz gut.

    @munich-Lion: Habe schon häufiger an die schonungslose Foto- Methode gedacht. Beim nächsten Vorfall mache ich es!

    Das meine Brüder sich da raushalten (Familiengeschäft), liegt daran, dass ich als der Älteste, eigentlich immer für diverse Aufgaben herangezogen wurde.
    Eine gerechte Aufgabenverteilung gab es nie. Da beide schon verheiratet sind und Kinder haben, scheint sich das auch nicht zu ändern.

    Wenn ich etwas in Bezug auf Aufgabenverteilung anspreche, heißt es nur, dass ich doch weder Frau noch Kinder hätte und für mich der Zug wohl schon abgefahren sei. Da könnte ich doch mal was machen. :mad:


    Wenn ich so darüber nachdenke, eine bodenlose Frechheit. Ich bin vielleicht Single, aber auch das könnte sich ja mal ändern.


    @Alle: Danke für eure Ratschläge! Fühle mich schon etwas besser. Ich werde jetzt einfach mal ein paar Dinge für mich in Angriff nehmen. Ich muss mich zusammenreißen, denn auch wenn es mir schlecht geht, gibt es doch viele, denen es noch schlechter geht.


    Ich werde mir jetzt erstmal ne Wohnung suchen und vielleicht provisorisch zu einem Kumpel ziehen.

    Gruß
    AlterAnfänger32
     
    #13
    AlterAnfänger32, 11 September 2009
  14. produnicorn
    Verbringt hier viel Zeit
    344
    113
    43
    nicht angegeben
    Hallo!

    Langfristig solltest du dich so nicht mit den Problemen deiner Mutter belasten, denn du kannst sie nicht lösen, indem du für sie ihr Erbrochenes aufwischst und sie verarztest. Das find ich zwar sehr lobenswert und auch völlig richtig von dir, aber auf Dauer muss natürlich etwas gegen die Sucht an sich gemacht werden. Dafür benötigt es

    a)Den Willen aufzuhören
    b)professionelle Hilfe
    c)die Mittel/Umstände um aufzuhören

    Was du meiner Meinung nach tun kannst, ist deinen Brüdern begreiflich zu machen, dass eure Mutter Alkoholikerin ist (was trinkt sie eigentlich?). Mit allen Mitteln. Warum? Weil ihr ihr dann dazu verhelfen könnt (gemeinsam), professionelle Hilfe an - und wahrzunehmen. Weiterhin könnt ihr sie dann auch dahingehend bestätigen, das WIRKLICH durchzuziehen und ihr moralischen Rückhalt bieten. Das ist alles langfristig angesiedelt und sehr schwer, aber nur so geht es. Es sei denn, bei deiner Mutter macht es anderweitig "Klick". Wenn ihr sie dazu bewegen könnt, ihr Problem zu erkennen und es wirklich mit professioneller Hilfe lösen zu wollen, dann seid ihr einen großen Schritt weiter.
    Das heißt aber nicht, dass du auf Dauer bei ihr wohnen sollst/kannst und ihr nur bei den Begleiterscheinungen und deren Beseitigung helfen sollst. Das bringt wirklich nichts und schadet dir nur. Und deiner Mutter hilft es wenig.
    Versuche, möglichst schnell den Willen in ihr zu etablieren, sich helfen zu lassen. Wenn sie das dauerhaft ablehnt, dann kannst du in dem Fall nicht viel machen, wenn du sonst auch schon so viel um die Ohren hast. Dennoch finde ich, dass du wirklich mit allen Mitteln versuchen solltest, sie erst zu nem Arzt und dann zu nem Profi zu bewegen. Natürlich MIT deinen Brüdern zusammen!

    Zu deiner Frage, was "normal" bei Alkoholikern ist: Es gibt da generell zwei "Stämme". Die einen, ich nenne sie jetzt mal Pegeltrinker, trinken permanent über den Tag verteilt kleinere Mengen Alkohol. Schnaps üblicherweiße. So funktionieren sie den ganzen Tag über wunderbar. Da merkt man gar nichts. Bei Ärzten im Krankenhaus und Lehrern oft der Fall. Und dann gibt es da eben Menschen wie deine Mutter. Kummertrinker. Die Sucht muss sich noch nicht völlig im Körper eingenistet haben, bzw die eigentliche körperliche Abhängigkeit ist evtl. (noch) gering. Wichtiger ist hier der psychische Aspekt. Das kommt dann, wenn der Mensch Zeit hat um nach zu denken. Bei deiner Mutter dann wohl Abends. Dann kommen gewisse Dinge und Erinnerungen wieder hoch und die werden dann im Alkohol ertränkt. Und wie du bei deiner Mutter merkst, völlig unlimitiert, bis zur Volltrunkenheit. Das ist dahingehend gefährlich, dass eine solche körperliche "Limitbelastung" wie Erbrechen, starker Kater und natürlich Begleitverletzungen den Körper sehr schnell völlig zugrunde richten. Vor allem natürlich Leber und Nieren. Weil wenn deine Mutter erbricht, dann dehydriert sie beispielsweise. Sehr ungesund für die Nieren, die Leber ist ja eh mit dem Alkohol beschäftigt. Bedeutet, eigentlich arbeitet ihr Körper auf Hochtouren, nur fehlt es an Wasser (weil erbrochen). Deshalb empfehle ich auch unbedingt, dass sie einen Arzt aufsucht, der evtl Organschäden untersuchen kann etc. AUCH wenn sie tagsüber "gut drauf" ist. Das heißt leider nichts, sowas kommt langsam, dann potenziert es sich aber recht schnell, wenn ein gewisser Grad überschritten ist... Soweit darf man es nicht kommen lassen. Dann lieber... Krankenwagen rufen, wenn sie wieder mal wöllig besoffen ist und erbrochen hat und gar nichts mehr geht. Nicht nur, dass sie dann im Krankenhaus Flüssigkeit und Elektrolythe bekommt, hoffentlich wird ihr da auch ins Gewissen geredet, bze Untersuchungen vorgeschlagen etc pp. Geht natürlich nur, wenn sie da einwilligt. Aber das machen MEnschen im Normalfall leichter, wenn sie "eh" schon im Krankenhaus sind. Ja, das wird Horror werden. Ja, sie wird dann auch dir die Schuld geben, wenn du den Ärzten, Sanitätern oder wem auch immer sagst, dass sie das öfter macht. Aber da muss sie dann wohl oder übel durch. Und du auch... Wie gesagt, das Wichtigste ist aber, dass deine Brüder das erfahren! Sodass du nicht allein bist.


    Sowas kann es aber auch noch schlimmer machen. So ist es zum Beispiel wahrscheinlich, dass sie eben genau dann morgens absolut überfordert mit der Situation ist (JA, sie ist selbst schuld, natürlich!) und dann der Tagesrhythmus dadurch so ins Wanken kommt, dass sie aus Verzweiflung über ihre eigene Unfähigkeit und Schwäche nicht mehr zur Arbeit geht und schon morgens die Flasche ansetzt. So driften Menschen dann immer weiter ab... Schon selbst gesehen und ich habe ausserdem einen guten Freund, der Alkohol/Suchtberatung macht. Klar, er MUSS es nicht machen und "verdient" hat sie es auch nicht in dem Sinne, als das sie ja nun einmal selbst Schuld ist. Andererseits sollte man ihr in diesem Fall dennoch helfen, denn ansonsten wird es noch schlimmer. Ich weiß nicht, also ich... Ich könnte das nicht. Meine Mutter oder meine Freundin oder meine Schwester oder sonstwen, den ich sehr gerne mag oder sogar liebe so zu "lassen". Auch wenn es schwer ist, ich würde es tun.
     
    #14
    produnicorn, 13 September 2009
  15. donmartin
    Gast
    1.903
    Würdest du?
    Ich hab meinen Vater liegen lassen. Du glaubst nicht, was es für eine Überwindung ist, es ist völlig Irrational
    - einmal weils ja ein naher Angehöriger ist,
    - und weils Kraft kostet, sich nicht dazu zu setzen und mitzusaufen (in meinem Fall).

    Krankenwagen oder Arzt rufen - vielleicht machts ja "Klick" in der Birne wenn sie Nüchtern wird.


    Guter Beitrag, nur man kann niemanden zu seinem Glück (Entzug) zwingen.

    Im Krankenhaus werden die Ärzte schon merken, was mit ihr los ist.
    Üblicherweise werden sofort auch Vitamine (B1 usw ) für die Nerven verabreicht und Entzugsmindernde
    Medikamente.
    Es gibt Menschen, die neigen zu Krämpfanfällen, wenn dem Körper der Alc entzogen wird.
     
    #15
    donmartin, 13 September 2009
  16. AlterAnfänger32
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    57
    33
    2
    Single
    Jetzt habe ich endgültig die Schnauze voll!

    Habe heute mal wieder versucht das Thema anzusprechen.

    Wie erwartet ist wirklich Niemand bereit etwas zu tun.

    Brüder? Wie schon beschrieben, "haben Familie" , treten alles dankbar an mich ab. "Du übertreibst doch....".

    Mutter? Zweimal darauf angesprochen an diesem Wochenende. Antwort: "Das ist meine Sache".

    Und vor einer Stunde mal wieder voll alkoholisiert aufgetreten, hat mir ein Glas an die Stirn geworfen. Oh wie schön, zur Abwechslung mal agressiv. :mad:

    Ich werde jetzt nichts mehr in der Sache unternehmen.

    Meine Prioritäten sind: Wohnung suchen, berufliche Neuorientierung und mich selbst verwirklichen.

    Kann ich davon sprechen, eine liebenswerte Person im Stich zu lassen? Nein! Für mich ist das schon lange nur noch eine Pflichtübung.

    Die Konsequenzen sind für mich: Vollständiger Kontaktabbruch zu ihr und meinen Brüdern. Soll sich meine tolle Familie gehackt legen!

    Trotzdem nochmal Danke für Eure Anteilnahme.
    Aber jetzt sehe ich mich doch außer Stande irgendetwas umzusetzen. Mehr kann und will ich auch nicht tun.

    Gruß

    AlterAnfänger32
     
    #16
    AlterAnfänger32, 13 September 2009
  17. Blaubeerchen
    Sorgt für Gesprächsstoff
    133
    43
    2
    in einer Beziehung
    Ich wünsche dir alles Gute auf dem Weg zurück zu dir zu finden!
    :-*
     
    #17
    Blaubeerchen, 13 September 2009
  18. brainforce
    brainforce (33)
    Beiträge füllen Bücher
    5.384
    248
    557
    Single
    Das klang aber vor wenigen Tagen noch komplett anders.:rolleyes::eek:

    Dennoch finde ich dein Handeln im großen und ganzen richtig!

    Ich hoff einfach mal du handelst danach - mach deinen Brüdern aber klar was sie zu erwarten haben, vielleicht bringst du auch mal das Geschäft ins Spiel evtl. macht der finanzielle Zustand hier mehr Eindruck als der Zustand der offenbar nicht besonders beliebten Mutter...:ratlos:

    Jedenfalls kann ich verstehen und sehe es auch als richtig an dich auszuklinken - du bist kein Fachmann dafür, hast alles mögliche versucht die Situation zu ändern und das ohne Unterstützung deiner Geschwister o.ä.

    Versuche aber das ganze nicht im Streit enden zu lassen - mach deine Position klar und zieh dich zurück - das Ruder herumreißen kannst du nicht und deine Geschwister, Verwandten etc. verkennen offenbar (noch) die Situation.
     
    #18
    brainforce, 14 September 2009

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