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Eltern/Familie Umgang mit dem Vater nicht mehr möglich - Rausschmiss droht

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von nwn, 10 März 2010.

  1. nwn
    nwn (27)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    83
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    1
    nicht angegeben
    Hallo liebes Forum,

    Ich schreibe euch, weil ich mich zur Zeit in einer schwierigen Situation befinden. Das Verhältnis zu meinem Vater war noch nie besonders gut, wir konnten nie miteinander und ich bezweifle das wir das auch jemals können werden. Mit siebzehn war die Situation so festgefahren das ich für ein Jahr ausgezogen bin. Relativ weit weg in ein anderes Bundesland um dort zum einen selbstständiger zu werden und zum anderen um der Situation zu Hause zu entfliehen. In diesem Jahr habe ich kaum Kontakt zu meinen Eltern gehabt, habe sie nur zwei mal gesehen und selten telefoniert. Mehr als Kindergeld habe ich im Monat nicht bekommen, den Rest habe ich mir selbst dazuverdient. Dazu muss ich sagen das ich auch nichts von meinen Eltern verlangt habe.
    Nun kam es aber dazu, dass ich leider dort nicht mehr wohnen bleiben konnte und wieder zurück zu meinen Eltern musste. Ich gehe nur wieder zur Schule, in die elfte Klasse und bin neunzehn. Ich lebe bei meinen Eltern und naja, aufgrund diverser Sachen die vorgefallen sind in den letzten zehn Monaten bekam ich psychische Problemen, wegen denen ich auch in psychologischer Behandlung bin. Dazu zählen Schlafstörungen, gestörtes Essverhalten (ich habe keinen Appetit mehr), Lustlosigkeit, Motivationslosigkeit und Konzentrationsprobleme. Manchmal nachts auch Angst- oder Panikattacken.
    Einige dieser Probleme bessern sich langsam, die Schlafstörungen zum Beispiel, aber vieles ist nach wie vor da.
    Nun fange ich ab dem 01.08. eine Ausbildung an und habe vor zu diesem Termin dann auch in eine eigene Wohnung zu ziehen, doch leider geht das erst ab da.
    Ich quäle mich im Moment mehr oder minder zur Schule, da ich einfach morgens schwer aus dem Bett komme, bin aber dabei mir in den Arsch zu treten und zu versuchen das wieder in den Griff zu bekommen, wie gesagt Psychologe ist mit dabei und hilft mir.

    Nun zum eigentlichen Problem. Seit ich wieder bei meinen Eltern wohne, eskaliert es sehr oft mit meinem Vater. Wir reden meisten drei bis vier Wochen nicht ein Wort miteinander obwohl wir uns jeden Tag sehen und dann streiten wir uns wegen total banalen Sachen. Aufgrund meiner psychischen Probleme, habe ich leider auch nicht viel im Haushalt mitgeholfen und mich wenig am Zusammenleben beteiligt, ich wollte größtenteils einfach meine Ruhe haben und habe mich sehr verkrochen. Mein Vater ist jedoch ein Mensch, der das nicht versteht, ich kann ja auch nachvollziehen das er von mir mehr erwartet gerade mit neunzehn, aber ich konnte es eine Zeit lang einfach nicht, ich hatte eine richtig: mir egal tour aufgesetzt.
    Mittlerweile hat sich das geändert und ich bemühe mich mehr zu helfen, doch die Situation ist festgefahren. In jedem Streit bekomme ich nahegelegt wie dumm ich doch bin und das egal was ich mache nichts hinbekommen werde, wie damals als ich ausgezogen bin und das ja nicht geklappt hatte letztendlich (wobei da viele Faktoren eine Rolle spielten) und immer wird dieses Thema hervorgeholt wie sehr ich damals in seinen Augen "versagt" habe. Ich bekomme monatlich mein Kindergeld ausbezahlt, davon spare ich mir was zusammen für meine Wohnung dann und meinen Führerschein, denn ich bekomme da keine Hilfe von meinen Eltern. Meine Geschwister haben alles bezahlt bekommen, Führerschein, Auto und mein Bruder erhält immer noch monatlich ca 300 euro dazu und ich nichts. Irgendwo ist es auch verletzend, doch mein Vater hat mir schon des öfteren vorgehalten das er mich eigentlich auch nie gewollt hat.

    So, nun ist mein Vater der Meinung einen Anwalt gegen mich einzuschalten, ich solle doch bitte innerhalb eines Monats die Wohnung räumen und mir etwas eigenes suchen. Aber jetzt meine Frage, ich habe keine Ahnung wie ich das anstellen soll. Ich suche im Moment verzweifelt einen Nebenjob, was aber bei uns im Dorf und mit den Verbinden leider nicht so einfach ist. Busse fahren leider nur bis fünf Uhr Nachmittags und meine Eltern würden mich auch niemals abends abholen. Das würde bedeuten nachts mehrere km laufen, Fahrrad hab ich keins. Ich weiß erstens nicht, wo ich so schnell eine geeignete Wohnung finden soll, wie ich diese dann finanzieren soll nur mit meinem Kindergeld und zur Zeit besuche ich ja auch noch die Schule. Jugendamt möchte ich vermeiden, da ich das schon mal versucht habe, aber uns nie geholfen wurde, viel mehr haben die sich einfach nicht gekümmert um unsere familiäre Situation.
    Kann mir vielleicht jemand einen Rat geben, wie ich vielleicht die Situation retten kann?

    Seit zwei Monaten nun versuche ich alles um es zu bessern, ich gehe meinem Vater aus dem Weg, wenn er zu Hause ist und das ist er von morgens bis Abends da er nicht arbeitet, bleibe ich in meinem Zimmer. Ich komme nur zum Essen und zum aufs Klo gehen raus. Ich helfe so gut ich neben der Schule und dem Lernen kann im Haushalt und versuche ab und zu noch was nebenbei zu verdienen durch Nachhilfe oder sowas, aber das ist leider nur selten und wenig der Fall.
    Meine Mutter und meine Geschwister stehen vollkommen hinter mir, haben aber keine Chance, denn mein Vater hört nicht zu. Er ist sehr konservativ und Kinder sowie Frau haben wenig in seinem "Regiment" zu sagen. Es ist schwierig sich da gehört zu verschaffen oder gar ein normales Gespräch zu führen, da er schnell laut wird und irgendwann einfach auf stur schaltet, dann geht gar nichts mehr. Selbst bei einem Gespräch mit meinem Psychologen musste dieser scheitern. Es funktioniert leider nicht. Deswegen möchte ich auch ausziehen zum 01.08. denn ich denke das ist einfach für alle das Beste, aber das geht erst dann und nicht in einem Monat.

    Ich würde mich wirklich über Hilfe freuen...
    Danke schon mal.
     
    #1
    nwn, 10 März 2010
  2. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
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    9.083
    Verliebt
    Wenn deine Mutter so hinter dir steht, warum zieht sie dann keine Trennung in Erwägung? Klingt leichter gesagt als getan, aber es kann ihr doch nicht egal sein, wenns dir wegen ihres Mannes so schlecht geht.

    Ansonsten erkundige dich mal nach betreutem Wohnen oder einem WG-Zimmer. Kann deine Mutter dich da nicht evtl. auch unterstützen (finanziell)?
     
    #2
    krava, 10 März 2010
  3. plop
    plop (30)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Verheiratet
    soweit ich weiss sind deine erziehungsberechtigten gesetzlich dazu VERPFLICHTET für dich unterhalt zu zahlen, solange du keine abgeschlossene ausbildung vorweisen kannst und ein gewisses Alter nicht erreicht hast. (nein, nicht 18)
    schaff dir doch eine rechtschutzversicherung an und lass dich vom anwalt beraten bzw. google erstmal, ob es stimmt, was ich da von mir gebe. (bin zu faul)
     
    #3
    plop, 10 März 2010
  4. nwn
    nwn (27)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
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    1
    nicht angegeben
    Meine Mutter hat viel zu viel Angst alleine dazustehen, sie sagt gar nichts zu meinem Vater, weil der meistens immer alles regelt mit Versicherungen etc. und meine Mum hat angst das sie dann alleine untergeht, sie kann auch nicht so perfekt deutsch und ist in vielerlei Hinsicht abhängig von ihm. Zumindest sieht sie das so. Sie möchte Streit mit ihm vermeiden, meistens reden wir nur hinter seinem Rücken über ihn und sie weiß wie es mir geht, aber sie tut nichts dagegen.

    Meine Mutter würde mich finanziell sofort unterstützen, aber da sie arbeitet und mein Vater nicht, ist das nicht so leicht, das wenig Geld im Monat übrig bleibt. Vieles geht zb. auch für meine Geschwister drauf, mein Bruder bekommt zum Leben 300 euro, er ist Student und wohnt alleine und meine Schwester wird mit Möbeln und der Renovierung des Hauses unterstützt.

    Sie meinte das sie mir Anfangs hilft, bis ich mit dem Gehalt und Miete und so klar komme während der Ausbildung, aber das war vor dem letzten Streit.

    Ich habe aber einen Schulabschluss, die Mittlere Reife, nur eben keine Ausbildung, aber ich warte mal ab, was der Anwalt meines Vater dazu sagt.
     
    #4
    nwn, 10 März 2010
  5. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
    42.920
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    Verliebt
    Im Prinzip gut gemeint, aber die RV greift nicht für "Konflikte", die schon vor Abschluss der Versicherung bestanden. Die simple Auskunft, inwiefern die Eltern unterhaltspflichtig sind, erhält man garantiert auch beim Jugendamt (kostenlos).

    Arbeitet dein Vater nicht, weil er nicht kann (krank?) oder weil er nicht will oder weil er nichts findet? Wie lange ist das schon so?
     
    #5
    krava, 10 März 2010
  6. nwn
    nwn (27)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    83
    33
    1
    nicht angegeben
    Er arbeitet nicht mehr weil er gesundheitlich nicht mehr kann, hat am Band geschafft Jahre lang und jetzt macht das sein Arm nicht mehr mit, ist relativ eingeschränkt und bemüht sich um eine Umschulung, das geht jetzt etwa acht Monate so. Er sitzt eigentlich nur den ganzen Tag daheim vorm Fernseher und was anderes macht er nicht. Hilft nur wenig im Haushalt, nichts würde ich jetzt net sagen, ab und zu schon, aber meistens bleibt alles an meiner Mum hängen. Das war schon immer so. Meine Mutter drei schichten gearbeitet, neun Stunden am Tag, drei Kinder, abends heim gekommen, er liegt nach sieben std vorm Fernseher und meine Mum macht noch den Haushalt und kümmert sich um uns.
     
    #6
    nwn, 10 März 2010
  7. brainforce
    brainforce (33)
    Beiträge füllen Bücher
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    248
    557
    Single
    dem stimme ich zu...

    @Threadstarterin:
    so wie du schreibst verhält sich dein Vater wie ein Riesenarschloch - sorry aber anders kann man es kaum schreiben... Auch ich denke da ist "Hopfen und Malz" verloren...

    Sonderbar finde ich es das du zwar in psychologischer Behandlung bist (deswegen) aber dir die Psychologin offenbar nicht wirklich weiterhelfen kann (?). :ratlos:

    Zumindest deute ich das aus der Situation heraus da du hier im Thread viele Fragen stellst und Dinge schilderst die so mal gar nicht gehen... und die eigentlich geändert gehörten (was teils auch machbar wäre wenn die Zustände wirklich so schlimm sind wie du schilderst...):schuettel:

    Deine Mutter und deine Geschwister stehen meiner Meinung nach nur oberflächlich hinter dir - helfen tun sie dir auf jeden Fall nicht - evtl. weil sie es aufgrund des "Familientyrannen" nicht können... Mir scheint als hätte dein Vater alle unter seiner Fuchtel... :ratlos:

    Eigentlich kann dein Vater glücklich sein das er bisher so "gut" davongekommen ist... was dein Verhalten bzw. deine Handlungsweisen betrifft... du hättest ihm "finanziell und rechtlich" sicher viel mehr zusetzen können... - ebenso scheint sein "patriachalisches" Verhalten auch innerhalb der weitern Familie "ungestraft" zu bleiben... sorry aber der Mann wird sich nicht mehr ändern - erst recht nicht bei eurer Unterwürfigkeit...:ratlos::schuettel::mad:
     
    #7
    brainforce, 10 März 2010
  8. DocMiller
    Öfters im Forum
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    31
    vergeben und glücklich
    Ersteinmal mein Beileid für das Verhältnis zu deinem Vater. Ich bin immer wieder geschockt, wie rücksichtslos manche Eltern mit ihren Kindern umgehen.

    Ich bin oft überrascht, dass Kinder auf den Unterhalt, der ihnen zusteht, verzichten. Unterhalt der Eltern ist keine Almose sondern rechtliche und moralische Verpflichtung. Später im Alter musst du ja umgekehrt deine Eltern auch finanzieren, falls sie pflegebedürftig werden.

    Du hast, falls du alleine wohnst, Unterhaltsanspruch von 640€ an deine Eltern. Den solltest du notfalls gerichtlich durchsetzen. Ansonsten kann man nur empfehlen, den Kontakt zu deinem Vater abzubrechen, falls er nicht mit einer Entschuldigung aus tiefstem Herzen zu dir kommt. Aussagen des Vaters, er habe die eigene Tochter eh nie gewollt sind (neben allem anderen) die Höhe und in meinen Augen kaum entschuldbar.
     
    #8
    DocMiller, 10 März 2010
  9. ülpentülp
    0
    hi nwn.

    im ersten überlesen deines problemes dachte ich, der/die psychologe/In sollte doch deinen vater mit einbeziehen. okay, das ist wohl wenig sinnvoll und wohl nicht einmal denkbar.

    nun kennt ja niemand deine geschichte während der zeit, in der du den abnabelversuch unternommen hast. da bleiben nur vermutungen.
    du klingst einerseits sehr verzweifelt und auch etwas unsicher, andererseits bist du wohl recht fest entschlossen dich und das leben, das an dir dranhängt, in die reihe zu kriegen.
    fakt ist, deine eltern haben eine fürsorge- und unterhaltspflicht für dich, solange du noch unter 25 bist und kein eigenes einkommen hast (da stellt sich mir schon die frage, was dein vater mit einem anwalt gegen dich erreichen will (?). ein seriöser anwalt wird ihm das gleiche sagen).
    daraus ergibt sich - einfach so rausschmeissen ist nicht. nicht ohne konsequenzen.

    die situation zu retten wird meiner meinung und deiner beschreibung nach nicht möglich sein. du kannst nur versuchen, mit deinen eltern!, nicht nur mit deinem vater, ein "stillhalteabkommen" bis zum 31.07. zu vereinbaren, damit das alles nicht irgendwann unkontrollierbar eskalliert.

    es gibt freilich noch andere wege, aber das wäre rechtsberatung und die ist hier nicht erwünscht.
    aber es gibt ja PN :zwinker:.

    alles gute!
     
    #9
    ülpentülp, 10 März 2010
  10. ThirdKing
    ThirdKing (28)
    Benutzer gesperrt
    1.317
    88
    146
    offene Beziehung
    In deinem Fall gibts nur eins: Ab zum Amt und Wohngeld beantragen!
    Wenn du ab dem 1.8 eine Ausbildung hast und jetzt nichts zu tun, kannst du arbeitslos melden und dir deine Wohnung erstmal so zahlen lassen.
     
    #10
    ThirdKing, 10 März 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  11. Orgasmusmaus
    Öfters im Forum
    574
    53
    36
    vergeben und glücklich
    Oder Du erkundigst Dich unverbindlich mal beim Landratsamt, Jugendamt oder der Stadt- oder Gemeindeverwaltung was für finanzielle Möglichkeiten Du hast. Dort wird Dir bestimmt geholfen !

    Zieh`weiterhin Deine Pläne so durch wie bisher. Ganz am Ende wirst Du der Sieger sein. Hut ab !!!
     
    #11
    Orgasmusmaus, 10 März 2010
  12. Blues89
    Blues89 (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    103
    7
    nicht angegeben
    anwalt nehmen und auf bleiberecht klagen bis du raus kannst. Einen Anwalt stellt man dir das wäre die erste Lösung. Zweite Lösung wäre auch wenn du es nicht willst zum Jugendamt zu gehen am besten mit einem Schreiben vom Anwalt deines Vaters und sagen ich werde rausgeschmissen somit müssen deine eltern dir bis 25 unter die arme greifen :smile: du hast einfach die besseren karten. Du hast noch das ass im ärmel wo du sagen kannst wie du benachteiligt wirst gegenüber deiner geschwister
     
    #12
    Blues89, 10 März 2010
  13. User 85918
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    nicht angegeben
    Ich würde hier nicht einen Anwalt aufsuchen.

    Ich würde zum Sozialamt in deiner Stadt gehen. Der Staat ist dazu verpflichtet, dich zu unterstützen. Du gehst dorthin und holst dir einen Antrag auf Wohngeld. Somit kannst du ohne Anwalt etc. ausziehen und hast Abstand zu deinem (entschuldige diesen Ausdruck) Arschlochvater.
     
    #13
    User 85918, 10 März 2010
  14. ülpentülp
    0
    soo einfach ist das leider nicht. glaubs.
     
    #14
    ülpentülp, 10 März 2010
  15. User 85918
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    1.320
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    90
    nicht angegeben
    Das brauche ich nicht glauben, das hat bei drei meiner Freundinnen und meiner Cousine funktioniert.
    Die wohnen alle im selben Ort und haben unterschiedliche Sachbearbeiter (bevor gesagt wird, dass man evtl einen überfreundlichen Sachbearbeiter liegt).

    Laut Google hat sie Anrecht auf ALG2 / HARTZ4 "Grundsicherung für Arbeitsuchende".
    Zudem hat sie doch zum 01.08 eine Ausbildung, oder habe ich das falsch verstanden?
    Mit einem Azubigehalt + Kindergeld wird sie eine eigene Wohnung auch nicht ohne weiteres finanzieren können.
     
    #15
    User 85918, 10 März 2010
  16. honi soit qui mal y pense
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    nicht angegeben

    Haben sie auch die gleichen Voraussetzungen wie in o.g. Fall?
     
    #16
    honi soit qui mal y pense, 10 März 2010
  17. User 85918
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    nicht angegeben
    Ja, alle drei hatten Probleme mit ihren Eltern. Der einzige Unterschied war, dass sie zuvor zum Jugendamt gegangen sind.
     
    #17
    User 85918, 10 März 2010
  18. nwn
    nwn (27)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    83
    33
    1
    nicht angegeben
    Ich würde meinen Vater als Choleriker bezeichnen und leicht narzisstisch verlangt. Er schaltet wegen jeder Kleinigkeit seinen Anwalt und hat auch schon einmal seinen Anwalt gegen mich gehetzt, damals war ich 14 und es ging um die Ausgehzeiten, da habe ich dann ein Schreiben bekommen das wie lange draußen bleiben darf usw. weil ich damals aufgrund der Wohnsituation öfter bei Freundinnen schlafen wollte und weil das meist weiter weg war, war es anders nicht möglich mit ihnen viel zu machen. Um sechs Uhr abends wieder daheim sein, aufgrund der Verbindungen war in dem Alter... naja, man wollte das nicht so gern ;-) und mein Vater hat das nicht so akzeptieren wollen. Ich selbst kann diesem Menschen nicht mehr viel abgewinnen, einfach weil er sich so verhält und auch meine Mutter schon oft unterdrückt hat. Das Problem ist halt, das sie nicht viel zu sagen hat, stellt sie sich gegen ihn dann gibt es auch zwischen ihnen Streit und er redet dann einfach Wochenlang nicht mehr mit einem.

    Heute gab es ja wieder Streit, zur Zeit steht das mit dem Anwalt aus, da ich selbst ebenfalls der Meinung bin das er rechtlich da nicht viel machen kann, wollte ich das erst mal abwarten und schauen was dabei rauskommt. Mit ihm rede ich wieder kein Wort mehr und mit meiner Mutter ist das Verhältnis sehr gut. Also sie verhält sich mir gegenüber weiterhin lieb und freundlich, mit dir streite ich mich auch nicht so. Im Ernstfall versucht sie manchmal zu schlichten in dem sie dann meinen Vater zum Rauchen auf den Balkon bewegt oder ähnliches, damit einfach wieder eine Distanz da ist. Was dann meistens wieder Ruhe ins Haus bringt, aber leider nicht von Dauer.

    Das es jedoch so war wie jetzt, gab es nicht. Wir hatten schon oft Streit, immer, es gibt selten Momente an die ich mich erinnere, wo die Situation NICHT angespannt war, es liegt immer irgendwas in der Luft, auch wenn wir uns normal unterhalten, aber das ist gar nicht mehr möglich.

    Mein Psychologe versucht natürlich Hilfe zu leisten so viel ich ihm gestatte, doch da ich weiß das mein Vater sich auf solcherlei Dinge nicht einlässt haben Gespräche keinen Sinn. Auch meine Lehrerin versucht da aktiv zu werden, da sie ja merkt das es mir nicht gut geht, aber auch das hat keinen Sinn, da er sich weigert auf Elternabende oder Gespräche zu gehen, hat er noch nie gemacht und es interessiert ihn nicht. Wir sollen Leistung bringen, aber wie das ist ihm egal. Er würde beispielsweise auch keine Nachhilfe oder ähnliches bezahlen, weil das für ihn rausgeschmissenes Geld ist genauso wie mich irgendwo hinfahren oder abholen, weil er den Sprit nicht bezahlen will, aber mich mit 14 4 km um 2 Uhr nachts alleine durch den Wald laufen lassen bei Knie hohem Schnee, dass war ok. Es sind lauter so Sachen die ich in Erinnerung hab, die auch einfach weh tun, weil das bei Freundinnen nicht so ist und nie war.

    Ich habe halt keine Ahnung in wie weit ich auf Ämter zurück greifen soll, da dann die Situation eventuell auch wieder eskalieren könnte. Meine Eltern wollten zum Juni hin wegziehen, weiter weg und da kann ich einfach nicht mit, da mein Ausbildungsbetrieb dann zu weit weg ist und die Schule noch weiter. Da sicher ist das ich ab dem 01.08. ausziehen würde, was der Umzug meiner Eltern kein Problem für mich, doch im Juni? Und wo soll ich dann so lange hin? Wenn ich sie darauf anspreche kommen nur Sätze wie: Die Welt ist groß genug, schau halt wo du bleibst, mit neunzehn solltest du in der Lage sein. Aber ist es nicht Aufgabe der Eltern mich darauf vorzubereiten und nicht einfach annehme ab einem gewissen Alter müsste man alles wissen?

    Vorhin hat eine Freundin mir angeboten, doch so lange bei sich zu wohnen, ihre Eltern würde mich aufnehmen, doch irgendwie fühle ich mich nicht so wohl bei dem Gedanken...
     
    #18
    nwn, 10 März 2010
  19. honi soit qui mal y pense
    Meistens hier zu finden
    433
    128
    171
    nicht angegeben

    Es geht nicht nur darum, ob sie Probleme mit ihren Eltern hatten. Es geht um die familiären Voraussetzungen (finanziell, Berufssituation, Alter etc.). Wenn jeder bei Problemen mit den Eltern sofort finanzielle Unterstützung vom Staat bekäme, dann sähe die finanzielle Situation in Deutschland weitaus schlechter aus.
     
    #19
    honi soit qui mal y pense, 10 März 2010
  20. Seeker2010
    Gast
    0
    Puhhh - geht das wieder zu hier :zwinker:

    Also fangen wir mal vorne an:

    1. Dein Vater
    Vermutlich hat er an seinem Band geackert um den Lebensunterhalt zu verdienen und sich dabei auch nicht gerade geschont. Seine Kinder - also auch dich - hat er zur Schule geschickt und alles dafür getan, damit sie es einmal besser haben. Klingt sehr nach Klischee - ist aber oft so. Irgendwann ging es dann nicht mehr gesundheitlich, was ihn selbst am allermeisten verletzt hat. Dann gerät er mit dir immer öfter aneinander und er überträgt natürlich seinen Willen, dass aus dir "was besseres wird" auf dich - aber du wirst dem nicht gerecht - also zumindest nicht so, wie er sich das vorgestellt hat.

    Dass dir dein Vater mit 14 einen Brief vom Anwalt kommen lässt - da will er dir nach endlosen Steitgesprächen - in deren Verlauf du dich nicht belehren lassen wollest - wohl mal die rechtliche Lage klar machen. Wenn er das mit 14 bei dir zulässt, macht er sich der Verletzung der Aufsichtspflicht - UND evtl. auch noch der Kuppelei strafbar. Nichts anderes wurde dir vermutlich mitgeteilt. Das gibt von mir - für deinen Vater - höchstens eine schlechte B-Note für Stil. Aber er hatte Recht. Und bitte verkauf uns hier nicht, dass dem nicht endlose Streitgespräche voran gegangen sind, in denen du ordentlich Kontra gegeben hast.

    2. Zu dir:
    Du selbst bist schon einmal von zu Hause geflüchtet. Keiner von uns weiß, warum - da hälst du dich schön bedeckt - und niemand von uns weiß, wie großspurig deine Gesten deinem Vater / Eltern gegenüber waren, als du damals ausgezogen bist. Aus "irgendwelchen schleierhaften Gründen" musstest du dann zu deinen Eltern zurück kommen - bist dort wieder eingezogen. Klar, dass ihr immer wieder aneinander geratet. Die Situation hat sich ja eher noch verschlechtert. Du hast im Haushalt nicht mitgeholfen - auch nicht anderweitig unterstützt. Schuld sind psychische Probleme, die wohl genau zu dieser Zeit aufgetreten sind. Dein Vater hat dafür wenig Verständnis, - er denkt sich vielleicht, dass er sich "damals am Band" nicht so angestellt hat, dass er härter war im Nehmen, durchgehalten hat, bis sein Körper nicht mehr mitgemacht hat. Deshalb hat er für psychische Probleme vermutlich nicht so viel Verständnis.

    Jetzt kommt dein größter Trugschluss: Du versuchst die Situation zu entschärfen, indem du den Kontakt zu deinem Vater über Wochen hinweg vermeidest. Was soll denn das bringen? Gerade Männer wie er sind die typischen "Status-Menschen" - das bedeutet, dass er seine Sicht auf dich im Moment innerlich geradezu festzementiert hat. Eine Vermeidungsstrategie wird daran überhaupt nichts ändern.

    3. Deine Mutter:
    Du sagst, alle stehen hinter dir, außer deinem Vater. Das glaube ich dir durchaus. Deine Mutter - als Frau - wird viel eher Verständnis für die psychischen Probleme aufbringen - wird sie viel eher als Argument für deine Passivität akzeptieren. Dein Vater hält das alles vermutlich für ein Alibi für eine persönliche Schwäche deinerseits - für Psychologie-Pillepalle als Entschuldigung für dein persönliches Versagen! Deine Mutter hat aber scheinbar Angst ihre Ehe aufs Spiel zu setzen - das kann man ihr nicht verübeln. Im Moment sorgt sie für die Familie und müsste sich zwischen ihrem Mann und ihrer Tochter entscheiden. Nicht gerade beneidenswert, oder?
    Die Ratschläge hier, dass deine Mutter mit Trennung drohen soll, vergiss mal lieber ganz schnell. Das sind eher reflexartig artikulierte Schnellschüsse von Menschen, die nie in einer solchen Situation waren, schwarz-weiß, und nicht bis zu Ende gedacht... Auf dieses Pferd solltest du also nicht setzen...

    4. Deine Behandlung: Auch darüber schweigst du dich aus, inwieweit deine Behandlung Früchte trägt, - ob du erste Besserungen spürst, - ob du überhaupt Entscheidungsfähig bist für ein Leben außerhalb eines schützenden Elternhauses. Fühlst du dich wirklich bereit für die Welt da draußen? Im Moment klingt das eher so, als wärst du nicht einmal in der Lage im elternlichen Haushalt mitzuhelfen. Wie sollst du so eine Ausbildung durchstehen? Wie sollst du so einen eigenen Haushalt unterhalten mit 1000 Entscheidungen, die es da ständig zu fällen gilt? Also entweder du lässt dich da auf ein sehr aufregendes Abenteuer ein mit deinem Wunsch auszuziehen, - oder dein Argument, dass du wegen deiner Probleme nicht im Haushalt helfen konntest, sind nicht wirklich haltbar... Das passt überhaupt nicht zusammen...

    5. Die rechtliche Lage:
    Wie immer in diesem Themenkreis: Alles nur mal so ins Unreine geschrieben - bitte beim Anwalt prüfen lassen!
    Rein rechtlich hat ein Jugendlicher / Heranwachsender ein Unterhaltsrecht bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ODER dem Abschluss des 1.ten Bildungsweges. Das bedeutet: Schule + Ausibildung, - oder Schule + Studium. Nachfolgende Ausbildungen etc. sind da nicht mehr enthalten.

    Dieses Recht hast du verwirkt - selbst verwirkt, wenn du Schule oder Ausbildung oder Studium selbst abbrichst / unterbrichst, etc... Wenn mit deinem Auszug vor einiger Zeit auch die Schule geschmissen wurde,- und du die jetzt erst wieder aufgegriffen hast - aber schon über 18 bist - dann wird es schwierig hier irgend etwas "einklagen" zu können.

    So weit die schlechte Nachricht. Die gute ist, dass du das gar nicht musst. Sobald dein Vater seine anwaltliche Klärung hinter sich hat und du wirklich ausziehen sollst, dann bittest du ihn dir das schriftlich zu geben. Mit diesem Schriftstück gehst du dann Wohngeld beantragen. Dort wird auch eine rechtliche Vorprüfung durchgeführt, inwieweit deine Eltern hier noch an den Kosten beteiligt werden müssen/können. Die machen das schon für dich. Da musst du keinen eigenen Anwalt bemühen.

    By the way: Anwaltliche Beratung geht auch ohne Bezahlung - zumindest die ersten Gespräche, - wenn du die wirtschaftliche Not nachweisen kannst (sprich: Keine Kohle)...

    Hast du den Weg: Schule + Ausbildung nicht selbst im Alter von über 18 unterbrochen, sind deine Eltern zur finanziellen Unterstützung verpflichtet. Ausnahme: Sie sind selbst in wirtschaftlicher Not, welche sie dann aber erst nachweisen müssen - dann zahlt wieder das Amt.

    Viel wichtiger ist, dass du über deine Psychologin ein Gutachten beibringst, in dem dir bestätigt wird, dass das Verbleiben in der elterlichen häuslichen Gemeinschaft für dich psychologisch nicht mehr zumutbar ist. Denn wenn du so etwas nicht vorweisen kannst, sagt das Amt einfach, dass du eben dort weiter wohnen bleiben sollst.

    Sobald du mit deiner Psychologin darüber sprichst, solltest du aber deine Chancen in einem EIGENEN HAUSHALT mit überprüfen lassen. Wie sieht sie das? Bist du wirklich bereit für die Welt da draußen, - auch wenn du es bei deinen Eltern nicht hinbekommst, im Haushalt zu helfen? Wolltest einfach nur deine Ruhe haben? Wie wird das sein mit dir wenn du dann für dich alleine verantwortlich bist - so ohne Hotel Mama? Wirst du dann deine Ausbildung schmeißen, weil du einfach nur deine Ruhe haben möchtest? Oder dich dann in deiner Wohnung verkriechen, weil du nur noch deine Ruhe haben wolltest? Die Miete zahlt sich nicht von alleine, und du kannst nicht immer darauf wetten, dass irgendwer für dich aufkommt. Der Wunsch nach Unabhängigkeit ehrt dich sehr, - aber das, was du da oben geschrieben hast, klingt - zumindest für mich - nicht gut.

    Ein guter Ratschlag war dabei - das war das betreute Wohnen. Den Grad, in dem du psychologische Hilfe benötigst, denn kennst im Moment nur du und deine Ärztin. Sprich offen mit ihr darüber, wie weit deine Probleme dir in einem unabhängigen Leben im Wege sein werden. Es hilft dir nichts, wenn du dir da selbst etwas vorgaukelst. Das Leben ist kein bunter Teller! Und nur weil du deinem Vater entkommen bist, wird das Leben nicht einfacher!

    Als nächstes hast du evtl. einen Lehrherrn - oder einen Gesellen - der eben hart mit dir umspringt. Gehst du denen dann auch aus dem Weg um zu deeskalieren? Flucht ist nicht immer die richtige Lösung.

    Ich hoffe, du liest nicht nur negatives in diesen Zeilen - sie sind wirklich ehrlich gemeint und sollen nichts beschönigen (z.B. bei deinem Vater) oder dir jeden Mut nehmen. Du hast ärztliche Hilfe - und du solltest alle von dir geplanten Schritte wirklich mit ihr durchsprechen und auf ihren Rat hören.

    Grüße vom Seeker
     
    #20
    Seeker2010, 10 März 2010

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5 August 2015
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