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... und die Luft verharrte still

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Olli242, 14 Februar 2005.

  1. Olli242
    Olli242 (41)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Ermüdet sank er zurück in den Stuhl, lehnte sich zurück. Erschöpft schloß er die Augen. Ließ den Atem langsam aus seinen Atemwegen strömen. Wartete kurz, bevor er zögernd die Luft wieder in seine Lungen sog.
    Hinter seinen Lidern spielten sich Szenen ab, Szenen, die er lieber so nie erlebt hätte.
    Szenen, die sein Weltbild zerstörten.
    Szenen, die sein Selbstbild zerstören.
    Gefühle überrannten, überfluteten seinen Verstand, sinnlose Aneinanderreihungen von Bildern, Geräuschen, Klängen. Erlebtem.
    Er wusste nicht, wie zu fühlen. Er konnte die Gedanken nicht mehr ordnen.
    Er überließ sich nur noch dem reissenden Strom, ließ sich mittreiben, egal wo der Fluß ihn bringen würde.
    Er spürte nicht den Hauch von Wärme, der ihm entgegenkam. Sah nicht die hoffnungsfrohen Farbenspiele, die sich in der Ferne abzeichneten.
    Nur die Gedanken, die sich immer und immer wieder im Kreise drehten, sich um dasselbe drehten. Gedanken führten somit zu erneuten Gedanken, erneute Gedanken zu mehr Überlegungen, Überlegungen leerten die letzten Gedanken aus dem Schädel, leerten ihn stetig, aber kontinuierlich in einem fort, bis die Leere überwog.
    Was führt, was leitet, wenn Leere herrscht? Was treibt an, wo noch keine Leere existiert? Ist es etwas, was durch die Leere verdrängt wird? Und wenn die Leere dieses Etwas verdrängt, was bleibt? Ist ein weiteres Denken dann noch ermöglicht?
    Können Gedanken gefasst werden, wenn nur noch Leere herrscht? Wovon handeln dann die Gedanken? Wie fühlen sich diese Gedanken an, die Gedanken der Leere? Wie schmeckt die Leere?
    Abertausende Gedanken durchströmten jeden einzelnen Winkel seines Kopfes, gleichzeitig, zeitversetzt, zusammenhangslos, und doch irgendwie verknüpft.
    Hinter geschlossenen Augen nicht mehr fähig, diese Fetzen zu ordnen, noch der Kraft bemächtigt, die hierfür notwendig wäre.
    Ganz allmählich ebbten die Geräusche ab, die an sein Gehör drangen, das wiederum elektrische Impulse durch seinen Schädel schickt. Immer weniger wurden sie, bis schließlich nichts mehr übermittelt wurde.
    Stille. Absolute Stille.
    Genüsslich ließ er den Atem erneut ausströmen.
    Kein Geräusch vernehmend, die Augen hinter den Lidern nur Schwärze wahrnehmend, versank er weiter, ließ den Gedankenstrudel weiter seine Arbeit tun.
    Gleißend in der Schwärze raubte das Tosen jedes Gefühl.
    Jede Notwendigkeit.

    Die abgestandene Luft wartete darauf, in die Höhlen gezogen zu werden, um sich taumelnd finstre Gänge entlang mit anderen Gasen zu vermischen, durchgeschleudert zu werden, um auf ähnlichem Weg wieder in die Helligkeit geworfen zu werden.

    Nicht der Hauch eines Sogs zog an ihr.
     
    #1
    Olli242, 14 Februar 2005
  2. Luxia
    Luxia (46)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    vergeben und glücklich
    :knuddel:

    *sinnier*
     
    #2
    Luxia, 14 Februar 2005

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