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Unglücklich in Firma

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Recon, 9 Juni 2007.

  1. Recon
    Recon (35)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hallo!

    Ich bin grad etwas depri wegen einem Vorkommnis auf der Arbeit vom vergangenen Dienstag.
    Da hat mein Chef mich vor einem wichtigen Kunden mit den Worten: "Er hat das nicht verstanden. Dafür brauch er wohl noch ein, zwei Jahre." als dumm dargestellt und meinem Ansehen beim Kunden somit schwer geschadet.
    Ich hab mich erstmal innerlich tierisch aufgeregt, was sich dann auch am nächsten Tag fortgesetzt hat. Zu meinem Chef habe ich nichts gesagt, da wir vor seiner Aussage an diesem Tage schon einmal fast aneinander geraten wären. Der Tag war also denkbar schlecht.
    Mittwochs abends war ich dann soweit, dass ich mir gedacht habe, dass ich das so nicht auf mir sitzen lassen kann. Ihm in einem persönlichen Gespräch sagen, dass ich sein Verhalten nicht in Ordnung fand, war aber in dieser Woche nicht mehr möglich, da Donnerstag bei uns Feiertag war und Freitag kollektiver Brückentag angesetzt war. Jetzt bleibt als nächste Möglichkeit der Montag, um ihm mal meine Meinung dazu zu sagen.

    Da bin ich mir aber ehrlich gesagt nicht mehr sicher, ob das einen Sinn hat. Mein Chef ist nämlich, wie wohl alle Chefs dieser Welt, immer gleich beleidigt, wenn man als Mitarbeiter Kritik übt. Egal ob fachlich oder in diesem Fall wegen der Art und Weise. Ich befürchte, dass ich dann noch mehr Praktikanten-Arbeit aufs Auge gedrückt bekomme und irgendwann der Trottel in der Firma bin.
    Dann kommt noch hinzu, dass ich in den vergangenen Tagen begonnen habe, mich nach einem neuen Arbeitsplatz umzusehen, und ich mich daher frage, ob der ganze Ärger eines solchen Gesprächs sich noch lohnt.
    Dass ich einen neuen Arbeitsplatz suche, liegt nicht nur an dieser Aktion, sondern auch an vielen kleineren und größeren Aktionen meines Chefs in den vergangenen sechs Monaten. Dabei wurde mir immer wieder gezeigt, dass mein Wert für die Firma wohl sehr gering einzuschätzen ist (Praktikantenarbeit usw.) und ich wohl auch nicht ganz seinen Vorstellungen entspreche, obwohl ich durchaus motiviert und engagiert meine Arbeit betreibe. So z. B. beim Thema Arbeitszeit. Grundsätzlich wird das bei uns sehr flexibel gehandhabt. So sind auch für die Mitarbeiter einige Vorteile da. Allerdings gibts auch einige "personenspezifische" Nachteile. Wenn ich was mit meinem Chef zu besprechen habe, hat er für mich immer erst nach 17 Uhr Zeit, was dazu führt, dass ich u. U. mehrmals die Woche erst zwischen 19 und 20 Uhr das Büro verlasse, wobei ich morgens um 8:30 beginne. Andere Kollegen kommen später und werden bei Besprechungen mit dem Chef noch bevorzugt: Die finden dann immer während der regulären Arbeitszeit statt. Sage ich aber, dass ich abends um spätestens 18 Uhr das Büro aufgrund privater Verpflichtungen verlassen muss, wird dies mit einem missbilligendem Blick quittiert.

    Das ist nur eines von unzähligen Beispielen, die dafür sorgen, dass ich mich hier nicht wohl fühle.
    Ich weiß also nicht so genau, ob ich das Gespräch am Montag überhaupt führen soll.
    Vielleich habt ihr noch eine Idee bzw. Tipps, wie ich weitermachen soll.

    Danke fürs Lesen!

    Gruß Recon
     
    #1
    Recon, 9 Juni 2007
  2. Schildkaempfer
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Wie auch immer, Du kannst von einem Gespräch nur profitieren.

    So, wie du es beschrieben hast, sind zwei zu klären:
    1. Hält dein Chef es für richtig und angemessen, so einen Kommentar über dich in deinem Beisein und vor einem Kunden zu bringen?
    Wenn er so antwortet, dass es für ihn in Ordnung ist, dann würde ich mir auch die Frage stellen, ob die Firma für mich die richtige ist.

    2. Wenn du das Gefühl hast, dein Chef ist eh nicht so richtig zufrieden, dann frag ihn doch ganz direkt: "ich habe den Eindruck, dass Sie mit meiner Leistung nicht zufrieden sind, weil ...... Ich würde gerne wissen, was genau die Dinge sind, die ich verbessern, muss damit solche Situation wie letzten Dienstag nicht wieder vorkommen."
    Aus dem was dann kommt, kannst du eigentlich nur für dich selber lernen, ob du dort bleibst oder nicht.

    Also, such das Gespräch auf jeden Fall.
     
    #2
    Schildkaempfer, 9 Juni 2007
  3. Recon
    Recon (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Meines Erachtens ist es jetzt schon nicht mehr die richtige Firma für mich. Das bestätigen mir auch alle, mit denen ich über die Ereignisse der letzten Monate gesprochen habe.
    Wie Du schreibst, fehlt mir gewissermaßen nur noch die Bestätigung meines Chefs.

    Da es bei der Sache vom vergangenen Dienstag mehr um eine Philosophiefrage, denn um eine Sachfrage ging, ist es wohl nicht nötig in diesem Zusammenhang nochmal darauf einzugehen.
    Auch die Frage nach der grundsätzlichen Zufriedenheit meines Chefs mit meiner Arbeit unterlasse ich besser. Denn da würde wie in der Vergangenheit nur eine dieser Pauschalerklärungen kommen, wie gut man doch arbeitet, mit der er versucht die Leute bei Laune zu halten. Das bringt mich dann nicht weiter.
     
    #3
    Recon, 9 Juni 2007
  4. discovery
    discovery (39)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Ich kann dich gut verstehen. Ich hatte mal einen ähnlichen Boss. Einen Koleriker sozusagen.

    Das Problem ist, das man sich zuviel gefallen lässt, da der Boss eine Respektsperson darstellen soll und er dich bezahlt. Deshalb traut man sich gewissen Sachen nicht zu sagen oder zu tun.

    Es macht auf alle Fälle keinen Sinn in dieser Firma zu bleiben, wenn dir die arbeit nicht gefällt und du mit einem grausen in die Firma kommst. Da machst du dich nur selbst kaputt. Es gibt auch andere Firmen in denen es normal oder gut abläuft, und das wichtigste, die deine Arbeit zu schätzen wissen. Da macht es dann sogar Spass morgends auf zu stehen und zur Arbeit zu gehen, da man weiß man wird respektiert.

    Wie schon gesagt hatte ich auch so einen Boss, der wirklich der schrecklichste war, den ich je hatte.
    Ich habe jeden Tag 3 Stunden Zugfahrt in kauf genommen und arbeitete von 8:00 bis 18:00 durchgehend. Leider war es auch oft der Fall, das ich länger bleiben musste, wegen Kunden und so wurde es auch gerne mal 22:00. Konnte nie Urlaub gehen, da es keine Vertretung für mich gab. Ich ging auch arbeiten wenn ich krank war, nur damit jemand in der Firma war.
    Trotz aller Bemhühungen wurde ich ständig vom Boss blöd angemacht, angeschrien wegen Sachen die mit irgendwem anderen zu tun hatten, aber nie mit mir. Ich bekam auch keine überstunden bezahlt, weil das im Vertrag so vereinbart war. Teilweise ist der Boss durch die Ausstellung gerast und hat die Ware herum geschmissen um zu demonstrieren, das dies seine Firma ist und er machen kann was er will.

    Tja .. auf alle Fälle hab ich ihm nach einem Jahr die Kündigung auf den Tisch gelegt, die er nicht annahm. Ich musste sie eingeschrieben per Post schicken. Ich hatte ihm bei der Kündigung auch gesagt, das ich schon einen anderen Job habe und zwar bei der Konkurenz die 200 Meter weiter ist.
    Tja .. dann ging das ganze über den Anwalt, da er eine nicht rechtskräftige Konkurenzklausel im Arbeitsvertrag hatte. Da stand drinnen, das ich innerhalb von einem Jahr nicht bei einer Konkurenzfirma arbeiten darf.
    Er hat es mir nicht leicht gemacht, das ich einfach so gehen konnte. Ich war auch recht wichtig, aber das hat er sich nie eingstanden. Aber er war schluss endlich selbst schuld daran.

    Aleine in dem Jahr wo ich bei der Firma war, haben 14 Leute gekündigt, und das ist recht viel, wenn die ganze Firma aus 21 Leuten besteht.

    Wie gings dann weiter ... ich habe dann bei der Kokurenz angefangen bei der ich nun seit 2 Jahren bin. Ich habe mich wieder unentbehrlich gemacht mit meinem Können, und hab mitlerweile den höchsten Stellenrang in der Firma. Der Boss liebt mich, da ich fleissig und gut bin. Ich arbeite zwar immer noch meine 55 - 60 (werden gut bezahlt die Überstunden) Stunden die Woche, aber ich mach es gerne da es mir spass macht und es mir gut geht. Ich hab mit 1.600 Euro angefangen bei der Firma und verdiene nun, nach nur 2 Jahren mitlerweile 2.200 Euro Netto. In 2 Monaten werde ich sogar noch Gewinnbeteiligt, da ich einen neuen Geschäftszweig aufgebaut habe. Ich habe ein Firmenauto für private benutzung ein Firmenhandy und mir wird alles bezahlt. Ich bekomme sogar noch jede Stunde die ich nicht in der Firma bin 2,5 Euro bezahlt und wenn ich mal eine Woche Urlaub gehe gibts sogar noch Taschengeld für den Urlaub.

    Was will man mehr?
    Man kann noch so ein guter Arbeiter sein, und noch so fleissig sein, wenn man nicht die Möglichkeit bekommt, dies auszuleben bringt es niemanden was.

    Suche dir eine andere Firma, etabliere dich und mach dich rar. Schlechter kann es nicht mehr werden. Du wirst sehen.
    Es macht soviel aus, Freude an der Arbeit zu haben und respektiert zu werden.

    Aber zuerst was suchen, dann erst kündigen.

    Viel Glück dabei ..

    lg discovery
     
    #4
    discovery, 10 Juni 2007
  5. User 34612
    User 34612 (38)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    vergeben und glücklich
    Wenn er so drauf ist, hat er wohl den falschen Job... Die vielgepriesene Kritikfähigkeit, die man ja üüüüberall braucht, beinhaltet nämlich auch, Kritik in angemessener Weise üben zu können.
    Gott sei Dank ist mein Chef da anders...
    Ich kenne Deinen Fall aber auch aus eigener Erfahrung und weiß, dass eine miese Arbeitssituation einem so ziemlich alles verleiden kann...

    Es scheint für Dich ja eh festzustehen, dass Du aus der Firma rauswillst. Wenn Du was gefunden hast, nimmt die Hufe in die Hand und schau, dass Du von Deiner aktuellen Firma ein annehmbares Zeugnis bekommst.
     
    #5
    User 34612, 10 Juni 2007
  6. Recon
    Recon (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    1.365
    121
    0
    vergeben und glücklich
    So, heute morgen habe ich das Gespräch mit meinem Chef gesucht und kann folgendes berichten.
    Ich hab ihm gesagt, wie ich das am vergangenen Dienstag fand. Er hat sich für meine Offenheit bedankt und gesagt, dass es ihm Leid tue, wenn ich mich über seine Äußerungen geärgert hätte. Das wäre nicht so gemeint gewesen, wie er es in dem Moment ausgedrückt hat. Es sei darum gegangen den Kunden taktisch in die richtige Richtung zu bewegen. Das dies in der unglücklichen Äußerung endete, bedauert er.
    Meine Leistungen und Kompetenz schätze er selbstverständlich. Ich dürfe mir aber auch nicht zu schade sein, auch Dinge zu tun, für die man einen Praktikanten einsetzen würde. Er selbst würde heute immer noch solche Dinge tun und habe in den vergangenen Jahren noch viel mehr solcher Dinge getan.
    Abschließend hat er mich noch gefragt, ob ich insgesamt noch zufrieden sei.

    Und nun mal meine Meinung dazu:
    Er hat, für mich überraschend, sich entschuldigt, aber dann auch wie erwartet, sein Verhalten versucht zu beschönigen. Ich kann nicht sagen, dass ich mit seiner Antwort zufrieden bin. Faktisch kam es so, wie erwartet. Natürlich bis auf seine Entschuldigung. Auch das Lob an meine Adresse kam wie bestellt und hat für mich somit noch nicht einmal den halben Wert.
    Auf die Frage nach meiner Zufriedenheit habe ich natürlich mit "ja" geantwortet, auch wenns nicht so ist. Alles andere hätte nur dazu geführt, dass er mich mit Allgemeinaussagen vertröstet.

    Dass ich mich bei nächster sich bietender Möglichkeit anders orientieren werde, steht für mich auch nach dem Gespräch fest.
     
    #6
    Recon, 11 Juni 2007
  7. Ambergray
    Ambergray (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    123
    6
    nicht angegeben
    Anders orientieren kannst du ja machen.

    Aber dass der Chef sich für die Offenheit bedankt, sich entschuldigt usw.... Respekt! Ich hätte nichtmal einen Gesprächstermin bekommen!
     
    #7
    Ambergray, 11 Juni 2007
  8. Reispudding
    Verbringt hier viel Zeit
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    91
    1
    Single
    @discovery: Was sind denn das für Zustände in deiner momentanen Firma? Klingt ja wie das Arbeiterparadies. :smile:
     
    #8
    Reispudding, 11 Juni 2007

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