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    8 Juni 2016
    #1

    Job Unsicherheiten bezüglich Berufswahl

    Hallo!

    Ich bin 23 und studiere Physik und bin inzwischen im Master, allerdings läuft es bei mir jetzt gerade ein wenig chaotisch.
    Im Bachelor hatte ich sehr mit Prüfungsangst und Faulheit zu kämpfen, herausgekommen ist dann eine 2,3 als Endnote (die Einzelnoten waren komplett durchmischt, von 1,0 bis 4,0 wohl so ziemlich alles dabei).
    Den Bachelor habe ich Anfang letzten Jahres beendet, war aber ein Semester länger im Bachelor eingeschrieben (hatte 8 CP aufgrund von Prüfungsangst geschoben) und habe dann parallel zu den 8CP aus dem Bachelor schon ein paar Masterveranstaltungen besucht.

    Nun habe ich im Master verschiedene Schwierigkeiten:
    1. Manchmal taucht noch die Prüfungsangst auf, das habe ich inzwischen aber eigentlich schon ganz gut im Griff.
    2. Ich bin chaotisch und nicht gut in Timing und Organisieren. Ich habe auch schon was gewählt, was ich mir nicht anrechnen lassen kann (das habe ich aber erst später herausgefunden) und muss nun etwas länger studieren (was aber auch an meinem Auslandssemester liegt).
    3. Ich weiß noch nicht so genau, was ich machen will. Es gibt vieles, was mich interessiert, aber ich weiß nicht, was ich wirklich kann und was mich so richtig dauerhaft interessiert.
    Manchmal überlege ich auch, ob ich nicht doch auch noch was weiteres studieren könnte, auch wenn ich eigentlich gerne bald arbeiten möchten. (Luft-und Raumfahrt, Maschinenbau oder Medizin fände ich eigentlich auch sehr spannend (die konkurrierten auch schon vor meiner Studienentscheidung mit Physik).
    Im Physikstudium an sich gefielen mir bisher Mathe und Programmieren am besten.
    4. Ich habe totale Versagensängste, was den späteren Beruf und Praktika angeht und es kommt mir eigentlich sowieso so vor als könnte und wüsste ich gar nichts.
    Ich will mich nun z.B. für Praktika bewerben, wollte ich eigentlich schon letztes Jahr machen, da habe ich dann aber doch Vorlesungen gehört, weil ich mich nicht traute, rechtzeitig Bewerbungen zu verschicken (was mich inzwischen total ärgert).
    Letztes Jahr habe ich mich dann noch für einen Nebenjob beworben und die Stelle bekommen (Die Leute waren da auch alle total nett (aufgehört habe ich aufgrund meines Auslandssemesters) und ich wurde auch schon gefragt, ob ich nach meinem Auslandssemester wieder dort einsteigen möchte, aber ich fand meine Aufgaben dort nicht so spannend. Kann man schon machen, aber ich würde gerne etwas, was mich mehr interessiert, machen.).
    Später habe ich dann auch noch einen Praktikumsplatz im Bereich Medizinphysik bekommen (das war recht schwierig, die meisten Krankenhäuser haben direkt beim Telefonat zur Erkundung, ob es überhaupt Stellen gibt, gesagt, dass sie keine Praktikanten nehmen), da hatte ich aber schon Vorlesungen und den Nebenjob, das Praktikum werde ich nun nach Möglichkeit dieses Jahr machen.
    Nun habe ich wieder angefangen, mich zu bewerben (bisher habe ich zwei Bewerbungen verschickt), für die eine Stelle kam aber die Absage, dass sie gerade keine passenden Stellen hätten und meine Bewerbung an den allgemeinen Bewerberpool ihres Unternehmens weiterleiten würden, die andere Bewerbung habe ich erst so vor einer halben Stunde verschickt.
    5. Ich bin faul. Ich arbeite keine Vorlesungen nach, mache nur, was zur Klausurzulassung nötig ist und fange wenige Tage vor der Klausur mit dem Lernen an. Und dann stelle ich fest, dass ich das Thema wahnsinnig toll und spannend finde und will alles bis ins letzte Detail können und wissen, aber gleichzeitig auch Freizeit haben und ärger mich total, dass ich nicht früher angefangen habe.

    Ich kann aber manchmal auch sowas wie fleißig sein.
    In der Schule war das (wenn man das so nennen kann), der Fall, wenn ich mir mathematische Gleichungen herleiten konnte oder ich die medizinischen Fachzeitungen meiner Verwandten gelesen hab (beides nicht um was zu lernen, sondern aus Spaß).
    Im Studium merke ich es bei manchen Aufgabenstellungen aus der Mathematik, an welchen ich gerne stundenlang sitze, einfach weil es mir Spaß macht, und Programmieraufgaben, welche bewirken, dass ich lieber noch in der Bibliothek sitze als mit Freunden essen zu gehen, weil ich unbedingt erst noch das Programm perfektionieren möchte.
    Oder wenn ich die Vorlesungsunterlagen einer Freundin von mir, welche Medizin studiert, durchgucke und sie darum beneide, dass sie das lernen darf (auch wenn das eigentlich glaub ich gar nichts beneidenswert ist, sie beschwert sich immer über den enormen Lernaufwand und ich bin eigentlich total lernfaul und tue nur, worauf ich gerade Lust habe).
    Und als ich mich auf mein Auslandssemester vorbereitete, bin ich in einem halben Jahr von A1 auf je nach Bereich gutes bis sehr gutes B2 bzw bisweilen auch C1 gekommen (ich hatte 4 Jahre zuvor allerdings auch schon mal B2 in der Sprache (zumindest offiziell, durchs Abi, ob das nach dem Abi nun wirklich schon B2 war, weiß ich aber nicht... Nach dem Abi hatte ich 4 Jahre lange gar nichts mit der Sprache am Hut).

    Ich habe immer Sorge, dass ich nie einen Job finden würde, oder zumindest keinen, welcher mir gefällt. Und dass mir die Zeit davon rennt.
    Zudem ärgere ich mich total über mich selber, weil ich einfach nicht in die Pötte komme. Ich fange mit allem (zu) spät an (4 Tage oder gar nur einen Tag vor der Klausur mit dem Lernen anfangen z.B.) und ärger mich immer wieder über Fehlentscheidungen/-verhalten meinerseits.

    Also mein Problem ist nicht, dass ich durch Prüfungen fallen würde und deswegen länger studieren müsste, sogar mit meinem minimalen Zeitaufwand schaffe ich es irgendwie durch die Prüfungen zu kommen (wobei ich mich schon ärger, in einem Fach im ersten Mastersemester hatte ich z.B. eine 2,7 und ich hatte halt wie üblich nicht viel getan und ich hab mich so darüber geärgert, dass es nicht besser war, aber trotzdem war ich bei der nächsten Prüfung/ im nächsten Semester wieder faul).
    Aber ich kriege den organisatorischen Kram nicht auf die Reihe.

    Zudem ist mir auch aufgefallen, dass ich schon Dinge aus dem Bachelor vergessen habe, was mir auch Sorgen bereitet.
    Mein Studium ist halt auch recht theoretisch ausgelegt, ich weiß gar nicht so genau, was ich arbeitgeberrelevantes können könnte.
    Ein Praktikum habe ich auch bisher noch nie gemacht (weil ich mich gar nicht erst traute, mich zu bewerben) und an Nebenjobs bisher den von letztem Jahr.
    Ich habe einfach Sorge, dass ich mir jetzt schon meine berufliche Zukunft vermasselt habe oder so :cry:


    Was ich mir von euch erhoffe, weiß ich ehrlich gesagt gar nichts so genau:confused:
    Vielleicht kennt ihr sowas ja auch und /oder habt ein paar Tipps für mich.

    Liebe Grüße,
    386


    Kleine Anmerkung: Mein nicht in die Pötte kommen zieht sich bei mir übrigens durch alle Bereiche des Lebens. Ich brauche auch ewig um Freunden und Verwandten auf ihre Nachrichten zu antworten, buche Flüge und so erst kurzfristig, weil ich mir immer denke "aber vielleicht ändert sich am Abreisetag ja noch mal was" und tue mich schwer damit, meine Wohnung in Ordnung zu halten.
    Ich muss irgendwie immer erstmal in "ich tue jetzt was" Stimmung kommen, ansonsten kann ich den ganzen Tag am PC versauern, wenn nicht irgendwas ganz fest geplant ist (Vorlesungen, Ausflüge,...).
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 Juni 2016
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    8 Juni 2016
    #2
    1. Du bist 23 und wirst mit Masterabschluß vermutlich 25 sein. Oder auch 26. Das ist voll in Ordnung! Manche 23-Jährige Berufsanfänger müssen sich Dummschwall anhören- zu jung, keine Lebenserfahrung, ... dieses Problem wirst du nicht haben.
    Laß dich auf keinen Fall verrückt machen, weil du da ein oder zwei Semester länger gebraucht hast. Zudem hast du ja (anders als andere) sogar gute Begründungen dafür (Auslandssemester z.B.).
    Also, nochmal zum Mitmeißeln: An deiner Studiendauer ist rein gar nicht auszusetzen.

    2. Du hast das Gefühl, nichts zu können und zu wissen? Bullshit. Wie konntest du dann bei deiner einen Stelle gefragt werden, ob du wiederkommst? -> Dein Wissen und Können ist an der Stelle unter Beweis gestellt. Für spätere Bewerbungen (nach Abschluß) bedenke auch: Wer deine Bewerbung liest oder über deine Einstellung zu entscheiden hat, wird schon erkennen, ob du fähig bist. Zerbrich dir nicht dessen Kopf- tu dein Bestes und warte auf das Resultat.

    3. Praktika und Nebenjobs kannst du wirklich versuchen. An "kriegsentscheidende" Aufgaben setzt man dich sowieso nicht- du hast nichts zu verlieren, kannst nichts kaputtmachen. Du hast hingegen die Chance, Erfolg zu erfahren. Tu das, trau dich. Insbesondere, wenn du zweifelst, "arbeitgeberrelevant" arbeiten zu können, ist das wichtig, weil du das in Bewerbungen benutzen kannst (und auch einfach selbstbewußter auftreten kannst).

    4. Nimm Beratungsangebote in Anspruch (hier vor Ort gab es z.B. mal eine Gruppe, die sich jeden Morgen getroffen hat und wo jeder vorgetragen hat, was er seit dem letzten Treffen getan hat und zu tun plant; ich kenne auch jemanden im Nebenjob, dessen Arbeitgeber ihn zweimal wöchentlich zum Rapport über seine Abschlußarbeit bestellt hatte), du hast nichts zu verlieren.
     
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    8 Juni 2016
    #3
    Danke für deine Antwort!
    Theoretisch würde ich allerdings schon dieses Jahr fertig werden... (also dieses Semester)
    Dass das nicht der Fall sein wird, liegt an meinem Auslandssemester und meiner totalen Planungsunfähigkeit. Ich muss nach meinem Auslandssemester noch meine Masterarbeit schreiben, da ich aber noch nicht weiß, wo, will ich ein Semester Praktika zwischenschieben (also ab nächstem Wintersemester) - dafür die Bewerbungen, an welche ich mich aber teilweise nicht rantraue.
    Dieses Mal will ich aber nicht den Fehler machen wie vor einem Jahr und mich ewig nicht bewerben.
    Ich ärger mich in erster Linie über letztes Wintersemester. Ich konnte es wohl für einen Sprachkurs und den Nebenjob nutzen, der hat auch mein Selbstbewusstsein gesteigert und bewirkt, dass ich bemerkt hab, dass ich ja doch 8 Stunden arbeiten kann.
    Aber ich habe nur 12 CP gemacht (weil ich mir mehr nicht zutraute (weil ich ab der Hälfte des Semesters weg war) und ich keine Seminare machen durfte aufgrund der Anwesenheitspflicht, was ich erst 2 Tage vor Semesterbeginn ausgekundschaftet hab (schon wieder sowas, weswegen ich mir in den Allerwertesten beißen könnte) und weil ich in der Prüfungszeit schon weg war, muss ich die Prüfungen nach meinem Auslandssemester machen. Auch habe ich mich ein Mal aus Versehen für den falschen Zeitraum für ein Projekt eingetragen, weswegen sich die Prüfung darüber verschoben hat und ich sie auch erst nach dem Auslandssemester machen kann, obwohl ich das Fach schon im Sommersemester letzten Jahres absolviert hab.
    Ansonsten muss ich fürs Studium noch meine einjährige Masterarbeit schreiben und evtl noch Vorlesungen hören, je nachdem, ob mein bisher gehörtes als passend zu der Masterarbeit angesehen wird oder nicht.

    In dem Nebenjob brauchte ich allerdings eigentlich kein Vorwissen. Die haben mir dort alles erklärt und das war auch nicht so schwer. Wobei der Maschinenbaustudent, welcher da auch gearbeitet hat, damit wohl Schwierigkeiten hatte, der hat mich zwischendurch gefragt, wie was ging, aber ich glaub, das lag eher an ihm als an der Schwierigkeit des Jobs.
    Zwischendurch gab es auch grad keine Arbeit für uns studentische Hilfskräfte, da sollten wir dann Inventur machen und er wurde mir "unterstellt" im Sinne von ich sollte seine und meine Aufgaben selbstständig einteilen. Zwischendurch hatte ich dann wieder die ursprüngliche Tätigkeit und habe aber weiterhin ihm gesagt, wie er die Inventur machen sollte.
    Zwischendurch konnte ich mal Wissen aus meinem Studium anwenden, allerdings hatte das eigentlich nichts mit meinen Aufgaben zu tun, der eine Ingenieur hat mich einfach mal ein paar Stunden in seinen Aufgabenbereich mitgenommen.

    Das ist gerade meine Sorge. Ich befürchte, dass die alle zu dem Schluss kommen könnten, dass ich ungeeignet wäre. Und wenn sie bei der Bewerbung nicht zu dem Schluss kämen, dass sie es vielleicht später täten. Oder dass ich ungeeignet wäre ohne dass sie es mitbekämen und ich die ganze Zeit alles falsch machen würde.

    Sowas klingt ziemlich gut. Ich muss mal schauen, ob es das auch an meiner Uni gibt - jetzt im Auslandssemester(rest) wird das wohl nicht klappen, aber vielleicht ja danach. Ich glaube, es täte mir gut, mit anderen über das was ich gemacht habe (oder auch nicht) zu reden.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 8 Juni 2016 ---
    Ich ärger mich halt einfach so sehr über mich selber und wäre gerne noch mal 16 oder 18 um das noch mal anzufangen und es diesmal von Anfang an vernünftig zu machen.
    So bin ich dann halt auch häufig unmotiviert, weil ich mir denke, ich könnte es ja eh nicht perfekt machen.
     
  • Schweinebacke
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    8 Juni 2016
    #4
    Perfektionismus und Aufschieberitis gehen gerne mal Hand in Hand. Man will alles perfekt machen, macht am Ende aber gar nichts...

    Google mal Prokrastination, da gibt es jede Menge Ratgeber etc.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 8 Juni 2016 ---
    PS ich habe auch Physik studiert und erkenne mich da SOWAS von wieder. Wie ich einfach mal mit massiver Faulheit und last minute lernen durchs Studium gekommen bin :ninja:
     
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    8 Juni 2016
    #5
    Zu all den Dingen, die mit dem Bologna-verseuchten Studium zu tun haben, kann ich leider nicht viel beitragen, da ich das Glück hatte, noch das gute, alte Diplom machen zu dürfen.
    Aber als Physiker muss ich natürlich auch meinen Senf dazu geben.

    Mit einem abgeschlossenen Physikstudium hat man genügend Möglichkeiten, auch im Grenzbereich zu anderen Wissenschaften zu arbeiten. Ich selbst arbeite irgendwo an der Grenze zwischen der Physik und diversen Ingenieurswissenschaften im Bereich der angewandten Forschung und der Entwicklung. (Nähere Infos gerne per PN... aber nicht hier öffentlich im Forum.)
    Medizintechnik ist ebenfalls ein Bereich, in dem es mehr, als genügend Möglichkeiten für Physiker gibt.

    Und noch was zum Thema Mathe: Im Grundstudium war ich in Mathe für Physiker immer ziemlich gut. Die ganze Sache hat mir viel Spaß gemacht und ich war auch immer ziemlich gut. Aber als ich dann im Hauptstudium mal eine richtige Mahte-Vorlesung besucht habe, habe ich gemerkt, dass die richtige Mahtematik doch etwas ganz anderes ist, als

    Dieses Gefühl kenne ich nur zu gut! Das Physikstudium ist so umfangreich und anspruchsvoll, dass man niemals den kompletten Stoff in vollem Umfang verstehen kann. - Und dazu kommt die blöde Sache, dass fast jede neue Erkenntnis mehr unbeantwortete Fragen aufwirft, als sie Fragen beantwortet.
    Dementsprechend hat man einfach immer das Gefühl, viel zu wenig zu wissen und zu verstehen - egal, wie viel man eigentlich verstanden hat und wie viel Wissen man sich im Laufe des Studiums angeeignet hat.

    Obwohl ich nach dem Studium in einem Job angefangen hat, der nur nur bedingt mit dem zu tun hatte, was in meinem Studium relevant war, habe ich mit der Zeit trotzdem gemerkt, dass ich ziemlich viele Dinge aus meinem Studium irgendwo anwenden kann.

    Erfahrungsgemäß haben sehr viele Studenten genau diese Probleme. Und trotzdem schaffen sie es irgendwie auf wundersame Weise, ihr Studium abzuschließen und einen Job zu finden. :zwinker:

    Wieso denn das?
    Als Physiker ist es zwar nicht ganz so einfach, den ersten Job zu finden, weil man kein so klar definiertes Profil hat, wie z.B. ein Maschinenbau-Ingenieur. Aber dafür hat man im Studium vor allem die Kompetenz erworben, sich mit seinem Grundlagenwissen in alle möglichen Themen und Probleme innerhalb relativ kurzer Zeit einarbeiten zu können.

    Auch wenn du diverse Dinge vergessen hast, wirst du dir all das wieder mit sehr überschaubarem Aufwand zurück ins Gedächtnis rufen können, wenn du es jemals brauchen solltest.
    Aber viele dieser Dinge wirst du später im Berufsleben wohl tatsächlich nie wieder brauchen. Dafür wirst du mit zig anderen Themen konfrontiert werden, mit denen du zwar im Studium nie direkt zu tun hattest, aber die du dir bei Bedar ebenfalls recht locker erarbeiten kannst.

    Ich habe erst durch den Vergleich mit anderen Menschen (Kollegen, usw.) gemerkt, was ich eigentlich alles kann und weiß, weil ich all die Dinge, die mir relativ leicht flallen, überhaupt nicht als irgendwie erwähnenswerte Kenntnisse und Fähigkeiten ansehe...
    Vielleicht geht es dir ja da ganz ählich, wie mir. :zwinker:

    (Aber dafür gibt es sicherlich auch genügend Dinge, die der Maschinenbauer locker aus dem Ärmel schüttelst, während du höchstens denkst, dass du dir das mit einem gewissen Zeit- und Arbeitsaufwand schon irgendwie erarbeiten könntest.)
     
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    9 Juni 2016
    #6
    Sooo, jetzt ist der Club der Physiker hier wohl eröffnet :grin:

    Im Prinzip kann ich meinen beiden Vorrednern bedingungslos zustimmen. Auch ich war nie der Musterstudent, bin aber trotzdem ziemlich gut durchgekommen.

    Ich habe den Diplom/MaBa-Umstieg von der anderen Seite mitbekommen und muß sagen, daß ich das nicht gut fand. Die, die auf Diplom studierten, hatten Zeit und Muße, sich mit dem Kram zu beschäftigen, und haben so doch einige Zeit über die Versuche und Auswertungen bei mir nachgedacht. Die Versuche waren auch so ausgelegt, daß zwar das grundsätzliche Programm stand, aber das ganze wie/warum sollten sie sich selbst erarbeiten.
    Die Credit-Hunter, wie ich sie im Scherz nannte, hetzten nur so durch und schienen wenig Zeit zu haben, sich eingehend mit der Materie zu befassen. Denn sie mussten gleichzeitig schaun, wie sie in anderen Veranstaltungen ihre Punkte bekamen.
    Letztendlich ist der Notenschnitt ziemlich deutlich um etwa eine Note gefallen.

    Ich finde das nicht gut, denn Physiker zu sein heißt auch, vieles zu hinterfragen, und darüber nachzudenken. Und das Studium selbst ist ja auch fordernd, und lässt mittlerweile nur wenig Zeit.

    Von daher ja, ich kann es verstehen, wenn das Studium einem nicht den Spaß macht, den der Stoff eigentlich machen könnte. Es ist dennoch wichtig, sich aufzuraffen und den Kram eben zu machen, das gilt auch außerhalb der Uni. Aber gut, das weißt du ja selbst.

    Übrigens, in der Schule fällt es eher auf, wenn man mal sitzen geblieben ist, und ist für dem Schüler und ggf. die Familie oft erstmal ein kleines Drama. An der Uni ist es ziemlich egal, wenn man was länger braucht. Alleine durch überlappende / nicht angebotene Vorlesungen kommt sowas auch ohne eigene "Schuld" vor. Solange sich das in Grenzen hält, kräht da kein Hahn nach.

    Zum eigentlichen Inhalt des Studiums wurde ja auch schon gesagt, daß der für deinen späteren Beruf mehr oder weniger egal ist. Es gibt nur sehr wenige Berufe mit explizitem Bezug zu den Inhalten des Studiums, meistens ist es eher so, daß das Studium eine gute, breite Basis bildet, und dazu eben die den Physikern so nachgesagte Fähigkeit kommt, sich schnell in neue Dinge einzuarbeiten. Aber das erfordert natürlich auch, nicht alles auf die lange Bank zu schieben.

    Auch ich muß sagen, daß ich eigentlich nicht weiß, was ich denn nun kann. Ich kann diverse Programmiersprachen, bin aber kein richtiger Programmierer. Ich verstehe viel von Elektronik, bin aber kein Elektroniker. Das kann ich für sehr viele technische Gebiete so sagen.
    Allerdings merke ich auch, daß grade diese Vielfalt mich auszeichnet, denn häufig ist es grade dieses interdisziplinäre, das wichtig ist.

    Gerne hätte ich einen Job, der alle meine Fähigkeiten vereint. Allerdings ist es dann doch so, daß in den meisten Jobs nur ein Bruchteil dessen benötigt wird - wenn es nicht ein völlig anderes Berufsfeld wird. (Unternehmensberatungen, Versicherungen und Banken suchen ganz massiv Physiker!)
     
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  • Damian
    Doctor How
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    9 Juni 2016
    #7
    Interessant...
    teilweise habe ich mich wiedererkannt, teilweise auch nicht.

    Ich bin aktuell aber so erschlagen von der Menge an Informationen, dass es mir schwer fällt zu antworten...also schieße ich zuallererst mal zurück:
    Sturkturiere deine Probleme mal. Mach eine Liste aus der Prosadichtung. :zwinker:

    Ich versuche es mal selbst...ergänz mich da ruhig.

    - Selbstorganisation
    - Zukunftsängste
    - Wunschvorstellung für einen Beruf
    - Zukunftsplanung

    Passt das so?
     
  • Tahini
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    9 Juni 2016
    #8
    Vielleicht noch eine kleine Beobachtung von mir: Deine Studiumsnoten werden sich vielleicht die ersten beiden Arbeitgeber noch ein wenig anschauen; danach niemand mehr (meine Zeugnisse wollte nie jemand sehen).

    Ich bin aber auch nicht Physiker, sondern Auto-/ Industriedesigner; was da zaehlt, ist, bei welcher Firma man vorher war, in welcher Kapazitaet, und ob man der Typ Mensch ist, den das Team akzeptieren wird. Und das zaehlt immer. Fachkompetenz kann dann auch rasend schnell an der Hauptrichtung dessen aufgehaengt werden, in das man reinrutscht. Und das kann vom Studium so weit entfernt sein, dass Du Dir womoeglich sogar denkst, "wie kam ich denn da hin?"

    In meinem Studium ging es darum, extrem schnell und originell zu zeichnen, Automodelle aus Industrieplastilin zu machen, und alle Autos auf dem Markt und auf den Autoshows zu kennen. In meinem Job heute sehe ich davon gar nichts mehr. Jetzt geht es nur noch darum, Forschungsaufsaetze zu veroeffentlichen, auf Konferenzen zu praesentieren, Fremdmittel einzubringen, und Mikroelektronik in automobile Textilkomponenten zu integrieren.

    Ich fuehle mich bisweilen wie ein Skulpteur, der irgendwie auf einer Raumstation arbeitet. Zwischen deinem Studium und deiner Karriere koennen Welten liegen. Mach das Studium fertig, so gut wie Du kannst, und dann geht's irgendwie weiter.
     
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    9 Juni 2016
    #9
    Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten!

    Zunächst einmal bin ich sehr froh darüber, dass es anderen anscheinend ähnlich geht oder ging wie mir und es bei denen beruflich dann ja wohl auch geklappt hat :smile:

    Wie habt ihr herausgefunden, wo ihr arbeiten wollt? Und wie seid ihr an die nötigen Qualifikationen gekommen?

    Ich fühle mich gerade komplett überfordert und weiß überhaupt nicht, was ich tun soll. Es gibt Bereiche, die mich interessieren, aber ob sie mich so richtig auf Dauer interessieren, weiß ich eben nicht.
    Und ich fühle mich durch das ganze Organisatorische total überfordert. Was sicher auch daran liegt, dass ich immer alles auf den letzten Drücker mache und dann die Zeit knapp ist.
    Das war in der Schule viel einfacher. Da habe ich einfach das gemacht, was der jeweilige Jahresplan vorsah und einfach nur meine Kurse gemütlich durchgezogen. Ich musste nicht schauen, ob ich mir was anrechnen lassen kann, mich nicht für Praktika bewerben,...Ich konnte einfach nur das Fachliche machen und mich ansonsten in Ruhe mit nichts tun befassen.
    Zudem habe ich für beide Bewerbungen, welche ich diese Woche abgeschickt habe, Absagen erhalten, was mich total verunsichert.
    Ich habe den Praktikumsplatz von meiner Bewerbung von letztem Jahr, aber ich habe Sorge, dass die mich dann vielleicht doch gerade nicht unterkriegen. Und ich habe Sorge, dass ich den Aufgaben dort vielleicht nicht gerecht werden kann. Als ich letztes Jahr dort beim Vorstellungsgespräch war, meinte der Personaler am Ende, dass wohl auch schon aus Praktika Festanstellungen geworden wären bei denen, was einerseits natürlich gut klingt, aber dann will ich es natürlich erst recht nicht vermasseln. Wobei ich das auch sonst nicht vermasseln wollen würde.

    Das kommt mir sehr bekannt vor. Immer wenn ich etwas gerade ordentlich lernen will, komm ich nicht mehr weg vom Vorlesungsskripte googlen und auf meinen "will ich noch wissen" Listen wird ein Punkt abgehakt und es werden drei neue ergänzt :confused:

    Weil ich im Bachelor nur eine 2,3 hatte und ich befürchte, dass es auch im Master kein 1,x wird. Dafür bin ich zu faul und zu unorganisiert und zu ängstlich und unkonzentriert, wenn es dann an die Prüfung geht.

    Ich würde eigentlich jetzt gerne mal alles berufsrelevante aus dem Studium und auch das, was ich noch gar nicht hatte, nacharbeiten/ mir neu aneignen, da ich aber noch nicht weiß, was ich beruflich machen will, weiß ich auch nicht, was nun wirklich relevant sein wird.
    Und alles beibringen, was man sich irgendwie physikbezogen beibringen könnte und was sonstwie mal relevant für einen der mich interessierenden Jobs sein könnte, erscheint mir etwas viel. Das verwirrt mich und sorgt dafür, dass ich gar nicht erst anfange. Weil ich ja nicht weiß, ob ich mit dem richtigen anfange. Und ich mich ja eigentlich auch noch für Praktika bewerben will.

    Das Entscheidungsproblem habe ich häufiger, letztes Jahr bei einem Projektpraktikum konnte ich mich auch ewig nicht entscheiden, habe alle möglichen Sachen angefangen und nicht beendet und dann nachher in einem Tag eben schnell was einfaches zusammengeschustert.

    Das kann sein, mir fällt es immer sehr schwer sowas einzuschätzen. Was mir leicht fällt, halte ich für grundsätzlich einfach und nicht der Rede wert, und wenn mir was schwer fällt, gehe ich davon aus, dass das wohl an mangelnder Intelligenz oder so liegen müsse und das der Beweis dafür wäre, dass ich gar nichts können könnte.

    Wobei ich da leider sagen muss, dass ich häufig zu faul bin, selber aktiv nachzudenken. Bzw. gar nicht so genau weiß, wie das geht. Ich bin es gewohnt, dass mein Gehirn die Lösung irgendwie ohne mein Zutun findet und ich sie nur noch aufschreiben muss. So im ersten/ zweiten Semester hatte ich schon ein Problem damit, wenn es die Lösung nicht schon bevor ich die Aufgabenstellung komplett durchgelesen hatte gefunden hatte. Inzwischen ist es bisweilen ok, wenn sie erst nach durchlesen der Aufgabenstellung auftaucht, wenn ich müde bin, gehe ich mitunter auch schlafen und schaue, ob sie am nächsten Morgen da ist.
    Wenn sie nicht von selber auftaucht (d.h. instantan in meinem Gehirn vorhanden ist, sodass ich sie quasi von meinem Gehirn abschreiben kann), bin ich schnell mal demotiviert - früher war ich aber auch der Meinung, dass man entweder etwas sofort von Natur aus könnte oder gar nicht, das hat dann natürlich auch nicht sehr zum Lernen motiviert.
    Das ist inzwischen besser geworden, aber so leichte Anflüge davon merke ich immer noch.
    Ich weiß immer nicht so genau, ob ich etwas aktiv lernen kann oder nicht. Und wenn ja, wie.


    Soo, dann versuche ich mich an einer Liste, deine trifft es schon ganz gut @Damian :
    - ich traue mir wenig bis gar nichts zu/ Versagensängste
    - ich tue mich sehr schwer mit Planung und Organisation
    - ich will alles perfekt machen und wenn ich den Eindruck habe, dass das nicht geht, fange ich mitunter gar nicht erst an - oder erst so spät, dass mir klar wird, dass ich nun wirklich mal anfangen MUSS
    - ich weiß noch nicht so genau, was ich später machen will, was Motivation raubt und Verwirrung herbeiführt, und weiß nicht so genau, wie ich herausfinde, was ich machen will
    - weil ich so ein Chaos mit der Planung hatte, habe ich vom Master bisher nur ein Zeugnis mit nur einem Fach drauf - die restlichen Prüfungen werden nach dem Auslandssemester gemacht, oder die Zeugnisse liegen noch nicht vor (bei uns muss man alles mit ganz vielen Formularen beantragen, einmal falsch in ne Liste eingetragen und man kann die Prüfung erst ein halbes Jahr später machen (ich bin gut darin, mich falsch in Listen einzutragen...) und ich habe vergessen, das Zeugnis vom letzten Sommersemester vor meinem Auslandssemester zu beantragen und nun bin ich im Ausland und kann nicht mit den Formularen vorbeirennen - zudem fehlt mir von dem Semester auch noch eine Prüfung, weil ich mich falsch in eine Liste eingetragen habe und nun die Prüfung erst später machen kann.
    - ich kann schlecht einschätzen, was ich kann und was nicht und gehe bei guten Noten schnell davon aus, dass die irgendwie durch Zufall zustande gekommen wären

    Ich hatte z.B. in meiner Bachelorarbeit eine 1,3, aber ich war überzeugt davon, dass ich durchfallen würde. Auch jetzt kommt mir das noch seltsam vor, ich habe ja auch zwischendurch meine Betreuer was gefragt und dementsprechend nicht alles komplett alleine gemacht.

    Vielen Dank noch mal für eure ganzen Antworten, ich finde das sehr ermutigend und beruhigend!
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 Juni 2016
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    User 44981 (30)
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    9 Juni 2016
    #10
    Das ist ein sehr guter Punkt!
    Meinen ersten Job habe ich bekommen, obwohl ich nur eine 4,0-Bescheinigung hatte (weil mein sich Prof sehr viel Zeit bei der Bewertung meiner Diplomarbeit gelassen hat).
    Mein damaliger Chef hat vor allem Wert darauf gelegt, dass ich ins Team passe und dass ich mich im Studium nicht nur mit irgendwelchen theoretischen Geschichten ohne praktische Relevanz, sondern eher mit praktisch anwendbaren Dingen beschäftigt habe.
     
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    10 Juni 2016
    #11
    @Tahini Also wendest du aus deinem Studium eigentlich nicht wirklich viel an? Wie hast du das gelernt, was du für deinen Job wissen/können musst?

    Was sind denn z.B. praktisch anwendbare Dinge? Sowas wie Laserspektroskopie oder Logistik oder ein bisschen Programmierung oder verschiedene in der Medizinphysik angewandte Detektoren?
     
  • Tahini
    Tahini (46)
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    10 Juni 2016
    #12
    Aha! Da haben wir das Problem vielleicht schon. Ein Universitaetsstudium ist naemlich keine Berufsausbildung, sondern ein Trainingslauf fuer die Herausforderung "wie bilde ich mich selbst stets weiter in einem bestimmten Feld?" Deshalb gibt es auch an Unis keine Kurse wie "Wir bedienen eine Sensomatic des Baujahres 2016". Stattdessen stehen alle Zeichen auf Schnitzeljagd: "Lesen Sie sich folgendes Wissen irgendwie an. Naechste Woche diskutieren wir das."

    Fuer mich persoenlich war es eine riesen krise, das herauszufinden. ich dachte, wenn ich im Studium brav Plastilinmodelle kratze und Marker Renderings mache, kann ich anschliessend fuer Geld Plastilinmodelle kratzen und Marker Renderings machen. Fuer ca. 10% der Absolventen wurde das Wirklichkeit. Heute, zwanzig Jahre spaeter, macht das keiner von ihnen mehr. Die Oednis waere einfach unbeschreiblich, noch mit vierzig zu machen, was man mit zwanzig lernte. Man hoert ja nicht auf, sich weiterzuentwickeln. Und waehrend ich so in Studios in Frankreich und Deutschland und England stand und Modellchen von fahrzeugen aus Plastilin schabte und hunderte Seiten Vellum mit Markern bekrakelte, fand rings um mich rum Groesseres statt, und ich war mittendrin - bekam es mit, weil ich ueber Leberkaeswecken und Pizzen mit den Ingenieuren plauderte. Und Chefs kamen und sagten Dinge wie "also, wenn Sie lernen, wie man mit einer 3D Abtastvorrichtung umgeht/ CATIA Animationen macht/ sich mal ein bisschen in Beleuchtungstechnik vertiefen, dann kann es sogar sein, dass Sie naechstes Jahr weiterhin hier arbeiten koennen." Und wer nicht voellig dumpf ist, der handelt prompt danach. Und so kam's.

    Kurz: Dein Examen ist nicht das Ende des Lernens, sondern der Startschuss.
     
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    10 Juni 2016
    #13
    Das habe ich etwas blöd formuliert... also versuche ich es nochmal:
    In meinem ersten Job war es vor allem wichtig, dass ich kein theoretischer Physiker bin, der irgendwo im Keller vor dem Bildschirm abgefahrene Simulationen macht, aber bei experimentellen Dingen, beim Zusammenbau von Versuchsaufbauten, usw. ein Doppel-Linkshänder ist.
    In welchem Gebiet ich nun bisher schon experimentelle Erfahrungen gesammelt habe, war dagegen relativ egal. Wer bisher mit optischen Aufbauten hantiert hat, kann prinzipiell auch elektrische Aufbauten verkabeln. Wer bisher mit dem REM gearbeitet hat, kann auch nach kurzer Einarbeitung mti einem Laser-Scanning-Mikroskop umgehen und wer mal irgendwas spektroskopisches gemacht hat, kann sich auch in ein bisher unbekanntes Spektroskopie-Verfahren einarbeiten.

    Ansonsten kann ich mich @Tahini nur voll und ganz anschließen!
     
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    19 Juni 2016
    #14
    Ehrlich gesagt hatte ich es eigentlich für eine Berufsausbildung gehalten und gedacht, ich lerne dabei irgendwas, womit ich später mal was anfangen kann - also auch konkretes Wissen, welches dann so im Beruf angewandt wird. Und da es mir bisher nicht so vorkommt, als hätte ich sonderlich viel anwendbares gelernt, verunsichert mich das sehr.
    Ich traue mich nicht wirklich, mich für Praktika zu bewerben, weil ich denke, ich könnte nichts.
    Ich finde durchaus interessante Stellen, aber ich habe Sorge, der Stelle nicht gerecht werden zu können und bewerbe mich darum gar nicht erst. Und ich habe Sorge, mir durch Fehler bei einer Bewerbung jetzt eventuell Chancen für später kaputt zu machen...
    Und weil mich so vieles interessiert und ich nicht genau weiß, was ich wirklich kann und was mich wirklich interessiert (auch dauerhaft), weiß ich nicht so genau, was ich mir zusätzlich beibringen sollte... Und dann fange ich auch mit zusätzlichem Lernen gar nicht erst an, auch wenn es eigentlich einiges gibt, was ich mir gerne beibringen würde (diverses aus dem Bereich Elektronik, Medizinphysik, Medizin, GUI Programmierung,...).
    Außerdem denke ich mir dann häufig "kann ich mir bestimmt eh nicht beibringen" und versuche es erst gar nicht :confused:

    Ich bin irgendwie einfach komplett verwirrt.

    In die theoretische Physik will ich zumindest schon mal nicht, interessiert mich zwar, allerdings habe ich auch schon bei einer Karrieremesse direkt zu Beginn von einem Personaler gesagt bekommen, dass ich mich da gerne mal bzgl. Abschlussarbeit oder so melden könne, ich dafür allerdings in Richtung experimentelle Physik müsse.
    Und auch ansonsten habe ich schon den Eindruck gewonnen, dass es bei der experimentellen Physik ein breiteres Feld an Dingen, welche mich interessieren, gibt.

    Also mit Experimenten habe ich schon herumhantiert, tut man ja automatisch im Rahmen der physikalischen Praktika - die stammten bisher aus allen möglichen Bereichen der Physik.
    Aber ich weiß nicht, ob das reicht. Man macht halt von allem ein bisschen was und nichts so richtig und ich habe bestimmt auch schon wieder einiges vergessen.

    Dafür habe ich jetzt zumindest schon mal den Großteil meiner Noten hier im Ausland aufgetrieben (habe aber keine 30CP gemacht) - die waren nämlich irgendwie verschollen. Ausgerechnet in den beiden Fächern, welche mir am meisten Angst machten (beide Male musste auf Englisch ein Vortrag gehalten werden, einmal war das Thema frei wählbar, so lange es wissenschaftlich ist, einmal konnte man zwischen verschiedenen Papern wählen und dann das Thema vorstellen), habe ich die besten Noten.
    Bei dem mit dem Paper wurden wir auch durch Dozenten betreut, d.h., ich war dann bei dem einen Dozenten und habe mit ihm über das Paper geredet. Dabei habe ich dann festgestellt, dass er mir den Großteil (wenn ich das jetzt richtig in Erinnerung hab) meiner Fragen auch nicht beantworten konnte, er meinte, es wäre normal, nicht das gesamte Paper in allen Details zu verstehen (also nicht bei jedem noch so kleinen Schritt zu wissen, warum das jetzt genau so und nicht anders gemacht wurde). Das fand ich schon mal beruhigend, weil ich eigentlich damit rechnete, alles, was man irgendwie zu diesem Paper fragen könnte, wissen und können zu müssen.
    Das hat mir dann auch durchaus Spaß gemacht, ich fand das Thema interessant, auch wenn es mich ärgerte, dass ich nicht jedes Detail kannte und auch noch was widersprüchliches in dem Paper auftauchte, was sich nicht klären ließ, aber das Thema war interessant und an sich finde ich vielleicht vortragen doch gar nicht so schlecht, auch wenn ich Angst davor hab.
    In dem Bereich würde mich ein Praktikum wohl auch interessieren, auch wenn ich es mir mal wieder nicht zutraue.

    Ich hätte eigentlich ganz gerne bereits ein klares Ziel vor Augen, einen Praktikumsplatz sicher und ein Thema, in welches ich mich gemütlich einarbeiten kann.
    Wobei ich ja einen Praktikumsplatz schon habe, aber der reicht nicht, das dauert nur einen Monat und ich will ein ganzes Semester vollkriegen mit Praktika - nächstes Wintersemester, weswegen ich eigentlich mal in die Pötte kommen sollte, aber ich tue mich so schwer damit.

    Hier, wo ich im Auslandssemester bin, habe ich meinen Betreuer gefragt, ob es evtl. möglich wäre, hier nächstes Semester ein Praktikum an der Uni zu machen, da hat er mir nun geantwortet, dass ich mal vorbeikommen solle um das zu besprechen. :smile: Das ist zumindest schon mal kein "ne, geht auf keinen Fall".
     
    Zuletzt bearbeitet: 19 Juni 2016
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    19 Juni 2016
    #15
    Zumindest ich habe in meinem Studium durchaus auch viele Dinge gelernt, die ich im Beruflseben verwenden kann.
    Allerdings habe ich eben nicht z.B. in einer Schreinerlehre gelernt, wie man nun ein Stück Holz mit einer Kreissäge und säge jetzt ebenfalls Holz auf die gleiche Art und Weise mit einer Kreissäge, sondern ich habe alle möglichen physikalischen Grundlagen gelernt, die es mir jetzt ermöglichen, zu überlegen, welche Herangehensweise an irgendeine neue Fragestellung sinnvoll und plausibel ist und welche eher nicht.

    Ich hatte zwar das ganze Studium über einen bestimmten Bereich, der mich immer interessiert hat und auf den ich mich auch ein Stück weit spezialisiert habe.
    Aber trotzdem war ich auch offen für andere Bereiche und habe dann mehr oder weniger zufällig mit meinem ersten Job in einem Bereich gefunden, der sich ebenfalls interessant angehört hat, obwohl ich im Studium kaum etwas damit zu tun hatte. 3 Jahre lang habe ich in diesem Bereich und in diesem Unternehmen gearbeitet. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, viele neue Dinge gelernt (auch außerhalb der Physik) und hatte dann irgendwann die Schnauze voll - nicht vom Themengebiet, sondern eher von meinem Arbeitgeber, da mir dort einfach die Entwicklungsmöglichkeiten gefehlt haben und ich unterfordert war.
    Also habe ich mir einen neuen Job gesucht und bin wieder in dem Bereich gelandet, der mich schon im Studium besonders fasziniert hat. Aber auch in diesem Job profitiere ich wiederum von Dingen, die ich in meinem vorherigen Job gelernt habe.
    Überall lernt man neue Dinge, die man dann wiederum irgendwie auf andere Bereiche übertragen kann. - Und letztendlich musst du im Studium überhaupt nicht wissen, in welchem Bereich du dauerhaft arbeiten willst, da du ja immer wieder die Möglichkeit hast, dir einen neuen Job zu suchen, wenn dir der alte keinen Spaß mehr macht, oder wenn sich irgendwo eine gute Gelegenheit bietet.
    Das ganze Berufsleben lang in einem Unternehmen, oder auch nur in einem Themengebiet zu arbeiten, ist heute eher die Ausnahme, als die Regel.

    Lass dich nicht verwirren, sondern probiere einfach Dinge aus, die dich interessieren!
    Bei manchen Dingen wirst du früher oder später feststellen, dass sie doch nicht so toll sind, während andere Dinge erst so richtig spannend werden, wenn man sich mal eine Weile damit beschäftigt hat.

    Das kann ich sehr gut nachvollziehen!
    Auch theoretische Physiker haben durchaus Möglichkeiten, in der Wirtschaft Jobs zu finden, aber die sind oft noch fachfremder, als die Möglichkeiten für Experimentalphysiker...

    Na also! - Du hast schon mit allen möglichen Versuchsaufbauten und Messgeräten gespielt, Messergebnisse ausgewertet, usw.
    Wenn du nun im Berufsleben ebenfalls irgendwie experimentieren, messen und auswerten musst, kannst du ja schon mal sehr optimistisch sein, dass du dich genau wie in all den Praktikumsversuchen auch dort in die Thematik, die Messgeräte, usw. einarbeiten und letztendlich damit umgehen kannst.

    Das ist doch schon mal eine interessante Erkenntnis!
    In sehr vielen Bereichen ist es einfach nicht möglich, alles bis ins letzte Detail zu verstehen und fast immer ist das auch überhaupt nicht nötig, solange du zumindest irgendwie nachvollziehen kannst, dass die Sache insgesamt plausibel ist.

    Ich kenne mich mit diesem ganzen Bologna-verseuchten Studium ja nicht aus... aber in meinem guten, alten Diplomstudium war es absolut unüblich, irgendwelche Betriebspraktika zu machen.
    Nur ein mal habe ich keinen Ferienjob in einem von der Uni unabhängigen Institut in meinem Fachbereich gemacht und dort auch gleich das Angebot bekommen, dass ich dort auch meine Diplomarbeit machen kann. Mehr "Berufserfahrung" hatte ich also nicht, als ich nach dem Ende meines Studiums einen Job gesucht habe.


    Ach ja... noch ein kleiner Tipp:
    Die DPG (Deutsche Physikalische Gesellschaft) bietet einen Workshop zum Thema "Physiker im Beruf" an, bei dem diverse Physiker erzählen, was sie beruflich machen, wie sie dort gelandet sind, usw. Das ist wirklich interessant, weil man oft keine Ahnung hat, in welchen Positionen überall Leute sitzen, die Physik studiert haben.
     
  • Damian
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    20 Juni 2016
    #16
    Sorry..war etwas eingebunden die letzten Tage, deswegen hat die Antwort ein bisschen gedauert.

    Dieser Punkt dürfte gleich der schwierigste sein. Ängste sind scher und vor Allem nicht direkt zu bekämpfen. Man kann sich nur langsam herantasten, um sich quasi selbst beizubringen, dass die Angst irrational ist.
    Das klappt, in dem man deine folgenden Punkte angeht.

    Oh..das kenne ich ein Stück weit. :zwinker:
    Das ist aber auch etwas, dass man lernen kann. Während des Studiums, muss ich jetzt ma gestehen, hat das nicht so gut geklappt. Mir hat ein Seminar geholfen, dass mir mal ein ehemaliger Arbeitgeber bezahlt hat. Wenn du hier tipps haben willst, müsstest du konkreter werden..dann kann ich dir vielleicht 1 - 2 Tricks verraten, die mir geholfen haben, mich mal auf die Reihe zu kriegen.

    Das Problem kenne ich auch. Interessanterweise hat sich das etwas gelockert durch eine Erkenntnis von mir.
    "Jeder kocht nur mit Wasser" oder alternativ "Jeder muss kacken" :zwinker:
    Fakt ist, die Welt da draussen ist nicht so perfekt, wie man glauben mag. Ganz und gar nicht. Die ganzen Menschen, die da täglich zur Arbeit gehen, sind auch nicht organisiert oder effektiv oder auch nur ansatzweise genial. Irgendwo weiß man das ja, aber so richtig kapieren tut man es dann doch erst, wenn man seinen ersten Job angenommen hat.
    Ich hab übrigens vor kurzem mal ein halbes Jahr bei einem koreanischen Unternehmen gearbeitet und hier die GLEICHEN erlebnisse gemacht, wie ein Bekannter, der für Samsung gearbeitet hat. "Samsung" denkt man sich..."wow" großes Unternehmen..produzieren die noblen Handys und Fernseher und so.
    Das einzige, was mich wundert ist, dass die überhaupt was komplizierteres als einen Ziegelstein hinkriegen. Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber hat man nicht bekommen, was man benötigt hat um überhaupt zu arbeiten. Die Koreaner haben 12 Stunden auf der Arbeit verbraucht und die Ergebnisse, das war von vorne herein klar, sind für den Kunden unbrauchbar gewesen (ein sehr SEHR großer und bekannter Kunde...). Das war der absolute Wahnsinn.
    In den Deutschen Unternehmen ist es zwar deutlich effizienter gelaufen..aber ganz ehrlich...so eine gut geölte Maschine an Firma hat ich noch nicht erlebt.

    Daswegen: Mach dich von dem Gedanken frei, dass du perfekt sein musst...du bist vermutlich schon jetzt deutlich perfekter, als die meisten deiner künftigen Kollegen...

    Ich hatte das Glück, dass ich vor meinem Studium die Richtung und nach meinem Studium die genaue Fachrichtung wußte.
    Trotzdem habe ich mittlerweile die Branche gewechselt und mein Schwerpunkt hat sich stark verschoben. :zwinker:
    @Tahini hat es bisher ganz schön gesagt, du machst mehr oder weniger ohnehin nicht das, was du im Studium gemacht hast. Auch vieles, was du gelernt hast, wirst du nicht unbedingt brauchen. Ich brauche maximal kleine Stückchen davon.

    Das klingt alles nach lösbaren Problemen. Da würde ich einzeln durchtelefonieren und fragen, ob du den Kram unterschreiben / ausfüllen und anschließend scannen und mailen kannst. Notfalls gibt es auch Faxdienste im Internet, die Kinderleicht und tlw. kostenlos nutzbar sind.
    Wenn das alles nicht geht, dann gibts halt Briefverkehr mit Familie / Freunden. Das ist dann zwar doof, aber durchaus machbar.
    Das mit den Listen kannst du künftig durchaus auch ändern. Da musst du dir angewöhnen, dich selbst zu kontrollieren. Im Zweifelsfall nimmste dir ne Liste mit, wo drauf steht, was du genau machen wolltest und auf welche Parameter du achten musst. Wenn das schief geht, kann man sehr häufig so einiges erreichen, wenn man einfach nur mit den Menschen an der Uni redet. :zwinker:

    Das mit der Einschätzung versucht man immer in Relation zu anderen..und das geht häufig auch noch schief.
    1. Man findet ganz häufig niemanden, der GENAU das macht / kann was man selbst macht und oder kann.
    2. Wenn man jemanden findet, dann garangiere ich dir, dass du etwas findest, was derjenige besser kann.

    Kleines Beispiel aus der Welt der Softwareentwicklung: Es gibt Menschen die können geradezu GENIAL coden. Die machen dir in zwei Zeilen, wofür ein guter Programmierer 10 braucht.
    Trotzdem suchen Firman häufig nicht nach denen. Die 2 Zahlen mögen nämlich für einen genialen Programmierer lesbar sein, aber nicht für die 10 durchschnittlich bis guten, die auch an dem Projekt arbeiten. Für Firmen sind, sofern sie ein bisschen Ahnung von SW Entwicklung haben, ganz andere Qualitäten wichtig. Man braucht Teamfähige Menschen, die Code produzieren, der auch noch in 10 Jahren nutzbar und erweiterbar ist.

    Wie will man das genau vergleichen...gerade weil du ja auch noch nicht wissen kannst, was in deinen künftigen Jobs wirklich wichtig ist.

    Das greift nicht nur den ersten Punkt wieder auf, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch deine gesamte Aufzählung..fällt dir das auf?

    Du hast durchgehend das Gefühl nicht genug zu sein. Du glaubst, dass alle anderen besser sind.
    Das ist mit Sicherheit ein Selbstbetrug. So viel kann ich dir zwar sagen..die Frage ist, ob du es auch glauben kannst. Das ist der knackpunkt.
    Ich kann an der Stelle nicht sagen, warum du ein so geringes Selbstbewußtsein hast und wie tief es sich durch dein ganzes Leben zieht. Je nach stärke kannst du da alleine rauskommen oder brauchst eventuell irgendwie geartete Hilfe.
    Vielleicht wäre ein erster Schritt, dass du dir Gedanken machst, woher das genau kommt..denn deine Wahrnehmung stimmt ja nachweislich nicht mit der Realität überein (siehe 1,3...die gibts nämlich auch nicht kleiner Hilfestellung hinterhergeworfen).
     
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    20 Juni 2016
    #17
    Mir ist gerade aufgefallen, dass mir ein Beitrag von dir komplett durch die Lappen gegangen ist... deshalb antworte ich noch darauf:

    Eigentlich wusste ich nur, dass ich irgendwo in der Forschung und Entwicklung arbeiten will und ich fand sehr große Unternehmen mit ihren Karriere-Portalen, die gleichzeitig schon mal die Frustrationstoleranz der Bewerber testen und bei denen man als Mitarbeiter nur einer unter Vielen ist, eher abschreckend.

    Letztendlich hat sich dann einfach durch Vitamin B die Möglichkeit ergeben, in einer winzig kleinen Firma anzufangen, die ich ohne dieses nette Vitamin niemals gefunden hätte.
    Aber nachdem der erste Kontakt hergestellt war, fand ich es einfach total cool, was diese Firma macht.

    Ich hatte auch keine Ahnung, ob mich der Bereich, in dem ich angefangen habe, dauerhaft interessiert. Aber diese Frage halte ich auch nicht für sonderlich relevant - insbesondere dann nicht, wenn es um den ersten Job nach dem Studium geht.
    Es ist völlig normal, nach ein paar Jahren den Job zu wechseln, weil man merkt, dass das Thema auf Dauer doch nicht so spannend ist, weil einem irgendwelche anderen Dinge nicht gefallen oder schlicht und einfach, weil man über irgendein noch interessanteres Jobangebot stolpert. - Und das kann dann eben auch wieder in einem ganz anderen Bereich sein... und trotzdem wirst du dann im nächsten Job von allen möglichen Dingen profitieren, die du in deinem vorherigen Job gelernt hast.

    Die Erkenntnis ist also schon mal da.
    Jetzt musst du nur noch lernen, trotz all der neuen, interessanten Fragen zielgerichtet vorzugehen. Gerade im Berufsleben geht es nicht mehr darum, irgendwelche Dinge bis ins kleinste Detail komplett zu verstehen, sondern viel mehr darum, die Dinge so weit zu kapieren, dass man mit ihnen umgehen kann, ohne sich all zu lange an unnötigen Details aufzuhalten.

    Ja und? 2,3 ist doch alles andere, als schlecht, sondern "gut".
    In meinem Diplomstudium wurden uns die guten Noten wirklich hinterher geworfen... aber trotzdem stand bei meinem Vordiplom keine 1 vor dem Komma und beim Diplom hat es dann auf wundersame Weise doch ganz knapp für die 1 vor dem Komma gereicht, während viele meiner Kommilitonen viel näher an der 1,0 waren, als ich.
    Und so viel ich weiß, wurde gerade diese inflationäre Vergabe sehr guter Noten mit dem Bachelor-Master-System wieder reduziert, so dass eine 1 tatsächlich nur noch für sehr gute Leistungen und eine 2 für gute Leistungen vergeben wird.

    Und abgesehen davon, war meinem ersten Chef meine Abschlussnote wirklich scheißegal. Ihm war viel wichtiger, dass ich neben meinen physikalischen Grundlagen kein Doppel-Linkshänder bin, dazu bereit bin, meine Hände schmutzig zu machen und mit meiner Persönlichkeit in sein sehr kleines Team gepasst habe.
    Dementsprechend hat er mich mit meiner 4,0-Bescheinigung eingestellt und mein endgültiges Diplomzeugnis habe ich ihm nie nachgereicht.

    Hör auf mit diesem Perfektionismus!
    Du kannst überhaupt nicht wissen, was du später im Berufsleben mal brauchen wirst. Aber du hast schon von verdammt vielen Dingen gehört, so dass du sie später nachschlagen und lernen kannst, wenn du sie denn mal brauchen solltest.
    Und dazu musst du im Berufsleben dann auch noch ganz viele Dinge lernen, die kaum etwas mit dem Physikstudium zu tun haben.

    Das kommt mir durchaus bekannt vor.
    Aber im Berufsalltag gab es dann eben immer wieder Dinge, die ich locker aus dem Ärmel geschüttelt habe und die meine Kollegen (überwiegend Ingenieure mit langjähriger Berufserfahrung) entweder überhaupt nicht konnten, oder sehr schwierig fanden... genau wie es natürlich auch Dinge gab, die meine Kollegen deutlich besser konnten, als ich.
    Aber trotzdem habe ich dadurch gemerkt, dass ich verdammt viele Dinge kann und weiß, die ich bisher einfach für selbstverständlich gehalten habe.

    Mädel, du meisterst gerade ein Studium, das gemeinhin als extrem schwierig gilt! - Und das auch noch mit guten Noten!
    Du beschäftigst dich mit Dingen, vor denen ein Großteil deiner Mitmenschen außerhalb des Studiums schreiend davon laufen würde... (nämlich die komplette "Physik? - Das hab ich so früh wie möglich abgewählt"-Fraktion)
    Und wenn du jetzt nochmal behauptest, du könntest nichts und wüsstest nichts, musst du hoffentlich selbst über dich lachen. :zwinker:

    Wie wäre es mal mit einer anderen Herangehensweise?
    Schau dich doch mal um, welche konkreten Möglichkeiten es gibt. Durchforste irgendwelche Job-Portale nach offenen Stellen für Physiker und überlege dir bei den konkreten Stellen, ob dich das interessieren könnte. - Und wenn ja, dann schreibe eine Bewerbung und geh im Falle einer Einladung zum Vorstellungsgespräch, so dass du genau so herausfinden kannst, ob der potentielle Arbeitgeber zu dir passt, wie er herausfinden kann, ob du ins Unternehmen passt.

    Du bist nicht allwissend und wirst es auch niemals sein! - Weder als Bachelorandin (also mitten im Studium, da ich den Physik-Bachelor nicht für einen berufsqualifizierenden Abschluss, sondern ohne folgenden Master nur für einen zertifizierten Studienabbruch halte...), noch mit Doktortitel und drölfzig Jahren Berufserfahrung.
    Und gerade bei einer Bachelorarbeit ist es der Job des Betreuers, dir zu helfen! Selbst bei der Dissertation (die ja als erste eigenstädinge wissenschaftliche Arbeit gilt) bekommt man im Normalfall Hilfe von anderen Menschen, greift auf Forschungsergebnisse anderer Leute zurück, usw.
    Du musst nicht alles alleine können, solange du weißt, wer dir wo und wie helfen kann. - Und spätestens, wenn du dann mal ein wenig Berufserfahrung hast, wird es sich ergeben, dass du deinen Kollegen genau so mit Rat und Tat zur Seite stehst, wie sie es auch dir gegenüber tun.
     
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    3 Juli 2016
    #18
    Also kann man auch einfach so wechseln? Meine Sorge war/ist da, dass dann vielleicht die anderen einen nicht anstellen, weil man noch keine Erfahrung in dem Bereich hat.

    Vielen Dank für den Hinweis, da werde ich mich informieren, das stelle ich mir auch sehr interessant vor!

    Das hat bei mir mit den Prüfungen zumindest schon mal einigermaßen geklappt :smile: Ich denke mir eigentlich bei jeder Prüfung, dass ich DIESES Mal aber bestimmt durchfallen würde, inzwischen kenne ich das aber schon, das dachte ich bei den letzten 20 Prüfungen auch und bin trotzdem nicht durchgefallen. Jetzt fällt es mir leichter, mir dann selber (für mich glaubhaft) zu sagen, dass ich immer der Meinung bin, ich würde nun aber wirklich durchfallen, ohne es zu tun, sodass ich meiner Befürchtung da vielleicht einfach keinen Glauben schenken sollte.

    Konkreter werden, was genau mir bei Planung und Organisation schwer fällt?

    Leider muss man aber manchmal mittels Zeichen angeben, welcher Zeitraum einem am besten passen würde (z.B. mit Zahlen oder Pluszeichen) - nur dass häufig nicht dabei steht, welches Zeichen für "am liebsten" und welches für "ungern" steht, ich neige dazu, die Zeichen falsch zuzuordnen.
    Aber die Leute zu fragen, ist eine gute Idee. Bei dem einen Projekt, bei welchem das falsche Eintragen in die Liste dazu führte, dass ich die eine Prüfung aus dem letzten Sommersemester erst jetzt nach meinem Auslandssemester machen kann, habe ich das gemacht. Das hat allerdings das Problem nur verringert und nicht komplett behoben, in dem für mich eigentlich geeigneten Zeitraum war nichts mehr frei. Ich wurde dann aber immerhin früher untergebracht, als es sonst der Fall gewesen wäre. Nach meinem Listenplatz wäre das Projekt sonst nämlich mit meinem Auslandssemester kollidiert.

    Deswegen kann ich aber auch noch keine Zeugnisse bekommen - die Prüfung fehlt halt noch und die zählt für das Sommersemester 2015 und das Wintersemester 2014/2015. Die Prüfungen aus dem letzten Wintersemester mache ich auch erst nach meinem Auslandssemester, weil ich noch während der Vorlesungszeit ins Ausland gegangen bin.
    Und das Zeugnis für mein Auslandssemester ist einfach noch nicht ausgestellt - die suchen auch gerade noch eine Note :confused:

    Das kann ich sehr gut. Oder zumindest bin ich sehr schnell überzeugt davon, dass die anderen das besser könnten als ich.

    Ich bin allerdings manchmal vielleicht auch ein bisschen voreilig, in meinem Nebenjob bspw. habe ich eine Aufgabe bekommen, welche mir dann bis zu einem bestimmten Punkt erklärt wurde. Dann ist mein Chef mit allen anderen, die man fragen könnte, ins Meeting gegangen, ich war aber schon deutlich vor Meetingende mit dem, was mir erklärt worden war, fertig und kam nicht damit klar, während der Arbeitszeit nichts zu tun zu haben. Also habe ich einfach schon mal weitergemacht, auch wenn man mir das noch nicht erklärt hatte.
    Leider habe ich dann später festgestellt, dass ich dabei wohl was falsch gemacht hatte und meinen Chef darauf angesprochen, welcher das dann auch festgestellt hat. Ich hatte nicht alles falsch gemacht von dem, was ich mir dann zusammengereimt habe, aber da es sich dabei um eine zusammengehörige Testung handelte, musste ich das dann noch mal machen.
    Dafür hat mein Chef mir dann von vornherein mehr Aufgaben gegeben, er hatte nicht damit gerechnet, dass ich so früh fertig werden würde.
    Aber das war auch nichts schweres, ein paar Daten in Exceltabellen eintragen und mit Druckern und Scannern rumspielen.

    Ja, das fällt mir schon auf. Aber es kommt mir eben auch tatsächlich so vor.

    Ich habe schon den Eindruck, dass es sich durch mehrere Bereiche zieht. Ich weiß nicht, ob das damit zusammenhängt, aber ich gehe z.B. auch sehr schnell davon aus, dass mich andere Leute nicht mögen würden. Weil mir das inzwischen aber schon durchaus bewusst ist, hinterfrage ich es mittlerweile deutlich kritischer, wenn ich mal wieder überzeugt davon bin, jemand würde mich nicht mögen und beobachte das ganze erstmal.
    Ich habe mich früher auch nicht getraut, Auto zu fahren, wenn andere Menschen in der Nähe waren.
    Mein Fahrlehrer hat auch mitbekommen, dass ich mir das Autofahren nicht zutraute und hat sich sehr viel Mühe gegeben, mir mehr Selbstvertrauen zu geben. Er hat auch einmal die ganze Fahrt über gar nichts gesagt und mir dann am Ende erklärt, dass er das so gehandhabt hätte, damit ich mitbekomme, dass ich komplett alleine fahren kann.
    Er hat auch ne Weile gebraucht, um mich davon zu überzeugen, dass er mich zur Theorieprüfung anmelden konnte.
    Das Autofahren traue ich mir inzwischen auch deutlich eher zu. Ich traue mich manchmal immer noch nicht so richtig oder werde nervös, wenn andere Menschen dabei/ in der Nähe sind, aber normalerweise komme ich damit nun ganz gut klar, ich kann inzwischen auch andere Menschen mitnehmen, wenn ich Auto fahre (auch wenn ich nach wie vor lieber alleine im Auto bin).
    Aber ich muss nicht mehr versuchen, wie ein Mann zu wirken, wenn ich Auto fahre. Das Problem hatte ich früher, da bin ich nur in viel zu weiten Klamotten und mit hochgesteckten und am besten unter ner Mütze versteckten Haaren Auto gefahren, weil ich Sorge hatte, dass man ansonsten eventuelle Fehler sofort meinem Weiblichsein anlasten würde.
    Dabei hatte ich in der Fahrschule des öfteren mit einem Typen zusammen Unterricht und zumindest das Einparken fällt mir leichter als ihm. Mein Fahrlehrer hat ihm nach einiger Zeit nur noch relativ leichte Parklücken gegeben und er hatte trotzdem Schwierigkeiten, während mein Fahrlehrer mir schon ziemlich schnell nur noch Parklücken, in welche das Auto gerade so eben reinpasste, wenn man die Türen zuließ, gab (was auch funktioniert hat).
    Und ich fahre andauernd durch schmale Gassen oder parke in engen Parklücken, obwohl meine Mitfahrer überzeugt davon sind, dass das nicht passen würde.
    Aber trotzdem verunsichert es mich sehr, dass ich nach wie vor ständig Vorurteile à la "Frauen können das eh nicht" zu hören bekomme.
    Ich hatte auch schon zwei Dozenten an der Uni, welche damit in der Prüfung (beide Male war es eine mündliche Prüfung) und in der Vorlesung angekommen sind.

    In der Schulzeit hatte ich das Problem mit dem geringen Selbstbewusstsein auf jeden Fall auch schon. Ich hatte auch Sorge, dass ich durchs Abi fallen könnte (obwohl ich nie auch nur ansatzweise gefährdet war, durchzufallen).

    Dazu habe ich gelesen, dass die "hohe Frustrationstoleranz" bei Leuten, welche Physik studiert haben, wohl gerade geschätzt werden soll :grin:

    Wie lernt man das?

    Sowas in der Art habe ich jetzt vielleicht als ich Medizinertestbeispielaufgaben gemacht habe, festgestellt. Da gab es Aufgaben, bei welchen ich mir dachte, dass die wohl schon nicht ganz ohne wären. Dann bin ich auf eine Aufgabe, bei welcher man eine Gleichung herleiten sollte, gestoßen, hab das eben schnell im Kopf gemacht und mich über die leichte Aufgabe gefreut und dann unter der Aufgabe gelesen, dass sie mit "Schwierigkeitsgrad: hoch" versehen war.

    Das ist eine sehr gute Idee! :smile: Vielleicht kann man da ja auch ggf. irgendwo ein Praktikum machen, ganz durch bin ich mit dem Studium ja noch nicht, so dass ich noch nicht richtig arbeiten kann.

    Mein Problem ist auch, dass ich ständig nicht in die Pötte komme. Ich weiß auch gar nicht so genau, wieso (bzw. manchmal hab ich schon so ne Ahnung, ich glaube, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll und ich in meinen Augen sowieso nie fertig werde, weil es sowieso nie perfekt wird, ist ein Problem). Ansonsten komme ich aber auch einfach so irgendwie bisweilen nicht in die Gänge - auch in komplett anderen Bereichen, z.B. wenn ich eigentlich meine Wohnung aufräumen sollte.
    Ich muss nun auch noch meinen Lebenslauf in einer Fremdsprache fertigstellen, schon Freitag vor einer Woche wurde der angefragt (von einem Dozenten an der Uni, an welcher ich im Auslandssemester bin, weil ich da evtl. ein Praktikum machen kann, ich hatte da angefragt). Bis einschließlich Montag, sowie Mittwoch und heute hatte ich echt viel zu tun und keine Zeit, Dienstag, Donnerstag oder Freitag (wobei ich da fast den ganzen Tag geschlafen habe, weil ich unglaublich müde war) wäre es aber eigentlich drin gewesen (da habe ich auch was gemacht, aber es ist noch nicht fertig, und eigentlich hätte ich das auch schon viel früher fertig machen können, ich wusste ja schon, dass ich mich im Ausland bewerben wollte). Deswegen ärger ich mich schon wieder total über mich selber und habe Sorge, dass ich mir damit vielleicht was verbauen könnte und das will ich auf keinen Fall, weil ich unbedingt wieder in mein Auslandssemesterland will, besonders gern natürlich in die Stadt, in welcher ich war, und ich auch den Eindruck habe, dass das Themengebiet sehr interessant ist.
    Morgen (also eigentlich heute, Sonntag) will ich den Lebenslauf dann aber echt mal fertig kriegen.
    Zugleich mache ich mir auch schon wieder Sorgen aufgrund der noch anstehenden Prüfungen, weil jetzt die Kurse/ Experimente schon wieder so lange her sind.

    Vielen Dank für eure Antworten, die helfen mir sehr!
     
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    3 Juli 2016
    #19
    Ich habe selbst bisher nur einen Jobwechsel hinter mir - von einem Bereich, in dem ich ziemlich fachfremd angefangen habe zurück in den Bereich meiner Spezialisierung im Studium. Aber ich bin mir sicher, dass solche Jobwechsel in alle mögliche Richtungen möglich sind.
    Beim DPG-Workshop gab es jedenfalls ein paar Leute mit sehr interessanten und wechselhaften Biographien. :zwinker:

    Mit wachsender Berufserfahrung kann es ja auch gut sein, dass man irgendwann aufsteigt - vom "Fachidioten" zur Führungskraft. - Und da nimmt die Bedeutung von speziellem Fachwissen rapide ab, während andere Kompetenzen, die man im Berufsleben erworben und verbessert hat, weitaus wichtiger sind.

    Die Veranstaltung ist wirklich super!
    Nicht nur die Vorträge sind interessant, sondern vor allem auch die Abende, an denen man ganz gemütlich bei einem Bier mit den Teilnehmern und Dozenten ins Gespräch kommt.

    Ich glaube, ein wenig mehr Selbstbewusstsein und Optimismus würde dir ziemlich gut stehen. :whistle:

    Du hast doch genau richtig gehandelt: Nachdem du mit der Arbeit fertig warst, die dir erklärt wurde, bist du nicht faul rumgesessen, sondern hast dir überlegt, wie man sinnvoll weiter arbeiten kann und hast das dann auch gemacht.
    Dass man bei solchen selbstständigen Arbeiten auch mal einen Fehler macht, den man dann später korrigieren muss, ist doch völlig normal. Das wird dir später im Berufsleben immer wieder passieren

    Wieso um alles in der Welt hast du ständig diesen Eindruck?!?
    Du absolvierst gerade ziemlich erfolgreich dein Studium - in einem Fach, das ein Großteil der Menschheit so schwierig und unangenehm findet, dass er niemals auf die Idee käme, das auch nur zu versuchen. Und in diesem harten Studium bekommst du auch noch überwiegend gute Noten.

    Das ist eine richtig starke Leistung! :thumbsup:
    Und deine Leistung wird auch kein bisschen davon geschmälert, dass es ein paar Überflieger in deinem Studiengang gibt, bei denen alles irgendwie besser und reibungsloser läuft und die auch noch sehr gute Noten schreiben.

    Leider habe ich keine Ahnung, welchen Rat ich dir bei diesem Problem mit deinem Selbstbewusstsein geben könnte... aber ich bin überzeugt davon, dass dir dein fehlendes Selbstbewusstsein immer wieder große Steine in den Weg legt.

    ... und trotzdem war es mir immer wieder zu blöd, mich durch diese bescheuerten Karriere-Portale zu kämpfen und z.B. meine Fähigkeiten in einem vorgegebenen Schema einzuordnen, in dem die für uns Physiker so wichtige Kategorie "kann ich noch nicht, aber könnte ich in kurzer Zeit locker lernen" fehlt. :zwinker:

    Indem man das Ziel nicht aus den Augen verliert und bei all den neuen Fragen überlegt, ob sie zur Lösung des aktuellen Problems relevant sind, oder nicht.

    Genau das meine ich.
    Dinge, die man beherrscht, findet man oft so selbstverständlich, dass man sie überhaupt nicht mehr als besondere Fähigkeit wahrnimmt.
     
  • Damian
    Doctor How
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    Verheiratet
    4 Juli 2016
    #20
    Hmm..ich versuche mal einen anderen Ansatz, um selbst etwas konkreter zu werden...vielleicht ist das ja verständlich.... :zwinker:

    Meine Schwierigkeit ist halt, dass ich dich nicht gut genug kenne, um exakt an dich angepasste Tipps zu geben, deswegen muss ich immer ein Stück allgemein bleiben. Auf der anderen Seite lerne ich dich mit jedem Beitrag ein bisschen besser kennen...

    Vielleicht erstmal etwas zu mir: Ich bin nicht extrem gut organisiert. Ich würde von mir behaupten, dass ich alles ganz gut im Griff habe mittlerweile, ich mache manchmal aber trotzdem einfach den Durchhänger, wenn mir danach ist. Das war aber nicht immer so. Früher habe ich echte Schwierigkeiten gehabt etwas anzugehen, teilweise auch weil ich sowas gedacht habe wie "oh maaaaann..das ist ein RIESEN Berg...das schaff ich ja nieeee..und überhaupt...der Rechner ist gerade an und youtube ist offen..." uuuuund weg.

    Ich habe keinen besonderen Trick gelernt oder so. Wichtig sind im prinzip 2 Dinge und ich hoffe sehr, dass du mir Nummer 1 glauben kannst:
    1. Alle Menschen sind unorganisiert, mindests ein Stück weit selbstbezogen und von denjenigen, die ganz toll erscheinen sind es vielleicht 0,01%..der Rest tut nur so.
    2. Ich habe gelernt einfach anzufangen.

    zu 1)
    Wenn du mal die Chance hast..rede mal mit jemandem, der in einem beliebigen Japanischen Unternehmen gearbeitet hat. Wenn du dann noch glaubst, dass es IRGENDWO auf diesem Planeten ein effizientes Unternehmen gibt, dann bist du hartnäckiger als ich glaube.
    Ich hatte ja schon das Beispiel "Samsung" gebracht..die sind koreanisch..macht aber nix...läuft auch nicht.
    Die (Arbeits-)welt ist ein Affenzirkus und du bist vermutlich weit weit überqualifiziert. :grin:

    zu 2)
    Der wirkliche Knackpunkt ist tatsächlich einfach anzufangen. Wenn man viel zu tun hat, dann braucht es psychologische Tricks die erst priorisieren und einen dann dazu bringen anzufangen.
    Eine Technik ist z.B. eine LOP-Liste (List of Open Points), wo man prios sortieren und Aufgaben terminieren kann. Dadurch sieht man seinen Fortschritt (Farben verwenden!), man hakt ab und man sortiert. Man ist automatisch nicht mehr so fahrig und weiß, dass man alles schaffen kann. Das steigert auch das Selbstbewußtsein.
    Einer der falschesten Annahmen in diesem Feld ist, dass man glaubt noch weniger Zeit zu haben, wenn man einen Teil davon mit "Planund verschwendet". Diese Menschen verschwenden ihre Zeit meistens mit den unsinnigsten Aufgaben...hab ich alles schon gesehen.
     

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