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Unterschiedliche Zukunftserwartungen

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von User 16351, 20 April 2008.

  1. User 16351
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich bin nun seit 4 Jahren glücklich mit meiner Freundin zusammen. Wir stecken beide noch in zeitlich sehr anspruchsvoller Berufsausbildung bzw. schwierigem und aufwändigem Studium.
    Wir wohnen nicht zusammen und haben bisher auch noch keine Pläne geäußert, zusammenzuziehen. Dies hat mehrere Gründe:

    Einerseits stehen uns immer wieder Auslandsaufenthalte bzw. monatsweise Ausbildungsaufenthalte in anderen Städten bevor, andererseits verfügen wir finanziell noch nicht über die Möglichkeiten, uns wohnliche Bedingungen zu schaffen, die eine gesunde räumliche Distanz ermöglichen.
    Das hört sich eventuell widersprüchlich an, aber ich wäre nicht in der Lage, mit einer anderen Person dauerhaft auf 45qm zu wohnen und mehr ist wegen der recht hohen Mieten in unserer Heimatstadt nicht drin.
    Ich kann aber auch nicht sagen, dass ich unglücklich darüber bin, da ich generell nicht so begeistert davon bin, zuhause nach einem langen Tag empfangen zu werden, sondern erstmal etwas Zeit für mich brauche.

    Zu Beginn unserer Beziehung haben wir Themen wie Heirat, Kinder und Zusammenziehen nie angesprochen.
    Für mich war es nie wirklich ein Thema, und wenn es sie bewegt hat, denke ich, dass sie es für sich behalten hat, weil sie befürchtet, dass Männer bei diesen Themen verschreckt werden.

    So wurden diese Themen zu einem offenen Geheimnis. In Anbetracht der Dauer unserer Beziehung, dem absehbaren Ende unserer Ausbildungen und meinem ja auch etwas fortgeschrittenen Alter:zwinker: , wächst sich dieses Geheimnis aber eher zur latenten Bedrohung für uns aus, da ich weiß, dass sie irgendwann Kinder, Hund und gemeinsame/s Wohnung/Haus möchte, ich aber bei dem Gedanken daran Schreikrämpfe bekommen könnte.

    Das liegt nicht daran, dass ich meine Freundin nicht liebe, oder dass ich Kinder nicht mag.
    Für mich kommt diese Form der Lebensgestaltung nur auf absehbare Zeit überhaupt nicht in Frage, da ich durch den Streß, der mir in den nächsten Jahren noch bevorsteht, nicht absehen kann, wann ich überhaupt mal etwas für mich machen kann. Damit meine ich nicht nur 4 Wochen Urlaub im Jahr oder am Wochenende mal Skifahren, sondern Selbstverwirklichung i.S.v. ins Ausland gehen, selbständig machen, Sprachen lernen etc.
    Absehbare Zeit bedeutet hierbei einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren, in denen das Bedürfnis meiner Freundin nach einer Intensivierung unseres Zusammenlebens (wir sehen uns sehr oft und unternehmen viel, was auch immer Spaß macht) mit Sicherheit nicht gerade geringer wird, ich aber definitiv nicht zu irgendwelchen Familien- oder Eheaktionen bereit bin. Auch danach sieht es in dieser Hinsicht bei mir eher düster aus, da die rechtliche Institution der Ehe für mich nicht notwendig ist - was nicht auf Bindungsangst beruht.

    Ich frage mich nun, wie ich mich verhalten soll. Bin ich eigentlich verpflichtet dazu, meiner Freundin alles offenzulegen? Wobei offenlegen eigentlich der falsche Ausdruck ist, da sie es weiß, aber insgeheim hofft, dass ich mich irgendwann ändere.
    Ich will nicht irgendwann von ihr vorgeworfen bekommen, ich hätte ihr Leben ruiniert. Verlieren will ich sie natürlich auch nicht...

    Was denkt ihr?
     
    #1
    User 16351, 20 April 2008
  2. capricorn84
    Beiträge füllen Bücher
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    Verheiratet
    Off-Topic:
    Bin ich eigentlich verpflichtet dazu, meiner Freundin alles offenzulegen?


    Verpflichetet vielleicht nein, aber du solltest diese Dinge, deine Gefanken mit ihr besprechen. Somit weiß sie Bescheid und kann auch ihr Leben und ihre Zukunft etwas weiter planen.
     
    #2
    capricorn84, 20 April 2008
  3. Witwe
    Witwe (35)
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    nicht angegeben
    Verschiedene Zukunftsansichten sind häufig ein Trennungsgrund, besonders, wenn die jungen Leute von Anfang Zwanzig dann allmählich zu stabilen Persönlichkeiten heran reifen und der eine seine Freiheit genießen will, während der andere eine Familie gründen möchte.

    Zukunftsansichten sind auch Dinge, die ich in Partnerschaften sofort abkläre.
    Ich bin z.b. jemand, der mein eigenes Bett zum schlafen braucht, ich komme nach Hause und brauche meinen Freiraum. Ich habe ein Haus geerbt, das ich z.B. nicht einfach so stehen und liegen lassen kann, um mal so wenn ich grad lustig bin hier und dahin zu einem Mann ziehen kann!
    Ich will kinderfrei sein und das auch noch sehr lange bleiben und ich möchte vereisen oder Dinge unternehmen, ohne darauf achten zu müssen, daß Mann und Kind daheim sitzen.
    Meine möglichen Partner wissen bei mir also recht schnell woran sie sind, was ich in der Zukunft tun werde und was nicht!

    Das ist mir in einer Beziehung ein wichtiger Punkt und ich könnte dir nur empfehlen das schnellst möglichst mit deiner Freundin zu klären.... je länger es sich hinzieht, desto gefestigter wird deine Freundin in dem Irrglauben, dich bald als lustigen Familienvater vorzufinden.
    Natürlich besteht das Risiko daß sie sagt "tschüss, damit komm ich nicht klar" aber besser sie weiß es jetzt als daß in 10 oder 15 Jahren alles zusammen bricht, was ihr euch bis dahin aufgebaut habt.
    Ihr seid noch jung, da ist alles möglich und je früher man über den Partner bescheid weiß, desto besser kann man sich darauf einstellen und auch mit dem Partner eine geeignete Lösung dazu finden.
    Das ist dass was ich dazu denke.
     
    #3
    Witwe, 21 April 2008
  4. User 27629
    User 27629 (33)
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    Ich finde, du bist moralisch verpflichtet, ihr deine Ansichten dazu offenzulegen. Alles andere wäre absolut egoistisch von dir und irgendwo würdest du ihr auch die Chance nehmen, sich zu entscheiden, ob dein Zukunftsentwurf mit ihren Vorstellungen vereinbar ist, weil du sie im Unklaren lässt. Natürlich kann es sehr gut sein, dass es ein Trennungsgrund für sie ist, wenn sie deine absolute Ablehnung gegenüber Familie und Ehe kennt, aber das ist ihr gutes Recht und das musst du ihr zugestehen, denn es geht nicht nur um dich und um dein Leben!
    Liebe heisst auch, dass man wünscht, dass es dem anderen gut geht. Wenn du sie tatsächlich so hinhalten könntest, obwohl du ihre Wünsche kennst, dann liebst du sie auch nicht aufrichtig. :kopfschue
     
    #4
    User 27629, 21 April 2008
  5. Liza
    Liza (32)
    im Ruhestand
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    nicht angegeben
    Das ist ne relativ verzwickte Lage.
    Wenn eure Vorstellungen wirklich keine Kompromisse zulassen, wird ein Gespräch über diese unterschiedlichen Vorstellungen höchstwahrscheinlich zur Trennung führen; das weißt du und ich denke, sie weiß das auch. Und weil ihr euch eben liebt und euch eigentlich überhaupt nicht trennen wollt, umschifft ihr das Thema so gekonnt wie möglich.
    Auf Dauer kann das aber keine Lösung sein. Früher oder später wird der Punkt kommen, an dem eure Wünsche kollidieren. Und wenn du dir wirklich sicher bist, dass deine Einstellung zu diesen Themen sich so bald nicht ändern wird, dann ist das Früher vielleicht besser als das Später. Zum Einen deshalb, weil euch beiden das drohende Ende im Nacken zu sitzen scheint, ihr das nicht ewig verdrängen könnt; und das ist keine besonders gute Basis für Glück, auch nicht für kurzfristiges. Zum Anderen, weil die Zeit läuft... ich weiß ja nicht, wie alt deine Freundin ist, aber im Gegensatz zu dir hat sie nicht ihr ganzes Leben lang Zeit, um ihre Träume zu verwirklichen.
    Es wäre besser, das Gespräch zu suchen, auch wenn das sehr hart ist. Schon ihr zuliebe - wie gesagt, sie hat nicht unendlich viel Zeit, und diese Zeit opfert sie gerade für etwas, was sie auf Dauer nicht glücklich machen wird... du hast ihr gegenüber den Vorteil, dass die Verwirklichung deiner Träume nicht unwahrscheinlicher wird, je länger du mit dieser Frau zusammenbleibst.
     
    #5
    Liza, 21 April 2008
  6. User 16351
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Exakt.

    Das harte an der Situation finde ich, abgesehen von der bestehenden Wahrscheinlichkeit einer Trennung, dass ich ihr mittelbar sage: "Such dir einen anderen."

    Das zweite Problem für mich ist, dass ich das Gespräch aus meiner Sicht ja, wenn ich grob unfair wäre, ewig hinauszögern könnte und daher ja eigentlich ein Grund dafür bestehen muss, es jetzt anzusprechen.
    Würdet ihr euch als Frau so vorkommen, als hätte derjenige, der das Gespräch auf den Tisch bringt, überhaupt keine Lust mehr auf die Beziehung und würde nur einen Grund für eine vorzeitige Beendigung suchen?
     
    #6
    User 16351, 21 April 2008
  7. SottoVoce
    SottoVoce (34)
    Sehr bekannt hier
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    Verheiratet
    Käme darauf an, wie er das rüberbringt. Wenn das ein total distanziertes Gespräch wird, in dessen Verlauf sich die Fronten immer weiter verhärten, man gar Streit bekommt und sich evtl anschreit, dann würd ich mich so fühlen, ja.

    Aber wenn er selbst sehr niedergeschlagen ist und es schafft, mir das Gefühl zu vermitteln, dass ihm das alles voll viel ausmacht, er total traurig ist, mich auf keinen Fall verlieren möchte und jetzt eigentlich nur ehrlich und fair sein will und es ihm selbst irgendwie im Magen liegt, dass es da sowas "unausgesprochenes" zwischen uns gibt - dann würd ich mich nicht abgeschoben fühlen.

    Hm, mein Freund ist aber auch schon 27 und aus beruflichen Gründen müssen wir SEINETWEGEN noch mindestens 5 Jahre warten, ehe wir an Nachwuchs denken können. Ich möchte allerdings am liebsten bald Kinder haben und von MEINER Lebenssituation her würde das auch definitiv gut reinpassen. Trotzdem liebe ich ihn so sehr, dass ich "auf ihn warte". Er kann mir immerhin zusichern, dass er definitiv irgendwann mal Kinder haben möchte, aber halt erst dann, wenn das beruflich hinhaut. Das sind greifbare Gründe, die ich verstehen kann. Und weil ich ihn so liebe, bin ich auch bereit, ihm die Chance zu geben, dass er sich beruflich entfalten darf, wie er das will und wir solange mit den Kindern warten. Ich brauchte nur die sichere Aussage von ihm, dass er sich selbst Kinder ja unbedingt WÜNSCHT - nur halt nicht jetzt.

    Kannst Du denn sagen, ob Du ÜBERHAUPT mal Kinder willst? Oder weißt Du das noch gar nicht? Denn wenn Du sagen kannst, ja natürlich, Du willst auch mal Kinder, nur halt nicht jetzt - vielleicht kann sie dann auch warten? Vielleicht ist es dann gut, dass Du das Thema JETZT ansprichst?

    Und was Ehe angeht: Nur weil Du sie nicht als unbedingt NÖTIG ansiehst, heißt das ja noch nicht, dass Du überhaupt nicht bereit bist, sie einzugehen, oder doch?
     
    #7
    SottoVoce, 21 April 2008
  8. User 16351
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Kinder: Tendenziell überhaupt nicht.

    Ehe: Kirchlich ohnehin nicht, da ich als Atheist ein geheucheltes Versprechen abgeben würde.
    Standesamtlich auch eher nicht, weil ich die Ehe lediglich als Rechtsinstitut ansehe. Ich möchte nicht mit jemandem aufgrund eines Rechtsgeschäftes zusammen sein.
    Und aus steuerlichen Gründen eine Verbindung mit so extremen Rechtswirkungen (Unterhaltspflicht, Güterrecht, etc.) einzugehen, lehne ich auch eher ab.

    Ich könnte auf einem Berg, am Meer, auf einer Wiese vor allen Bekannten und Verwandten sagen, dass ich sie liebe und mir ein gemeinsames Leben und Altwerden wünsche, aber alles, was an künstlicher und ritueller Bindung darüber hinausgeht, ist nicht so mein Ding.
     
    #8
    User 16351, 21 April 2008
  9. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
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    nicht angegeben
    Wie alt ist denn Deine Freundin? Woher willst Du eigentlich so genau wissen, ob sie tatsächlich ne Familienplanung anstrebt? Unter anderem sollst Du wissen, dass bei Frauen die innere Uhr tickt. Zwar liegt das Alter der Frauen beim ersten Kind mehr oder wenig um 30 Jahre, aber ab dann plant wohl jede Frau ein, demnächst Kinder haben zu wollen.
    In wie weit schätzt Du ein, dass Du für ne Familiengründung bereit bist. WILLST Du Kinder? Lass Dir das mal genau durch den Kopf gehen.
    Du bist vielleicht nicht direkt verpflichtet, Deine Ansichten offenzulegen. Aber da Du aber mit ihr zusammen bist, hat sie auch das Recht zu wissen, wo sie dran ist, und u.U. sich darauf einrichten kann. Das ist einfach ne Sache von Respekt und Fairness, denn Du kannst sie nicht einfach so in der Luft hängen lassen. Schlimmstenfalls kannst Du ihr damit ihre ganzen Zukunftspläne zunichte machen, und das hat sie nun wirklich nicht verdient.
    Deshalb spiel mit offenen Karten und Ihr beredet alles mal in Ruhe untereinander. Natürlich gehst Du dabei das Risiko ein, dass sie sich von Dir trennt, wenn sie Deine Ansichten nicht teilt und ihr nicht auf einen zufriedenstellenden Kompromiss kommt.
    Um es mal umgekehrt zu betrachten: Wenn Du nen Kinderwunsch hast, und sie würde ganz klar keine Kinder haben wollen, was würdest DU dann machen?
    Meine Partnerinnen wussten ganz schnell um meinen Kinderwunsch Bescheid - auch wenn das viele Frauen erst mal in die Flucht geschlagen hatte. Und da ne Familiengründung nun mal auf meiner Liste der Zukunftspläne stand, ist ja klar, dass ich dann auch darüber schnell gesprochen hatte und auch die passende Frau gesucht - und gefunden:herz: - hatte.
     
    #9
    User 48403, 21 April 2008
  10. User 16351
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Wir kennen uns sehr gut, daher wissen wir eigentlich beide, was Sache ist. Sie möchte es jedoch nicht wirklich ansprechen, da sie die gleiche Angst hat, wie ich.
     
    #10
    User 16351, 21 April 2008
  11. Sternschnuppe_x
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    Single
    Wie alt ist sie eigentlich? Oder hab ich das irgendwo überlesen?

    Wobei, wenn du sagst: "Kinder eher gar nicht", dann ist es ja eigentlich auch fast schon egal, ob sie erst 21 ist und in 10 Jahren erst Kinder will, oder ob sie schon 25 ist und am liebsten gleich damit anfangen möchte...

    Ich meine, ich kenne viele Männer, die lange Zeit gesagt haben "Kinder, niemals!" - und dann irgendwann waren sie plötzlich überglückliche werdende Väter (und verheiratet *g*). Allerdings waren das eher Männer, die vom Typ her so "glückliche Singles" waren, und wo sich dann plötzlich, meist so Ende 20/Anfang 30, und ziemlich schnell alles geändert hat, als sie mit der richtigen Frau zusammen waren. Du bist ja jetzt aber auch schon 27 und schon länger mit deiner Freundin zusammen, und wenn es da eben immer noch nicht nur ein "später, ja, nur jetzt noch nicht", sondern tatsächlich ein "am liebsten eigentlich nie" ist, ist da wohl keine allzu große Änderung mehr zu erwarten.

    Kinder sind ein Punkt, wo wirklich einfach kein Kompromiß möglich ist. Beim Zeitpunkt, ja. Aber bei der Frage des Ob eben nicht.

    Ich denke schon, daß du deiner Freundin von diesen Gedanken erzählen solltest. Denn auch wenn sie es vermutlich ahnt, wie du denkst, weil sie dich gut kennt - vielleicht hofft sie ja doch insgeheim, daß sie falsch liegt und du plötzlich doch noch deine Liebe zu Heirat und Kindern entdeckst. Ich denke, du solltest so fair sein, ihr das auch wirklich offen und ehrlich zu sagen, was Sache ist. Daß es eben nicht nur ein "vielleicht später" ist, sondern im Grunde ein "nie".
     
    #11
    Sternschnuppe_x, 21 April 2008
  12. Karry87
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Naja, zu erst einmal, wenn du eine Ehe auch aus Gründen von Unterhaltspflicht, Güterrecht, etc. eher ablehnst, scheint mir doch ein bisschen Bindungsangst dahinter zu stecken. Denn, wenn man davon ausgeht, sein Leben mit dem Partner zu verbringen, könnte es dir doch egal sein? Verstehste, was ich meine? :zwinker:
    Im Übrigen sind gerade solche Dinge ja nicht immer ohne guten Grund geschaffen wurden.


    Allgemein denke ich auch, dass man mit offenen Karten spielen muss. Jeder sollte wissen, wie sein Partner in solch wichtigen Dingen tickt, um selber entscheiden zu können, ob das zur eigenen Persönlichkeit und den Zukunftserwartungen passt oder eben nicht.

    Und gerade wenn du sagst, Kinder sollen's gar nicht sein und heiraten auch nicht und dann noch davon sprichst, gerne spontan auch mal für ein paar Jahre ins Ausland zu ziehen, hört sich das für mich doch schon arg nach Bindungsangst an.
    Ich finde, es kommt so rüber, dass du gerade festgestellt hast, wo du im Leben stehst und was für dich so die nächsten Schritte sein könnten. Und dann hast du einen Blick in die "gebundene" Welt geworfen, in der man auch Verpflichtungen gegenüber anderen Menschen eingehen muss (und das vielleicht sein Leben lang) und auf deinen Lippen hat sich ein großes "NEEEIN!" gebildet. Und im Grunde steht neben dem Wort Panik noch ein viel größeres Wort: Angst.

    Mit 27 Jahren muss man meiner Meinung nach auch noch nicht genau wissen, wie es weiter gehen soll. Ich denke mal deine Freundin ist auch noch mitte 20. Ihr habt doch noch Zeit. Selbst wenn ihr in 5 oder 8 Jahren feststellt: Hey, Heiraten ist doch unser Ding, oder jetzt wär ein Kind doch eine schöne Ergänzung - warum nicht?
    Es gibt noch soviele verschiedene Wege, die ihr eingehen könnt und noch soviel Zeit, die ihr habt.

    Wichtig ist nur, dass man vorher mit offenen Karten spielt. Deine Freundin sollte schon wissen, dass du die nächsten 10 Jahre auch mit dem Gedanken spielen könntest, nochmal ins Ausland abzuhauen. Und sie muss wissen, dass du im Grunde total gegen die Ehe bist und dir momentan (!!) überhaupt gar nicht vorstellen kannst, mal Interesse an Kindern zu haben.
    Aber sei doch nicht so verbissen, geb dir doch selber die Chance, sich das auch nochmal ändern zu lassen. Du musst doch mit 27 Jahren noch nicht wissen, ob du jemals Kinder haben willst. Das hat noch ein paar Jährchen. Du willst eben im Moment keine und kannst es dir auch für die Zukunft noch nicht vorstellen. Macht doch nichts. ;-)
     
    #12
    Karry87, 21 April 2008
  13. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Nun, wenn Ihr beide jeweils aus Angst, dass Ihr ganz "offiziell" feststellt, was jetzt laut Dir ein offenes Geheimnis ist, die Situation weiterhin konsequent beschweigt, könnte es irgendwann so aussehen, dass Ihr beide (oder einer von Euch) bereut, so lange geschwiegen zu haben, obwohl Ihr eigentlich wusstet, dass der andere eben andere Pläne und Wünsche hat.

    So ist das eine halbgare Situation - Du vermutest bei Ihr "Unwohlsein" mit Deinen tatsächlichen Plänen und hast auch gleich die Vermutung, dass sie ihrerseits das Thema Familiengründung etc. nicht anspricht, um Dich nicht zu verschrecken, weil sie vermutet, dass das bei Dir auf wenig Begeisterung stößt... Zu viele Vermutungen. Ja, Ihr kennt Euch sehr gut - trotzdem halte ich ein Gespräch miteinander besser als diese diversen Annahmen, was der andere wünscht und denkt.

    Ihr das zu sagen, was Du auch hier formuliert hast - ist das so schwer? Ich finde verständlich, was Du uns über Deine Zukunftspläne mitteilst. Klar kann das für sie hart werden - aber dann lieber JETZT erfahren, was Deine Pläne sind, als heimlich auf spätere gemeinsame Familiengründung hoffen und nie Klartext reden, was Eure jeweiligen Pläne sind.

    Denn sie sollte schon wissen, woran sie bei Dir ist. Vielleicht ist es für sie okay, wenn Du die nächsten Jahre viel Zeit für Dich brauchst und weiterhin keine gemeinsame Wohnung willst. Vielleicht kann sie auch ohne Trauschein glücklich sein - gibt ja auch Frauen, die die Ehe für sich selbst für verzichtbar halten (ich "muss" auch nicht heiraten, auch wenn ich mittlerweile denke, dass es schön sein könnte, meinen Freund zu heiraten - es ist aber auch vorstellbar, dass wir unser Leben lang glücklich miteinander sind, ohne je zu heiraten...).

    Wenn sie auf Ehe, Hund, Kind, Wohnung großen Wert legt, dann bist Du für sie eventuell nicht der richtige Partner. Aber das muss sie schon selbst herausfinden, und die Chance sollte sie haben. Vielleicht möchte sie ja auch mit Dir zusammenbleiben und abwarten, wie Eure Beziehung sich entwickelt. Aber wissen, wie Du Deine Zukunft siehst und inwieweit sie darin involviert ist, sollte sie schon....
    Off-Topic:

    Eine Freundin von mir war lange mit einem Mann zusammen, der keinesfalls Kinder wollte. Sie hingegen schon. Er hat ihr auch gesagt, dass ihm klar ist, dass es für sie hart sein muss, aber da gibt es eben nur ja oder nein und keinen Kompromiss. Sie hat sich dann gegen die Beziehung mit ihm entschieden, was ihr SEHR schwer fiel. Mittlerweile - Jahre später - hat sie ein Kind, und zwar mit einem Mann, den sie liebt, sie hat ihn nicht hauptsächlich als Kindsvater ausgesucht, sondern sich neu verliebt - er teilte ihren Kinderwunsch. Heute sieht sie ihre Entscheidung als goldrichtig an, auch wenn sie meint, dass die Entscheidung, den Mann zu verlassen, die schwerste ihres Lebens war.
     
    #13
    User 20976, 21 April 2008
  14. User 16351
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    418
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    0
    vergeben und glücklich
    Hmm, also Bindungsangst habe ich eher nicht. Ich will keine andere Frau und bin der pflichtbewussteste und konsequenteste Mensch, den ich kenne. Ich habe keine Angst vor lebenslanger Gemeinsamkeit. Ich habe vielmehr Angst davor, dass noch mehr von meiner Zeit für Sachen drauf geht, die mich nicht interessieren. Und dazu gehören insbesondere Kinder.

    Ich will halt nicht einmal in der Woche nach der Arbeit kurz mein Musikinstrument spielen können, sondern eventuell sogar noch ein zweites lernen.
    Ich möchte die Sprache, die ich während der Uni begonnen habe zu lernen, vertiefen und das Land bereisen.
    Ich möchte all die Bücher, die ich während des Examens aufgeschoben habe, lesen.
    Ich will häufig mehrere Wochen auf Bergtouren gehen.
    Ich will mich abends mit Freunden treffen können und eventuell auch mal bis fünf Uhr morgens in der Stadt versacken.
    Ich will abends weiterhin meine Sportkurse besuchen.

    All diese Sachen sind in den letzten eineinhalb Jahren sehr kurz gekommen, da mein Studienabschluss sehr, sehr, seeehr Zeit- und Arbeitsintensiv war.
    Ich habe während dieser Zeit gemerkt, dass es Dinge gibt, ohne die mein Leben nicht vollständig ist. Und die Einkehr in die, naja, Bürgerlichkeit mit Kind und Versorgerpflichten würde all diesen Dingen im für meine Glücklickeit notwendigen Umfang einen Riegel vorschieben.
    Das ist meine Angst. Wen das auch nur annähernd eintritt, bin ich nicht mehr ich.
     
    #14
    User 16351, 21 April 2008
  15. Sternschnuppe_x
    Benutzer gesperrt
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    2
    Single
    Ich denke, du solltest das deiner Freundin genau so sagen.
     
    #15
    Sternschnuppe_x, 21 April 2008
  16. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Deine Freizeit und Deine Interessen sind also in den letzten Jahren zu kurz gekommen. Spricht doch nichts dagegen, in den nächsten Jahren nach dem Studium Dich diesen Interessen stärker zu widmen? Keiner verpflichtet Dich dazu, jetzt gleich für ein Kind zu sorgen und zu heiraten.

    Noch weißt Du nicht, wie Du in einigen Jahren zum Thema Kinder stehst - klar kann Deine Abneigung gegen diese Verpflichtungen bleiben. Vielleicht stellt sich aber auch bei Dir der Wunsch nach Kindern ein. Derzeit möchtest Du eben endlich Deine Wünsche verwirklichen können. Mach das.

    Und red mit Deiner Freundin und erklär ihr, was Du dir wünschst. Klär ab, wie Eure jeweiligen Zukunftsvorstellungen sind und inwiefern sie "kompatibel" sind.

    Wenn sie damit leben kann, erst in ein paar Jahren zu erfahren, ob Du Kinder willst oder weiter am liebsten Deinen eigenen Interessen nachgehen willst, ohne Dich familiär zu binden, dann könntet Ihr ja weiter so leben wie jetzt - also mit verschiedenen Wohnungen und so weiter.

    Wenn sie aber jetzt sofort Gewissheit will (was ja nicht sicher ist) und schon in den nächsten beiden Jahren auf jeden Fall Kinder möchte, dann passt das wohl weniger zu Deinen Vorstellungen.

    Schafft Klarheit in Euer Leben - denn glücklich biste mit dem halbgaren Vermutungszustand ja auch nicht.
     
    #16
    User 20976, 21 April 2008
  17. Witwe
    Witwe (35)
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    nicht angegeben
    Heute ist es gar nicht mehr so unüblich auch noch im höheren Alter kinderlos zu bleiben. Ich sehe es selber in meinem Bekanntenkreis. Kaum der Männer legt noch wert auf ein Familienleben und mit ca 40 +/- ist die Tendenz bei denen auch recht hoch, daß sie auch keine Kinder mehr bekommen werden.
    Mit 27 halte ich es für wirklich zu jung darüber nachzudenken. Du weißt nicht, was in 10 Jahren ist. Ob ihr da überhaupt noch zusammen seid. Klingt mies, ist aber nunmal so. Viele lernen mit 35 nochmal ihren Partner fürs Leben kennen, weils vorher einfach nicht gepaßt hat oder die Erwartungen an den Partner doch zu hoch gesteckt waren.
    Ich finde, über Kinder sollte man nachdenken, wenn man sich wirklich sicher ist, oder zumindet vor hat, ein Leben lang zusammen zu sein.
    Ihr scheint euch aber zu lieben und auch noch lange zusammen bleiben zu wollen. Da rede mit ihr darüber. Kinder setzt man nicht aus ner Bierlaune ins Leben oder weil man meint jetzt wirds mal Zeit!

    Wenn ihr noch lange zusammen bleiben wollt, dann müßt ihr beide Kompromisse eingehen. Eine Beziehung funktioniert immer nur durch Kompromisse!
     
    #17
    Witwe, 22 April 2008
  18. Amely
    Amely (33)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    1
    26
    0
    in einer Beziehung
    drei Jahre später

    Hallo zusammen

    Ich bin neu hier. Weil dieses Thema im Moment sehr aktuell für mich ist, bin ich zufällig auf euer Forum gestossen. Da diese "Geschichte" nun bald schon 3 Jahre her ist, würde es mich intressieren, wie es mit dir und deiner Freundin (oder ohne?!) weitergegangen ist.

    Schöne Grüsse
    Amely
     
    #18
    Amely, 31 Januar 2011
  19. celavie
    celavie (35)
    Sehr bekannt hier
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    198
    625
    Verheiratet
    Hey Amely,

    schildere doch in einem eigenen Thread mal deine Situation. Vielleicht kann Dir jemand helfen. Das Forum hier ist wirklich super und die meisten User geben sich richtig Mühe.

    Celavie
     
    #19
    celavie, 31 Januar 2011
  20. User 10015
    User 10015 (28)
    Beiträge füllen Bücher
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    248
    1.737
    Single
    Der Threadstarter war seit fast zwei Jahren nicht mehr im Forum aktiv. Da wirst du wohl keine Antwort erhlaten. Am besten, du machst einen eigenen Thread auf, damit man dort speziell auf deine Situation eingehen kann. :zwinker:
     
    #20
    User 10015, 31 Januar 2011

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