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Ups, wir haben unsere Leidenschaft verloren

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Chococat, 13 Februar 2009.

  1. Chococat
    Chococat (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Mir ist es richtig peinlich mit mit diesem Problem hier an das Forum zu wenden, weil ich nicht gedacht hätte, dass ich in "dem Bereich" mal Probleme haben werde. :schuechte

    Es geht um die Beziehung zw. mir und meinem Freund. Wir sind knapp 2 Jahre zusammen, wohnen schon anderthalb Jahre in einer Wohnung. Wir führen eigentlich eine sehr schöne Beziehung, streiten eher selten (wenn dann aber richtig), leben ziemlich normal und harmonisch.
    Was mich aber seit geraumer Zeit nervt, ist die Langeweile oder Eintönigkeit in der Beziehung. Das schlägt sich vor allem auch in unserem Intimleben nieder, da läuft nämlich fast nichts mehr, "früher" hatten wir nahezu jeden Tag guten Sex...

    Mein Freund arbeitet 13-Stunden Schichten, mitunter auch am Wochenende. Das heißt an den Tagen, an denen er entweder Nachts oder Tags arbeitet, läuft nicht mehr viel. Essen, ein bisschen unterhalten, das wars. Für gemeinsame Unternehmungen ist da keine Zeit. Abends geht er recht früh ins Bett und ist dann auch müde.:geknickt:
    Wenn er nicht arbeiten muss, sind wir tagsüber viel unterwegs, es gibt immer was zu tun, wenn nicht, muss aufgeräumt oder geputzt werden. Abends gibts dann Essen, wir unterhalten uns oder schauen noch ein bisschen fern und gehen dann ins Bett. Meistens sind wir dann schon so müde, dass ich überhaupt keine Lust mehr auf Sex oder so habe, er deutet auch nichts dergleichen ernsthaft an. Sowieso habe ich extrem selten noch dieses Gefühl, total Bock auf Sex zu haben. Das spielt momentan in meinem Leben irgendwie kaum eine Rolle.
    Leider zeigt auch mein Freund kaum sexuelle Initiative, wenn dann ziemlich plumb, irgendwie gar nicht leidenschaftlich und bemüht. Er kümmert sich sonst sehr gut um mich und unsere Beziehung, bringt Blumen mit, macht Komlimente und so... aber ich vermisse einfach das Gefühl, dass er mich körperlich richtig begehrt. Ich glaube das würde auch mich wieder anmachen.

    Natürlich hab ichs mit einigen Tricks versucht, hab den Schrank voll Reizwäsche, Toys und und und. Aber ich hab ja selbst irgendwie keine Lust, da bleibt das alles natürich schön im Schrank liegen. Momentan würde ich mir völlig verkleidet in Dessous vorkommen, weil mir eben gar nicht danach ist. Ich weiß nichtmal so richtig, nach WAS mir eigentlich ist.
    Natürlich haben wir auch schon darüber geredet, ich hab ihm schon tausend Mal gesagt, dass ich mir mehr Begehren seiner Seite aus wünschen, er meinte immer, er empfindet das ja auch, weiß selbst nicht, warum er da so träge ist. Es klappt dann immer zwei Wochen, dann schläft das wieder ein.

    Ich liebe meinen Freund ja, aber irgendwie ist das alles so eingefahren geworden. Wir schlafen im schlechtesten Fall momentan einmal pro Woche miteinander, das ist dann eher schlecht, er kommt dann ziemlich schnell (klar, es staut sich ja auch lange an) und ich glaube der Erwartungsdruck ("jetzt muss es ja mal klappen") ist generell zu hoch.

    Selbst wenn wir mal nicht zu Hause hocken, sondern was unternehmen, sieht die Nacht doch wieder gleich aus. Wir legen uns ins Bett, nebeneinander. Schwupp liegt eine Katze auf uns, wir reden noch ein bisschen und schlafen ein.

    Wie ein altes Ehepaar :kopfschue Genau das ist es. Es fehlt jegliche Leidenschaft und Spontanietät, nur woher soll die kommen? Wir versuchen es ja schon, aber irgendwie kann man das nicht erzwingen.

    HILFE!
     
    #1
    Chococat, 13 Februar 2009
  2. Prof_Tom
    Prof_Tom (28)
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    nicht angegeben
    Du bist unter 25?
    Ihr lebt schonzusammen?

    Ich denke wenn man letzte Frage mit ja beantworten kann, dann hat man schon die Hauptursache gefunden.
    Ihr habt warscheinlich auch noch feste Arbeitszeiten, einen festen Rythmus im Leben, wo sich alles andere unterordnen muss oder sich automatisch unterordnet.
    Ich meine, auf einer Seite ist das ja auch schön, auf der anderen aber natürlich auch nur logisch, dass da über kurz oder lang die Lust flöten geht, finde ich zumindest.

    Das was ich jetzt machen würde, wäre, aus den Mechanismen meines Lebens und den meines Partners auszubrechen. Ich persönlich könnte mir genau aus diesen Grund auch nie feste Arbeitszeiten vorstellen, bei all sen Vorteilen welche sie auch bringen - dafür bin ich auch einfach viel zu boheme und lebe lieber spontan in den Tag hinein - aber das kann kein Geld aufwiegen.

    Ja wie dem auch sei, ich denke ihr braucht, gerade da ihr ja euch ausserhalb der Arbeitszeiten fast immer seht, einfach wieder Raum für euch selber!
    Ich finds ja sowieso zu viel, sich an jedem Tag zu sehen.
    Auch scheint ihr beide eher harmonisch zu sein, da ist natürlich kaum Platz für Spannungen, die gerade für Abwechsung und auch dann wieder für richtiges Verlangen sorgen!
    ( ich meine du bist schon nach nen halben Jahr Beziehung mit ihm zusammengezogen, das find ich schon ein bisschen krass um es mal vorsichtig auszudrücken )

    Warum hast du dir eigentlich eingebildet, hier in diesen Bereich nie was posten zu müssen?
     
    #2
    Prof_Tom, 13 Februar 2009
  3. Piratin
    Piratin (38)
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    Ich hätte ja nie gedacht, Prof Tom mal zustimmen zu müssen, aber er hat in einigem recht.

    Ihr habt euch den Lebensstil eines viel älteren Paares übergeholfen, und weil ihr noch sehr jung seid und vermutlich weder über viel Erfahrung in diesem Bereich verfügt noch Kinder habt noch für euer Beziehungsleben Kompensationen habt, leidet ihr jetzt an den gleichen Problemen, die manche Paare eigentlich erst mit Mitte 30 realisieren.

    Klar, dass da oberflächliche Mittel wie Sextoys und Reizwäsche nicht viel helfen.

    Wie hättet ihr euer Leben denn gestaltet, wenn dein Freund nicht 13 Stunden Schichten arbeiten würde? Er müsste sich ja dann extra Zeit für dich nehmen, sich hübsch machen, ein paar Unternehmungen planen etc.

    Welche Möglichkeit besteht, regelmäßig Platz für geplasnte schöne Unternehmungen zu zweit zu machen? Nur weil man zusammen wohnt heisst das nicht, dass man sich nicht mehr extra Zeit für den anderen nehmen und sich etwas Besonderes für ihn ausdenken muss.

    Insgesamnt denke ich auch, dass ihr viel zu früh in eurem Lebensalter und viel zu früh in eurer Beziehung zusammengezogen seid. Wenn`s so weiterläuft, wird es unweigerlich den Bach runtergehen. Nicht, dass mir das nicht auch schon so gegangen wäre....
     
    #3
    Piratin, 13 Februar 2009
  4. User 41942
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    nicht angegeben
    was vielleicht helfen könnte, sind fest eingeplante zeiten für euch 2. die ihr euch freihaltet. Da könnte man zB ins kino gehen und danach schön essen! oder mal in eine therme und sich verwöhnen lassen! oder ihr massiert euch gegenseitig! alles nicht mit dem vorsatz: heut gibts sex, sondern eher mit dem vorsatz, dass ihr mal wieder ein paar werdet und nicht eine lebensgemeinschaft (das war jetz denke ich ein bisschen übertrieben ausgedrückt, aber so in etwa halt)
     
    #4
    User 41942, 13 Februar 2009
  5. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Wie wäre es denn, wenn du ihn hin und wieder mal morgens 30 Minuten früher weckst, da solltet ihr beide ja ziemlich ausgeschlafen sein und ihr so eine Runde Sex als Start in den Tag genießt ? Man muss ja nicht immer abends Sex haben. Morgens ist man noch entspannt im warmen Bett, der Tag liegt noch vor einem, man ist (noch) nicht gestresst.
     
    #5
    xoxo, 13 Februar 2009
  6. Alo
    Alo
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Schwupp liegt eine Katze auf uns

    Also als ich das gelesen habe...

    Bei uns ist das so, das die Schlafzimmertür zu ist, wenn "geschlafen" wird. Denn das Bett ist und bleibt ein Ort für uns zwei. Da kommt nichts anderes hin. Haben auch schon die "Büroecke" aus dem Schlafzimmer geräumt, so das es halt nur noch ein Schalfzimmer ist.
    Nur der Kleiderschrank, ne Kommode, Bücherregal, Radio... KEIN Fernseher, Computer, Katze.

    Denn das meiste unseres Sexlebens spielt sich halt im Schlafzimmer ab. Da gehört nichts anderes rein.
     
    #6
    Alo, 13 Februar 2009
  7. User 76250
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Single
    Gibt es hier keinen, der sich auch nur ansatzweise an den zeitlichen Lebensumständen stört?

    Mal ehrlich: Nach 13 Stunden Arbeit (dazu kommt noch der Heimweg) am Stück (wie sieht das da eigentlich mit den gesetzlich vorgesehenen Ruhepausen und Ruhezeiten und der werktäglichen Durchschnittsarbeitszeit aus, die binnen 6 Monaten, bei Nachtarbeit binnen 4 Wochen, 8 Stunden nicht überschreiten darf?) hätte ich auf Dauer auch keine Lust. Man ist dann einfach nur fertig, und wenn dann die restliche freie Zeit auch noch mit Hausarbeit oder Unternehmungen verplant ist, wo soll da die Zeit und (geistige) Ruhe für Sex bleiben?

    Ich hab's seinerzeit bei meiner Freundin erlebt: 11-Stunden-Tage mit Psychostress, Mobbing von oben und regelrechter Stasiarbeit durch einen bestimmten Menschen aus der oberen Etage waren die Regel (als Bürokauffrau!), dazu je 1 Stunde An- und Abfahrt mit dem Stress skandinavischer 6-Achser-Hasardeure (die der Meinung sind, eine Brückensperrung bei Sturm gelte nur für deutsche leere LKW), das Wochenende durch liegengebliebene Hausarbeit verplant (das Geschirr begann da manchmal schon ein Eigenleben in der Spüle, wenn ich am Freitagabend ankam). Sie war in der gemeinsamen Zeit beinahe apathisch, am Tiefpunkt war sie nicht mal mehr fähig, Küsse zu erwidern. Sie nahm mich wieder als ihr Freund war, als wir kurz vor der Trennung standen und ich sie beinahe unter Tränen gefragt habe, ob sie mich noch liebt. Danach kündigte sie, ging zur Zeitarbeit, und auch wenn es finanziell ein Rückschritt war und auch die Zeitarbeitsfirma alles andere als intelligent und integer, ging es ihr besser. Und durch die Zeitarbeit hat sie ihren neuen Job mit Traumgehalt (300 € brutto über dem, was sie in Bewerbungen angegeben hat - vom Arbeitgeber aus geboten!) gefunden (und die Zeitarbeitsfirma noch für deren zickiges Verhalten bestraft, indem sie von sich aus kündigte und den neuen Job anfing, ohne dass dafür Ablöse gezahlt werden musste). Diese Entwicklung der letzten 1 1/2 Jahre hat unserer Beziehung sichtlich gut getan.
     
    #7
    User 76250, 13 Februar 2009
  8. munich-lion
    Planet-Liebe ist Startseite
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    nicht angegeben
    Hallo Chococat,

    Willkommen im Alltag (das meine ich alles andere als süffisant) und ich weiß auch nicht, ob es wirklich ein Trost ist, dass so viele Beziehungen über kurz oder lang daran zu knabbern haben.
    Einige schaffen es, das Ruder herumzureissen, andere resignieren und leben weiter nebeneinander her und so manches Paar muss sich eingestehen, dass es gescheitert ist.

    Am Anfang einer Beziehung herrscht Lust und Leidenschaft, doch bereits nach einiger Zeit ist oft die Luft raus und im Bett herrscht tote Hose, so dass man immer mehr gefrustet wird.
    Ich sehe Sex nämlich durchaus als Gradmesser einer Beziehung und wenn wenn man nicht sehr schnell entgegensteuert, gerät das Schiff ins Kentern und das kann zur Folge haben, dass das unweigerlich einen Untergang bedeutet.

    Wer kennt das nicht? Am Anfang kann man nicht genug voneinander haben, will den anderen besser kennenlernen und somit wird dann jede freie Minute für die traute Zweisamkeit genützt (es wird sogar die Nacht durchgevögelt und da nimmt man auch gerne in Kauf, wenn man viel Arbeit hat und kaum Schlaf bekommt) und die Zukunftsplanung laufen auf Hochtouren, weil Menschen ganz natürlich danach streben, zusammen ein geborgenes Nest zu schaffen, in dem man sich dann gemeinsam niederlässt.
    Man sehnt sich sogar nach einen gewisssen Alltag zusammen, weil Liebe auch Geborgenheit bedeutet und das stellt sich für viele ein, wenn sie gewisse Rituale pflegen, was ansich nicht unbedingt falsch ist, aber wenn es Überhand nimmt, zu Langeweile führt.
    Ferner wird auch oftmals intensiv daran gearbeitet, dass man den perfekten Partner abgibt, weil irgendetwas treibt die Menschen dazu, Erwartungshaltungen beim anderen zu suchen (auch wenn die womöglich gar nicht vorhanden sind) und vergisst dann, dass gespielte Rollen beim Theater gut ankommen, aber in der Partnerschaft nicht immer so ganz vorgegeben sein sollten.
    Man soll ganz Frau/Mann sein, vielleicht Mama und Papa, bester Freund/beste Freundin, der perfekte Gesprächspartner, Köchin, Putzfrau, Krankenschwester, Seelsorger, Gärtner, Handwerker, Freizeitplaner u.s.w.
    Kommt dann der Alltag mit Stress, irgendwelche Sorgen, berufliche Anspannung dazu, dann ist man unweigerlich überfordert und man kann nicht mehr wirklich unterscheiden, was wichtig ist und somit kommt etwas ganz Bestimmtes sehr oft zu kurz bzw. bleibt auf der Strecke, für das man am Anfang immer so viel Zeit und Lust hatte und was dann gerne vergessen wird: Lieberhaber und Liebhaberin!

    Aber warum geht die Erotik flöten, die für eine Beziehung so wichtig ist?
    Wo ist die Aufregung und Neugierde hin, den anderen erforschen zu wollen? Das Abenteuer der Eroberung und Gewinnung? Die spannende Sache und das Herausarbeiten der Unterschiede von Mann und Frau?


    Ganz einfach: Die Nähe hat das alles gekillt...es fehlt die Distanz und ohne diese geht die Anziehung und Spannung flöten. Man hat nicht gelernt, das Spiel so zu gestalten, dass man zwar die Nähe sucht und auch braucht, sich aber rechtzeitig wieder entfernt.
    Wurde sich nämlich zu sehr angenähert, hat das zur Folge, dass man regelrecht aneinander klebt und einfach nicht mehr auseinander kommt.
    Ein zuviel an Liebe und Beziehung verbannt die Sexualität und somit die Leidenschaft...man poppt nicht immer unbedingt weniger miteinander, weil es in der Beziehung eventuell Probleme gibt...nein, es ist m. E. die Geborgenheit, Verlässlichkeit, Nähe, der Drang nach Gleichheit, Berechenbarkeit, der Wunsch nach Verschmelzung von Körper, Geist und Seele - kurz: all die Dinge, die eine stabile Liebe ausmachen und das Streben danach, die unsere sexuelle Energie ausbremst und die Lust/Leidenschaft wird nach und nach verdrängt, denn diese Punkte benötigen Geheimnisse, Fremdheit, Distanz, eine gewisse Unsicherheit, kleinere Kämpfe und Streitigkeiten.


    Mich wundert ja immer, dass manche anstreben für den anderen auch der beste Freund/beste Freundin zu sein, aber permanentes Verständnis, Gleichheit und absolute Offenheit ist für leidenschaftlichen Sex nicht unbedingt förderlich, denn ein toller Freund kann m. E. nicht zugleich der lustvolle Liebhaber sein.
    Man muss nicht jedes kleinste Detail aus seinem Leben erzählen...Geheimnisse bewahren (natürlich keine, die beide irgendwie massiv betreffen) heißt die Devise und wenn man wirklich alles offen miteinander bespricht, dann bleibt doch nichts mehr übrig, was sich entdecken lässt.

    Tja und dann gibt es ja noch dieses Bedürfnis nach gemeinsamen Projekten, (wie z. B. Wohnungssuche, Hausbau, gemeinsame Hobbys, gemeinsames Einkaufen, gemeinsamer Bekanntenkreis, gemeinsamer Urlaub, gemeinsame Lebensphilosophie, politische Gleichheit, selber Glauben) bei denen auch ständig Kompromisse eingegangen werden, was irgenwann auch ermüdet.
    Oftmals geht es dann soweit, dass auf eigene Wünsche, Vorstellungen und Träume dem Partner zuliebe verzichtet wird, was auf Dauer zu Unzufriedenheit, Monotonie und Langeweile führt, weil man eigentlich das Gefühl hat, nicht mehr richtig zu leben und nur noch fremdgesteuert funktioniert.
    Deshalb flüchten sich ja auch so viele in Affären, weil daran erinnert wird, wie lebendig und lustvoll man sich am Anfang gefühlt hat...man will das Band der Partnerschaft, das irgendwie und irgendwann einschnürt, lockern...aber das soll jetzt nicht bedeuten, dass Fremdgehen der letzte Ausweg ist.
    Nein, man muss Distanz und "Fremdheit" zurückholen und nicht ständig das Gleiche suchen...auch wenn das viel Arbeit bedeutet und sich nicht immer rigoros durchsetzen lässt.

    • Was spricht dagegen, wenn man z. B. mal ein Wochenende oder einen Urlaub mal ohne Partner verbringt?
    • Vielleicht gibt es die Möglichkeit, getrennte Schlafstätten einzurichten und den anderen quasi zu Besuchen einladen. Sogar getrennte Wohnungen -falls finanziell machbar- könnten wieder in Erwägung gezogen werden.
    • Der Freundes- und Bekanntenkreis gehört gepflegt, aber nicht unbedingt immer zu zweit...man sollte sich regelmäßig Frauen/Männerabende gönnen, bisschen flirten, den "Marktwert" testen und bewusst Spaß ohne den Partner haben.
    • Man darf berufliche und persönliche Interessen niemals dem Partner zu liebe aufgeben.
    • Intimitäten oder bestimmte Themen sollten auch ruhig mal mit der besten Freundin/besten Freund besprochen werden und nicht mit dem Partner.
    • Die Intimsphäre muss gewahrt werden...das heißt z. B. auch, dass die Klotüre beim Pinkeln zugemacht oder die Beinrasur nicht vorm Partner durchgeführt wird.
      Man sollte auch nicht ständig nackt voreinander herumspringen, denn das ist unspannend und fördert nicht gerade die Lust auf den Körper des anderen, wenn sich dieser ständig so präsentiert wird, wie es beim Sex üblich ist.
    • Man muss für sich selber attraktiv bleiben...ganz egal, ob der andere bemerkt, ob das Gesicht frisch rasiert ist oder die Zehennägel rot lackiert sind.
      Bequeme Hauskleidung bedeutet nicht, dass man ständig nur mit ausgeleierten Jogginghosen herumläuft, bei denen der Arsch bis zum Boden hängt oder mit ausgefranst-hässlichen Hausschuhen herumschlurft. Bei manchen geht die Gemeinsamkeit ja soweit, dass sie sich gleich kleiden und dann mit gestrickten Ringelpullis von der Omma in der Öffentlichkeit auftauchen.
    • Prioritäten setzen: Bisschen Staub auf der Vitrine ist doch nicht weiter schlimm, aber Staub auf der Beziehung nimmt die Luft zum Atmen.
    • Routine durchbrechen: Familie ist selbstverständlich wichtig, aber muss es dann immer das tägliche Telefonat mit der Mama sein, wenn der Partner anwesend ist oder die sonntägliche Kaffee- und Kuchenschlacht bei der Schwiegermutter (in spe)?
      Weg mit diesen ständigen Fernsehabende...entweder man geht getrennt seinen Hobbys nach oder man macht mal einen abendlichen Spaziergang an der frischen Luft, wo man dann gemeinsam barfuß durch die Pfützen hüpft.
      Pfeift darauf, was andere von euch denken...Verrücktheiten braucht das Leben und die Liebe!
    • Den anderen mit kleinen, aber nicht ständig berechenbaren Dingen überraschen. Hier mal ein verstecktes Briefchen in dem Buch, das der andere gerade liest, dann mal eine liebevolles oder auch sinnliches Umarmen von hinten, wenn der andere nicht damit rechnet.
      Man nimmt sich für alle möglichen und unmöglichen Dinge Zeit...komischerweise hat die Partnerschaftspflege irgendwann keine Priorität mehr.

    Wenn es gelingt, dem Alltag etwas Würze zu geben, den anderen nicht als selbstverständlich anzusehen, sondern immer darauf zu achten, dass man etwas ganz Wertvolles besitzt, das gehegt und gepflegt gehört, dann kann auch wieder die Schaffung von femininen und maskulinen Polaritäten angegangen werden, die so wahnsinnig reizvoll sind.
    Ich habe mal gelesen, dass die Liebe weiblich ist...sie gibt sich hin, verschmilzt, sucht Geborgenheit, Sicherheit und Beständigkeit.
    Lust und Leidenschaft steht für den männlichen Pol...der will erobern, braucht Wilde und Freiheit, Distanz und Fremdheit.
    Funktionieren kann es aber nur, wenn jeder etwas in sich vereint, allerdings darf das nicht demokratisch gleichmäßig verteilt sein.
    Nein, man muss die Andersartigkeit begrüßen und ja nicht auf die Idee kommen den anderen "gleich" machen zu wollen und ihn in seinem persönlichen Freiraum einzuschränken, denn dieser wird benötigt, um die Leidenschaft anzustacheln.

    Ich halte natürlich nichts mehr von extremen Hierarchien, aber das komplette Angleichen mit Wunsch nach ständiger Demokratie, die oftmals Machtkämpfe beinhaltet, ist für die Lust und Leidenschaft absolut ungesund.
    Man muss lernen, dass man sich schon mal hingebungsvoll führen lässt, aber auch Führung übernimmt.
    Wieso soll man stundenlang über gemeinsame Aktivitäten diskutieren?
    Nein, einer soll ruhig planen und den anderen mit einem besonderen Ausflugsziel/Situation überraschen...wer hat es nicht mal gerne, wenn der andere sagt "Lass dich überraschen, gebe dich hin und genieße."
    Ich finde so etwas total spannend und setze mich viel erwartungsvoller/froher auf den Beifahrersitz als dass alles im Voraus bereits gemeinsam durchgeplant wurde.

    Oder man empfängt den Liebsten nach einem arbeitsreichen Tag (und dein Partner ist mit 13 Stunden am Tag voll ausgelastet!) und führt ihn bei Sonnenuntergang die Terrasse/Garten, eine bequeme Liege steht bereit, kleine Häppchen und sein gut gekühlter Lieblingswein...Kerzenlicht/Fackelschein zaubert eine ganz besondere Stimmung...und dann fängt man an, seinen Partner mit einer entspannenden Kopf/Nackenmassage zu verwöhnen...ganz ohne sexuellen Hintergedanken, sondern er soll bewusst seinen Körper erleben und wie gut sich eine Hinwendung anfühlt.

    Man muss nicht immer gemeinsam entscheiden, führen oder Verantwortung übernehmen...nein, die Kunst an dem Ganzen ist das Spiel mit den Unterschiedlichkeiten, die sich eigentlich ja auch in den Geschlechtsteilen widerspiegeln.
    Bei der Frau spielt ist vieles verborgen, sie nimmt auf, während beim Mann gewisse Dinge hervorstehen und er etwas abgibt.
    Wenn man sich bewusst ist, dass man erst einmal unabhängig voneinander seine Sexualität und Begehren entwickelt und sie nicht vom anderen abhängig macht, dann baut sich Spannung auf...diese ist so verdammt wichtig, dass die Leidenschaft am Leben bleibt.

    Es müssen also erst bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden, weil sonst jegliche Verführungskünste im Keim ersticken...nicht Strapse oder eine glatte Männerbrust sind für Leidenschaft zuständig, sondern das eigene Bewusstsein und das Spiel miteinander und wenn einer nicht bereit ist, da mitzuziehen, dann endet das Ganze wie so oft: Das Bemühen hält nur kurzfristig an und man kann sich sicher sein, dass über kurz oder lang wieder das alte Verhaltensmuster Einzug hält.

    Ich weiß, dass alles ist verdammt schwierig, weil man nicht so ohne weiteres aus seiner Haut heraus kann, aber wenn ich mir vorstelle, dass -wie bei euch- bereits nach 2 Jahren "bisschen oder bisschen mehr die Luft raus ist", dann kann man sich vorstellen, wie die weiteren Jahre aussehen könnten und ob man sich darauf wirklich freut.
    Gibt es kein Entgegensteuern, dann wird es immer schwieriger, sich sexuell anzunähern, denn paradoxerweise tritt trotz extremer Nähe eine üble Entfremdung ein.
    Ich werde ja desöfteren beschimpft, wenn ich behaupte, dass man sich durchaus auch mal zu Sex/oder sexuellen Handlungen "zwingen" soll, um dieser Entfremdung vorzubeugen, denn einfach nur darauf zu warten, dass sich die Lust wieder von selber einstellt, hat so manchen bereits einiges an Lebenszeit gekostet.
    Aber ich halte nichts davon, alles ständig vorhersehbar im Bett zu tun, weil dieser Ort irgendwann auch langweilig wird, so dass es einem sämtliche Lust raubt. (wieso soll man sich nicht als Paar in ein Stundenhotel einmieten, den Partner auf einen Quickie in der Mittagspause verführen oder ganz heimlich in der hintersten Ecke des Kinos den anderen zeigen, wie interessant der -mit einer Jacke verdeckte Unterleib- des anderen ist...es muss gar nicht offensichtlich sein, Berührungen wie unbeabsichtigt...ein leises Grinsen, ein Seufzen...alles Dinge, die eigentlich normal sein sollten und aber irgendwann so verdammt schwer fallen.)
    Ich finde es schlimm, wenn einer bereits leicht Panik schiebt, wenn der andere nur anfängt, irgendein Körperteil zu berühren.
    Jeder erwartet etwas, ist verkrampft, man befürchtet, es kommt zum "Äußeren", obwohl eigentlich eine Null-Bock-Stimmung herrscht. Kommen dann ein, zwei Negativerlebnisse hinzu, hat man das Gefühl zu versagen und das betrifft Mann und Frau gleichermaßen.
    Man muss sich ganz bewusst machen, was den anderen so liebenswert macht, aber es soll nie vergessen werden, dass es sich um ein anderes Geschlecht handelt und nicht nur um einen Kumpel.

    Ich hoffe, ihr bekommt euch und eure Beziehung in den Griff...das soll aber nicht bedeuten, dass man in jungen Jahren bereits resigniert. Hat man das Gefühl, es geht nicht weiter, dann darf man sich nicht scheuen, auch mal Konsequenzen zu ziehen, denn Liebe allein wäre für mich nicht mehr haltbar, wenn das Begehren und die sexuelle Lust aufeinander verschwunden ist und nie mehr wieder auftaucht.
     
    #8
    munich-lion, 13 Februar 2009
  9. kingofchaos
    Benutzer gesperrt
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    vergeben und glücklich
    Schön und sicherlich nicht falsch Munich, aber ich glaube, daß Dein Vorredner den Punkt eher getroffen.

    Wie und wann soll man denn nach 13h Arbeit zzgl. Hin-und Herfahrt noch Zeit und Energie für Sex herbringen? Wir wissen ja nicht, was er arbeitet, aber laß es mal was körperlich anstrengendes sein, dann kippt der abends nach einem kurzen Happen und ( hoffentlich ) einer Dusche doch ohnmächtig ins Bett!

    Das hat dann weniger mit " Gewöhnung " oder " Alltag " zu tun, der ist einfach platt!
     
    #9
    kingofchaos, 13 Februar 2009
  10. munich-lion
    Planet-Liebe ist Startseite
    12.963
    598
    10.512
    nicht angegeben

    Ich zweifle überhaupt nicht an, dass er ausgepowert ist und wir wissen nicht, ob sich der Arbeitsstress irgendwann wieder legt oder erleichtern lässt. (aber wir sind uns sicherlich einig, dass sich in diesem Bereich auch dringend etwas ändern muss)

    Aber es geht der TS nicht nur um den Sex ansich, sondern sie kann sich auch nicht mit der Langeweile und Eintönigkeit in der Beziehung anfreunden und da bin ich mir nicht so sicher, ob das ausschließlich von der Belastung kommt.
    Ich bin nämlich schon der Meinung, dass man dringend Prioritäten setzen muss und sollen die wirklich so aussehen, damit die freie Zeit mit Fernsehschauen (Energie gibt das nämlich nicht...ganz im Gegenteil) oder Haushaltsdingen gefüllt wird?
    Wenn ich mich entfremde und das Begehren im Alltag untergeht (und keiner kann mir sagen, dass Blumen und schnell dahingesagte Komplimente alles aufwiegen können), dann besteht die Gefahr, dass sich das nicht mehr so ohne weiteres aktivieren lässt, wenn ein "Störfaktor" beseitigt wurde, denn dann kommen -wie wir alle ganz gut wissen- wieder andere Dinge, die wichtiger erscheinen und keinen Platz für Lust und Leidenschaft lassen.

    Natürlich verstehe ich, wenn man vielleicht keine Lust auf täglichen oder umfangreichen Sex hat, wenn Stress einen massiv belastet...aber das heißt doch noch lange nicht, dass ich meinem Partner nicht anderweitig zeigen kann, wie sehr ich ihn dennoch begehre.
    Ich glaube kaum, dass ein nettes Schwanzlutschen/lecken am Morgen unter der Dusche, so unendlich viel kostbare Zeit in Anspruch nimmt, unbedingt einen "freien" Kopf benötigt und den Start in den Tag vermiesen könnte...ebenso spricht in meinen Augen nichts dagegen, auch mal die Lust bei einem Quickie kommen zu lassen, wenn man mit dem Auto irgendwo unterwegs ist, denn nicht immer muss doch vorher schon die Geilheit da sein...ich glaube nämlich schon, dass man intimes Zusammensein verlernen kann, wenn es nicht mehr gepflegt wird - insbesondere dann, wenn der Partner zur "Gewohnheit" wurde... und es ist nicht nur eine Frage des Könnens, sondern auch des Wollens und betrifft Männer wie Frauen gleichermaßen, auch wenn ich zugebe, dass der Teil, dem etwas stört und wichtiger erscheint, manchmal so bisschen am Verständnis fehlt.
     
    #10
    munich-lion, 13 Februar 2009
  11. Augen|Blick
    0
    Aber hoppla, ich denke damit hast Du den Kern des Problems getroffen.
     
    #11
    Augen|Blick, 13 Februar 2009
  12. kingofchaos
    Benutzer gesperrt
    1.011
    0
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    vergeben und glücklich
    Es scheint aber beiden so zu gehen.

    wenn man ihre Sätze
    so liest, kommt es so rüber als käme auch von ihr nicht mehr allzuviel.

    Ich hab irgendwie das gefühl, die beiden packen zuviel Aktion in die wenige gemeinsame Freizeit, die sie haben.
    Warum unterwegs? Warum nicht mal einen Tag zu Hause bleiben und entspannen? Oder sogar zwei? Wenn er mal ein bißchen ausgeruhter ist, kommt auch die Lust wieder.

    Und ohne jemanden zu nahe treten zu wollen: Wieviel Putzerei und Aufräumerei kann es bei denen geben? Sie sind zu zweit, da sollte das doch wohl nicht viel mehr als 1 h dauern wenn beide richtig anpacken! Also nicht einer putzen und der andere begutachten!

    Wir wissen ja auch nicht, wie e smit ihrer Arbeitszeit aussieht. Laß sich die mal blöd mit seiner überschneiden, wirds noch ungünstiger.
     
    #12
    kingofchaos, 13 Februar 2009

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