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Vater ist schwer erkrankt

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von karlhugo, 9 Februar 2008.

  1. karlhugo
    karlhugo (35)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hallo zusammen,

    ich habe da leider ein nicht allzukleines Problem: bei meinem Vater wurde diese Woche ein Hirntumor festgestellt.

    Ich habe lange überlegt ob ich nun hier schreiben soll oder nicht, aber ich probier's einfach mal. Ich versuche die Sachlage und mein Gefühlsleben erstmal möglichst kurz darzustellen, alles aufzuschreiben wird erstmal zuviel.

    Anfang der Woche war mein Vater beim CT und meine Mutter sagte mir abends nur telefonisch 'da war was, was da nicht dahingehört'. Da ich nicht bei meinen Eltern war (wohne und arbeite ca. 130km von meinen Eltern entfernt) habe ich das erstmal nicht näher an mich rangelassen und gedacht 'das wird schon nicht so schlimm sein, bisher ist ja immer alles glimpflich ausgegangen'.

    Dann am Freitag bin ich zu meinen Eltern gefahren und mittlerweile stand fest, daß es ein Tumor ist (genaugenommen sogar zwei), nächste Woche soll er ins Krankenhaus und wird dann näher untersucht, es besteht die Möglichkeit, daß er noch mehr davon hat und das am Gehirn noch nicht alles ist. Da war ich natürlich ziemlich geschockt und dachte erstmal 'Scheiße, der arme Papa wird womöglich bald sterben.':geknickt:.

    Er selbst scheint das nach außen hin bisher ganz locker zu nehmen, nach dem Motto 'schaun wer mal was ist und was noch kommt', es geht ihm ja momentan auch nicht schlechter als zuvor. Das macht es für die Familie zwar einfacher, wenn er selbst anscheinend gar nicht so sehr darunter leidet, aber die Situation ist natürlich auch so alles andere als angenehm. Wer weiß wie es ausgeht, möglicherweise sind das unsere letzten gemeinsamen Tage in einer 'normalen Verfassung':ratlos:.

    Dadurch wird auch mir selbst wieder bewusst, daß ich sterblich bin, und zwar womöglich schneller und auf unangenehmere Weise als einem lieb sein kann. Hinzu kommt noch, daß ich selbst einige Beschwerden habe, die ich schon länger vor mir her schiebe und noch nicht habe aufklären lassen. Was ist wenn es bei mir diesmal auch nichts Glimpfliches ist, wir haben ja auch zum Teil die gleichen Gene?

    Zumindest ging es mir dann gestern und größtenteils auch heute ziemlich mies. Wir waren dann heute bei meiner Oma und meinem Onkel (also Mutter bzw. Bruder von meinem Vater) und haben die Sachlage nochmal durchgesprochen, dass es vielleicht gar nicht so schlimm ist und daß die Medizin hat ja auch Fortschritte gemacht hat. Momentan bin ich zumindest wieder etwas optmistischer gestimmt.

    Das Positive ist, daß die Tumore recht gut erreichbar liegen und womöglich ohne größere Komplikationen operativ entfernt werden könnten. Im Best-case war's das dann auch und mein Vater ist in zwei Wochen wieder zu Hause und fitter denn je. Über die ungünstigeren Verläufe will ich momentan gar nicht laut nachdenken.

    Nur bleibt die Frage, was wenn er wieder geheilt ist, muss man nicht jederzeit damit rechnen, daß wieder etwas kommt und das Ganze dann wieder losgeht, womöglich mit schlechterem Ausgang? Kann man sich so noch seines Lebens freuen, auch wenn man vielleicht nur indirekt betroffen ist?

    Ich weiß gar nicht, was ich jetzt von euch erwarten soll. Medizinische Hinweise und Statistiken, eigene Erfahrungen/Erlebnisse? Momentan lieber nicht, insbesondere wenn sie negativ interpretiert werden könnten, das könnte mein angeschlagenes Gemüt vielleicht nicht gut verkraften.

    Vielleicht hat es schon geholfen das erstmal überhaupt aufzuschreiben und loszuwerden.
     
    #1
    karlhugo, 9 Februar 2008
  2. Poohbear
    Poohbear (28)
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    Verheiratet
    Hey du,

    ich weiß wie du dich fühlst..
    Fühl dich erstmal gedrückt und geknuddelt von mir....

    Bei mir fing es mit meinem Papa an und hat mit meiner Mama aufgehört :cry: aber die beiden leben noch,keine Sorge..

    Ich habe es damals bei meinem Papa erst erfahren,als er schon im KH lag und operiert wurde,weil ich zu der Zeit auf Studienfahrt war..bei meinem Papa wars Magenkrebs,der in letzter Sekunde festgestellt und bei meiner Mama Gebärmutterkrebs...

    Mir hats damals halt sehr geholfen mit Personen,die mir sehr nahe standen,drüber zu reden und es halt ggf. auch aufzuschreiben..

    Und manchmal wenn ich nicht reden wollte,habe ich Briefe geschrieben,mit meinen Sorgen...

    Wünsche dir und deiner Familie,vor allem deinem Papa ganz viel Kraft....
     
    #2
    Poohbear, 9 Februar 2008
  3. LiLaLotta
    LiLaLotta (31)
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    vergeben und glücklich
    Oh jee...:knuddel:

    Bei meiner Mama haben sie vor nem Jahr Brustkrebs festgestellt und im ersten Moment konnte ich es gar nicht glauben. Es trifft doch immer nur die anderen, dachte ich. Hab das alles überhaupt nicht an mich heran lassen können und kann es bis heute nicht. Nur, wo sie es mir gesagt hat, habe ich gefühlt, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Danach habe ich alles verdrängt.
    Meine Mama konnte zum Glück geheilt werden und ich glaube einfach ganz fest daran, dass sie nun auch komplett gesund ist.
    Du musst überzeugt davon sein, dass bei deinem Papa alles gut gehen wird, alles andere hilft werder dir, noch ihm. Heutzutage ist die Medizin in der Tat schon recht weit und unglaublich vieles ist heilbar.
    Glaub einfach an das Beste! Ich drück deinem Papa die Daumen.
     
    #3
    LiLaLotta, 9 Februar 2008
  4. sternschnuppe83
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    Verheiratet
    .....
     
    #4
    sternschnuppe83, 10 Februar 2008
  5. karlhugo
    karlhugo (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Danke erstmal, für eure Anteilnahme. Zur Zeit geht es mir ja auch schon wieder besser, am schlimmsten ist momentan aber die Ungewissheit, es kann ja alles mögliche sein, von einem harmlosen Geschwulst bis hin zu ...:kopfschue.

    Und mein Vater ist ja hart im Nehmen, wie heißt es so schön im Volksmund, 'Unkraut vergeht nicht':smile:.

    Und ich werde wohl auch nicht umhinkommen, meinen eigenen Gesundheitszustand demnächst mal abklären zu lassen, damit ich selbst wenigstens sicher sein kann, daß mir nichts ernsthaftes fehlt.
     
    #5
    karlhugo, 10 Februar 2008
  6. brainforce
    brainforce (33)
    Beiträge füllen Bücher
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    Single
    @karlhugo:
    - wichtig ist es das ihr jetzt als Familie zusammensteht.
    - unbewiesene Vermutungen deinerseits lassen sich zwar nur schwer vermeiden, helfen aber in der Lage dennoch nicht weiter.
    - lass zur eigenen Beruhigung deinen eigenen Gesundheitszustand abchecken.

    Wünsch euch viel Glück und alles Gute in der Situation.
     
    #6
    brainforce, 10 Februar 2008
  7. Chococat
    Chococat (30)
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    vergeben und glücklich
    Wahnsinn wie viele Leidensgenossen man immer so trifft...
    Meine Mam erkrankte auch vor 5 Jahren an Krebs. Insgesamt hat sie anderthalb Jahre dagegen gekämpft. Den 1. Tag, als sie wieder arbeiten gehen durfte, haben wir groß gefeiert.:smile:

    Man macht als Angehöriger viele Phasen durch, die Phase der inneren Abwehr, das kann doch nicht sein, das wird wieder, die Medizin ist ja so weit... Phasen der Verzweiflung, die wissen noch nichtmal was Krebs wirklich ist, wie wollen die das heilen? Usw. usw.... Es ist hart, einfach verdammt hart. Es gibt Tage, die sind normal und ich freue mich des Lebens und Tage, an denen ich mich frage, welchen Sinn es hat sein Leben lang zu schufften, um dann zu krepieren...
    Jedenfalls geht so eine Krankheit an keinem spurlos vorbei. Sie hat mich sehr in meiner Entwicklung geprägt, einerseits weiß ich das Leben mehr zu schätzen und sehe viele Kleinigkeiten nicht mehr so eng, andererseits habe ich manchmal Angstzustände alles zu verlieren, was ich liebe... Komisch.

    Obwohl meine Mam tumorfrei ist, gilt man ja bis zu 5 Jahre nach der Beseitigung aller Tumorzellen noch nicht als geheilt!!! Regelmäßige Rundumchecks in kurzen Abständen halten uns immer wieder in Atem. Du glaubst nicht, wie viele schlaflose Nächte ich schon hatte, weil bei so einer Routineuntersuchung irgendwas entdeckt wurde, was "da nicht hingehört." Zum Glück waren es bisher immer harmlose Zysten, Hautlappen, was auch immer. Nichts was irgendwie mit Krebs zu tun hat. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, ob meine Familie nochmal die Kraft hat sowas durchzustehen. Es zerrt unheimlich an den Nerven und kostet alle Ressourcen, die man in sich trägt, vor allem wenn das alles sich so lange hinzieht.

    Ich wünsche einfach keinem, sowas durchmachen zu müssen. Und wenn, soll man es als Chance sehen im Leben einen Wert zu erkennen, der einem als selbstverständlich vorkommt, wenn man immer nur die rosa Brille aufhat. Es kann einem auch viel für die persönliche Entwickling bringen, auch wenn das hart klingt.
     
    #7
    Chococat, 10 Februar 2008
  8. karlhugo
    karlhugo (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Ja, Krebs ist ja leider eine der häufigsten Krankheiten und Todesursachen, da ist es wohl einfach auf Leidensgenossen zu treffen. Wenn man es von anderen hört, dann verdrängt man das meist recht schnell, aber wenn die engste Familie betroffen ist, kann man das leider nicht so einfach.

    Momentan hab ich mich einigermaßen gefangen, die Bedenken bezüglich meiner eigenen Gesundheit konnte ich weitgehend klären, wobei da zwei Sachen sind, die auch nicht ganz ohne sind.

    Mein Papa ist immer noch bester Dinge, obwohl noch zwei weitere Tumore gefunden wurden, die aber anscheinend nach Ansicht der Ärzte in den Griff zu bekommen sind.

    Man muss aber auch dazu sagen, daß er immerhin schon 60 ist und allgemein in seinem Leben Genuß vor Gesundheit gestellt hat (sprich: er ist Raucher). Er sagt sich, das Meiste und das Beste hab ich eh schon hinter mir, wenn noch was kommt, dann ist es gut, wenn's das war, dann auch. So 'ne entspannte Einstellung hätte ich auch manchmal gerne.
     
    #8
    karlhugo, 15 Februar 2008

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