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Eltern/Familie Vater von Depressionen berichten

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von MsThreepwood, 4 Mai 2010.

  1. MsThreepwood
    2.424
    Ich weiß gar nicht so recht, wie ich anfangen soll, da ich eigentlich sehr sehr ungern über das Thema rede :frown:

    Ich dachte, mir geht es gut. Ja, wirklich, die letzten Wochen waren eigentlich okay, ich hab ein paar tolle Projekte zum Abschluss gebracht, versteh mich (wieder) prächtig mit meiner Mitbewohnerin, unternehme viel mit meinen Freunden. Alles könnte gut sein.

    Ja, wenn da nicht diese blöden Depressionen wären. Nein, ich rede nicht von kleinen Tiefs, die alle kennen. Ich rede von wahrhaftigen (ja, auch ärztlich bescheinigten) Depressionen, die mich so einnehmen, dass ich tagelang nur apathisch in meinem Bett sitze und absolut nichts tun kann.

    Normalerweise bekomme ich mich selbst gut in den Griff -zum Teil unter Einsatz von Medikamten-, ich weiß, welche Faktoren ich vermeiden muss, damit ich nicht abrutsche.

    Nur, diesmal habe ich wohl einen Fehler gemacht :frown: Wie einige wissen, wollte ich eigentlich meine Uni beenden und andere Dinge tun. Ich hab mich letztendlich aber FÜR die Uni entschieden, was sich jetzt als großer Fehltritt heraus stellt. Jeden Tag, an dem ich hingehe, mache ich mich vollkommen fertig, ich bin Tag für Tag frustrierter, weil ich absolut NICHTS dazu lerne und die Bedingungen dort gelinde gesagt für den Arsch sind.

    Ich weiß nur: Ich kann das nicht mehr weiter machen. Es macht mich vollkommen kaputt, weil ich einfach das Gefühl habe, dass es mich nicht einen Zentimeter vorwärts bringt.


    Das eigentliche Problem ist aber: Ich muss mit meinem Dad darüber reden. Er finanziert die (Privat-)Uni und weiß bisher kaum etwas von meinen Gedanken. Vor allem aber weiß er nichts von meinen Depressionen.
    In den Jahren, in denen sowohl meine Suizidversuche als auch mein stationärer Klinikaufenthalt angesiedelt sind, hatten wir wenig bis gar keinen Kontakt und auf meine Bitte hin, haben ihm auch die Menschen, die davon wussten, nichts erzählt.

    Ich hab nun langsam das Gefühl, ich sollte ihm -allein um das Uni-Problem lösen zu können- davon berichten.
    Allerdings weiß ich absolut nicht wie :frown:

    Mein Vater ist die wichtigste Person in meinem Leben, wir haben seit dem Tod meiner Ma ein wirklich gutes Verhältnis und ich weiß, dass ich "sein kleiner Waldheinz" bin (was in unserer Welt durchaus positiv gemeint ist :grin:).
    Ich weiß einfach nicht, wie ich damit anfangen soll. Ein "Du Papa, ich leide übrigens unter furchtbaren Depressionen und möchte an eine andere Uni, ein vollkommen anderes Fach studieren und damit die 10.000€ die du jetzt schon für die Uni geblecht hast in den Sand setzen!" ist ja nicht das Wahre :geknickt:


    Wenn irgendwer einen Rat hat, WIE ich das ganze angehen kann -oder ob ich es nicht doch lieber für mich behalten sollte- wäre ich extrem dankbar.
     
    #1
    MsThreepwood, 4 Mai 2010
  2. Moonlightflower
    Verbringt hier viel Zeit
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    113
    69
    nicht angegeben
    Hallo!

    Ich kenne mich mit psychischen Krankheiten zwar nicht aus, aber vielleicht würde es dir leicher fallen ihm einen Brief zu schreiben? Den kann er ja dann z.B. auch neben dir lesen und ihr könnt dann drüber reden!

    ich weiß nur von mir selbst, dass ich mir beim Schreiben über ernste Themen oftmals leichter tu als beim drüber reden!

    Aber auf jeden Fall solltest du mit ihm darüber reden! Und wenn dein Studium nicht das ist, was dich glücklich machst solltest du auch auf jeden Fall dein Studium wechseln! Das wird auch sicher dein Vater verstehen.

    Lg
     
    #2
    Moonlightflower, 4 Mai 2010
  3. User 88035
    Meistens hier zu finden
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    Verheiratet
    Hm... schwierige Sache das Ganze. Da ich selber Depressionen habe, weiß ich, wie schwer das ist, es seinen Eltern zu erzählen.

    An deiner Stelle würde ich aber (da du ja auch wieder(?) ein sehr gutes Verhältnis zu deinem Vater zu haben scheinst) auf jeden Fall mit ihm darüber reden.

    Es bringt in meinen Augen nichts, das Ganze für sich zu behalten, vor allem wenn du für dich beschlossen hast, das Studium "gerne" abzubrechen bzw. zu wechseln. Ich denke, es ist sinnvoller ihm davon zu erzählen, damit er eine Erklärung für deine Entscheidung hat und nicht denkt, es sei "aus einer Laune heraus".

    Nur zu dem WIE habe ich im Moment keine Antwort parat... :frown:
     
    #3
    User 88035, 4 Mai 2010
  4. brainforce
    brainforce (33)
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    Single
    bist du in psychologischer Behandlung o.ä.? Wenn ja würde ich das auch mal mit dem Therapeuten bereden - ist sicher eine Situation die immer wieder vorkommt das man sich anderen Personen anvertrauen will aber nicht weiß wie v.a. wenn noch andere Dinge dran hängen. Vielleicht hat der gute Ratschläge parat.
     
    #4
    brainforce, 4 Mai 2010
  5. munich-lion
    Planet-Liebe ist Startseite
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    nicht angegeben
    Hallo Du,

    auch ich kenne mich mit Depressionen nur bedingt aus, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es dir besser damit geht, wenn du deinem Dad die Krankheit tatsächlich verschweigen möchtest.

    Kann es sein, liebe Enfant, dass du dich ein bisschen schämst, weil dein Papa ein anderes Bild von dir hat und du ihn einfach so unendlich gerne hast, dass du nicht als "Enttäuschung" sondern bisschen als "perfekte" Tochter gelten möchtest?
    Ich weiß nicht, wie du bei ihm bist, aber hier vermittelst du immer den Eindruck einer sehr toughen jungen Frau, die unbeirrbar ihren Weg geht und klare Ziele vor den Augen hat - auch wenn hin und wieder ein Funken Unsicherheit und kleinere Zweifel aufblitzen.

    Insgeheim weißt du ganz genau, dass es nur einen Menschen auf der Welt gibt, der dir zusätzlich zu den Ärzten, Therapeuten und Medikamenten helfen und dich sicherlich verstehen kann, wenn du ihm eine Chance gibst: Es ist dein Vater und hättest du Kinder, dann wärst du mit Sicherheit sehr enttäuscht, wenn diese sich dir gegenüber verschließen würden.

    Bitte rede mit ihm und ihr werdet sicherlich eine Lösung finden, damit du etwas anderes studieren kannst, denn so wirst du immer unglücklicher werden und das würde dein Vater niemals wollen.
    Ich finde es nur wichtig, dass du ihm zusätzlich konkrete Pläne vorlegst, damit er auch sieht, dass du dir deine Gedanken darüber gemacht hast und wie ernst dir damit ist.

    Und lasse ihm Zeit, das Ganze zu verdauen - manchmal ist man als Nichtbetroffener erst einmal hilflos, muss sich selber erst fangen und mit Themen wie Depressionen näher beschäftigen, um alles tatsächlich einigermaßen erfassen zu können.

    Ich wünsche dir viel Mut...nimm dein Herz in beide Hände und sag deinem Vater Bescheid. Du wirst dich hinterher sicherlich erleichtert fühlen.
    Du sollst wirklich jede erdenkliche Hilfe annehmen, die dir zuteil wird.
     
    #5
    munich-lion, 4 Mai 2010
  6. MsThreepwood
    2.424
    Vorweg schonmal Danke für eure Beiträge! :smile:

    Vor allem dir, Munich-Lion, du hast es genau auf den Punkt gebracht. Es ist dieses "Bild", was mein Vater von mir hat. Die intelligente kleine Tochter (ich bin dazu noch sein einziges Kind), die schon alles auf die Reihe bekommt. Es stand irgendwie nie in Frage, dass ich alles schaffe. Schule war immer ein Klacks für mich, mein Umzug in die Großstadt eine Selbstverständlichkeit, ebenso wie das Studium.

    Vielleicht ist es auch ein wenig das Gefühl, "versagt" zu haben, was es mir schwer macht.

    - - -

    Und während ich diese Zeilen getippt habe, hat mein Vater wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, dass zwischen uns eine Art unsichtbare Verbinung bestehen muss. Er rief eben an mit den Worten: "Na kleene, irgendwas stimmt bei dir nicht, oder? Hatte eben so ein Gefühl...".

    Habe ihm grad grob alles berichtet, zwar unter Tränen, aber ein großer Stein ist erstmal gefallen. Am Sonntag werde ich runter fahren und in Ruhe mit ihm reden.
     
    #6
    MsThreepwood, 4 Mai 2010
  7. HughAshmead
    0
    Hey,

    als es mir im letzten Herbst so schlecht ging (es waren keine endogenen Depressionen, eher ein riesiges Tief, aber auch mit sehr sehr schwarzen Gedanken), habe ich an meinen Vater und meine Schwester (meine Mutter ist leider auch schon tot) eine Email geschrieben, in der ich beschrieben habe, wie es in mir aussieht, und das schonungslos offen. Auch ein paar gute Freunde haben die Email bekommen.
    Damit habe ich alle zwar ziemlich geschockt, aber es war der beste Schritt, auch wenn es Überwindung gekostet hat. Es hat mir das mich-Verstellen erspart, es wurde nicht mehr gefragt, wenn ich mal allein sein wollte oder einfach keine Lust hatte, mich zu unterhalten. Es waren alle sehr hilfsbereit zu mir, mein Vater hat mir sogar einen Termin bei meiner Ärztin gemacht, damit ich eine Überweisung für den Psychologen bekomme, ich hätte mich nie getraut, dafür den Termin zu machen.
    Ich kenne deinen Vater nicht, aber ich fand meinen Weg mit der Email ganz gut. So überrumpelt man niemanden (wie z.B. beim Telefonat oder Gespräch), dein Vater kann sich erstmal sammeln und sich Gedanken machen.
    Vor dem Tod meiner Mutter habe ich mich nie gut mit meinem Vater verstanden, seit ihrem Tod ist es besser geworden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Vater negativ auf deinen Gesundheitszustand reagieren wird, schließlich hat er schonmal eine geliebte Person verloren.

    Bzgl. deines Studiums solltest du immer das machen, was dir liegt. Ich hab vor zwei Jahren ebenfalls mein Studium gewechselt, und dabei sind nicht nur 10.000 Euro flöten gegangen, das war schon etwas mehr. Mein Vater fand es zwar nicht so toll, aber er ist der Meinung, dass ich das tun will, was mich glücklich macht. Und damit hat er ja auch absolut recht! Ich kenne dich nur vom Mitlesen, aber du machst nicht den Eindruck, dass du ein unreifes Girlie bist, das nicht weiß, was sie im Leben will. Insofern, traue dich dein Studium zu wechseln, schließlich geht es im Leben darum, dass man glücklich wird. Es bringt doch nichts, zur Uni zu gehen und sich gleichzeitig riesige Angst vor selbiger zu haben.

    Ich kann dir nur raten, es ihm zu erzählen, und zwar möglichst alles. Das ist ihm gegenüber nur fair und es hilft vor allem auch dir, du musst niemandem mehr etwas vorspielen, was einen ja auch belastet.

    Ich wünsch dir alles alles gute, hoffentlich bekommst du deine Probleme bald in den Griff!!
     
    #7
    HughAshmead, 4 Mai 2010
  8. User 87573
    User 87573 (28)
    Sehr bekannt hier
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    168
    412
    nicht angegeben
    Mir ging es exakt so wie dir... war schon im 4ten Semester, hatte einen Haufen Geld, Zeit usw. reingesteckt aber Spaß gemacht hatte es schon lange nicht mehr. Mir wuchs auch alles über den Kopf, ich war apathisch, genau wie du beschreibst. Allerdings habe ich keine so gute Beziehung zu meinen Eltern, dass ich das hätte mitteilen können. Bzw hätten sie mir vermutlich nicht mal geglaubt. Bei ihnen war ich auch immer die perfekte Tochter, die ja alles allein hinbekommt und wenn ich ehrlich bin, hab ich dieses Bild von mir auch immer unterstützt und wollte es selbst auch nicht aufgeben. Bei mir hat es schließlich mein Freund meinen Eltern erzählt, und die haben mich dann angesprochen und da konnte ich erst alles aus mir rauslassen was ich jahrelang verschwiegen hatte.

    Ich hoffe dir ist mit deiner "Beichte" ein Stein vom Herzen gefallen und du und dein Pa ihr bekommt das zusammen hin. So wie du ihn beschreibst scheint er ja auch einfühlsam zu sein, ich denke ihr beiden könnt das sicherlich gut besprechen und das räumt auch die letzte Distanz zwischen euch aus.
    Ich wünsch dir auch alles Gute und hoffe dass du deinen Weg (auch ohne das teure Privatstudium) gehen kannst und daran Freude haben wirst:smile:
     
    #8
    User 87573, 5 Mai 2010
  9. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    2.056
    vergeben und glücklich
    Oh, das seh ich erst jetzt... Sei virtuell umarmt.
    Hab gesehen, dass Ihr schon miteinander gesprochen habt bzw. dass das für den heutigen Sonntag geplant ist. Eventuell ist mein Beitrag also überflüssig ;-). Dennoch:

    Das, was ich bislang von Dir und Deinem Vater weiß, lässt mich denken: Was auch ist, er liebt Dich. Auch wenn Du "scheiterst". Wobei ich einen Uniwechsel eher als Einschlagen eines anderen Weges ansehe und nicht als Versagen. Ich nehme einfach an, dass Dein Vater will, dass Du glücklich bist. Wenn Dich das jetzige Studium eher belastet als beglückt und Du andere Pläne hast, dann ist das ein Anlass für eine Planänderung.
    Er wusste nichts von Deinen früheren Krisen - aber ich bin sicher, wenn Du ihm erklärst, warum er davon nichts erfahren hat, wird er Dir nicht böse sein.

    Meine Eltern haben mir mal gesagt, dass ihnen sehr wichtig ist, dass es mir (und meiner Schwester) gut geht. Natürlich freuen sie sich über Erfolge, aber dass man auch mal Misserfolge hat oder "sich verläuft" und Umwege geht, das ist menschlich. Stolz und Verschweigen ebenfalls - aber ich habe aus Krisen gelernt, dass ich zu ihnen kommen kann und sie mich lieben, auch wenn ich etwas tue, was sie nicht unbedingt verstehen. Und sie wissen, dass ich manchmal mit Kummer nicht zu ihnen will, sondern erst zu anderen Menschen gehe.

    --
    Es hat ja verschiedene Gründe, dass Du Dich an der jetzigen Schule nicht wohlfühlst. Die investierte Zeit und das Geld kriegst Du nicht zurück - aber die Zeit dort war dennoch nicht vergeblich. Du hast etwas gelernt in der Zeit dort - und Erfahrungen gesammelt. Und herausgefunden, dass dieser Weg nicht der richtige ist. Klar wärs schön, wenn man vorher wüsste, ob eine Entscheidung einen zum Ziel führen wird oder nicht. Bereuen solltest Du die an der Hochschule verbrachte Zeit nicht, auch wenn Du dieses Studium nicht zum "normalen" Ende führst, es ist keine reine Zeitvergeudung gewesen.

    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du Dich bald wieder wohler fühlst und Du die richtige und produktive Hilfe wegen der Depressionen bekommst.
     
    #9
    User 20976, 9 Mai 2010
  10. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Auch wenn meine Probleme bei weitem nicht so groß sind wie deine, kenne ich dieses Gefühl, in gewisser Weise versagt zu haben und es gegenüber den Eltenr nicht zugeben zu wollen, nur zu gut.

    Mein Studium läuft gerade auch sehr zäh und ich quäle mich mehr durchs Studium, als dass es mir Spaß macht. Mir fehlt die Motivation, ich komme kaum vorwärts und das schlägt sich natürlich auf auf meine Noten, usw. nieder.
    Die Schule war für mich kein Problem: Ich war immer gut, ohne mich irgendwie anzustrengen. Es lief einfach.
    Auch der Anfang des Studiums war gut: Eine willkommene Herausforderung. Ich musste zwar viel mehr tun, aber es lief trotzdem alles recht gut. Nur ist das eben inzwischen nicht mehr der Fall.
    Aber trotzdem bin ich mangels brauchbarer Alternativen und weil ich schon sehr weit im Studium gekommen bin, davon überzeugt, dass es das Beste ist, die Sache irgendwie durchzuziehen. - Ich bin nämlich nach wie vor davon überzeugt, dass das einer der besten Studiengänge für mich ist und dass ich damit später einen Job bekommen kann, der mir sehr gut gefällt.

    Und ich kenne es nur viel zu gut, dass es mir ziemlich schwer fällt, mit meinen Eltern über diese Probleme im Studium zu reden, weil ich sie nicht enttäuschen will und weil ich weiß, dass meine Mutter meine Probleme viel zu ernst nimmt und sich darüber viel zu viele Gedanken macht.
    Aber trotzdem ist es befreiend, mit meinen Eltern darüber zu reden, wenn ich es dann doch mal mache.
    Na also. Das hört sich doch schon mal gar nicht so schlecht an. Damit musstest du schon mal nicht weiter drüber nachdenken, wie du es deinem Vater am besten sagst.

    Nach dem, was du bisher über dein Verhältnis zu deinem Vater geschrieben hast, bin ich auch guter Dinge, dass er nicht so extrem von dir enttäuscht sein wird und dass ihr gemeinsam eine Lösung finden werdet.
    Ich hoffe für dich, dass du nach deinem heutigen Gespräch weisst, dass die ganze Angst davor, es ihm zu sagen, unbegründet oder zumindest übertrieben war.
     
    #10
    User 44981, 10 Mai 2010
  11. MsThreepwood
    2.424
    Aloha erstmal!

    (Ja 2 aktuelle Threads im Kummerkasten... ich bin schon ein kleines Angsthäschen)


    Das Gespräch mit meinem Vater war... anders als erwartet. Er war ziemlich schockiert, als er das ganze Ausmaß meiner Depressionen erfahren hat. Eigentlich kennt er mich ja als lebensfrohe Person, die nie größere Probleme bereitet - oder hat.
    Wir haben uns stundenlang unterhalten und ich fühle mich wahnsinnig erleichtert, auch wenn es mir nicht immer leicht fiel über alles zu sprechen, was mir auf dem Herzen lag.

    Die Sache mit dem Studium ist auch geklärt. Es ist natürlich schade, dass er so viel Geld investiert hat und ich jetzt doch abbreche, aber letztendlich geht es auch darum, dass ich nicht komplett am Studium kaputt gehe.
    Dass ich schon Ideen habe, was ich stattdessen studieren möchte und nur noch auf den Startschuss für die Bewerbung warte, hat das ganze auch weniger dramatisch gemacht.

    Vielen Dank für eure Unterstützung und fürs Mut machen!
     
    #11
    MsThreepwood, 10 Mai 2010
  12. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
    13.614
    398
    2.056
    vergeben und glücklich
    Stundenlange sehr emotionale Gespräche sind anstrengend - aber auch gut. Ich könnte mir vorstellen, diese Gespräche haben Euch noch näher zueinander gebracht, auch wenn er schockiert war und sich sein Bild von Dir zum Teil ändert.

    Mir gings bei Krisengesprächen jedenfalls so, dass es mich meinen Eltern näherbrachte, wobei ich die Wirkung auf unser Verhältnis zueinander erst viel später bemerkt habe.

    Gut, dass er jetzt weiß, wie es Dir geht. Dass Du bei ihm Rückhalt hast, kann Dir ja auch Auftrieb geben.
     
    #12
    User 20976, 10 Mai 2010
  13. Seeker2010
    Gast
    0
    Es lässt sich natürlich schlecht aus der Entfernung sagen, was hier Ursache - und was hier Wirkung ist. Es können die Depressionen sein, die dir dein Studium verhageln, - so dass du dich keinen Zentimeter bewegst, weil dir das Studium nicht gut tut - und man sich bei Dingen, die einem nicht gut tun, nun mal keinen Zentimeter bewegt.

    Oder es ist das Studium, welches deine Depressionen fördert - das ist scheinbar die von dir angedachte Vermutung. Wer weiß - vielleicht auch ein bischen von Beidem...

    Ich würde mich in dem Gespräch mit deinem Vater auch eher darauf beschränken, dass du unglücklich bist. Dass dich dein Studium nicht glücklicher werden lässt - und falls da noch andere Lebensumstände sind die dich unglücklich machen, dann solltest du ihm auch davon berichten...

    Wenn du natürlich tagelang teilnahmslos in deinem Bett sitzt und zu keiner Aktion fähig bist - dann kann das so nichts werden. Also muss man wohl zunächst an den Ursachen arbeiten - und da ist es eben schwierig, ob der Wechsel der Uni wirklich die Ursache bekämpft - oder ob das mit der Uni schon ok wäre, wenn da nicht die Depressionen wären - das kannst du nur selbst beurteilen...

    Sicher - dein Vater kann nicht für dich studieren - und er kann dir vermutlich auch nicht bei den Depressionen helfen - aber er kann dir natürlich gewissermaßen den Weg ebnen - die Zeit verschaffen und auch Gelegenheit...

    So wie du eurer Verhältnis schilderst, bin ich mir eigentlich sicher, dass ihr da einen Weg finden werdet!

    Also Kopf hoch und durch!

    Grüße vom Seeker
     
    #13
    Seeker2010, 10 Mai 2010

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