Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

verlustangst / eifersucht

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von young_restless, 3 Dezember 2004.

  1. hallo zusammen,

    habe folgendes problem und würd gern eure meinungen dazu hören...
    bis ich 16 war habe ich von den menschen um mich herum nur gezeigt bekommen, dass es bedingungslose liebe gibt, dass beziehungen ein leben lang halten können, dass meine besten freunde für mich durchs feuer gehen würden usw...- das liebevollste und harmonischste was man sich nur vorstellen kann ...
    dann mit 16 ging meine beste freundin für ein jahr ins ausland und zeitgleich verliebte sich mein bester freund in ein mädchen aus einer anderen stadt, d.h. er war jedes wochenende weg...
    ein jahr später erfuhr ich, dass mein vater sich in eine andere frau verliebt hat und das, obwohl die ehe meiner eltern die glücklichste war, die ich je irgendwo gesehen habe und auch die trennung verlief mit dem größten respekt und zuneigung und auch erst sehr sehr viel später...
    dadurch war es eben nicht EIN schock und dann verarbeiten sondern irgendwie hab ich das verdrängt...
    in dem gefühl des "alleingelassen seins" von meinen freunden verliebte ich mich in einen 12j. älteren mann aus einer anderen stadt.. obwohl er eine freundin hatte, telefonierten, chatteten oder e-mailten wir täglich und er hat mir immer das gefühl gegeben als würden WIR eigentlich die Beziehung führen.. ein dreiviertel jahr später brach er den kontakt jedoch von einem tag auf den anderen ab...

    mein nächster "versuch" mit einem mann war drei jahre später und verlief ähnlich unglücklich- älterer mann, bereits vergeben und er wollte nur mit mir schlafen, was ich zum glück nicht zugelassen habe obwohl ich sehr sehr verliebt war...
    als das zu ende ging, habe ich wieder lange gebraucht um das zu verarbeiten und jetzt steck ich in einer phase, wo ich abwechselnd zu hohe ansprüche habe, dann wieder "realistisch" bin und nach männern schaue, die einfach auch gut für mich wären, dann habe ich jemanden, kann mich aber nicht in ihn verlieben obwohl er perfekt wäre usw usw...
    bei mir sitzen verschiedene komplexe ziemlich tief, z.b. dass ich immer denke, andere können alles besser als ich, sind schlauer, hübscher etc.
    vielleicht kann ich deshalb nicht "ertragen" dass mich jemand aufrichtig liebt...

    habe zur zeit eine sehr intensive freundschaft zu einer frau (bin aber nicht lesbisch) und kann durch sie das erste mal wieder jemanden näher an mich heranlassen, ohne sofort angst zu haben, dass ich wieder verletzt/enttäuscht/verlassen werde...weil ich ihr vertraue und weiss wie wichtig ich ihr bin (was auch an ihrer lebenssituation liegt)...
    auf der anderen seite ist sie eine so bewundernswerte, tolle frau, dass ich ständig denke, ich werde ihr bald mit meinem verhalten so auf die nerven gehen und dann ist sie verschwunden, obwohl ich mir ein leben ohne sie nicht mehr vorstellen kann... vielleicht ist es für mich eine art ersatz-beziehung oder auch der "weniger riskante" versuch, mich einen schritt weiter zu wagen und wieder jemandem zu öffnen...
    muss dazu sagen, ich bin skorpion vom sternzeichen und auch wenn ich normal nicht an sowas glaube- diese eigenschaften
    -bedingungslose liebe & hingabe, aber dann auch dasselbe fordern, unendlich anstrengend sein, eifersüchtig, dann aber auch der aufmerksamste mensch der welt... das trifft schon alles ganz gut auf mich zu...und ist mir immer wieder vorgeworfen worden, dass ich zuviel verlange, so anstrengend bin usw...deshalb seh ich das absolut als meine "schwarze seite" und hoffe immer, dass es jemand möglichst spät rausfindet...
    wenn ich jemanden "in mein leben lasse", dann möchte ich, dass er bleibt, aber es kostet mich umso viel mehr kraft, das vertrauen aufzubringen...
    dabei bin ich jung genug und könnte soviel ausprobieren und einfach locker sehen, aber es fällt mir so schwer....

    meine freundin hat sich letztens neu verliebt in jemanden und obwohl ich ihr alles glück der welt wünsche, saß in mir wieder dieses kleine schwarze monster- verlustangst... dass ich ihr weniger wichtig werden könnte oder all unsere pläne mit zusammenziehen, zusammen arbeiten usw... wertlos geworden sind, weil sie ja jetzt hat was sie wollte... (das stimmt so natürlich nicht)... ausserdem fühl ich mich allein gelassen, weil mir jetzt dadurch wieder bewusst ist, dass ich auch den mut aufbringen sollte, mich wieder zu öffnen...

    muss auch noch dazu sagen, dass ich nicht deswegen jemanden suche, weil ich so einsam bin oder so- ich bin sonst sehr glücklich mit meinem leben, studium, job, freunde...aber es wäre so schön, auch mal richtig verliebt zu sein, wenn die liebe erwidert wird...
    ich glaube nur, dass mir die trennung meiner eltern mehr den boden unter den füßen weggezogen hat als ich je gedacht hätte....
    weil mein glaube an die sicherheit und stabilität in/von beziehungen ziemlich gelitten hat....

    tut mir leid, dass es ein so langer eintrag geworden ist, aber es hat mir gut getan, das zu schreiben...

    liebe grüße an euch alle, vielleicht bekomm ich ja ein paar antworten...
     
    #1
    young_restless, 3 Dezember 2004
  2. Tobiphant
    Tobiphant (54)
    Verbringt hier viel Zeit
    91
    91
    0
    Single
    Hallo,

    Wow, jaaa Dein Beitrag war wirklich sehr ausführlich, aber manchmal kann man etwas nur so ausführlich beschreiben, damit es verständlich wird.

    Zunächst mal möchte ich Dir sagen, dass ich Dich bewundere wie offen Du über Deine "Komplexe" bzw. Probleme redest. Ich denke, Du siehst und beurteilst Deine Lage aber zu statisch.

    Jeder Mensch lernt irgendwann das Gefühl kennen alleine gelassen zu werden. Aber wenn man sich nicht verkriecht ist das Ende oft sogar ein Anfang von etwas neuem.

    Schon seit der Schulzeit habe ich um Klassenkameraden, Freunde getrauert, die durch irgendwelche Umstände plötzlich nicht mehr um mich herum sein konnten. Das war später dann noch genauso und ist auch heute noch so in meinem Leben.

    Es war mir aber immer bewußt, daß es den anderen aber ganz genauso ging. Dass es ja keine böse Absicht war, wenn sie keine Zeit mehr für mich hatten oder keine Möglichkeiten mehr hatten, sich mit mir zu treffen.

    Durch diese "Trennungen" habe ich aber immer wieder neue Menschen kennengelernt, die jeder für mich zu seiner Zeit ein Schatz wurde. Mit der Jahre (wow, ich schreibe als ob ich schon 100 wäre *g) habe ich einen kleinen Schatz an Freunden gefunden, die ich auch heute noch regelmäßig oder auch nur in unregelmäßigen Abständen sehe. Und es ist nicht so schlimm.

    Wichtig ist nur, daß man sich nicht verkriecht und offen für neue spannende Menschen bleibt. Und irgendwann lernt man auch einen lieben Menschen kennen, der den Schlüssel findet zu seinem Herzen. Dabei darf man sich aber nicht selber unter Druck setzen und denken, man ist anders als andere. Es verläuft nur nicht bei jedem gleich. Das aber sollte Dich auf keinen Fall entmutigen. Gehe mit offenen Augen und offenem Herzen durch die Welt. Sie ist sehr schön und überall gibt es Menschen, mit genau den selben Ängsten wie Du sie von Dir selbst kennst.

    Wünsche Dir viel Kraft und Glück
    lG
    Tobiphant
     
    #2
    Tobiphant, 3 Dezember 2004
  3. danke dir für deine antwort...

    du hast recht, ich betrachte das alles ziemlich statisch, was aber auch einen grund hat - meine engsten freunde sind seit 20 jahren für mich da und ich kann ihnen grenzenlos vertrauen... da brauche ich nicht die geringste angst haben, sie wieder zu verlieren...weil wir
    beziehungen, umzug, auslandsaufenthalt, sich verändern, ...
    alles schon erlebt haben in unserer freundschaft und sie hat immer gehalten und ist daran gewachsen... deshalb gibt es einfach nicht einen einzigen grund, weshalb ich mir sorgen machen müsste...
    dazu kommen noch ein paar mehr enge freunde, die immer für mich da sind- d.h. ich habe meinen schatz an menschen schon gefunden...
    natürlich können welche dazukommen (da bin ich immer offen!!- denn je mehr es sind, desto weniger falle ich einem einzigen mit meiner "intensität" auf die nerven) und in einigen wenigen fällen verliere ich auch freunde...
    aber nie aus zeitmangel sondern wenn dann nur, weil es "unüberwindbare differenzen" gab, wie es so furchtbar heisst...
    bei mir muss schon sehr viel passiert sein, bis ich mich von jemandem trenne...

    ich muss dazu sagen... ich hatte nie freundschaften, in der ich "nur" zeit mit jemandem verbracht habe- also nur zusammen ins kino gehen, tee trinken, über nagellackfarbe und das neueste oberteil quatschen...
    stattdessen immer menschen, die mich tag&nacht anrufen können, die bei problemen auch für mich da sind, die sich einfach in jeder krisensituation auf mich verlassen können...wohnen alle in unterschiedlichen städten aber sind mir soviel näher als jeder, mit dem ich zur uni gehe...
    DESHALB brauche ich bei männern und auch bei dieser einen freundin soviel sicherheit, dass sie bleiben (wollen)...

    weil wenn, dann bedeutet das für mich immer, dass sie lange bleiben und es ernst meinen...

    ich weiss nicht- ist das normal? es gibt sowieso kein gesichertes leben,
    das hab ich gerade erst in meinem job lernen müssen...
    ich würde gern zu den menschen gehören, die den moment genießen, aber ich wollte schon immer alles "festhalten"... und habe mich oft schon nicht mehr an der schönen situation freuen können, wenn ich wusste, dass sie gleich vorbei ist... das ist schon besser geworden, aber was menschen betrifft hat sich nicht viel geändert...

    oh je, schon wieder so lang, ich hör hier mal auf aber danke dir für deine antwort, tobiphant...

    wenn jemand diese gedanken&gefühle kennt- bitte antworten...
     
    #3
    young_restless, 4 Dezember 2004

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - verlustangst eifersucht
Schattenkind
Kummerkasten Forum
24 Mai 2016
0 Antworten
spica
Kummerkasten Forum
2 März 2012
14 Antworten
Libertad
Kummerkasten Forum
20 November 2011
9 Antworten
Test