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Verzwicktes Leben, süße Freundin!

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von User 70315, 12 Januar 2008.

  1. User 70315
    User 70315 (28)
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    Ich war 14 und es ist 5 Jahre her....

    Verwirrung, eines der bisher interessantesten Gefühle die ich jemals hatte, als du an diesem Tag dich von einer Freundin verabschiedet hast und zu mir an den Fahrradständer kamst.
    Es war bitterlich kalt in diesem Winter und nichts vermochte mich zu wärmen, weder meine dicken Handschuhe noch den Schal den ich mir bis über die Ohren gezogen hatte. In solch einem Aufzug versuchte ich leise vor mich hin fluchend mein Fahrradschloss zu schließen, blickte auf und sah in deine hellen Augen, groß und schüchtern.
    Du warst neu an der Schule und ich hatte dich vorher nie gesehen. Doch dass es etwas besonderes war zwischen uns, das war mir von vornherein klar. Noch vor diesem Augenblick.

    2 Wochen zuvor

    Ich war mit meiner bis dato besten Freundin unterwegs. Unsere Wege sollten sich jedoch bald darauf trennen. Sie gab mir deine Handynummer und ich hatte, als wir auf dieser trostlosen Straße standen, doch weder Zettel und Stift. Also sprach ich diese Nummer laut vor mich hin. Noch heute könnte ich sie aufzählen. Sie war für mich jedoch noch nichts weiter wert als den Gefallen für einen Kumpel mit dem du dann auch bald darauf zusammen kamst.

    Ich war eifersüchtig an diesem Schultag nach den Ferien, an dem du zu uns in die Schule kamst. Nicht auf ihn weil er dich hatte, sondern auf dich weil du ihn hattest.
    Das mit euch hielt noch knapp 2 Monate. Ich fungierte als Vermittlerin, Streitschlichterin, war immer mitten drin im Geschehen.
    Beriet mich mit dir, dass es mit euch keinen Sinn hatte, du kamst zur selben Einsicht und er... er trauerte dir nicht lange nach.
    Dass ich mich in Wahrheit schon da immer mehr für Mädchen interessierte als für Jungen. Das wollte mir nicht klar werden. Ich wollte nicht unnormal sein. Hier war es keiner in der ländlichen Gegend, keiner meiner Freunde war so. Und du? Du warst auch irgendwie anders.
    Ich war in Wahrheit jedoch in eine Freundin verliebt. Doch wenn ich heute meine Tagebucheinträge lese, steht davon nichts, da steht nur, dass ich sie als mein Idol bezeichnete. Dass ich auch gern so cool wäre wie sie.
    Mit dem Kumpel fuhr ich drei Wochen später in eine Hütte, die wir vorher aufbrachen, um mein erstes Mal zu haben.
    In unsagbarer Kälte mit Nichts als dem Gefühl von Leere und „das-wird-schon-richtig-sein“ ließ ich mich darauf ein.
    Dir erzählte ich davon. Das winzige Detail das es mit ihm war, ließ ich aus. Ich hatte zu dem Zeitpunkt einen Freund. Ja den hatte ich betrogen, welch kleines Übel zu dem Zeitpunkt, aber auch das berichtete ich dir und den anderen Freunden nicht. Nur dass ich eben keine Jungfrau mehr war. Cool war ich, so cool wie die eine Freundin die ich anbetete. Mit dem Freund war es eine Woche später vorbei.
    Der Kumpel „verliebte“ sich in mich, schrieb mir dutzende Liebes-SMS... ich hatte furchtbare Angst, da das Kondom gerissen war und meine Tage ausblieben. In meiner jugendlichen Paranoia kaufte ich sogar einen Schwangerschaftstest. Negativ.
    Von ihm hielt ich mich von da an zunächst eine Weile fern.

    Doch mit dir sprach ich nun mehr denn je. Wir wurden Freunde. Freunde die sich fern ab der anderen hinsetzten und über Gott und die Welt sprachen. Ich hatte vorher noch nie jemanden getroffen mit dem ich so frei und offen sprechen konnte, dem ich am liebsten alles hätte anvertrauen können, bis auf gewisse Tatsachen...

    4 Monate nachdem ich dich kennen lernte

    Es war Dienstag und wir saßen zu fünft in einem Aufenthaltsraum in der Schule. Meine Angebetete holte ein Messer hervor. Ein kleines Taschenmesser, dessen Schärfe ich bald kennenlernen sollte.
    Behutsam und mit einem „schaut-mal-alle-her“ Blick setzte sie sich auf eine Bank und zog einen Strich über ihre Haut, aus dem bald Blut hervorquoll. Die Augen aller Zuschauer weiteten sich.
    Du warst an dem Tag nicht dabei.
    Ich saß neben ihr und betrachtete sprachlos,wie sie einen Strich nach dem anderen über ihre Haut zog. Dass das was sie da tat etwas anderes als bewundernswert war, begriff ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.
    Bemerkte nicht mal, dass sie mich plötzlich ansah.
    Mich, die ich den Blick noch immer auf ihre Arme richtete. Sie meinte nur in ihrer monoton fröhlichen Stimme: „Sag Stopp“ und begann mit dem Messer den ersten großen Strich auf meinen Arm zu ziehen und gleich darauf noch einen. Perplex schaute ich sie an, sie lächelte und ich lächelte zurück, verspürte keinen Schmerz nur den irren Gedanken: Sie hat mich berührt.
    An diesem Tag trug ich ein T-Shirt. Meinen Eltern erzählte ich später, es war die Katze. Sie glaubten es mir, würden niemals nachfragen.

    An dem Abend war eine Party bei einem anderen Kumpel. Du warst nicht da. Doch meine Angebetete schon.
    Sie zog mich in die obere Etage und schaute mir tief in die Augen.
    „Es tut mir leid, für das was ich da gemacht habe“, sagte sie. Ehrlich klang es nicht wirklich, eher so als würde etwas noch folgen, etwas Bestimmtes.
    „Ja okay“, stammelte ich nur.
    „Dann ist das ja geklärt, besiegeln wir's mit einem Kuss.“ , sie sagte es feierlich.
    Ich riss die Augen auf und hatte ihre Lippen auf meinen.

    Fortsetzung folgt:zwinker:
     
    #1
    User 70315, 12 Januar 2008
  2. Franka
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    Nich schon wieder :cry: Kannst bitte wenigstens DU schneller die Fortsetzungen schreiben?! ^^
     
    #2
    Franka, 17 Januar 2008
  3. User 70315
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    Oki dann setze ich mal fort:zwinker:

    Wie benebelt lief ich in dieser Nacht nach Hause. Es war nicht mein erster Kuss überhaupt gewesen aber doch wohl der, der mir bis zu dem Zeitpunkt am meisten etwas bedeutete. Wir waren beide sehr betrunken gewesen, bis heute weiß ich nicht, ob es darauf zu schieben ist, was sie tat.

    Jedoch waren die Fronten danach relativ schnell geklärt. Ich traute mich nicht, sie darauf anzusprechen und sie tat so als wäre nie etwas passiert. das Thema verlief sich also.

    Die Freundschaft mit dir jedoch verfestigte sich beinah unaufhörlich.
    Du und dein Lächeln, deine Stimme, all diese Dinge waren zauberhaft für mich. Auch an deinen Reaktionen, an irgendetwas in deinen Handlungen glaubte ich zu wissen, dass auch du mir gegenüber etwas fühltest. Doch was es war, das zeigte sich erst anderthalb Jahre später.

    Der Sommer zog sich dahin und es wurde wieder kalt. An einem Novembertag begann ich dann meine längste Beziehung, die ich jemals mit einem Jungen führen sollte.
    Er war nicht unbedingt gutaussehend, doch seine liebenswürdige Art ließ mich glauben, in ihn tatsächlich verliebt zu sein.
    Ich glaubte förmlich an das ,was in jedweiligen Jugendzeitschriften immer als Bedenken hingestellt wurde: Es sei nur eine Phase auf Mädchen zu stehen.
    Tim, mein Freund, machte ich dann auch rasch mit meinen Eltern bekannt. Mein Dad bot ihm sogar bald das "Du" an und ich hätte theoretisch nicht glücklicher sein können. Theoretisch.

    Doch schon bald ließ ich wieder zu, dass eine kleine Spielerei Ernst wurde und mein Hang zum Gefühlschaos machte sich schon da deutlich.
    Nur einen Monat später lernte ich wohl mein Schicksal kennen. Anna.
    Ich hatte an diesem Tag, genau einen vor Weihnachten, nichts besseres zu tun als in dem Forum, in dem ich damals oft unterwegs war einen Thread mit Gedichten zu eröffnen.
    Die Langeweile ließ mich über große Gefühle schreiben. Gefühle, die ich nicht kannte.
    Da klinkte sie sich ein, Anna. Wir kamen ins Gespräch. Schrieben uns die Finger wund über unsere Langeweile und Trostlosigkeit zu Weihnachten. Ich erzählte ihr von meinem Freund. Dann jedoch ging das große Lügen los.
    Drei Tage nachdem wir uns im Internet kennengelernt hatten, schrieb ich ihr, ich hätte mich von Tim getrennt .
    Und genau an dem Tag "kamen" wir zusammen. Anna und ich.
    Ihr "Ich liebe dich" war sicherlich schnell getippt. Wir hatten uns bis auf ein paar Fotos noch nie gesehen und wohnten 300km entfernt und doch wusste ich, dass ich da ein Mädchen hatte, für mich am anderen Ende der Welt. Eines , das sich für mich interessierte.

    Man könnte sagen, ich führte ab da an zwei Beziehungen die nervenaufreibender nicht sein könnten. Ein kleines Doppelleben. Über ein halbes Jahr. Tim wusste womöglich, dass ich für ihn nicht mehr als Freundschaft fühlte. ich möchte nich daran denken, was er in der Zeit durchmachte. Vielleicht aber hat er auch gar nichts gedacht.
    So führte ich offiziell also eine Beziehung mit ihm und inoffiziell telefonierte ich fast jeden Tag mehrere Stunden mit Anna.
    Warum ich mich nicht von Tim trennte? Diese Frage kann ich mir heute noch nicht beantworten.

    Es dauerte ein halbes Jahr, begleitet von hohen Telefonrechnungen, schlechteren Schulnoten, leisen depressiven Phasen meinerseits, bis ich Anna das erste mal traf.
     
    #3
    User 70315, 20 Januar 2008
  4. Shiny Flame
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    Oh Mann, HÖrnchen, erzähl bloß weiter! Du schreibst spannend und gut und die Geschichte ist wirklich prickelnd. Was du schon erlebt hast!

    Ich selbst bin ja bis auf eine kleine bisexuelle Ader eher hetero (dafür entdecke ich grad andere süße, verführerische Abgründe in meiner Seele), aber bei dem, was du schreibst, da muss ich richtig mitfiebern, spüre die ganze Zerrissenheit und dieses plötzliche Gefühl von bedingungsloser Richtigkeit, wenn du auf einmal ins Gleichgewicht mit dir selbst kommst...

    Erzähl uns, wie es weiter ging!
     
    #4
    Shiny Flame, 28 Januar 2008
  5. User 70315
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    na bei so einer erfreulichen rückmeldung wird es bald eine fortsetzung geben versprochen:smile:
     
    #5
    User 70315, 28 Januar 2008
  6. Franka
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    Ich hoffe baaaald!!!!! ^^
     
    #6
    Franka, 28 Januar 2008
  7. User 70315
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    Ich war mittlerweile 15 und mit Tim nun 8 Monate zusammen. Mit Anna waren es 6 und wir sprachen immernoch von Liebe.
    Auch wenn ich es jetzt noch für verrückt halte doch für dieses Mädchen hegte ich mehr Gefühle als für meinen Freund. Ich hatte sie bis dahin noch nicht gesehen, nur fast jeden Tag telefoniert. Manchmal so, dass wir abends um 20uhr begannen und früh um 6 aufhörten, damit wir zur Schule gehen konnten
    Verrückt? vielleicht.

    Umso aufgeregter war ich dann , als ich sie tatsächlich besuchen sollte. Nachdem ich zwei Tage bei meiner Oma verbracht hatte fuhr ich zu ihr.
    Tim hatte ich erzählt, dass ich einfach nur bei einer Brieffreundin war.
    Anna durfte nichts von ihm erfahren.
    Wir hatten uns zuvor in unzähligen Telefonaten die Situation endlos ausgemalt.
    Als ich dann bei ihr ankam, dauerte es dann gerade mal eine dreiviertel stunde bis wir das erste mal miteinander schliefen.
    Verrückt? Ja, womöglich.
    Es holte mich erst in dem Augenblick in die Realität zurück, als ihre Mutter uns auf frischer Tat ertappte. Bei unserem ersten Mal. Ich weiß nur noch, wie ich die Decke über meine Beine zog und Anna hatte sich beim Sprint zur Tür hinter dieser versteckt.

    Es war höchst peinlich und ich am Boden. Vor lauter schamgefühl wechselte ich mit ihrer Mutter in dieser Woche nur wenige Worte, auch wenn ich an diesem Zustand gern mehr geändert hätte.

    In dieser Zeit ließen wir nicht mehr voneinander ab. Ich lernte ein paar Freunde von Anna kennen und erlebte das erste Mal in meinem Leben richtige Toleranz .
    Es brach mir fast das Herz als ich diese wunderschöne Stadt und vorallem Anna wieder verlassen musste.
    Ich wusste nicht ob ich sie jemals wiedersehen würde.

    Wir fuhren die zwei Wochen darauf in den Urlaub. Und um meiner dreckigen Manier noch eins drauf zu setzen rief ich Tim zu Hause an und machte mit ihm Schluss. Am Telefon.
    Es war nötig, ich wusste wen ich wollte, denn ich hatte Liebe erfahren.
    Mein Glück schien weiter anzudauern als Anna mich direkt nach dem Urlaub spontan zu Hause besuchte.

    Die Monate zogen ins Land und wir schafften es nicht, uns öfter als 2 Mal in drei Monaten für ein paar Tage zu treffen. Vorzugsweise dann wenn wir Ferien hatten.
    Die Situation setzte mir mehr und mehr zu und ich begann mit 16 schließlich Anna erneut zu hintergehen.
    ____
    Mit Dir , meine Liebste, sprach ich nach wie vor über alles. Und schließlich gestand ich dir, dass ich lieber Mädchen mag, dass ich eine Freundin hatte in einer Stadt, die weit entfernt war.
    Was Du dann sagtest, war für mich nicht sonderlich verblüffend. Auch du sagtest mir ,dass du ähnlcih fühlst. Dass du das Gefühl hast auch irgendwie anders zu sein.

    Ich weiß noch, wir sagten uns dies in einer Lateinstunde. Zu einem Zeitpunkt, an dem wie es der Zufall wollte, eine Bekannte Gefühle für dich entwickelt hatte. Zu einem Zeitpunkt, an dem du davor warst, etwas mit ihr anzufangen und ich, ich hatte Anna und war glücklich. Glaubte ich....

    Die Zeichen für die Beziehung mit ihr jedoch standen schlecht, denn ich tat Dinge für die ich mich heute noch verfluche. Ich habe sie mehrfach betrogen. Meist auf Parties mit Kerlen, die ich meist nicht lange kannte. Aber auch noch das ein oder andere Mal mit Tim.

    Dir erzählte ich alles. Anna natürlich nicht.
    Ich machte eine Krise nach der anderen durch. Begann sogar mich selbst zu verletzen. Anna war meine Stütze und doch taten mir ihre lieben Worte weh, bei dem Wissen dass ich hatte, dem Wissen, dass ich sie bereits mehrfach belogen hatte.
    Die Beziehung war wohl , wenn ihc es jetzt bedenke, zum Scheitern verurteilt.

    Du kamst mit Judith zusammen. Der Bekannten. Ihr wart 5 Monate zusammen, dann folgte ein Hin und Her, dessen Ende daraus bestand, dass ihr euch getrennt habt.
    Irgendwann dazwischen habe ich dir einen Brief gsechrieben, dort habe ich das erste mal erwähnt dass ich auch gefühle für dich hatte. Ich war verliebt in dich, doch ich liebte Anna.
    Verrückt? Ganz sicher.
     
    #7
    User 70315, 1 Februar 2008
  8. Shiny Flame
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    Was für eine wilde Geschichte...

    Jetzt will ich aber auch wissen, wie ihr zusammengekommen seid!
     
    #8
    Shiny Flame, 5 Februar 2008
  9. User 70345
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    in einer Beziehung
    Weiterschreiben!!!!!!!!!!!!!!!! :smile:
     
    #9
    User 70345, 24 Februar 2008
  10. User 70315
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    Verheiratet
    :smile: nun eine fortsetzung für die, die es lesen wollen.


    Du kamst mit Judith zusammen. Der Bekannten. Ihr wart 5 Monate zusammen, dann folgte ein Hin und Her, dessen Ende daraus bestand, dass ihr euch getrennt habt.
    Irgendwann dazwischen habe ich dir einen Brief gsechrieben, dort habe ich das erste mal erwähnt dass ich auch gefühle für dich hatte. Ich war verliebt in dich, doch ich liebte Anna.
    Verrückt? Ganz sicher.


    Ich habe dir den Brief zu dieser Zeit nicht gegeben. Ich war verunsichert, über uns beide. Unsere „freundschaftliche“ Beziehung war eine besondere.
    Als du noch mit Judith zusammen warst, kam es zu unserem Jahresabschlusstreffen mit der Klasse. Die Eltern waren dabei und du hast deine Freundin eben mitgenommen. Für mich war dieser Abend insofern nötig, als dass ich danach wusste, wie meine Eltern zu dem Thema Homosexualität eingestellt sind. Meine Mutter sah euch mit Argwohn, war verstimmt und meinte, man müsse sich doch als Tochter schämen. Und sie fragte mich, ob das nur eine Phase von dir sei?
    Ich hob meine Schultern und wusste ab diesem Moment, dass es mit meinem Outing wohl mehr als noch ein paar Jahre dauern musste.
    Mit Anna war ich daraufhin noch ein halbes Jahr zusammen. Ende November 2005, nachdem ich mit einem Jungen eine Zeit lang fremd ging, lernte ich ein weiteres Mädchen kennen. Über Judith, deine Ex.
    In ihre strahlenden blauen Augen hatte ich mich sofort verliebt und stand nun in der Zwickmühle.
    Die Beziehung mit Anna sehe ich heute von Anfang an als gescheitert, doch all die Seitensprünge meinerseits ließen mich damals nie an meiner Liebe zu ihr zweifeln, bis ich Ende November eben dieses Mädchen kennen lernte.
    Im Gegensatz zu den Anderen vor ihr, wusste sie von Anna. Wusste, dass ich fremdging, als wir uns küssten. Sie ließ mir jedoch Zeit, ich sollte mich entscheiden. Judith, die insgeheim die ganze Zeit etwas gegen meine Beziehung hatte, lieferte ganze Arbeit, so dass ich mich Mitte Dezember, etwa eine Woche vor meinem 2 Jährigen mit Anna, hinsetzte und ihr einen Brief schrieb. Es war mitten in der Nacht, am Telefon war Judith und redete auf mich ein. Ich, die ja selbst im Gefühlschaos steckte, glaubte ihren Worten. Schrieb den ein oder anderen blöden Trostspruch und schickte ihn am nächsten Tag ab.
    Im Wissen, dass es nun kein zurück mehr gab, rief ich Anna noch an dem Tag an. Warnte sie vor. Auf die Frage, ob da ein anderes Mädchen im Spiel wäre, sagte ich nein.
    Die darauf folgenden Tage konnten emotionaler nicht sein. Ich war feige genug, Anna insgeheim immer Hoffnungen zu machen. Ich wollte Weihnachten bei ihr verbringen, all dies war abgesagt worden. Am Silvester, so sagte ich ihr, könne sie mich aber ruhig anrufen. Ein paar Tage zuvor hatte ich Lisa, meine neue Flamme, entjungfert.
    Den Silvestertag verbrachte ich mit ihr, Judith und anderen Freunden.
    Punkt null Uhr rief Anna mich also an. Hatte in ihrer Trauer eine Party mit Freunden abgesagt und war nur bei ihrer Schwester.
    Ans Handy ging jedoch Judith und sagte ihr, dass ich mich gerade mit einem anderen Mädchen küsste.
    Ich glaube in jener Nacht habe ich noch ein weiteres Stück ihres Herzens gebrochen.
    Als Anna und ich Tage später wieder telefonierten, gab ich ihr Deine Nummer. Eine Entscheidung, die ich heute noch nicht ganz verstehe. Ich wusste nur, dass du ihr zuhören würdest. Ich befand mich in dieser Zeit in einem vernebelten Zustand, manipuliert von Judith, glaubte ich in Lisa wirklich verliebt zu sein.
    Ab da an schien das Schicksal seinen Lauf zu nehmen...
     
    #10
    User 70315, 13 März 2008
  11. Guzi
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    Bitte, bitte weiterschreiben ... ^^
     
    #11
    Guzi, 26 März 2008
  12. amaretta
    amaretta (32)
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    Gibt's noch ne Fortsetzung?
    Schöne Geschichte... :smile:
     
    #12
    amaretta, 25 April 2008
  13. User 70315
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    hallo:smile: mensch jetzt ncoh ein feedback.nun ich werds in den nächsten tagen mal schreiben, denke ich.

    feinen abend dir
     
    #13
    User 70315, 25 April 2008
  14. Ört
    Ört (29)
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    nicht angegeben
    Ahaa, spannend. Weiter! :smile:
     
    #14
    Ört, 25 April 2008
  15. User 70315
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    soooo

    "Als Anna und ich Tage später wieder telefonierten, gab ich ihr Deine Nummer. Eine Entscheidung, die ich heute noch nicht ganz verstehe. Ich wusste nur, dass du ihr zuhören würdest. Ich befand mich in dieser Zeit in einem vernebelten Zustand, manipuliert von Judith, glaubte ich in Lisa wirklich verliebt zu sein.
    Ab da an schien das Schicksal seinen Lauf zu nehmen..."



    LETZTER TEIL :smile:

    Du und Anna ihr habt oft telefoniert. Immer nachdem ich mit Anna geredet hatte und sie wegen meiner Beziehung zu Lisa fertig war, rief sie dich an.

    Ich ging (natürlich) auch Lisa fremd, mit Anna, als sie ein Wochenende bei mir verbrachte.
    Dass diese anfängliche Verliebtheit für Lisa mit der Zeit erlosch und ich rein gar nichts mehr für sie fühlte, konnte ich nicht ahnen.
    Aber nun quälte ich mich durch die Beziehung.
    Ich hatte dieses Mädchen entjungfert, ich fühlte mich ihr seltsamerweise schuldig. Meine Gefühle für Anna wurden wieder stärker. So beendete ich auch die Beziehung mit Lisa nach knapp drei Monaten.

    Aber dann kam es wie ein Schlag ins Gesicht. Anna hatte sich in Dich verliebt.
    Ich erfuhr dies ausgerechnet an dem Tag, bevor sie Dich besuchen wollte und damit ja ganz in meine Nähe fuhr. Ich bin ausgerastet. Als ich Anna schrieb, dass ich auch Dich hasste, riefst Du mich aufgelöst an. Batest mich, ruhig zu bleiben und flehtest mich an, Dich doch nciht zu hassen. Du würdest für Anna nichts fühlen.

    Sie war also bei dir. Auch ich habe euch besucht. Anna war abweisend, küsste mich aber hin und wieder. Insgeheim war sie sicherlich traurig, dass Du nichts für sie fühltest.

    Als sie wieder heimfuhr, war ich am Boden. Und ab da an kamen wir uns näher, Du und Ich.
    Du führtest mich ins Theater, ins Kino, im Dunkeln des Theatersaals hätte ich gern deine Hand gehalten. Ich fühlte mich Dir so nah.
    Wir fuhren gemeinsam tanzen. Saßen in der Bushaltestelle und haben auf Deine Mutter gewartet, die uns vom Tanz abholen wollte.
    An diesem Tag hat es geschneit und ich hatte meine Hand in deiner gefütterten Jackentasche.
    Wir haben uns vorgestellt den Schnee anzuhalten.
    Ich glaube in dem Moment verliebte ich mich erneut in Dich.

    Zwei Monate später, nach dem Osterfeuer, kamen wir uns näher. Zu hause bei mir hielten wir das erste Mal Händchen.
    In der Nacht ließen wir einander nicht einschlafen. Wir küssten uns nicht, waren beide zu schüchtern. Nur einmal küsste ich deinen heißen Nacken, du kralltest mit den Händen ins Kopfkissen.
    Erregung lag in der Luft.

    Zwei Tage später fuhr ich zu Anna. Ich sah es als das letzte Mal an. Doch ich wollte nicht von Dir weg. Wir waren nicht zusammen, führten ja "nur" eine Freundschaft, wie seit Jahren. Welch Trugschluss.

    Anna verführte mich nach Strich und Faden. Ich schlief mit ihr, obwohl ich in den Gedanken bei Dir war.
    Du riefst bei ihr an, während ich mit Annas Freunden in ihrem Zimmer saß und einen Film sah, telefoniertest Du mit Anna.
    Du fragtest sie, ob wir miteinander geschlafen hatten. Sie bejahte.

    Noch heute weiß ich nicht, was du dann fühltest. Beirren ließest du dich nicht! Was gut war.
    Als ich schließlich heimkehrte nach einer Woche, die sehr emotional für Anna und mich war, batest du mich, obwohl du krank warst, zu Dir zu kommen.
    Deine Eltern waren nicht da. Wir redeten die ganze Nacht durch, lachten viel.
    In den frühen Morgenstunden fanden wir uns zu unserem ersten Kuss.
    Er sollte über eine Stunde dauern.
    Ab diesem Zeitpunkt waren wir zusammen, endlich.

    Aus Besten Freundinnen wurde ein Paar. Und ich... ich blieb endlich treu!

    Am 23. April war dies und es sind nun schon etwas über 2 Jahre.
     
    #15
    User 70315, 3 Mai 2008
  16. amaretta
    amaretta (32)
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    Schöne Geschichte. :smile:
     
    #16
    amaretta, 5 Mai 2008
  17. User 70345
    Verbringt hier viel Zeit
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    12
    in einer Beziehung
    Tolles Happy End :herz:
     
    #17
    User 70345, 5 Mai 2008

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