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Wäre ein Psychologe sinnvoll?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Simsalabim81, 7 Oktober 2008.

  1. Simsalabim81
    0
    Hallo,

    ich weiß gar nicht wo ich genau anfangen soll, am besten wäre es glaube ich mit meiner Kindheit zu beginnen.
    Mein Vater ist Alkoholiker, es gab sehr viel Streit in der Familie. Ständig war er arbeitslos und hat sich dann die Zeit mit Kneipengängen und Alkohol vertrieben. Er kam oft betrunken nach Hause. Es gab auch Situationen in denen er meine Mutter geschlagen hat, das kam selten vor und war auch meist "nur" eine Ohrfeige, aber das hat sich bei mir stark eingeprägt. Einmal hat sie sich sogar mit mir eingeschlossen.
    An eine Situation erinnere ich mich bis heute als wäre es grade erst passiert, meine Mutter und mein Vater hatten Streit, er drohte zum 1000. Mal damit seine Sachen zu packen und zu gehen. Irgendwann stand er wütend auf und wollte den Raum verlassen, dabei stand ich ihm im Weg (ich war vielleicht 6), und allein weil ich dort stand, hat er mir tierisch eine runter gehauen. Meine Wange war rot und geschwollen so das meine Mutter sie kühlen musste. Am nächsten Tag hat er sich entschuldigt und meiner Schwester und mir eine Haarspange geschenkt. Aber das hat die Erinnerung nicht besser gemacht.
    Das ständige Drohen damit das er ausziehen würde hat mir Jahre lang Angst gemacht, ich hatte meinen Vater nunmal lieb. Als ich älter wurde hab ich irgendwann gehofft das er wirklich geht und nie wieder kommt. Bis heute habe ich zu meinem Vater kein Verhältnis wie es eigentlich zwischen Vater und Tochter sein sollte, ich hab ihn schon irgenwie lieb, aber ein enges Verhältnis habe ich zu ihm überhaupt nicht.
    Ständig hat er mich als "Doof" bezeichnet, was mir bis heute nachhängt. Wenn mein Exmann mal gesagt hat das ich doof bin, bin ich förmlich ausgeflippt, auch wenn er es nicht so gemeint hat. Bis heute reagiere ich darauf sehr empfindlich, meist muss ich mich beherrschen dann nicht los zu heulen, weil mich das mittlerweile einfach tierisch verletzt.
    Ich hatte Jahre lang sehr große Probleme von mir aus jemandem zu sagen das ich ihn liebe, mein Ex hörte meist nur ein "Ich dich auch", selten habe ich von mir aus gesagt "Ich liebe dich", das war schon fast eine Überwindung. Auch bei meinem neuen Partner hat es ca. 1 Jahr gedauert bis ich es ohne Überwindung hinbekommen habe ihm zu sagen das ich ihn liebe.
    Eine Zeitlang habe ich mich geritzt wenn ich sehr sehr traurig war und einfach nicht mehr weiter wusste, hauptsächlich im Jugendlichen Alter, aber auch später noch ab und zu. Irgendwie hat mir das Erleichterung verschafft und mir geholfen besser mit meinem seelischen Schmerz klar zu kommen.

    Ich habe immer das Gefühl gehabt weniger geliebt zu werden als meine ältere Schwester. Bis heute habe ich das Gefühl das ich meinen Eltern mehr Kummer und Sorgen gemacht habe als Freude. Ich hab mich in meiner Familie immer einsam gefühlt und hing meinen Phantasien nach einem Märchenprinzen nach. Irgendwann habe ich mich dann ganz zurück gezogen und niemanden mehr so wirklich an mich heran gelassen. Selbst meine Mutter sagt heute das irgendwann die Zeit da war in der ich kaum noch etwas erzählt habe, und das ich mich sehr zurück gezogen habe. Wenigstens hat sie es gemerkt.

    Mit 18 hab ich dann meinen Ex-Mann kennengelernt, mit 19 habe ich geheiratet. Auch in dieser Beziehung setzte sich alles fort...viel Streit, manchmal auch Gewalt (von beiden Seiten), im ersten Ehejahr. Danach hat sich alles gelegt und es lief eigentlich ganz gut. Aber reden und mich wirklich ausdrücken konnte ich mich nicht. Wenn es ein Problem gab, hab ich mir überlegt wie ich das mit ihm besprechen könnte, aber irgendwie habe ich es nie geschafft ihm meine Gefühle MÜNDLICH mitzuteilen, das konnte ich nur in schriftlicher Form, was auch bis heute noch zum größten Teil so ist, auch in meiner neuen Beziehung. Mein Ex war kein Mann der sensibel und liebevoll auf mich eingehen konnte, er hat es anfangs gemacht, aber irgendwann wurde es immer weniger. Ich glaube er hatte selbst keine tolle Kindheit und er hat sich selbst nicht geliebt gefühlt. Heute denke ich das wir vielleicht beide einfach jemanden gesucht haben der uns ein bisschen von dem gibt was uns gefehlt hat.Die Ehe hat 6 Jahre gehalten, es gab mehr Tiefen als Höhen und irgendwann hab ich mich getrennt weil er mittlerweile mit seinem PC verheiratet war. Aus dieser Ehe habe ich 2 Kinder an die ich mich immer sehr geklammert habe.

    Mit meiner Mutter habe ich mittlerweile sehr wenig Kontakt, aus Gründen die ich hier nicht näher erläutern möchte. Sie ruft alle paar Wochen mal an und fragt mich wie es mir geht und dann kommt immer das gleiche, sie kritisiert alles was ich mache.
    Ich habe immer das Gefühl das sie hinter meinem Rücken ständig über mich redet, was ich doch alles falsch mache...!

    Ich überlege zur Zeit vielleicht mal zu einem Psychologen zu gehen um meine Kindheit und alles weitere aufzuarbeiten. Ich weiß nicht ob das was bringen würde.
    Vielleicht hat hier jemand schonmal mit einem Psychologen gesprochen....!?
    Ich weiß nur nicht ob ich es hinkriegen würde über diese Dinge einfach so zu sprechen.
     
    #1
    Simsalabim81, 7 Oktober 2008
  2. hart&ehrlich
    Verbringt hier viel Zeit
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    101
    0
    nicht angegeben
    So wie Du schreibst klingst Du auf jeden Fall nicht glücklich! Warum solltest Du nichtmal versuchen die Hilfe eines Psychologen in Anspruch zu nehmen?! Kann doch eigentlich nur besser werden! Ein Psychologe ist doch extra dafür "geschult" damit auch Du es schaffst dort über Deine Probleme zu sprechen! Und wenn das alles wirklich nicht hilft, dann hast Du es wenigstens versucht!
     
    #2
    hart&ehrlich, 7 Oktober 2008
  3. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    398
    2.055
    vergeben und glücklich
    Nicht für jeden bringt psychologische Beratung etwas, aber ich denke, SCHADEN wird es Dir nicht, mal einen Termin zu vereinbaren.
    Ich habe mehrere Termine zur psychologischen Beratung genutzt, war hilfreich, aber auch schmerzhaft. Und interessant. Ich denke, es kann Dir durchaus helfen, über Deine Vergangenheit und ihre Auswirkungen auf Dein Leben zu reden, wenn Du das Gefühl hast, dass Du da "feststeckst" und Altlasten mit Dir trägst, die dafür sorgen, dass Du Dir im Weg stehst bzw. dass eben Deine Erfahrungen von früher Dir heute den Weg blockieren.

    Also, probiere es aus und vereinbare einen Termin.

    Du kannst zu so einem Termin zum Beispiel auch Deinen ausgedruckten Beitragstext von oben mitnehmen oder einen anderen Text, wenn Du Angst hast, dass Du dann nicht drüber reden kannst und es zu viel Überwindung kostet.

    Manchmal fällts leichter, als man annimmt, einem Fremden so Persönliches zu erzählen.
    Auch aus dem Grund, dass er eben Distanz zu einem hat - und im Fall eines Psychologen - "Profizuhörer" ist.
     
    #3
    User 20976, 7 Oktober 2008
  4. sternschnuppe83
    Verbringt hier viel Zeit
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    121
    0
    Verheiratet
    Ich würde dir empfehlen, einfach mal zu einem Beratungsgespräch bei einem Psychologen zu gehen.

    Ich denke ein Gespräch mit einem Psychologen würde dir gut tun. Du brauchst bei ihm auch keine Hemmungen zu haben, schließlich will dir derjenige helfen mit dem Erlebten besser klarzukommen.

    LG und alles Gute.
     
    #4
    sternschnuppe83, 7 Oktober 2008
  5. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
    9.405
    248
    657
    nicht angegeben
    Ob ein Psychologe für Dich angebracht ist, kannst nur Du selbst beurteilen. Ich würde auf jeden Fall mir mal nen Termin nehmen. Wenn Du nicht mit ihm klarkommst, kannst Du immer noch wechseln oder gegebenfalls es lassen. Aber zumindest hast Du es versucht.
    Wichtig ist, dass Du beim Psychologen zu 100% das Gefühls bekommst, Dich ihm zu vertrauen und ihm alles erzählen zu können, kurz, all Deine Hemmungen zu überwinden. Ist das nicht der Fall, hat es von vorneherein keinen Sinn.

    Ich hatte auch ne sehr schwere Kindheit. Weniger mit dem Elternhaus, umso mehr aber mit der sozialen Umgebung.
    Einen Psychologen hatte ich nie in Anspruch genommen, weil ich stets der Meinung war, meine Probleme selbst bewältigen zu können. Ob das der Fall ist, diese Frage kann ich mir selbst bis heute nicht wirklich beantworten.
     
    #5
    User 48403, 7 Oktober 2008
  6. al pacino
    Verbringt hier viel Zeit
    36
    93
    3
    Single
    Hast ne PN...
     
    #6
    al pacino, 8 Oktober 2008
  7. Simsalabim81
    0
    So, nach einiger Überlegung habe ich mich entschlossen in der nächsten Zeit einen Termin bei einem Psychologen zu machen. Ich denke das es mir helfen könnte meine Kindheit ein wenig zu verarbeiten und natürlich auch die davon getragenen Nebenwirkungen, z.B. große Verlustängste.
    Ich habe hier vielleicht 1/4 der Dinge erwähnt die mich bis heute Belasten, aber alles würde hier einfach den Rahmen sprengen.

    Ich danke euch auf jeden Fall für eure Antworten, und auch danke nochmals für die PN´s! :smile:
     
    #7
    Simsalabim81, 10 Oktober 2008
  8. Drako2
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    Single
    Also ich würde dir eher von einem Psychologen abraten! Meine Ex war bei einem Psychologen, weil sie auch in ihrer Kindheit einiges mit gemacht hat. Der Psychologe hat alles schlimmer gemacht - sie wurde immer depressiver - anstatt zu Helfen alles zu verarbeiten hat der Psychologe immer wieder die alten Wunden aufgerissen und immer wieder von vorn angefangen. Sie hat sich immer mehr zurück gezogen und im endefekt gings nur noch um sie - sie wurde ein Egoist.

    Mittlerweile ist sie ein nervliches Wrack und Tablettenabhängig. Das gleiche bei einem nahen Verwanten - seit er beim Psychologen ist, hat sich sein Charakter extrem verändert, ist Tablettenabhängig und Depressiv.

    Ich kann dir von Psychologen nur abraten! Wenn du mit jemanden drüber reden willst, dann such dir lieber einen Menshcen zu dem du vertrauen hast - z.B. deiner besten Freundin der du alles anvertrauen kannst oder deinem Freund! Mit solchen Personen drüber reden und sich aussprechen hilft mehr als alle Psychologen dieser Welt zu sprechen.
     
    #8
    Drako2, 11 Oktober 2008

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