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Wann endet Recht auf freie Meinungsäußerung?

Dieses Thema im Forum "Stammkneipe" wurde erstellt von secretman, 29 Oktober 2003.

  1. secretman
    Gast
    0
    Schwule stellen Strafanzeige gegen Meisner

    Der Lesben- und Schwulenverband will die Äußerungen von Kardinal Joachim Meisner nicht auf sich sitzen lassen. Der Kölner Erzbischof hatte die Homosexualität gegeißelt - und sieht sich nun einer Strafanzeige gegenüber


    Köln - Meisner hatte in einem Referat gesagt, die europäische Werteordnung sei durch Drogensüchtige, Terroristen sowie Wissenschaftsgläubige gefährdet und hatte zugleich Homosexualität indirekt verurteilt. Dadurch habe Meisner nach Meinung des Kölner Lesben- und Schwulentages (KLuST) Homosexuelle mit Terroristen verglichen.
    Es handele sich um eine "rüde Attacke" und eine herabwürdigende Beleidigung einer Vielzahl von Bürgern, kritisierte KLuST. Angesichts der Position des Kölner Kardinals in der Weltkirche sei es auch angebracht, von einem "bewusst herbeigeführten Affront" gegenüber den homosexuellen Menschen weltweit zu sprechen. Der Kölner Lesben- und Schwulenverband (LSVD) habe sich entschlossen, die Strafanzeige zu unterstützen.

    LSVD-Sprecher Frank Pohl sagte, Meisner habe zu den «billigsten politischen Mitteln» gegriffen, um die Position der deutschen Bischöfe zu verbessern. Innerhalb der katholischen Kirche wolle man "durch das Image von Hardlinern und mit kernigen Parolen" an Terrain gewinnen. Ein Sprecher des Erzbistums wollte sich zu den Entwicklungen zunächst nicht äußern. Nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft wird nach Eingang der Strafanzeige zunächst geprüft, ob ein begründeter Anfangsverdacht besteht.

    Nach Angaben des Erzbistums hatte Meisner in seinem Referat indirekt auch die Homosexualität verurteilt, die der Schöpfungsordnung widerspreche. Der Mensch solle nicht "aus Zweckmäßigkeitsberechnungen Moral erfinden". In Meisners Referat, das er in Budapest vor Katholiken gehalten hatte, hieß es weiter: "Unsere europäische Gegenwart trägt darum auf vielfältige Weise solche Todeskeime in sich, die den gesunden Organismus vergiften, ja zum Kollabieren kommen lassen." Die Frage laute, so der Kardinal: "Kann der europäische Mensch aus eigener Kraft all diese Gifte ausschwitzen oder überwinden."



    Ich kann immer nur wieder betonen, dass aus meiner Sicht selbst in einem demokratischen Staat das Recht zur freien Meinungsäußerung seine Grenzen finden muss. Sobald menschenverachtende und damit für die DEmokratie gefährliche Auffassungen verbreitet werden, muss der Staat und müssen alle Bürger gegensteuern. Was meint ihr?
     
    #1
    secretman, 29 Oktober 2003
  2. shabba
    Gast
    0
    Ich denke, es ist ja nicht weiter verwunderlich, aus welcher Richtung dieser Kommentar kommt. Die Kirche schießt ja bekanntermaßen gerne mal Breitseiten gegen Homosexuelle. Doch wie du schon bemerktest - diese Form der "Kontinuitaet" rechtfertigt selbstverstaendlich in keiner Weise dieses Vorgehen. Und warum auch nicht mal die maechtige Institution angreifen? Keiner hat ein groeßeres Recht als ein anderer, seine Meinung darzulegen, und verleumdende Meinungen, gleich von wem sie nun kommen moegen, duerfen in meinen Augen zur Anzeige gebracht werden. Die Frage der "Verhaeltnismaeßigkeit" stellt sich jedoch auch in diesem Fall. Mir ist bewußt, dass das Verhalten der Kirche nicht korrekt, in vielen Faellen schlimmer noch, "kriminell" ist. Jedoch muß sicherlich sorgfaeltig unterschieden werden zwischen einer direkten, verleumdenden Attacke, und einem, sagen wir, wenn womoeglich bewußt geplanten, negativen Vergleich mit anderen Gruppierungen. Ich denke diese Unterscheidung muß getroffen werden, um von kleineren "Delikten" wie diesem und groben Straftaten unterscheiden zu koennen - denn sonst wirkt das Verhalten in meinen Augen uebertrieben und verliert an Glaubwuerdigkeit. Natuerlich ist keine der Bemerkungen gerechtfertigt, wirst du argumentieren - da gebe ich dir auch Recht - jedoch sollte hinsichtlich der erwaehnten Glaubwuerdigkeit, meiner Meinung nach, ein Vorgehen gegen jene Verleumder genauestens geplant werden. Momentan sieht jenes Empfinden in meinen Augen jedoch hinsichtlich des erwaehnten Aspektes zu sensibel, zu gereizt aus - wenngleich mit Recht, denn keine Verleumdung muß stillschweigend hingenommen werden. Du siehst, es ist ein schmaler Grat...

    Aber um die Grundfrage zu beantworten: Ich denke, keiner muß unrechtmaeßige Bemerkungen zu seiner Person bzw. Gruppierung hinnehmen, egal von wem sie kommen - die Freiheit des Einzelnen endet da, wo die des Anderen anfaengt.

    Gruß,
    shabba

    PS. Ich hoffe, mein Standpunkt ist einigermaßen klar geworden :zwinker:
     
    #2
    shabba, 29 Oktober 2003
  3. daedalus
    daedalus (37)
    Teammitglied im Ruhestand
    864
    113
    51
    nicht angegeben
    zu der Frage fällt mir nur die Signatur von [member="37"]Liza[/member] ein:
     
    #3
    daedalus, 30 Oktober 2003

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