Wann geht man eine Beziehung ein?

Dieses Thema im Forum 'Umfragen zum Thema Liebe & Sexualität' wurde von User 91095 gestartet, 8 April 2012.

  1.  

    User 91095 Planet-Liebe Berühmtheit

    nicht angegeben
    Hallo,

    bevor ich meine letzte Beziehung hatte, dachte ich, man wäre entweder solo (ohne Sex) oder man wäre in einer Beziehung (inkl. exklusivem Sex). Nun ja, mittlerweile sehe ich das anders, aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich da eine Minderheit darstelle. Für eine Beziehung brauche ich Verliebtheit und ich brauche vor allem eine Perspektive. Und wenn ich die Perspektive nicht sehe oder wenn ich die Perspektive selbst nicht habe, dann kann gar keine große Verliebtheit entstehen und ich gehe keine Beziehung ein und schließe somit auch keine Kompromisse und Verpflichtungen. Ich weiß gar nicht, wie ich das früher gemacht habe. Da hat man sich näher kennengelernt, dann hat man sich irgendwann das erste Mal geküsst und es war für beide Seiten klar, dass das jetzt auf eine Beziehung hinausläuft. Selbst wenn man im Geiste wusste, dass es höchstwahrscheinlich nicht der Lebenspartner war, hat man es im Herzen doch gehofft.

    Aber irgendwie bin ich nicht mehr fähig, mir das bei einer Person "einzureden". Nach meiner letzten Beziehung war ich irgendwie sehr ernüchtert. Habe begriffen, dass ich mir enorm viel einfach nur eingebildet/eingeredet habe, weil ich es wollte. Ich bin auch nicht mehr fähig, mich so richtig zu verlieben. Jedes Mal, wenn ich denke, ich hätte mich verliebt, merke ich nach ner Weile, dass es total oberflächliche egozentrische Gefühle sind, weil man sich eben verlieben WOLLTE - eine Mischung aus Sympathie, Attraktion, Projektionen, Wunschdenken und verrückter Gedanken -, das kann genauso schnell wieder weg sein, wie es da gewesen ist - vorausgesetzt, man verrennt sich nicht in irgendwas. Also letztendlich nichts, worauf man sich verlassen könnte. Und vor allem neige ich immer mehr dazu, es anderen Menschen auch zu unterstellen, wenn sie von Verliebtheit reden. Ich unterstelle ihnen, sie ließen sich von ihren Hormonen irreleiten und wüssten gar nicht, was da überhaupt mit ihnen abgeht. Das führt dazu, dass Menschen mit mir eine Beziehung eingehen wollen und ich mich vehement weigere. Sie reden trotzdem davon, sie hätten eine Beziehung mit mir, ich aber nicht mit ihnen :ratlos: Seltsam jedenfalls. Habe ich diese Menschen geschätzt? Ja, immer. Sie waren/sind mir sehr wichtig, sie haben eine große Rolle in meinem Leben gespielt, ich hatte mit ihnen Affären, Romanzen, Liebeleien, wwi. Sie sind gute Freunde von mir geworden, ich war immer ehrlich zu ihnen, ich habe einen Platz in meinem Herzen für sie reserviert. Aber ich hatte trotzdem keine Beziehung mit ihnen. Ich bin flatterhaft und ich weiß, dass ich in ein paar Monaten Interesse an jemand anderem haben werde und mir dieses Interesse auch nicht nehmen lassen will. Ich weiß, dass ich binnen kurzer Zeit an einem anderen Ort landen könnte und Fernbeziehungen für mich keinen Sinn haben. Ich weiß, dass ich alleine gut klar komme, ich brauche keinen Partner im Leben und habe trotzdem viele Vorzüge, die man sonst nur in Partnerschaft hat (Geborgenheit, Vertrautheit, Nähe, Loyalität, Sex, Freundschaft). Das einzige, was ich eben nicht habe, ist die Sicherheit der gemeinsamen Zukunftsplanung. Und die will ich ja auch gar nicht haben. Deswegen lasse ich mich ja auch gar nicht so wirklich auf sowas ein.

    Aber ich wundere mich eben, ob ich die einzige bin, die das so sieht. Ich habe das Gefühl, in meiner Umgebung und auch hier sind alle auf der Suche nach einem Partner oder haben einen Partner oder sagen zumindest nicht "nein", wenn sich einer anbietet. Aber so überzeugte, freiwillige Solisten, die sich mit allen Mitteln sträuben, gibt es selten. Mir fällt außer mir nur caotica ein :D Und mir wurde auch schon unterstellt, ich wäre bindungsunfähig. Weiß auch nicht, was ich damit anfangen soll.
    caotica hat sich hierfür bedankt.
     
  2.  

    DSCH Verbringt hier viel Zeit

    25 Jahre
    Verliebt
    Was meinst Du mit "Perspektive"? Das klingt so sachlich, also geht es da um kompatible Zukunftsvorstellungen, Lebensentwürfe, (nicht-)Kinderwunsch? Oder meinst Du eine Art Sicherheit, daß die "investierten" Gefühle nicht umsonst waren, daß man sich nicht vergebens geöffnet und verletzbar gemacht hat?

    Hm - ich weiß nicht, ob es da noch "mehr" gibt. Ist das nicht einfach die Art und Weise, wie es nunmal läuft? Ob aus der Verliebtheit nach der Rosaroten-Brillen-Phase eine echte Verbundenheit und Liebe entstanden ist, und beide ernsthaft versuchen wollen, ihr Leben gemeinsam zu verbringen, mit allen Höhen und Tiefen, kann man meiner Meinung nach vorher nie wissen. Dieses Hollywood-Ding, mit dem wir ständig berieselt werden, wo Menschen sich treffen, in Sekundenbruchteilen wissen, das sie/er die/der Eine ist und siehe da, nach ein paar obligatorischen Komplikationen lebten sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage, blabla... ist doch Quatsch. Alles was man tun kann, ist, es zumindest auf einen Versuch drauf ankommen zu lassen. (Und nicht ganz zufällig kommt bei diesen Feelgood-Filmchen der Abspann genau dann, wenn es im wahren Leben erst richtig losgeht ;))

    Es kann gut sein, daß Du im Moment nicht bereit bist, Dich auf dieses "Wagnis" einzulassen. Muß man ja auch nicht - wenn es Dir damit gut geht und Du anderen keine falschen Hoffnungen machst, warum solltest Du das ändern. Ich denke schon, daß es viele Menschen gibt (vielleicht nicht die Mehrheit, aber doch einige), für die eine feste Beziehung in ihrem momentanen Lebensabschnitt einfach kein "Zugewinn" bedeutet.

    Oder hast Du das Gefühl, daß Dir etwas fehlt? Wann war denn Deine letzte Beziehung? Diese Enttäuschung kann natürlich dazu führen, daß man einen Schutzwall um sich herum aufbaut, und keine Gefühle mehr aufkommen lässt...das braucht dann eben etwas Zeit, beim einen mehr, und beim anderen weniger.
  3.  

    User 107099 Öfters im Forum

    nicht angegeben
    Schönes osterfest lotusknospe!

    Wenn man deinen ersten absatz so liest, dann gibt es auf die fragen ja auch schon antworten, lies doch mal zwischen den zeilen........
    du suchst perspektive und knüpfst da an um eine beziehung zu begründen, siehst du sie nicht, willst du gar nicht erst anfangen. Aber wann willst du anfangen gefühle zuzulassen für einen menschen, mit dem du einfach nur vorhast durchs leben zu gehen.
    Das ganze leben wird ein kompromiss sein, man wird sich immer etwas anpassen und unterordnen müssen, was aber nicht heißen soll das man seine persönlichkeit aufgibt. Eine beziehung ist bindung und freiraum, das muß man aber auch erst lernen im laufe der jahre.

    Auf den partner immer wieder zugehen und immer wieder loslassen ist wohl sicher ein weg, den man und frau gehen können. Wichtig ist vertrauen und gegenseitige achtung, daraus erwächst der wunsch gegenseitig miteinander alt zu werden. Sich das zu sagen ist das eine, danach zu leben ist das andere.

    Die von außen wirkenden faktoren der wirtschaft können aber auch eine beziehung killen, wenn man nicht an der liebe an der beziehugn arbeitet. Das wirtschaftssystem als solches, welches immer mehr felxibilität von jedem verlangt, jeder soll seine mobilität auf äußerste ausreizen, trägt dazu bei beziehungen in den abgrund zu fahren. Wäre es nicht jeden arbeitgeger recht, er hätte nur noch singels eingestellt und könnte mit ihnen machen was er will …......

    kommt nicht aus dieser ecke auch ein stück gefühl der leere, wenn man zu hause ankommt und niemand da ist der einen in den arm nimmt, zuneigung gibt?

    Was wollen wir wirklich, perfekt sein und den anspruch haben nie verlassen zu werden? Ist es nicht so, das man auch nach 25 jahren auf die nase fallen kann, es reicht doch wenn dann ein partner denkt, er hätte im leben was verpasst....
    ja was verpasst, welche ansprüche sind denn nicht befriedigt worden?

    Du sagst du bist flatterhaft, aber ist das nicht vielleicht auch quelle der erkenntnisse, was will ich wirklich? Du willst geliebt und umsorgt sein, das ist das eine, du willst die garantie bis ans ende der welt. Dazu müssen zwei bekennen, sich ein leben lang kennenlernen zu wollen und es wohl nie bis aufs i-tüpfelchen erreichen werden. Man kann sicher einen gewissen perfektheitsgrad erlangen, aber das du deinen partner zu 100% kennst und er dich, das wird es nicht geben, verändern wir uns doch ständig mit , mit der etwicklung jeden tag werden wir verändert, die veränderung in der gemeinschaft unserer partnerschaft muß ebenfalls gelebt werden. Jeden tag können andere erlebnisse auf uns einwirken, die dies oder jenes in frage stellen, aber lieben wir unseren partner deshalb weniger, wollen wir deshalb eine partnerschaft aufs spiel setzen, ? Wir begegnen jeden tag anderen menschen, die eventuell interessant sind und auf uns eindruck erwecken, aber ist das ein grund sein innerliches ich durchzuschütteln? Manchmal schon … sonst würden sich paare nicht trennen und nicht scheiden lassen.

    Versuch mit den gefühlen zu leben , es soll ein leben lang halten und versuche den anderen menschen dieses zu unterstellen,d as sie das auch wollen , nicht anders rum, der mensch ist ein gewohnheitstier und von hause aus faul, also wird er die arbeit auch in partnerschaft teilen um sich dann gemeinsam auf die faule haut legen zu wollen, man muß es sehen, erkennen und wollen
  4.  

    Fuchs Planet-Liebe-Team

    28 Jahre
    Single
    Eine zweisame Beziehung, optional mit oder gern auch ohne sexuelle Exklusivität ist nun einmal nicht das Maß der Dinge. Wenn das für dich im Moment nicht das Lebensmodell ist und du dich soweit kennst, dass du weißt, wie du auch ohne dieses Konzept dein Glück findest, verstehe ich dein Problem nicht?

    Du fühlst dich alleine mit dieser Lebenseinstellung? Ja, das mag sein. Viele kenne ich bedauerlicherweise auch nicht, die es so betrachten. Das heißt aber nicht, dass du (oder andere) falsch liegen. Für viele bieten Beziehungen sehr viel persönliches Glück und Erfüllung und sie fühlen sich in den kurzfristigen Arrangements welche du eingehst nicht sicher genug. Für einige ist eine Zukunftsperspektive mit Kindern, weißen Gartenzaun und eigenen Haus ein Traum, den es zu verwirklichen gilt.

    Eigentlich ist dir das doch alles selbst bewusst. Was willst du mit dieser Frage erreichen?
  5.  

    User 100759 Sehr aktiv hier

    Verlobt
    Nun, wenn d a s für Dich eine Partnerschaft ausmacht, verstehe ich, warum du keine hast oder willst. Ich meine, wegen einer gemeinsamen Zukunftsplanung gehe ich keine Beziehung ein, mein Gott wie gräßlich klinisch und kleinbürgerkapitalistisch!

    Klingt für mich nicht ganz falsch.
    Aber was du damit machen sollst: Achseln zucken, DEIN Leben leben, DU mußt glücklich werden damit.

    Aber wenn wir schon am fröhlichen Diagnostizieren sind:bussi::
    Verlust- und Bindungsangst, maskiert als trotzige Stärke.

    Zwangsdenken und Überanalyse; Fehlvorstellung, man müsse "wissen" was "mit einem abgeht"; kindliches Vertrauen in die Ratio; Angst vor Kontrollverlust.

    Kindhafter Narziß.

    ---

    Küchenpsychologische Scherze beiseite:
    Dein Text scheint an manchen Stellen "stark", "abgeklärt" und "ungebunden" wirken zu wollen, stellt sich aber sehr unsicher, sehr sehr sehr verkopft und stellenweise etwas naiv dar. Das macht so eine ungute Mischung - ich gönne jedem sein Glück, egal ober verpartnert oder partnerlos (solange niemand zu Schaden kommt), aber so ganz glaubhaft kommt diese Glücksvision da nicht rüber.

    Ich meine das nicht böse oder angriffig, es fiel mir nur auf und ist vielleicht ein Denkanstoß. Also so quasi meine 2 Centimes.
  6.  

    diskuswerfer85 Verbringt hier viel Zeit

    28 Jahre
    Single
    normalerweise sollte man doch schon beim kennenlernen ein "kribbeln" haben. wenn nicht ist wohl einfach keine anziehung da.
  7.  

    User 91095 Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter

    nicht angegeben
    Bei mir ist es so, dass ich momentan selbst keine Perspektive für mich habe. Ich meine, dass das normal ist. Ich studiere und ich habe keine Ahnung, wo ich danach bin. In meiner letzten Beziehung stand es im Raum, dass ich ihm ins Ausland folge. Ich habe es nicht getan. Und ich bin letztendlich selbst, für meinen persönlichen Lebensweg ins Ausland gegangen. Ich hätte das nie gemacht, wenn ich in der Beziehung geblieben wäre. Ich bin momentan frei wie ein Vogel und ich genieße es so. Ich kann mir nicht vorstellen, dass andere Leute in meinem Alter es anders sehen. Aber Fakt ist, dass die MEISTEN es anders sehen. Das finde ich seltsam.

    Ich lasse aber gleich den Versuch, während andere das nicht machen. Ich sehe keinen Sinn im Versuch, weil ich mich von den Hormonen eben auch nicht irreleiten lasse und eben nicht diese Hoffnung habe, dass ich jetzt "DEN" Mann getroffen hab, den ich nicht mehr ziehen lassen darf.

    Ich habe nicht das Gefühl, dass mir was fehlt und es ist nicht so, dass ich keine Gefühle aufbaue. Nur sind die eben von anderer Qualität, ich finde sie ehrlicher. Sie sind rational nachvollziehbar und keine "ach ich bin so verliebt und hab Schmetterlinge im Bauch"- Gefühle. Aber frage ich mich eben auch, ob ich zu Unrecht meinen Mitmenschen unterstelle, sie würden sich etwas einbilden. Mir persönlich geht es gut dabei. Ich glaube ja, dass es eine Phase bei mir ist, die sich irgendwann einstellen wird. Irgendwann werde ich wieder Bock haben, mich zu binden. Aber die Verliebtheitsgefühle, die werde ich vermutlich nie wieder haben. Dazu habe ich sie wohl zu sehr analysiert, durchdacht und verworfen.
  8.  

    User 100759 Sehr aktiv hier

    Verlobt
    Ja. Du maßt Dir da ganz massiv etwas an, was Dir nicht zusteht.
    Bloß weil Du es anders erlebst, hast Du keinerlei Recht, anderen ihre abweichende Erlebniswelt zum Vorwurf zu machen oder ihnen diese abzusprechen.
    ujoujo-k hat sich hierfür bedankt.
  9.  

    User 68775 Sehr aktiv hier

    28 Jahre
    Single
    *meld* also ich kann dich absolut nachvollziehen. Herzlichen Dank, dass ich sogar Erwähnung finde.

    Dass heißt wohl, dir ist meine Einstellung eh hinlänglich bekannt ;)

    Erstmal, ja, ich fühl mich auch ziemlich allein und unverstanden, was dazu geführt hat, dass ich auch mit engen Freunden nicht mehr wirklich drüber spreche. Sie können mich nicht verstehen, ich kanns nicht gut genug erklären, es hat keinen Sinn - meine Einstellung dazu wird einfach akzeptiert.
    Von denen, die mich wirklich lieb haben ;) die andern sehen das eher so, dass ich Bindungsprobleme, Angst vor Nähe, Unsicherheit und Selbstverblendung mit mir herumtrage *seufz*

    Aber nicht nur in der Beziehung ist mir wurscht was andre von mir halten ;) Trotzdem kenn ich das, dass man sich manchmal fragt was im eigenen Kopf falsch läuft, dass man so anders zu ticken scheint, als der Rest der Welt. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto deutlicher komm ich zu dem Ergebnis, dass ICH richtig ticke und alle andern irgendwie komisch sind :)

    Es ist wirklich nicht so, dass ich total verliebt mich von irgendwelchen ernsteren Dingen abhalten würde. Ich verliebe mich einfach nicht. Keine Schwärmerei, und schon gar nichts weiter Gehendes.
    Klar frag ich mich hin und wieder, ob das Leben nicht spannender wäre, wenn ich nicht immer so nüchtern wäre *seufz* Oder sagen wir... wenig emotional.
    Ich kann alles was du oben aufzählst auch genießen, ganz ohne Beziehung. Eine feste Beziehung einzugehen hieße für mich, viele Privilegien aufgeben, die in der Beziehung, nach meinen Gewichtungen nicht wirklich mit Besserem ersetzt werden würden.

    Kann es sein, dass es freiheitsliebenden Personen leichter fällt, allein denn zu zweit zu sein?
    Egal mit wem ich darüber gesprochen habe, keiner konnte nachvollziehen, dass ich nicht anstrebe, mein Leben mit jemandem teilen zu können. Wie kann das nicht das oberste Ziel und Hintergrund allen Handeln sein, endlich jemanden zu finden? *argh*
    Ich hab so oft probiert es zu erklären, das Höchste das bisher dabei rauskam, war Akzeptanz vom Gegenüber.

    Manchmal denk ich mir "hm, vielleicht funkts ja doch, vielleicht bei dem?", denn es ist ja ein nettes Gefühl, ein Genuss. Und wenn er mich dann auch toll findet, kann ich das eine Weile genießen... und dann stell ich fest, es wird zuviel, es wird zu eng, ich brauch Luft... die Nachteile einer zweiten Person ENG in meinem Leben beginnen an mir zu nagen.

    Es liegt vielleicht daran, dass vieles an einer Beziehung, das andre als unschätzbaren, und unersetzlichen Vorteil einer Beziehung ansehen, für mich ein Nachteil ist.
    Und wie du sagst, liebe Lotusknospe, um trotzdem eine Beziehung fest einzugehn, brauch ich alles, Verliebtheit, Wellenlänge, körperliche Anziehung, Zukunftsperspektive - und die absolute Erwiderung dessen.

    Das ist wie... etwas eigentlich Schönes, das man aber nicht unbdingt braucht, weil das Leben genauso ausgefüllt und toll ohne ist. Dafür, für diesen Luxuszusatz, zahlt man doch dann keinen hohen Preis?
    Wie ein Monet, der super ins Wohnzimmer passen würde, aber wenn er nicht da hängt, ist Wohnung genauso schön. Soll ich dafür dann Millionen ausgeben, die anderswo viel besser investiert wären? Vielleicht in Dingen, die nicht so schnell zerstört werden können, oder gestohlen, wo mir am ende dann nur ein hoher Verlust bleibt?

    Das sind so die Überlegungen, die ich anstelle, wenn mir aus dummem Zufall wieder mal bewusst wurde, dass meine Freunde mich lieb haben, aber keiner wirklich versteht, warum ich wie bin *seufz*

    Und ein weiterer Grund ist nicht zuletzt - ich kenne keine einzige Beziehung, in die ich gerne hineintauschen würde. Im Gegenteil, ich kenne viele Beziehungen, die ganz und gar furchtbar sind. Aber, man hat dann jemanden. Und eigentlich liebt man sich doch. Wird schon wieder werden.
    Nicht meine Einstellung, ganz und gar nicht. So will ich nicht enden - und in allem vergessen haben, wie glüclich ich alleine war...

    edit:

    Jap, Sicherheit zwingend zu brauchen um jemandem so vertrauen zu können, dass es für mich eine Beziehung ist - das ensteht aus Angst und Kontrollsucht.
    aber weder mein Kopf noch mein Herz können anders.
    Ich habs einmal probiert, es war schön - aber nicht schön genug. Und der Schmerz war so viel schlimmer. Ich reagiere sehr empfindlich auf Enttäuschungen.
    Alles keine beneidenswerten Eigenschaften. Ich kenn sie, ich akzeptier sie, und ich hab versucht sie zu überlisten. Fehl geschlagen.
    Ich persönlich hab einfach den Glauben dran verloren, dass man sich auf jemanden derart verlassen kann. Sicherheit kann einzig und allein ich mir geben, als halte ich mich an mich, in der Hinsicht.

    Ich glaube nicht, dass ich, nur weil unemotional und vertrauensunfähig, ein schlechter Mensch oder gar Freund bin. Ich hab viele, wirklich liebe und verlässliche Freunde... aber vor einem Partner müsste ich ganz andre Dinge preis geben, und ihn in wirklich alle Bereiche irgendwie rein lassen.
    Das ist eine andre Ebene, als Freundschaft, oder Familie.

    Und so lange mein Leidensdruck nicht groß genug ist, und ich eigentlich wirklich gern so rational und analytisch bin, wie ich bin, kann und will ich auch nicht dagegen arbeiten.

    Die Frage ist, willst du es? Oder willst du es nur aufdröseln und besser verstehn?
  10.  

    Fuchs Planet-Liebe-Team

    28 Jahre
    Single
    Und ich hätte einige Dinge sicherlich nie getan, wenn ich nicht eine Beziehung eingegangen wäre. Und?

    Vielleicht liegt das ja auch daran, dass die meisten nicht dieses Privileg haben und sich einfach freuen, wenn sie überhaupt jemanden gefunden haben, für den sie etwas empfinden? So jemanden lässt man dann natürlich ungern wieder ziehen und bindet sich.
  11.  

    User 91095 Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter

    nicht angegeben
    Hm. Ich weiß nicht, ob ich dich falsch verstehe oder du mich ;) Es ist keinesfalls so, dass ich auf den Ritter mit weißem Pferd warte, der mir seine bedingungslose Liebe verspricht (leider passiert mir das aber "dauernd". Ich will das gar nicht haben.). Für mich bedeutet eine Beziehung Arbeit. Mehr Arbeit, als ich habe, wenn ich keine Beziehung führe. Warum? Ganz einfach, weil man zwei Menschen unter einen Hut bringen muss. Ich bin sehr kompromissfähig und ich schätze meine Mitmenschen. Habe auch meinen Ex sehr geschätzt und tue es immer noch (und er mich auch. Wir hatten alles in allem eine sehr schöne Beziehung. Ich war nur ernüchtert von uns als Paar, nicht von ihm). Momentan führe ich keine Beziehung, weil ich keine Perspektive für mich selbst sehe. Ich will mich vom Wind leiten lassen und dorthin ziehen, wohin er mich weht.
  12.  

    User 68775 Sehr aktiv hier

    28 Jahre
    Single
    Zum ersten Teil, ja, kann gut sein. Obwohl ich was lange Beziehungen angeht inzwischen wirklich verkorkst bin udn an gar nichts mehr glaube.

    Und beim zweiten Teil... das fände ich so schade. Findest du nicht auch, dass man, wenn schon der Kopf IMMER mitläuft, man sich ein einziges Feld verdient hat, wo es egal was er sagt?
    Wo man guten Gewissens völlig blöd sein kann?

    Das ist eigentlich das, was mir ein wenig fehlt.
    Kindisch albernes Verliebt sein in den völlig falschen Kerl. Ohne Beziehungswunsch Einfach um des Gefühls Willen.

    Ich hatte es ein einziges Mal es war so furchtbar und so schön ;)

    Und ich hab die Befürchtung, ich hab die Scherben meines Herzens so schlecht gekittet, dass diese völlig überflüssige Blödheit mir nie wieder passiert, und das fände ich wirklich wirklich schade.
    *shine* hat sich hierfür bedankt.
  13.  

    User 91095 Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter

    nicht angegeben
    Vielleicht verstehst du mich falsch. Mit gemeinsamer Zukunftsplanung meine ich, mittelfristige Ziele. Die Vorstellung, dass man in 10 Jahren noch zusammen ist. Ich habe diese Vorstellung nicht mehr. Sie drängt sich vllt kurzfristig auf, aber sie ist niemals ernst zu nehmen.

    Ich weiß nicht, ob du das mitbekommen hast, aber tw. weiß ich das ja schon. Seltsam ist ja nur, dass ich mich damit irre wohl fühle und nicht den Drang verspüre, etwas daran zu ändern. Ich frage mich nur, ob ich mir damit irgendwann nicht selbst ins Bein schieße. Darum geht es ja letztendlich.

    Hm. Ich wollte mit dem Text gar nichts und niemandem etwas beweisen. Ich muss nicht abgeklärt und stark rüberkommen, sondern ich stelle gerade mein eigenes Ich in Frage. Wäre seltsam, wenn ich mir da etwas vorlügen würde ;) Deswegen: Sorry, wenn es "abgeklärt" rüberkommt. Das soll es nicht sein. Genau das Gegenteil will ich hier in dem Thread. Keine Bestätigung, sondern Gedankenanregung, was bzw. ob etwas bei mir schief läuft.

    Das weiß ich ja auch. Deswegen schreibe ich das ja. Wenn man als einziger in die falsche Richtung fährt, sollte man sich früher oder später fragen, wer hier eigentlich der Geisterfahrer ist.

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 14:32 -----------

    Hm. Ich habe das schon. Aber deswegen, weil es so ein instabiles Gefühl ist, ist es für mich nicht wirklich eine Verliebtheit. Es ist mehr so ein Verknalltsein. Ich kann es genießen, aber ich gebe mich dem nicht vollständig hin. Ich pflege es auch, aber ich und der andere wissen - einfach deswegen, weil ich es im Vorfeld klar gemacht habe - dass daraus nichts Langfristiges werden wird. Ich ertappe mich auch dabei, wie ich mir Sachen ausmale, die absolut absurd sind. Aber das ist nicht mehr als ein bisschen Phantasie, die wunderschön ist, aber die ich nicht real umsetzen würde, einfach deswegen, weil ich weiß, dass das Leben, wenn man solo ist, so viel zu bieten hat, das ich JETZT noch erleben will. Natürlich hat eine Partnerschaft auch viel zu bieten, aber momentan sind die Reize eine Solo-Lebens einfach verlockender.

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 14:35 -----------

    Klar. Das Kribbeln habe ich auch. Die Anziehung ist ja auch da. Also daran scheitert es nicht ;)
  14.  

    User 100759 Sehr aktiv hier

    Verlobt
    Ich sags mal so:
    Glückwunsch, wie 100% der Menschen hast Du einen Hieb. Also ja, es läuft sicher irgendetwas irgendwo bei Dir schief.
    Tut es nämlich bei allen. Ausnahmslos.

    Ja gut. Da ist nun die Philosophie drüber - was ist wichtiger: Jetzt glücklich sein oder irgendwann (vulgo "Jenseits").
    Ich optiere ganz epikureisch für: JETZT glücklich sein, denn Du hast keine Kristallkugel, kannst nicht wissen ob Du damit irgendwann mal in irgendwelche Beine ballerst. Oder nicht.

    Also würde ich jetzt das tun, was Dir gut tut, Dich glücklich macht, an ye harm none do what thou wilt.

    Und das ist auch der versteckte Grundtenor den ich hier anschlagen möchte: Mehr im jetzt leben, weniger im Morgen.

    Wenn Du jetzt keine Beziehung willst, weil Du dich so wohler fühlst, führ keine - ohne drüber zu hirnen, ob du dir damit in 20 Jahren ins Bein schießt.
    Wenn Du jetzt eine Beziehung möchtest, dann führ eine, ohne drüber zu hirnen, ob du die in 20 Jahren schon längst in die Brüche gegangen ist.

    Geisterfahrer ist der, der anderen seine Lebensweise aufzuzwingen versucht. Solange das keiner tut, haben alle gleich recht.
    Lotusknospe hat sich hierfür bedankt.
  15.  

    User 91095 Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter

    nicht angegeben
    @chelle: Im Grunde hast du nicht Unrecht. Aber hier genau liegt auch mein Problem. Ich habe "Carpe Diem" einfach zu sehr zu meinem Motto gemacht. Ich "carpe diem"-e so sehr, dass mein Gehirn langsam einen Overload hat. Im letzten Jahr habe ich so viel erlebt und gemacht, so intensive Verhältnisse mit anderen Leuten gepflegt, dass ich das Gefühl habe, ich bin enorm gealtert, und ich habe kaum Zeit, die ganzen Eindrücke überhaupt zu verarbeiten. Es passiert einfach so viel.

    Und auf der anderen Seite will ich nicht (nur) den Moment leben. Ich sehe es bei (älteren) Freunden, denen irgendwann die Zeit wegläuft. Dann bist du auf einmal 50 und denkst darüber nach, welche Entscheidungen du im Leben besser anders treffen hättest sollen. Es stimmt, momentan habe ich noch freie Verfügungsgewalt über viele Dinge, aber irgendwann wird die Zeit knapp. Vielleicht ist es falsch, sich jetzt schon Gedanken drüber zu machen. Nur ich will mir nicht dann die Gedanken drüber machen, wenn es zu spät ist. Es hängt ein bisschen wie ein Damoklesschwert über mir.
  16.  

    User 107099 Öfters im Forum

    nicht angegeben
    Vielleicht haben wir beide etwas aneinander vorbei geredet, aber der grundtenor ist, du willst dich vom wind leiten lassen, das klingt so, als wolltest du alles dem zufall überlassen. und auf der anderen seite es gibt für 10 jahre keine garantie wie für 20 oder 30 , aber wenn man es will und versucht ein fünkchen daran zu arbeiten, dann werden es mit sicherheit mehr als nur 5, man muss es wollen, und ja es ist mehr arbeit als alleine durchs leben zu ziehen, dafür ist man oder frau dann aber für jemanden da , in guten wie in schlechten zeiten ;)
  17.  

    User 68775 Sehr aktiv hier

    28 Jahre
    Single
    Ja, ok, dann ist das der Unterschied... über ein wohliges Krbbeln geht bei mir nie etwas hinaus. Und das bedauere ich irgendwie ein wenig.
    So wählerisch, dass mich in 2 Jahren kein einziger ansatzweise interessiert hat, kann ja nicht mal ich sein *seufz*

    Aber im Prinzip stimme ich der Strömung hier zu, die sagt, tu was dir gut tut. Und wenns dir nicht mehr gut tut, identifizier das "was" und erarbeite eine Änderung.

    Ich persönlich hoffe ja, nicht so alt zu werden, dass ich ernsthaft über verpasste Chancen nachgrübeln muss. Oder dass meine Einstellung sich nie um 180 Grad wandelt, und ich verlorener Zeit hinterhertrauern muss, weil mir nichts andres mehr bleibt.

    Für dich sollte es jedoch schwierig werden, den puren Genuss im JETZT in Einklang zu bringen mit einem eventuellen SPÄTER, in dem dir vielleicht etwas fehlt.
    Du weißt doch gar nicht wo in 20 Jahren deine Prioritäten liegen, und es hat gar keinen Sinn, heute Dinge zu tun, die man eigentlich so nicht möchte, damit später etwas möglicherweise besser ist... das ist eine Art philosophisches Dilemma...

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 15:11 -----------

    Genau das ist, was nicht stimmt. Weil man durch die fiesen Sachen immer allein durch muss.
    Und weil fast jede Beziehung die ich kenne nicht in den guten Zeiten zerbrochen ist, sondern dann wenn der eine den andern gebraucht hätte, und der dazu einfach keine Lust oder keine Kraft hatte.
    Wo bleibt man dann, wenn man sich wirklich drauf verlassen hat, dass jemand einem den Rücken frei hält, der sich aber bei erster Gelegenheit aus dem Staub macht?

    Es ist ein schöner Gedanke, aber ich hab in den letzten Jahren gelernt, wirklich verlassen kann man sich im Drama nur auf sich selbst *seufz*
  18.  

    User 91095 Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter

    nicht angegeben
    Für mich war's ein Riesenschritt, auszuwandern. Es war verbunden mit einem Risiko, das ich davor noch nie eingegangen bin (nicht vergessen: Ich bin ja absoluter Kontrollmensch. Ich mach sonst nur Sachen, die ich ungefähr abschätzen kann.). Ich habe mir damit selbst etwas wichtiges bewiesen. Auf der anderen Seite hätte ich viele Erfahrungen nicht gemacht, die ich gemacht habe. Ich bin in das Leben anderer Menschen getreten und habe darin einen wichtigen Einfluss genommen. Es stimmt schon, dass ich das vorher nicht gewusst habe. Und es stimmt auch, dass ich nicht weiß, was passiert wäre, wenn ich in meiner Stadt geblieben wäre. Für mich ist aber einfach diese Erkenntnis, dass sich so viel ändern kann durch so eine Entscheidung, ziemlich beängstigend, aber auch irgendwie schön.
  19.  

    User 100759 Sehr aktiv hier

    Verlobt
    Na geh, das Problem ist da ja nicht das Leben im hier und jetzt.
    Das Problem ist - wenn Du wirklich so flatterhaft bist wie du es selbst behauptest - daß Du nichtmehr dem ständig Neuen nachkommst. Wer sich immer nur treiben läßt verliert irgendwann jeden Halt, das ist halt die Kehrseite der maximalen Freiheit.

    Gut, ich bin ja jetzt eher eine Vertreterin der Solidität, also hat das wohl einen parteiischen Beigeschmack.

    Ohne für mein Lebensmodell werben zu wollen kann ich aber sagen, daß ich mich auch in dieser (sehr) stabilen Beziehung eher auf das was jetzt und heute ist konzentriere, und damit gut lebe - ohne Overload. Und auf das, was in 20 Jahren sein wird, verschwende ich so wenige Gedanken wie nötig und möglich. Darüber kann ich nämlich nicht viel sagen und das wenige was ich sagen kann, ist nicht sehr rosig.

    Gegen späte Reue gibt es nur wenige Mittel:
    - durch Zufall ("Glück") einen Volltreffer landen und glücklich werden.
    - sich etwas spießbürgerlich mit dem "kleinen Glück" abfinden und emotional schrebergärtnern
    - sich auf eine imaginäre Belohnung im Jenseits versteifen

    Merkt man ;)
    Achtung Spoiler: So funktionieren weder Beziehungen, noch das Leben wirklich.
  20.  

    User 91095 Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter

    nicht angegeben
    :D Also, wenn du mal in meinen anderen Thread reinschaust (der zum Kontrollzwang), dann wirst du sehen, dass ich das auch verstanden habe und versuche, von dem auszubrechen.

    Funktioniert mittlerweile ein bisschen besser als damals. Aber ich kann's halt nur sehr schwer lassen.