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  • ArsAmandi
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    27 April 2009
    #61
    Dann kam der Humor bei der Sache wohl falsch rüber, sie machts mit mir genauso, was sich liebt das neckt sich, heißt es doch so schön.

    Mag sein, dass manche in ihrer Beziehung permanent ernst sind, wir jedenfalls albern sehr oft rum, aber vielleicht ist das wieder der Unterschied zwischen was besonderem/Alltagsbeziehung.
     
  • User 78196
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    27 April 2009
    #62
    Das ist Blödsinn. Gerade das sollte die Gleichberechtigung doch u.a. bewirken: Männer dürfen auch mal "weich" sein und Frauen "hart". Dass man sich nicht in das Gender-Korsett einschnüren muss, ist doch gerade dass Tolle.
    Das heißt aber nicht, dass das die Rollen sich jetzt umkehren und Frauen plötzlich die aggressiven Führer und die Männer die kuschenden Hündchen werden. Nein, doch dank der Gleichberechtigung haben solche Paare auch endlich ihre Daseinsberechtigung. Das bedeutet aber eben nicht zwangsläufig, dass sie jetzt die Weltherrschaft übernehmen. :zwinker:
    (Man sieht doch, dass die Tendenz in die Richtung geht, dass beide Geschlechter wirkliche Gleichberechtigung in ihren Beziehungen anstreben, sodass niemand den anderen "führt".)

    Ich denke, hier siehst du die Sache einfach zu schwarz-weiß.
     
  • Piratin
    Piratin (40)
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    27 April 2009
    #63
    Hm, es hört sich doch eher an, dass deine Freundin zu kuschen hat, wenn sie es wagt mit dir rumzualbern. Wenn DAS das Besondere bei euch ist, na dann hab ich lieber meine "normal alberne" Alltagsbeziehung, in der beide rumalbern dürfen, ohne dass einer Grenzen festsetzen muss.
     
  • Bowlen
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    27 April 2009
    #64
    Glauben nicht alle. Ich bin ein Arsch und mich will trotzdem keine.

    Hängt aber auch ein bisschen vom Typ Frau ab und ob es sich der Typ erlauben kann, einer zu sein.
     
  • nobody44
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    27 April 2009
    #65
    Streich das "auch mal", ein Mann darf 24h "weich" sein und Frau 24h "hart". Beides wird in unserer Gesellschaft aber nicht immer akzeptiert.

    (Schon allein die Existenz des "negativen" Begriffes Weichei weist darauf hin, dass es eben nicht immer akzeptiert wird oder mit etwas Negativem assoziiert wird. Für "harte" Frauen fällt mir jetzt kein passendes Wort ein...)

    Was vielleicht (?) dazu führt, dass man damit auf dem Partnermarkt nicht so gut dasteht?!
     
  • DarkPrince
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    27 April 2009
    #66
    Einige Frauen stehen durchaus auf diesen Arschlochtyp. Natürlich gibt es kaum eine zu. Keine steht auf den "Arschlochtyp", keine mag gebräunte Typen und keine mag durchtrainierte Körper wie immer halt :-D Auf die Dauer ist es irgenwie langweilig :ratlos:

    Aber am Meisten kommt dieses Märchen von Geschlechtsgenossen der "Schlampe" oder des "Arschloch's".
    Von Frauen wenn sie neidisch sind, daß die "Schlampe" jeden kriegt den sie will während sie entweder Langzeitsingle ist oder in einer Beziehung steckt wo ihn der Freund 1mal Pro Woche auspackt, Kerzen anzündet und ne schön gefühlvolle Runde Kuschelsex mit ihr hat.
    Und von Männern die Sex fast nur von Pornoseiten und wichsen kennen, weil sie bei der Freundin nicht so können wie sie wollen oder in der Disco jedesmal nur dem Arsch hinterherschauen während er die nächste in sein Auto lockt.
    Im Grunde zeugt es also zu 99% von Neid. :zwinker:
     
  • User 78196
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    27 April 2009
    #67
    Das ist leider wahr. Das sieht man ja hier im Forum oft genug. :kopfschue Ich bin jedoch zuversichtlich und gehe mal davon aus, dass Menschen, die nicht der traditionnen Geschlechterrolle entsprechen, mit der Zeit immer normaler und akzeptierter werden. Es dauert eben, diese Prägung ("Ein Mann muss so sein und eine Frau so.") aus den Köpfen zu kriegen. Das ist ein fließender Prozess.

    Wie wär's mit "Kampflesbe", "Mannweib" oder "Emanze"? :engel:
    (Es ist übrigens sehr... interessant, dass Letzteres tatsächlich zur Beleidigung mutiert ist.)

    Kommt drauf an, in welchen Gewässern man fischt. :zwinker:

    Mein persönliches Ideal ist ein Mann, der zu sich steht und sich nicht hinter dieser Maske der "Männlichkeit" versteckt. Gerade seinem Partner gegenüber sollte man sich doch nicht verstellen müssen.
    Und ich verstehe auch nicht, warum es in einer guten Beziehung nötig sein soll, den anderen ständig unterbuttern und "in die Schranken verweisen" zu müssen.
     
  • User 75021
    User 75021 (37)
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    28 April 2009
    #68
    :jaa: Genau so!!
     
  • Maxx
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    28 April 2009
    #69
    Ich kann mir vorstellen, dass die Behauptungen von Männern, dass Frauen und insbesondere ALLE Frauen auf Arschlöcher stehen, in vielen Fällen auf eine Mischung aus Provokation, Frustration und Neid zurückzuführen sind. Die Männer solcher Aussagen glauben dann wohl selbst nicht wirklich daran, dass Frauen durchweg von ihren Partnern schlecht behandelt werden wollen. Ebenso wissen sie genau, dass die Wahrscheinlichkeit eine Partnerin zu finden zwar vielleicht gering, aber dann wohl doch grösser als ein Hauptgewinn in der Lotterie ist. Solche übertriebenen Aussagen dienen meist dem Zweck auf sich und sein Problem aufmerksam zu machen und darauf hinzudeuten mit welcher Ohnmacht man ihm gegenüber steht.

    Aber wie bereits gesagt wurde entscheidet die sexuelle Anziehung darüber, ob jemand beim anderen Geschlecht ankommt. Und die Arschlöcher, was immer man auch darunter verstehen mag, die verfügen möglicherweise über bestimmte Attribute wie Durchsetzungsfähigkeit, Mut, Entschlossenheit usw. durch die sie auffallen und vielleicht seltsamerweise auch sexuelle Wirkung ausstrahlen.

    Diese Eigenschaften müssen nicht immer, können aber mit schlechten charakterlichen Merkmalen einhergehen. Sind sie mit guten Charaktereigenschaften verknüpft, dann ist es umso besser. Zwar fordert nicht jede Frau einen Rebellen oder heldenhaften Typen als Mann an ihrer Seite, aber nahezu jede Frau erwartet einen Mann, der zu sich selbst steht, der seine Meinung nach aussen hin vertreten kann, der selbstsicher ist, der Ziele im Leben hat, die gesellschaftskonform und leistungsorientiert sind und der ins soziale Leben eingebunden ist.

    Viel übler an dieser Sache finde ich, dass solche Eigenschaften nahezu als Selbstverständlichkeit für das Dasein allgemein gelten und um als Beziehungspartner in Frage zu kommen ohnehin vorhanden sein müssen, was im Gegensatz zu der grösstenteils unhaltbaren und undifferenzierten Aussage, dass Frauen auf Arschlöcher stehen, auf realen Tatsachen beruht.

    Natürlich kann jede Frau freimütig zugeben, dass sie Eigenschaften wie Selbstsicherheit, Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft von einem potentiellen Partner verlangt, denn schliesslich gehören diese Merkmale in unserer Gesellschaft ja zum guten Ton. Geht es jedoch um Äusserlichkeiten, dann wird gemäss der Political Correctness die Bedeutung eines allgemeinen Schönheitsideals gerne negiert und doppelzüngig darauf verwiesen wie subjektiv Schönheit doch sei, dass es kaum hässliche Menschen gäbe und deshalb jeder einen Partner finden könne. Gleichzeitig wird dann aber darauf verwiesen, dass man eben keine grossen Ansprüche haben darf, wenn man z.B. übergewichtig ist oder andere körperliche Makel aufweist.

    Weshalb nun solche Kriterien wie Selbstsicherheit, Selbstzufriedenheit, Selbstwertgefühl etc. von den meisten Frauen gefordert werden, wenn sie ihren Idealpartner beschreiben, das bleibt natürlich fraglich. Mir erschliesst sich eigentlich überhaupt nicht, was denn nun so attraktiv an Menschen sein soll, die solche Persönlichkeitsmerkmale aufweisen. Über die Gründe zu spekulieren würde ins Nichts führen und allenfalls mal wieder eine hitzige Diskussion entfachen. Einige begründen es wahrscheinlich mit der Biologie, da Männer dieser Art mehr Einsatzbereitschaft zeigen und vielleicht das Beschützerkriterium eher erfüllen. Andere wiederum sind der Meinung, dass es eher gesellschaftliche und kulturelle Gründe hat, die besonders in heutiger Zeit beständiger denn je sind.

    Wie dem auch sei, das Problem haben weitgehend Männer, die zwar auf Partnersuche sind, aber nun mal nicht selbstsicher, extrovertiert, zielstrebig sind, die nur wenig Tatendrang besitzen und sozial vereinsamt sind. Das ist wohl auch einer der Hauptgründe dafür, dass solche Diskussionen in Gang gesetzt und solche Aussagen wie im Titel des Threads gemacht werden.

    Natürlich darf man es nicht rein geschlechtsspezifisch betrachten, da gewiss auch nicht wenige Männer eine selbstsichere, lebenstüchtige Partnerin einer Frau vorziehen, die von Selbstzweifeln geprägt ist. Nur scheinen Männer offenbar im Grossen und Ganzen in diesem Punkt nicht so streng und fordernd zu sein, da das Problem des unfreiwilligen Singledaseins bis ins höhere Alter ja doch eher Männer zu betreffen scheint.
     
  • dav421
    dav421 (30)
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    28 April 2009
    #70
    wobei ich das Gefühl habe, dass es im Moment eher Flussaufwärts fliesst

    für Männer ist ja z.B. auch das Wort Opfer zum Schimpfwort geworden obwohl es ja eigentlich Empathie wecken soll...
     
  • D-Man
    D-Man (31)
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    28 April 2009
    #71
    Ich denke das ganze wird niemals abgeschlossen sein. Ich glaube es wird immer mehr als genug Frauen geben, die nicht auf den gefühlsbetonten Mann stehen und es wird auch immer mehr als genug Männer geben, die den gefühlsbetonten Kollegen auslachen.

    An sich fängt Emanzipation ja da schon an lächerlich zu werden, wenn ein Mann sich ein Kleid anzieht.
    1. Die Männer werden den Mann auslachen.
    2. Die Frauen werden den Mann auslachen.
    3. Er wird gesellschaftlich ausgegrenzt.

    Das Frauen sich eine Hose anziehen, ist völlig normal und darf gesellschaftlich kein bisschen kritisiert werden. Von Emanzipation kann da keine Rede sein, die ist nämlich an den Männern vorbeigegangen :zwinker:
     
  • Niklas
    Niklas (44)
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    28 April 2009
    #72
    An Hosen darf man das nicht festmachen. Auch glaube ich nicht, dass Frauen sich zu "Arschlöchern" hingezogen fühlen. Allerdings
    lassen sich sehr viele Frauen allzugerne auf einen dominaten Partner
    ein, scheint etwas mit einem seit Jahrtausenden gültigen Rollenverständnis zu tun haben.
     
  • Nevery
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    28 April 2009
    #73
    ist, in meinen augen, ganz einfach.
    arschlöcher pflegen noch eine unglaublich nette, charmante und charakteristische seite zu haben. das macht das ganze spannend, herausfordernd und anziehend. hätten sie die nicht, würde man sich ja nicht in sie verlieben.
    die bubi-typen hingegen pflegen keine charakteristische arschloch-seite zu haben. das, was sie versuchen als sowas hinzustellen, ist dann im allgemeinen nur schwach, spricht von nem armen verletzten ego und ist nicht selten einfach nur unfair und mies.

    also, will man beides haben in ner vernünftigen ausprägung, muss man sich wohl fürs arschloch entscheiden...

    macho-typen hingegen sind nochma was ganz anderes, keine ahnung, was daran irgendwer interessant finden kann...
     
  • ArsAmandi
    ArsAmandi (36)
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    28 April 2009
    #74
    Jemand der diese Dinge nicht besitzt sollte gar nicht erst eine Beziehung eingehen! Erst an sich selbst arbeiten, dann am gemeinsamen Projekt, alles andere wäre eine Zumutung.
     
  • squarepusher
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    28 April 2009
    #75
    wenn sich eine frau eine hose anzieht, macht sie sich aber nicht nur männergewand zu eigen, sondern bekennt sich schlicht zum funktionalen gewand, ohne auf die gesellschaftlichen vorstellungen, wie puppig eine frau in ihrem kleid, womöglich mit stütz-dings, auszusehen hat, rücksicht zu nehmen. dass sich männer kleider anziehen wäre so, als würden sich frauen bärte ankleben. sowas pi mal daumen zu vergleichen ist eine milchmädchenrechnung.

    was männer zunehmend tun, ist farbe, muster, schnitt, etc. mehr zu variieren. das würde ich als die parallelbewegung zur hosetragenden frau sehen; man verabschiedet sich von den kulturell auferlegten nachteilen. und genauso wie das sperrige, puffige kleid eben ein nachteil ist, ist die absolute monotonie im design der nachteil von männergewand.

    wirklich emanzipieren tun sich männer aber eh nicht. dazu fehlt ein typus mann, der sowohl von seinen kollegen als auch von den frauen verlacht wird, weil er so konsequent und fortschrittlich ist. der kämpft dann etwas frei, das ab der nächsten generation schon etablierter wäre.
     
  • Maxx
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    28 April 2009
    #76
    Ach, ist das so? Ganz allgemein ist das bestimmt nicht der Fall. Da muss dir schon ein bestimmter Typ von Arschloch vorschweben. Ich glaube zwar an das Gute im Menschen, kann mir aber dennoch nicht vorstellen, warum jedes Arschloch zwangsläufig gleichzeitig eine unglaublich nette, charakteristische Seite haben sollte. Und falls es so ist, dass man so jemanden anziehend findet, dann sollte man vielleicht seine eigenen charakterlichen Merkmale mal hinterfragen, warum man von der arschlöchigen Seite angezogen wird, wenn da draussen auch unglaublich nette und charakteristische Menschen ohne Arschloch Attitüden zu finden sind.

    Jetzt vermischst du den Bubi-Typen mit dem Arschlochtypen, aber vielleicht fliesst ja auch beides ineinander. Denn warum sollte das echte Nicht-Bubi-Arschloch überhaupt ein Arschloch sein, wenn nicht aus Schwäche und verletztem Ego? Und warum soll sein Verhalten nicht mies und unfair sein, im Gegensatz zum Verhalten des Bubi-Arschloch, dessen schlechte Seite nur aufgesetzt ist? Meiner Ansicht nach ist das absoluter Blödsinn.

    Die interessante Frage ist doch warum man beides haben will? Etwa aufgrund eigener, schwacher und widersprüchlicher Charaktereigenschaften?

    Vielleicht hättest du erst mal differenzieren und erklären sollen, was du unter Arschloch, Bubi-Typen, Bubi-Arschloch und Macho genau verstehst.

    Ob so jemand der diese Dinge nicht besitzt eine Beziehung eingehen soll, das sei mal dahingestellt. Schliesslich bleibt ja notfalls auch die Möglichkeit einen Partner unter seinesgleichen zu suchen. Ich persönlich finde Leute, die über genannte Eigenschaften verfügen jedenfalls nun mal nicht attraktiv, ja oft geradezu widerlich. Nicht aufgrund dieser Eigenschaften, die ich ok finde, wenn sie jemand besitzt und äusserst bescheiden damit umzugehen vermag. Übel daran ist eher, dass solche Leute nicht selten einen missionarischen Übereifer besitzen, der geradezu in blinden Aktionismus übergehen kann, deren empathische Fähigkeiten nicht über den Tellerrand der eigenen kleinen Welt hinausgehen.

    Und so kommen dann Aussagen wie deine zustande, dass besagte Leute an sich arbeiten sollen, die von Menschen ausgesprochen werden, die ihre Lebensweise als die einzig richtige erachten und sich nicht vorstellen können, dass es ein Leben ausserhalb ihrer kleinen, heilen Mainstream-Plastikwelt gibt.
     
  • Luc
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    28 April 2009
    #77
    Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Es muss anstrengend sein, dass man seine eigenen Macken so ablehnen muss und immer das Gefühl hat, man müsse perfekt sein. xD
     
  • wellenreiten
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    28 April 2009
    #78
    bei einem mann, der sich selbst ablehnt und dauernd von selbstzweifeln geplagt ist, muss ich doch ständig aufbauarbeit leisten und mir jedes wort dreimal überlegen, damit das auch ja keine komplexe hervorruft. im schlimmsten fall stellt er mich auf ein podest und findet sich selbst ganz klein und unbedeutend. und warum soll ich jemanden toll finden, der sich selbst scheiße findet? ich habe auch keine lust auf eifersucht oder auf irgendwelche heulattacken, weil ich mal nebenbei erzähle, wenn ich irgendeinen scharfen typen sehe. oder darauf, dass er meint, mir alles rechtmachen zu müssen, weil er sich aufgrund seiner unsicherheit nicht traut, seine eigenen interessen zu vertreten. und mir ist es auch ganz recht, wenn ein mann davon überzeugt ist, dass er bei genug anderen frauen auch erfolg hätte und er nicht eher denkt "zum glück gibt sich mal eine mit mir ab".
     
  • Maxx
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    28 April 2009
    #79
    Ich kann diese Argumente zwar irgendwie nachvollziehen, aber ich finde auch, dass sie eben teils von einem vorschnell gefertigten Bild zeugen, das sich Aussenstehende von einem Menschen mit Selbstzweifeln machen, der durchaus facettenreicher sein kann, als man glaubt.

    Beispiel: wer sagt, dass man ständig Aufbauarbeit leisten muss? Jemand der bis dato weitgehend alleine war, der hatte auch selten jemanden der ihn aufbaut. Oft sind die einsamen, verbitterten Menschen sogar die Stärkeren, weil sie niemanden haben, bei dem sie sich anlehnen können, wenn es ihnen schlecht geht. Sicherlich kann es sein, dass sie durch Worte mehr verletzt werden, als andere Leute, aber wer sagt, dass man mit Verletzlichkeiten dieser Art im Laufe des Lebens nicht soweit gelernt hat umzugehen, dass es zwar weiterhin verletzend bleibt, aber man dennoch einiges runterschlucken kann? Nicht jeder Selbstzweifelnde ist ein Dramatiker, der nach jedem Pups eine Szene veranstaltet, weil er nicht mit Kritik umgehen kann.

    Dass man den Partner auf ein Podest stellt und sich selbst für klein und unbedeutend hält, das kann zwar, muss aber nicht (für) immer so sein und diese Einstellung könnte sich sogar innerhalb der Beziehung auch verändern. Das kommt nicht zuletzt auch auf den jeweiligen Menschen an, mit dem man zusammen ist. Somit könnte es ja auch sein, dass man sich anderen Menschen gegenüber generell eher für klein und unbedeutend hält, den Partner aber trotzdem auf Augenhöhe betrachtet, weil man sich gegenseitig umeinander kümmert und Zeit miteinander verbringt. Aber selbst wenn der Partner mit wenig Selbstvertrauen den anderen innerlich auf ein Podest stellen sollte, dann bedeutet das ja nicht zwangsläufig, dass er dies ständig raushängen lässt, alles für den Partner tun würde und diesem hörig ist. Kann doch auch sein, dass diese Einstellung aus taktischen Gründen eher ein innerlicher Prozess bleibt, weil man genau weiss, dass man mit einem solchen Verhalten den Partner erdrücken und vergraulen könnte. Die Frage warum man jemanden toll findet ist viel komplexer, um als Argument dagegen einbringen zu können, dass er sich selbst scheisse findet.

    Das Problem mit der Eifersucht ist ohnehin gesellschaftlich verbreitet und trifft nicht nur auf Menschen mit (offensichtlichen) Komplexen zu. Sicherlich mag es sein, dass so jemand von stärkeren Verlustängsten geprägt ist, aber in der Regel finden es Frauen ja auch nicht gerade toll, wenn der Mann im Beisein der Partnerin von scharfen Frauen schwärmt, genauso wie es Männer mit Macho-Allüren verletzt und in ihrer Ehre als Mann kränkt, wenn die Frau andere Männer toll findet.

    Der Versuch jemandem möglichst viel Recht zu machen, muss nicht unbedingt im Widerspruch zu den eigenen Interessen stehen, die man verfolgt. Letztlich verfolgt auch der von Komplexen beladene Mensch seine eigenen Interessen, wenn er durch sein Verhalten erreichen will, dass er seinen Partner zufrieden stellt. Spürt ein Mann z.B. aber nicht, dass er seine Frau durch offensive Kriecherei eher nervt und erdrückt, so dass sie den Respekt vor ihm verliert, dann hängt das vielleicht auch mehr mit seinen mangelnden empathischen Fähigkeiten zusammen und nicht in erster Linie mit seinen Selbstzweifeln.

    Es kann zwar sein, dass jemand sich prinzipiell gegen andere Menschen nicht durchsetzen kann und sein eigenes Ego zurücksteckt, aber innerhalb der Partnerschaft an Selbstsicherheit dazu gewinnt und lernt zu sich und seinen Bedürfnissen zu stehen und sie durchzusetzen. Das Verhalten innerhalb der Beziehung kann sich zwar auch auf das Verhalten ausserhalb mit anderen Menschen im Umfeld abfärben, aber selbst wenn es nicht so wäre, dann ist es doch schon ein Pluspunkt, wenn der Partner innerhalb der Beziehung über gewisse zwischenmenschliche Fertigkeiten verfügt, auch wenn sein Umgang mit Menschen ausserhalb der Partnerschaft sehr unsicher bleibt.

    Und zu guter Letzt kann ein unsicherer Mann zwar froh sein, wenn sich endlich mal eine Frau mit ihm abgibt, da er weiss, dass die Chancen eher schlecht stehen, dass sich eine Frau für ihn interessiert. Aber wenn er ehrlich zu sich selbst ist, dann sieht er ein, dass es nie völlig hoffnungslos ist mal wieder jemanden zu finden, falls es mit der aktuellen Partnerschaft zu Ende gehen sollte. Vorausgesetzt natürlich, dass er sich nicht vollkommen von der Aussenwelt abschottet.

    Ich will mit meinem Statement darauf hinaus, dass es eben viele Vorurteile gibt, von denen sich einige gewiss in der Realität bestätigen werden, aber dass auch Menschen mit Selbstzweifeln und Komplexen jeweils individuell sind und falls Bedarf besteht überhaupt erst einmal in der Praxis austesten sollten, wie sie sich in einer festen Beziehungen fühlen und ausleben würden.

    Dass ich meinerseits auch einige Vorbehalte gegenüber selbstsicheren Menschen habe, ist nun mal auf meine eigenen Erfahrungen und vor allem meine Philosophie zurückzuführen, nach der im Grunde JEDER Mensch zumindest universell betrachtet nur klein, schwach und unbedeutend ist. Untereinander gibt es zwar nach menschlichem Ermessen Unterschiede was die Stärke und Bedeutsamkeit einzelner anbelangt, aber letztlich stellen sich Menschen doch hauptsächlich auch aus dem Grund über andere, um im kleinen Mikrokosmos der menschlichen Gesellschaft sich und andere darüber hinweg zu täuschen, dass sie ausnahmslos wie alle anderen auch nur klein und schwach sind, dass sie den lauernden Gefahren während unserer begrenzten Lebenszeit und den Ungewissheiten ebenso ausgesetzt sind wie alle anderen und genauso dem Risiko ausgeliefert sind, die Kontrolle früher oder später über sich und das Leben zu verlieren oder hilfsbedürftig, schwach und abhängig von anderen zu werden.

    Deshalb halte ich nicht die Stärke, den Mut und die Selbstsicherheit für die Norm, sondern eher die Schwäche und Bescheidenheit des Menschen, die im Grunde viel natürlicher als eine aufgesetzte Stärke und ein von sich selbst überzeugtes Ego ist, da wir alle, wenn wir ehrlich sind in einer Welt leben, in der das Selbst sich überhaupt nicht absolut sicher sein kann.
     
  • wellenreiten
    Benutzer gesperrt
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    29 April 2009
    #80
    @ maxx

    ich habe ja keine allgemeingültige erklärung abgeliefert, warum oft selbstsicherheit gefordert wird, sondern nur geschildert, warum ich das vorziehe...

    sicherlich hast du recht, dass jeder mensch mit starken selbstzweifeln (sich ab und zu mal doof finden ist ja völlig ok und normal) ein individuelles verhalten zeigt und man dieses dem einen wesentlich mehr anmerkt als jemand anderem.

    du schreibst, dass es sich größtenteils um innere prozesse handeln kann und dem partner diese verborgen bleiben. ich würde das allerdings nicht unbedingt als positiver einstufen. ich möchte meinen partner gerne so einschätzen können, wie er ist, was erfordert, dass er sich eben auslebt. er soll bei mir keine taktischen überlegungen anstellen, welche seite er mir vielleicht besser nicht zeigen sollte. und verstecken heißt ja auch: es ist da! ich möchte einfach gerne jemanden, der mit sich selbst halbwegs locker umgehen kann.

    das ist sicherlich richtig. wobei ich ausgeprägtere eifersucht eigentlich immer mit komplexen in verbindung bringen würde. diese ebene des "von anderen vorschwärmens" innerhalb einer beziehung möchte sicherlich nicht jeder. ich persönlich finde solche unterhaltungen einfach ganz erfrischend ;-)

    mir wäre das zu wenig ichbezogen. ich mag es nicht, wenn jemand sich so arg in den hintergrund stellt und v.a. dadurch glücklich ist, wenn er den partner glücklich machen kann.

    selbstsicherheit und selbstvertrauen haben prinzipiell nichts damit zu tun, dass man sich über andere stellt. es geht darum, dass man sich selbst akzeptiert, dass man sich mag, wenn man in den spiegel schaut. natürlich ist jeder im grunde völlig bedeutungslos... aber in deinem leben bist du die hauptfigur. selbstvertrauen heißt auch nicht, dass man seine schwächen ignoriert, sondern dass man dieses hat obwohl man nicht perfekt ist (und das sowieso auch gar nicht erstrebenswert ist).

    das, was du kritisierst, ist arroganz...
     

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