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Was bedeutet "übersozialisiert"?

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von intention, 21 Mai 2007.

  1. intention
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Wenn ein Mensch "übersozialisiert" ist, welche Eigenschaften hat er denn? Was bedeutet und beinhaltet der Begriff?

    Ich habe bereits ein paar Definitionen gefunden, doch kann mir nichts konkretes darunter vorstellen.

    "Übersozialisation. Dieser Einflussfaktor entspricht einem übermäßig strengen, rigiden und einengenden Erziehungsstil. Die Vitalität der Persönlichkeit wird unterdrückt. Triebimpulse und Phantasiemuster werden durch die rigide Prägeform gewissermaßen „ausgestanzt“. Das Ich-Selbst-System ist zwar gut organisiert. Die Persönlichkeit leidet jedoch unter Verdrängung zentraler vitaler Impulse und Triebwünsche. Ein ecclesiogener Einfluss kommt oft hinzu. Das "idealtypische Ergebnis" ist eine neurotische Störung, die als therapeutische Antwort im allgemeinen die Analyse von Abwehr, Widerstand und Übertragung erfordert. Oft haben sich ausgedehnte unbewusste Phantasiefiguren gebildet, die dadurch "widerlegt" und integriert werden, dass der Analytiker sich abstinent verhält und der freien Assoziation Raum gibt.
    Dagegen fällt beim idealtypischen Traumapatienten die Wirklichkeit meist schlimmer aus als die Phantasie, wie sich z.B. den Phänomenen der peritraumatischen Dissoziation entnehmen lässt, so dass "Neutralität" kontraindiziert ist und "parteiliche Abstinenz" als therapeutische Haltung erforderlich wird (Fischer & Riedesser, 1999; Fischer 2000b). Die „Schnittmenge“ (A-B) zwischen Trauma und Übersozialisation ist durch rigide Erziehungsnormen gekennzeichnet, die mit brutalen Sanktionen durchgesetzt werden."

    oder kurz:

     Allgemeines dominiert Besonderes
     strenger, rigider Erziehungsstil
     Vitalität der Persönlichkeit wird unterdrückt
     Triebimpulse und Phantasiemuster kommen nicht zum Ausdruck --> Verdrängung
     neurotische Störung
     
    #1
    intention, 21 Mai 2007
  2. Bambi
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    Eigentlich sagt dieser Text schon alles aus, allerdings ziemlich kompliziert. Ich kann dir nur meine eigene Definition geben, aber keine Ahnung, ob die so völlig korrekt ist. Ich hatte mir als Schlagwort immer "Überangepasstheit" gemerkt. Der klassische Satz, der in so einer Erziehung fällt, ist wahrscheinlich "Das macht man nicht!"
    Jemand, der so erzogen wurde, dass die oberste Priorität immer korrektes Verhalten ist, nicht negativ auffallen, keine eigenen Bedürfnisse äussern oder gar ausleben und sich immer nach den Bedürfnissen und Erwartungen der "Erwachsenen" richten. Als Kinder sind solche Menschen dementsprechend still, zurückhaltend und im negativen Sinne unauffällig. Wenn sie erwachsen werden und eigentlich den Freiraum hätten, ihren Bedürfnissen und Wünschen entsprechend zu leben, sind sie damit häufig überfordert und unfähig, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Die Beziehungsfähigkeit ist oft immens eingeschränkt und der Umgang mit Nähe und bedingungsloser Zuneigung ungewohnt oder unangenehm. Da Sexualität nie gelebt werden durfte, sind auch auf diesem Gebiet Störungen möglich, da sie entweder komplett unterdrückt oder in geheimsten Fantasien (und da dann möglicherweise in pervertierter Form) ausgeschmückt wurde.

    Ich hoffe, das hilft dir vielleicht irgendwie weiter. Wie gesagt, ist jetzt nich wirklich Neues, nur etwas anders ausgedrückt vielleicht.
     
    #2
    Bambi, 21 Mai 2007

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