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Was ist das Leben?

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von John_Sheppard, 2 Oktober 2017.

  1. John_Sheppard
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Single
    Ich habe mal wieder nachgedacht, wie ich es manchmal tue.

    Ich habe mich gefragt: Was ist das Leben?

    Und wenn es vorbei ist, hat man dann seine Ruhe?

    Leben verhält sich zu Tod, wie Entstehung zu Zerfall.

    Und das ist es woraus unser Universum besteht, immer und überall.

    Wir leben unser Leben aus der Ego-Perspektive, bestimmt von einer oberen direktive.

    Doch wir glauben, dass wir frei sind, wir glauben, dass wir besonders sind, dabei werden wir erneuert, nach jedem Zerfall aufs neue.

    Von daher stellt sich mir die Frage: Leben wir wirklich?

    Oder ist das nur eine kurze Übergangszeit, wie bei dem gehackten Holz, dass darauf wartet im Feuer zu landen?

    Und wenn ja, wofür leben wir dann? Warum den Zerfall verzögern, wenn er sowieso kommt?

    Ich habe keine Angst vor dem sterben als solches, ich habe Angst vor dem, was danach kommt.

    Lande ich für die rote Ampel die ich überlaufen habe in der Hölle?

    Manch einer mag lachen bei dem Gedanken, aber woher weisst DU das es nicht so ist?

    Oder gibt es eine Hölle gar nicht und ich bin auf ewig mit meinen Gedanken alleine in einem Raum?

    Wünsche mir für Millionen von Jahren die Menschen die ich liebe zu sehen, zu hören und zu fühlen, aber bin nur alleine in einem dunklen Raum?

    Bin wütend, will um mich schlagen, schreien, mich auf den Boden werfen aber alles was ich wahrnehme ist das stille nichts?

    Habe ich dann meine "Ruhe" wenn im Zerfall angelangt bin?

    Ich versuche mir diese Fragen irgendwie zu beantworten aber ich stoße jedes mal auf diese Wand in meinem Kopf.

    Diese Wand, die mich auslacht, diese Wand, die mir nicht nur Kopfschmerzen bereitet wenn ich versuche sie zu durchdringen, sondern mich immer und überallehin verfolgt.

    Also was ist das Leben?

    Vor allem Leid und Ungewissheit.
     
    #1
    John_Sheppard, 2 Oktober 2017
  2. Tahini
    Tahini (45)
    Meistens hier zu finden
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    in einer Beziehung
    Tja, wie mein Rabbi in Neuseeland zu sagen pflegte: "Wir wissen nix uebers Jenseits; z.B. auch nicht, ob's dort besser oder schlechter ist als hier." Und ich bin der Meinung, das ist Absicht, und sagt uns eine ganze Menge ueber den Sinn des Lebens.

    Wir sind die einzige Lebensform, die ideologisch handelt - oder hat schonmal jemand einen Hund gesehen, der aus freiwilligen Gruenden beschloss, ab jetzt nicht mehr zu bellen? Mein Verdacht ist, wir sind hier, in dieser biologischen Form, um bis zum Ablaufdatum dieser Form Ideologien probefahren zu koennen.

    Wozu, das weiss der Geier. Und vielleicht ist es auch egal. Aber auch hier habe ich eine Vermutung: Wir sollen eine Ideologie finden oder erschaffen, mit der wir uns wohlfuehlen. Denn im Leben geht es um physische Manifestation.
     
    #2
    Tahini, 2 Oktober 2017
    • Interessant Interessant x 1
  3. User 156506
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Single
    Leben ist das Aufrechterhalten eines instabilen Zustandes durch Energiezufuhr. Also werde ich mir nachher noch ein bißchen leckere Energie zuführen.
     
    #3
    User 156506, 2 Oktober 2017
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  4. VersatileGuy
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Single
    Ich habe mir gedacht, ich philosophiere mal meinen Senf dazu.

    Ich habe mich gefragt: Was ist das Leben?
    Vermutlich gleichzeitig Sinnsuche und einzigartige Möglichkeit. Vor allem aber: vergänglich. Und Zufall.

    Und wenn es vorbei ist, hat man dann seine Ruhe?
    Langfristig vermutlich ja. Kurzfristig dann eher nicht. Zumindest physisch.

    Leben verhält sich zu Tod, wie Entstehung zu Zerfall.
    Das sehe ich nicht so! Besonders im Rettungsdienst bekomme ich das gut mit. Ich denke eher, Leben ist Entstehung / Wachstum und Verfall zugleich. Man verfällt ja nicht erst mit dem Tod. Vielmehr führt ja unter anderem der Zerfall eines Menschen zu seinem Tod. Der Verfall kann psychisch sowie physisch stattfinden. Sind aber entweder Körper oder Geist am Ende, funktioniert beides nichtmehr.

    Und das ist es woraus unser Universum besteht, immer und überall.
    Wenn das Leben ein Zufall ist: vermutlich. Unsere Umgebung ist ja eben auch nur ein riesiger Haufen (bewährter) Zufälle.
    Und die entscheiden über Leben und Tod.

    Wir leben unser Leben aus der Ego-Perspektive, bestimmt von einer oberen direktive.
    Das hoffe ich nicht. Auch wenn es bei vielen so scheint, als wäre das der Fall. Begründet: Wenn es wirklich fremdgesteuert sein sollte, dann gibt es einen Fehler im System: Wir haben zu viel Entscheidungsmacht über uns selbst. Durch die können wir nicht nur unser, sondern auch fremde Leben beeinflussen. Damit würden wir ja dazwischenfunken.

    Doch wir glauben, dass wir frei sind, wir glauben, dass wir besonders sind, dabei werden wir erneuert, nach jedem Zerfall aufs neue.
    Das mit dem Zerfall leuchtet mir nicht ganz ein. Aber ja. Ich bin davon überzeugt, dass ich zumindest in meinen Entscheidungen frei bin. Richtig frei sind wir in unserer Gesellschaft aber nie. Irgendeinem muss man noch immer gerecht werden, sonst geht man zugrunde. Danach hast du wohl leider recht.

    Von daher stellt sich mir die Frage: Leben wir wirklich?
    Sieht man das Leben als Sinnsuche, dann ja. Wenn man leben mit Freiheit gleichsetzt, dann in unseren Breitengraden nur teilweise.

    Oder ist das nur eine kurze Übergangszeit, wie bei dem gehackten Holz, dass darauf wartet im Feuer zu landen?
    Wo wir wieder bei der Frage wären, was war davor? Was kommt danach? Vermutlich aber nicht.

    Ich habe keine Angst vor dem sterben als solches, ich habe Angst vor dem, was danach kommt.
    Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ohne zu wissen, wie sich sterben anfühlt, habe ich weder Angst davor, noch freue ich mich darauf. Angst habe ich davor, eventuell hinterbliebenen Schmerz zu bereiten.

    Lande ich für die rote Ampel die ich überlaufen habe in der Hölle?
    Nicht, solange man es mit sich selbst vereinbaren kann. Hält man sich selbst aber dadurch auf, behindert das die Entwicklung beziehungsweise Entstehung. Hierbei zurückzubleiben kann auch die Hölle sein.

    Manch einer mag lachen bei dem Gedanken, aber woher weisst DU das es nicht so ist?
    Siehe meinen vorigen Punkt. Ich bin davon überzeugt.

    Oder gibt es eine Hölle gar nicht und ich bin auf ewig mit meinen Gedanken alleine in einem Raum?
    Die Hölle ist kein Ort, sondern ein (Geistes-) Zustand.

    Wünsche mir für Millionen von Jahren die Menschen die ich liebe zu sehen, zu hören und zu fühlen, aber bin nur alleine in einem dunklen Raum?
    Der dunkle Raum ist wie eine Leinwand. Man kann ihn zwar nach kräften gestalten und verändern. Versuchen, auszubrechen ist aber zwecklos.

    Bin wütend, will um mich schlagen, schreien, mich auf den Boden werfen aber alles was ich wahrnehme ist das stille nichts?
    Das stille Nichts ist die Resignation.

    Habe ich dann meine "Ruhe" wenn im Zerfall angelangt bin?
    Erst dann, wenn der Zerfall zum Tode geführt hat. Pflegeheime sind hier der beste Beweis.

    Ich versuche mir diese Fragen irgendwie zu beantworten aber ich stoße jedes mal auf diese Wand in meinem Kopf.
    Das ist die Wand, die deinen dunklen Raum abgrenzt. Egal wie man versucht, die Antworten zu finden. Die Wand ist ein unüberwindbares Hindernis.

    Diese Wand, die mich auslacht, diese Wand, die mir nicht nur Kopfschmerzen bereitet wenn ich versuche sie zu durchdringen, sondern mich immer und überallehin verfolgt.
    Diese Wand, die dich schützt?

    Also was ist das Leben?

    Vor allem Ungewissheit.


    Als Anregung: Hör dir mal ein paar Lieder von "Amewu" an. Der hat sehr freie philosophische Texte, die zumindest mich immer zum Nachdenken anregen. Stets kombiniert mit sehr passenden Melodien.

    -> ist ein heisser Tipp von mir.
     
    #4
    Zuletzt bearbeitet: 2 Oktober 2017
    VersatileGuy, 2 Oktober 2017
    • Heiß Heiß x 1

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