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    11 Oktober 2009
    #1

    Was ist für euch eine Kampflesbe/Emanze?

    Angestiftet durch folgende tageserheiternde (weil abstruse) Bemerkung in Bezug auf unseren Münchner Löwen:

    Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - frau benutzt vibrator: stört es DICH als mann?

    würde mich mal interessieren, was in euren Augen eine Kampflesbe (!)= (?) Emanze eigentlich auszeichnet. Bitte schlagt ordentlich in die Tasten! Ich kann mir darunter nämlich nichts anderes als das typische Klischee der kurzhaarigen, männerhassenden Mannsfrau aus der Schublade der ersten Frauenbewegung vorstellen, ein vollkommen überholtes, verfälschtes, realitätsfernes und negativ konnotiertes Bild.

    Bin gespannt auf eure Antworten :smile:
     
  • Subway
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    11 Oktober 2009
    #2
    Also für mich sind Emanze und Kampflesbe zwei unterschiedliche Dinge.

    Unter einer Kampflesbe versteh ich wirklich das typische Klischee, wie du es auch schon beschrieben hast: Kurze Haare, mag keine Männer, verhält sich aber sehr männlich.

    Eine Emanze ist für mich eine übertrieben emanzipierte Frau. Eine, die also alles ablehnt, was dem typischen Mann-Frau-Bild entspricht. Vom aufhalten der Tür, übers Zahlen der Rechnung bis zu der Tatsache, dass nur Frauen Kinder kriegen können. :grin:
     
  • CCFly
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    11 Oktober 2009
    #3
    ich schließe mich dem beitrag von subway an.
     
  • SottoVoce
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    11 Oktober 2009
    #4
    Ja, dem kann ich mich auch nur anschließen, entspricht zu 100% meiner Einschätzung.

    Mir sind bisher aber deutlich weniger Kampflesben als Emanzen begegnet. Während ersteres tatsächlich überwiegend ein Klischee ist, habe ich letzteres durchaus schon kennen gelernt (und sie hat dann sehr verachtend auf mich runtergeschaut, weil sie meine Lebenseinstellung und -art doof fand und zu "unemanzipiziert").
     
  • Wundertüte
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    11 Oktober 2009
    #5
    dabei kann ich zustimmen....

    Aber das wort Kampflesbe gibt es für mich gar nicht.
    Es gibt doch auch keinen Kampfhetero oder ??
    Naja man könnte Kampflesbe wohl gleichsetzen mit Macho
    im Hetero Bereich :zwinker:
     
  • envy.
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    11 Oktober 2009
    #6
    Kennt jemand die Serie Hinter Gittern? Mit Walter? Ja. Walter war eine Kampflesbe. :grin:

    Und Alice Schwarzer ist eine Emanze? Könnte man vielleicht so sagen. Ich benutz weder Kampflesbe noch Emanze. Hat beides einen negativen Unterton.
     
  • Schweinebacke
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    11 Oktober 2009
    #7
    Ist doch sogar in der Lesben"szene" mehr oder weniger bekannt als "Butch" solche Kampflesben.
     
  • Piratin
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    11 Oktober 2009
    #8
    Eine Emanze ist für mich eine starke, positive Frau wie Alice Schwarzer, die "Selbstverständlichkeiten" in Frage stellt und auch Unbequemes ausspricht und Ungerechtes anprangert.
    Ich kenne leider keine wirklichen Emanzen. Die meisten Frauen die ich kenne, sind erschreckend wenig emanzipiert, ich eingeschlossen, und das scheint immer schlimmer zu werden.

    Kampflesben kenne ich gar nicht. Die Lesben die ich so kennengelkernt habe sahen vollkommen normal aus und benahmen sich wie andere Leute auch.
     
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    11 Oktober 2009
    #9
    Eine "Emanze" ist für mich eine abschätzige Bemerkung für normal emanzipierte Frauen, die v.a. von Männern gebraucht wird die damit nicht klar kommen. So gesehen bin ich wohl auch eine.

    Eine Kampflesbe: Keine Ahnung, das Wort benutze ich nicht.
     
  • RubyTuesday
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    12 Oktober 2009
    #10
    Ebenso.

    Kampflesben - extrem kurze Haare, betont männlicher Gang, oft sogar regelrechtes Matchoverhalten :grin: Allerdings ist mir noch nicht untergekommen, dass das als Schimpfwort gilt. Ich kenne sogar zwei Mädchen, die sich ziemlich stolz selbst so betiteln, deshalb bin ich davon ausgegangen, dass das einfach eine etwas in selbstironische gezogene Bezeichnung ist.
     
  • many--
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    12 Oktober 2009
    #11
    Beide Wörter sind aus dem männlichen Sprachgebrauch und stellen die männliche Perspektive da, bezeichnen also Frauen, die aus männlicher Sichtweise von der gewünschten Norm abweichen.

    Eine "Kampflesbe" weicht vor allem visuell vom Usus ab, kleidet sich männlich. Beide, also "Kampflesbe" und "Emanze" sind auch im Verhaltensschema von dem ab, was Mann in einer Frau erwarten würde. Die "Kampflesbe" übernimmt männlich-körperbetont-aggressive Verhaltensmuster, die "Emanze" stellt das männliche Weltbild intellektuell in Frage.

    Mit beidem kann Mann schlecht klar, vor allem der sehr mann-männlich sozialisierte Mann, denn dass die "Kampflesbe" in Aussehen und Verhalten seine ökologische Nische usurpiert (und sie ist ja sogar hinter Frauen her!), das ist ihm Existenzbedrohung, und die klassische Emanze überfordert den klassischen Mann einfach total ("...warum darf ich ihr denn nicht mal die Tür aufhalten? Mama hat immer gesagt, das müsste man so machen bei die Frauens..."), und das führt ja nun dazu, dass er sich unsicher und unterlegen fühlt, was er automatisch in aggressivem Verhalten kompensiert.

    ...So, das war jetzt etwas überzeichnet, am im Wesentlichen das :zwinker:
     
  • BABY_TARZAN_90
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    12 Oktober 2009
    #12
    Ich höre "Emanze" ebenso oft aus dem Mund von Frauen! Die ernsthafteste Gegnerschaft zur Emanzipation fand ich bisher überhaupt beim weiblichen Geschlecht.

    Kein Wunder! Es ist ja auch nicht so, dass die Emanzipation "der Frau" nur Männer herausfordert und verunsichert. Schliesslich wird durch die Frauenemanzipation in erster Linie die Rolle der (bürgerlichen) Frau in Frage gestellt.

    Und noch zum Thema:

    Die "Kampflesbe" wäre für mich zusätzlich noch die hilflose Anspielung auf die tatsächliche oder vermeintliche sexuelle Ausrichtung einer Emanze. Denn wer mich als Mann nicht begehrt, kann ja nur lesbisch sein...

    Kurze rote Haare tragen beide Varianten...
     
  • DarkSilver
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    12 Oktober 2009
    #13
    Einspruch!

    Ich glaube, dass sich eine starke, positive Frau nie als "Emanze" bezeichnen würde. Sie weiß eben, dass sie die gleiche oder höhere Leistung bringt wie die anderen. (Egal ob Frauen, Männer, Kinder oder Hunde). Frau Schwarzer fordert immer eine "Sonderbehandlung" unter ungleichen Umständen. Ich würde sie als Chauvinistin, sogar als Proll-Chauvinistin bezeichnen. Sie ist das weibliche Pedant zu männlichen Proll-Chauvinisten.

    Wenn ich den Namen einer starken, positiven Frau lesen will, finde ich ihn nicht unter der Rubrik "Chefredakteurin von Emma" sondern unter "Bundeskanzlerin"
     
  • many--
    many-- (33)
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    12 Oktober 2009
    #14
    Ja, genau. Das ist allerdings das männergeschaffene Frauenbild ("(züchtige) Hausfrau und Mutter"), das diese Frauen dann verteidigen :zwinker: Klar, dass jene angepassten Wesen, die sich definieren lassen, natürlich allergisch auf Personen reagieren, die für sich versuchen, in anderen Kategorien zu leben. Hui, das klang jetzt etwas umstürzlerisch :zwinker: aber bei dem Thema empfinde ich das wirklich so.
     
  • MsThreepwood
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    12 Oktober 2009
    #15
    Kann ich komplett so für mich übernehmen :jaa:


    Obwohl ich auch schon mal als Kampflesbe betitelt wurde, was ich wirklich sehr amüsant fand :grin: :grin:
     
  • User 77547
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    12 Oktober 2009
    #16


    Genau so sehe ich das auch!

    Beide Begriffe werden vornehmlich von Männern mit geringem Selbtbewusstsein, wenig Hirn aber großer Klappe und schlechter Erziehung (Pascha-Allüren) verwendet.
     

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