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Welternährung?

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von deziana, 18 April 2009.

  1. deziana
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hallo,
    ich beschäftige mich zur Zeit mit dem Problem der Welternährung.
    Ich würde das gerne als Mengenproblem und Verteilungsproblem darstellen und diese beiden Sichtweisen miteinander vergleichen!
    D.h. Gemeinsamkeiten und Unterschiede!

    Habe schon folgendes Gefunden:

    Mengenproblem:
    - Zu wenig Nahrung wird produziert
    - Gentechnisch veränderte Nahrungsmittel ( Pflanzensamen müssen immer neu gekauft werden)
    - Steigende Bevölkerungszunahme



    Verteilungsproblem:
    - Einkommensunterschiede verhindern
    eine gleichmäßige Nahrungsmittelverteilung



    Ich wollte euch nun fragen, ob ihr vlt. noch weitere Stichpunkte bzgl. des Mengen/Verteilungsproblems findet?

    Und mir sagen könntet, was da nun die Gemeinsamkeiten und Unterschiede sind?

    LG
     
    #1
    deziana, 18 April 2009
  2. Kapitalismus und die Versorgung aller Menschen ist hier unter anderem ein wichtiger Punkt.

    Ein real-kapitalistisches(Das was in der Realität existiert) System hat nicht unbedingt das Interesse die ganze Welt zu bevölkern und dadurch werden auch die Lebensmittel nicht unbedingt überall hinverfrachtet, wo man sie brauchen könnte.

    Das ist eine Folge aus der unweitsicht des Menschen und der Abwesenheit des echten Homo oeconomicus.
     
    #2
    Chosylämmchen, 18 April 2009
  3. Ciciolina
    Benutzer gesperrt
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    nicht angegeben
    Ein guter Freund hat mich glücklicherweise mal darauf hingewiesen, dass zum Beispiel auch der Fleischkonsum dazu führt, dass in vielen armen Ländern wie Afrika Menschen an Hunger sterben müssen.

    Ist ein unglaublich interessantes Thema mit dem ich mich auch schon beschäftigt habe und in Zukunft wohl näher beschäftigen werde. :smile:

    http://www.culinaria-vegan.de/index.php?option=com_content&view=article&id=80&Itemid=95

    http://www.fuereinebesserewelt.info/tag/fleischkonsum/

    http://www.tierrechte-bw.de/index.p...-fleischkonsums&catid=60:ernaehrung&Itemid=84

    Und NEIN ich bin keine Vegetarierin. Zumindest noch nicht ganz. ;-) Also erspart mir irgendwelche überflüssigen Kommentare. ;-)
     
    #3
    Ciciolina, 18 April 2009
  4. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Off-Topic:
    Bist du sicher, dass zu wenig Nahrung produziert wird? Insoweit ich richtig informiert bin, produziert die westliche Welt täglich z.B. genug Brot, um allen Menschen auf Erden mindestens eine Mahlzeiten pro Tag bieten zu können. Nur befördern wir die nicht verkaufte, übrig gebliebene Nahrung eben abends in den Müll und nicht in den Rest der Welt.
     
    #4
    xoxo, 18 April 2009
  5. User 76250
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Bin da bei xoxo - es wird genügend Nahrung produziert, nur nicht dort, wo sie gebraucht wird.

    Übrigens: Es ist ein Naturgesetz, dass es, wenn es einem besser gehen soll, einem anderen schlechter gehen muss. Soziale Gerechtigkeit gibt es nur, wenn die Besseren zugunsten der Schlechteren verzichten. Das ist wie mit einem Staudamm: Will man das Land dahinter mit Wasser versorgen, muss man die Schleusen öffnen, und dann sinkt der Wasserstand vor dem Damm.

    Es gibt nur eine endliche Menge Resourcen, und die werden verteilt.

    Das Problem ist, dass schon vor Jahrhunderten den Einheimischen dort, wo wir die Dritte Welt wähnen, durch Habgier die Fähigkeit zur Selbsternährung genommen wurde. Und dass in das System der Selbstversorgung eingegriffen wurde, und da ist das Verbreiten neuer Pflanzen- und Tierarten zulasten einheimischer Arten das kleinere, aber dennoch bedeutende Problem.

    Lösung? Entweder wir verarmen oder wir leben feudal auf Kosten anderer. Das Prinzip gilt im Mikro- wie im Makrokosmos.

    Welches Schweinderl hätten's denn gern?

    Du glaubst doch nicht, dass auf der Welt auch nur noch ein Baum stünde, wenn es 6 Milliarden Vegetarier gäbe? Und wie viele Tiere müssten wohl verhungern, wenn der Mensch alle pflanzlichen Resourcen aufbrauchen würde?
     
    #5
    User 76250, 18 April 2009
  6. Papier
    Gast
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    Es ist richtig das Fleischkonsum mehr Ressourcen benötigt als rein pflanzlicher Konsum, das aber direkt dadurch Menschen in Afrika sterben ist popoulistischer Nonsens.

    Der argentinische Vierzüchter, angenommen er wird Bauer, wird sein Saatgut nicht verbilligt oder umsonst aus Menschenliebe nach Afrika schippern, an der Situation der hungernden ändert das nix.

    Es ist richtig das wir eine gewaltige Nahrungsmittelproduktion haben, soetwas kann sich aber auch nur eine durchindustrialisierte Gesellschaft leisten, kein Afrikaner kann sich diese Produkte eigentlich erlauben - wir subventionieren nur bestimmte Nahrungsmittel wie Milch um sie unter die Herstellungskosten zu drücken und damit afrikanischer Märkte zu überfluten. Doch unsere industrialisierten Produkte kann sich eigentlich sogut wie keiner dort leisten und das ist der springende Punkt, Nahrungsmittelproduktion muss rentabel sein, kein Bauer wird anfangen seinen Überschuss per Schiff nach Simbabwe zu schippern, das wären für ihn enorme Kosten.

    Wegen Fleischkonsum hungert keiner in Afrika, das ist eine typisch unsachliche Rechnung die gern von Veganern/Tierrechtlern usw. aufgeführt wird, Afrika hungert wegen Krieg, gewaltige Korruption, nochmals Krieg, ethnische Spannungen die aufgrund kolonialer Grenzziehung entstanden und vielem mehr, garantiert nicht weil Europäer XY grad nen Würstchen isst.
     
    #6
    Papier, 18 April 2009
  7. Ciciolina
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    nicht angegeben
    Weißt du wieviel Ackerfläche verschwendet wird, damit Futter für Nutztiere angebaut werden kann?

    "Für die Erzeugung von Fleisch, Milch und Eiern gehen rund 90 Prozent der pflanzlichen Energie verloren. So ist es möglich mit vier Hektar Land 61 Menschen zu ernähren, wenn man dort Sojabohnen anbaut. Aber es können nur zwei Menschen satt werden, wenn die gleiche Landfläche dazu genutzt wird, Rinder zu mästen."

    Es geht nicht nur Fläche an das Tierfutter verloren sondern auch an die großen Nutztierfarmen. Siehe Artikel über Rinderzucht in Brasilien. Diese Zucht wirkt sich auf die Zerstörung des Regenwaldes aus.
     
    #7
    Ciciolina, 18 April 2009
  8. Schmusekatze05
    Meistens hier zu finden
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    Verheiratet
    Dir ist aber schon bewusst, dass die (um bei deinem Beispiel zu bleiben) Sojabohnen nicht nach Afrika verschifft werden würden. Das lohnt sich wirtschaftlich überhaupt nicht.

    Dadurch, dass hier in Deutschland keine Rinder, sondern Sojabohnen auf den 4 ha gezüchtet werden wirst du also den Hunger in Afrika nicht in den Griff bekommen. Überproduktionen werden einfach vernichtet (man erinnere sich an die Milchseen oder Butterberge zurück).
     
    #8
    Schmusekatze05, 18 April 2009
  9. Ciciolina
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    nicht angegeben
    Wer redet hier davon, dass die Menschen in Afrika/Südamerika teure industrialisierte Produkte importieren sollten.

    Es geht darum, dass große Flächen für den Fleischkonsum wegfallen, weil dort Nutztiere stehen und Futter angebaut wird.

    Wen das Thema Nahrungsmittel(produktionen) interessiert, sollte sich dies hier mal durchlesen oder sich den dazugehörigen Film ansehen. Hier geht es nicht ausschließlich um die Fleischproduktion, sondern auch um die Verschwendung von Lebensmitteln und der übermäßige Herstellung.

    "We Feed the World - Essen Global"

    Täglich wird in Wien eine Brotmenge vernichtet, mit der man eine Stadt versorgen könnte. In Lateinamerika werden Wälder gerodet um Sojabohnen anzubauen. Mit denen wird europäisches Vieh gefüttert, während die einheimische Bevölkerung neben den Feldern hungert.

    Unverdorbenes essbares Brot: Es wird entsorgt wie wertloser Müll. Jeden Tag in Europa. 2 Millionen Kilo landen davon allein in Wien pro Jahr auf der Müllkippe, das ist der Jahresbrotbedarf einer Stadt mit 250 000 Einwohnern. Der Grund: Getreide ist dank Massenproduktion, Subventionierung und Chemie nahezu wertlos geworden. Ob Weizen, Soja, oder Mais: Getreide dient inzwischen als Feuerungsmittel zur zynischen Energiegewinnung. Während der Hunger in der Welt voranschreitet.

    Die Ware Tier. Verfügbar gemacht und transportiert wie Kartoffeln. Der tägliche Wahnsinn unserer Lebensmittelproduktion ist das Thema von Erwin Wagenhofers Film „We feed the world“. Kalt, analytisch, fast kommentarlos zeigt er uns die Stationen unseres Essens, bevor es den Supermarkt erreicht. Dem Dokumentarfilmer geht es nicht um Skandale, sondern um die völlig legalen Abnormitäten eines aus den Fugen geratenen Systems, zu dem auch wir Konsumenten gehören.

    Der andere Kontinent, der da von unseren Masthähnchen kahlgefressen wird, heißt Südamerika. Gigantische Flächen von brasilianischem Regenwald wurden hier vernichtet, Flächen in der Größe von Frankreich plus Portugal. Man schaffte, da der Boden ungeeignet ist, tonnenweise Kunstdünger herbei, um Soja anzubauen, Soja, das dann Tausende Kilometer weit nach Europa transportiert wird, um hier die Massentierhaltung billig am Laufen zu halten.

    Während in dem Futtermittelland Brasilien die Menschen verhungern, werden bei uns Fleischproduktion und FleischKONSUM in immer neue und längst auch gesundheitsschädigende Dimensionen getrieben. Wagenhofers Film zeigt ein entfesseltes System, das sich in seiner Gier nach Gewinnsteigerung von den Bedürfnissen der Gesellschaft abgekoppelt hat. Und dem mit allein moralischer Kritik nicht beizukommen ist.

    Schauplatz Südspanien, Almería. Gleich neben dem Massen-Urlaubsparadies wurden hier vor 40 Jahren im Schutz des Franco-Faschismus riesige Treibbaus-Tomatenplantagen aus dem Boden gestampft, Anbauflächen, die die von Belgien und Holland spielend übertreffen. Die Tomate kriegt hier die von den Touristen geschätzte Sonne nie zu sehen und ebenso wenig wirkliche Erde. Doch diese Tomate versorgt nicht nur ganz Europa, sie zerstört auch Volkswirtschaften in Afrika. Denn die europäische Gemüseproduktion wird jährlich mit 349 Milliarden Dollar subventioniert. Mit Dumpingpreisen drängen diese Waren dann auf Märkte wie im Senegal, oft zu einem Drittel der dortigen Preise, mit verheerenden Folgen für die ausschließlich agrarisch ausgerichtete Wirtschaft.

    Auch vor dem Meer, das zeigt uns Wagenhofers Film, macht die Industrialisierung nicht Halt. Das Aus der herkömmlichen Fischerei ist bereits absehbar. So plant die Europäische Union, auf offener See gigantische Fischfangfabriken zu positionieren, die mit riesigen Netzten die Meerestiefen abfischen. Das Ergebnis wäre nicht nur ein rücksichtsloses Leerfischen der Bestände, sondern auch eine höchst unappetitliche Ware. Straff sieht ein herkömmlich gefangener Fisch aus geringer Tiefe aus - und ein industriell gefangener aus großer Tiefe: durch den Druck aufgeplatzt und aufgeweicht.

    Nicht immer ist Qualität sichtbar. Ein Geschmackswunder, allerdings in rapidem Aussterben begriffen, ist die krumme, unschöne herkömmlich angebaute Aubergine, wie es sie noch in Rumänien gibt. Verdrängt wird sie inzwischen von der industriellen Hybridaubergine, die prall ist und schön, allerdings geschmacklos. Wagenhofer zeigt die Resultate einer monströsen ungesteuerten Globalisierung.

    Nestlé, größter Lebensmittelkonzern der Welt. Hier sind die Marktphantasien grenzenlos. Warum nicht, fragt sich deren Chefmanager, aus dem Trinkwasser ein großes globales Geschäft machen?

    Wagenhofers Film ist ein solides Stück Aufklärung. Er zeigt uns die Abgründe hinter unserer bunten Supermarktwelt. Er erzählt von der Perversion des Überflusses. Ob wir diese Welt so wollen wie sie ist, ob wir sie verändern wollen, das überlässt er ganz allein uns, dem Zuschauer.


    Dir ist aber schon klar, dass Sojabohnen z.B. in Ländern wie Südamerika angebaut werden und hierher verschifft werden. Es wird Tierfutter über tausende Kilometer nach Europa verschifft. Also kann nicht davon die Rede sein, dass WIR denen das Essen verschiffen müssten, wenn auf Fleisch verzichtet werden würde. Die armen Länder exportieren für UNS, für die Nutztiere, die später auf unseren Tellern liegen, tonnenweise Futter. Und in diesen Ländern sterben Menschen an Hunger.

    Also kann man hier doch nur von einer Ausbeute der armen Länder und Menschen auf Kosten des übermäßigen Konsums der westlichen Länder reden.
    Jetzt wird sicher jeder denken, wenn ich jetzt auf meine Currywurst verzichten würde, rette ich damit auch keinen Menschen irgendwo auf einem anderen Kontinent. Aber man sollte doch zumindest erstmal dazu bereit sein sich mit dem Thema zu beschäftigen. Jeder von uns geht Tag ein Tag aus in den Supermarkt, packt den Wagen voll und fragt sich nichtmal wo das alles herkommt und unter welchen Bedingungen das teilweise produziert und verschifft wurde. Geschweige denn das man sich mal fragt, ob es wirklich nötig ist Produkte (z.B. Obst/Gemüse) aus Südamerika, Afrika zu kaufen, wenn die auch im eigenen Land (oder Nachbarländern) angebaut werden, nur vielleicht ein wenig teurer sind. Das muss man sich mal überlegen. Diese Lebensmittel sind größtenteils billiger als regional angebaute, obwohl sie hunderte Kilometer mit Schiffen und Flugzeugen zurück legen müssen.
    Man sollte nicht nur mit Scheuklappen durch die Weltgeschichte laufen, weil man glaubt man kann als Einzelperson eh nichts ändern. Doch kann man. Man muss bei sich selbst anfangen. ;-)
     
    #9
    Ciciolina, 18 April 2009
  10. Papier
    Gast
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    Nochmal: Das Hungerproblem hat nichts damit zu tun das wir hier Fleisch essen - das steht sogar in deinem Bericht, es ist genug Essen vorhanden, das Problem ist das sich die Armen es sich nicht leisten können. Wenn dann der Sojabauer XY in Brasilien aufhört weil in Europa nun 10% weniger Fleisch konsumiert wird können sich die Armen immernoch nichts von kaufen - natürlich ists richtig das hierbei der Regenwald geschont wird, wir sind jedoch beim Hungerproblem.

    Was viel Problematischer und tatsächlich ruinierend ist das wir mit unserer gewaltigen Wirtschaftsmacht einen Druck auf die Märkte in Afrika/Südamerika ausüben den keiner standhalten kann, da muss man ansetzen - das hat aber immernoch nichts damit zu tun das wir hier Fleisch essen.

    Wenn wir alle Vegetarier werden, ist immernoch Afrika arm, der Sojabauer in Brasilien verkauft nun Biosprit statt an dem Züchter in Argentinien, das Thema der Armut wo der Hunger mit eingeht ist viel zu komplex als diese polemische Aussage von radikalen Veganern das Fleischkonsum tötet.

    Korruption, Marktflutung, Krieg und nochmals Krieg, AIDS, fehlendes Know How, Rassismus, Postkoloniale Gesellschaftsordnung und nochmals Vetternwirtschaft - das und noch vieles mehr macht die Armut in Afrika aus, nicht das Steak im Steakhouse.
     
    #10
    Papier, 19 April 2009
  11. User 76250
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Und das hängt auch damit zusammen, dass Waren wie Mais, Weizen etc. beziehungsweise darauf bezogene Zertifikate gehandelt und damit spekuliert wird. Mittlerweile schon mit Wasser - eine Perversion hoch dreizehn.

    Stehen auf Deinem Speiseplan eigentlich ausschließlich heimische Produkte? Oder auch sowas wie Bananen, Mango, Physalis, Ananas, Papaya?
    Falls ja, solltest Du lieber schweigen, dann machst Du nämlich mit...
     
    #11
    User 76250, 19 April 2009
  12. Ciciolina
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    nicht angegeben
    So richtig gelesen hast du meinen Beitrag auch nicht. ;-) Ich sprach von Obst und Gemüsesorten, die AUCH bei uns angebaut werden. Das finde ich absurd. Nur weil es nicht jede Obst- und Gemüsesorte 12 Monate im Jahr bei uns geben kann (das ist nunmal der Lauf der Natur), muss ich dann nicht auf Produkte zurückgreifen, die tausende Kilometer verschifft werden.
    Dass ich meine Banane nicht vom Bauern ums Eck bekomme ist mir schon klar. :tongue:
     
    #12
    Ciciolina, 19 April 2009
  13. Ciciolina
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    nicht angegeben
    Hunger

    - Weltweit hungern über 852 Millionen Menschen, trotz einer weltweiten Getreideernte von 1,57 Milliarden Tonnen (Wirtschaftsjahr 2006). Bei einer Weltbevölkerung von rund 6,6 Milliarden Menschen stünde jedem Menschen pro Tag 652 Gramm Getreide zur Verfügung.

    - Doch 49% der jährlichen weltweiten Getreideernte und 90% der jährlichen Sojabohnenwelternte, werden von den 20 Milliarden »Nutztieren« verzehrt.

    - Die Viehzucht ist bei weitem der größte Landnutzer auf der Erde; Weideflächen nehmen rund 29 Prozent der eisfreien Erdoberfläche ein; 33 Prozent der gesamten Ackerfläche werden für die Produktion von Futtermitteln verwendet. Insgesamt beansprucht die Viehzucht 70 Prozent des gesamten landwirtschaftlich genutzten Landes und 30 Prozent der Landoberfläche auf diesem Planeten.

    - Die armen Staaten sind aufgrund der Überschuldung zum Teil gezwungen, hochwertige, für die menschliche Ernährung notwendige Pflanzennahrung als Viehfutter zu verkaufen. 60% der Futtermittel in der Massentierhaltung werden aus den Entwicklungsländern importiert.

    - Um 1 kg Fleisch zu erzeugen, benötigt man 7-16 kg Getreide oder Sojabohnen. Bei der »Umwandlung« von Getreide in Fleisch gehen durch diese künstliche Verlängerung der Nahrungskette unter anderem 90% Eiweiß, 99% Kohlenhydrate und 100% Faserstoffe verloren. Fleischverzehr ist also die effektivste Form der Nahrungsmittelvernichtung.

    - Auf der Fläche eines Grundstückes, die benötigt wird, um ein Kilo Fleisch zu erzeugen, könnte man im selben Zeitraum 200 kg Tomaten oder 160 kg Kartoffeln ernten.



    Durst

    - Ein Drittel der Weltbevölkerung leidet unter Wassermangel. Zu diesem Ergebnis kommt die mit 700 Wissenschaftlern bislang umfangreichste Studie zum Thema Süßwasserversorgung (Comprehensive Assessment of Water Management in Agriculture). Die Wissenschaftler nennen als effektivste Methode, Wasser zu sparen, den Verzicht auf Fleisch. Denn für den Anbau von einem Kilo Getreide werden rund 2000 Liter Wasser verbraucht; um ein Kilo Fleisch zu produzieren, bedarf es der fünffachen Menge.

    - Bis zum Jahr 2025 werden 65 Prozent der Weltbevölkerung in Gebieten leben, in denen die Wasserversorgung kritisch ist. Die Viehzucht benötigt 8 Prozent des globalen Wasserverbrauchs, hauptsächlich für die Produktion der Futtermittel.

    - Bei einer Ernährung mit 80% pflanzlicher Nahrung und 20% Fleischanteil (in den Industrienationen macht der tierische Anteil heute sogar 30-35% aus!) beträgt der Wasserverbrauch zur Erzeugung der Nahrung pro Jahr 1300 m³, bei einer rein vegetarischen Ernährung nur rund die Hälfte.


    Nur so zur Info. ;-) Ich will keinen Menschen, davon überzeugen Vegetarier zu werden, denn ich bin es selbst noch nicht, aber ich würde mir wünschen, dass man sich zumindest Gedanken macht was in der Welt passiert. ;-)
     
    #13
    Ciciolina, 19 April 2009
  14. kabacake
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    vielleicht sollte man sich weniger gedanken darum machen warum wir zuwenig nahrung auf der erde haben, bzw diese "falsch" verteilt wird.

    könnte das vielleicht an der überbevölkerung in den entwicklungländern liegen? nur mal so als dumme idee, wir haben hier in europa sowohl genug nahrung als auch genug wasser.
     
    #14
    kabacake, 19 April 2009
  15. metamorphosen
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Das Hungerproblem hat natürlich nichts damit zu tun das es zu wenig Nahrungsmittel gibt oder das es nicht möglich wäre die Nahrungsmittel rund um die Erde zu verschicken. Das wird ja auch tagtäglich praktiziert. Nur eben recht wenig in die armen Länder, weil dort nun mal kein Bedarf besteht. Das würde sich also nicht lohnen. Das "Mengenproblem" gehört also in den Bereich der Mythen und Märchen und wird von den Chemiekonzernen ganz gerne zu Propagandazwecken rausgekramt.

    Mit dem Fleischessen hat das überhaupt nichts zu tun, denn wenn kein Bedarf an vegetarischer Nahrung für die Hungernden besteht, wird auch niemand diese Nahrung produzieren. Bedarf an Tierfutter gibt es dagegen reichlich. Es bleiben auch nicht wie die Veganer behauten weniger Flächen für die Hungernden, weil den Leuten das Land nicht gehört! Egal was darauf angebaut wird, Soya, Baumwolle oder leckeres Gemüse, sie bekommen sie so oder so nichts davon.

    Abgesehen davon handelt es sich ja zu einem nicht unerheblichen Teil um neu "gewonnene" Nutzflächen, auf denen vorher Urwald stand, es werden also den Hungernden keine Flächen "weggenommen". Das ist ein riesiges Umweltproblem, aber kein Problem das den Hunger beeinflusst. Ob man dieses Fleisch kaufen will, sollte man sich natürlich überlegen. Bevor man die Leute vor Ort kritisiert, muss man sich allerdings auch mal kurz überlegen vorher viele unserer Ackerflächen kommen. :engel:

    Der Boom bei den Pflanzen zur Energiegewinnung zeigt zusätzlich sehr deutlich das das Problem nicht in der Produktivität der Landwirtschaft zu suchen ist. Wer für Nahrung bezahlen kann, der bekommt garantiert auch Nahrung angeboten und geliefert.

    Die Leute sind aber leider arm, aus vielerlei Gründen, also hungern sie. Es gibt ein Problem der Armut und nur indirekt ein Problem des Hungerns.
     
    #15
    metamorphosen, 19 April 2009
  16. Jekyll122
    Jekyll122 (27)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Single
    Und trotzdem haben wir immernoch genügend Nahrungsmittel zur Verfügung, nicht zuletzt dank dem Haber-Bosch-Verfahren, um die gesamte Weltbevölkerung theoretisch zu ernähren :grin:

    Wenn wir statt dem Fleisch also Getreide, Sojabohnen oder Kartoffeln anbauen würden, bliebe immernoch die große Frage: Würden die Menschen in Afrika was davon bekommen?
    Wer würde die Tonnen von Sojabohnen und Co. nach Afrika bringen und dort auch verteilen?

    Wie es Papier treffend ausgedrückt hat:

     
    #16
    Jekyll122, 19 April 2009
  17. Sonata Arctica
    Beiträge füllen Bücher
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    vergeben und glücklich
    die würden dann ja auch getreide kartoffeln und sojabohnen anbauen und einfach mal selber essen :what: so schwer is das doch echt nicht zu kapieren.
     
    #17
    Sonata Arctica, 19 April 2009
  18. Ciciolina
    Benutzer gesperrt
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    nicht angegeben
    Ich weiß nicht wie DEUTLICH ist das noch schreiben muss/soll. Nicht wir hier in Europa bauen das Soja selbst für unsere Nutztiere an, sondern die fürs uns und verschiffen das dann nach Europa. :rolleyes:
     
    #18
    Ciciolina, 19 April 2009
  19. BABY_TARZAN_90
    Sehr bekannt hier
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    Verliebt
    Nahrungsmittel sollten soweit als möglich für den eigenen Markt angebaut werden. Mit der Produktion für den Weltmarkt konnen die meisten Afrikaner nicht genug verdienen, um unsere Nahrungsmittel zu kaufen.
     
    #19
    BABY_TARZAN_90, 19 April 2009
  20. deziana
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    101
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    nicht angegeben
    Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Mengen - und Verteilungsproblem???
     
    #20
    deziana, 19 April 2009

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