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Wenn Männer wie Hunde behandelt werden

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von ogelique, 20 Juni 2004.

  1. ogelique
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Wenn Männer wie Hunde behandelt werden

    Ich wachte auf von der plötzlichen Stille hinter meinem Fenster, wälzte mich in meiner seit mindestens einem Monat mit keinem Waschpulverkörnchen in Berührung gekommenen Bettwäsche und setzte mich schließlich hin. Es roch nicht ganz so frisch wie bei Mama, was ein Grund mehr war, sie mal wieder zu besuchen.
    Aaaah! Ein guter Vorsatz! Ich schrieb es mir auf, um ihn nicht zu vergessen.
    Meine Augen brannten, ich hatte vergessen, die Kontaktlinsen rauszuholen. Verdammt.
    Taumelnd bewegte ich mich auf das Bad zu, auch mein Kopf brannte... äähhhh... schmerzte, natürlich.
    Den Hindernislauf zwischen den vielen Bierdosen, Pizzakartons und dreckiger Unterwäsche habe ich trotz aller Erwartungen erfolgreich gemeistert.
    Stolz stellte ich mich vors Waschbecken und starrte ein Monster an. Aah ja, abschminken sollte auch gelernt werden, das müsste man auch unbedingt aufschreiben.
    Nach einer etwa zwei Ewigkeiten dauernden Verwandlung eines häßlichen Entleins in ein – Schwan wäre definitiv übertrieben - gewöhnliches Huhn, das imstande war, 2-3 Laute ins Telefon zu gackern, rief ich Nina an, um die existentielle Frage zu klären, was mich derart zugerichtet hat. Sie wußte es auch nicht mehr.
    Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, beschloss ich vernünftigerweise, etwas Kalorien zu mir zu nehmen – um meinen Blutkreislauf anzukurbeln. Diese Überlegung half mir weiter, nun wußte ich, dass ich Medizin studierte. Wenigstens etwas.
    Endlich am Kühlschrank angelangt öffnete ich diesen voller Hoffnung auf eine gesunde Mahlzeit und fand alles andere als das. Vergammeltes Fleisch, verschimmelter Käse und faule Eier neben unerträglich riechender Milch und ranziger Butter.
    Großer Gott, wem gehörte das alles!?!
    Und voller Schreck erkannte ich plötzlich die ganze grausame Wahrheit. Auf einmal war mir alles klar, von der Frage, wo ich mich in diesem Moment befand, was ich am vorigen Tag getan hatte bis zur Frage, was ich nun essen würde. Nämlich gar nichts. Ich war ja sowieso viel zu fett.
    Ich befand mich in einer Single-Wohnung, die niemand anderem, als mir gehörte, in die ich direkt von der versoffensten Party gelangt bin.
    Um nicht ganz zu verhungern, verabredete ich mich mit einer ebenfalls Single-Kommilitonin zum mittlerweile Abendessen.
    Während ich mir unterwegs überlegte, was ich mit dem ganzen faulen Essen machen sollte, das mir doch zu schade war, um weggeschmissen zu werden (die armen afrikanischen Kinder!), erholte ich mich langsam von meinem Sonntag-früh Schock. Gerade in dem Moment, als mir einfiel, dass ich ja versuchen könnte, den bissigen Nachbarhund zu vergiften und gerade die Frage klärte, ob es nun sehr illegal wäre oder nur ein bisschen, begegnete ich dem Grund meiner verschlafenen Sonntage.
    Jürgen, mein langjähriger Verlobter, mein ehemaliger zukünftiger Ex. Nun befanden wir uns in der Zukunft.
    Ich fühlte, wie mich der Haß erfüllte, mich entzündete und erzürnte, der Haß gegen den Schuldigen an dem Desaster von jenem Morgen.
    Auf die charmanteste Weise, die meinem hungrigen Körper noch zu eigen war, strahlte ich ihn an.
    „Hallo!“ – meine stolze Haltung zeigte ihm, dass ich ein glückliches Single-Mädchen war.
    „Hi! Na, wie geht’s?“
    „Gut, super. Alles klasse.“, und mein Augenaufschlag war erste Sahne. Ich schreckte auf und verstand, was gerade vor sich ging: Wir begruben das Kriegsbeil, ich reichte diesem Arschloch die Hand, ich verzieh ihm gerade. Ooohhh nein!
    „Lange nicht mehr gesehen, du siehst toll aus“, lächelte er, immer noch überrascht, dass er ein paar menschliche laute von mir zu hören bekam.
    „Ja, wir sollten mal wieder etwas zusammen unternehmen“, hörte ich mich gackern und sah gleichzeitig das Kriegsbeil immer tiefer unter der Erde verschwinden.
    „Gerne“, zwinkerte er mir zu. „Und möglichst bald. Lass uns doch essen gehen.“
    Irgendwo zwischen seinen Ohren las ich den wollüstigen Satz: „Ich freue mich schon auf den Nachtisch“ und mir wurde schlecht. Kein Wunder, ich hatte ja noch nicht einmal genügend Nahrung intus, um im Zweifelsfall spucken zu können.
    Und dann fiel mir ein, wozu mein Kühlschrank noch gut sein könnte.
    Die letzte Mission meines typischen Single-Freßschranks, viel besser, als einen armen Hund zu vergiften (ich sollte Tierschützer werden!).
    „Ok, ich koche für dich, was hältst du davon? Gleich morgen Abend?“

    Ich wußte, er würde nicht nein sagen können.
    Was für ein schöner Sonntag-Morgen!
     
    #1
    ogelique, 20 Juni 2004
  2. Creed
    Creed (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    Was für eine "Liebesgeschichte"!
     
    #2
    Creed, 21 Juni 2004
  3. MiG2k2
    MiG2k2 (31)
    Verbringt hier viel Zeit
    81
    91
    0
    nicht angegeben
    oooooh ja, mich würde mal interessieren wie montag abgelaufen is und dienstag bzw diese gesamte anstehende woche ablaufen wird :smile: ohoh, ich sehe da einiges auf sie zukommen *gg*
     
    #3
    MiG2k2, 21 Juni 2004
  4. ogelique
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    4.767
    123
    1
    Verheiratet
    @Creed: Hmm... Ja, meine Liebesgeschichten sind nicht so ganz Liebesgeschichten im klassischen Sinn, ist es schlimm?

    @MiG: Dann schreib doch eine Fortsetzung :zwinker:
     
    #4
    ogelique, 22 Juni 2004

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