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Wer bin ich?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Aeldran, 30 Mai 2007.

  1. Aeldran
    Aeldran (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verlobt
    Acht Leute stehen an der Tür. „Wer fragt jetzt?“ „Mach du, du bist die mit dem größten Selbstbewusstsein“ höre ich in meine Richtung. Ich lächle ihn an, er muss jemanden anderen gemeint haben. Drei Minuten später gehe ich und frage nach einem freien Tisch für acht Leute. Weil es ja doch keiner gemacht hätte und es endlich mal weitergehen sollte. Nur Rumstehen kann ja auch nicht der Sinn eines Abends sein, oder? Und dieses ewige Gezeter nervt auch!
    „Du bist ja ganz schön herrisch“, höre ich, hoffentlich aus Spass gemeint. Ich höre es von der Person, um die ich ständig Angst habe, dass ich ihn irgendwann tot auffinde oder die Nachricht von seinem Tod bekomme. Derjenige, der mein bester Freund ist. Von dem, der seine Tage im Bett verbringen will und nichts tun, von dem, den ich immer wieder hochziehen muss, damit er sich aufrafft, etwas zu tun. Bishin zur Essensverweigerung habe ich einiges an ihm kennengelernt, wie er sich selbst zerstören kann. Ich habe Angst um ihn! Natürlich bin ich in den Situationen „herrisch“, kann ich denn zusehen, wie er unsere Freunde verpasst, weil er denkt, er sei uns nicht wert? Wie kann ich ihn von dem Gegenteil überzeugen? Er liebt mich, sagt er. Ich ihn aber nicht… Zumindest nicht so, wie er das gerne hätte. Aber ohne ihn kann ich auch nicht. Wir sind irgendwie verbunden. Aber in was? Im Schicksal? Im gegenseitigen In-den-arsch-treten? Was ist das?
    Ich brauche klare Linien, liebe aber das Chaos um mich herum, brauche es auch irgendwie. Um es dann zu ordnen? Ich weiss es nicht. Pläne sind toll, wenn ich sie beherrschen würde. Bin ich deshalb kontrollsüchtig? Auch wenn ich sämtlich e Pläne immer wieder über den Haufen werfe um zu improvisieren oder spontane Ideen umzusetzen? Warum plane ich für alle immer mit, wenn doch auch von ihnen die Pläne über den Haufen geworfen werden, meist im letzter Minute…
    Jeder hat Talente. Ich habe das Talent, meine seit 23 Jahren nicht zu sehen, bin sozusagen blind dafür. Oder vielleicht doch talentfrei?
    Ich brauche viel Freiraum, habe aber Angst vor der Einsamkeit. Ich liebe Menschen, bekomme aber Angst wenn zu viele um mich herum sind.
    Ich bin das Kind meiner Eltern, ich liebe sie, sehe sie auch als meine besten Freunde. Ich hänge sehr an ihnen, bin aber genauso selbständig. Ich helfe gerne in der Firma, liebe meine Arbeit mit Menschen, auch wenn ich nie Lust dazu habe. Eigentlich habe ich selten Lust zu irgendetwas, aber mache dennoch fast alles mit, aus Angst etwas zu verpassen. Ich raffe mich jeden Tag aufs Neue auf, das Leben nicht zu verpassen. Wo sind meine Freunde, was machen sie? Warum melden sie sich nicht, warum erfahre ich immer alles Wichtige oder Interessante als Letzte, wenn überhaupt und nicht durch Zufall?
    Ich sehe meine Grenzen, ignoriere sie aber ab und zu gerne. Um dann auf den harten Boden der Überforderung zu schlagen. Das muss doch zu schaffen sein?! Wie lange halte ich wohl durch? Jemaden anderes zu enttäuschen ist auch meine größte Enttäuschung, eine Niederlage. NEIN ist ein ziemlich unbekanntes Wort, aber es existiert ja auch bei anderen… Aber ich brauche Anerkennung. Bin ich deswegen geltungssüchtig? Bin ich unsozial wenn ich mal abschalte, oder mal meine Umwelt vergesse? „Die eigene Freiheit hört da auf, wo sie die Freiheit des anderen einschränkt“ oder so… Aber hat man eigene Freiheit wirklich wenn man doch eh nur für Andere lebt? Wenn man immer an alle denkt und dann auch sich selbst vergisst? Immer für alle da ist und jedem alles Recht machen will?
    Andere sagen ich sei hübsch oder so was, mein Spiegel sagt etwas anderes, er will jeden Morgen zerspringen. vielleicht will er das aber ach nur, weil ich reinschlagen will. Und auf der Waage rumtrampeln. Ich weiss, ich bin nicht dick, aber ich sehe viele Makel, zu viele!

    Ich bin wohl zu egoistisch weil ich soviel über mich rede. Aber über wen rede ich eigentlich?
     
    #1
    Aeldran, 30 Mai 2007
  2. User 12616
    User 12616 (27)
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Erst mal muss ich anmerken, dass ich den Text... ziemlich... cool geschrieben finde, irgendwie. Echt!

    Und dann.. finde ich... du weißt eigentlich sehr sehr viel über dich.
    Akzeptiere dich, so wie du bist. So wie das alles klingt, bist du keineswegs egoistisch. Es hört sich alles ziemlich... normal an.
    Vielleicht solltest du dir eingestehen... dass es das auch ist. Normal.

    Und wenn es nicht normal sein sollte, dann bin ich eben genauso unnormal wie du *g*
     
    #2
    User 12616, 30 Mai 2007
  3. Loomis
    Loomis (29)
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    in einer Beziehung
    Wow, dein Text ist ziemlich beeindruckend geschrieben!

    Und in einigem erkenne ich mich sogar wieder.

    Du kennst dich ziemlich gut - auch wenn du meinst, zwischen deinen Eigenschaften zu stehen.
    Nur die wenigstens können entweder "..." oder "..." sein. Und es ist kein Grund, deine Eigenschaften sofort negativ zu betiteln. "Herrisch, egoistisch, geltunssüchtig, unsozial etc".
    Hab keine Angst davor, zu sein, wie du bist. Wenn deine Freunde dich deswegen sofort kritisieren, wenn du mal abschaltest oder ähnliches, dann sind SIE diejenigen, die unsozial sind.

    Wer freut sich denn nicht mal über Lob und Anerkennung? Wer ist denn schon gern allein? Und welcher gute Freund sorgt sich nicht um seinen besten Freund, wenn dieser so selbstzerstörerisch ist?

    Du scheinst verwirrt zu sein, mit der Frage nach dem eigenen Ich, weil du festgestellt hast, dass du unglaublich vieles bist.
    Sicherlich sind auch negative Dinge dabei - bei wem nicht??
    Du kannst dich selbst ziemlich gut einschätzen.

    Was die Passage angeht, in der du über die "Angst, das Leben zu verpassen" sprichst - ich verstehe, was du meinst, aber leider fallen mir hierzu nicht die richtigen Worte ein...

    Nach dem Eindruck, den dein Text bei mir hinterlassen hat, halte ich dich für ziemlich intelligent und unglaublich vielseitig.

    Liebe Grüße und ich wünsche dir, was immer dir fehlt. :herz:
     
    #3
    Loomis, 30 Mai 2007
  4. Aeldran
    Aeldran (33)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Verlobt
    Wenn ich mal wirklich so kennen würde.
    Ich habe keinen Plan, wer ich wirklich bin, immer nur, wie andere mich sehen... Und scheinbar sehen mich alle anders als ich...

    ...Aber ich habe Angst, mich kennen zu lernen!
     
    #4
    Aeldran, 30 Mai 2007
  5. MandoDiao
    MandoDiao (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    wie kann man sich selbst denn am besten kennenlernen?
     
    #5
    MandoDiao, 30 Mai 2007
  6. matthes
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    vergeben und glücklich
    Hi Aeldran,

    dann hast du das da oben aber nicht alles selbst geschrieben, oder? Einiges können dir andere gesagt haben, aber nicht alles. Das weißt nur du über dich, und vielleicht ist das gar nicht alles schlecht!

    Viele sehen sich so, wie du dich gibst, manche sehen auch den Menschen dahinter. Jetzt kann das ja verschieden sein. Möglichkeit 1: Du zeigst nur einen Teil von dir. Möglichkeit 2: Du verstellst einen bestimmten Teil von dir.

    Ich glaube, dass du in großen Teilen bei Möglichkeit 1 hängen bleibst, du zeigst nur einen Teil. Und viele schätzen sich dann nach dem ein, was sie sehen!

    Übrigens zeigen die meisten Leute nur einen Teil ihrer Eigenschaften/Gedanken/Gefühle, den Rest erfahren vielleicht noch sehr gute Freunde, manche Sachen niemand.

    Glaubst du denn, dass du dich verstellst, um anderen zu gefallen? Ich glaube -- das habe ich so rausgelesen -- dass du die meisten Sachen eigentlich gerne machst, und mit deinem Leben insgesamt recht zufrieden bist. Das leidet aber darunter, dass du zu wenig Bestätigung dafür bekommst, was du machst, oder diese Bestätigung nicht an dich heranlässt ("Andere sagen ich sei hübsch oder so was, mein Spiegel sagt etwas anderes").

    Nutz die Chance, dich kennenzulernen! Du wirst erstaunt sein, wie viele positive Sachen du finden wirst! Beispielsweise kannst du gute Texte schreiben ;-) Und du wirst auch erstaunt sein, was du durch bewusste Wahrnehmung an Selbstbewusstsein findest, wenn du erkennst, wer du bist und was du kannst (und vor allen Dingen auch, wer du nicht bist und was du nicht kannst)!

    *dich in den Arm nehm*
    matthes
     
    #6
    matthes, 30 Mai 2007
  7. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    ich kann dir meine erfahrung mitteilen:

    im Alter zwischen 17 und 20 haben mich menschen sehr verschieden eingeschätzt. ein teil als "sehr ängstlich" - andere als "enorm dominant". nun, ich bin bzw. war beides. du bist viel. das sind alles facetten einer persönlichkeit, man ist nicht nur SO oder ausschließlich SO - es ist ein gemisch. trotzdem ergibt sich eben ein gesamtbild, für die einen mehr in die richtung, für die anderen gibt es einen anderen schwerpunkt.

    manche freunde kennen die eigenschaft von dir besonders, auf andere wirkst du in anderem umfeld eben nochmals anders.

    über mich haben sich damals in meinem gymnasium zwei lehrer gestritten :engel:, weil der eine mich fördern wollte und meine schüchternheit bedauerte - der andere meinte, mich müsse man nicht noch fördern, sondern auf jeden fall bremsen, so dominant, wie ich in dessen kurs auftrat... dass mein verhalten eben RESONANZ ist auf deren verhalten, schienen sie erst nicht zu begreifen. ein dritter lehrer hat mir etwas ungläubig von dem streit im lehrerzimmer erzählt und meinte zu mir: "Sie polarisieren jedenfalls, das spricht für Ihre charakterliche Vielfalt." :zwinker:

    ich hab für mich dann verstanden, dass ich einfach ich bin, mal so, mal so; mal extrem, mal öde und langweilig, dass ich trotz schüchternheit in der lage bin, leute zu führen, dass mein auftreten forsch wirken kann, obwohl ich innen ganz klein bin... dass ich schwach und stark bin. und dass das auch ganz okay so ist :zwinker:.

    auch heute noch passiert es mir, dass mir jemand erstaunt sagt, dass ich ja anders bin, als er dachte... mein chef hielt mich lange für schweigsam, ernsthaft und zurückhaltend, bis er mal mitbekam, dass ich auch anders sein kann. ich passe mich an situationen halt an, was mit "verstellen" nichts zu tun hat. mein freund, den ich schon einige jahre als guten freund kannte, bevor wir ein paar wurden, meinte nach dem ersten jahr Beziehung, dass ich ihn immer noch neu überrasche und er viel von mir noch nicht kannte, obwohl wir uns schon lange nahe gestanden hatten - mein weiches gemüt bekam er vorher nicht so mit z.b.

    wir können dir nicht sagen, wer du bist. außer: na, du bist aeldran. du bist du.
     
    #7
    User 20976, 31 Mai 2007

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