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Wer versteht schon Kafka!!!

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von * May *, 19 Oktober 2002.

  1. * May *
    Gast
    0
    Hi!!

    Versteht einer von euch von Franz Kafka "Eine alltägliche Verwirrung"?
    Ich kann mir den Text so oft durch lesen, wie ich will, aber ich weiß absolut nicht, was das ganze soll! Und nächste Woche muss ich darüber eine Interpretation schreiben. Kann mir vielleicht irgendjemand helfen?

    May
     
    #1
    * May *, 19 Oktober 2002
  2. User 1539
    User 1539 (33)
    Sehr bekannt hier
    6.859
    173
    4
    Verheiratet
    Musste auch mal was von dem interpretieren ... aus dem Buch "Amerika". Durfte damals das letzte Kapitel anhand seiner 'parabolischen Struktur' interpretieren :kotz: ... und da ich den Kerl auch absolut net versteh, hab ich mir das mehr oder weniger ausm Net gezogen *g*.
    Schau doch mal bei www.hausarbeiten.de oder gib bei Google "Frank Kafka Interpretation alltägliche Verwirrung" ein ... da findeste bestimmt was :zwinker:
     
    #2
    User 1539, 19 Oktober 2002
  3. High Noon
    Gast
    0
    #3
    High Noon, 19 Oktober 2002
  4. TanteHerta
    Verbringt hier viel Zeit
    183
    101
    0
    nicht angegeben
    Lieh dir ein paar Literaturwissenschftliche Interpretationen zu Kafa aus.

    Die Geschichte ist typisch für die Motivik und Themenkonstellation bei Kafka. Selbst wenn in dem Buch, das du leihst, nicht direkt etwas zu dieser Parabell steht, wirst du übertragen können. Ich bin der Meinung starke thematische Ähnlichkeiten zu Kafkas Roman "Das Schloss" ausgemacht zu haben.

    An Kafkas Stücke kann man sich gut vom Gefühl, das ausgelöst wird (Einsamkeit, Verwirrung, Kälte und Undurchschaubarkeit der umgebenden Welt) nähern. Eine Realität / Logik fehlt meist, deshalb interpretiere ich Kafka immer darüber, welche Gefühle beim Leser ausgelöst werden oder ein realer Mensch vermutlich hätte, würde er das selbe erleben, wie die Figuren aus dem Stück.


    Aber keine Angst, mit ein paar Büchern (aufs Internet würde ich mich in dem Fall nicht verlassen, da finde ich NIE vernünftige literaturwissenschaftliche Texte, da ist nur Dünnbrettbohrerkram) schaffst du das bestimmt, da es mir sehr typisch Kafka zu sein scheint und deshalb leicht zu übertragen.

    Wenn du Lust hast, schreib doch deine Ideen hier rein, dann kriegts du gern Kommentare von mir.
     
    #4
    TanteHerta, 19 Oktober 2002
  5. High Noon
    Gast
    0
    irgendwie is die geschichte geil :grin:

    also ich würd mal so in den raum werfen, interpretationstechnisch:

    der geschäftsabschluss war zumindest von A nich wirklich gewollt.

    Der tat zwar offensichtlich, was er tun musste, nämlich sich zu B zu bewegen, aber brauchte dafür 10 stunden.

    nach SEINER meinung waren die umstände jedoch dieselben wie den tag zuvor, wo er nur 10 minuten brauchte. nach SEINER meinung. die umstände können auch diesselben gewesen sein, jedoch hat er selbst vielleicht nicht mitbekommen, wie er sich vor der sache drücken wollte.

    kafkas stories wirken ja fast wie diffuse träume, meist albträume - das ist hier ähnlich. hat auch fast jeder schonmal erlebt - in albträumen bewegt man sich auf einer stelle und kommt aber nicht vorwärts, nur unter extremer kraftanstrengung und dann nur millimeterweise. oder man schreit und es kommen aber keine töne aus dem mund.

    ich würds so deuten: dieser A wollte im grunde dieses geschäft nicht abschließen, ungutes gefühl oder so, was ihm nicht bewußt war, und sein unbewußtes hat ihm so ein bissel die realität verfälscht -

    - er hat den B am morgen, als er sich auf den weg machte, nicht wahrgenommen, er hatte völlig "den kopp zu"
    - er hat nicht gemerkt, wie er vielleicht tausend umwege gemacht hat, um nach H zu kommen oder sich extrem langsam bewegt hat - für ihn waren die umstände genau diesselben.

    er wollte dieses geschäft nicht abschließen und hat es sich nicht eingestanden und sein unbewußtes hat die realität so verzerrt, dass er am ende praktisch unschuldig dasteht.

    diese interpretation ist aber ohne gewähr
    :cool1:
     
    #5
    High Noon, 19 Oktober 2002
  6. * May *
    Gast
    0
    Vielen Dank erst mal! :smile: :smile:

    @ Juvia: Im netz hab ich schon geschaut. Da gibt's zwar einige Interpretationen von Kafka, aber keine zu dieser Geschichte.
    Aber danke für den Link, da schau ich noch mal nach!

    @ TanteHerta: Danke für deine Hilfe! Wenn ich was geschrieben hab, kann ich's dir ja mal zeigen! :zwinker:

    @ High noon: Danke, du hast mir echt geholfen, das wenigstens ansatzweise zu verstehen! Dass ihm die 10 Stunden nur so lang vorkommen, hab ich mir auch gedacht, allerdings steht da ja, dass er morgens los läuft und erst abends in H. ankommt... also müssten das ja schon an die 10 Stunden gewesen sein, oder?

    Oh mann... kann das sein, dass das "Phantastische Literatur" ist? Oder hat Kafka so was nicht geschrieben?

    Liebe Grüße,
    May
     
    #6
    * May *, 19 Oktober 2002
  7. TanteHerta
    Verbringt hier viel Zeit
    183
    101
    0
    nicht angegeben
    ______________

    der geschäftsabschluss war zumindest von A nich wirklich gewollt.
    ______________

    Hm, mit der Aussage wäre ich vorsichtig - sie wird nirgends im Text gestützt. es ist zwar EINE mögliche Erklärung - aber eben nur eine.

    Geht man davon aus, das Kafka die Probleme des Menschen sich in der modernen Welt zu bewegen / zurechtzufinden (ein ihm von vielen Literaturwissenschaftlern zugeordnetes Hauptmotiv), so ist deine Begründung zu "bodenständig", da zu sehr vom Subjekt der Geschichte aus gedacht. Kafkas Figuren scheitern häufig an einem rätselhaften, unverständlichen Äußeren, an einer unbegreiflichen Wirklichkeit. Darum wäre ich sehr vorsichtig mit deiner Interpretation, wie gesagt: als Seitenaspekt, als eine mögliche Erklärung - aber bloss nicht die Interpretation darauf aufbauen, denn wenn Mays LehrerIn dieser Grundannahme dann nicht folgt, was ja gar nicht so unwahrscheinlich ist (allgemeine Literaturwissenschaftliche Meinung und so), ist es doof gelaufen.



    ________________
    kafkas stories wirken ja fast wie diffuse träume, meist albträume - das ist hier ähnlich. hat auch fast jeder schonmal erlebt - in albträumen bewegt man sich auf einer stelle und kommt aber nicht vorwärts, nur unter extremer kraftanstrengung und dann nur millimeterweise. oder man schreit und es kommen aber keine töne aus dem mund.
    ________________


    Jau, genau.... Ich mag die auch total gern. Hat einer von euch "Der Traum" von Kafka gelesen?

    http://members.aol.com/neptunius2/lit/eintraum.htm
     
    #7
    TanteHerta, 19 Oktober 2002
  8. User 5089
    Verbringt hier viel Zeit
    20
    88
    4
    nicht angegeben
    Habe mir dazu mal was einfallen lassen:


    Der Titel spricht für sich: "Eine alltägliche Verwirrung" zeigt die Machtlosigkeit des Menschen gegenüber der Zufälligkeit der Außenwelt, welche sich in verschiedensten Formen äußern kann.

    Daher sind auch die Figuren nur grob skizziert und nahezu beliebig übertragbar, da die Wirrungen des Lebens überall zuschlagen können und somit die Entpersonalisierung der Figuren den metaphorischen Charakter der Kurzgeschichte verstärkt.

    Nun zur eigentlichen Handlung, die ein existenzialistisches Motiv des Scheiterns mit absurden Elementen vermengt. So rühmt sich A seiner Schnelligkeit auf den Wegen für die Vorbesprechung und weiß doch gleichzeitig, dass er am nächsten Tag Stunden für die gleiche Aufgabe benötigen wird ("Da dieser voraussichtlich mehrere Stunden erfordern wird").

    Trotz der subjektiv gleichen äußeren Umstände braucht A nun zehn Stunden und viel Ausdauer, um diesen "wichtigen" Termin wahrnehmen zu können. Als er schließlich erschöpft ankommt, wird ihm mitgeteilt, dass B. sich bereits auf dem Weg zu ihm befände und sie sich eigentlich hätten begegnen müssen. Voller Sorge macht er sich nach Hause auf, nur um dort zu erfahren, dass er B. bereits am frühen Morgen im "Haustor" getroffen habe und dieser nun ärgerlich im Haus auf ihn warte.

    Diese Ereigniskette zeigt das schicksalhafte Pech des A., dem es trotz aller Anstrengungen versagt ist, das "Geschäft" abzuschließen und daraus Vorteile, vielleicht so etwas wie Glück zu ziehen. Seine Fixierung auf den Termin geht sogar so weit, dass er seinen Geschäftspartner nicht erkennt und sich lieber zu dem vereinbarten Ort begibt, anstatt mit B. direkt im Hauseingang zu verhandeln.

    Aber jetzt ist B. ja in A.s Zimmer, was soll jetzt noch passieren, der Protagonist muss jetzt die Erfüllung seines Wunsches finden? Der tragischen Grundstimmung angemessen ist dem nicht so: A bleibt an einer Treppenstufe hängen, verletzt sich schwer und hört B. nur wütend an sich vorbeihuschen.

    Vielleicht lassen sich die Rollen von A und B ja mit Mensch und Schicksal besetzen. Das Vorgeplänkel lässt sich gut an, aber in der Stunde der Entscheidung ignoriert der Mensch aus einem inneren Zwang, der das Scheitern anlegt und gleichzeitig seiner tiefsten Natur entspringt, den richtigen Moment, seine Wünsche zu erfüllen. B begegnete ihm im Hausflur und A war nur versessen darauf, das Haus von B zu erreichen, statt mit B zu sprechen. Er folgte sozusagen veralteten, der Situation unangemessenen Maximen, die ihn in seinem Bemühen zurückwarfen. Dennoch gibt er nicht auf und kehrt zum Ausgangspunkt seiner Reise zurück, um auf den letzten Metern drastisch zu versagen und das Glück an sich vorbeihuschen zu sehen, ohne ihm habhaft werden zu können.

    Der Ortswechsel deutet wahrscheinlich an, dass der Mensch weder in der Ferne noch in der Nähe sein Glück finden kann, weil er sich immer zur falschen Zeit am richtigen Ort befindet.
    Die Kontingenz des Lebens verweigert ihm jedes Glück und macht ihn letztlich zu einem Hamster im Laufrad, der sich zwar abmüht, aber keine Ergebnisse erzielen kann.
     
    #8
    User 5089, 20 Oktober 2002
  9. High Noon
    Gast
    0
    @TanteHerta: *zustimm!* ich hab das ganze eher aus dem bauch heraus interpretiert, so gut kenne ich kafkas werke im gesamten nicht, da hast du recht - so einfach kann man es sich wahrscheinlich wirklich nicht machen.

    @HbJ: Kompliment! :grin:

    wenn ich das ganze interpretieren müßte, würd ich aber noch anmerken (man soll ja immer irgendwie einen "persönlichen" bezug zu einem werk versuchen, herzustellen) .... dass ich die Rolle des A irgendwie zu passiv, zu fremdbestimmt empfinde.

    Das ganze scheitert wegen Gründen, die eigentlich Peanuts sind - die Zeit, die er für den Weg brauchte, war abschätzbar - er war ihn den Tag zuvor schon gegangen.

    die Tatsache, dass sich B schon früh auf den Weg machte - warum hat B zuvor A nicht darüber informiert, dass er sich schon auf den Weg macht?

    Dann das aufeinandertreffen im Flur, wo A B völlig ignorierte, ihn vermutlich nicht einordnen konnte in diesem Moment.......

    schließlich am ende dieses stolpern auf dieser treppe, die er sicher schon tausendmal gegangen war (war ja sein eigenes haus) ......

    außerdem ist A nicht mal irgendwas konkretes dazwischengekommen....

    HbJ hats schon angedeutet - A und B werden von Kafka als Marionetten dargestellt, nicht nur unfähig, auf sich ändernde umweltbedingungen zu reagieren (z.b. wenn A was konkretes dazwischengekommen wäre) sondern auch unfähig, gleichbleibende bedingungen zu ihren gunsten zu nutzen.

    ich denke, HbJ hat hier sicher recht:

    doch diese "hamster im laufrad" - theorie lehne ich ab, zumal ja NICHTS konkret dazwischengekommen ist, ...NICHTS.

    ich würds eher so sagen - der mensch MACHT sich manchmal zum hamster im laufrad, weil er seine chancen und möglichkeiten nicht erkennt - sich aufgrund von äußeren zwängen auch nicht flexibel genug auf neue situationen einstellen kann, um sie zu seinen gunsten umzugestalten.

    es sind mir in der geschichte zu viele "hätte, wäre, könnte" versteckt, als dass ich diese pessimistische interpretation so hinnehmen kann.
     
    #9
    High Noon, 20 Oktober 2002
  10. User 5089
    Verbringt hier viel Zeit
    20
    88
    4
    nicht angegeben
    Betrachtet man Kafkas Kurzgeschichten, so fällt ein generell fatalistischer und düsterer Hintergrund auf, der die Menschen immer an der Erreichung ihrer Ziele hindert.

    Daher bietet sich die "Laufradtheorie" im Gesamtkontext an, obwohl das wohl in den Bereich künsterlische Freiheit fällt, die jeder Interpret hat (darüber hinaus mag ich provokante Schlusssätze :grin:).

    Aber A wusste, dass der entscheidende Weg zu B mehrere Stunden in Anspruch nehmen würde; warum, wird wahrscheinlich bewusst verschwiegen, um die Zufälligkeit zu betonen. Dieses "NICHTS" ist gerade die Zufälligkeit, was auch die von Dir angesprochenen Möglichkeiten begründet, die sich aber alle gegen die beiden Personen verschwören.

    Und wie ich bereits sagte:
    Daher macht sich der Mensch, wie bereits von Dir festgestellt, selbst zum Hamster.
     
    #10
    User 5089, 20 Oktober 2002
  11. * May *
    Gast
    0
    Jetzt hab ich fast alles gelöscht! Ich bin ja fast so dumm wie A.!!!

    So, hier noch mal zusammen gefasst, was ich (bzw. zum größten Teil ihr)
    rausgefunden hab...

    * Werk eines Psychotikers oder Neurotikers?

    * Alle Faktoren, die zu einem Scheitern der
    Begegnung führen könnten, treffen mit wunderschön ausgemalter
    Zwangsläufigkeit auch ein, und das trotz bester Ausgangssituationen.
    Vielleicht hat A sogar den unbewussten WUNSCH, dass die Begegnung nicht
    stattfindet - "the fear of winning", gewissermaßen. Der krönende Abschluss:
    die Person löst sich in Nichts auf und kann sich bestätigt fühlen, dass
    diese Begegnung von vornherein zum Scheitern verurteilt war.

    * Statt eines psychologischen Ansatzes könnte man mit Verweis auf die
    Traumähnliche Erzählweise einsteigen, die aber wahrscheinlich aufs selbe
    hinausläuft.

    * Trotz der subjektiv gleichen äußeren Umstände braucht A nun zehn Stunden und viel Ausdauer, um diesen "wichtigen" Termin wahrnehmen zu können. Als er schließlich erschöpft ankommt, wird ihm mitgeteilt, dass B. sich bereits auf dem Weg zu ihm befände und sie sich eigentlich hätten begegnen müssen. Voller Sorge macht er sich nach Hause auf, nur um dort zu erfahren, dass er B. bereits am frühen Morgen im "Haustor" getroffen habe und dieser nun ärgerlich im Haus auf ihn warte.

    * Diese Ereigniskette zeigt das schicksalhafte Pech des A., dem es trotz aller Anstrengungen versagt ist, das "Geschäft" abzuschließen und daraus Vorteile, vielleicht so etwas wie Glück zu ziehen. Seine Fixierung auf den Termin geht sogar so weit, dass er seinen Geschäftspartner nicht erkennt und sich lieber zu dem vereinbarten Ort begibt, anstatt mit B. direkt im Hauseingang zu verhandeln.

    * Aber jetzt ist B. ja in A.s Zimmer, was soll jetzt noch passieren, der Protagonist muss jetzt die Erfüllung seines Wunsches finden? Der tragischen Grundstimmung angemessen ist dem nicht so: A bleibt an einer Treppenstufe hängen, verletzt sich schwer und hört B. nur wütend an sich vorbeihuschen.

    * Vielleicht lassen sich die Rollen von A und B ja mit Mensch und Schicksal besetzen. Das Vorgeplänkel lässt sich gut an, aber in der Stunde der Entscheidung ignoriert der Mensch aus einem inneren Zwang, der das Scheitern anlegt und gleichzeitig seiner tiefsten Natur entspringt, den richtigen Moment, seine Wünsche zu erfüllen. B begegnete ihm im Hausflur und A war nur versessen darauf, das Haus von B zu erreichen, statt mit B zu sprechen. Er folgte sozusagen veralteten, der Situation unangemessenen Maximen, die ihn in seinem Bemühen zurückwarfen. Dennoch gibt er nicht auf und kehrt zum Ausgangspunkt seiner Reise zurück, um auf den letzten Metern drastisch zu versagen und das Glück an sich vorbeihuschen zu sehen, ohne ihm habhaft werden zu können.

    *
    Der Ortswechsel deutet wahrscheinlich an, dass der Mensch weder in der Ferne noch in der Nähe sein Glück finden kann, weil er sich immer zur falschen Zeit am richtigen Ort befindet.

    * Das ganze scheitert wegen Gründen, die eigentlich Peanuts sind - die Zeit, die er für den Weg brauchte, war abschätzbar - er war ihn den Tag zuvor schon gegangen.

    die Tatsache, dass sich B schon früh auf den Weg machte - warum hat B zuvor A nicht darüber informiert, dass er sich schon auf den Weg macht?

    Dann das aufeinandertreffen im Flur, wo A B völlig ignorierte, ihn vermutlich nicht einordnen konnte in diesem Moment.......

    schließlich am ende dieses stolpern auf dieser treppe, die er sicher schon tausendmal gegangen war (war ja sein eigenes haus) ......

    außerdem ist A nicht mal irgendwas konkretes dazwischengekommen....

    * A und B werden von Kafka als Marionetten dargestellt, nicht nur unfähig, auf sich ändernde umweltbedingungen zu reagieren (z.b. wenn A was konkretes dazwischengekommen wäre) sondern auch unfähig, gleichbleibende bedingungen zu ihren gunsten zu nutzen.

    * der mensch MACHT sich manchmal zum hamster im laufrad, weil er seine chancen und möglichkeiten nicht erkennt - sich aufgrund von äußeren zwängen auch nicht flexibel genug auf neue situationen einstellen kann, um sie zu seinen gunsten umzugestalten.

    * Betrachtet man Kafkas Kurzgeschichten, so fällt ein generell fatalistischer und düsterer Hintergrund auf, der die Menschen immer an der Erreichung ihrer Ziele hindert.

    * Stilmittel: So gut wie keine literarischen Stilmittel, außer: "alltäglich" kommt drei mal vor! ("Eine alltägliche Verwirrung", "Ein alltäglicher Vorfall", "Ein alltäglicher Heroismus")

    "alltäglich" = Versponnen wie unsere Welt??

    * Sie laufen zwei mal aneinander vorbei! (Einmal im Hauseingang, das andere Mal läuft B an A vorbei die Treppe runter.)

    * Erzähler differenziert sich (" nach As Meinung...")

    * Tempus: Präsens (nähe zwischen Geschichte und Leser)

    * Text relativ undetailiert - aber am Schluss "Eine Sehnenzerrung" -> Detail!
    (Er hätte auch nur schreiben können "Eine Verletzung")

    * Erst rühmt er sich, dann "in Angst wegen des Geschäftes", dann "glücklich darüber" dann "erleidet eine Sehnenzerrung", dann "fast ohnmächtig vor Schmerz"...

    * "winselnd" -> eigentlich kein Ausdruck für einen Menschen.

    * ".... im Dunkeln, hört und sieht er..." -> Wiederspruch!

    * "undeutlich ob in großer Ferne oder knapp neben ihm..." -> irreal? dumm?

    * Redet der Erzähler abwertend über A? ("Unverständlichen Verhaltens A's...", "wenigstens nach A's Meinung...")

    * Offenes Ende. Es werden keine Gründe genannt.

    * Perspektive & Zeit = seltsam!

    * "Hin- und Herweg" -> Alliteration??

    * Schwankungen zwischen real & irreal



    ..... Schaheise!!!!! Ich hab den Rest, den ich hier noch posten wollte ausversehn gelöscht! Kann einer so dumm sein! Da war noch einiges!
    Ich muss jetzt aber dringend ins Bett... also egal! alles egal!
    Konnte euch jetzt nicht mehr alles zeigen, was ich bis jetzt hab, aber wär nett, wenn ihr das hier noch irgendwie bis morgen abend kommentieren könntet!
    Ich schreib am Donnerstag die Arbeit & darf da nur Stichwörter benutzen! Und wir haben nur 45 Minuten Zeit! Das wird ganz schön knapp!
    Toll! Wieso hab ich das jetzt gelöscht!

    Ich hab übrigens heute mittag Kafka's Biographie (an die 14 Seiten) durch gelesen! Ich hätte echt nicht gedacht, dass mich so was interessieren könnte! Aber der Typ ist mir sympatisch! Ich schreib morgen mehr... muss jetzt echt ins Bett!

    Danke an euch alle!!! :smile:

    *muah*
    May
     
    #11
    * May *, 22 Oktober 2002
  12. User 5089
    Verbringt hier viel Zeit
    20
    88
    4
    nicht angegeben
    Das ist bezeichnend für die Alltäglichkeit und Beliebigkeit in Kafkas geschichten, denn weder Gewöhnung noch Übung können uns vor solchen "schicksalhaften" Fehlern bewahren.


    Das Glück steht meistens direkt vor der Nasenspitze, und der Mensch ignoriert es aus einer inneren Schwäche, statt es zu ergreifen.


    Soll wohl auch den beliebigen Zeitpunkt hervorheben.


    Kafkas Texte muten mir manchmal fast wie "Polizeiberichte" an: Nüchtern, gefasst und emotionslos. Die detaillierte Nennung dient wohl dazu, das Scheitern besonders zu betonen und zu konkretisieren, um das Leiden des Protagonisten besser nachvollziehbar zu machen.


    Das Glück huscht an ihm vorbei - A kann nicht einmal sagen, wie deutlich er es verpasst hat. Das spielt eigentlich auch keine Rolle, den verloren ist verloren.


    Hier geht es wohl eher darum, die Befindlichkeiten des A zu zeigen und sein Verhalten nachvollziehbar zu machen.


    Gutes Stichwort!
    Im Ausblick könnte man z.B. fragen, warum Kafka nicht die Möglichkeit eines zweiten Termins skizziert hat, an dem das Geschäft zum Abschluss gebracht werden könnte. Dies liefert einen weiteren Beweis für den pessimistischen Charakter dieser Erzählung.
     
    #12
    User 5089, 23 Oktober 2002

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