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Wie entkomme ich dem Mitleidsschwall auf einer Beerdigung?

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von xoxo, 10 März 2009.

  1. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Verheiratet
    Aus gegebenem Anlass: Stellt euch vor (insofern ihr bisher verschont geblieben seid) ein enges Familienmitglied (Elternteil, Geschwisterkind) ist verstorben. In wenigen Tagen findet die Beerdigung statt und ihr habt schon jetzt das Horrorszenario vor Augen, dass Cousinen und Cousins, Tanten, Onkel, mit denen ihr euch teils auch wirklich gut versteht, Nachbarn, gut Bekannte und auch Fremde auf euch zukommen werden um ihr Beileid auszudrücken.

    Problem: Ich will das absolut nicht. Ich will keine Hände schütteln, ich will nicht über die Haare gestreichelt bekommen, ich will nicht in den Arm genommen werden, ich will keine Taschentücher angeboten und Tränen getröstet bekommen, ich will von keinem hören wie Leid es ihm tut.

    Frage: Wie mache ich den Leuten das klar? Besonders diejenigen, die ich gut kenne, möchte ich ja nicht unnötig verletzten, wenn ich sie abweise.
     
    #1
    xoxo, 10 März 2009
  2. VelvetBird
    Gast
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    Ich denke nicht, dass du das den Leuten klar machen kannst, es sei denn, du hältst vor versammelter Mannschaft eine entsprechende Rede ;-).
    Alternativ: Bleib zu Hause. ;-)
    Oder erdulde es eben.
     
    #2
    VelvetBird, 10 März 2009
  3. RosaWeib
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    vergeben und glücklich
    Vielleicht formulierst Du es in der Todesanzeige ...

    "Von persönlichen Beileidsbekundungen am Grab und im privaten Rahmen bitte ich höflichst Abstand zu nehmen. Danke."
     
    #3
    RosaWeib, 10 März 2009
  4. User 70315
    User 70315 (28)
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    Verheiratet
    ich wüsste leider auch nicht, wie du das unterbinden kannst. du könntest nur versuchen den situationen so gut es geht irgendwie aus dem weg zu gehen oder eine entsprechende körperhaltung einzunehmen.
    aber das wird vermutlich nicht immer etwas bringen. menschen verhalten sich ja oftmals so, weil diese beileidsbekundungen in der form auch ein gewisser selbsttrost sind. (meine beobachtung)
     
    #4
    User 70315, 10 März 2009
  5. betty boo
    betty boo (29)
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    vergeben und glücklich
    ich fand diese situationen auch immer sehr bedrückend und wäre am liebsten auch auf abstand gegangen. ich war eh schon sehr mitgenommen und sowas hat mir dann den rest gegeben....

    aber es gibt kaum ne elegante lösung dafür, um die leute nicht vor den kopf zu stoßen. schließlich sind auch viele andere menschen sehr traurig und wollen dir damit zeigen, dass sie mit dir mitfühlen.

    die idee mit der todesanzeige ginge nur, wenn auch der rest der engen angehörigen ebenso denkt wie du und keine beileidsbekundungen hören will.

    ansonsten seh ich auch bloß die möglichkeiten, das einfach durchzustehen oder nicht hinzugehen.
     
    #5
    betty boo, 10 März 2009
  6. Luc
    Luc (29)
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    nicht angegeben
    Was willst du denn?

    Du kannsz es an einer Rede sagen, sofern du eine machst, oder in der Todesanzeige formulieren.

    Ich habe darin noch keine Erfahrung, aber ich kann mir vorstellen, dass es mich auch stören könnte.
    Vielleicht wirst du es durchstehen müssen..?
     
    #6
    Luc, 10 März 2009
  7. VelvetBird
    Gast
    0
    Hmm... stimmt, das wäre eine Möglichkeit.
    Das Problem ist nur, dass es manchen Menschen vielleicht auch selbst über die Trauer hinweghilft, wenn sie Anderen ihr Beileid aussprechen, insofern weiß ich nicht, wie sie so eine Aufforderung auffassen würden.

    EDIT: Bei dieser Antwortenflut war ich einfach zu langsam :zwinker:.
     
    #7
    VelvetBird, 10 März 2009
  8. IamAllAloneHere
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    Single
    Fand das bei der Beerdigung meiner Mutter gar nicht so schlimm, stelle da einfach auf kalt um und ging recht schnell.
    Wegen der Beerdigung selber, würde ich in die Anzeige in der Zeitung schreiben, dass man von Ansprachen auf der Beerdigung absehen möchte und dass man sich lieber in Kondolenzlisten eintragen solle.
    Da halten sich in der Regel auch lieb alle dran, wenn das die Verwandten möchten.
     
    #9
    IamAllAloneHere, 10 März 2009
  9. capricorn84
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    Erdulden! Einfach nicht hingehen wäre ja auch irgendwie doof. :ratlos: Oder du sagst es ihnen vorher höflich! Durch eine sms oder einen Anruf.

    Bei der Beerdigung meines Opas habe ich nicht geweint wie mir jeder sein Beileid gewünscht hat. Ich habs zurück gehalten und dann für mich geweint als mir niemand zugesehen hat.
     
    #10
    capricorn84, 10 März 2009
  10. many--
    many-- (32)
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    Verheiratet
    So macht man das normalerweise, ja. Das weist dann eigentlich deutlich darauf hin, dass man solche Zeremonien nicht haben möchte. Ich war schon auf Beerdigungen dieses Typs (tweilweise auch als Angehöriger), und eigentlich haben sich auch immer alle daran gehalten.
     
    #11
    many--, 10 März 2009
  11. User 53338
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    offene Beziehung
    Genau das haette ich nun auch geschrieben. Das stand auch in der Anzeige von meinem Klassenlehrer, mit dem Zusatz das es keine Blumen oder Karten geben soll und man lieber auf ein Konto spenden sollte.
     
    #12
    User 53338, 10 März 2009
  12. Zwergenfrau
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    nicht angegeben
    Vielleicht ist es möglich, dass du sofort nach Beendigung der Trauerfeier verschwindest oder spätestens direkt nach der Beerdigung?
    Bei uns in der Trauerhalle ist das logistisch überhaupt kein Problem und ich kenne einige, die diesen Weg gewählt haben, um sich vor den Massen draußen vor der Tür zu "retten".
     
    #13
    Zwergenfrau, 10 März 2009
  13. User 11345
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    nicht angegeben
    Für gewöhnlich stellen sich all die Angehörigen nach der Trauerrede taktisch geschickt in der Kirche auf, sodass jeder an denen Vorbeilaufen muss. Stell dich einfach nicht dazu.

    Denken noch andere Angehörige wie du? Dann könnt ihr auch mit dem Pfarrer reden, oder er auch deine alleinige Bitte in seiner Rede kund tun. Das wurde bei einem Bekannten von mir so gemacht. Bei diesem sagte der Pfarrer, dass es der Wunsch einiger Angehörigen ist nicht kondoliert zu bekommen.
     
    #14
    User 11345, 10 März 2009
  14. User 49007
    User 49007 (29)
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    Ich denke du kannst dem gar nicht entgehen. Das ist halt in der Gesellschaft Anstand. Man tut es weil man es tut.
    Für viele ist es auch eine eigene Bearbeitung der Trauer
     
    #15
    User 49007, 10 März 2009
  15. desh2003
    Gast
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    Ich denke die meisten werden ein 'Zunicken', dass man die Mitleidsbekundung zur Kenntnis genommen hat aber nicht darüber hinaus reden will, verstehen.

    Dem Rest kann man sagen "Tut mir leid/Vielen Dank, aber mir ist nicht danach zu reden".
     
    #16
    desh2003, 10 März 2009
  16. User 46728
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    vergeben und glücklich
    sehe ich auch so..war bisher auf 3 beerdigungen-der von meinem dad,meiner lieblingsoma und meinem onkel...war alles zw okt 2006 und juli 2008.hatte wenig bock und kraft zur letzten beerdigung zu gehen..aber zum glück hatten alle viel mehr "mitleid" mit meiner tante-waisenkind und nun witwe...
    ich hab eig nie daran gedacht,dem zu entkommen,wollte nur das ganze so schnell wir möglich hinter mich bringen..
    bei meinem dad hab ich das noch net realisiert,auf den anderen beiden beerdigungen waren so viele menschen,da gabs genug andere zum bemitleiden...vll kommen ja viele leute zu dieser beerdigung?
     
    #17
    User 46728, 10 März 2009
  17. User 38494
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    gar nicht. :smile:

    was willst du?
    das alle leute dir zeigen wie egal dir deine gefühle sind? :ratlos:

    was bedeutet beileid?
    nicht bemitleiden ... es bedeutet, das man teil hat an dem leiden was ein mensch gerade ERLEIDET!

    ok, ich kenne dein verhältnis nicht zu dem verstorbenen und zu denen die dich kennen. :ratlos:
    aber ich möchte dir an dieser stelle sagen, das es mir leid tut, das ein mensch in deinem umfeld nicht mehr da ist. :frown:

    nun bin ich ja ein paar takte älter als du und habe sehr wohl daran zu knabbern gehabt, das der eine oder andere auf einmal ... oder nach langer zeit ... nicht mehr ist.

    ja, so ein beileid wünscht man sich nicht!

    erst recht nicht, wenn es um einen menschen geht, den man sehr gern gehabt hat.

    wie man damit umgeht?
    man steht es durch.
    man sieht wie menschen die einen mögen vorsichtig und hilflos sind indem sie ihr BEIleid aussprechen.

    mir war daran nichts peinlich oder abstrakt.

    manche haben mich in den arm genommen, weil sie wussten das sie das bei mir in diesem einen moment dürfen.
    manche haben mir nur stumm die hand hin gehalten und wieder andere mich umarmt.

    das der schmerz so groß war und ich dann "geflüchtet" bin, haben wohl alle verstanden und dann von selbst abstand genommen, oder gefragt, ob sie mich trösten können ... mit eigenen tränen in den augen.

    leid?
    was ist leid in dem moment?
    kann man richtig mitleiden?
    wohl nur die wenigsten ... und da wäre es mir wichtig, das diejenigen mir nicht den rücken zudrehen.

    ist dir der mensch egal der gerade zu grabe getragen wird, solltest du soviel anstand haben nicht dort zu erscheinen.

    ist dir der mensch nicht egal, solltest du soviel anstand haben eben diese "unangenehmen" dinge zu ertragen, auch wenn es einem schwer fällt.

    aber wenn du das thema vertiefen willst, können wir gern per pn schreiben.
     
    #18
    User 38494, 11 März 2009
  18. happy&sad
    happy&sad (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Bei der Beerdigung meines Vaters hatte ich es in der Hinsicht leicht. Es war eine Beerdigung im engsten Familienkreis, nur seine Frau, Kinder, Mutter und Brüder. Nicht einmal seine Neffen, Schwägerinnen und Schwiegermutter waren da. Unsere Familie neigt nicht dazu, sich Beileid für etwas auszusprechen, was alle betrifft, deswegen fiel das weg. Darüber war ich auch sehr froh, denn ich wollte dem auch entgehen.
    Bekannte, Freunde und Arbeitskollegen wollten natürlich ihr Beileid ausdrücken. Aber diese waren nicht auf der Beerdigung, deshalb wurde da keine 'Szene' draus. Diejenigen, die mir nicht so nah standen haben es nur mündlich ausgedrückt (wenn überhaupt, meine Haltung sprach dafür, dass ich es nicht gerne wollte) und diejenigen, die mich gut kannten wussten, dass sie sich zurück halten sollten.
    Eine etwas kühle Haltung wird einem nach einem Todesfall nicht übel genommen. Ich habe im Alltag daher jedes Gespräch, dass sich auf den Tod meines Vaters bezog, einfach abgewürgt. Spätestens da wusste die andere Person, dass ich nicht darüber reden möchte und das hat schell die Runde gemacht.

    Wäre es keine so eingegrenzte Beerdigung gewesen hätte ich mich wohl vor allem immer am Rand aufgehalten um nicht zufällig in Berührung mit anderen zu kommen.
    Auf einer Beerdigung versteht sicher jeder, dass die Betroffenen vor allem auf sich selbst bedacht sind. Zumindest habe ich es noch nie erlebt, dass jemand es übel genommen hätte, wenn ein Betroffener einfach klar gesagt hätte, dass er seine Ruhe will.

    Bisher war ich auf ca. ein halbes Dutzend Beerdigungen von Freunden/ Verwandten. Vielleicht mache ich mir zu viele Gedanken darum, aber ich spreche niemanden mein Beileid dort aus. Trauernde haben schon genug Probleme (sowohl Papierkram als auch Emotionen), da muss ich ihnen nicht auch noch auf den Wecker fallen mit einer Floskel. Denn dazu ist es meist verkommen. Natürlich tut es einem leid, wenn ein Verwandte oder Freund von jemanden gestorben ist, niemand will, dass seine Freunde leiden, aber man kann einfach nicht selbst diesen Verlust so wahrnehmen wie der andere. Ich finde es unangemessen meiner Trauer dadurch Ausdruck zu verleihen dass ich es Leuten, die es schwerer haben, auf der Beerdigung sage.
     
    #19
    happy&sad, 11 März 2009
  19. User 36025
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    ich bin nach der beerdigung einfach nicht am grab stehen geblieben. und das schienen alle akzeptiert und verstanden zu haben, dass man mir nun nicht hinterherlaufen soll.

    ich wünsche dir viel kraft für den tag! und auch für die davor und danach..
     
    #20
    User 36025, 12 März 2009

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