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Wie erzieht man nen Teenie? -_-

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von sum.sum.sum, 7 Juli 2008.

  1. sum.sum.sum
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    Grüß Gott,...

    vielleicht, ganz kurz, zu den Umständen... ich wohne schon seit Jahren in einer Kellerwohnung des Elternhauses - darüber meine Mutter, meine jetzt 16 jährige Schwester und bis Oktober auch mein Vater. Er starb an einem Herzinfarkt.

    Seitdem fühle ich mich in der Verantwortung, mich um meine Mutter und meine Schwester zu kümmern - und um das Haus. Naja, eigentlich um "die Häuser" - aber das ignorieren wir mal.

    Ich arbeite relativ viel, für relativ wenig Lohn, hab sehr wenig Urlaubstage und arbeite oft auch am Wochenende - da ich meist erst gegen 18:00-19:00 nach Hause komme, hab ich keinen sehr "häufigen" Kontakt mit meiner Mutter oder Schwester. Vielleicht eine Stunde Abends, z.b. beim Essen mit meiner Mutter. Schließlich beanspruche ich auch einen Teil meiner Freizeit für mich - und neben dem stünden natürlich noch die Arbeiten an, die mich an Haus und Hof binden... nunja.

    Mit meiner Schwester, so würd ich mal sagen, komm ich überhaupt nicht klar. Sie kommt halt nach Ihrem Vater... zusätzlich zu den bekannten Eigenschaften eines pupertierenden Teenies ("Die anderen dürfen immer... nur ich nicht", "Warum soll ich das machen?!", "Nein", "Keine Lust", "Machs doch selbst", etc.) kommt auch noch, dass sie in letzter Zeit einen starken Drang zum Egoismus und einer "Apartie" was Verantwortung - oder besser - Pflichten anbelangt, aufgebaut hat. Meine Mutter bittet Sie wirklich nicht um vieles - mal die Dusche putzen, mal Staubsaugen, mal den Geschirrspüler ausräumen, Wäsche zusammenlegen, etc.

    In letzter Zeit hat sie rein garnichts davon wahrgenommen, sondern nur gebockt, oder mit einem "Ich hab keine Zeit" oder "Ich muss weg" kommentiert.

    Ich hab leider keinen großen Einfluss darauf, ihr ins Gewissen zu reden. Um euch vielleicht ein Beispiel zu geben, wie das zwischen mir und ihr läuft: Ich seh Sie im Schnitt wohl alle 2 Tage mit einem flüchtigen "Hallo" - ein wirkliches Gespräch hab ich nie mit ihr geführt. Nein - nicht führen können. Ein Beispiel: Die letzten Wochen habe ich IMMER, wenn ich Sie gesehen hab, versucht ein Gespräch mit ihr zu führen. Und das läuft immer auf den folgenden Dialog raus...

    "Na, wie gehts so?" "Gut"
    "Was hast heut so getrieben?" "Schule"
    "Na und sonst? Viel am lernen?" "Ja"
    "Was treibst am Wochenende?" "Weggehen"
    "Und Wohin?" "Zur Freundin XYZ"

    Das könnte ich noch ewig weiter spinnen - in die Richtung hat das keinen Sinn.

    Nun, das eigentliche Problem...
    Meine Mutter ist ein äußerst gutmütiger Mensch. (Ich komm im übrigen nach ihr *g*). Wenn man lang genug nörgelt, lässt sie sich idR breitschlagen. Sie geht immer auf einen zu - man muss nur lange genug warten. Und Sie würde alles tun, um jemanden Glücklich zu machen - meist auch, wenn man es nicht zulässt.

    Meine Schwester weiß das, und benutzt es natürlich unterbewusst (oder bewusst?) dazu, um länger weg zu bleiben (Weil sie ist ja schon 16, und alle anderen dürfen ja auch bis 2 Uhr nachts weg - nur Sie nicht, Sie muss als einzige um 1:00 zuhause sein), für neue Klamotten (weil die ja so In sind, und wenn Sie das nicht auch hat - wie alle Ihre Freundinnen, deren Eltern sich das leisten können - dann würde Sie in ihrem Freudeskreis ne Stufe niedriger rutschen).

    Ich hab keinen Draht zu meiner Schwester, und der einzige Weg über meine Mutter (die mit so einem Typ Mensch gut 35 Jahre ausgehalten hat...) ist nicht sonderlich... sagen wir... von Erfolg gekrönt. Sie kann einfach nicht standhalten, wenn meine Schwester auf die Heul-Tour versucht, ihr "Recht" einzufordern, das "alle anderen auch haben".

    Sie kennt keine Regeln. Sie kennt kein Hausarrest, kein Internet- oder Fernsehverbot, keine "Strafarbeit", keine Pflichten (und wenn Sie solche doch kennt, redet Sie sich damit raus. "Ich kann das jetzt nicht machen, ich muss doch lernen.").

    Ich bin mit soetwas überfordert, ich kann nicht versuchen für jemanden ein Vaterersatz zu sein, für den ich wohl noch fremder bin, als ein Penner am Bahnhof. Aber so gehts nicht weiter - das Haus und das Grundstück sind groß, ich verbring meine Samstage (sofern ich nicht Arbeite) mit Rasenmähen, Mängel beseitigen, aufgestaute Arbeiten erledigen, etc. - meine Mutter rackert sich ab, Kochen, Waschen, Bügeln, Putzen, Arbeiten, ... - und meine Schwester liegt den ganzen Tag auf der Couch, schaut TV, chattet oder ist Weg.

    Und ich hätte äußerst gute Lust ihr dafür einfach mal eine Woche Hausarrest zu geben. Und wenn Sie nach 2 Tagen das zetern und bocken anfängt, auch noch das Internet abzuklemmen. Und wenn's weiter geht, auch noch den TV - den Willen brechen, dass nicht IHRE Bedürfnisse über den anderen stehen. Aber da ich viel Arbeite, und man meine Mutter nur oft genug beackern muss (mit solchen Finishern wie "Der Papa hätte das nie gemacht", "Das sagst du doch auch nur, weil der Papa nich mehr da ist" - was dazu führt das meine Mutter in Tränen ausbricht und erstmal nen halben Tag braucht um sich wieder zu fangen).

    Nun meine Frage an euch - was soll ich tun? Den so wie's ist, lass ich das nicht weiter durchgehen. Soll man sie... ich sage mal... langsam an ein Pflichte/Rechte-System ranführen? In der Form von "wenn du xyz tust, darfst du xyz machen - wenn nicht, dann nicht" (was wohl mehr in Erpressung ausartet), oder in Form einer Bestrafung: Du hast dein Zimmer nicht aufgeräumt, deshalb darfst du am Freitag nicht weg. ?

    Ich mein... ich will natürlich nicht meiner Mutter Authorität aushebeln - aber Sie und ich sind ihrer Defizite bewusst (naja, sagen wir, ihre "angreifbaren Stellen") - und ich sag ihr schon seit 2 Jahren, dass Sie die Zügel bei meiner Schwester zu schlaff hält. Ich will mir nicht auf die Schulter klopfen, aber ICH hab mich nie widersetzt wenn es darum ging, um XYZ Uhr zuhause zu sein - und ich hab auch nie Stundenlang gebettelt, um noch 2 Stunden mehr rauszuschlagen. Ich hab vielleicht auch mal gebockt, kam dann aber recht schnell zur Einsicht (nicht zuletzt wegen meinem Vater, der... sagen wir... mehr Authorität ausgestrahlt hat, als meine Mutter es tut). Ihr fehlt das.

    Jemand 'ne Idee?
     
    #1
    sum.sum.sum, 7 Juli 2008
  2. squarepusher
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    ich bin in einer etwas ähnlichen situation. mein rat: "don't go there". du bist und bleibst der bruder deiner schwester, nicht ihr vater. es hat keinen sinn, die Beziehung zu ihr irgendwie zu verändern. du solltest ihr beistehen als das was du bist, und dich jetzt nicht auf biegen und brechen als eine art von vater-/leit-/stützfigur auffrisieren, die du weder bist noch, sind wir ehrlich, wirklich schon sein kannst. mit 21 bist du noch ein recht grüner erwachsener, wenn nicht überhaupt noch ein drittel teenager.

    ihr habt euren vater verloren, das ist harsch und mein beileid dazu. es gibt ein fühlbares loch dort, wo euer vater war und jetzt nicht mehr ist. aber: du bist nicht dein vater. bleib ihr bruder und steh ihr so bei. versuch, ihr mit ihren teenie-problemen auch als bruder zu helfen, quasi: "gemeinsam sind wir stark.", auf einer ebene, nicht von oben herab.

    es ist schön, dass du dich als teen an die vorgaben eurer eltern gehalten hast - aber wenn es deine schwester nicht tut, oder zumindest nicht in einer form, die dir "schmeckt", bedeutet das nicht, dass sie ein schlechter teenager ist, sich in einer verquere richtung entwickelt oder sonstwie abnormal ist. wenn du sowas als ablehnenswert empfindest, dann zeigt das IMO, dass der elternteil-schuh noch zu groß für dich ist. davon noch abgesehen: sie ist 16 und damit an einem punkt, an dem 95% aller züge abgefahren sind - lass sie sein, wie sie eben sein will, wenn sie etwas von dir braucht, wird sie kommen..

    sei ihr eine bezugsperson, nicht mehr nicht weniger. überleg dir, was du machen würdest, wenn du mit 16 deinen vater verlierst, und dann kommt dein großer bruder daher und will dir erklären, wie lang du fortbleiben darfst und wie lange nicht.. (kleiner tipp: die normale antwort ist nicht gerade "pleasant")
     
    #2
    squarepusher, 7 Juli 2008
  3. sum.sum.sum
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    Mag sein. Das ändert aber rein garnichts daran, das Sie Narrenfreiheit genießt, ich nicht mehr weiß, wie ich meiner Mutter - die offensichtlich damit Kummer und Ratlosigkeit hat - helfen soll, und sich genau das auf das allgemein Wohlbefinden auswirkt.

    Ich habe _keine Lust_ jeden Abend die "starke Schulter" für meine Mutter zu sein, weil meine Schwester der Meinung war, wieder einen "Wenn Papa noch leben würde"-Finisher los zu lassen, weil DAS wirkt sich auch auf mein Gemüt aus.

    Ihr "beistehen"? Ich hab heute im Vorbeigehen mitbekommen, wie sich meine Mutter lautstark mit meiner Schwester "unterhalten" hat. Ich war verwundert, dass meine Schwester zwei Sätze aneinander reihen kann - und nicht nur mit knappen "Ja", "Nein" und "Keinen Bock" antwortet. Sagt das nicht genug über meine "Beziehung" zu ihr aus? Ich steh selbst meinen Nachbarn, die ich nicht leiden kann, näher als meiner Schwester - und schon nur allein deshalb, weil die zumindest in der Lage sind, 5 Minuten Smalltalk zu betreiben.

    Sorry, was soll ich den da tun? Nichts? Zuschaun, wie meine Schwester bockt, meine Mutter kaputt macht, meine Mutter sich daraufhin selbst kaputt macht, und ich irgendwann alleine mit meiner Schwester da steh?

    Na Klasse...
     
    #3
    sum.sum.sum, 8 Juli 2008
  4. squarepusher
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    dann sprichs an. lass es raus, sag deiner schwester, was du von diesem schwachsinn hältst. aber tu es als ihr bruder und nicht als jemand, der der meinung ist, ein recht zu haben, sie zu "erziehen". damit tust du ihr keinen gefallen.

    aber hauptsache du willst sie "erziehen".
    schau. objektiv weißt du nichts über deine schwester. scheinbar, warum auch immer.

    steh ihr bei, sei ihr eine bezugsperson, bis du zeit gehabt hast, etwas mehr zu verstehen als nur die kruste an der oberfläche (schwester ist einsilbig, fetzt sich mit der mutter, revoltiert, verwendet den toten vater in meinungsverschiedenheiten, ..) "mitansehen" zu müssen. versuch zu verstehen, was ihr vielleicht fehlt. das hat mit erziehung nichts zu tun.

    sorry, ich will dir nicht zu nahe treten, aber mein gott, der "elefant im raum" ist, dass euer vater tot ist. habt ihr angefangen, das gemeinsam zu verarbeiten? wenn du dich etwas mit deiner schwester beschäftigst, kommt vielleicht heraus, dass sie an diesem unglück noch viel zu schlucken hat. dass sie etwas unkontrollierbarer geworden ist, ist ein ministückchen eines eisbergs..

    wenn du ihr helfen willst, wird das an zwei dingen nicht vorbeiführen: du musst sie als menschen um ein vielfaches besser kennenlernen, und du solltest, so gut du eben kannst und sie es dich lässt, auf diesen "elefanten im raum" eingehen, der der tod eures vateres wohl nunmal ist.. neben dem, was sonst noch so als dschungel-getier mit euch immer im raum ist, z.b. der sache, dass ihr, wie du sagst, in der familie zwei arten charaktere habt, die sich abstoßen (du kommst nach der mutter, deine schwester nach dem vater, du sprichst über deinen vater als jemanden "mit dem sie (deine mutter) es 25 jahre lang ausgehalten hat") und einander wenig verständnis gegenüber bringen.

    einen 16jährigen menschen, den du, wie du sagst, kaum kennst, schnell mal eben ein bisschen zu "erziehen", locker aus dem handgelenk, wie hast du dir das vorgestellt...
     
    #4
    squarepusher, 8 Juli 2008
  5. Prof_Tom
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    Ich find eine so ungezogenen Göre muss man echt mal stark ihre Grenzen aufzeigen. Ich würd einfach mal ihr Inet für ein paar Wochen abklemmen - wenn das nicht Hilft Telefon usw.
     
    #5
    Prof_Tom, 8 Juli 2008
  6. squarepusher
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    #6
    squarepusher, 8 Juli 2008
  7. tomas
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    das wird wahnsinnig viel bringen. damit bockt sie noch mehr und wendet sich noch mehr von zu hause ab.

    erst mal hut ab vor dir sum.sum.sum

    wie reif du mit deinen 21 jahren bist, und die verantwortung über haus, garten,mama und schwester übernimmst finde ich ganz grosse klasse !

    so unrecht hast du nicht wie ich finde.
    natürlich hat so eine junge dame besonders wenn ein elternteil nicht mehr ist, gewisse pflichten zu erfüllen.
    kleine aufgaben sowie geschirrspüler ausräumen, staubsaugen, einkaufen helfen, wäsche waschen helfen, usw......kann sie mit sicherheit und wird auch wichtig sein, um sie auf das spätere leben und ihre selbsständigkeit vorzubereiten.
    deine mama ist dadurch entlastet und kann sich an ein paar minuten tagesfreizeit erfreuen.

    ich war in der ähnlichen situation als kind, und musste ab dem 16. lebensjahr vater, bruder und haushaltsvorstand sein.
    meine mutter verflüchtigte sich in alkohol und depression, meine schwester versuchte aus allem nur den vorteil für sich zu holen.
    weggehen konnte ich ihr nicht verbieten, aber ich nahm mir die zeit, ab und zu mal in ihren discos aufzutauchen und mir ihren freundeskreis und ihren alkoholkonsum anzuschauen.

    man kann sagen es geht mich nichts an, aber mir war sehr wichtig, das meine schwester nicht entgleist.

    ich denke man kann sie mit bestrafung nicht an ihre verantwortung heranführen.
    nur gute gespräche, eventuell mal ein rundgang über haus und hof, um ihr klar zu machen, was so alles an arbeit drin steckt, könnte ihr die augen öffnen.
    klar machen, daß das alles mama und papa erarbeitet haben, und sie sicher das gute werk des verstorbenen vaters nicht eines tages in den sand setzen möchte.

    haus und grund benötigen zwar eine menge arbeit, aber immerhin, hat man doch einen soliden grundstock für das leben.

    meine kinder haben bis heute immer geholfen.
    meine tochter ( 19 ) hilft genauso im haushalt, wie im garten.
    wenn ich sie mir so ansehe, sie ist bildhübsch und es hat ihr in keinster weise geschadet.:grin:

    geh mit ihr mal einen guten schluck trinken, und rede mit ihr in entspannter situation über die dinge, die dich belasten.
    manchmal wirkt das wunder.
     
    #7
    tomas, 8 Juli 2008
  8. Malin
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    Und was bitte bringt deine Bestrafung?
    Dabei bleibt der Zweck des Ganzen völlig außen vor. Sie hilft dann nicht, um Verantwortung zu übernehmen, sondern um der Strafe aus dem Weg zu gehn und merkt nicht worum es eigentlich geht!

    Du kannst sie bei Seite nehmen und ihr in einem ruhigen Gespräch erzählen was eure Mutter alles tut- für sie tut- und wie eure Mutter das schmerzt, wenn sie mit der Vater Nummer ankommt. Versuch keine Vorwürfe zu machen. Zeig ihr die Situation auf. Entweder sie kommt dann zur eigenen Einsicht und kriegt den Arsch hoch oder eben nicht... dann ist sie noch nicht so weit und eine Bestrafung wird NICHTS ändern. Vergiss bitte nicht, dass auch sie einen Verlust erlitten hat...
     
    #8
    Malin, 8 Juli 2008
  9. sum.sum.sum
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    Und der Verlust hat "was" damit zu tun, dass sie jegliche Freiheit ausnutzt, die ihr zugestanden wird?

    Ich sage nicht, dass ich sie für 4 Wochen einsperren würde - aber es ist doch nicht okay, wenn man mit 16 wirklich sehr viele Freiheiten (oder sagen wir... sehr oft straffrei wegkommt) genießt - ich durft mit 16 nicht bis 1 raus, jeden Abend weg, den ganzen Tag vor'm Notebook/Tv hängen, auch unter der Woche...

    ... und da ihr derartiges wichtiger ist, als mal mich oder meine Mutter zu entlasten, bin ich der Meinung, dass man das etwas einschränken oder ihr zumindest die Grenzen aufzeigen sollte?! Wenn ich 2 Wochen gesagt bekomm, tu dies, tu das, und nach 2 Wochen hab ich nichts gemacht, dann hab ich doch wohl eine Strafe verdient? Oder soll man's weiter laufen lassen mit "Sie hat doch einen Verlust erlitten" ? Oder "Strafe bringt da auch nichts" ?

    ICH glaube, Strafe ist so lange gut bis sie versteht, worum es geht... und ich bezweifle, dass Sie das tut. Ach nein, stop: Sie tut es nicht. Definitiv.
     
    #9
    sum.sum.sum, 8 Juli 2008
  10. PlayingCube
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    Das ist aber völlig normal so, dass die jüngeren Geschwister automatisch mehr Freiheiten haben, mehr dürfen etc. Daran solltest du nichts verändern, das kannst du eh nicht.

    Ich schließe mich tomas Vorschlag an! :smile:
     
    #10
    PlayingCube, 8 Juli 2008
  11. happy&sad
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    nicht angegeben
    Also, mal aus meiner Sicht...

    Versuch nicht ihr irgendetwas zu befehlen, sie zu überreden oder ihr sonst wie als Autoritätsperson gegenüber zu treten.
    Du bist ihr Bruder und nur fünf Jahre älter als sie, sie wird dich nicht als Autoritätsperson sehen. Falls du es doch versuchst wird es vermutlich (so wie du sie beschrieben hast) nur schlimmer in der Art "Denkste ich hör auf dich?" "Du kannst mir gar nichts sagen!" etc. und du verlierst nur noch mehr die Glaubwürdigkeit und deinen Einfluss. Eben diese 'Jetzt erst recht' Haltung, die Teenies manchmal gerne an den Tag legen.
    Die Autorität muss wenn schon deine Mutter übernehmen. Ob es ihr gefällt oder nicht, aber sie hat noch immer die besten Chancen ihrer Tochter etwas 'zu befehlen'. Versuch mal mit deiner Mutter zu reden. Sie muss vor allem konsequent sein!

    Du dagegen kannst am ehesten mit Brüderlichkeit/ Freundschaft etwas anfangen. Versuch nicht, sie gegen ihren Willen in Gespräche zu verwickeln. Ich habe es gehasst, wenn das jemand mit mir versuchte und das Ergebnis ist, dass sie sich nur noch mehr von dir zurück zieht. Wenn sie dich dagegen weniger als lästigen sondern eher als freundschaftlichen Bruder sieht, wird sie viel empfänglicher sein für kleine Bitten (nicht Aufgaben, sondern Bitten!).
    Rede nicht von oben herab zu ihr, sondern auf einer Ebene. Ihr seid Geschwister, ihr seid auf einer Ebene, also versuch nicht so zu tun, als wärst du ein Vaterersatz. Sie wird eher verstehen worum es geht, wenn du ihr erklärst, warum sie helfen sollte (um eure Mutter zu entlasten, die sicher keine leichte Zeit hat) und nicht indem du sagst, sie müsse helfen.

    Zu deiner Mutter: Meine Mutter ist auch so. Sie würde alles geben damit ihre Kinder nicht so viel machen müssen und Freizeit haben. Aber das geht irgendwann nicht mehr ohne, dass die Mutter darunter leidet. Bei mir ging diese Erziehungsart gut, weil ich es nicht ausgenutzt habe, aber das ist eben nicht immer so. Ich denke deswegen, dass es vor allem wichtig ist, dass deine Schwester sieht, was ihre Mutter alles für sie macht. Das unterschätzen viele Teenager nämlich (einige denken es würde reichen einmal im Monat zu staubsaugen *g*). Wenn deine Schwester nicht bügeln will ist das ok, wenn es sie nicht stört, dass ihre Klamotten ungebügelt bleiben. Wenn sie nicht waschen will dann ist das auch ok wenn sie nichts dagegen hat, dass ihre Klamotten stinken. Will sie neue teuere Markenklamotten ist das überhaupt kein Problem, mit 16 darf sie arbeiten etc.
    Ok, sie wird ins kalte Wasser geworfen, aber immerhin wird deine Mutter jederzeit gerne bereit sein ihr zu zeigen wie man richtig bügelt oder wäscht und wenn sie einmal kapiert hat, dass mithelfen wichtig ist, muss es ja auch nicht sein, dass sie es immer machen muss.

    Und die ganzen Psycho Attacken deiner Schwester... ja, die finde ich echt unter aller Sau. Jemanden absichtlich solche emotionale Schmerzen zuzufügen ist einfach peinlich und asi! Ok, sie ist ein Teenie, aber aber auch in dem Alter sollte irgendwo der Egoismus aufhören.
    Wäre es meine Schwester würde ich sie ganz gehörig zusammen scheißen (ja, pädagogisch nicht sonderlich wertvoll...)!
     
    #11
    happy&sad, 8 Juli 2008
  12. glashaus
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    Ich denke auch, dass Strafe evtl. eher das Gegenteil bewirken kann. Vielleicht solltest du es tatsächlich mal mit einem ernsten Gespräch versuchen. Ihr aufzeigen, dass ihr jetzt zusammenhalten müsst und dass es eure Mutter und dich freuen würde, wenn sie dazu auch ihren Teil beiträgt. Es muss ja nicht gleich alles total ausgetüftelt und toll sein, für den Anfang reicht es ja vielleicht wenn sie ab und zu den Geschirrspüler ausräumt oder Staubsaugt. Eigentlich würde ich das auch im Zusammenhang mit Belohnungen sinnvoll finden (meist kommt man damit weiter als mit Strafen), aber da sie ja schon so viele Freiheiten hat finde ich das etwas schwierig.
     
    #12
    glashaus, 8 Juli 2008
  13. nomoku
    nomoku (48)
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    Grenzen ja, Strafen nein. Wenn sie wirklich so faul ist, wie dir beschreibst, dann sollten bestimmte Sachen für Sie nicht mehr erledigt werden. Besondere Klamotten sind vom Taschengeld zu zahlen. Ihre Sachen muss sie selbst waschen, etc.
    Ich denke, du muss eher deine Mutter dazu bringen ihr nicht mehr den Arsch nachzutragen. Solange alles für sie läuft, wird sich nichts ändern und Strafen werden sich in dem Alter schlicht nicht durchsetzen lassen. Daher musst du dich mit deiner Mutter einig sein, was alles einfach nicht mehr passieren kann.

    Tschööö, nomoku
     
    #13
    nomoku, 8 Juli 2008
  14. Malin
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    du hast kein Wort verstanden, von dem was ich gesagt habe :ratlos:

    es geht darum an ihre Vernunft zu appelieren. Sie muss sehen, was für sie getan wird und sie muss sehen lernen, dass es deiner Mutter manchmal auch schlecht geht. Wenn sie das begriffen hat, entwickelt sie von sich aus den Willen zu helfen! Durch Strafe entwickelt sie nicht den Willen zu helfen, sondern den Willen die Strafe zu vermeiden. Damit machst du dich außerdem selbst zu ihrem "Gegner" und wer will schon seinem Gegner irgendwas helfen?
    Vernunft entwickelt sich außerdem erst im Laufe des Lebens, das kannst du nicht erzwingen.
    Natürlich ist der Verlust kein Freifahrtschein, aber woher willst du wissen, ob sie sich nicht tatsächlich etwas zu kompensieren versucht mit Klamotten kaufen und was auch immer...?

    ...mann bin ich geflasht von meiner Pädagogik Prüfung :-P ....
     
    #14
    Malin, 8 Juli 2008
  15. squarepusher
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    dieser thread artet schwer in ein bashing aus. ich bin auch schwer versucht, mich ein bisschen auszulassen.

    dieser satz ist IMO exemplarisch. ich kann mir nicht vorstellen, wie man sich daran schwertun kann, den tod eines nahen verwandten (dem vater, der, wie aus der story herausgeht, wichtigsten bezugsperson der tochter) als mitschuld an den problemen zu sehen. es kommt mir so vor, besonders, nachdem du, wie du sagst, mit deiner schwester nichts gemeinsam hast, nichts zu tun hast, dass du nur einen "erziehungs-fix" suchst, eine problemlösung, damit sie dir nicht mehr auf der pelle sitzt.

    aber so funktioniert erziehung nicht. menschen, zu denen man eine Beziehung hat, die in irgendeiner form geeignet dazu ist, erzieherische ratschläge zu übermitteln, muss man ein stückweit gern haben, verstehen, deren wohlergehen muss einem am herzen liegen. du machst den eindruck als wär dir deine schwester völlig wurscht, weil sie dir aber wegen ihrem verhalten auf die nerven geht, soll ein bisschen erziehung wieder ruhe einkehren lassen, wobei ruhe scheinbar eine art gegenseitiges "du machst dein ding, ich mach meins" ist.

    vielleicht ist so eine familiäre situation etwas schlechtes, vielleicht muckt sie auch deswegen auf, weil sie von euch vielleicht etwas mehr haben will als apathie.

    habt ihr nach dem tod eures vaters irgendwas verarbeitendes gemacht, habt ihr überhaupt irgendwas miteinander zu tun?
     
    #15
    squarepusher, 8 Juli 2008
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    #16
    Malin, 8 Juli 2008
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    #17
    squarepusher, 9 Juli 2008
  18. ninja
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    Es wurde ja schon einiges geschrieben, ich versuch mal meine Sichtweise darzulegen.

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur Dir nur raten:

    Behalte Deine Rolle als Bruder bei. Eine andere Rolle in eurer Familie steht Dir nicht zu und würde auch von Deiner Schwester nie akzeptiert.

    Sicher steht es Dir zu, ihre Art zu erkennen und mit Deiner Mutter drüber zu reden. Und da sind wir bei der Schlüsselperson. Deine Mutter stellt die Regeln auf, MUSS sie aber auch konsequent durchsetzen. Kann Deine Mutter das nicht, braucht sie Hilfe; z. B. in Form von Familienberatung oder so.

    Die Erziehung Deiner Schwester geht niemand anderes etwas an, als Deiner Mutter.

    Auch hier aus leidvoller eigener Erfahrung zu den gegebenen Erziehungstipps:

    Im Vorwege ein bestimmtes Verhalten mit einer Strafe oder mit ein Goodie verhindern zu wollen, gelingt meist nicht. Auch Dein Ansatz, Deiner Schwester "schon mal vorab" das INet usw. abzuklemmen, macht keinen Sinn. Eine Sanktion muss immer im direkten Zusammenhang mit dem Verbockten stehen. Aber auch hier gilt: Deine Mutter stellt die Regel auf und sanktioniert, wenn nötig.

    @Diejenigen, die vorgeschlagen haben, mit der Schwester zu reden:
    VERGESST es. Einen Menschen der so drauf ist, wie die Schwester, wirst Du nie im Gespräch überzeugen, sich sozialer zu verhalten. Das funktioniert nur über Konsequenz. Die fängt aber bereits schon in ganz kleinen Dingen an.

    Ich habe diesen Kampf mit meiner Tochter über 4 Jahre lang geführt. Sie hat am Ende "verloren", und ich sie:geknickt:

    LG
    ninja
     
    #18
    ninja, 9 Juli 2008
  19. Malin
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    und was ist dann gewonnen, wenn man sie zum sozialen Verhalten durch "Konsequenz" zwingt? Wird sie dadurch ein sozialer Mensch? Bestimmt nicht!
    Entweder sie versteht, dass es Arbeiten gibt, die erledigt werden müssen oder nicht. Das erreicht man entweder durch Gespräche
    oder
    noch ein Vorschlag: ihren Kram (Geschirr, Wäsche etc...) einfach liegen lassen. Spätestens wenn alle Klamotten dreckig sind und sie in ihrem Zimmer nicht mehr laufen kann, wird sie wohl auf die Idee kommen Wäsche zu waschen und aufzuräumen.
     
    #19
    Malin, 9 Juli 2008
  20. squarepusher
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    davon abgesehen bedeutet reden ja nicht: zureden, überzeugen, niederdiskutieren, etc.. sondern einfach nur reden. wenn der TS seine schwester gar nicht kennt wärs eigentlich höchste zeit dafür. was für eine zumutung, sich von einem menschen "erziehen" zu lassen, der sonst nichts überhat für einen..
     
    #20
    squarepusher, 9 Juli 2008

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