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Wie Faust auf Auge

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Shiny Flame, 17 Mai 2009.

  1. Shiny Flame
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    Verlobt
    Ich habe seit einiger Zeit einen neuen Freund. Ich bin verdammt glücklich mit ihm, tierisch verknallt und Herzklopfen, er wohnt im gleichen Ort - und bis auf die Tatsache, dass wir wegen unserer Arbeitszeiten nicht so viel Zeit miteinander haben, wie wir gerne hätten, ist eigentlich alles total schön und glücklich - oder?

    Na ja, ich bin ein bisschen extrovertierter, unternehme gerne mal spontan etwas mit Freunden oder Bekannten - er ist schüchtern und braucht eine Weile, bis er auftaut. Er macht mich ruhiger, ich ihn lebendiger, und das finden wir normalerweise auch schön. Wir reden auch über unsere Unterschiede, versuchen, Rücksicht zu nehmen, dass ich mal bei nem Computerspiel mitspiele und er mal mit in die Disse kommt, oder dass wir eben auch mal alleine Dinge machen (aufgrund der unterschiedlichen Arbeitszeiten machen wir das eh schon).

    Aber ein Problem gibt es, für das ich so auf Anhieb noch keine Lösung sehe. Ich weiß, dass wir eine finden werden, aber ich hoffe, dass ihr vielleicht noch ein paar Tipps für mich habt?

    Also:
    Er hat ein Eifersuchtsproblem. Nicht, dass er klammert - aber da er in zwei von drei Beziehungen betrogen und enttäuscht worden ist, hat er manchmal Minderwertigkeitskomplexe, glaubt, nicht gut genug zu sein - und wenn er in so einer Stimmung ist, geht es ihm schlecht. Das weiß ich, das sagt er mir dann auch, und ich versuche dann, ihn zu trösten, meinen lieben, süßen Schatz.

    Mein Problem ist, dass ich große Angst vor Verlust von Eigenständigkeit, Selbstständigkeit und Freiheit habe - und mit Angst meine ich jetzt Panikschübe, die über mich hinwegrollen, mir die Luft zum Atmen nehmen, wo ich mich verkrampfe, die Fähigkeit zum Denken verliere. Irrationale Panik, die auch bei mir biografisch durch Erfahrungen in früheren Beziehungen bedingt ist.

    So. Objektiv betrachtet will ich ihm treu sein, liebe ihn, finde ihn einen total tollen Mann, der mich glücklich macht, ruhiger, mir Frieden schenkt - und das Wissen, dass er mich mit meiner ganzen Verrücktheit kennengelernt hat und trotzdem liebt, tut so unglaublich gut!

    Aber wenn er jetzt seinen "Eifersuchtsanfall" hat, es ihm schlecht geht, es sich nicht so richtig ansprechbar fühlt... Wenn ich ihn zu trösten versuche, ihn in den Arm nehme - und er mich dann auf einmal ganz fest hält und ganz ängstlich fordert, dass ich bei ihm bleibe, dass er der einzige in meinem Leben sein will, usw... Dann flammt meine eigene Angst vor Verlust von Selbstständigkeit auf, die objektiv in der Situation genauso unangebracht ist wie seine Angst, dass ich ihn betrügen oder nicht mehr lieben könnte.

    Wie finden wir da raus? Wie kriegen wir das hin?
     
    #1
    Shiny Flame, 17 Mai 2009
  2. Película Muda
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    vergeben und glücklich
    Hm. Schwierige Sache.

    So oder so ähnlich kommt mir das bekannt vor. Ich bin auch jemand (geworden), der seine Freiheit braucht, seine Leute braucht, seine Autonomie braucht. Das hat auch bereits mehrmals zu Reibereien geführt.

    In eurem Fall würde ich versuchen zuerst an seiner Eifersucht zu arbeiten. Denn wie du es schilderst, kommt die ja zuerst und dann deine Panik. Wenn seine Eifersucht wie du sagst nicht krankhaft ist, denke ich, dass sie sich von alleine etwas legen wird. Natürlich wird ein tendentiell eifersüchtiger Mensch nie der Lockerste in der Beziehung werden, aber seine Angst wird geringer werden, wenn er merkt, dass du nicht wie seine Exen bist. Du solltest ihm sogut es dir möglich ist zeigen, dass er dein Ein und Alles ist, der einzige Mann, den du willst und dass er dich mehr als zufrieden stellt. Offenbar haben ihm seine letzten Beziehungen Selbstbewusstsein und Vertrauen geraubt, das müsst ihr nun gemeinsam wieder aufbauen, aber ich denke, das ist eine machbare Sache.

    Zu dir - wie genau äußert sich denn deine Panik? Ich meine, hast du dabei bestimmte Gedanken, wovor hast du Angst? Dass er eifersüchtiger wird? Dass du ihm zuliebe Freunde vernachlässigen könntest oder Hobbies aufgeben, dich verändern könntest? Siehst du euch in 20 Jahren verheiratet zu zweit auf dem Sofa sitzen? Wie genau sieht der "Verlust von Selbstständigkeit" aus, vor dem du dich fürchtest?

    Und habt ihr auch das schonmal thematisiert? Weiß er, dass du deine Freiheit brauchst - und trotzdem treu bist?
     
    #2
    Película Muda, 17 Mai 2009
  3. Shiny Flame
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    Verlobt
    Danke für deine Antwort! Sie hilft mir schon etwas.

    Die Panikschübe habe ich schon länger, schon in meiner letzten kurzen Beziehung - und davor auch schon bei ONS oder auf Festivals, wo ich festgestellt habe, dass ich nach dem Ende meiner letzten langen Beziehung nicht mehr mit einem Mann in einem Raum schlafen konnte.

    Unsere Beziehung wäre auch nie entstanden, wenn mein bester Freund nicht gekuppelt hätte und ihm erklärt hätte, was es mit meiner Panik auf sich hat. Denn ich bin immer nicht mehr zum Sprechen fähig, wenn sie mich richtig schlimm hat. Bei unserem zweiten Date z.B. hatte sie mich auch gepackt - da hatte er ganz lieb reagiert, scih neben mich gesetzt, über alles mögliche gequatscht, mir ganz leicht über den Rücken gestreichelt, mich überhaupt nicht unter Druck gesetzt. Hat er einfach akzeptiert: Diese Frau hat in der Hinsicht einen kleinen Knacks, aber ich find sie toll so wie sie ist.

    Wovor genau habe ich Angst?

    In meiner letzten langen Beziehung... Da hab ich mich selbst aufgegeben. Bin nicht mehr weggegangen. Hab Freundschaften aufgegeben. Habe mit der Schriftstellerei aufgehört (wofür ich eigentlich lebe - das ist mehr als ein Hobbie für mich). Habe die Uni vernachlässigt. Das war das allerschlimmste. Denn deswegen hätte ich fast meinen Abschluss nicht bekommen.

    In der Beziehung davor... Da habe ich mich ihm zuliebe verändert. Bin nicht mehr weggegangen und habe mir eingeredet, dass ich das gar nicht mehr möchte. Habe mich total verbogen, weil ich so eine Angst hatte, dass er mich sonst nicht mehr liebt.

    Also, man könnte wohl sagen: Ich habe Angst davor, dass ich mich selbst verbiege, um geliebt zu werden, weil ich das in der Vergangenheit bis zum Extrem getan habe.

    ***

    Er weiß davon auch, inzwischen konnte ich ihm das erzählen, und er ist dann auch total lieb. Meint immer, ich solle doch um jeden Preis ich selbst bleiben, er würde mich so lieben und akzeptieren, wie ich bin. Wir haben es thematisiert. Ich achte darauf, wenn ich alleine weg bin, ihm zwischendurch ne liebe SMS zu schreiben und ihm danach zu zeigen, dass ich ihn nicht weniger liebe. Ich sage "Panik", wenn sie mich überkommt, damit er weiß, wenn ich danach irgendwelches blödes Zeug sage, dass es nicht ernst gemeint ist.

    Aber wenn ich dann eben mal alleine weg bin und keine Zeit für ihn habe, dann tut ihm das trotzdem weh. Das spüre ich dann - und ich will ihm nicht wehtun, ich liebe ihn doch! Also bin ich in großer Versuchung, doch nicht wegzugehen. Mir einzureden, dass ich das eigentlich gar nicht will.

    Und dann beginnt wieder die Panik...
     
    #3
    Shiny Flame, 17 Mai 2009

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