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Wie findet ihr "geschlechtergerechte" Sprache?

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von MrShelby, 11 August 2009.

  1. MrShelby
    Sehr bekannt hier
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    Single
    Letztens war eine Goldschmiedin im Fernsehen, die nach etwas fachlichem befragt wurde. Sie sagte danach in etwa "...ich bin ja Fachmann in der Hinsicht". Dies klang schon etwas seltsam, und ich bin daher auch froh, dass Leute im Büro nicht mehr wie früher allgemein Bürokaufmänner, sondern je nach Geschlecht Bürokaufman- oder frau sind.
    Gerade an der Uni tummeln sich aber so einige (links-alternative) Leute, denen das nicht reicht, und die ihrer Umwelt gerne vorschreiben wollen, wie sie gefälligst zu schreiben haben. Bekanntes Beispiel ist da das "Binnen-I", das man z. B. bei StudentInnen sieht, und angeblich beide Geschlechter umfassen soll. Gerecht ist daran aber eigentlich nicht so viel, da faktisch nur die weibliche Form ausgeschrieben wird - man könnten genauso StudenteN sagen, und behaupten, dass große n würde die Frauen mitmeinen.
    Nebenbei: Das im Fernsehen bei ungelösten Verbrechen nur vom unbekannten Mörder gesprochen wird, kritisiert da niemand (aber Frauen morden ja nicht...:rolleyes:)

    Andere gehen noch einen Schritt weiter, und wollen ihrer Umwelt die Verallgemeinerung "man" am besten sofort verbieten, da es nach "Mann" klingt, was ja soooooo sexistisch sein soll. Alternativ soll man für "Man macht xy nicht" nun "Mensch macht xy nicht" sagen, was sehr dämlich klingt.

    Spätestens nach einigen Seiten Text mit dauerndem seine/ihre, er/sie usw. ist die Lesbarkeit oftmal sowieso im Arsch.

    Wie findet ihr das, wenn Menschen mit der Begründung der Gerechtigkeit, euch vorschreiben wollen, wie ihr gefälligst zu schreiben habt? Hier im Forum gibt es ja auch so einige, die sich offenbar bemühen, sprachlich nie anzuecken. Ich bin gespannt.
     
    #1
    MrShelby, 11 August 2009
  2. MsThreepwood
    2.424
    Ich find es vollkommen unnötig und übertrieben, vor allem das Binnen-I. Wenn ich explizit eine Frau meine, dann schreibe ich auch die weibliche Form (eben Beispiel Kauffrau), ansonsten verwende ich ganz normal die für mich gewohnte Mehrzahl und das ist für mich zB Studenten, Schüler, etc.

    In 90% der Fälle bewirkt diese neue Schreibweise nur eins: einen unglaublich gestörten Lesefluss. Texte, in denen sich schon in den ersten Zeilen abzeichnet, dass jedes zweite Wort "geschlechtergerecht" geschrieben wird, lese ich nicht mehr.
     
    #2
    MsThreepwood, 11 August 2009
  3. User 72148
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    vergeben und glücklich
    Ich kann EnfantDuSang absolut zustimmen.
    Mich nerven Texte mit der Schreibeweise "StudentInnen" und ich finde das Wort ansich schrecklich so.
    Bei konkreten Einzelfällen sage ich natürlich auch Bankkauffrau ansonsten benutze ich aber die ganz normale "männliche" Mehrzahl.
     
    #3
    User 72148, 11 August 2009
  4. der gute König
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Wenn man das so oberflächlich betrachtet, ist es natürlich albern. Aber es geht ja deinen "links-alternativen Studenten" generell darum, wie Gesellschaft mit Geschlechterkonstruktion umgeht. Bzw., diese Konstruktion aufzubrechen. Einen gesamten gesellschaftswissenschaftlichen Forschungsbereich auf das Binnen-I zu reduzieren, bestätigt die Theorie ja auch irgendwie, dass die meisten Menschen überhaupt nicht verstanden haben, worum es geht und wo das Problem liegt.
     
    #4
    der gute König, 11 August 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  5. Schmusekatze05
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    :jaa: Dem kann ich mich vollinhaltlich anschließen.

    Wenn mein Chef sagt: Liebe Kollegen, wenn wir da alle sitzen, dann fühle ich mich genauso angesprochen wie meine männlichen Kollegen. Wegen mir braucht sich da definitiv keiner irgendwelche Umstände machen. Ich find es im Gegenteil sogar äußerst nervig, wenn jemand immer versucht korrekt beide Geschlechter zu nennen. Es nervt um hemmt einfach den Fluss.
     
    #5
    Schmusekatze05, 11 August 2009
  6. MrShelby
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    Single
    Das Frauen in einigen Bereichen diskriminiert werden, bestreitet doch niemand. Eine komplette Unkesbarkeit der Sprache wird aber daran vermutlich nix ändern.
     
    #6
    MrShelby, 11 August 2009
  7. Schmusekatze05
    Meistens hier zu finden
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    Verheiratet
    Aber meistens sind es gerade die Frauen, denen es überhaupt nicht wichtig ist, dass "politisch korrekt" geschrieben/ gesprochen wird. Warum also ihnen (uns) das aufdrängen? Vielleicht ist das "Problem" auch gar nicht so gravierend aus Sicht der Mehrheit der Frauen, wie es einige, vor allem Gleichstellungsbeauftragte immer gerne darstellen...

    Außerdem sehe ich persönlich es so, dass es völlig egal ist, ob ich als Beamter oder Beamtin angesprochen werde. Um eine wirkliche Gleichstellung zwischen Mann und Frau in den Köpfen der Menschen zu erreichen braucht es ganz andere Sachen als sowas, denke ich. Im Moment hat man eher das Gefühl, viele Frauen, die da Wert drauf legen versuchen sich "die Rosinen aus dem Kuchen zu picken". Möglichst alle Vorteile der Gleichstellung mitnehmen, aber die Nachteile nicht in Kauf nehmen wollen.
     
    #7
    Schmusekatze05, 11 August 2009
  8. MrShelby
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    Single
    Das halte ich für einen wichtigen Punkt. Sehr arrogant wirkt es dann, wenn manche von sich behaupten, dass sie besser wissen, was Frauen hilft, als sie selber. Nach dem Motto: Frauen profitieren davon auch...die haben es -im Gegensatz zu uns- nur noch nicht begriffen :kopfschue
     
    #8
    MrShelby, 11 August 2009
  9. VelvetBird
    Gast
    0
    Ich hab nix gegen geschlechterspezifische Sprache, wobei ich die Sache mit dem Binnen-I auch irgendwie doof finde. Stören tut mich das aber nicht weiter, auch wird mein Lesefluss dadurch nicht beeinträchtigt.
    Off-Topic:
    Mein ehemaliger Geschichtslehrer hat immer spaßeshalber alles Mögliche geschlechtsspezifisch angepasst, weil wir nur Mädels im LK waren. So sagte er so was wie: "Der Salzstreuer meiner Frau - ich meine natürlich die Salzstreuerin" ;-).
     
    #9
    VelvetBird, 11 August 2009
  10. Schmusekatze05
    Meistens hier zu finden
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    Verheiratet
    Ich find die Gesetzestexte zum Teil extrem anstrengend zu lesen, wenn da immer steht "Der Bürgermeister/ Die Bürgermeisterin.... " usw. alles wird dadurch so lang. Und ich denke mal, dass jedem auch klar ist, wenn da "Der Bürgermeister..." steht, dass die Funktion gemeint ist und die natürlich auch von einer Frau besetzt werden kann.
     
    #10
    Schmusekatze05, 11 August 2009
  11. VelvetBird
    Gast
    0
    Off-Topic:
    OK, ich lese auch nicht regelmäßig irgendwelche Gesetzestexte, von daher kann ich das nicht beurteilen ;-).
     
    #11
    VelvetBird, 11 August 2009
  12. donmartin
    Gast
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    Völlig nervend der ganze Kram. Wenn mich jemand berichtigt oder mir etwas vorschreiben möchte in diesen Belangen, werde ich zynisch und übertreibe Maßlos. Weil mich dass überhaupt nicht interessiert.

    Es gibt nun mal MenschenInnen, die müssen sich jeden Schuh anziehen und alles auf sich beziehen und meinen, wenn sie auf MEINE korrekte Schreib,-Sprechweise achten, hätten Sie einen NAchteil falls ich mich nicht korrekt in ihrer Augen ausdrücke.

    Das diese LEute nicht auf die Straße gehen und den letzten Rest unserer Sprache verhunzen zu wollen, ist mir ein Rätsel....
    Gerade die Männer unter denen sollten sich den ganzen Tag schlecht fühlen und "unemanzipiert".....
    Schlägt man die Zeitung auf, liest man es jeden Tag.....Alles negative ist Maskulin, oder hat jemand doe folgenden Worte schon mal mit "Binnen-I" gelesen....? :

    Dealer, Räuber, Geisterfahrer, Alkoholiker, Strolch, Sexist, Hacker, Posträuber, Bankräuber, Täter.........

    wenn die keine anderen Sorgen haben......;-)
     
    #12
    donmartin, 11 August 2009
  13. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Denkfehler. Die weibliche Form wird bei Studentinnen, nicht bei StudentInnen ausgeschrieben. Nur weil die Buchstabenreihenfolge stimmt, macht es das Wort nicht gleich männlich, weiblich oder zum Neutrum. Studenten + Studentinnen = StudentInnen.

    Es klingt nur dämlich, weil du es nicht gewohnt bist.

    Und? Seit meiner Geburt wachse ich damit auf, dass mein Geschlecht subsumiert wird. Wenn man jetzt vorschlagen würde, dass man nicht mehr seine und er schreibt für die Lesbarkeit, sondern immer nur ihre und sie und sich die Männer bitte dennoch angesprochen fühlen sollen, dann ginge das Geheule und Gejammer aber los.

    Was meinst du, wie gerecht ich es finde, wenn ich bei Wikipedia "Deutsche Fußballnationalmannschaft" eingebe und automatisch die der Männer kommt und ich erst bei "Deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen" die Frauen präsentiert bekomme ?
     
    #13
    xoxo, 11 August 2009
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  14. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Single
    Irgendwann bekommen wir dan solche Sätze :grin:
    "Ein(e) Bauer / Bäuerin produziert eine/n Sack / Säckin Kartoffeln/innen..."

    Aber jetzt mal ehrlich: Ich finde dieses ganze ...innen, usw. einfach nur bescheuert. - Ich bin (genau wie sehr viele Frauen, die ich kenne) für den Erlaht des generischen Maskulinums, um den Rede- und Lesefluss zu erhalten.
     
    #14
    User 44981, 11 August 2009
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  15. MrShelby
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    "Student" steckt in Studentinnen auch drin, von daher ist da nix 50:50 geteilt. Fair wäre es, wenn klar gesagt wird, dass manche gerne die weibliche Form als Normalfall haben möchten, und das Binnen-I dem ganzen lediglich einen pseudo-gerechten Beigeschmack geben soll.

    DonMartin hat natürlich recht damit, dass die Forderung, endlich AntisemitInnen und KinderschänderInnen lesen zu dürfen, kaum geäußert wird. Also geht es doch nicht um Gerechtigkeit, sondern ledigleich den Drang, einseitig die Dinge umzusetzen, die einem nutzen.
     
    #15
    MrShelby, 11 August 2009
  16. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Verheiratet
    Ich bin gendersensibilisiert. Weißt du wie es sich anfühlt, wenn ich als Frau höre, dass der Kunde König ist? Alle reiten darauf rum, dass man nicht so ein Theater um so Kleinigkeiten machen soll, aber wenn man nicht bei Kleinigkeiten anfängt, wo dann ? Vielen Menschen fällt gar nicht auf, dass mit dem Satz immerhin 50% der Kunden (hier neutral zu verstehen) nicht angesprochen, nicht berücksichtigt, sprachlich einfach übergangen werden.

    Ich will nicht, dass ich, nur weil ich mit Pussy geboren worden bin, weiter sprachlich und der Lesbarkeit wegen einfach weggelassen werde und mir meinen Teil (-in; -innen) dazudenken soll.

    Von mir aus kann man gerne MörderInnen, VergewaltigerInnen usw. schreiben. Klingt um einiges besser als das Ignorieren eines ganzen Geschlechtes.
     
    #16
    xoxo, 11 August 2009
  17. MsThreepwood
    2.424
    Wie wär es denn mit "Der Kunde/die Kundin ist KönigIn"? Der "normale" Satz ist aussagekräftig, leicht verständlich und ich kenne keine Frau, die sich dadurch diskriminiert fühlt.

    Manchmal hab ich das Gefühl, einige Frauen suchen krampfhaft Gründe, sich schlecht behandelt, unterdrückt und diskriminiert zu fühlen. Gibt es keine offensichtliche Diskriminierung mehr - gut, dann muss eben die Sprache herhalten.
     
    #17
    MsThreepwood, 11 August 2009
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  18. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Verheiratet
    Das liegt daran, dass die meisten Beizeichnungen zuerst männlich geschaffen würde. Erst gab es Studenten, später Studentinnen. Erst Bürger, später fügt man Bürgerinnen hinzu. Meistens bin ich als Frau also wortwörtlich ein Anhängsel. Mir wäre es auch lieber, ich wäre als Frau Bürger und Männer wären Bürgerinnen, Studentinnen, & Co.
     
    #18
    xoxo, 11 August 2009
  19. Schmusekatze05
    Meistens hier zu finden
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    Verheiratet
    Für mich ganz normal. Ich find nicht, dass sich das irgendwie falsch anfühlt.

    Wenn du dich übergangen fühlst... Ich fühl mich mit obigem Satz angesprochen. Meiner Ansicht nach kann man sich auch einfach anstellen und sich das Leben selber schwer machen.
    Vor allem passt es für mich nicht zusammen, dass du selber schreibst:
    bei obigen Satz aber konsequent ausschließt, dass Kunde einfach neutral gemeint ist und jeder Mensch gemeint ist, der in den Laden kommt.

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 21:04 -----------

    :jaa:
     
    #19
    Schmusekatze05, 11 August 2009
  20. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Verheiratet
    Kunden sind KönigInnen.
    Aussagekräftig, verständlich, weiterhin kurz.

    Ja sag' ich doch, dass sich wenige diskriminiert fühlen. Den wenigsten fällt es überhaupt auf. Zu wenige verstehen "Sprache" im Bezug auf Auswirkungen, Folgen, Konsequenzen in unserem Leben, mit Einbeziehung von Vergangenheit und Zukunft. Auch du unterschätzt Sprache, wenn du es als Ausweichgrund nach offensichtlicher Diskriminierung nennst.


    Ich versuche meist so konsequent wie mir möglich ist zu sein. Mir ist keine andere/bessere/klar machendere/deutlichere Bezeichnung eingefallen.
     
    #20
    xoxo, 11 August 2009
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