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Wie mit der Wut des Partners umgehen?

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Euphemismus, 23 Juni 2009.

  1. Euphemismus
    Sorgt für Gesprächsstoff
    12
    26
    0
    vergeben und glücklich
    Hallo, liebes Forum!


    Jeder kennt das: Der Partner ist aus irgendwelchen Gründen sauer und reagiert entsprechend.
    Frage: Wie verhaltet ihr euch in so einer Situation?

    Bei mir ist es nämlich so, dass mein Freund, wenn etwas nicht so funktioniert, wie er das will, total schnell "ausrastet". Damit meine ich weder, dass er rumschreit noch dass er gewalttätig wird. Er flucht dann und fängt an, Sachen mit mehr Druck abzusetzen und Sachen auf den Boden zu werfen (nichts Zerbrechliches).

    Ich bin wohl ein sehr sensibler Mensch - jedenfalls bekomme ich es dann jedes Mal furchtbar mit der Angst zu tun :frown:. Ich bekomme Bauchschmerzen, wenn er sich so verhält und habe sofort das Gefühl, ich wäre Schuld an seiner aktuellen Verfassung. Er will sich dann auch gar nicht trösten lassen, sondern ist total kalt, wütend und unnahbar. Und das meist schon bei Kleinigkeiten. Dann starrt er emotionslos ins Leere und ich erkenne ihn nicht wieder. Anschließend versinkt er in Selbstmitleid. Er ist sonst nicht so - im Gegenteil. Eigentlich ist er ein sehr einfühlsamer und liebevoller Mensch...

    Daher meine Fragen:
    • Ist sein Verhalten "normal"?
    • Reagiere ich zu sensibel?
    • Wie kann ich in so einer Reaktion am besten handeln?
    • Wie kann ich es schaffen, das Ganze nicht zu nah an mich ranzulassen resp. versuchen, ihn wieder aufzubauen?


    Vielen Dank für Eure Hilfe (ein sehr informatives Forum übrigens :smile:)!


    Gruß
    Euphemismus
     
    #1
    Euphemismus, 23 Juni 2009
  2. _kinglear_
    _kinglear_ (28)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    32
    31
    0
    nicht angegeben
    hmm...es klingt familär muss ich sagen...mir geht es oftmals ähnlich...rege mich sehr schnell über dinge auf und nachher tut es mir dann leid. meistens rege ich mich über dinge auf, die nicht so sehr wichtig sind.

    ich habe bei mir festgestellt, das ich dadurch druck abbaue; druck den ich durch wichtige dinge erlangt habe. Wenn mich etwas wichtiges belastet, wo ich am liebsten druck ablassen würde, aber weiß das es nicht geht, dann lasse ich diesen eben an dingen aus, die nicht wirklich wichtig sind. Lieber so als jemanden zu verletzen. Hat dein Freund irgendwelche Sorgen? Bedrückt ihn etwas?

    Dann zu dem Umgang...am liebsten ist mir in dieser Situation, dass man mich in Ruhe lässt. Einfach ignorieren, denn das legt sich wieder. Aber wenn dann der Fall ins Selbstmitleid kommt, dann sollte man doch eingreifen und sagen, das er das nicht nötig hat.

    Sicherlich ist das kein schöner Anblick, aber du wirst sehen, das es so schneller vorbeigeht, als wenn man eingreift.

    Das wären so meine Tipps^^ Vielleicht sieht es ja wer anders, mal sehen. Das ist ja das tolle an einem Forum :zwinker:

    Viele liebe nächtliche Grüße,
    king
     
    #2
    _kinglear_, 23 Juni 2009
  3. White-Gandalf
    Sorgt für Gesprächsstoff
    81
    33
    16
    nicht angegeben
    Für dieses Verhalten könnte ich mir eine Erklärung zusammenreimen. Die auch ein bißchen mit eigener Lebenserfahrung zu tun hat. Vielleicht triffts ja zu...

    Wenn ein Streitgegenstand von einem im Streit unterlegenen Partner als nicht kritisch für sein weiteres Leben bewertet wird - zum Beispiel weil es genug Alternativen oder Sicherheiten gibt -, wird er kaum wütend werden.

    Wenn der Streitgegenstand dagegen etwas darstellt, von dem der Unterlegene annimmt, daß er wichtig für seine weiteren Handlungsoptionen ist, wird er ihn proportional zu dieser - natürlicherweise subjektiv geprägten - Wichtigkeit verteidigen - und zwar auch gegen ein eventuelles vernunftbedingtes Ergebnis einer Diskussion.

    Also kurz: Wer sich bedrängt fühlt, wird irgendwie ablehnend reagieren - manchmal aggressiv, manchmal depressiv - sehr charakterabhängig.

    Wie schnell nun etwas als "wichtig" bzw. bedrängend bewertet wird, kann von vielen Faktoren abhängen. Viel Lebenserfahrung und gutes Gedächtnis liefern viele Anhaltspunkte für Alternativen. Viel Intelligenz kann einiges an Lebenserfahrung durch Schlußfolgerungen vorgreifen. Körperbeherrschung liefert im physischen Bereich reichlich Handlungsspielraum.
    Andersrum dürften sich unerfahrene oder körperlich oder geistig weniger bewegliche Menschen schneller bedrängt fühlen. Und das kann sich sehr stark von Situation zu Situation unterscheiden.

    Wobei die größeren Spielräume allerdings auch nur dann positiv wirken, wenn eine Erziehung zu Toleranz nebenher gelaufen ist.

    ----------

    Wie verhalte ich mich?

    Hmmm... Normalerweise möchte ich ja nicht, daß der Partner zu problematischem Verhalten getrieben wird. Ein überragender Sieg in einer Debatte ist einen solchen Preis nicht wert.

    Außer in einer Situation, wo dem Partner aus einem anderen Grund heraus zeigen möchte, was eine Harke ist. Dann wäre ich aber als recht dumm zu bezeichnen, wenn ich das Verhalten nicht erwartet hätte. Den Fall lassen wir also hier weg.

    Falt ist also, daß ich den Partner mit irgendwas gekränkt oder bedrängt habe (das kann schon mal sehr überraschend passieren, wo man sich hinterher fragt, wie man das übersehen konnte oder aber auch, wo so plötzlich diese Gefühlswelle herkam), was ich erstmal nicht als Ursache zuordnen konnte (sonst hätte ich's ja gelassen!).

    Dann versuche ich, mich freundlich und einfühlsam, aber - wenn es irgend geht - neutral in Bezug auf das gerade behandelte Streitthema dem Partner zu nähern und herauszukriegen, was ihn in Kränkung oder Wut versetzt haben könnte. Das ist jetzt nicht ganz einfach. Ich bewahre mir in solchen Situationen zunächst immer genug Spielraum, daß ich die Diskussionsergebnisse nach Möglichkeit nicht antaste - ehe es sich als unbedingt notwendig herausstellt (das ist wohl natürlicher und nicht ganz unzweckmäßiger Egoismus).

    Na ja, und der Rest ist Verhandlungssache. So löst sich das zumindest zur Zeit bei mir, wenn es mal sowas gibt.

    ----------

    Jetzt ist das aber noch was anderes, wenn der Partner, der sich so komisch verhält, derjenige ist, der die körperliche Überlegenheit hat. Ich denke, der stärkere Partner muß lernen, seine Wutausbrüche zu beherrschen. Sonst kann das eine Partnerschaft belasten oder sogar richtig schlimme Folgen nach sich ziehen.

    Und dieses Lernen kann vielleicht auch darin bestehen, dem Partner eben die psychische Selbstsicherheit zu vermitteln, daß es auch nach einem Streit jede Menge Handlungsmöglichkeiten neben den gerade wegdiskutierten gibt. Zum Beispiel, indem beide sich gegenseitig solche Handlungsspielräume gezielt zubilligen.
     
    #3
    White-Gandalf, 23 Juni 2009
  4. capricorn84
    Beiträge füllen Bücher
    8.752
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    1.137
    Verheiratet
    Jeder kennt das: Der Partner ist aus irgendwelchen Gründen sauer und reagiert entsprechend.
    Frage: Wie verhaltet ihr euch in so einer Situation?

    Kommt auf die Situation an. Wenn er jetzt sauer wird, weils in der Wohnung aussieht wie nach einem Bombenangriff und das meiste Zeug von mir herum liegt dann stehe ich meistens wortlos auf und räum mein Zeug weg.

    Wenn er sich aufregt dass zb (so wie gestern) zwei Töpfe ineinander stecken und nicht auseinander gehen. :grin: Dann lach ich ihn aus. (jetzt: Töpfe verbeult. :grin:)

    Wenn er allerdings sauer ist aufgrund einer Diskussion oder eines Streits heraus dann "schreien" wir darüber. Und nach und nach beruhigen wir uns. Ich umarme ihn dann meistens und er beruhigt sich auch wieder. Wenn er nicht berührt werden will dann lasse ich ihn in Ruhe (was mir zwar schwer fällt). Meistens geht er dann ins Schlafzimmer fernsehen und will ne zeitlang seine Ruhe. Nach einiger Zeit kommt er dann wieder zu mir und entschuldigt sich bei mir, weil er mich angeschrien hat.
     
    #4
    capricorn84, 23 Juni 2009
  5. donmartin
    Gast
    1.903
    Hallo,
    ich finde es gehört dazu, seinen Partner auch von solchen Seiten kennenzulernen und zu lernen damit umzugehen.
    Lernen und Verstehen sowie (Ver)Arbeiten sollte man ständig in/an einer Partnerschaft.
    Jeder Mensch (ver)ändert sich, dem Alltag sei Dank.

    Ist sein Verhalten "normal"?

    Jeder Mensch ist da anders.
    Ich bin eigentlich die Ruhe in Person, und kann Menschen durch meine Ruhe und dem "nichts was mich aus der Bahn wirft" zur Weißglut bringen.....aber

    Andersherum kann es Situationen geben, in denen ich genauso reagiere und wütend werde.
    Darüber bin ich selber hinterher so erschrocken, weil ich es eigentlich "nicht will".
    In dem Moment ist meine Wut und das Schimpfen und Zetern (ich werfe nix durch die Gegend) nicht gegen eine Person gerichtet.. Ich sehe meine Freundin gar nicht.

    Sie reagierte genauso wie du, und meinte sie sei Schuld, war verschreckt und sauer.

    Jedesmal sage ich Ihr, dass es absolut nichts mit ihr zu tun hat, sondern dass "die Wut, der Ärger" raus muss, bevor ich ihn in mich rein fresse, und die Gedanken anfangen zu kreisen.

    Denn dann werden Verknüpfungen geschaffen, die garnix miteinander zu tun haben.

    Ich finde solche Reaktion "normal" und denke (auf meine Person bezogen), dass es wie bei Freude oder Schmerz gut tut, wenn man Alles rauslässt. Den Fehler habe ich in einer anderen Beziehung gemacht. Reingefressen und irgendwie Verbindungen geschaffen und dem Partner indirekt doch die Schuld für etwas zu geben, wozu ich in dem Moment zu dämlich war.

    Reagiere ich zu sensibel?
    Nein, aber du kannst lernen damit umzugehen und es nicht persönlich zu nehmen......
    Mittlerweile geht meine Freundin aus dem Raum/mir aus dem Weg aber nicht ohne ihre Kommentare dazuzugeben und/oder mich dann später damit aufzuziehen.

    Wie kann ich in so einer Reaktion am besten handeln?
    Ich würde erst mal mit ihm reden und ihn fragen, ob er dich in dem Moment überhaupt wahr nimmt....
    Teste das aus - ich muss manchmal sogar Lachen und der "Anfall" ist vorbei, wenn meine Freundin dann anfängt mich damit aufzuziehen..("ohhh...hat der wieder ne Brille auf und kriegt das Nägelchen nicht inne Wand....soll ich dir mal helfen..").
    Oft hat ein solcher "Ausbruch" andere Gründe, dann entlädt sich aufgestauter Frust.....

    Wie kann ich es schaffen, das Ganze nicht zu nah an mich ranzulassen resp. versuchen, ihn wieder aufzubauen?

    Wenn das meine Freundin versucht, weil ich durchaus auch eine "Mitleidsphase " haben kann......komme ich mir verarscht vor ('tschuldige den Ausdruck)....am Besten ist es mich ne Zeit in Ruhe zu lassen......

    Du solltest durchaus beaobachten und auch mit ihm drüber reden, wie und warum er so reagiert und sehen wie er reagiert wenn du "dagegen hältst"....
    Und ihm sagen, dass er dir sonst Angst macht.

    Sobald DU den Eindruck hast, dass es schlimmer, häufiger oder heftiger wird, musst du mit ihm reden, denn Entschuldigungen werden dann nicht mehr glaubhaft und eine "krasse" Veränderung des Wesens hat meist andere Gründe.
    ISt ja genauso, als wenn jemand plötzlich verschlossen wird oder nicht mehr redet....

    Auf ein gutes Miteinander!...;-)....:zwinker:
     
    #5
    donmartin, 23 Juni 2009
  6. User 10802
    Planet-Liebe Berühmtheit
    3.083
    348
    4.777
    nicht angegeben
    •Ist sein Verhalten "normal"?
    Definiere Normal. :zwinker: Total ungewöhnlich ist es auf jeden Fall nicht, meine Ex war genauso... Die konnte sich in solchen Situationen soweit reinsteigern, dass sie die einfachsten Sachen nicht mehr geschaffft hätte. Draufhauen statt nachdenken... Ich hab das immer als Unsicherheit ihrerseits interpretiert - sie kam sich scheisse vor wenn etwas nicht geklappt hat und hat sich eigentlich nicht über das Problem, mich oder sonstwas, sondern über sich selbst aufgeregt.

    Langfristig wäre es aber schon eine interessante Frage, WARUM er so reagiert. War das schon immer so, oder ist das erst seit kurzer Zeit? Für Verhalten dieser Art gibt es viele Erklärungen. Er kann einfach ein Choleriker sein, es kann (gerade wenn er früher anders war) auch Anzeichen für akute psychische Probleme oder Stress sein.

    Je nachdem kann auch ein Gang zum Therapeuten helfen, da müsste und sollte er aber dann auch selbst darauf kommen. Den Partner da hin "steuern" ist selten gut. Das heißt jetzt aber nicht, dass Dein Freund ein Fall ist, bei dem das Sinn macht - ich kenn auch Leute die schlicht nen cholerischen Zug haben, die ich niemals zum Therapeuten schicken würde.

    •Reagiere ich zu sensibel?
    Nein, eigentlich reagierst Du normal. Mich hat das anfangs auch extrem mitgenommen - ich wollte nur helfen und sie beruhigen - dadurch wurde es aber nicht besser sondern schlimmer.

    •Wie kann ich in so einer Reaktion am besten handeln?
    Bei uns war es so: Wenn's ein technisches Problem war, hab ich sie bestimmt rausgeschickt (keine Diskussionen), das Problem gelöst und fertig. Wenn's um Streits oder Diskussionen ging, bin ich an dem Punkt gegangen, mit dem Hinweis, dass ich wiederkomme. Ne halbe Stunde später hatte sie sich eigentlich immer beruhigt. Raum für sich selbst hilft da enorm - und nimmt auch Druck und Peinlichkeit aus der Situation.

    •Wie kann ich es schaffen, das Ganze nicht zu nah an mich ranzulassen resp. versuchen, ihn wieder aufzubauen?
    So bitter es klingt: Gewohnheit. Irgendwann sagt man sich "ist halt so" und es perlt an einem ab. Ist ja nicht persönlich gemeint, man ist auch nicht Schuld dran. Wenn der andere spürt, dass man selbst darunter leidet, fühlt er sich danach noch beschissener als eh schon.
     
    #6
    User 10802, 23 Juni 2009
  7. User 68775
    User 68775 (32)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    3.368
    348
    3.166
    Single
    Kenn ich, mein Vater ist genauso und ich habs geerbt, nehm ich an. cholerischer Zug triffsts ganz gut...
    Wenn etwas nicht läuft wie ich will werd ich richtig bösartig.

    Werf das erstbeste gegen die Wand, am liebsten den Gegenstand meine Ärgers (beim PC konnt ich mich bisher noch zurückhalten *g*) und fluche vernehmlich. Und wehe dem, der versucht mich zu beruhigen, der wird angeschnauzt. Ich kann es absolut nicht leiden, dann auch noch angesprochen zu werden.
    Tut mir danach auch wieder echt leid, aber man muss mich da einfach komplett in Ruhe lassen, sonst zieht man meine allgemeine Wut auf sich.

    Würd ich dir in deinem Fall auch empfehlen, lass ihn schimpfen, geh meinetwegen in einen anderen Raum, hol dir ein Buch, geh abwaschen, keine Ahnung tu was unverfängliches, damit er sieht er kann sich abreagieren ohne dich zu beeinträchtigen.
    Meist müsst danach dann auch nach 20 min oder so alles wieder völlig ok sein.

    Du musst dich einfach dran gewöhnen und dir immer wieder sagen, sein Problem jetzt.

    Auf Menschen werd ich nie so WÜTEND, das ist meist ne Wut über mich, eigene UNfähigkeit oder höhere Gewalt (zB Stromausfall, Pc aus, bin ausgerastet weil Daten weg und ich nicht gespeichert... meine Mitbewohnerin macht dann einfach den Strom wieder an und ignoriert mich komplett, das beste was sie machen kann, nach paar minütigem fluchen und toben kommt die beruhigungsphase, in der ich noch bissig bin, aber danach ist dann wieder wunderbar.

    Wenns bei ihm ähnlich läuft, ist wirklich das beste, das du machen kannst, ihn ganz in Ruhe lassen, kein Mitleid, kein Aufbauen, kein deideidei, sondern einfach lassen.
    Paar Stunden danach kann mans meist gefahrlos ansprechen und fragen, ob man was dabei helfen kann, bei dem Problem.

    Is bissel Übungssache, aber du tust dir und ihm einen großen Gefallen wenn du das lernst :smile:
    Mein Freund übt auch schon fleißig, er geht einfach, wenn er den ersten Fluch hört. Im Gegensatz zu meinem Vorschreiber sollte er mich auch lieber dann nicht ansprechen, wenn er das Problem lösen könnte ;-)
    Passiert aber nicht dauernd, nicht dass das klingt als wäre ich ein fauchender Drachen... aber es kommt vor, und ich wollte dir aus der Sicht der "Wütenden" schildern, was mir dann das liebste ist.
     
    #7
    User 68775, 23 Juni 2009
  8. Mausebär
    Verbringt hier viel Zeit
    701
    103
    1
    nicht angegeben
    Für ihn ist sein Verhalten normal. er hat es sich so angewöhnt. Es ist seine Strategie damit umzugehen. Du kannst ihn nicht ändern. Davon ab, kenne ich einige, die diese Strategie haben.

    Sensibel, ja. du bekommst die Gefühle mit und diese übertragen sich auf Dich. Es isst nicht Deine Strategie, deshalb kannst Du nicht viel damit anfangen. So emphatisch zu sein ist eine Gabe.

    In solchen Situationen solltest Du dich komplett rausnehmen. Erstens ist es sein Ding und Du musst nicht mit ihm in das Gefühl gehen. Du kannst die Szene verlassen und was anderes machen. Lass ihn komplett in Ruhe. Er wird sich schon wieder beruhigen. Sogar, wenn er in Selbstmitleid verfällt. Er kommt da genauso wieder alleine raus. Sei Du selbst und mache in der Zeit etwas anderes, etwas für dich.
    (Ich weiss es aus Erfahrung, dass ist nicht einfach :ratlos: aber es wirkt)

    Zeig ihm, dass Du für ihn da bist, wenn er Dich braucht. Das reicht schon.
     
    #8
    Mausebär, 23 Juni 2009
  9. Starla
    Gast
    0
    Hast Du ihm mal gesagt, dass Dich sein Verhalten ängstigt? Ich würde in ruhiger Minute mal darüber sprechen und zwar dann, wenn es eben nicht akut ist (in solchen Momenten lässt sich das nicht besprechen). Du kannst ihm auch sagen, dass Du das Zimmer/die Wohnung verlassen wirst, wenn er ausrastet, weil Du eben auch auf Deine Gefühlswelt Rücksicht nehmen musst.
     
    #9
    Starla, 23 Juni 2009
  10. Euphemismus
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    12
    26
    0
    vergeben und glücklich
    Erstmal Danke für die vielen hilfreichen Antworten :smile:.
    Ich werde versuchen, auf alle Fragen und Anmerkungen einzugehen.


    Nein, eigentlich nicht. Es geht ihm zur Zeit besser als zuvor. Früher hatte er wohl sehr viele Probleme, aber aktuell läuft alles gut.

    Das fällt mir ehrlich gesagt schwer. Ich fühle mich dann äußerst egoistisch. So, als würde ich ihn im Stich lassen. Außerdem ist es teilweise auch nicht ganz einfach: Wir wohnen in einer kleinen 1-Zimmer-Wohnung und wenn er zum Beispiel nachts um 1 Uhr diese Anfälle hat, kann ich ja schlecht nach draußen gehen...

    Diese Ausraster seinerseits geschehen aber NIE, wenn wir uns streiten. Da bleibt er immer relativ ruhig und sachlich. Es ist eher, wenn etwas nicht so funktioniert, wie er das möchte.

    Ja, das glaube ich auch.
    Ich habe ihn heute nochmal darauf angesprochen. Er meinte, er reagiert immer so, wenn sich Dinge/Situationen seiner Kontrolle entziehen.

    Er wurde als Kind auch ziemlich verwöhnt - vielleicht liegt es daran?
    Auf mich wirkt er manchmal wie ein 3-jähriges Kind in der Trotzphase, das sofort einen Wutanfall bekommt, sobald etwas nicht nach seinem Willen geht...

    Ich bin da ganz anders.
    Was nicht heißt, dass ich generell ein sanftes Gemüt habe, aber in Problemsituationen reagiere ich allgemein gelassener. Ich suche nach Lösungen. Er hingegen steigert sich in das Problem hinein. Wenn ich ihm dann Lösungsvorsätze vorschlage, ist er erst einmal irritiert, dann versucht er, meine Ideen zu demontieren. Manchmal habe ich das Gefühl, er suhlt sich regelrecht in Selbstmitleid und in seinem Unglück (das ist auch wieder so etwas: "Ich habe dauernd Pech!" gehört zu seinen Standardsprüchen).

    Das habe ich einmal gemacht.
    Als ich wieder kam, hatte er einen Nervenzusammenbruch und sich sämtliche fingernägel abgekaut (damals ging es darum, dass er wichtige Uniunterlagen nicht finden konnte. Er meinte, er hätte überall gesucht, aber sie wären nirgends und jetzt würde er wohl ein Semester verlieren. Ach, eigentlich könnte er gleich das ganze Studium hinschmeißen! Ich konnte sein Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen - dieses ganze Überdramatisieren! Das Ende vom Lied war dann, dass ich die Unterlagen bereits nach wenigen Minuten in einem Umzugskarton gefunden habe :rolleyes:...)

    Genauso ist es bei ihm auch.
    Aber er ist nicht nur wütend, er malt dann auch alles schwarz und versinkt in Selbstmitleid.
    Und mit so einem Verhalten komme ich einfach gar nicht klar: Er sucht nicht nach Problembehebungen, sondern versteift sich auf seine aktuelle Misere.

    So hart es klingt, aber: Auf Dauer komme ich mit so einem Verhalten einfach nicht klar :geknickt:. Mich nimmt das jedes Mal auch total mit...

    Genau das habe ich ihm gestern gesagt.
    Aber ich glaube, er versteht nicht, dass er mir damit Angst macht und mich sein Verhalten emotional sehr trifft...
     
    #10
    Euphemismus, 23 Juni 2009
  11. Augen|Blick
    0
    Für mich klingt es ja so, als hätte Chaotica ins Schwarze getroffen, also ein Abart des Cholerikertums. Ich war ja immer der Meinung, ich würde Choleriker nicht ertragen, bis ich Borderliner traf :grin:
    Also ich kann Dir nur raten, Deine Grenzen zu ziehen. Wenn es so easy ist, wie z.B. Chaotica vorschlug, mit sowas könnte zumindest ich leben. Wenn sowas nicht geht, dann wirds natürlich schwierig.
     
    #11
    Augen|Blick, 23 Juni 2009
  12. User 68775
    User 68775 (32)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    3.368
    348
    3.166
    Single
    Ja, ok, wenn ich das so lese, dann ist weniger ne WUT, vielmehr eine reingesteigerte Hoffnungslosigkeit, die sich auf alles ausweitet und sich KOMPLETT seiner Macht etzeiht, weil das für ihn in dem Moment so aussieht. Dann ist damit auch einfach anders umzugehen... dazu kann ich dir aus eigener Erfahrung jetzt nicht so viel sagen, weil an mir ist es wirklich ein cholerischer Zug, ich bin stinksauer und hasse alles, weil jetzt irgendeine Kleinigkeit nicht funktioniert ...aber schon währenddessen weiß ich, dass ich albern bin, aber es muss einfach raus, weil ich das Gefühl sonst zu platzen.
    Wenns dann draußen is, kann ich eh rational nach Lösungen suchen, ich werd auch nicht panisch, ich bin einfach nur jähzornig ;-) und jaaaa, das ist etwas das man familiär mitbekommt, zumindest in meinem Fall. Ich will auch dass es nach meinem Willen geht ;-) außerdem hab ich wie gesagt einen Vater bei dem das auch so ausgeprägt ist (Bsp ER lässt seine tankkarte liegen aber anstatt dass gleich nach lösungen, wie dort anrufen, karte sperren etc gehandelt wird, werden erstaml alle Personen im Umfeld wegen etwas angeschnauzt, das grade ist, zb weil der teppich so liegt oder der Fernseher laut ist oder sonstiges. Meine Familie ignoriert das auch geflissentlich, und wenn ausgeschimpft is, is eh wieder gut und es wird angerufen und die Karte gesperrt....)

    Wenn deiner es gleich so an die Nerven kriegt, musst du vielleicht irgendne Strategie finden, dass er sich bewusst wird, dass er gerade wieder in Unsinn abrutscht.
    Sieht er sein Verhalten in solchen Situationen denn selbst als Problem? Wenn nicht, musst du ihm erstmal irgendwie bewusst machen, dass es mehr sein als dein Problem ist.
    Wenn ihm das dann bewusst ist, er aber sagt, er kann nicht aus seiner Haut könntet ihr evtl irgendeinen Code ausmachen, keine Ahnung, du schüttelst ihn, gießt ihm Wasser über den Kopf, brüllst STOP, irgendwas.
    Mein Freund braucht sowas auch manchmal, wenn er sich in komische Banalitäten verrennt.
    Ich sage dann nur etwas wie "Hör auf, du machst es schon wieder" und zwar so oft, bis es bei ihm ankommt.
    Und dann soll er irgendein Ritual anfangen, zB dreimal tif durchatmen, einem quer durch den Raum gehen, KAffee kochen, sowas halt. Und dann nochmal darüber nachdenken, oder es dir sagen, was er sucht, was nicht funktioniert etc.

    Aber damit sowas funktioniert muss er sich des Problems bewusst sein. Und er muss sich bewusst sein, wie ernst es dir ist, dass er daran arbeitet, um seinet und auch um deinetwillen...

    Sorry, nach deinem ersten Post hab ich mich wohl mehr wiedererkannt als Ähnlichkeit da ist... völlig in Ruhe lassen zieht dann in dem Fall vermutlich weniger, als so ein ausgemachtes Signal, das jetzt die Realität wieder da ist^^
     
    #12
    User 68775, 23 Juni 2009
  13. Mausebär
    Verbringt hier viel Zeit
    701
    103
    1
    nicht angegeben
    :ratlos: oh, da ist er dann wohl doch noch eine Spur ausgeprägter, als ich es dachte. Wenn dann Reden auch nichts mehr hilft. Ausser abermals in Ruhe mit ihm darüber zu reden und Euch eine Strategie überlegen, wie ihr damit umgehen könnt, bleibt dir ja nicht übrig. Bei einer 1-Zimmer Wohnung ist es dann in der Tat schwierig sich zurück zu ziehen. :kopfschue

    Will er denn selber nichts an seiner Situation ändern? Tut ihm ja auch nicht gut. vor allem bekommt er ja mal früh nen Herzinfarkt, wenn er so weiter macht.

    Versuch doch trotzdem mal, Dich da rauszunehmen. Denn schliesslich ist es seine Aufregung, nicht Deine. Oder kauf eine Beruhigungs CD und leg die auf, wenn es wieder soweit ist. Vielleicht helfen auch Baldrian Tropfen. Nicht für ihn aber vielleicht für dich.
     
    #13
    Mausebär, 23 Juni 2009

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