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Wie umgehen mit Altersdepression?

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von desh2003, 17 Oktober 2008.

  1. desh2003
    Gast
    0
    Weil ich in letzter Zeit ein bisschen mehr damit zu tun hab, wollte ich fragen, wer damit schonmal Erfahrung gemacht hat und wie man als Angehöriger damit umgeht, wenn alte Menschen in depressionsähnliche Stimmungen verfallen.

    Ich find es ziemlich schwierig, so jemanden wieder aufzumuntern und zu helfen. Ratschläge kann man ja jemanden, der um einiges älter ist und um einiges mehr erlebt hat als man selbst, ja nicht so einfach erteilen.
     
    #1
    desh2003, 17 Oktober 2008
  2. User 39864
    Sehr bekannt hier
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    in einer Beziehung
    Sprichst du grad von dir selbst?
     
    #2
    User 39864, 17 Oktober 2008
  3. desh2003
    Gast
    0
    Äh nee... nehmen wir mal als Alter 70+ oder 80+ an, von dem wir sprechen.
     
    #3
    desh2003, 17 Oktober 2008
  4. capricorn84
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    Verheiratet
    Also als mein Opa gestorben ist (2004), gings meiner Oma gar nicht gut, (die waren über 50Jahre verheiratet) ich glaube da hatte sie einige Zeit eine Depression. Hat davon gesprochen sich umzubringen (sie ist jetzt 89, wird im Jänner 90), dass sie sich aufhängt, oder aus dem Fenster springt. Hat sie alles nicht gemacht. Auch wenns anfangs natürlich ein Schock war solche Aussagen zu hören.Aber man mus sihr klarmachen dass Menschen nun mal sterben, da gibts kein Geheimrezept dafür dass Menschen ewig leben.

    Ich kann mit sowas leichter umgehen, hatte in der Schule so ein Seminar wo es ums Sterben ging. Da denkt man dann nüchterner drüber.

    Aber wir haben sie einfach abgelenkt, ihr gut zugeredet dass es bald wieder bessere Zeiten geben wird und viel mit ihr gemacht.

    Wurde auch besser und jetzt gehts ihr wieder richtig gut.

    Hoffe ich konnte ein wenig helfen!
     
    #4
    capricorn84, 18 Oktober 2008
  5. Miss_Marple
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    nicht angegeben
    Eben, das ist der Punkt. Man kann sicherlich vorsichtig Tipps geben, aber man darf nicht erwarten, dass der andere drauf anspringt und muss im Gegenteil sogar damit rechnen, dass er die Hilfe von Jungspunden in diesem Punkt ablehnt oder mit Rückzug oder Aggression reagiert.
    Mit Angehörigen habe ich das glücklicherweise noch nicht erleben müssen, nur in der Klinik oder im Altenheim halt. Und da ist ohnehin zu wenig Zeit und Nähe um mehr zu geben als ein paar nette Worte und offene Ohren.
     
    #5
    Miss_Marple, 18 Oktober 2008
  6. desh2003
    Gast
    0
    Da die Gesellschaft immer älter wird und Altersdepressionen gar nicht so selten sein sollen, dachte ich, dass es vielleicht im Forum den ein oder anderen gibt, der dazu etwas schreiben kann.

    In meinem Fall geht es um jemanden, der alleinstehend ist (der Teil der Familie, der sich um sie kümmert, kann das nur am Wochenende machen). Sie ist für mich auf eine gewisse Art und Weise eine Bezugsperson und das Positivbild, was man sich so über alte Menschen entwickeln kann ("so möcht ich in dem Alter auch mal werden"). Da passt das mit den depressionsähnlichen Zuständen nicht so ganz rein...

    Naja, also Selbstmordgedanken sind nicht so vorhanden, allerdings äußert sie sich positiv über den Tod ("...du, das Alter, das ist nix, irgendwann gehört man weg", usw.). Das ist auch nicht das, was mir so die Gedanken macht, sondern eher folgendes:

    An und für sich ist sie ein sehr positiv denkender Mensch, der auch gerade und deshalb einige Schicksalschläge meistern konnte. Aber mittlerweile setzt sich aber eine Art Altersmißtrauen gegen alles und jeden durch, also eine soziale Abkapselung (aktiv sucht keinen sie keinen sozialen Kontakt mehr und die alten Kontakte brechen weg). Nachbarn*, alte Bekannte, ferne Verwandschaft, alle sind irgendwie hinter ihr her und wollen ihr nix gutes. Sie verlässt kaum die Wohnung und begibt sich mal in die Außenwelt.

    Es kommt eher phasenweise; es kann sein, dass es 3 Wochen gut läuft und dann 1-2 Tage extrem schlecht (ohne erkennbaren äußeren Auslöser). Begleitet wird es von einem etwas weinerlicher Zustand. Ihre körperliche Verfassung ist gut, das Gedächtnis fängt aber an nachzulassen.

    Mittlerweile habe ich drüber nachgedacht, ob ein Alten- oder Pflegeheim nicht auch Vorteile hat, da der Alltag dort geregelter sein kann (auch in Hinsicht auf soziale Interaktion). Aber noch ist sie dafür eigentlich zu fitt.

    An sich will ich meinen Fall auch nicht diskutieren, sondern wissen, wer auch solche Erfahrungen gemacht hat, um dann vielleicht ein paar Ideen mitzunehmen.

    * nur als Beispiel: Gehen ein paar Blumen auf dem Balkon ein, sind es die Nachbarn von oben, die irgendwelches Zeugs herunterwerfen, damit ihre Blumen nix werden.
     
    #6
    desh2003, 18 Oktober 2008
  7. User 39864
    Sehr bekannt hier
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    in einer Beziehung
    Hasbe gerade deinen letzten Beitrag gelesen und dazu fällt mir eine Frage ein.
    Sind es also wiederkehrende depressive Phasen so wie du es beschreibst oder eher nicht?
    Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, bin schliesslich nicht vom Fach, aber das liest sich für mich (fast) wie Manische Depressionen.
     
    #7
    User 39864, 18 Oktober 2008
  8. Cassis
    Cassis (32)
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    vergeben und glücklich
    Ich glaube nicht, dass ich dir hier eine Hilfe bin, ich versuchs trotzdem.

    Die oben beschriebene Situation kenne ich auch aus dem Verwandtenkreis sehr gut. Meine Oma spricht mittlerweilen nur noch mit uns und wenn es sein muss wünscht sie der Kassiererin im Supermarkt noch einen schönen Tag. Und das wars. Sie weigert sich auch Einladungen zum Kaffeeklatsch oder ähnliches anzunehmen.
    Bei meiner Oma tritt dieser Zustand jedoch gemeinsam mit Demenz auf. Daher ist der Fall hier wahrscheinlich anders gelagert.

    Ich würd an deiner Stelle trotzdem versuchen, ihr auch mal zu widersprechen wenn es darum geht, das alle total böse sind und ihr was schlechtes tun. Auch wenn du deutlich jünger bist sollte sie wissen, dass sie mit ihrer Meinung allein da steht.

    Habt ihr im Familienkreis vielleicht eine Autoritätsperson?
    Wenn mein Vater oder mein Bruder (meine Oma erkennt die Authorität von Männern besser an) ihr mitteilen, dass sie jetzt da und dahin mitfährt und das ganze direkt in einem bestimmenden Tonfall, dann geht sie mit unter die Leute und hat dann auch Spaß dran. Man muss sie nur immer "zwingen" mal aus ihrem Haus zu gehen und dann gefällt es ihr doch.

    Bei meiner Oma z.B. sind alle Symptome deutlich bessern, wenn sie viel unter anderen Leuten ist. Je mehr sie allein ist, desto mehr "flippt sie aus"...

    Hast du schon mal an sowas wie betreutes Wohnen gedacht? Dort helfen die fitten Leute den etwas schwächeren und so kommt jeder unter Leute.
    Bei uns gibt es so eine Anlage, da ist es z.B. üblich, dass die fitteren für die körperlich schwächeren die Einkäufe mit erledigen und die daheimgebliebenen dafür vielleicht mal für zwei oder drei kochen...
     
    #8
    Cassis, 18 Oktober 2008
  9. desh2003
    Gast
    0
    Doch, ich denke der Beitrag hilft mir schon.
    Bei ihr ist die Demenz noch nicht ausgeprägt bzw. im Anfangsstadium, kommt aber ebenfalls phasenweise (aber nicht zeitgleich mit den Stimmungsschwankungen). Daher hab ich die beiden Phänomene bis jetzt noch nicht in einen tieferen Zusammenhang gesehen. Werd ich mal drüber nachdenken.

    Mach ich schon. Aber momentan hab ich den Eindruck, dass das Mißtrauen qualitativ und quantitativ zunimmt, ohne dass man es von Außen maßgeblich beeinflussen kann.

    Jaja, ich glaub die Emanzipation ist eine fraueninterene Angelegenheit :grin: ...das Muster männliche Autoritätsperson klappt sogar ganz gut, aber dann fügt sie sich ihrem Schicksal nur und kommt nur 'nolens volens' mit. Besser ist es, das ganze mit hartnäckiger Geduld zu machen (wofür man locker mal über 2 Stunden braucht), dann sieht sie es auch ein.

    Wenn sie mal raus kommt, dann ist sie sogar meistens kaum zu bremsen.

    Momentan ist es so, dass täglich jemand vorbeischaut (zum Tablettenrichten). Über betreutes Wohnen wurde auch schon nachgedacht. Nur die verfügbaren Angebote sehen so aus, dass jeder ein Zimmer für sich hat, das Essen vorbeigebracht wird und täglich mal jemand vorbeisieht. Da ist kaum etwas mit sozialer Interaktion (z.B. gegenseitiges Betreuen) und der Unterschied zur jetzigen Situation ist gering.

    Vielleicht hab ich auch mit dem Wort Depression ein wenig hoch gegriffen. 'Prozeß eines mentalen Rückzugs' triffts vielleicht besser...
     
    #9
    desh2003, 19 Oktober 2008
  10. Cassis
    Cassis (32)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Kriegt sie wegen der beginnenden Demenz denn schon Medikamente? Da sollte man rechtzeitig anfangen, damit man den Prozess zumindest ein bisschen verlangsamen kann...

    Das mit dem betreuten Wohnen ist natürlich blöd. Scheint tatsächlich überall anders abzulaufen. In dem Fall würde das ja mal gar nichts bringen. Essen anliefern lassen und Tabletten geben kann man zu Hause auch machen.

    Hast du denn Kontakt zu Bekannten der betroffenen Person? Wenn ja, würde ich denen die Situation erklären und sie bitten die Person vielleicht einfach auch sporadisch zu besuchen. Wenn bei meiner Oma unangemeldeter Besuch vor der Tür steht (und der dann vielleicht noch 2 Stücke Kuchen gekauft hat) ist sie gastfreundlich ohne Ende. Sie würde zwar nie wen einladen, aber wenn jemand von selbst kommt läd sie ihn nicht wieder aus.
    So könnte man ein paar soziale Kontakte aufrecht erhalten und ihr wäre nicht ganz so langweilig.
     
    #10
    Cassis, 20 Oktober 2008
  11. User 4590
    User 4590 (33)
    Planet-Liebe ist Startseite
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    nicht angegeben
    Ich denke schon, dass es da einen Zusammenhang gibt oder zumindest geben kann. Meine Oma litt an Alzheimer, und sie hatte auch diese weinerlichen Phasen, die du erwähnst. Und die Urgroßtante einer Freundin war mit zunehmender Demenz immer mehr davon überzeugt, dass alle um sie herum ihr nur Böses wollen (das ging so weit, dass sie nicht mal mehr ihre Familie an sich herangelassen hat, und weil sie auch Parkinson hatte, musste sie letztendlich ins Altenheim).

    Du sagst, es wurde schon mal über betreutes Wohnen nachgedacht. Ist da auch eine 'Alten-WG' in Betracht gezogen worden? Denn wenn deine Bekannte an sich noch ganz fit ist und in erster Linie sozialen Kontakt und nicht Pflege benötigt, dann wäre das ja vielleicht eine Möglichkeit.

    EDIT: Insgesamt denke ich, stellt sich grundsätzlich erstmal die Frage, wie die Situation deiner Bekannten genau ist; ob sie eine waschechte Depression hat; ob ihre depressiven Verstimmungen tatsächlich mit der Demenz zu tun haben und folglich schlimmer werden, je weiter die Demenz voranschreitet. In diesen beiden Fällen kannst du persönlich leider nicht allzu viel tun, außer weiter für sie da zu sein, so gut es geht. Das kann allerdings sehr schwer werden, ich hab das wie gesagt bei meiner Oma erlebt, und mein Opa mütterlicherseits hatte hartnäckige Depressionen über Jahre hinweg - die 'Betreuung' von solchen Leuten kann verdammt schlauchen.
     
    #11
    User 4590, 21 Oktober 2008
  12. Kaya3
    Kaya3 (33)
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Hallo,

    wurde sie den in letzter Zeit mal wegen diesen Symptomen untersucht? Vielleicht wäre es ganz sinnvoll abzuklären, welchen Hintergrund das hat oder haben könnte.

    Ist deine Bekannte vielleicht religiös? Viele ältere Menschen vertrauen ja durchaus auf die Kirche, und vielleicht kann euch ein Pfarrer/Pastor unterstützen. In diesem Zusammenhang kann man auch viel unternehmen (Seniorennachmittage in der Kirche, Seelsorge, etc).

    Ansonsten würd ich mit Altersheim/Pflegeheim vorsichtig sein, solange es "nur" um diese Depression geht. Wenn man sie aus ihrem gewohntem Umfeld herausnimmt, verschlimmert sich das Ganze vielleicht eher noch.

    Hast du zu dem Thema schon mal gegoogelt? Du kannst auch mal die Caritas anrufen oder ähnliche Vereine. Oder ihren Arzt fragen. Du wärst ja nicht der Erste, dessen Angehörige(r) im Alter depressiv/grantig wird.

    Aus persönlicher Erfahrung würd ich dir raten, das Problem nicht als einziger anzugehen und nicht versuchen, die Bekannte alleine wieder aufzubauen. Versuch, die Familie dafür zu aktivieren, damit du am Ende nicht mit der Verantwortung für die Bekannte alleine dastehst.


    Alles Gute,
    Kaya
     
    #12
    Kaya3, 21 Oktober 2008
  13. desh2003
    Gast
    0
    Vielen Dank erstmal für die guten Kommentare. Ich hab im Moment ein bisschen mehr zu tun und kann daher nicht ausführlich antworten. Aber ich diskutiere einige Sachen und Gedanken mit denen, die sich um sie kümmern. Je nachdem, wie es dann aussieht, schreib dazu was hier im Thread oder als PN.

    Ich antworte trotzdem mal :grin:

    Nein, sie wurde daraufhin nicht untersucht. Aber mir ist mittlerweile auch aufgegangen, dass ich es mir selbst nicht zutraue, eine genaue Diagnose bzgl. Demenz oder Depressionen zu stellen.

    Ja, sie ist religös. Aber leider mißtraut sie denen auch schon.

    Genau das ist die Abwägung. Es gibt auch viele gute Gründe, die für die vertraute Umgebung sprechen.

    Das habe ich noch nicht. Aber im Moment 'werbe' ich dafür, die Sache mit Ärzten abzuklären und sich allgemein Hilfe zu dem Thema zu holen.
     
    #13
    desh2003, 21 Oktober 2008

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