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Wieder drauf reingefallen - ich könnte mir in den Arsch treten (lang)

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Dunsti, 5 Dezember 2007.

  1. Dunsti
    Dunsti (39)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Erstmal hat eine Kollegin mit mir den Nachtdienst getauscht. Sie will Samstag nacht weg, ich nicht, also macht sie heute meinen und ich Samstag ihren. Kommt mir sehr entgegen.

    Mein Freund ist heute nachmittag, ohne dass ich davon wusste, die 50 km zu meinen Eltern nach Hause gefahren und hat versucht, mit ihnen zu reden. "Auf den Busch klopfen" hat er es genannt. Ich hätte ihn vermutlich davon abgehalten. Auf der anderen Seite ist er alt genug. Mein Vater wollte ihn wohl erst nicht reinlassen, meine Mutter dann doch. Er sagt, er habe in sehr vernünftigem aber bestimmten Ton den beiden klar gemacht, dass er mir schon mehrfach dazu geraten habe, meinen Eltern ein Hausverbot auszusprechen, wenn sie sich im Haus nicht benehmen können, aber es sei nicht sein Haus. Allerdings gebe es Dresche, wenn er mich nochmal anpackt. Daraufhin soll mein Vater ihm angeboten haben, sich vor der Tür mit ihm zu prügeln. :rolleyes:

    Er hat dann meine Mutter gefragt, warum sie es mir immer so schwer machen und mich nicht in Ruhe lassen können. Ob sie neidisch auf das seien, was ich trotz meiner Behinderung schaffen würde. Und darauf soll mein Vater geantwortet haben (er wollte es mir erst nicht erzählen, da ich die Antwort aber schon erahnt habe, war er ganz erstaunt, dass mich das nicht aus der Bahn wirft): Nicht trotz meiner Behinderung, sondern wegen meiner Behinderung. Er geht halt davon aus, dass sich niemand traut, mich schlecht zu bewerten und ich überall nur absahnen würde. Ich würde überall den Behindertenbonus ausspielen ... ich weiß zwar nicht, was er damit meint, aber das weiß er vermutlich selbst auch nicht und es hört sich erstmal gut an. An meiner Diss habe ich länger gesessen als manche andere (okay, mit Unterbrechung und Ortswechsel drin, aber trotzdem; und zwischendrin schon aufgegeben) und die Leute, die das jetzt bewertet haben, wussten erstmal nicht, ob ich laufen kann oder nicht. Wenn ich das dann zu meiner Verteidigung sage, sagt mein Vater: "Das sagst Du so!" oder: "Das kann ja jeder sagen!" und zieht damit alles ins Lächerliche.

    Es gibt einen Satz, der das ganze recht gut zusammenfasst: Mein Vater ist an dem Rätsel zerbrochen, das ich für ihn bin. Er hat sich auch fast 20 Jahre später noch nicht damit abfinden können, dass er eine Tochter im Rollstuhl hat. Sein Lieblingsspruch ist, so makaber das auch in diesem Zusammenhang klingen mag: "In einem gesunden Körper möge auch ein gesunder Geist stecken (Juvenal)." Den Spruch bringt er so oft er kann, jeder, der mich und meinen Vater kennt, kennt auch diesen Spruch von ihm. Da der Spruch nicht heißt: "In einem behinderten Körper steckt auch ein beschränktes Hirn" und mein Vater das auch genau weiß, testet er sehr genau die Leute in seiner Umgebung, a) ob sie den Spruch verstehen und b) wie sie zu Behinderten stehen und folglich c) wie zu Eltern, die behinderte Kinder haben. Er lotet damit erstmal genau aus, wie sein Gegenüber zu der "Problematik" steht, um sich dann wie ein Fähnchen im Wind anzupassen. Er hat nicht den Mumm, das zu sagen, was er mir immer wieder sagt, dass sportliche Erfolge im Behindertensport beispielsweise wertlos sind, weil sich niemand außerhalb "eines kontaminierten Kreises" dafür interessiert und ähnliches. Er hat eine dermaßen arrogante Art, dass ich mich für ihn schäme, vor allem vor anderen Rollstuhlfahrern. Anders kann ich das nicht sagen. Er nimmt großen Einfluss auf andere Menschen in seinem Umfeld und überrumpelt oft alle mit seiner viel zu direkten Art.

    Ich kann nicht nur schlechtes sagen. Er ist sehr tüchtig, scheut sich vor keiner körperlichen Arbeit, ist sehr hilfsbereit gegenüber anderen. Aber ich habe ihn bestimmt 20 Jahre nicht mehr herzhaft lachen gesehen oder dass er mal ausgelassen ist; immer beherrscht, immer "korrekt", er macht keine Fehler, nur die anderen. Und wenn sich ein Fehler mal nicht mehr leugnen lässt, sind die anderen böse, weil sie ihn gerade erwähnen.

    Bei meiner Mutter ist das Problem, dass sie alles dramatisiert und aus dem Klagen nicht mehr herauskommt. Auf der anderen Seite hat sie auch schon für alles eine Lösung parat und erklärt einem dann über Stunden, wie sie Probleme löst, macht einem Vorwürfe, dass man sich nicht mit darum gekümmert hat und redet einem nur ein schlechtes Gewissen ein. Sie würde sich nicht trauen, irgendetwas negatives über meinen Vater zu sagen und würde, auch wenn ich darum bitten würde, mit ihr alleine sprechen zu wollen, sofort meinen Vater hinzuziehen, sobald ich irgendwas fragen würde, was geeignet ist, diese Strukturen aufzubrechen.

    Nicht wirklich. Meine Mutter würde die Aussage verweigern und das wäre ihr gutes Recht. Mein Freund war nicht dabei, ich hatte ihn gebeten, alleine mit ihnen reden zu können. Er war die meiste Zeit entweder in der Dusche oder draußen und hat gefegt. :anbeten:

    Keinen objektiven. Vom Verstand her würde ich jedem Patienten, der mir von solchen Verhältnissen erzählt, raten, diese Idioten in den Wind zu schießen - sofern ich mich denn so weit aus dem Fenster lehnen will.

    Subjektiv bekommt meine Mutter immer dann, wenn ich versuche, mich weiter rauszulösen, ihre Heulphase, gelobt Besserung, erklärt mir, dass ich ihr Kind bin, sie mich lieb hat, erklärt, dass es meinem Vater ähnlich ginge, er sich nur immer nicht so ausdrücken könne, und ich lasse mich dann erweichen. Ich kann sehr schlecht Leute zurückweisen und bei meinen Eltern fällt es mir nochmal doppelt schwer. Sie haben sich die Situation mit meiner Behinderung sicherlich auch nicht so gewünscht, sondern sich ein anderes Familienleben vorgestellt, als sie mich gezeugt haben. Der Vorwurf kommt unterschwellig schon immer mal durch. Wäre ich als Kind nicht so stürmisch gewesen, hätte ich, wäre ich, könnte ich, sollte ich, dürfte ich, ... Auch wenn es zu meinem damaligen Unfallhergang Dutzende Zeugenaussagen und ein fast zwanzigseitiges Sachverständigengutachten gegeben hat und zwei Gerichte festgestellt haben, dass mich überhaupt keine Schuld trifft (und das nicht mal, weil ich minderjährig war, auch als Erwachsene hätte mich keine Schuld getroffen), bleibt immer ein unterschwelliger Vorwurf. Dass es zu dem Unfall gekommen ist, dass ich danach nicht sofort souverän die ganze Situation in die Hand genommen habe, dass man mich von zu Hause rausgeholt hat, dass ich trotz allem einen Weg gegangen bin und mich durchgebissen habe, ... natürlich sind diese ganzen "Vorwürfe" mit dem Verstand nicht nachzuvollziehen, aber das Leben besteht eben nicht nur aus Verstand.

    So habe ich mir schon etliche Male vorgenommen, den Kontakt ganz abzubrechen. Im Moment ist es so weit, dass ich diesen vermutlich erstmal doch noch recht schmerzhaften Schritt gehen werde, wenn sich nicht in kürzester Zeit noch irgendetwas grundlegendes ändert.

    Insgesamt wollen meine Eltern natürlich nur mein bestes. (Aber das bekommen sie nicht. ;-))
     
    #21
    Dunsti, 5 Dezember 2007
  2. Aurinia
    Aurinia (32)
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    Was ich an dem ganzen nicht verstehe: (bin schon müde :tongue: )
    Was wäre daran jetzt so schlimm wenn sie dir das Haus überschreiben? Immerhin bist du dann Hausbesitzerin? Und irgendwann kriegst du es ja sowieso?
    Vielleicht kann mich mal jemand aufklären :smile:
     
    #22
    Aurinia, 5 Dezember 2007
  3. User 37284
    User 37284 (32)
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    vergeben und glücklich
    Es scheint wohl wirklich so zu sein, dass dein Vater mit deiner Behinderung einfach nicht umgehen kann. Wie lange bist du denn schon behindert, hatte er eine Mitschuld daran (z.b. Verletzung der Aufsichtspflicht oder sowas?)? Es hört sich stark danach an, als hätte er wegen irgendetwas Gewissensbisse und will es einfach nicht akzeptieren können aber natürlich kenne ich deine Familiengeschichte nicht, ich habe jetzt nur ganz wenig von dir und deinen Eltern gelesen.

    Irgendwie schade, dass deine Mutter nicht alleine mit sich reden lässt, was wäre denn wenn du einfach mal vorbeikommst wenn sie alleine ist? Sicherlich ist es auch ganz gut, wie viele geschrieben haben, den Kontakt einfach mal abzubrechen aber gerade bei den Eltern ist das ja schon ein harter Schritt, der auch wehtut, vor allem weil es für mich den Anschein macht, als wolle deine Mutter wirklich nichts Schlechtes, nur dein Vater ist so krass drauf. Sie schaut wohl einfach weg.. will es auch nicht ganz wahrhaben.

    Andererseits hast du natürlich recht wenn du dich zurückziehst, dann würden sie vielleicht auch mal merken, was sie jetzt davon haben, für deine Mutter wäre es sicher schmerzhaft und sie würde evtl. auch mal mit deinem Vater darüber sprechen...

    Dieser Satz von deinem Vater ist ja wirklicht total makaber, wie kommt er denn auf sowas?? :eek: :eek: Du musst dich ja total ausgegrenzt fühlen, war das also auch als Kind schon so? Respekt das du deinen Weg so gegangen bist und du soviel aus deinem Leben getan hast, die Unterstützung von deinen Eltern hattest du ja allem Anschein nach nicht wirklich

    :knuddel:
     
    #23
    User 37284, 5 Dezember 2007
  4. Dunsti
    Dunsti (39)
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    vergeben und glücklich
    Ich habe keine Ahnung, was daran schlimm wäre, aber irgendwas ist daran faul, sonst wären sie damit nicht angekommen in so einer bescheuerten Aktion. Vielleicht will er auf dem Umweg herausbekommen, wie flüssig ich bin, um mir wiederum ein schlechtes Gewissen zu machen, dass ich meine Eltern nicht unterstütze. Ich glaube nicht, dass sie wirklich das Haus überschreiben wollen. Vielleicht hätte ich mal zum Schein darauf eingehen sollen, um zu erfahren, was sie wirklich wollten.
     
    #24
    Dunsti, 5 Dezember 2007
  5. User 29904
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    #25
    Zuletzt bearbeitet: 22 Februar 2016
    User 29904, 6 Dezember 2007
  6. Kaya3
    Kaya3 (34)
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    Weil alleine schon die Familienverhältnisse in dem Zusammenhang ein finanzielles Risiko darstellen. Zudem bindet sie sich damit wieder an die Familie, rechtlich und finanziell und damit zwangsläufig auf auf anderen Ebenen.
    Ich würd auf keinen Fall dazu raten und sehe, ehrlich gesagt, den Nutzen für sie auch nicht.

    Vielleicht bin ich da vorurteilsbehaftet, aber Geld in Aussicht zu stellen ist immer ne gute Methode, wenn man über jemanden die Kontrolle (wieder) erlangen will.


    Gruß,
    Kaya
     
    #26
    Kaya3, 6 Dezember 2007
  7. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Deine Mutter ist da also durchaus manipulativ begabt...Tränendrüse. Wobei sie vermutlich dann wirklich so fühlt und sich sonst eben "unterdrücken" lässt. Trotzdem macht mich sauer, wenn ich lese, dass sie in solchen "Entscheidungsmomenten", wo sie merkt, dass Du Ernst machen willst, erst zu beschwichtigen versucht und Deinen Vater auch noch in Schutz nimmt.

    Ich versteh Dich schon, es ist nicht leicht, Kontakte - gerade in der Familie - wirklich abzubrechen. Dass Dir solche Szenen wie heute wehtun und Dir das Verhalten Deiner Eltern nicht gut tut, ist klar - tut Dir Kontakt zu Deinen Eltern denn überhaupt mal wirklich gut? Wenn Dein Vater so ein freudloser Mensch ist, dann wird es unbeschwerte fröhliche Momente in Eurer Familie doch groß nicht gegeben haben in den letzten Jahren, oder? Vielleicht hilft eine Kontaktsperre für eine bestimmte Zeit, so dass Du herausfindest, ob Du ohne Kontakt besser klarkommst und ob Du die Kontaktsperre dauerhaft werden lassen willst. Mag sein, dass das hart ist für Deine Mutter, vermutlich auch für Deinen Vater - aber ich ermunter Dich da mal klar zum Egoismus aus Selbstschutz.

    Du warst doch erst zehn oder elf, als dieser Unfall beim Schulsport (wenn ich das richtig in Erinnerung habe) geschehen ist. Es ist also nun annähernd zwanzig Jahre her. Dass sie Deine Leistungen nicht anerkennen und nicht wirklich glauben, dass es "mit rechten Dingen" zugeht und einfach DEINE Leistung ist und keine Bevorzugung von wegen Mitleidsbonus, oh Mann, das tut ja selbst mir als Unbeteiligte beim Lesen weh.

    Man sollte annehmen, Eltern wären stolz, wenn ihre Tochter ein Studium erfolgreich abschließt, Ärztin ist, promoviert... ganz unabhängig davon, ob sie im Rollstuhl sitzt oder Fußgängerin ist. Manche Eltern wären besonders stolz, von wegen "hat sich nicht unterkriegen lassen und gemacht, was sie will, sie ist zäh und hat was drauf".

    Ich vermute, dass Dir Deine Eltern auch irgendwie leidtun in ihrer Beschränktheit und ihrem Unvermögen, einfach anzunehmen, dass Du eben damals den Unfall hattest und nicht laufen kannst, aber dafür ne Menge anderer Dinge kannst und erreicht hast. Sie hadern so sehr damit, Eltern einer behinderten Tochter zu sein, nach all den Jahren...

    In den Worten über Deinen Vater zeigt sich sein Hang zum Perfektionismus (nix falsch machen, keine Fehler...). Offensichtlich passt eine Tochter im Rollstuhl nicht zum perfekten Bild, was er mit seiner Familie und als Vater gern abgeben möchte. Leistung, Leistung... Dass er Deinen Sport so runtermacht ("kontaminiert" :ratlos:), ist bekloppt.


    Liebe Dunsti, ich finde nicht, dass Du Dich ihnen gegenüber zu solchen "Haus-überschreib-Aktionen" verpflichtet fühlen solltest. Auch wegen des hier schon erwähnten Kontrollmechanismus und der Bindung aneinander durch solche Geschäfte.

    Eigentlich musste Dich gar nicht verpflichtet fühlen zu irgendwas. Sie sind Deine Eltern - aber wenn man mal gewichten wollte, was sie an Positivem und Negativem Dir gegenüber getan und gesagt haben...

    Das ist alles nicht einfach.
    Klar ist, dass das Verhalten Deines Vaters unmöglich ist. Ich rate Dir, über einen Kontaktabbruch - ob zeitlich begrenzt oder dauerhaft - nochmals genau nachzudenken.

    Oder einfach mal ganz spontan antworten: Was empfindest Du beim Gedanken an Kontaktabbruch als erstes?
     
    #27
    User 20976, 6 Dezember 2007
  8. User 505
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    Verheiratet
    Ohne mich rechtlich großartig auszukennen zum Thema Haus: Das kann schnell spannend werden, wenn man zahlungsunwillige Mieter hat - und glaubst du, dass sie dir freiwillig und pünktlich die Miete überweisen würden? Eventuell haben deine Eltern auch Schulden drauf gemacht und wollen sie dir vererben - aber du bist ja selbst skeptisch. (Mal davon ab, dass du zwingend bis an ihr Lebensende mit ihnen zu tun haben wirst).


    Zum Rest: Anzeige wäre vernünftig - aber es geht hier nicht nur um Vernunft. Es geht um Familie, den Glauben in diese Menschen, der Hoffnung, dass sie sich doch noch ändern. Es sind schließlich die ELTERN und nicht dahergelaufene Menschen. Außerdem verliert man bei so einer Anzeige meist nicht nur die Eltern, sondern die komplette Verwandtschaft und das ist eine verflucht schwere Entscheidung, völlig egal wie sie sich benehmen.

    Überlege dir, wer von deiner buckligen Verwandtschaft dir WIRKLICH wichtig ist und/oder wie du dich vergewissern kannst, dass es wirklich keinen Sinn hat. Ich denke, dass es wichtig ist, dass du alles dir (!) mögliche versuchst um das zu retten, was du retten möchtest - allein, damit du dir nie vorwerfen (lassen) musst, dass du nicht alles versucht hast. Wenn du dich immer noch erweichen lässt, hast du immer noch die Hoffnung, dass es sich vielleicht doch irgendwann ändert - dass sie sich benehmen, wie Eltern sich benehmen sollen. Und so lange du die hast, kannst du dich kaum lösen.

    Das heißt aber auch, dass du dir vorher überlegen musst was du erwartest und auch die Konsequenzen ziehen musst, je nachdem wie die Reaktionen ausfallen.


    Mein Mitgefühl hast du, diese Situation lässt sich am Besten als beschissen zusammenfassen.
     
    #28
    User 505, 6 Dezember 2007
  9. User 76250
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Und ich dachte, George Walker Bush wäre das größte Arschloch auf Erden... :eek: Solche Typen als Eltern gehen ja mal gar nicht. :wuerg: Ich bewundere Dich, dass Du noch in eigenen vier Wänden wohnst und nicht im Sanatorium.

    Ohne Dir was vorschreiben zu wollen (würdest Du mich auch garantiert nicht lassen...): Meinst Du wirklich, es wäre gut, die beiden vor ihren Beerdigungen nochmal zu sehen? Wie alt sind die jetzt? 55? 60? Das können für Dich noch "lustige" 20 - 30 Jahre werden... :ratlos:
     
    #29
    User 76250, 6 Dezember 2007
  10. whitewolf
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    nicht angegeben
    Mein Tipp ist, dass ihnen das Wasser finanziell bis zur Halskrause steht, falls es nicht schon durch den Schnorchel reinlaeuft....

    Wenn sie die Bude nicht halten koennen, verbringen sie ihren Lebensabend in einer kleinen Mietswohnung. Und den Vermieter koennen sie nicht eben mal am Rollstuhl hochliften, wenn ihnen irgendwas nicht passt.

    Da wird man erfinderisch.

    Lass die Finger von der Sache. Die verschenken die Bude ja nicht, weil sie ploetzlich eine bis dahin unbekannte altruistische Ader bei sich entdeckt haben.

    Die Uebertragung wird mit so vielen Klauseln gespickt sein, dass Du Aerger ohne Ende haben wirst.

    Alein schon das hier stinkt:
    Was ist denn das fuer eine tolle Bedingung? Heisst das: Wenn das Dach einbricht, kannst Du die Miete erhoehen, um es reparieren zu lassen? Frag doch mal, ob das so zu verstehen ist! Das wuerde mich allerdings stark wundern. :kopfschue
     
    #30
    whitewolf, 6 Dezember 2007
  11. Klinchen
    Klinchen (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Oje, Du Arme! [​IMG]
    Das tut mir total leid!
    Deine Eltern wissen genau, wie sie Dich manipulieren können und nützen das schamlos aus.
    Du solltest dem Ganzen wirklich mal ein Ende setzen und Dir das Leid ersparen!
    Wünsche Dir viel Kraft! [​IMG]
     
    #31
    Klinchen, 6 Dezember 2007
  12. Sternschnuppe_x
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    Single
    Nein, damit war etwas anderes gemeint. Es ist normal, daß der Eigentümer und Vermieter eines Hauses bzw. einer Wohnung für anfallende Reparaturkosten (z.B. an der Heizung, bei zugigen Fenstern etc...) aufkommt - es ist ja auch seines. Die Eltern wollten Dunsti wahrscheinlich mit diesem Satz nur sagen, daß sie wissen, daß sie als Eigentümerin diese Pflichten hätte, daß sie dafür aber die Mieteinnahmen verwenden könnte und insofern dann ohne Verluste bei der Sache wäre. Vermutlich wollten sie damit von vornherein ihren Befürchtungen aus dem Weg gehen, sie könnte sich mit dem Haus zu große finanzielle Verpflichtungen aufhalsen.

    Zum Rest spare ich mir jeden Kommentar, da wurde ja schon einiges gesagt. Auf diesen Deal mit dem Haus würde ich mich auch auf keinen Fall einlassen. Das schreit ja geradezu nach einer weiteren "Falle" und noch mehr Vorwänden für Streit, Ärger, Vorwürfe und Provokationen durch die Eltern.
     
    #32
    Sternschnuppe_x, 6 Dezember 2007
  13. -succubus-
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    nicht angegeben
    Wenn es ein altes Haus ist, dann kann sie aber auch verpflichtet werden, es zu modernisieren und sowas deckt sich dann meistens nicht mehr mit den Mieteinnahmen.
     
    #33
    -succubus-, 6 Dezember 2007
  14. graue Maus
    graue Maus (35)
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    vergeben und glücklich
    Diesem Aspekt würde ich auf jeden Fall hohe Bedeutung beimessen. Was hast Du für Möglichkeiten, wenn sie nicht zahlen?

    Ich kenne mich im Mietrecht nicht aus, aber ich weiß, dass Vermieter immer wieder Probleme haben, zahlungsunwillige Mieter aus dem Haus zu bekommen.
     
    #34
    graue Maus, 6 Dezember 2007
  15. Packset
    Gast
    0
    ....
     
    #35
    Packset, 6 Dezember 2007
  16. waschbär2
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    vergeben und glücklich
    Es wird Zeit, dass du wütend wirst.
    RICHTIG wütend.

    Es ist klar, es sind deine Eltern und da hat man natürlich eine emotionale Beziehung zu.
    Und es gibt auch logische Gründe, ihr Verhalten nachzuvollziehen.
    Das macht es aber nicht besser, wenn man es versteht. Die Tatsache, dass gewisse Grenzen überschritten wurden, bleibt.

    Und bei dir ist die Schmerzgrenze des Erträglichen schon weit überschritten.

    Meiner Meinung nach gibt es nur den Weg des vollständigen Kontaktabbruchs.

    Vielleicht lernen sie dann noch, dass du zwar ihr Kind bist, aber kein Kind mehr. Vielleicht ...
     
    #36
    waschbär2, 6 Dezember 2007
  17. whitewolf
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    nicht angegeben
    Das ist mir schon klar. In irgendwelchen Mietgesetzen steht wohl auch, dass eine Wohnung gewisse Mindeststadards zu erfuellen hat.

    Wenn so etwas aber extra in einem Uebrtragungsvertrag stehen muss, wird mir die Sache suspekt.

    Und genau hier liegt fuer mich der Hase im Pfeffer: Ich kann nicht glauben, dass die Eltern ploetlich ihre spendabele Seite entdecken haben und Haeuser aus purer Generositaet verschenken.

    Von daher bin ich erst mal bei allem skeptisch.

    Fuer mich hoert sich das fuer einen von dem Vater nicht wirklich durchdachten Hinweis an, das von der Miete fuer sie nichts uebrig bleiben darf, anstatt eines wohlgemeinten Hinweis, dass man bei der ein oder anderen Reparatur ja auch noch die Mieteinnahmen in der Hinterhand hat.

    Das ist jetzt einfach mal meine Meinung. Da die Eltern nach der Beschreibung bei mir alle gewaehrten Trustpoints mehr als verspielt haetten, gehe ich hier immer vom schlimmsten und arglistigsten Szenario aus.
     
    #37
    whitewolf, 7 Dezember 2007
  18. Dunsti
    Dunsti (39)
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    vergeben und glücklich
    Ich habe mich so einigermaßen wieder beruhigt. Und bin auch insgesamt ziemlich "müde", selbst meinen Rücken gerade zu machen. Ich war heute morgen bei meiner Anwältin und habe mich mit ihr darauf verständigt, dass sie meinen Eltern schriftlich ein Hausverbot ausspricht. Sie hat dann noch angefangen, mir zu erklären, dass sie es erstmal formlos macht und um eine Reaktion bittet, erst wenn die ausbleibt oder ablehnend ausfällt sei ein kostenfreier Weg zum Gericht offen und relativ sicher. Ist mir egal, ich habe ihr die Lage geschildert und sie wird es schon richtig machen. Das hört sich alles so an, als wäre ich zu arrogant, um mich selbst mit meinen Eltern zu unterhalten oder als würde ich andere meine Arbeit machen lassen - meinetwegen. Ich habe echt keine Kraft mehr, um mich immer wieder mit dem Thema zu beschäftigen und immer wieder solche grundsätzlichen Dinge wie gegenseitigen Respekt jedes Mal neu auszuloten. Ich hoffe, dass sie mir das Theater, was jetzt kommen wird, ein wenig vom Hals hält.

    Ja, kommt gar nicht in Frage. Ich muss mich nicht mit Mietrecht auskennen, um zu wissen, dass hier mit Zitronen gehandelt wird. Wer mit Sturm in mein Haus "einbricht", um mir Geschenke zu machen, hat keine ehrlichen Absichten.

    Ich bin beim Schulschwimmen auf den Fliesen ausgerutscht. Ich war auf dem Weg von der Dusche zur Umkleide, bin um eine Ecke gegangen (nein, nicht gerannt), dort hatte jemand Duschgel ausgekippt und nicht wieder weggewischt. Das wäre alles noch nicht so dramatisch gewesen, wäre nicht direkt daneben ein Spülbecken gewesen, auf das ich mit dem Rücken geknallt bin. Am Wasserhahn habe ich mir noch die Rübe angestoßen, jedenfalls habe ich mir mehrere Wirbel gebrochen, einer hat sich dabei ins Rückenmark gebohrt und das wars. Mein Unfall war der Anlass, dass Spülbecken (auch zur Fußdesinfektion) heute nicht mehr in Nass- und Barfußbereichen in Neubauten oder bei Moderniesierungen alter Schwimmbäder verbaut werden dürfen. Zum Auskippen von Wischwasser (dafür war es hier wohl gedacht) müssen sie entweder in einem seperaten Putzraum sein, in eine Wand eingelassen oder auf Hüfthöhe sein. Fußsprühanlagen dürfen nur noch in einem Bodenablauf enden und nicht mehr in einem Auffangbecken. Das Ding, auf das ich gefallen bin, hatte in Schienbeinhöhe die Oberkante, war ringsherum gefliest und war direkt am Eingang zu den Duschen.

    Da es sich um einen Schulunfall handelt, muss für die Behandlungskosten und für eine monatliche Rente (Schmerzensgeld) von derzeit knapp 400 Euro die Bayerische Landesunfallkasse aufkommen.

    Nein, tut er nicht. Es ist eher eine "Pflichtveranstaltung" für meine Eltern. Und nein, diese Momente gab es seit meinem Unfall vor knapp 20 Jahren nicht mehr.

    Als erstes einen tiefen Wunsch nach Freiheit, als zweites jedoch die Angst, was man sich ausdenkt, da meine Eltern ihn nicht akzeptieren werden.

    Wütend genug bin (war) ich eigentlich. Nur ich habe einfach nicht mehr die Kraft, hier von Grund auf nochmal was zu richten. Noch einmal zurückzustecken, noch einmal zu versuchen, das beste aus der Situation zu machen, noch einmal ein aufrichtiges und ehrliches Gespräch zu versuchen. Ich blicke einfach nicht durch, was sie wirklich wollen. Sie müssen doch auch mal das Bedürfnis haben, einen inneren Frieden zu finden (so doof sich das jetzt anhört), man kann doch nicht immer nur Streit vom Zaun brechen, um seine Ziele durchzusetzen. Und das einzige Ziel kann doch nicht nur Geld sein. Ich raffe es einfach nicht.

    Ich verstehe immernoch nicht, ob sie wirklich geglaubt haben, dass die Masche funktioniert. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen. Aber was um aller Welt wollten sie dann, was sie auf normalem Wege nicht erreichen konnten?

    Fassen wir es zusammen: Es ist höchste Zeit, sie an die Wand zu klatschen. Ich hoffe, ich habe mir dafür die richtige Hilfe geholt - nicht jeder ist groß genug, um Parasiten von der Zimmerdecke zu fegen, bevor sie einem auf dem Kopf herumtanzen. Aber es gibt ja Kammerjäger. :cool1:
     
    #38
    Dunsti, 7 Dezember 2007
  19. waschbär2
    Beiträge füllen Bücher
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    vergeben und glücklich
    Versuche erst gar nicht mehr, die Handlungsweisen deiner Eltern zu verstehen. Das wirst du in der momentanen Situation eh nicht schaffen. Und es würde auch nichts bringen.

    Den Weg, den du beschritten hast, war der Richtige.
    Schütze erst einmal dich selbst.

    Vielleicht in ein paar Jahren ... :ratlos:

    Viel Kraft und Ruhe wünsche ich dir :knuddel:
     
    #39
    waschbär2, 7 Dezember 2007
  20. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Dein erster Gedanke ist also mit "Freiheit" verknüpft.
    Der zweite Angst. Ich denke, mit dem Hausverbot über die Anwältin bist Du schon mal einen Schritt gegangen.
    Ich kann die Angst verstehen, weil Deine Eltern ja in der Tat nicht gerade einsichtige Personen zu sein scheinen und vor allem Dein Vater ja gern mal ausrastet. Aber ich würde es an Deiner Stelle wohl trotzdem machen - einfach um Dir Deine Freiheit zu verschaffen auf lange Sicht.

    Auch wenn sie vielleicht erst einmal toben oder manipulieren wollen oder sonstwas veranstalten - mittels Hausverbot, einstweiligen Verfügungen (Näherungsverbot mit Androhung von Ordnungsgeldern und so, das wär schon ein schärferes Geschütz...) kannst Du sie Dir vom Leib, Haus und Hof halten. Klar wär es schöner, wenn derlei nicht nötig wird.

    Wär ein Brief eine Möglichkeit? Damit sie nicht nur was von der Anwältin erhalten, sondern auch einmal Klartext von Dir? Oder bringt das bei ihnen nix? Hättest Du dafür überhaupt die Kraft?

    Ich denke, es wäre für Dich sehr gut, wenn der Kontakt abgebrochen wird - auch wenn das erstmal anstrengend sein könnte, weil sie es nicht akzeptieren wollen. Nur ist es ja auch anstrengend, wenn es so läuft wie jetzt und in den ganzen letzten Jahren... Der Wunsch nach Freiheit ist doch sehr wichtig. Vielleicht ist allein die Entscheidung, den Kontakt abzubrechen, für Dich eine große Erleichterung?

    Übrigens finde ich es keineswegs arrogant, das Hausverbot über die Anwältin abzuwickeln. Arrogant und bescheuert ist es, der Tochter Ohrfeigen zu geben und ihren Rollstuhl anzuheben und sie "zu entmündigen" und überhaupt bei ihr auf so eine Art reinzuplatzen, wie es geschehen ist. Sie kapieren Dich und Dein Leben nicht - warum weiter die Mühe machen, Dich direkt mit ihnen auseinanderzusetzen?

    Liebe Dunsti, ich wünsch Dir, dass so ein Übergriff nicht wieder vorkommt und dass Du Dir aussuchen kannst (im privaten* Umfeld) mit wem Du wann und wie welchen Kontakt hast. (*Patienten kann man sich ja nicht unbedingt aussuchen ;-).)
     
    #40
    User 20976, 7 Dezember 2007

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birdie
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