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Wieso fällt es so schwer, mit dem Partner über Sex zu sprechen?

Dieses Thema im Forum "Liebe & Sex Umfragen" wurde erstellt von munich-lion, 2 März 2009.

  1. munich-lion
    Planet-Liebe ist Startseite
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    nicht angegeben
    Aufgrund der Vielzahl von Threads, bei denen es immer wieder um die Unzufriedenheit im Sexleben geht, stelle ich mir die Frage, warum es so schwer fällt, gewisse Themen anzuschneiden und den Partner damit zu konfrontieren.

    Normalerweise wird in einer Beziehung über alles Mögliche gesprochen, aber wenn es um sexuelle Wünsche, Änderungen, Vorstellungen etc. geht, bleibt der Mund oftmals stumm.
    Stattdessen wendet man sich an ein Forum, vertraut sich fremden Menschen an und dann kommen so Fragen wie: "Hatte sie jetzt einen Orgasmus oder nicht?" "Meint ihr, ein Finger im Po bedeutet jetzt auch Bereitschaft für Analverkehr?" "Mache ich beim blasen etwas falsch, weil er einfach nicht abspritzt?"
    Liegt es etwa am Schämen, Schüchternheit, dem Alter, an Unsicherheit, mangelndem Vertrauen, an der Angst, den anderen zu verletzen oder zurückgewiesen zu werden?

    Berichtet doch mal, wie es in früheren oder aktuellen Beziehungen so abgelaufen ist/abläuft und ob ihr wirklich das Gefühl habt, mit der Partnerin/Partner offen und ehrlich darüber kommunizieren zu können und welche Gründe es gibt, weshalb man nicht miteinander über den eigenen Sex spricht.
     
    #1
    munich-lion, 2 März 2009
  2. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Verheiratet
    Vor 5 Jahren war Sex Neuland für mich. Ich hatte ein bestimmtes Bild von Sex durch unsere Gesellschaft vermittelt bekommen. Damals habe ich mich nicht immer getraut, meinen Mund aufzumachen und von meinen Ängsten, Bedürfnissen, Phantasien, Träumen, Vorlieben Vorstellungen und Wünschen zu sprechen.

    Mit der Zeit wurde ich körper- und selbstbewusster. Was nicht alleine durch viele Anmachen, wenige Körbe, einige Beziehungen oder viel Sex oder was auch immer stammt. Ich habe mich im normalen Leben weiterentwickelt, in vielerlei Hinsicht, nicht nur sexuell, sondern breit gefächert auf vielen Ebenen und es hat mir sehr geholfen.

    Außerdem hat es mir geholfen, mit sehr vielen Menschen über Sex zu sprechen. Nicht bloß mit meiner Familie und meinen Freunden aus meinem ehemaligen wohlbehüteten Heimatdorf, sondern mit Leuten aus Großstädten, Leuten verschiedener Altersklassen, mit Amerikanern und Franzosen und Italiener und mit Asiaten usw … Ich lese sehr viel über Sex, ständig. Ich habe Unmengen von Büchern; theoretische, Forschungsarbeiten, wissenschaftliche Werke aber auch Romane. Zuletzt war mir mein Seminar über Frauenbewegung sehr hilfreich.

    Ich bin seit 5 Jahren in diesem Forum angemeldet. Ich las und lese ständig diese Berichte über Beziehungsprobleme und es erschreckt mich immer wieder, wie häufig sich ein Problem im Bett zu einem Problem der gesamten Beziehung auswirkt. Ich habe mitbekommen wie oft sich Menschen nicht trauen, etwas wirklich Wichtiges anzusprechen, wo man als Aussehnstehende wirklich nur denkt: Gott, es würde dir um so vieles besser gehen und einiges erleichtern, wenn du es nur endlich ausspucken würdest; mach dir das Leben doch nicht selber schwer.

    Es ist schon eine ganze Weile her, viele Monate, da hat es bei mir Klick gemacht. Ich war schon immer frei was das Thema Sexualität betrifft, aber inzwischen halte ich kaum etwas zurück. Weil ich mit der Zeit gemerkt habe, was man mit Reden alles erreichen kann. Einige Männer waren zuerst überrascht, wussten nicht, wie man mit einer solchen Direktheit umgeht, weil sie es scheinbar nicht gewohnt sind. Aber sie gewöhnen sich daran, sehen die Vorteile und das Beste: Sie ziehen mit. Ja richtig, sie haben kaum Angst mehr über ihre Ängsten, Bedürfnissen, Phantasien, Träumen, Vorlieben Vorstellungen und Wünschen zu sprechen, genau so wie ich über meine spreche. Alles ist locker und offen, man spricht sich aus, es erleichtert. Und im Endeffekt macht es glücklich.

    Also ja, ich spreche mit meiner besseren Hälfte über Sex. Und ich empfinde dies als wohltuend. In meinem Leben ist Sex sowieso wichtig, ich beschäftige mich täglich damit und es ist einfach toll Neues zu lernen und auf den Partner eingehen zu können. Ein wirklich unglaublich tolles Gefühl. Dafür ist es auch nie zu spät. Ich verrate auch nicht alles auf einmal, aber so nach und nach die ein oder andere Sache ansprechen und den Partner immer wieder zu überraschen. Man selber wächst daran und der eigene Partner auch. Sich so sehr zu vertrauen ist ein wundervolles Geschenk.

    Ich bin auf noch keinen einzigen Mann getroffen, der nicht froh war, wenn mal eine Frau die Initiative ergriff und sich traute das Thema anzusprechen. Je nach Thema mag es Überwindung kosten, aber es lohnt sich. Manche Ansprachen müssen wohl überlegt sein, aber man bereut es nur, wenn man eine Sache ewig hinauszögert und unglücklich vor sich hin lebt. Der Partner kann nicht wissen, wie man fühlt und denkt. Wenn man etwas verändern möchte, dann muss man die Dinge meistens eben selber in die Hand nehmen.

    Ich würde mir wünschen, dass jeder einmal ausprobiert, mit offenen Karten zu spielen und dem eigenen Partner, mit dem man doch sonst angeblich über Gott und die Welt reden kann, großes Vertrauen schenkt und darüber spricht, was ein wesentlicher Teil der Beziehung ist. Man gewinnt Selbstzufriedenheit.
     
    #2
    xoxo, 2 März 2009
  3. Samaire
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Früher lag das bei mir schlicht am Alter, an der Unerfahrenheit und damit verbunden mit der Schüchternheit und Unsicherheit in Bezug auf dieses Thema.

    Heute geht das zwar einfacher und ich kann sicher mittlerweile und mit meinem jetzigen Partner besser über Sex sprechen, als früher. Allerdings eher im Positiven. Wenn etwas nicht so läuft, wie ich das gerne hätte, geht es immer noch lange, bis ich es anspreche. Heute ist es eher die "Angst", den anderen zu verletzen. Ich finde es schwierig, über Dinge zu sprechen, die beim Sex eben NICHT stimmen oder anders/besser sein sollten und ich behaupte mal, es gibt keinen wirklich diplomatischen Weg, sich mit dem Partner über sexuelle Unzufriedenheit etwelcher Art zu unterhalten - der andere dürfte sich immer verletzt fühlen. Das heisst nicht, dass sich nicht trotzdem ein gutes Gespräch ergibt und sich einiges ändert, aber ich glaube dennoch, dass sich erstmal jeder verletzt oder angegriffen oder verunsichert fühlt.
     
    #3
    Samaire, 2 März 2009
  4. LiebesLieber
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Oh Löwin DAS frag ich mich auch immer wieder bei vielen Threads.

    Ich wage sogar die Behauptung das 3/4 aller Probleme im Sexualleben, mangelnde Kommunikation bzw. Offenheit sind.

    Denn worüber man nicht reden kann, das bleibt unausgesprochen und damit unbefriedigt und ungelöst...
     
    #4
    LiebesLieber, 2 März 2009
  5. CCFly
    CCFly (36)
    live und direkt
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    Verheiratet
    also wir reden über unsere sexuellen probleme. meist stoß ich ihn da vor den kopf (er war zb total geknickt, als ich gemeint habe, lecken gibt mir nichts), aber wenn was zu sagen ist dann sollte man das auch tun, sonst weiß keiner, was der andere will und nicht will. und so wird man ja nicht glücklich.
     
    #5
    CCFly, 2 März 2009
  6. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
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    Verliebt
    Wir waren von Anfang an sehr offen.
    Haben nach ca. 1 Woche schon darüber gesprochen, wer wie erfahren ist. Peinlich berührt hat das keinen von uns.
    Mein Freund hat mich von Anfang an immer gefragt, ob es mir gefällt, wollte auch mal, dass ich seine Hand führe etc. Umgekehrt war ich sehr dankbar, dass er das auch mit mir gemacht hat, denn ich war äußerst unerfahren und auch schüchtern.

    Wir haben oft gesprochen, was uns wie gut gefallen hat, was wir mal ausprobieren wollen etc. Gehemmt waren wir da nie.
    Ich hab öfter mal erotische Briefchen geschrieben, die er sehr mochte. :grin: :zwinker:

    Ich kann mich nicht erinnern, dass es in unserer Beziehung jemals irgendwelche Hemmungen gab, etwas auszusprechen.
    Und ich finds auch verwunderlich, wie oft anscheinend in Beziehungen nicht kommuniziert wird. :ratlos:
    Es gibt Dinge, die kann das Internet einfach nicht beantworten, sondern nur der Partner!!
    Natürlich kann man sich im Netz über irgendwelche Techniken und Statistiken informieren, aber nicht darüber, ob der Partner gerne Analsex möchte, ob er schon mal Sex hatte oder noch Jungfrau ist, ob ihm der Sex gefällt etc.
     
    #6
    krava, 2 März 2009
  7. User 18889
    Beiträge füllen Bücher
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    nicht angegeben
    Ich war schon immer total offen, was solche Themen anging. Es bestand nie das Problem, dass ich mit jemandem Sex hatte, aber mit der Person nicht darüber reden konnte. Meine Offenheit verstärkte sich in den ca. letzten zwei Jahren nochmal sehr, weil ich denke, dass ich inzwischen relativ erfahren bin und jetzt viel besser weiß, was ich will als noch am Anfang meiner Sexualität.

    Ich finde es jeden Tag aufs neue erschreckend, wenn ich Threads wie die angesprochenen Titel im Anfangspost lese. Die Leute wollen miteinander schlafen bzw. tun es, aber sind zu schüchtern, um über Orgasmen, Analsex oder Kondome zu reden?! Finde ich ganz schön schlimm.
     
    #7
    User 18889, 2 März 2009
  8. capricorn84
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    Verheiratet
    Ich hab kein Problem damit den Mund aufzumachen. Ich sag wenn mich was stört, was ich gerne anders hätte, was er gerne möchte welche Wünsche ich habe usw. etc. In meiner vorigen Beziehung hatte ich nicht den Mumm was zu sagen, war schüchtern in solchen Dingen und hab mich einfach nicht getraut. Doch jetzt ist das anders. Ich rede mit meinem Freund über alles! Ich habe absolut keine Geheimnisse vor ihm und ich bin froh darüber mit ihm über alles reden zu können bzw. ihm alles erzählen können was mich bedrückt. Nicht nur in sexueller Hinsicht. :smile:
     
    #8
    capricorn84, 2 März 2009
  9. happy&sad
    happy&sad (33)
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    nicht angegeben
    Ich denke, wenn man mit seinem Partner schlecht über Sex reden kann liegt es an einer Mischung aus Scham, Unsicherheit und Angst den anderen vor den Kopf zu stoßen bzw. dass er/ sie es übel nimmt. Manchmal auch an fehlendem Vertrauen.
    Ich konnte mit meinem letzten Partner schlecht über Sex reden, mit meinem jetzigen Sexpartner dagegen ausgezeichnet.
    Bei meinem Ex hat es mich vor allem gehemmt, dass es bei ihm wegen jeder Kleinigkeit Streit gibt. Ich hatte die Befürchtung, dass ihn irgendetwas an meiner Aussage stören würde und habe deshalb kaum mit ihm über Sex gesprochen.
    Heute weiß ich, dass ich in der Beziehung nicht glücklich war (auch wenn es natürlich schöne Momente gab, sonst wären wir nicht so lange zusammen geblieben).
     
    #9
    happy&sad, 2 März 2009
  10. User 38494
    Sehr bekannt hier
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    Verheiratet
    ich denke, das es schon oft das alter macht, weshalb man unsicher ist.
    geringe erfahrung und dann die angst, das man den anderen verletzen könnte ... bzw. das man als abnormal abgestempelt wird, wenn man bestimmte wünsche äussert.
    gerade deswegen wird sicher oftmals (am anfang einer beziehung) ein sexueller wunsch eher nicht ausgesprochen und man möchte erstmal antesten, wie frau generell darüber denkt, das man ihr gern in den mund pinkeln möchte, sie gerne mit blauen plüschsocken fesseln möchte, oder das man gern mal eine flasche bier in den hintern geschoben bekommt ... nur um mal ein paar beispiele zu nennen. :grin:

    beim (festen) partner sollte natürlich eben genügend vertrauen und gegenseitiges verständnis vorhanden sein, eben NICHT dinge unausgesprochen zu lassen.

    generell war ich schon immer jemand der offen über sex geredet hat.
    das fing schon damals (mit acht jahren oder was)an, während der ersten erkenntnisse, das das ding da unten nicht nur zum pinkeln da ist, sondern das man damit auch spass haben kann. :grin:

    manchmal muss ich mich auch heute noch bremsen, um eben andere nicht mit meiner offenen art zu beschämen, weil sie ganz einfach nicht über das thema sex reden wollen/können ... also freunde, verwandte und bekannte.

    folglich nutze ich dieses forum in dem sinne, mich mit anderen menschen offen über sex und alle anderen themen zu unterhalten.

    was meine frau und mich angeht, gehen wir völlig offen und ehrlich miteinander um.
    ich habe keinerlei geheimnisse und letztlich haben wir uns damals auch im netz kennengelernt und waren beim thema sex genauso offen dem anderen gegenüber, wie etwa bei der diskussion über kirche und politik.
    wir haben uns damals die wünsche vom leben wie auch vom sex schon gesagt die man hat, als wir uns noch nie gesehen hatten und somit war eigentlich uns beiden klar, wie sex zwischen uns aussehen wird.

    natürlich hat man nach einer weile auch mal was anderes probiert und letztlich kann man doch offen fragen, ob der andere mit dieser oder jenen praktik umgehen könnte oder nicht ... ob das was wäre .. ob man sich das vorstellen kann ...
    nicht jeder sexuelle wunsch muss mir erfüllt werden und wenn einer der partner ein grundsätzlichen problem mit bestimmten dingen hat, dann ist das ja nun nicht sooooo ein drama, solange grundlegendste gegenseitige bedürfnisse erfüllt werden.

    ich finde die vielen threads hier nicht all zu sehr verwunderlich.
    die meisten user hier sind nunmal da um bestimmte antworten zu bekommen.
    viele sind single ... haben keine bis wenig erfahrung ... sind neugierig wie andere generell über dieses oder jenes denken und wollen anhand der vielen meinungen einfach nur einschätzen inwiefern der partner/die partnerin wohl reagieren könnte.
     
    #10
    User 38494, 2 März 2009
  11. User 46728
    Beiträge füllen Bücher
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    677
    vergeben und glücklich
    ->[w]Nein, bei UNS herrscht totale Offenheit und wir sprechen alles an
    ->[w + m]Bei uns kann die Kommunikation so bleiben, wie sie ist. Alles bestens!
    mit mienen exfreunden habe ich auch schon offen über sex geredet und sie mit mir,aber das war anders..besonders mein letzter ex hatte sicherlich angst,mir zu wenig bieten zu können..ka,warum??
    mein freund und ich haben die gleichen tabus und fast nur gleiche wünsche,das läuft.
     
    #11
    User 46728, 2 März 2009
  12. Ginny
    Ginny (35)
    Sehr bekannt hier
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    3
    vergeben und glücklich
    Ich denke, ich kann es heute recht problemlos. Allerdings geht das nicht in jeder Stimmung, wenn ich gerade nicht ganz so toll drauf bin, ist mir nicht danach, über Sex zu reden. Wie bei allen Themen, die ganz lapidar sind.
    Früher hatte ich in der Tat ein Problem. Ich war unerfahren und mein damaliger Partner das Gegenteil, was er auch zimelich raushängen ließ. Das erschreckte mich und ich fühlte mich untergebuttert. Er war da leider nicht so sensibel und selbst wohl auch einfach überfordert mit einer so unerfahrenen Frau.
     
    #12
    Ginny, 2 März 2009
  13. MsThreepwood
    2.424
    Am Anfang hatten wir auch so unsere Probleme, diverse Themen -vor allem offene Wünsche- anzusprechen.

    Unsere Ausweichlösung war dann ein kleines Buch, in das wir alles reingeschrieben haben. Es fiel uns leichter, Dinge aufzuschreiben als sie direkt auszusprechen.

    Im Laufe der Beziehung hat sich das allerdings geändert und inzwischen reden wir ganz offen über Probleme, Wünsche, Vorstellungen etc.

    Das erachte ich übrigens als extrem wichtig.
     
    #13
    MsThreepwood, 2 März 2009
  14. Fuchs
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    Single
    Da kann es viele Gründe geben, die einen einfach das Maul nicht aufbekommen lassen.

    Mich konnte man zumindest mit dem Thema Sex in meiner letzten Beziehung verschüchtern und verjagen. Ich habe es kein einziges Mal von mir aus angesprochen, alle Versuche diesbezüglich wurden von meiner armen Freundin gestartet, die wirklich gern mit mir drüber sprechen wollte.

    Ich glaube, zunächst kam die Angst und die Unsicherheit. Für mich war das alles komplettes Neuland, ich wollte nichts "falsch" machen, nahm die Sache sehr ernst und wußte auch nicht, wie ich drüber reden sollte. Ich konnte auf ihre Fragen, was ich gerne hätte und was meine Wünsche wären einfach nichts entgegnen. Woher sollte ich das auch wissen? Und selbst, wenn ich etwas gewußt hätte, ich hätte es wohl nicht artikulieren können. Wenn man von der Erziehung aus eher eine introvertierte und in sich zurückgezogene Persönlichkeit ist, die noch dazu sehr viel auf Höflichkeit und Anstand gibt, und die so gesehen weder im Elternhaus noch im Freundeskreis jemals mit den Thema Sex konfrontiert wurde, dann ist so ein locker flockiger Umgang damit wohl auch nicht zu erwarten.

    Man kommt schnell auf den Gedanken, dass es sich um etwas sehr "gefährliches", privates, verbotenes handelt - eben etwas, über das man nicht spricht :zwinker:

    Selbst, wenn es keine direkten Probleme gab (außer, dass der Sex irgendwann ziemlich langweilig wurde) konnte ich einfach nicht gegen diese Blockaden an. Auch wenn mir rational klar war, dass mich meine Partnerin nicht verstoßen würde, wenn ich sie bspw. nicht erfolgreich zum Analsex auffordern würde, war das einfach emotional nicht drin. Dabei lag es gewiß nicht am mangelnden Einfühlungsvermögen meiner Partnerin oder am Vertrauen zu ihr - ich hatte diesbezüglich einfach kein Vertrauen zu mir selbst.

    Auch ganz einfache Dinge spontan mal während des Sex einzuwerfen wie: "Dreh dich um, ich will dich von hinten nehmen!" - was ja an sich sogar noch recht unverfänglich ist, konnte ich nicht sagen. Da kamen jedesmal Zweifel in meinen Kopf auf und plötzlich fühlte ich mich wie in einem Porno - und unser Liebesleben sollte doch kein Porno sein? :rolleyes:

    Womöglich habe ich meine Partnerin auch zu sehr glorifiziert und vorallem den Sex eine viel zu strenge und falsche Bedeutung beigemessen. Die Liste könnte ich noch ewig weiter schreiben (Schamgefühle, unbegründete Versagensängste, etc.). Was Verklemmungen betrifft habe ich das jedenfalls wohl schon alles durchgemacht :zwinker:

    Mittlerweile kann ich mich zumindest hier ganz entspannt über Sex unterhalten und meine, dass ich auch im Freundeskreis diesbezüglich offener geworden bin. Traurigerweise habe ich diese ganzen Dinge erst nach der Trennung angehen können und ich weiß nicht, ob es mir in einer neuen Beziehung genau so schwer fallen würde, darüber zu sprechen. Das muss sich noch zeigen :zwinker:
     
    #14
    Fuchs, 2 März 2009
  15. Sheilyn
    Sheilyn (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    ich fühle mich bei meinem partner sehr wohl und geborgen, wir reden über ALLES.
    das sit mri auch wichtig, es kann ja mal zuu unstimmigkeiten, auch in sachen sex kommen, dann reden wir richtig offen (!) darüber.

    und danach ist wieder gut.

    wir reden nicht wegen pingeligen kleinigkeiten.. so ala: heute hättest du noch 2 minuten länger durch halten dürfen", sondern wegen sachen, die mich, oder ihn schon belasten.

    es ist ja schon eher (sehr) selten, aber dennoch kommt es vor und dann ist eine aussprache wirklich wichtig!

    nur selten braucht es eine kleine überwindung, aber danach wird alles gesagt.

    ich finde das wichtig!
     
    #15
    Sheilyn, 2 März 2009
  16. Shiny Flame
    Beiträge füllen Bücher
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    1.627
    Verlobt
    Offen sein mit Dingen, die ich gerne mag, das ist leicht. Genauso mit Dingen, die ich gerne mal ausprobieren möchte.

    Schwer wird es, wenn es Dinge sind, die ihm wehtun könnten, weil ich seine Gefühle nicht verletzen möchte.
    Ganz dämliches Beispiel: Wenn jemand nicht jedes Mal kommt... Dann frage ich mich, ob es an mir liegt oder an ihm... Traue mich nicht, zu fragen, weil ich nicht hören will, dass mein dicker Bauch oder meine fehlenden Beckenbodenmuskeln schuld daran sind, dass ich ihn einfach nicht genug errege... Aber das könnte ich noch ab.

    Aber wenn ich es sage - nun, was ist, wenn das irgendwie als Kritik an einem etwas kleinen Penis ausgelegt werden würde?

    Würde er sich scheiße fühlen!

    Also müsste ich so ein Thema mit sehr viel Feingefühl ansprechen. Ich weiß aber nicht wie. Und es passiert ja auch nicht ständig. Und zack! Mauer des Schweigens....
     
    #16
    Shiny Flame, 2 März 2009
  17. User 56700
    User 56700 (35)
    Meistens hier zu finden
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    Verheiratet
    Ich hatte bisher keine Probleme über Sex zu reden, ich bin da sehr offen und frage auch gerne meine Partnerin (falls vorhanden) nach ihren Wünschen. Wenn ich nicht mit meiner Sexpartnerin detailliert über Sex rede, mit wem dann?:engel:
     
    #17
    User 56700, 2 März 2009
  18. diskuswerfer85
    Sehr bekannt hier
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    in einer Beziehung
    Der markierte Abschnitt ist denke ich sehr wichtig. Ich denke sehr wichtig für totale offenheit(nicht nur beim Sex) ist, dass der Partner das gefühl hat verurteilt zu werden wenn er was "falsches" sagt. Es kommt ja oft vor das ein Partner sagt sei offen und sag mir immer die wahrheit, aber dann doch den anderen verurteilt oder aggressiv(nicht unbedingt explizit, sondern oft nur nonverbal) wird, wenn dieser etwas sagt was nicht seiner erwartung entspricht. So was ist dann keine echte offenheit.

    Wer offenheit erwartet muss auch dem anderen zeigen, dass er ihn so nimmt wie er ist(nat. nur wenn das gesagte respektvoll ist und den partner nicht verletzt-also jetzt nicht irgendwelche beleidigungen, sowas gehört nicht unter offenheit).
    Zur offenheit gehört viel vertrauen, das sich beide seiten erarbeiten müssen. Einfach zu sagen jetzt sei doch endlich offen reicht nicht. Wenn der partner verschlossen ist sollte man auch mal über sich selbst nachdenken. Vllt zeigt man ja doch irgendwelche versteckten passiv-aggressiven verhaltensmuster, verurteilungen oder ähnliches was dazu führt das der partner sich aus angst zurückhält.
     
    #18
    diskuswerfer85, 2 März 2009
  19. User 71335
    User 71335 (49)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    4.240
    Verliebt
    Nunja ich habe schon gerne und früh so ab 19-20 viel über Sex geredet, hatte natürlich auch schon viele Erfahrungen, immer mehr als meine Partner.

    Viele reagierten geschockt, so wie das xoxo schon bemerkt hat, früher vermutlich noch mehr als heute, ich habe mich davon schnell irritieren lassen und nur noch vorsichtig in Partnerschaften über Sex geredet, es kam schlecht an eine aufgeschlossene Frau zu sein, es hat bei Männern Druck und Panik ausgelöst.
    Oftmals hatte ich, halt so wie mein Mann auch, Partner denen es völlig unangenehm war über Sex zu reden.

    Also habe ich meist Monologe geführt.

    Ich erinnere mich aber daran, dass ich so in den ersten 3-5 jahren noch viel und auch immer offener mit meinem Mann über Sex geredet habe und er auch interessiert war.
    Aber dann ist das eingeschlafen, kam so eine Phase, wo er wohl dachte, alles wäre gesagt und gut so wie es ist, nun müsse man nicht mehr darüber reden.:ratlos:
    Jeder Versuch nun darüber zu reden endet meist in peinlichen Schweigen bei ihm oder er zieht es ins Lächerliche oder macht einen Spaß draus.
    Berichte, Beiträge, Filme die als lockerer Einsteiger für ein Gespräch dienen könnten, werden konsequent von ihm sabotiert, vermieden.

    Etwa alle 2 Jahre kommt es schon noch zu einem ernsthaften Gespräch (immer wenn ich einen Krisenanfall bekomme:grin: )und das ist dann auch sehr gut und unglaublich fruchtbar, aber dann herrscht auch wieder eine lange Funkstille.
    Bald ist es aber wieder soweit.:zwinker:

    Ganz schwer nach vielen Jahren wieder ins Gespräch zu kommen, besonders, wenn man als Einzelkämpfer unterwegs ist.:ratlos:
     
    #19
    User 71335, 2 März 2009
  20. Fluxo
    Ibiza
    829
    113
    73
    nicht angegeben
    Normalerweise bin ich da sehr offen & sag was Sache ist...

    Es ist aber wie bei allem ein gewisses Taktgefühl nötig, gerade in diesem Bereich - sonst kann das ganz schnell in die Hose gehen!
    Sag jemandem mal, er könnte besser im Bett sein... da können Welten zusammenbrechen und du hast 2 Wochen keinen Sex mehr...
     
    #20
    Fluxo, 2 März 2009

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