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Woher kommt der Reiz an "Twilight"?

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von MrShelby, 29 November 2009.

  1. MrShelby
    Sehr bekannt hier
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    Single
    Nicht zuletzt inspiriert durch die Umfrage zum zweiten Film und den gegenwärtigen Hype mal eine grundsätzliche Umfrage.

    Schaut man sich die Kritik an dieser Twilight- bzw. Bis(s)-Reihe an, werden immer wieder folgende Dinge inhaltlich angesprochen (den Kitsch lassen wir mal beiseite):

    Die "Heldin" ist ein eher passives Weibchen, das von Emotionen getrieben leidet, und nur darauf wartet, bis der Herr Vampir sich endlich für sie entscheidet.
    Auch hier im Forum wird gerne überspitzt das Loblied auf die ach so emanzipierte, und ständig Karriere machende Frau gesungen, die immer selbständig und flexibel ist, aber sich sicher nicht von einem Mann beeinflussen lässt (das viele dieser Äußerungen hier in der Schärfe dadurch zu stande kommen, dass sie anonym sind, und ein deutlicherer Ton für das Netz fast typisch ist, muss man sicher berücksichtigen...privat würden sich manche Äußerungen sicher anders anhören).
    Woher kommt diese Identifikation mit "Bella"? Schaut man sich bei Studi- oder MeinVZ und auch in anderen Foren um, sind eben nicht nur zwölfjährige Teenie-Mädchen unter den Leserinnen, sondern auch genug Frauen, die von sich behaupten würden, unabhängig zu sein, und natürlich nur eine Partnerschaft auf Augenhöhe zu wollen, da alles andere zu rückständig sei. Gibt man sich dieser Reihe hin, geht es aber um ganz andere Beziehungsideale...

    Nicht zuletzt dadurch, dass Stephenie Meyer mormonin ist, wird Sex und natürlich auch schon die reine Versuchung zu etwas Bösem, und Unmoralischen gemacht, sagen Kritiker. Vorehelicher Sex gehört sich nicht...so findet man es in vielen Teilen der USA auch, in denen Jugendliche in feierlichen Zeremonien versprechen (müssen), nur jungfräulig in die Ehe zu gehen.
    U.a. die sog. "68er" haben dafür gekämpft, dass rückständige sexuelle Ideale abgeschafft werden, und Sex dann ausgelebt werden kann, wann man es möchte, und nicht dann, wenn religiöse oder gesellschaftliche Ideale es "erlauben". Die "neue Keuschheit" scheint aber auch ausserhalb der US-Provinz anzukommen. Warum? Ist es eine Reaktion auf Gangbang-Videos, Pornoportale und co?

    Wie erklärt ihr euch den Hype?
     
    #1
    MrShelby, 29 November 2009
  2. User 88899
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich wunder mich auch ein bisschen, denn ich mochte den ersten Band nicht besonders und hab nicht weitergelesen. Ich hör immer wieder die Erklärung, dass die Liebesgeschichte zwischen Mensch und Vampir eben so romantisch gefunden wird und gerade die Älteren es gerne lesen, weil sie sich in ihre Teeniewelt versetzt fühlen, in der Sex noch tabu war und es ihnen gerade aus sozusagen nostalgischen Gründengefällt, dass es zwischen Edward und Bella so "keusch" läuft.
     
    #2
    User 88899, 29 November 2009
  3. Mitbewohner
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    in einer Beziehung
    Ist es denn von großer Bedeutung, ob die beiden miteinander schlafen oder nicht?
    Und würde man genauso aufgeregt darüber diskutieren, wenn die Schriftstellerin keine Mormonin wäre?

    Und noch eine Frage. Kann man die Geschichte mögen, auch wenn man emanzipiert, selbstständig und flexibel ist?
    Was hat das damit zu tun?
     
    #3
    Mitbewohner, 29 November 2009
  4. crimson_
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Steckt hinter dem Hype denn wirklich eine Identifikation mit Bella und deren "Lebens- und Liebeskonzept"? Kann man so was nicht auch toll finden, ohne sich damit zu identifizieren?

    Ich weiß nicht, was hinter dem Hype steckt, ich kann ihn ganz und gar nicht nachvollziehen, aber ich finde es geht zu weit, die Kernaussagen der Bücher den Mädels und Frauen anzudichten, die sowas einfach gern lesen. Ich finde, man muss nicht komplett hinter dem Lebenskonzept der Protagonistin stehen, um ein Buch oder einen Film richtig gut zu finden.
     
    #4
    crimson_, 29 November 2009
  5. VelvetBird
    Gast
    0
    In die Teenie-Welt zurückversetzt fühle ich mich durch das Buch nicht.
    Was mir vor allem gefällt ist tatsächlich diese absolut kitschige Liebesgeschichte: Mann trifft Frau (oder von mir aus auch umgekehrt), die beiden verlieben sich, ihre Liebe wird aber auf eine harte Probe gestellt, denn eigentlich ist ihre Liebe verboten, nicht möglich. Im prinzip eine modernere "Romeo und Julia"-Geschichte.
    Der Aspekt, dass es um Vampire geht, ist dabei für mich noch nicht einmal das Interessanteste. Die Probleme, die diese Tatsache mit sich führt, dagegen schon.
    Es ist und bleibt aber ein Roman. Ich identifiziere mich nur bedingt mit den Charakteren, oder, anders ausgedrückt: Ich leide gerne mit ihnen, aber ich möchte nicht an deren Stelle sein.

    Im Übrigen will die Titeldarstellerin sehr wohl Sex vor der Ehe haben. Sie will auch nicht so früh heiraten, weigert sich im Prinzp das ganze 3. Buch lang. Aber Edward stammt nun mal aus einer anderen Zeit, mit anderen moralischen Vorstellungen (ich verrate aber nicht, wie es läuft, vielleicht will es ja noch jemand selbst lesen oder die restlichen Filme abwarten). "Keusch" läuft es zwischen den Beiden übrigens vor allem deshalb so ab, weil er befürchtet, sie im Rausch sonst umzubringen, nicht weil er sie nicht begehrt. Ob da die mormonischen Moralvorstellungen der Autorin dahinterstecken, ist mir ehrlich gesagt Latte.

    Dem stimme ich absolut zu.

    Sobald etwas "Mainstream" ist, wird es immer versucht zu zerpflücken. Ob Harry Potter, Twilight oder was auch immer. Ein Buch kann eben nicht immer allen gefallen und gerade Kritiker versuchen dann häufig gern, psychologische Erklärungen dafür zu finden, warum ausgerechnet diese Leute, die so was gerne lesen, diesen Mainstream gutfinden. Denn man den "Mainstream" gut findet, wird man immer kritisch beäugt, egal ob es um Bücher, Musik, Filme, Klamotten oder sonst was geht.
    Mir ist es egal. Ich finde, ich bin "normal". Ich bin in gesundem Maße emanzipiert und selbstständig. Ich habe meine Macken, aber die haben auch Leute, die "Twilight" nicht lesen :zwinker:.
    Insofern ist es mir auch egal, was man diesbezüglich über mich denkt.
     
    #5
    VelvetBird, 29 November 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  6. MrShelby
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    Single
    Wenn Leserinnen sagen, dass sie die Gesichte ja soooo toll, schön und sonstwas finden, würde ich es doch seltsam finden, wenn sie sie gleichzeitig innerlich total ablehnen würden.

    Wir reden hier ja nicht darum, dass man dieser Bücher lesen muss (für Schule, Uni etc.), sondern es ist Freizeitliteratur. Und wenn man sich dann noch Fan nennt, gehe ich schon davon aus, dass man den Inhalt gut findet.
     
    #6
    MrShelby, 29 November 2009
  7. crimson_
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Man kann doch auch den Inhalt gut finden, und dennoch anders leben wollen... Das Eine schließt doch das Andere nicht aus!
     
    #7
    crimson_, 29 November 2009
  8. User 37179
    User 37179 (32)
    Verbringt hier viel Zeit
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    65
    vergeben und glücklich
    Dem hab ich nichts mehr hinzuzufügen :jaa: :grin:
     
    #8
    User 37179, 29 November 2009
  9. User 12616
    User 12616 (27)
    Sehr bekannt hier
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    140
    nicht angegeben
    Twilight trifft, meiner Meinung nach, einen Nerv.
    Irgendwo in vielen Menschen schlummert der Wunsch nach dieser Walt-Disney-Liebe. Nach dem einen Menschen, der so surreal perfekt ist, nach Gefühlen, die tatsächlich ewig andauern sollten. Einfach gesagt: Nach hemmungslosem Kitsch :zwinker:

    Diese Bücher bieten eine ideale Flucht in ein modernes Märchen. Und fast jeder von uns kennt all diese emotionalen Achterbahnfahrten. Die erste Liebe, für die man sterben wollen würde, die Angst, mit dem Partner, den man durch die berüchtigte rosarote Brille betrachtet, nicht mithalten zu können, die Qualen des Verlassen-Werdens, die Gefühle des besten Freundes, die man nicht erwidern kann, der Wunsch, etwas möge nie zu Ende gehen.
    Wir fühlen uns verstanden, wir fühlen uns erinnert an unsere eigenen Erfahrungen und gerade deshalb können wir so sehr mitfühlen.

    Durch die Vampir-Werwolf-Geschichte wird die Unmöglichkeit dieser Perfektion schlicht verdeutlicht. Wir wissen, wie unwirklich all dies ist und erlauben uns auf diese Weise umso mehr, zu träumen.

    Ich bin nicht der Meinung, dass die Autorin dem Leser ihre Vorstellungen einer Partnerschaft vermitteln möchte, in der die Frau der Dominanz des Mannes unterliegt.
    Vielmehr glaube ich, sie stellt auf eine recht nachvollziehbare Art den Zwiespalt dar, dem Edward Bella gegenüber ausgesetzt ist, diese "höhere Macht", die als Gegenspieler ihrer Liebe auftritt, ist durchaus auch auf Erfahrungen unserer Realität übertragbar. Ein weiterer Punkt, in dem sich Viele verstanden fühlen.

    Dass das Thema Sex in den Hintergrund rückt, sehe ich weniger als Problem, denn als Verdeutlichung der Tatsache, dass es Wichtigeres geben kann, das Sex keine Priorität in dieser Liebesbeziehung hat. Auch dies ist durchaus etwas, nachdem man möglicherweise streben mag. Und im Übrigen liegt durchaus eine erotische Spannung zwischen den beiden in der Luft.




    Und obwohl ich es herzzereissend schön finde - ich will weder eine baldige Heirat, noch verzichte ich auf Sex, ich vertraue nicht auf ewige Liebe oder auf das Finden "des Einen".
    Aber ich nehme die Einladung für einen Urlaub von den Dingen, an die ich glaube, von dem, was ich als Realität akzeptiere, hin und wieder dennoch gerne an.
     
    #9
    User 12616, 29 November 2009
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  10. User 10802
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    nicht angegeben
    Es dürfte eine Mischung aus verschiedenen Faktoren sein:

    - Erstens: Je größer das Hindernis und die Widerstände, desto größer die Liebe die sie übersteht und überwindet. Dramaturgische Grundregel. Im Prinzip ist Twilight auch nur ein "Romeo&Julia"-Update. Wir können und dürfen nicht miteinander sein - die Liebe ist aber so groß, dass sie sich davon nicht aufhalten lässt. Das ist romantisch.

    Das ist so änlich wie in Serien, in denen Main Character und Love Interest aus Prinzip nicht zusammenkommen dürfen (oder nicht für Lange), weswegen man ihnen permanent Hindernisse in den Weg wirft. Wenn sie zusammenkommen und die totale Erfüllung erfahren ists undramatisch und langweilig - daraus kann man keinen Film und kein Buch stricken, ausser man thematisiert Probleme die in der Partnerschaft entstehen. Und dann isses nicht mehr so romantisch. Twilight nutzt nun den Kniff, dass die unsterbliche, große "Liebe" da ist (oder zumindest behauptet :zwinker:), Hindernisse im Weg stehen UND aber gleichzeitig noch die Sehnsucht nacheinander ungestillt ist. Das scheint zu ziehen.

    - Zweitens: Das Männerbild. Der Twilight-Vampir ist ein edles, hochmoralisches Wesen, er ist nicht nur auf Sex aus, er würde für seine Liebe sterben, er ist übermenschlich stark & Beschützer, er ist einfühlsam, emotional und sensibel, er macht optisch ein bißchen auf BadBoy, er gaukelt Tiefe vor, er ziert sich und macht sich nach bester PU-Manier rar... Kurz: Er ist die eierlegende Wollmilchsau im Kitschroman-Repertoire. Ein Übermensch. Wie man diese übermenschliche Keimfreiheit Edwards sexy finden soll, erschließt sich mir auch nicht, ist aber scheinbar so - dafür isses ja ne Fantasie. Sozusagen der ultimative Star - Gerade aufgrund des "Traumcharakters" und der Unerreichbarkeit sexy. Vermutlich wirklich eine Gegenbewegung zur "Übersexung".

    - Drittens: Erotik-Faktor. In Film wie auch Literatur gilt: Am erotischsten ist das Vorspiel - den Genuß beim Akt kann man nur schwer in Worte oder Bilder packen, das Vorspiel dagegen baut Spannung auf -> insofern wird bei Twilight wenn man in der Lage ist genug mitzugehen (in diesem Fall für mich unmöglich) vermutlich eine erhebliche sexuelle Spannung aufgebaut.

    - Viertens: Der Moral--Faktor: Amerikanische Hockey-Moms geben ihren Kids sicher gerne Twilight zu lesen. Ich glaube nicht dass diese reflektieren, was die zugrunde liegende Message ist - die kommt ja durch die Hintertür. 90Prozent der Fans dürfte dieser Unterbau entweder nciht bewußt oder egal sein - die fiebern dem Moment entgegen, an dem die beiden endlich poppen dürfen.

    - Fünftens: Hype & Herdentrieb. Twilight wird durch die Medien geschleift, ist ein Thema. Das verselbstständigt sich irgendwann. Siehe Harry Potter, Dan Brown und andere Beispiele. Da lesen dann auf einmal auch Menschen die sonst nicht lesen. Und merken dass lesen gar nicht so doof ist.

    - Sechstens: Bella ist ein leeres Gefäss. bietet also breite Identifikationsfläche. Bella leidet viel und ausgiebig. Tun auch die meisten mal. Bella fühlt sich misverstanden ist tendenziell Aussenseiterin, nix besonderes. So fühlen auch die meisten mal. Bella ist größtenteils passiv und wird errettet. Der Wunsch nach dem Prinzen der zur Rettung gallopiert ist auch nicht neu. War er nichtmal bei Pretty Woman.

    Alles imho, aber das wär mein Erklärungsversuch. :zwinker:
     
    #10
    User 10802, 29 November 2009
  11. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
    20.750
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    2.618
    Verheiratet
    Bella verkörpert das rebellische Mauerblümchen. Sie verliebt sich in den unnahbaren Edward. Fantasie, Mysterien, Zauberei & Co. = Establishment einer Polly Pocket Welt, in der vieles in Ordnung ist und nicht nur ein, nein gar zwei starke, gut gebaute Männer sie beschützen und sich auch noch gegenseitig um sie streiten. Bella fühlt sich angezogen, der Mann lässt aber nicht alles mit sich machen, sie ist emotional abhängig. Am Ende gesteht der Mann ihr seine Liebe und macht ihr nach wenigen Monaten Beziehung einen Heiratsantrag. Ist es nicht das, wovon ganz viele Frauen ein klein wenig träumen? Von einem trauen Happy End mit einem gut aussehenden, mysteriösen Mann ?!
     
    #11
    xoxo, 29 November 2009

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