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ZDF zeigt Reportage über angeblich frauenfeindliche Videospiele

Dieses Thema im Forum "Musik, Filme, Computer und andere Medien" wurde erstellt von Paper, 15 Dezember 2004.

  1. Paper
    Paper (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    91
    0
    vergeben und glücklich
    Nachdem das ZDF bereits mit diversen umstrittenen Reportagen zu einem Frontal(21)schlag gegen Video- und Comuterspiele ausholte, folgt nun der nächste Streich der Öffentlich-Rechtlichen: Dieses Mal geht es um die angeblich latent frauenfeindlichen Darstellungen und halbnackte Kampfmaschinen - davon berichtet "Mona Lisa" dieses Wochendende.


    Laut den Recherchen des Senders soll eine Vielzahl von Spielen auf dem Markt sein, die wissentlich die Unterdrückung der Frau propagieren. Dabei muss "GTA: San Andreas" als Aufhänger herhalten, um die "Misshandlung von Frauen nach Lust und Laune" zu demonstrieren. Als Experten hat man sich den Düsseldorfer Medienwissenschaftler Prof. Dr. Jo Goebel zugezogen, der diese Entwicklung für sehr bedenklich hält:

    "Wir bekommen nicht nur ein negatives Frauenbild, wir kriegen auch ein sexuelles Bild, das eher darauf gerichtet ist, die kämpferische Auseinandersetzung und die gewaltsame Unterdrückung der Frau zu propagieren."



    Der Pressetext für den Beitrag, übertitelt mit "Frauenbild aus der Steinzeit", lautet unter anderem folgendermaßen:

    "Im Mittelpunkt vieler Spiele stehen halbnackte weibliche Kampfmaschinen. In anderen Angeboten werden Frauen per Mauseklick zum Sex mit dem Hauptdarsteller eines Spieles animiert. Es entsteht ein brutal menschenverachtendes und sexistisches Frauenbild, das von den Herstellern stark beworben wird, für das 'besondere Geschenk' unter dem Weihnachtsbaum".



    Liest man sich den Text auf der "Mona Lisa"-Seite wirklich bis zum Ende durch (oder scrollt vorzugsweise einfach nach unten), fällt auf, das der Beitrag von Rainer Fromm stammt - eben derselbe, der bereits für den umstrittenen "Frontal 21"-Beitrag "Gemetzel im Kinderzimmer" verantwortlich war. Eher fragwürdig, ob es eine gute Idee ist, den männlichen(!) Autor eines ohnehin schon lückenhaft recherchierten Berichts an eine Reportage für ein Frauenmagazin zu setzen, das ja eigentlich seriös wirken will.

    So wie es bisher aussieht, besteht wohl nicht die Chance, dass "Mona Lisa" nicht auch auf die sonst üblichen und vorurteilsbehafteten Ansichten über Video- und Computerspiele zurückgreift. Dabei wäre eine ernstgemeinte Diskussion über das Frauenbild in diversen Games durchaus berechtigt und sicher sehr konstruktiv, da der "sex sells"-Gedanke desöfteren in den Vordergrund tritt, wenn es um Verkaufszahlen geht - allerdings nicht auf einer Ebene, die Videospiele von sich aus ins soziale Abseits drängt, diskreditiert und dabei ausschließlich auf die plakativsten Beispiele zurückgreift, ohne ausführlich zu recherchieren und auch die Gegenseite darzustellen. Hier wird nur indirekt auf ein paar "spielbegeisterte Mädchen" verwiesen, ein einigermaßen repräsentatives Statement bekommt man jedoch nicht.

    Abgesehen davon, dass in dem Beitrag ohnehin fast ausschließlich Männer zu Wort kommen, wäre es auch wünschenswert und durchaus naheliegend gewesen, einfach die Mitglieder der immer weiter wachsenden weiblichen Videospielgemeinde zu befragen. Denn natürlich gibt es in einem gewissen Rahmen frauenfeindliche Videospiele - aber sich ausschließlich die schlimmsten Beispiele rauszupicken ohne auf den großen Rest einzugehen, kann keine vernünftige Lösung sein, sondern driftet in den Boulevard-Journalismus ab.


    Quelle Giga.de
     
    #1
    Paper, 15 Dezember 2004
  2. Bär
    Bär (38)
    Verbringt hier viel Zeit
    228
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    0
    Single
    Sehr geil, hamwa ma wieder was neues gefunden... :smile: Ich geb auf diese ganze Berichterstattung, die in letzter Zeit vermehrt mit Computer- und Videospielen aufaucht ma wenig bis gar nichts...
    Ich weiss nicht wo das Problem ist, in einem Spiel ist ALLES Fiktion... Ich kann mit 300 gegen eine Wand fahren und es passiert nichts, massenweise Leute umnieten, die wieder aufstehen usw. Und da ist das mit den komischen weiblichen Kampfmaschine keine Ausnahme... Aber solange so Berichte wohl grad hip sind, muss man die Gülle ertragen
     
    #2
    Bär, 15 Dezember 2004
  3. BadDragon
    BadDragon (39)
    Verbringt hier viel Zeit
    645
    103
    3
    Single
    Was anderes war doch nicht zu erwarten :smile:
     
    #3
    BadDragon, 16 Dezember 2004
  4. Bakunin
    Verbringt hier viel Zeit
    726
    101
    2
    nicht angegeben
    Mich würde mal interessieren, was für ein Frauenbild in den Chefetagen in Mainz so vorherrscht.

    Ist immer einfacher, externe Sündenböcke zu bennen, als sich mit den eigenen Defiziten auseinander zu setzen.

    Bürgerliche Rassisten machen Stimmung gegen Nazis, gewerkschaftliche und politische Führungskader mahnen Demokratiedefizite an und männlich vorgestandene Redaktionen suchen Sexismus in Videospielen.

    Hallo Deutschland!
     
    #4
    Bakunin, 16 Dezember 2004

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