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zeitenwandel...

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von ülpentülp, 10 März 2010.

  1. ülpentülp
    0
    ich frage mich gerade, ist denn die "neue technik" auch wirklich für alles gut?

    ist es besser, eine sms zu schreiben statt einen zettel in der schule heimlich weiterreichen zu lassen?

    ist es wirklich gut, sich vorab über netzwerke schon über alles einig zu sein und sich dann beim treffen von aug zu aug nix mehr sagen zu wissen?

    ist es vorteilhaft, im net vorab zu fragen: ist der/die gut für mich? statt selbst erfahrungen (auch im negativen) zu sammeln.?

    fragen, fragen, fragen.

    ich denke jedenfalls gern an zeiten zurück, als man(n) die freundin der freundin fragte: frag sie mal, ob sie mich mag. :grin:

    :zwinker:
     
    #1
    ülpentülp, 10 März 2010
  2. Kann man doch heute genauso auch tun. Die neue Technik löst selten die alte Technik ab, so dass man nicht mehr drauf zurückgreifen kann.
     
    #2
    Chosylämmchen, 10 März 2010
  3. brainforce
    brainforce (33)
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    Single
    @ülpentülp:
    mir scheint du hälst "neue Technik" wie z.B. Handy oder "soziale Netzwerke im Internet" für unpersönlich und frei von Überraschungen...

    Damit hast du sicherlich zum Teil recht, andererseits erleichtert es vieles...

    Meiner Meinung nach kommt es auf eine gesunde Mischung an - die ist allerdings bei einigen scheinbar abhanden gekommen... Persönlich bin ich froh das ich noch die Zeit bewusst kannte als Handy bei weitem keine Selbstverständlichkeit waren...

    Oft fallen mir Threads auf von "14-17jährigen" die scheinbar eine Beziehung nur durch Handy- bzw. Chatkontakt anbahnen wollen und letztlich irgendwann zu dem Punkt kommen an dem es Missverständnisse gibt bzw. an den Punkt wo eigentlich "persönlicher Kontakt" her muss dies aber wg. der "neuen Technik" nicht geschieht... - und dann werde hier Threads eröffnet die es so sicherlich vor gar nicht allzulanger Zeit mit Sicherheit nicht gegeben hätte...


    die neue Technik ist aber meist "bequemer" bzw. "fortschrittlicher" und eröffnet neue Möglichkeiten - d.h. das die "alten Techniken" langsam verloren gehen oder eben nicht mehr verbreitet sind auch wenn manches seinen Reiz hat(te). Außerdem gibt es immer mehr Leute die gar nicht mehr wissen das es "früher" auch anders ging (z.B. ohne Handy)...
     
    #3
    brainforce, 10 März 2010
  4. hellgrau
    Gast
    0
    Nein, kaum etwas von der "neuen Technik" taugt dafür, so zu leben, wie wir es früher taten.
    Aber es taugt extrem gut dafür, neue Dinge zu tun und macht diese oft erst möglich.

    Wieviele Meinungen und allgemeines Geblubber hast Du früher zu irgendwelchen Themen gehabt?
    Vielleicht mal die Freunde auf dem Schulhof, oder irgendwas aus einer Zeitschrift.
    Selbst wenn Du etwas sehr exotisches wissen willst, wie die Auswirkungen von Silikongleitgel bei SM-Spielchen, wenn Vollmond ist ... bekommst Du z.B. hier jede menge unqualifizierte, teils qualifizierte Antworten und um einiges mehr an Äußerungen. Früher ... hättest Du nichtmal gewusst, dass es außer der Zigarette auch noch ne "Pille danach" gibt.

    Natürlich kann man mit einem Handy nur sehr schlecht einen Zettel schreiben. Und wenn Du das lieber machen willst, dann tu das. Ist doch naheliegend. Manchmal ist es aber auch ganz gut, wenn die Nachricht direkt bei der Angebeteten ankommt und nicht vorher von BestefreundinX, SpaßvogelY oder gar LehrerZ abgefangen wird.

    Und natürlich zahlen wir mit diesen Veränderungen auch hohe Preise. Dank Internet hat jeder über alles Informationen, aber von nichts eine wirkliche Ahnung. Allein das Wissen, sich "jederzeit leicht informieren zu können", sorgt oft schon dafür, dass wir viele Dinge in Wahrheit eben doch nicht wirklich wissen und verstehen.

    Bei soial-networking ist es ähnlich.
    "Das Leben findet am wenigsten dort statt, wo am lautesten darüber geschwätzt wird."
     
    #4
    hellgrau, 10 März 2010
  5. VelvetBird
    Gast
    0
    Ist das so?
    Das ist etwas, das "Technik-Kritiker" gern behaupten, dass man sich persönlich nichts zu sagen hätte, dass man auf "altmodische" Mittel wie Briefchen schrieben nicht mehr zurückgreift, dass man sich seltener mit Menschen trifft und stattdessen hauptsächlich über moderne Medien kommuniziert, etc.

    Ich kann nur sagen, wie es bei mir ist. Ich bin ja 25 und habe meiner Meinung nach sehr aktiv mitbekommen, wie Handys oder auch das Internet immer populärer wurden. In meiner Kindheit gab es beides nicht, in meiner frühen Jugend kam das dann langsam.
    Ich finde nicht, dass die neuen Medien Überhand genommen haben, zumindest nicht in meiner Altersgruppe. Ich schreibe immer noch Briefe (habe 3 Freunde im Ausland, mit denen ich ausschließlich über Briefe (aus Papier :zwinker:) kommuniziere, selten gibt es mal ein Telefonat), Treffe mich regelmäßig mit Freunden, wo wir dann auch durchaus viel zu bereden haben :zwinker:. Meinen Partner habe ich ganz altmodisch im "Real Life" kennen gelernt und Zettel hin- und hergeschoben haben wir in der Schule auch noch (na ja, in der Uni tun wir das immer noch :ashamed:).

    Aber ich nutze auch gern die Möglichkeiten der "neuen Medien". Ich schreibe gern mal meinem Partner eine SMS, auch wenn es inhaltlich keine notwendige Mitteilung ist, ich sage kurz per SMS Bescheid, wenn ich mich verspäte, ich halte per E-Mail Kontakt zu alten Schulkameraden, die überhall in Deutschland und auch im Ausland verstreut sind, ich nutze den Vorteil, dass ich bestimmte Menschen kostenlos anrufen kann, da sie das gleiche Handynetz wie ich haben (und ich den entsprechenden Vertrag).

    Natürlich konnte man auch gut leben, als man dem Partner nicht per SMS mitteilen konnte, dass man die vergangene Nacht toll fand und ihm damit an einem beschissenen Arbeitstag ein Lächeln aufs Gesicht zaubern konnte, als man eben dann telefoniert hat, wenn man zu Hause war (und der Anrufpartner ebenso). Als man nicht eben mal im Internet nach einer Route suchen konnte, sondern den Stadtplan bemühen musste, oder als man einen Pulli eben dort gekauft hat, wo es ihn gab, anstatt Preise im Internet zu vergleichen.
    Aber ich mag dieses "moderne Leben", es ist eben mein Leben. Ich fühle mich nicht als "Opfer" der Medien, auch wenn ich sie sehr zu schätzen weiß.

    Das was brainforce anspricht stimmt aber, Handy und Internet scheinen manchmal echte Sozial-Killer zu sein. Wenn ich hier einen Thread lese, in dem jemand eine ganze SMS zitiert und nach Meinungen fragt, was damit wohl gemeint sein könnte, könnte ich manchmal echt schreien. Andererseits eröffnet gerade auch das Internet viele neue Möglichkeiten. Viele Paare hätten z.B. ohne das Internet gar nicht erst zueinander gefunden.

    Ob es "früher besser" war kann ich nicht sagen. Mein "früher" beginnt mit dem Jahr 1984 und ich finde zumindest heute nichts schlechter als früher.
     
    #5
    VelvetBird, 10 März 2010
  6. User 77547
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    Ich bin da auch extrem zwiegespalten. Ich nutze die neuen Medien privat und beruflich. Obwohl ich ja schon älter bin, meinen 1. PC so mit 21 hatte, 1. privaten Internetanschluss (altes lahmes Modem) wohl so mit 26/27 und mein 1. Handy sogar erst mit Ü30, kann ich mir manchmal gerade in Bezug auf mein Berufsleben aber auch auf vieles Private überhaupt nicht mehr vorstellen, wie das früher alles funktionierte (z.B. Informationsgewinnung, Kommunikation etc. pp.). Aber irgendwie ging es wohl nahezu genauso gut, die Welt hat sich ja trotzdem gedreht, man war auch nicht weniger informiert über die Dinge, man hat kommuniziert, man hat gearbeitet usw.....und nichts lief irgendwie wirklich schlechter.

    Ich habe aber bisweilen schon das Gefühl, dass das "Einfache" und "Schnelle" der Neuen Medien relativ viele Kollateralschäden aufweist.

    Nehmen wir mal als Beispiel meinen Beruf (ich arbeite an einer Uni). Wenn man früher als Student, Diplomand für eine Arbeit Literatur recherchierte, war das deutlich mühsamer als heute:
    - Man musste in die Unibibliothek gehen und sich an einen freien PC setzen
    - Da konnte man dann die Recherche in den facheinschlägigen Datenbanken durchführen
    - für Zeitschriften z.B. noch eine ausgiebige Mikrofiche-Recherche.
    - Ausleihen, kopieren, evtl. fernleihen von Zeitschriften Büchern, Zeitschriftenbeiträgen und am Ende saß man vor einem großen Stapel an Literatur.
    - Man wusste einfach: Das ist aufwändig und da muss ich richtig Zeit für einplanen.

    Natürlich kann man das auch heute noch genauso akribisch und genau machen. Leider "verführen" die heutigen Möglichkeiten aber dazu, zu glauben, sowas geht heute ruckzuck.....und manche Studis denken, ein bisserl googeln wäre eine Recherche. Ein bisserl "Wikipedia"-Lesen würde wirklich über einen Sachverhalt informieren usw.
    Dann läd man sich noch in Windeseile einen Haufen Zeitschriftenartikel als pdf-runter. Schaut aber nie rein (Das geht mir sogar so)

    Man schafft sich also sowas wie "Informationsillusionen". Man weiß aber eigentlich nicht wirklich etwas.

    Nicht, dass es zwangläufig so sein muss. Es hängt natürlich alles von einem selbst ab. Ich mache aber schon die Erfahrung (auch bei mir selbst), dass die Neuen Medien häufig zu einer gewissen "Oberflächlichkeit" und "Ruck-Zuck-Mentalität" verleiten.
     
    #6
    User 77547, 10 März 2010
  7. hellgrau
    Gast
    0
    Japp, die Informationsillusion. "Jeder ist informiert, aber niemand hat Ahnung."

    Allerdings ist das bei meinem Studium genau andersherum. (Informatik)
    Da ist es ein Segen, übers Internet auf wissenschaftliche Veröffentlichungen zugreifen zu können.
    Ich kann eine Stunde lang suchen und finde sinnvolles, gut verwertbares Material für mehrere Wochen. Ich kann die Sachen ausdrucken, auf dem Handy/PDA/Laptop/USB-Stick mitnehmen und eine Abschlussarbeit in Latex ist doch etwas anderes, als eine auf der elektrischen Schreibmaschine.
    Allein die Möglichkeit Videos übers Netz zu verteilen und einfach selbst zu sehen, ob das, was in dem Paper so toll angepriesen wird, denn auch alles so zu verstehen ist ...

    Und natürlich der Kontakt per Mail. Ich halte Emails für eine der schönsten Arten zu kommunizieren.
    Es ist asynchron entkoppelt (jaja, Info ...), es kann also jeder Antworten wie es ihm passt. Man ist "teilanonym", das entspannt das Gespräch, ist aber immernoch echt genug, um zu wissen, woran man ist. Und dann fallen ganz viele bürokratische oder hierarchische Hürden weg.
    Klar schreibt ein Student einem Prof. anders als einem Kumpel. aber abgesehen davon ist es oft genug locker und reduziert sich auf die Inhalte.

    Man muss aber auch sagen, dass bei uns niemand auf die Idee käme es mit Wikipedia zu versuchen. Ok, vielleicht als Einstieg für allgemeines Geblubber oder evtl. Illustrationen oder Beispiele. Das liegt bei "uns" aber sicher auch daran, dass es deutlich höherwertige Ressourcen gibt und man das ganz klar sieht.
     
    #7
    hellgrau, 10 März 2010
  8. User 77547
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    Verheiratet
    Ja, das kann man natürlich auch in meinem Fach alles so machen, wie du es hier beschreibst. Dann funktioniert es prima und kann ein "Gewinn" sein.

    Ich wollte jedoch auf mögliche Kollateralschäden bzw. Risiken hinweisen, die ich z.B. an mir selber (im Vergleich zu früheren Zeiten) beobachte. Verbunden mit einer allgemeinen "Beschleunigung" und generellen Zunahme von Informationen (z.B. deutlich höhere Zahl an wissenschaftlichen Publikationen, schnelleres Publizieren als früher etc.) führt genau das, was Du oben beschreibst (zumindest) bei mir dazu, dass ich eben einen Haufen Literatur schnell recherchiere, die auch runterlade aber mir nicht mehr die Zeit nehme, das auch wirklich zu bearbeiten. Ich also mit der Fülle der Information nur noch oberflächlich umgehe.

    Auf was ich hinweisen wollte, ist, dass die genannten Entwicklung (verbunden mit einigen anderen wissenschaftsinternen Entwicklungen) zumindest die Gefahr in sich bergen, zur "Oberflächlichkeit" zu verführen.

    Man bemerkt das auch bisweilen daran, wenn man die "Arbeitstile" von jüngeren Professoren und "alten" (natürlich nur den wirklich guten) vergleicht. Bei einigen "Alten" erkennt man einfach eine "analytische" Tiefe und einen Reflexionsgrad, der bei den etwas "atemlosen" Jungen häufig fehlt. Das hängt m.E. nicht nur mit der längeren Erfahrung zusammen, sondern auch mit der Art, wie sie sich wissenschaftlichen Fragestellungen nähern, mit ihnen umgehen, Informationen nutzen etc. Da ist "weniger" am Schluss häufig "mehr".


    Übrigens: Ich schätze E-Mail natürlich auch sehr. Mir geht es da ähnlich wie Dir und ich ziehe in meinem Alltag tatsächlich E-Mail inzwischen deutlich dem Telefon vor.
    Aber auch hier: Wenn ichs mir recht überlege, sind die "alten" Vieltelefonierer häufig die "effektiveren". Die Kommunikation ist häufig schneller (wenn man jemanden erreicht) und "reicher"...es wird also mehr - auch nicht den direkten Sachverhalt betreffende - Information im Telefonat vermittelt, die dann an anderer Stelle wieder "nutzbar" wird. Hängt natürlich auch alles von der Thematik ab.
     
    #8
    User 77547, 10 März 2010
  9. hellgrau
    Gast
    0
    Diese Unruhe und Atemlosigkeit kenne ich auch. Aber eigentlich eher für meine Freizeit. Früher habe ich überdurchschnittliche viele Bücher gelesen. Im Prinzip normal für einen Jugendlichen Plus alles, was meine Mutter gelesen hat. Da hab ich dann auch die Nächte durchgemacht etc.
    Bis ich es heute schaffe, mal ein Buch wirklich zu lesen ... und dann auch noch eins, das mich nur unterhalten soll.
    Durch die engeree Verbundenheit und die kurzen Aktualisierungszeiten, ist es ungewohnt, fast schon aufhaltend wenn man zwei Tage lang nichts tut, was online auftauchen würde.
    So nach dem Motto "in meinem Profil und meinen Beiträgen steht ja gar nicht, dass ich was gemacht habe die letzten 48 Stunden". Und dabei habe ich vielleicht das tollste Buch der Welt in der Hand.

    Das hängt auch damit zusammen, dass wir früher nicht die Möglichkeit hatten uns so schnell und kurzfristig zu vergleichen. Früher wusste ich Sonntags Abends ungefähr, was meine Familie und meine Freundin am Wochenende gemacht haben.
    Heute kann ich in zwei Stunden mit hunderten Menschen grob abgleichen und mich positionieren. Man gewöhnt sich da recht schnell an, Dinge eher dann für sich zu zählen, wenn sie im Onlinetagebuch (das kein echtes Tagebuch sein muss, sondern ja auch bereits in Form von Forenbeitragen existiert) auftauchen und unruhig zu werden, bei Sachen die darauf keinen Einfluss haben. (Es sei denn sie bringen entsprechenden Höhen mit sich. Skiurlaub, Bergtour ...)

    Beim Verhältniss der Profs. zu Studis ist das meiner Ansicht nach aber nur eine Frage der Statistik und der selektiven Wahrnehmung. Es werden ja eben nicht alle Studenten zu den guten Profs die man so im Kopf hat. Sondern eben nur einer von Hundert. Und wenn man so schaut, dann findet man die Leute auch unter den Studenten. Bei den Profs bleiben letztlich die elitären (damit will ich nicht sagen "gut" oder "besonders geeignet") übrig, während die entsprechenden Studenten in der Masse aller Studis natürlich den Durchschnitt kaum beeinflussen.
    Und bei den jungen Profs ist auch immer die Frage, wie die mal sein werden, wenn sie denn so "alt" sind, wie die Alten. :zwinker:


    Vielleicht sollte man PL aus pädagogischen Gründen jeden Sonntag für ein paar Stunden abschalten, bzw. neue Beiträge blockieren? ^_^
     
    #9
    hellgrau, 10 März 2010
  10. Sind durchaus Argumente, die neuen Informationswege als besser anzusehen. Aber trotzdem kann jeder, noch die alten benutzen; jeder kann es sich selbst aussuchen.
     
    #10
    Chosylämmchen, 10 März 2010
  11. donmartin
    Gast
    1.903
    Off-Topic:
    Danke. Danke liebe "Technik". Jetzt hatte ich einen Beitrag geschrieben, in etwa so lang war wie der von "casanis" und dann kackt dieses Forum, dieser Browser ab. Alles weg.


    Genau DAS war ein Vorteil gegenüber heute. Kein Brief, keine geschriebene Zeile ist vor meinen Augen "einfach verschwunden".

    Schon als Kind war ich ein TechnikFreak. Einer, der sich von Schrottplätzen alte Rechenmaschinen, Kassettenrekorder und Staubsaugermotoren nach Hause geholt hat und versucht, alles miteinander zu verbinden.
    Ich sehne mich nicht nach diesen "alten Zeiten" zurück. Es war auch damals nicht "besser" sondern vorteilhafter. Wir hatten einen Vorteil, der durch nichts aufzuwiegen ist: Wir hatten ZEIT.
    Zeit, uns mit Technik, mit Veränderungen auseinanderzusetzen. Mit Gedanken und Emotionen zu beschäftigen. Mit Neuem. Den Vor und den Nachteilen. Als "nicht Selbstverständlich" anzusehen.

    Ich bin froh, dass ich zur richtigen Zeit umgesattelt habe. Mit auf diese Schiene der Technik und der "neuen Medien" aufgesprungen bin. Weil sie mich fasziniert. Und man der Entwicklung nicht im Wege stehen sollte.

    Doch wir haben in der Schule "gelernt", wir wurden auf die Gefahren hingewiesen. "Diese neuen Automaten in den Fabriken werden die Arbeit vereinfachen, billiger machen - aber sie werden Arbeitsplätze kosten".
    Es gab vielleicht einmal im Jahr etwas Neues. Neuigkeiten und 2 Fernsehprogramme mehr.
    Aber sonst hatte der Füllfederhalter 3 Schuljahre zu halten, der Kassettenrekorder ein ganzes Pupertätsleben und der Brief der Freundin, versteckt unterm Bett oder in einem Buch im Regal konnte immer wieder gelesen werden und verlor nichts an seiner "Kraft", seinen Worten und der damit verbundenen Emotionen.

    Den Menschen heute wird keine Zeit mehr gegeben. 24 Stunden Rund um die Uhr Fernsehen, Mail, SMS, Telefon, Blogs, Freundschaften auf Klick und kaum hat man ein neues Gerät zur Kommunikation ist es "Out", es gibt etwas vermeintlich "Besseres". Es gibt 3 Millionen Radiostationen mit täglich wechselnden Top Listen. Nachrichten 24 Stunden und täglich erscheinende Ratgeber, Newszeitschriften und erscheinende Geräte, die alle besser, schneller und schöner sein sollen.

    Eine Platte hatte früher 6 Stücke auf einer Seite. Ende. Die wurde rauf und runter gehört. Immer wieder. Nicht Austauschbar. Die Musik war drauf gepresst. Mit Zeit ausgewählt und gekauft. "Ans Herz gewachsen".
    Das TV Programm war nach 12 Stunden aus. Ende. Piepton und Testbild. Zeit um zu Verarbeiten. Zeit um nachzudenken und zu schlafen.

    Wir haben Zeit gehabt. Wir haben nicht einen Füllfederhalter dafür verantwortlich gemacht, wenn uns die Worte fehlten. Nein, wenn die Patrone leer war, wurde sie gewechselt. Ende.
    Wieviele Briefe haben den Empfänger, die Empfängerin nie erreicht? Wie oft wurde an Sätzen gefeilt, zerknüllt und weggeworfen?
    Wer hat hinter Zeilen eines Briefes Smilies gemacht? Wer mit dem Tintenkiller ganze Sätze wieder ausradiert? Damit der Empfänger wusste, "wie es denn gemeint sein soll"?

    Es ist eine wunderbare Sache - Technik. Wärend WIR mit der Entwicklung aufgewachsen sind, hat die Zeit die heutige Generation eingeholt. Sie lernen nicht mehr damit umzugehen, sie nutzen sie, weil sie da ist. Ohne über Gefahren, eingebrachte Emotionen und falchen Hoffnungen aufgeklärt zu werden.
    Die tausenden Fragen, zerstörte Freundschaften und verletzte Menschen die ganze Verläufe in Foren und Kummerkästen veröffentlichen, zeigen schlichtweg die Überforderung mit der Technik. Nicht trennen zu können. Technik und die ganzen Medien, das was sie heute erleben ist ersetzbar geworden. Sie raubt ihnen die Zeit - zu lernen, zu investieren in Gefühle und dem Wachsen von Zuneigung, Abneigung und dem Abschätzen was "Gut / Böse" ist. Was bleibt ist Nichts. Gestohlene Zeit. Leeres Konto und ein PC, der Out ist. Ein ICQ das Scheiße ist, weil es immer die falschen Antworten gibt. Vergessene Smilies, rote Schrift, kurze Antworten (weils Schnell gehen soll) - gleich einem IP Paket - mit festgelegter Größe verpackt in Millisekunden
    um den Erdball als Stromstoß versendet -

    Die Technik, das Leben heute ist wunderbar. Der Entwicklung sollte man sich auch nicht verschließen. Die Kommunikation - die Möglich ist - ist herrlich. Man erfährt auch Negatives, erfährt von Menschen die in anderen Teilen der Welt die Technik zu ihrem Vorteil nutzen. Erdbeebenopfer und Opfer von Gewalt. Sie wissen die Technik zu Nutzen. Benutzen sie. Nicht weil sie da ist, sondern weil sie etwas zu sagen haben.
    Man kann seine Liebsten sehen, die irgendwo auf dieser Erde leben.

    Ein Brief war Mittel zum Zweck. Es dauerte nicht selten den ganzen Nachmittag, bevor man etwas geschrieben hatte. Die Gedanken konnten reifen. Auf eine Antwort musste man warten. Mit der "SnailMail" nicht selten eine Woche. Man konnte den Brief, eingeklemmt und nah am Herzen unter dem Unterhemd zur Freundin getragen immer noch zerreißen. Oder ihn garnicht übereichen.

    Alles zu seiner Zeit. Mit der Zeit. Das wird den Menschen heute nicht mehr beigebracht. Die Zeit mit der Entwicklung läuft ihnen davon. Ihnen wird die Chance verwehrt, darüber nachzudenken WAS sie eigentlich machen.
    Der Fehler, den Menschen die Angst zu nehmen vor Technik und vor Kommunikation - den sollten wir versuchen nicht nocheinmal zu machen.
    Schüchterne, introvertierte Menschen werden genötigt zu "reden". Zu kommunizieren. Es wird nicht mehr akzeptiert, dass der Mensch so ist wie er ist. Er ist akzeptiert weil er ein Handy hat, ein ICQ oder den schnellsten PC mit Cam. Obwohl er es nicht möchte.
    Die gewisse Angst, die Scheu vor Neuem, sollte bewahrt werden. Technik ist KALT und Unerbittlich. Technik und die heutigen Möglichkeiten zerstören Emotionen und Freundschaften per Klick. Schaffen Mißverständnisse auf Daumendruck und "mit ENTER".

    33,7 Milliarden SMS wurden 2008 versendet. Briefpost 15,4 Milliarden. Statistiken, Hochrechnungen und das Zählen der Radicati Group von August 2008 schätzen die Zahl der E-Mails pro Tag gesendet werden (in 2008) auf rund 210 Milliarden.

    Wir reden wie die blöden, wir haben uns aber nichts zu sagen. Wir müssen den ( jungen) Menschen die Chance geben Zeit zu haben und nachzudenken. Werte schaffen und zu bewahren. Nicht die Technik und die Möglichkeiten als "Teufelswerkzeug" darzustellen sondern gezielt und überlegt einzusetzen.
    Heute ist Alles schön, schnell und nur mit Vorteilen gespickt. Wie kann ich ein Gefühl mitgeben, eine Emotion auf 20 Nachrichten und 50 SMS am Tag verteilen? Warum bekomme ich eine Ablehnung eine schlechte Nachricht ? Das KANN nicht sein, dass er mich nicht mag, ich habe das Beste und Neueste, ich lächle 24 Std und habe glücklich zu sein - weil ich das schnellste DSL habe und das neueste Programm nutze.

    Jedes Wort, das in einem von Tinte geschriebenem Brief steht ist tausendfach durch meinen Kopf gegangen. Ich habe die Sätze und Gedanken geformt, um sie mit einem Gefühl in Arm und Hand, den fingern zu s c h r e i b e n. Unersetzlich und Zuordnerbar.

    Die Buchstaben und Sätze in einer Mail/SMS....Abfolge von ASCII Zeichen - ersetzbar und Unendlich wiederholbar.

    Mein Verkäufer hat mich damals gewarnt, als ich den neuen Plattenspieler gekauft habe. "Der kann 33 1/3 und 45 er abspielen, aber mit dem Wechsler kann man sich die Platten kaputt machen.
    "Fluch und Segen". Gibt es das noch? Der abgebrochene Download wird neu gestartet, die nicht versendete SMS neu geschrieben und der Anbieter gewechselt. Alles ersetzbar. Neues muss her. Immer schneller. "Immer Besser".

    Müssen wir heute IMMER jede Information, jede Neuigkeit und noch so ausgefallene Praktik kennen und darüber Bescheid wissen?
    Muss ich jedes Zwicken im Bauch, jedes Gefühl und jede Träne publik machen?

    Die ganz klare Trennung von Mensch und Technik, die Vor und die Nachteile der Technik und das gezielte Auswählen und zufällige Zusammenfinden von Menschen - das war früher besser.

    Darum lehne ich es nicht ab oder verteufle, was heute geschieht. Ich bin nur der Meinung, das Wissen darum - um die alten Zeiten und unserer Zeit, das müssen wir vermitteln können. Auch mit Unterstützung der "modernen" Techniken.
    Es ist keinem Menschen einen Vorwurf zu machen, wenn er seinen Verlauf veröffentlicht und sich um das Geschriebene Gedanken macht. Auch wenn es falsche Ansätze sind. Es zeigt nur die Überforderung und Hilfslosigkeit - wir hätten nicht anders reagiert, wenn wir so mit Infos zugeschüttet worden wären. Wenn wir nicht gelernt hätten, dass alles seine Zeit braucht und Zuneigung oder auch das Ende von irgendetwas seine Zeit braucht.

    Die Briefe von damals liegen im Schrank. Und sind noch zu lesen. Nicht in einem Verlauf verschwunden. Die Schallplatte steht im Keller. Neben allen anderen. Es ist DIE Platte, obwohl sie vielleicht 3 Millionen mal gepresst wurde. Sie wäre "für immer verloren gewesen" hätte ich sie in der Sonne liegen lassen, sie zerkratzt hätte.....
    Heute habe ich die Möglichkeit, Technik zu nutzen um Briefe einzulaminieren. Sie zu bewahren. Ich kann die Schallplatten aufnehmen und in MP3 umwandeln.

    Mach das mal mit der SIM Karte auf der 3tausend Mails SMS oder Bilder gespeichert sind. Konserviere heute einmal die MP3 Sammlung. Auch wenns für einen Moment schöne und mit Erinnerung verbundene Musik ist. Es ist und bleibt eine Ansammlung und aneinanderreihung von einzelnen Bits. Kleine Stromstöße, die durch ein Kabel gejagt werden. Austauschbar.

    Es täte gut - und da sind wir Eltern und Menschen gefragt und in der Pflicht, die das "Früher" noch kennen, das der heutigen Generation zu Vermitteln. Ihnen den Unterschied zwischen Nutzen und Gebrauch, Vorteil und Nachteil zu vermitteln. Zwischen Abhängigkeit und Erwartungsdruck. Zwischen Wollen und Müssen.
    Dass es einen Unterschied macht, OB ich etwas nutze und gebrauche, weil ich es möchte und ich es will - weil ich etwas zu sagen habe, das auch seine ZEIT in Anspruch nimmt, MIR als Mensch danach ist, diese Technik und das Moderne zu nutzen und keine Erwartung in einen Klingelton, einem "OhOh" bei ICQ hege.
    Ihnen Bewusst machen zu verstehen, dass alles ein Ende hat. Dass es NICHT ein "immer weiter, schneller, höher und glücklicher" gibt.

    Das menschliche Hirn ist begrenzt. Es kann garnicht mehr "immer mehr und immer schneller" Informationen aufnehmen und Verarbeiten. Der Mansch kann nicht am laufenden Band Gefühle und Bezüge produzieren. Das kann die Technik. Mit Milliarden Bits und Bytes pro Sekunde.

    Es täte vielen gut, wenn sie erfahren würden, wie schön es ist, Zeit zu haben. Das Handy auszuschalten weil "Sendeschluss ist", "PiepTon" und Testbild inbegriffen. Gedanken spielen zu lassen, während das Mailprogramm 3 Stunden braucht, nur um die Mail anzuzeigen.
    Word das Geschriebene nicht mehr anzeigt, weil die Tintenpatronen im Drucker leer sind. Das Gechriebene das bedeutet was es aussagen sollte und nicht per "Copy and Paste" in dem nächsten Mail versendet wird.

    Wir haben verdammtes Glück gehabt, die Chance gehabt zu haben, dass uns das vermittelt wurde.
    Nutzen wir die Chance, das weiterzugeben - mit Hilfe der Technik die wir heute haben. Besinnen wir uns darauf, dass WIR Menschen sind mit allen Fehlern und Schwächen, uns das einzugestehen- das nicht der Technik und der heutigen Zeit in die Schuhe zu schieben.

    Kein Rasen wächst schneller, wenn man an den Halmen zieht.
    Die Menschen brauchen nur wieder ZEit. Füreinander und nicht für die schnelle, moderne Technik.
     
    #11
    donmartin, 10 März 2010
  12. waschbär2
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    vergeben und glücklich
    Ich sehe das ähnlich wie hellgrau.

    Zumindest im technischen/wissenschaftlichen Bereich ist die Informationserlangung schon ein erheblicher Vorteil.

    Zusätzlich stelle ich mir die Frage, was denn soooo anders sein soll, ob man seine privaten Informationen jetzt über einen elektronischen oder persönlichen Weg übermittelt, bzw. bekommt. Schon ein Zettel oder ein Telefon ist ja schon eine indirekte Übertragung. So viel Unterschied sehe ich da nicht.

    Was problematischer wurde, ist mit der Informationsvielfalt umzugehen. Dieses Problem stellte sich früher nur begrenzt. Dies müsste mehr in das Bewusstsein der Menschen gebracht werden.

    Tja, alles hat seine Vor- und Nachteile. Muss jeder für sich selbst abwägen.
     
    #12
    waschbär2, 10 März 2010
  13. hellgrau
    Gast
    0
    donmartin: in wievielen Foren und Diskussionsrunden warst Du denn per Brief beteiligt?
    Schau doch mal auf die Zahlen. Wieviele Benutzer? Wieviele Themen? Wieviele Beiträge?
    Da kommen Briefe nicht mit.

    Den Rest les ich später. Sorry. Klingt etwas nach einer "Verteufelung" vom Umgang mit Technik und mal wieder nach der Jugend, die alles falsch macht und Eltern, die sich nicht um die "Tugenden von früher" kümmern.
     
    #13
    hellgrau, 10 März 2010
  14. VelvetBird
    Gast
    0
    Also wir können in unseren Arbeiten aber nicht einfach irgendwas behaupten, ohne eine Quellenangabe zu machen. Wenn ich z.B. schreibe: "Vor 70 Jahren gab es mehr Kirchenagehörige als heute", dann muss da eine Fußnote dran, wo ich diese Info herbekommen habe. Und "Wikipedia" gilt zumindest bei uns nicht als Quelle :zwinker:.
    Dagegen gibt es Dokumente, an die man kaum durch Buchliteratur drankommt, die es aber online gibt. Dann finde ich es sehr wohl legitim, auf das Internet zurückzugreifen.
    Bei einer Dozentin habe ich mal ein Referat halten müssen über gut 1,5 Stunden. 90% der Infos hatte ich aus dem Internet (und dazu hat mir sogar die Dozentin geraten!) - weil es dazu einfach keine gute Litaratur in Buchform gibt, im Internet allerdings einige ganz gute (seriöse) Sachen dazu zu finden sind.
    Andererseits finde ich sogar Wikipedia als Informationsplattform legitim, nämlich dann, wenn man sich zumindest einen groben Überblick über eine Thematik verschaffen will.
    In vielen Threads werden "Quellen" zum Beleg einer Aussage gefordert. Diese Quellen werden in den allermeisten Fällen als Internetadressen angegeben, weil sich hier einfach viele Artikel finden, auf die man bequem zurückgriefen kann - und nicht alles, was online ist, ist Müll!

    Wenn ich früher mal ein Fremdwort nicht kannte, habe ich nicht immer im Lexikon nachgeschaut, da brauche ich mir nichts vorzumachen. Ich habe es einfach dabei belassen, dass ich es nicht kannte. Es war also zumindest nicht so, dass ich früher so fleißig gewesen wäre und alles nachgeschlagen hätte, während ich heute so viel fauler bin und nur im Internet danach suche.
    Heute reicht ein Klick und ich bekomme die Antwort, die ich suche. Die Antwort, nach der ich gar nicht erst gesucht hätte, wenn ich kein Internet hätte.
    Ich finde, ich bin mit Internet deutlich mehr informiert als ohne.
    Beispiel (entschuldige, donmartin, wenn ich explizit dich dafür herausgreife, das soll kein Angriff sein!):
    Lass mich raten: Du hast diese Info aus dem Internet? :zwinker:
    Hättest du dir ohne das Inernet die Mühe gemacht, diese Info aus irgendwelcher Literatur herauszusuchen?
     
    #14
    VelvetBird, 10 März 2010
  15. User 77547
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    Mir gefällt der Text von donmartin super. Er verteufelt die Technik doch keineswegs, sondern benennt auch nach meiner Erfahrung SEHR PRÄZISE (wie ich es nicht ausdrücken könnte) was sich durch die technische Entwicklung im Alltag verändert hat. Vieles fühlt sich irgendwie schneller, "virtueller", "indirekter" und auch weniger "sinnlich"an.

    Ich beantworte mal für mich die Frage, die du an donmartin gerichtet hast: Natürlich war ich in KEINEM Diskussionsforum "mit Briefen" beteiligt. Ich war aber schon immer diskussionfreudig und habe mit einer überschaubaren Anzahl von Personen (Mitschülern, Kommilitonen, Freunden, Eltern etc. ) diskutiert. Natürlich kam da eine geringere "Masse" an Themen, Diskussionbeiträgen etc. zu Stande und jetzt meine Rückfrage: Was kam evtl. in diesen Diskussionen DAZU, was in einem Forum fehlt. Klar, man pflegt trotzdem noch diese "alte" Form der Diskussion. Aber: Der Tag hat nur 24 Stunden. Lebenszeit und die Frage, mit was man seine Zeit verbraucht ist leider ein Nullsummenspiel.
     
    #15
    User 77547, 10 März 2010
  16. donmartin
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    Und ja, irgendwelche Informationen, die WICHTIG für mich sind, die SUCHE ich auch.
    Auch mit Hilfe des Internets. Der Unterschied ist der der Selektion von relevanten Informationen.
    Was fange ich damit an? Wofür gebrauche ich das?

    Ich habe Wochen - JA Wochen in Büchereien und Bibliotheken zugebracht - zig Bücher gelesen - GELESEN für ein Referat - für Hausaufgaben.

    Das ist einer der Unterschiede, wie ich sie oben beschrieben habe.
    Wichtig war, 3 Wochen ZEIT zu haben. Informationen zu suchen und zu Filtern. Diese Zeit wird niemandem mehr gegeben. Anstatt die Technik zu nutzen um Infos schnell und relevant zu FINDEN, müssen die Menschen heute die ZEIT verschwenden, die MASSE an INFOS zu Filtern um dann selber zu entscheiden, was Richtig oder Relevant ist. Da geht unendlich viel Zeit verloren.
    Die Bücher in der Bibliothek waren sicher begrenzt. Und nur ein Teil der Informationen die der Welt vorlagen.
    Aber deshalb waren Referate, Doktorarbeiten usw usw doch nicht falscher als sie es heute sind? Nicht belegbarer oder nachweisbar schlecht oder gut? Nur Anders. Alles zu seiner Zeit. Alles braucht seine Zeit.
    Aber ich fange an mich in Rage zu schreiben und wiederhole mich.....

    Während ich die Technik nutze und es auch gelernt habe:
    Ich suche mir im/mit Hilfedes Internet Beiträge heraus, die ich mal gelesen habe. Was vielleicht gerade wieder Aktuell wird oder ist. Wiederzuholen und ewig gültig.
    Weiss sofort in welcher Ausgabe etwas gestanden hat und suche es mir dann aus meinen seit 1999 gesammelten Informationsstapeln heraus um es nachzulesen (auf Papier) und eventuell weiterzuverwenden.

    Mein Chef hat sich schon oft gewundert, warum ich eine Mail ausdrucke und seine gestellte Aufgabe noch einmal SCHREIBE.
    Das ist "Drin", das ist durch meinen Kopf und durch meine Hände gegangen. Ich kann es begreifen und angehen. Auch noch nach Tagen oder Wochen. Dann nehme ich mir das Wunderwerk EXCEL um das zu lösen oder zu bearbeiten und recherchiere auch im Internet ob es Ansätze gibt. Man muss kein Rad neu erfinden.
    Und das sind Chancen und hervorragende Mittel. Es muss den Menschen nur vermittelt werden, das zu kombinieren und effektiv zu Nutzen.
    Aber ich lese mir nicht 30 Mal die Mail durch, und frage mich, was er denn damit gemeint haben könnte.


    Off-Topic:
    Was soll das denn? Natürlich habe ich das aus dem Internet. Aber unterstelle mir nicht, dass ich in meinem Beitrag irgendetwas dagegen geschrieben hätte und mich nun widerspreche. Im Gegenteil. Aber zu deiner Beruhigung, ich habe es auch schon gelesen und hätte das - vorrausgesetzt kein Internet gehabt zu haben - rausgesucht.
     
    #16
    donmartin, 10 März 2010
  17. User 12900
    where logic cannot intervene
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    nicht angegeben
    Kommt doch ganz darauf an, wozu man die neue Technik nutzt.

    Klar, wenn man nur per SMS mit seinen Freunden kommuniziert, ist es Quatsch. Aber wenn ich nachts von der Arbeit nach Hause laufe und Angst habe, dann rufe ich meinen Freund an und rede mit ihm, bis ich zu Hause angekommen bin. Da finde ich es sinnvoll.

    Wenn man in sozialen Netzwerken verzweifelt nach einem neuen Partner sucht und dabei vergisst, dass man auch im realen Leben Leute kennenlernen kann, dann ist das bedenklich. Wenn ich das StudiVZ dazu nutze, um Kontakt zu meinen alten Freunden zu halten, finde ich es super.

    Wenn man, wie einige meiner Bekannten, mehr Zeit auf Facebook bei irgendwelchen Spielchen verbringt, als mit anderen Menschen im echten Leben, so finde ich das auch blöd. Aber genau aus dem Grund habe ich mich einfach nie bei Facebook angemeldet - Problem gelöst.

    Sicher, manche Sachen sind (zumindest in meinen Augen oder auf den ersten Blick) nicht unbedingt sinnvoll, wie für mich zB "Apps", aber wenn es einem nicht gefällt, muss man es ja auch nicht benutzen.
     
    #17
    User 12900, 10 März 2010
  18. donmartin
    Gast
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    Völlig falsch verstanden. Ich bin KEIN Verteufeler der Technik! Im Gegenteil. Was ich versucht habe zu Schreiben. Lies Alles. Es ist die Mischung, das "WIE" man die Technik nutzt.

    Und: Auch das Diskutieren per Brief habe ich hinter mir! Per Kleinanzeigen! Als die ersten Zeitschriften mit kostenlosen Kleinanzeigen aufkamen, gab es eine Rubrik unter der sich eine Community gebildet hatte. Einmal pro Woche konnte man einen per Hand und auf bestimmte Zeichenanzahl begrenztem Text verfassen und wegschicken (auch per FAX)!......Und dann haben wir Diskutiert wie hier in einem Forum. Nur, man musste ganz genau aufpassen und schlimm: Eine Woche warten. Es gab auch Treffen und wirklich nette Bekanntschaften.....

    Keinesfalls unterstellst DU mir "mal wieder ne Hetzjagt nach der Jugend" oder sonst etwas...! Da wäre ich der Letzte. Ich habe geschrieben DASS WIR IN DER PFLICHT sind - ihnen den Umgang nahezubringen - sie / ihnen garkeine Chance gegeben wird. Dass WIR, die es auch anders kennen - eigentlich ihnen diese Chancen geben müssen - ihnen etwas zu zeigen und ihnen Zeit zugestehen. Sonst ist ihnen garkeinen Vorwurf zu machen.

    Ich nutze Technik Exessiv! Täglich 20 Stunden. Nur habe ich das Glück gehabt, lernen zu dürfen damit umzugehen und die Folgen und Gefahren zu kennen.

    Du hast genau wie ich beschrieben habe die Zeit ausser Acht gelassen....garnicht erst ALLES lesen und mal nen Gedanken drum machen, sondern SCHNELL ein paar Stichpunkte aufgeschnappt und schnell Antworten.....schnell schnell und eben noch in anderen Foren/anderes Thema vorbeigeschaut. ....... :zwinker:
     
    #18
    donmartin, 10 März 2010
  19. User 77547
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    Natürlich hast Du Recht. Das mit "Googeln" und nur "Wikipedia" war sicher etwas pointiert ausgedrückt. Es geht mir in meinem Argument auch nicht um die korrekte Zitation einzelner Aussagen, sondern um gewisse Gefahren (wie gesagt, das hat jederletztlich selbst in der Hand) die dieser schnelle und unkomplizierte Zugriff auf Unmengen an Informationen zu einem Sachverhalt für die wissenschaftliche Arbeit aufweist: Quick and Dirty.
    Ich habe auch nicht bestritten, dass gerade in den Wissenschaften bzgl. der Informationsbeschaffung vieles unglaublich erleichtert wurde. Ich frage mich aber bisweilen, ob sich aber dadurch auch die wissenschaftliche Qualität des "Outputs" WIRKLICH verbessert hat. Und das ist ja eigentlich das entscheidende Kriterium, die Dinge in diesem Bereich zu beurteilen. Alles andere ist völlig sekundär.

    Natürlich! Da z.B. die meiste internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften in meinem Fach auch als online-zeitschriften erscheinen, greife ich fast täglich auf das Internet zurück, um an Literatur zu gelangen, soweit unsere Uni-Bib ein online-abo für diese Zeitschriften hat. Ich recherchiere online in den entsprechenden Datenbanken nach Literatur usw. Ich würde mal behaupten, dass ich inzwischen 95% der wissenschaftlichen Literatur, die ich für meine Arbeit benötige, über das Internet beziehe.

    Was mir aber bei vielen Studierenden auffällt: Sie haben keinerlei Kompass, wie man seriöse wissenschaftliche Arbeiten/Quellen von nicht so seriösen Arbeiten/Quellen unterscheidet. Da werden in Seminararbeiten manchmal Internetseiten zitiert, dass es einem die Fußnägel aufrollt. Klar, das kann man lernen und wirft vielleicht eher ein schlechtes Licht auf unsere Einführungsveranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten hier an der Uni).



    Etwas schwierige Frage, da er diesen Text ja ohne das Intenet, die Existenz eines Forums und die Art und Weise, wie man dort argumentiert, diskutiert usw. so niemals geschrieben hätte.

    Andere Frage: Wie zentral ist eigentlich diese Information für die Argumentation von donmartin? Was ich damit zum Ausdruck bringen will: Heute haut man schnell mal eine Info hinterher, weil sie ja einfach zu erhalten ist. Früher hat man sich überlegt, welche Info, welches empirische Datum etc. ist zentral für meine Argumentation und muss ich mir beschaffen, bewerten etc.? Wenn man zum Schluss gekommen ist, dass das wichtig ist, dann hat man sichs auch besorgt. Natürlich alles viel zeitaufwändiger etc.....die Resultate waren aber keineswegs schlechter.
     
    #19
    User 77547, 10 März 2010
  20. brainforce
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    ja die Informationswege sind besser - aber nicht alles "neue" ist automatisch besser... und die "alten vielleicht besseren" Methoden können eben nicht von allen benutzt werden - einfach weil sie vielfach nicht mehr bekannt sind bei Teenagern... Genau wie neues "gutes" Wissen dazukommt geht altes manchmal hilfreiches Wissen mehr oder weniger verloren...
     
    #20
    brainforce, 10 März 2010

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