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Zinsen abschaffen???

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von whitewolf, 26 April 2005.

  1. whitewolf
    Verbringt hier viel Zeit
    729
    101
    0
    nicht angegeben
    Auf einem anderen Board gabs vor einiger Zeit mal eine Diskussion, die ich jetzt hier rueber bringen moechte:

    Was haltet Ihr davon, wenn man jegliche Zinsen abschaffen wuerde, also gesetzlich verbieten. Das betraefe sowohl Guthaben- als auch Schuldzinsen in jeder Form.
    In islamisch gepraegten Staaten ist das ja (zumindest nach der reinen Lehre in der Theorie) so.

    Faendet Ihr das gut oder schlecht? Welche Auswirkungen haette das?
    Wuerde das Probleme loesen oder schaffen? Schiesst mal los!


    Meine persoenliche Meinung: Die Idee ist Unfug. Aber ich war stark verwundert, wieviele auf jenem Board dafuer waren.
     
    #1
    whitewolf, 26 April 2005
  2. Koyote
    Koyote (38)
    Verbringt hier viel Zeit
    781
    113
    17
    Verheiratet
    Halte die Idee ebenfalls für unfug...

    Das würde unser komplettes Wirtschaftssystem zusammenbrechen lassen, ist zumindest meine Vermutung...

    Die Zinsen stellen ja sich sicher dass auch für den Finanzmarkt das Prinzip der Marktwirtschaft gilt...

    Gruß Koyote
     
    #2
    Koyote, 26 April 2005
  3. Chefbienchen
    0
    Das hat schon einen Vorteil

    Ich weiß nicht, also jedenfalls hat es einen Vorteil

    ... wenn es keine Guthabenzinsen mehr gäbe, würde es sich nicht lohnen zu sparen, vermutlich würden die Leute dann mehr investieren, kaufen, ausgeben,

    ... das müsste dann ja verkauft, prodoziert werden, würde also die Wirtschaft ankurbeln und Arbeitslosigkeit mindern

    ... ohne Kreditzinsen wird das Darlehen nehmen lukrativer, auch dann würden die Menschen mehr investieren usw.

    Klingt an und für sich recht logisch, aber es ist fraglich ob das in der pRaxis auch genauso aussieht.
     
    #3
    Chefbienchen, 26 April 2005
  4. User 631
    Verbringt hier viel Zeit
    547
    103
    6
    nicht angegeben
    Zinsen seien der Teufel, hab ich mal gehört :grin:

    Aber wenn ein Unternehmer Kapital aufwendet, um sein Geschaft zu führen und er macht dabei Gewinn, so sind das auch schon Zinsen.

    Also ist das Modell voll fürn Müll, wenn wir unser Gewinnstreben nicht aus unseren Köpfen kriegen.
     
    #4
    User 631, 26 April 2005
  5. daedalus
    daedalus (37)
    Teammitglied im Ruhestand
    864
    113
    51
    nicht angegeben
    Nur wer gibt Dir aus reiner Menschenfreundlichkeit ein zinsfreies Darlehen?
     
    #5
    daedalus, 26 April 2005
  6. SottoVoce
    SottoVoce (34)
    Sehr bekannt hier
    6.476
    183
    26
    Verheiratet
    Das wenigstens ist volkswirtschaftlich gesehen unsinn, weil dabei gilt, dass Sparen = Investieren. Nur das Geld, dass Du auf ne Bank trägst und es dort sparst, kann auch wieder investiert werden. Und Du würdest ja nicht investieren, sondern konsumieren! Und das wiederrum hilft nicht den Investitionen, sondern vermindert sie!

    Ich halte die Idee für schwachsinnig, dann gäbe es nämlich keine Banken mehr, weil die nicht leben könnten, und dann gäbe es eh niemanden mehr, der Darlehen überhaupt ausgeben würde...
     
    #6
    SottoVoce, 26 April 2005
  7. abenteurer67
    0
    Es ist richtig: UNSEREM derzeitigen Wirtschaftssystem würde die Grundlage entzogen werden.

    Aber ist unser auf ewigem Wachstum basierendes Wirtschaftssystem denn wirklich noch erstrebenswert?

    Die Grenzen des Wachstums haben wir in Westeuropa schon lange überschritten. Wir brauchen nicht noch mehr, wir haben eigentlich schon alles. Wir verbrauchen nur immer
    mehr in kürzerer Zeit, machen immer mehr Dinge zu Konsumartikeln. (Beispiel Möbel: Statt Möbel zu kaufen, die ein paar Generationen halten, kaufen wir in immer kürzeren Abständen den Schrauben-Schrott von Ikea und Co) Das zieht sich durch unser gesamtes Leben.

    Man könnte jetzt noch ewig weiterspinnen - Meiner Meinung nach wäre ein Leben ohne Zinsen (und Wachstumsdogma, Kapitalismus, Konsumterror, Sinnentleerung des Lebens) erstrebenswert. Aber es wird eine Utopie bleiben (allerdings eine schöne ...). Denn dazu bräuchten wir auch eine andere Gesellschaft. Keine egoistischen, ungebildeten Konsumdeppen sondern verantwortungsvolle, gemeinschaftlich denkende, intelligente Menschen. Und woher die nehmen ...? Man schaue nur mal eine halbe Stunde Pro7 ... :kotz:

    so, jetzt aufhören zu träumen und weiterarbeiten. Wirtschaft ankurbeln ... :link:
     
    #7
    abenteurer67, 26 April 2005
  8. Dr. Tell me
    Verbringt hier viel Zeit
    199
    101
    0
    nicht angegeben
    Ich denke mal, dass es nur noch mehr Probleme schaffen würde - von was sollten denn die Leute die dann die Darlehen ausgeben leben - Vom freundlichen lächeln der Darlehensnehmer etwa? Außerdem könnte ein Darlehensnehmer dann zurückzahlen wann er wollte, da es den Wert nicht ändern würde, wenn er es statt heute erst in 12 jahren zurückgibt - ich halte die Idee für absoluten Unfug...
     
    #8
    Dr. Tell me, 26 April 2005
  9. abenteurer67
    0
    Ja, Zinsen abschaffen in unserem jetzigen Wirtschaftssystem wäre Unfug.

    Aber die Frage greift etwas weiter ...

    Was ist denn an unserem Wirtschaftssystem so toll?
    *provokativ frag, dient nur der Erweiterung des Horizonts!*

    Kaum jemand ist glücklich, den meisten Menschen geht es trotz hoher Einkommen schlecht, wir rennen nur unserem Glück hinterher und holen es nie ein. Vielleicht, weil wir dem Falschen hinterher laufen ...

    Aber (wie oben bereits gesagt) wir befinden uns hier im Reich der Utopien ...
     
    #9
    abenteurer67, 26 April 2005
  10. Event Horizon
    Verbringt hier viel Zeit
    197
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Nicht nur das. Die Inflation kannte man ja auch als so ne Art Zinsen interpretieren. Jedes Jahr verliert man 1-2% der Kaufkraft des Geldes, welches man hat. Die 2% Zinsen der Banken heben das so grade eben wieder auf, der eigentliche Gewinn liegt bei weit unter 1%.
     
    #10
    Event Horizon, 26 April 2005
  11. Rolfus
    Verbringt hier viel Zeit
    256
    103
    2
    nicht angegeben
    Sparen und Investieren ist das Gleiche, das eine im Soll, das andere im Haben.
     
    #11
    Rolfus, 26 April 2005
  12. solarfighter
    Verbringt hier viel Zeit
    44
    103
    53
    nicht angegeben
    Leute, Leute ...
    Was hier so zum Thema Zinsen erzählt wird.... :wuerg:

    Hierzu folgende Anmerkungen:

    1.) Die Zinsen sind, in unserem Wirtschaftssystem, eine regelmäßige Zahlung von Geld, die für die Überlassung eines Geldbetrages vereinbart wurden. Es gibt im Prinzip 2 Varianten: Den festen und den variablen Zinssatz.
    Wichtig:
    a.) Der Schuldner trägt die Gewährleistung für die Zahlung der Zinsen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu einer Beteiligung an einer Firma, da bei dieser nur im Falle eines Gewinnes ausgeschüttet wird.
    b.) Kreditgeschäfte sind immer Geschäfte mit der Zukunft: Der Gläubiger hofft auf die Zahlung der Zinsen und die Rückgabe des Geldbetrages. Der Schuldner auf seine Zahlungsfähigkeit.

    2.) Im Mittelalter waren Zinsgeschäfte den Christen verboten. Geld durfte nur zinslos verliehen werden. Eine freie Marktwirtschaft gab es damals ebenfalls nicht. Der Preis für eine Ware nur nach dem Prinzip „Recht und billig“ festgelegt und durch die Zünfte auch überwacht. Wer damals keinen Freund mehr hatte, der einem Geld leihen wollte, der musste dann zum Juden gehen, um dort einen Kredit gegen Wucherzinsen aufzunehmen. Dieses System hatte ja auch mehrere Jahrhunderte überlebt.

    3.) Bei unseren System sehr ich folgende Probleme:
    a.) Es gibt einen immer größer werdenden Anteil von Leuten, die von Zinsen, Renten oder anderen Zahlungen leben. Die Anzahl der Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger nimmt stetig zu. Gleichzeitig wird aber die Schicht, die unseren Wohlstand erarbeitet, immer kleiner.
    b.) In absehbarer Zeit wird die BRD wohl nicht mehr in der Lage sein, die Zinsen für die Staatsschulden zu bezahlen. Dies wird meines Erachtens nach, zu einem Kollaps unseres Wirtschaftssystems führen.
     
    #12
    solarfighter, 27 April 2005
  13. Lt. Cmdr. Data
    Verbringt hier viel Zeit
    591
    101
    0
    Single
    Naja, Möbel die ein paar Generationen halten möchte ich gar nicht haben, denn die sind dann mit Sicherheit nicht mehr modern :smile:
    Aber ansonsten gebe ich dir Recht dass die Qaulität mitunter sehr zu wünschen übrig lässt.
    Andererseits: You get what you pay for.
    Wenn man nur auf den Preis schaut zahlt man hinterher meist drauf.

    Das wird wohl wirklich für lange Zeit eine Utopie bleiben, die sich auch durch eine andere Gesellschaftsform nicht realisieren lässt.
    Das streben nach Macht & Besitz liegt IMHO in der Natur des Menschen.
    Wenn ich das nicht mehr kann (weil alles Gemeinschaft ist), sehe ich auch keinen Anreiz mehr irgend etwas für diese Gemeinschaft zu tun.
     
    #13
    Lt. Cmdr. Data, 27 April 2005
  14. Galotta
    Galotta (40)
    Verbringt hier viel Zeit
    72
    91
    0
    Verliebt
    Hi,
    ich glaube nicht, das wenn die Zinsen (und Zinses-Zins) verboten wäre, das es dann keine Banken mehr geben würde.
    Sie könnten dann von Gebühren leben, die Sie für ihre Dienstleistung nehmen (Dienstleistung = Kontoverwaltung, Beratung, Überweisungen, Aktien An/Verkauf). Vielleicht nicht in den Stil wie sie es Heute machen, aber sie würden nicht verschwinden. (und in Naher Zukunft arbeiten dort je nicht mehr als zuviele Menschen)

    Mal angenommen es gibt keine Zinsen mehr. Was würde ich dann mit meinen Ersparten dann machen?
    Es anlegen in Aktien o.ä. (Was keine Zinsen sind, sondern eher eine "Wette"), dadurch würde das Geld wieder investiert werden. Oder ich würde es ausgeben, was wiederum auch eine Investition wäre. Und beides kurbelt die Wirtschaft an.

    Und wie sieht es aus wenn ich ein Darlehn benötige:
    Als Firma:
    Müßte ich dann den Darlehnsgeber eine Gebühr zahlen, bzw. auch am Gewinn beteiligen der durch seine Anschubsfinazierung möglich wurde.
    Als Person:
    Da wird es schwieriger jemanden zu finden der einen Geld leiht (am Gewinn kann ich ihn schlecht beteiligen, also höchsten eine Fest Gebühr dafür zahlen) und wie ihm das bezahlt wird. Es hätte allerdings vielleicht einen Vorteil, es würde sich nicht soviele Menschen verschulden.

    Ich möchte mal das Stichwort Tauschring einbringen, früher hielt ich das für "unfug" [:smile:] weil es eigentlich nur eine Ersatz Währung ist.
    Habe allerdings meine Meinung geändert, nachdem ich mir das Kreuzberger (Berlin) Model angeschaut habe und einen Bericht über einen Tauschring in Österreich gelesen hatte, die es damals damit schafften aus der Wirtschaftlichen tieflage heraus zu kommen.Das Wirtschaftswunder von Wörgl

    Ich probier es mal zusammen zufassen.
    Es macht keinen Unterschied welche Arbeitet man leistet (Nachhilfe oder Fenster Putzen), jede Arbeit ist gleich viel Wert, sie wird nur in Zeit bemessen.
    In diesem Tauschringen gibt es keine Zinsen, eher sogar "negative Zinsen".
    D.h. wer Stunden hortet, verliert die Gut geschriebene Zeit. Dadurch wird mehr Konsumiert (das "Zinslose Geld" kommt schneller in den Umlauf), was wiederum die Wirtschaft ankurbelt.
    Auch hier kann man sich ein Darlehn geben lassen, dieses ist allerdings begrenzt, damit es nicht zur einer Überschuldung kommt. Auf diese "Zeit" werden allerdings keine ZINSEN erhoben.

    Ich würde den Gedanken nicht so schnell als Unfug abtun. Vielleicht fällt es uns nur so leicht da wir in der 1. Welt leben, weil wir vom durch die Totale Überschuldung (Zinses-Zins) der 3-5 Welt Profitieren. Mal schauen wie es in 5-10 Jahren in Deutschland aussieht (derzeitiger Schuldenstand MEZ 27.4.05 2:25 Uhr: ca. 1.431.264.040.242 €) 1.431 BILLION EURO, die Zinsen werden nicht nur unsere Haare vom Kopf fressen.
    Für mich sind das keine Zinsen, das ist einfach Gewinn (eine Rendite kann man daraus berechnen).
    Begründung: Weil für den Unternehmer (sowas gibs noch?) nicht absehen kann wieviel Gewinn er macht, der Darlehnsgeber kann sich sicher sein (solange der Schuldner nicht Zahlungsunfähig wird) das er X% Gewinn einfährt.

    mfg ß

    Ps.: Ich sage gleich, das ich gar keine Ahnung habe wovon ich da spreche, hab kein Abitur und auch nicht Studiert (schon gar nicht BWL) :bier:
     
    #14
    Galotta, 27 April 2005
  15. whitewolf
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    729
    101
    0
    nicht angegeben
    Das hoert sich stark nach den Statements des "Club of Rome" aus den Siebziger Jahren an. Waere es denn toll, wenn man damals einfach die Handbremse angezogen haette? Damals gabs keine Handys, PCs und Internet, um nur mal ein paar simple Beispiele zu nennen. Was ich damit sagen will: Wachstum heisst nicht notwendigerweise steigender Resourcenverbrauch.
    Das wird meist verkannt.

    Man sollte jetzt nicht Zinsen mit Renten etc. vergleichen. Faktisch ist es natuerlich richtig, dass immer mehr Leute davon Leben. Das liegt aber nicht an den Zinsen. Das liegt an der demographischen Entwicklung. Aber was sind die Alternativen? Willst Du arbeiten bis Du mit 80 tot umfaellst?

    Und zum Thema "Von Zinsen Leben". Das tut keiner! Aus dem einfachen Grund: Aktueller Zinssatz 4%, die Haelfte davon geht als Steuern ab, den Rest frisst die Inflation!

    Die Zahlen sind jetzt Pi x Daumen, aber ich habe eine Studie gesehen, die ueber zig Jahre analysiert hat, was aus einem Vermoegen (investiert in Festverzinsliche) nach Steuern und Inflation geworden ist. Ergebnis: Real leicht negativ. Also man kann vielleicht von seinem Vermoegen leben, von den Zinsen aber nicht.

    Ich denke auch, dass die Staatsschulden kaum rueckzahlbar sind. Aber der Staat kam zu den Schulden auch nicht, wie die Jungfrau zum Kind.

    Was ist Deine Quintessenz? Oder anders ausgedrueckt: Du hast die eigentliche Frage nicht beantwortet.





    @Galotta
    Zum Thema Tauschring. Also so was funktioniert hoechstens im kleinen Rahmen. Rasenmaehen gegen Hund Ausfuehren usw.

    Wer wuerde denn in so einem System sich aufwendig zum Arzt ausbilden lassen, wenn er dasselbe "Geld" mit Babysitting verdienen wuerde?

    Ehrlich: wuerdest Du auf einer Erdoelplattform arbeiten, wenn Du dasselbe mit Haekelarbeiten verdienen wuerdest.

    Welcher Unternehmer wurde Millionen seines eigenen Geldes in seiner Firma riskieren, wenn er auch einfach Zeitschriften austragen koennte?

    Sorry, das System ist Unfug.

    Und dieses Woergl Beispiel scheint mir auch kein Example fuer die reine Lehre der Tauschringler zu sein. Kommt aber gut, weil es kurzzeitig funktioniert hat und vor allem anschliessend einen Maerthyrertod gestorben ist. Waere letzteres nicht der Fall gewesen, waere die Entwicklung in der Tat interessant.

    Und noch was faellt mir zu der Tauscherei ein. Zahlen die Leute eigentlich Einkommensteuer? Wenn der Gaertner den Rasen bei dem Automechaniker maeht, der seinen Wagen repariert, zahlen im offiziellen System beide nett...




    Aber ganz interessant die Diskussion hier. Auf dem Board, auf dem ich sie gefunden habe (Stern/Spiegel/Focus oder so) waren rund ein Drittel der Meinung, dass damit alle Wirtschaftsprobleme geloest und die Armut abgeschafft waere. Dazu hat sich bisher hier noch niemand verstiegen.
     
    #15
    whitewolf, 27 April 2005
  16. solarfighter
    Verbringt hier viel Zeit
    44
    103
    53
    nicht angegeben
    Hierzu folgendes:
    1.) Fast alle wesentlichen Erfindungen / wissenschaftlichen Erkenntnisse sind von Menschen gemacht worden, die an der wirtschaftlichen Ausbeutung dieser Erkenntnisse, kein oder nur ein sehr geringes Interesse hatten. Wie hätte sich unser Wirtschaftssystem entwickelt, wenn z.B. Newton/Leibniz sich die Differential/Integral-Rechnung oder Zuse sich den Computer hätte patentieren lassen? Wenn man ein gesundes Arbeitsklima für solche Leute schafft, ist deren „Output“ unabhängig vom wirtschaftlichen System. :smile: :bier:
    2.) Fakt ist auch, dass die Umweltbelastung, ein sehr guter Indikator für den Ressourcenverbrauch, seit den 70'er Jahren stark gestiegen ist. Man kann zwar sagen, das mit Computern und deren Vernetzung eine relativ umweltschonende Produktivitätssteigerung, betrachtet auf eine Firma, möglich ist. Wie sieht dies aber im globalen Zusammenhang aus? Was z.B. passiert mit den freigesetzten Ressourcen? Ich wage da keine Prognose.

    Zinsen und Renten haben zwei sehr ähnliche Eigenschaften:
    1.) Andere Menschen erbringen, zusätzlich für Finanzierung ihres eigenen Lebensunterhaltes, diese Leistungen. ( Ein Teil dieser Zahlungen können auch durch neue Kredite finanziert werden.)
    2.) Der Staat garantiert, im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen national und durch politischen Druck international, die Zahlungsmoral. Die Macht unseres Staates nimmt aber international gesehen, eher ab. :geknickt:
    Wenn ich mir so die demographische Entwicklung und die Dynamik dieses Systems so anschaue, gehe ich mittlerweile nicht mehr davon aus, das dieses System mich, falls ich ein „biblisches Alter“ erreichen sollte, in dieser Form überleben wird. Die sinnvollste Investition in die Zukunft erscheint mir mittlerweile der Erwerb eines Bauernhofes, damit man sich ggf. als Selbstversorger über Wasser halten kann. :smile:
    Heute hat man bereits als Mitt-Vierziger große Schwierigkeiten einen qualifizierten Arbeitsplatz zu bekommen, erst recht, wenn dieser mit einem Tätigkeitswechsel verbunden ist. Warum sollte sich dieses ändern? :wuerg:

    Erstens haben wir im Moment eine absolute Niedrigzinsphase. (Japan gabe es sogar schon mal negative Zinsen auf Bankguthaben.) Zweitens hängt der Zinssatz stark vom Anlagerisiko ab. Es gibt da durchaus Bonds, die eine wesentlich höhere Rendite haben. Drittens gibt es noch andere Investitionsformen, als Bonds. Glaubst Du ersthaft, das ein Quandt, Waltons oder von Bohlen und Halbach von der Substanz lebt? :grin:

    Da eigentliche Problem ist meiner Meinung nach, dass der Staat irgendwann nicht mehr in der Lage ist, die Zinsen für diese Schulden zu bezahlen.

    Da hast Du recht. :engel: Aber eine singuläre Maßnahme reicht einfach nicht aus, um unser Land zukunftsfähig zu machen. Es käme auf ein Ziel/Gesamtkonzept an. Sonst ist das genauso eine Wurschtelei, wie die Wirtschaftspolitik bisher.

    Du unterstellst dabei, dass die Leute nur aufgrund der Bezahlung eine Tätigkeit annehmen. Wenn ich das gleiche Gehalt durch Stricken oder Hoffegen verdienen könnte, würde ich trotzdem meinen Beruf vorziehen. :bier:
     
    #16
    solarfighter, 27 April 2005
  17. JulesWinnfield
    Verbringt hier viel Zeit
    140
    101
    0
    Single
    Also eines ist richtig. Der Zins ist aus unserem Wirtschaftssystem nicht wegzudenken, und daher auch nicht abzuschaffen.
    Allerdings ist auch richtig, dass ein Wirtschaftssystem ohne Zins durchaus funktionieren kann.
     
    #17
    JulesWinnfield, 27 April 2005
  18. Rolfus
    Verbringt hier viel Zeit
    256
    103
    2
    nicht angegeben
    Der langfristige Realzins entspricht genau dem langfristigen Wirtschaftswachstum. Bei Zins null ist auch das Wachstum null. Der Fragesteller hätte ebensogut fragen können, ob man das Wirtschaftswachstum abblocken soll. In Japan kommt man diesem Zustand recht nahe.
     
    #18
    Rolfus, 27 April 2005
  19. Galotta
    Galotta (40)
    Verbringt hier viel Zeit
    72
    91
    0
    Verliebt
    Das ist ein Guter Punkt (wunderpunkt) den Du bei diesem System ansprichst, vielleicht denke ich zu Utopienhaft,denn hoffentlich würde sich die Leute dazu Ausbilden lassen die dazu Berufen sind, und die Freude an ihren Beruf haben. Und schließlich bestimmt ja auch der Markt die Nachfrage. Es können nunmal nicht alle Babysitten, soviel gibs gar nicht.
    Dann würde Bildung als Karrie Ziel gesehen werden und nicht viel Geld.
    Zur der Erdölplattform: [ehrlich :smile:] Ich weiß was Du meinst, es würde für viele keinen Anreiz bieten dort zu Arbeiten, für mich Persönlich auch nicht wenn es dafür XX Mill. € dafür gäbe. Geld lockt mich nicht.
    Unternehmer: Passé (bis mir ein Gutes Arguement einfällt)

    Ich würde das nicht gleich als Unfug abstempeln, das ist mir zur sehr schwarz/weißes denken. Schließlich funktioniert es im kleinen Rahmen (und nicht höchstens).
    Ein kleines Beispiel:
    Eine Ältere Frau die nicht mehr Erwerbsfähig ist (unter 3 Std. Täglich), leistet durch Babysitten u.ä. ihr Stunden ab. Und bekommt für ihre Stunden Massagen von einer gelernten Kraft. Die Sie hätte sich so NIE leisten können.
    Die wiederum Linderungen bei Ihren Beschwerden schaffen. Und erlangt dadurch eine Höhere Lebensqualität, die unser "System" ihr nicht ermöglichen konnte. Da ihre Erwerbsunfähigkeist Rente viel zu klein ist, als das Sie es sich leisten könnte, bzw. es der Gesundheitsfürsorge viel zu Teuer erscheint in einen "mitesser" noch Geld zu investieren.

    Hm, es hat bis zum Märthyrertod funktioniert (1 Jahr). (Dein Satz klingt ein wenig danach als es kurzvorher gescheiterte wäre :smile: )
    Was allerdings doch ziemlich beachtlich ist, das 25% Arbeitslosenqoute in einen Jahr abgebaut wurde, wo gleichzeitig in Östereich die Arbeitslosenqoute um 10% angestiegen ist (zur Zeiten der Weltwirtschaftskrise). Vielleicht wäre es ein Instrument um den Motor wieder anzuwerfen!?
    Damals, zum Woergel Beispiel Ja, heute und hier in Deutschland Janein. Weil man dann als klein selbstständiger zählt und unter 17.500 € fällt und damit Steuer befreit ist. Sollte allerdings der reine Brot Erwerb damit erbracht werden und das Finazamt einen nicht übersehen, müßte man Einkommenssteuer zahlen. Was allerdings, wie das Woergel Beispiel zeigte möglich ist.

    Oki, bevor wir aber nun ganz vom eigentlich Thema abkommen (Zins), wollte ich ja diesen Stichwort einbringen, da es ohne Zinsen "lebt". Es sogar einen Negativen Zinssatz benutzt damit das Geld im Umlauf bleibt.
    Es spielt genau auf das Dilemma an. Der Kanzler ruft zum Konsum auf, um die Binnenmarkt anfrage anzukurbeln, doch die Menschen trauen sich nicht ihr Erspartes auszugeben, weil sie es für schlechte Zeiten aufheben. Bedingt dadurch sind die Kaufhäuser leer, und es werden noch mehr Menschen entlassen.

    Vielleicht erinnert sich noch jemand an das Lied aus den 50zigern "Gehen Sie mit der Konjunktur". Geld muß im Umlauf sein, einen Kreislauf bilden (der Rubel rollt). Das Zinssystem zeigt allerdings ein Linearen Lauf (okioki, da ist auch ein Kreislauf, nach dem zusammenbruch gehts wieder aufwärds). Die Natur kennt "nur" Kreisläufe.

    mfg ß :zwinker:

    *immerschönoffenbleibenfürneues*
     
    #19
    Galotta, 27 April 2005
  20. solarfighter
    Verbringt hier viel Zeit
    44
    103
    53
    nicht angegeben
    Meiner Erkenntnis nach, galt der Geldverleih mit Zinsen im Mittelalter als schmutziges Geschäft und war als Unchristlich verboten. (Letztendlich bereichert sich der Gläubiger an der Notlage des Schuldners.) Juden waren diese Zinsgeschäfte ausdrücklich erlaubt, dafür war denen (zumindest im Reich) die Aufnahme einer redlichen Tätigkeit verwehrt. Da die Juden damit nur von der Notlage der anderen profitieren konnten, waren sie auch Anfeindungen und Progromen ausgesetzt. Das später auch Christen dieses sehr lukrative Geschäft ausführten, liegt meiner Erkenntnis nach an dem Niedergang des Gildenwesens.
     
    #20
    solarfighter, 28 April 2005

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