Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Zu "nah am Wasser gebaut"?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von neverknow, 11 Dezember 2008.

  1. neverknow
    neverknow (28)
    Meistens hier zu finden
    1.093
    133
    27
    Single
    Hallo,

    erstmal: ich bin mir nicht ganz sicher, ob das hier die richtige Kategorie ist, da ich unter diesem Problem nicht wirklich massiv leide und ich mich auch nicht ausheulen möchte oder so. Mich stört es nur und ich wär interessiert an Lösungsvorschlägen und vllt Erfahrungen von anderen Leuten mit dem selben oder ähnlichen Problemen.

    Also, wie der Threadtitel schon sagt: ich bin ziemlich nah am Wasser gebaut, sprich: ich fange recht leicht an zu weinen. Also, nicht einfach so, auch zB nicht während der Periode oder so, sondern schon immer begründet. Wenn ich wirklich traurig bin, find ich das eigentlich auch gut, besser als wenn ich es in mir aufstauen würde oder so ... darum soll es hier also nicht gehen.


    Was mich aber ziemlich stört: ich fange vor allem dann sehr leicht an zu weinen, wenn ich wütend bin oder mir ungerecht behandelt vorkomme. Mir schießen dann schnell Tränen in die Augen, meine Stimme klingt weinerlich und so weiter ... furchtbar. Das ist natürlich besonders nervig, weil ich, wenn ich wütend bin, ja eigentlich tough und gelassen rüberkommen möchte, also nach dem Motto "Mir doch egal :cool1: " und nicht wie ein kleiner Jammerlappen.
    Zum Beispiel: Prüfungssituation, der Prüfer fragt mich etwas, das wirklich nur ganz kurz vorher angesprochen wurde und das ich daher nicht gelernt habe.
    - Oder: Praktikum, die Stationsleitung schimpft mich wegen irgendetwas, an dem ich überhaupt nicht schuld bin.
    - Oder: ich will beim Zoll etwas abholen, aufgrund derer bescheuerten korinthenkackerischen Regeln geben sie es mir aber noch nicht, ich soll erst xy Formulare mitbringen.

    Ich bin dann ja auch gar nicht wirklich traurig, sondern nur wütend und oder leicht geschockt bzw. fühle mich ungerecht behandelt. In diesen Situationen ist es wirklich absolut unangebracht und unangenehm, wenn einem Tränen in die Augen schießen, kann man sich ja vorstellen. Vor allem, weil ich das gar nicht will! :geknickt: Ich kanns halt (bis jetzt) nicht ändern, das ist irgendwie eine automatische Reaktion meines Körpers auf solche Situationen.


    Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass ich früher sehr jähzornig war. Ich konnte wirklich unheimlich schnell wegen unwichtigem Kram unheimlich wütend werden, rumschreien, mit Sachen rumschmeißen usw. Echt schlimm. Das hab ich mir zum Glück mit der Zeit so ziemlich komplett abtrainieren können, dafür hab ich jetzt dieses Tränen-Problem.


    Vielleicht gehts jemandem hier so ähnlich, oder ihr habt generell irgendwelche Tipps, wie man in so einer Situation einen ruhigen Kopf bewahren bzw. seine Tränen unterdrücken kann ...?

    Dankeschön :smile:
     
    #1
    neverknow, 11 Dezember 2008
  2. Beelion
    Beelion (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    862
    103
    1
    Single
    also das weinen vermeiden geht wohl nur schwer :zwinker:

    aber woran du arbeiten kannst is deine "wut" ... das du die besser kontrollierst oder ganz einfach gelasseneer bleibst.

    warum bist du denn inzw. weniger jähzornig? hast du da "was getan" oder hat sich das so entwickelt?
     
    #2
    Beelion, 11 Dezember 2008
  3. federboa232
    Verbringt hier viel Zeit
    63
    93
    6
    Verlobt
    hey du!
    mir gehts genauso!! in den blödesten situationen könnte ich anfangen zu heulen. besonders, wenn ich mich über etwas ärger. letzte situation: ich war im seminar und die professorin meinte etwas blödes zu meiner vorgehensweise der seminararbeit. das ist ja nun wirklich kein grund, dass einem tränen in die augen schießen, oder? ich musste hart kämpfen, dass meine stimme stabil blieb und mein kinn nicht anfing zu zittern.
    ich hab das immer so, es nervt tierisch, aber ich weiß auch nicht, wie man es abstellen kann...
    also, immer her mit tips :smile:
    lg, federboa
     
    #3
    federboa232, 11 Dezember 2008
  4. *kitkat*
    Verbringt hier viel Zeit
    624
    103
    2
    vergeben und glücklich
    bei mir ist es auch so. es gibt zeiten, da bin ich sehr nache am wasser gebaut und fange auch leicht an zu weinen. manchmal weine ich auch lange gar nicht. aber davon unabhängig schießen mir auch total schnell tänen in die augen, wenn ich wütend bin. was man dagegen tun kann, weiß ich nicht. aber in einer solchen situation versuche ich mich zu beruhigen, atme ein paar mal tief durch und versuche kurzfristig an was anderes zu denken. manchmal hilft das.
     
    #4
    *kitkat*, 11 Dezember 2008
  5. Mìa Culpa
    Gast
    0
    ....
     
    #5
    Mìa Culpa, 11 Dezember 2008
  6. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
    13.614
    398
    2.056
    vergeben und glücklich
    Den Jähzorn hast Du abgelegt - da hat sich nun wohl Deine Seele einen anderen Weg gesucht, also ein anderes Ventil: Schleusenöffnung. Kann das sein?
    Du fühlst Dich in Deiner Würde verletzt durch respektloses Verhalten - früher warst Du gegenüber anderen aggressiv, heute zeigst Du, dass Du Dich verletzt fühlst. Dabei ist Dir nicht wirklich recht, dass Du dieses Gefühl der Schwäche offenbarst.

    Ich kenne das "Baugrundstück in direkter Ufernähe" und mag es auch nicht.
    Mein Freund war zu Beginn der Beziehung etwas fassungslos, als er merkte, bei welchen "läppischen" Gelegenheiten mir die Tränen kommen. Dass Tränen nicht bedeuten, dass es sich um eine Katastrophe handelt, hat er bald bemerkt, und ich besteh auch drauf, dass er mich dann nicht unbedingt tröstet, sondern ggf. "weiterstreitet". Er weiß, dass ich nicht "manipulativ flenne", sondern manchmal nicht anders kann.

    Richtig nervig finde ich es im Beruf - weil es furchtbar unsouverän wirkt. Andererseits bin ich halt ein Mensch und keine Maschine... Und ich habe bei so einer Gelegenheit meiner Chefin auch einfach mal gesagt, dass ich leider schnell in Tränen ausbreche, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, und dass ich diese Reaktion selbst nicht mag, weil es eben aussieht wie eine Flucht von der sachlichen Ebene.
    Sie fand meine Erklärung gut, erklärte, dass sie mich dann erstmal in Ruhe lässt und wir uns über den eigentlichen Anlass später unterhalten. Das hat dann auch tränenfrei und gelassen geklappt - vermutlich, weil ich meinen Ärger schon losgeworden war, also schon erwähnt hatte, dass ich mich ungerecht behandelt fühle ;-).
    Zum Glück ist es mir schon lange nicht mehr passiert, dass ich bei der Arbeit weinen musste. Ich habe mir auch eine Haltung "angeeignet", mir Dinge nicht so sehr zu Herzen zu nehmen. Frag mich nicht, WIE ich das gemacht habe... Irgendwie bekomme ich es hin, bestimmte Alltagsärgernisse zu relativieren. Vielleicht auch, weil ich daran denke, was WIRKLICH ärgerlich/traurig/schlimm ist und wie irrelevant diese bestimmte Sache eigentlich für mein Leben ist.

    Oft ist man gerade im Job einfach nur Blitzableiter für den Ärger, den andere verursacht haben. Es kann hilfreich sein, in dem "pampigen" Moment Wut und Ärger herunterzuschlucken und etwas später möglichst sachlich darauf hinzuweisen, dass man den Eindruck hat, stellvertretend Ärger ausbaden zu müssen und den Ton unangemessen gefunden zu haben.
    Ich habe schon mehrfach erlebt, dass später dann zwar solche "Blitzableitungen" vorkamen, derjenige sich aber prompt entschuldigte. Gibt natürlich auch Chefs, denen ihr Verhalten bewusst ist, die es aber völlig okay finden, Motto: "Dafür sind meine Untergebenen doch da".

    Ich habe gelernt, mich in blöden Alltagssituationen, die solche Aufregung in Form von Tränen oder auch Wut einfach nicht wert sind, besser zu beherrschen. Ich sage dann ggf. nix, schlucke einmal kräftig den Ärger und die Wut herunter, atme tief durch, schließe kurz die Augen... das hilft schon, den "Kippmoment" zu überstehen.

    Off-Topic:
    Am peinlichsten ist mir ja, wenn jemand mich später freundlich-mitfühlend fragt, ob es mir jetzt wieder besser geht, und ich dann manchmal direkt wieder anfange zu heulen, weil ich mich gerade erst "entlabilisiert" habe... :schuechte
    Mir sieht man Stunden noch später an, dass ich Tränen vergossen habe, selbst wenn das nur gaaanz kurz war und ich schon längst wieder okay bin. Echt lästig, wenn Stunden später jemand fragt, ob ich geweint habe und was denn bloß passiert ist. Zum Glück scheine ich seit Monaten relativ stabil bzw. hatte Glück - wenn ich mal weinen musste, war ich danach nicht gezwungenermaßen in Gesellschaft :zwinker:.
     
    #6
    User 20976, 11 Dezember 2008
  7. neverknow
    neverknow (28)
    Meistens hier zu finden Themenstarter
    1.093
    133
    27
    Single
    Danke für eure Antworten :smile:

    Weinen vermeiden wär aber gut ... :tongue:

    Wegen dem Jähzorn: ich hab selbst daran gearbeitet. Mich hat das selbst total gestört, da ich bei Jähzorn echt schrecklich finde, sowohl bei mir als auch bei anderen. Ich hab in "Jähzorn-Situationen" versucht, gelassen zu bleiben, mittlerweile ist das in der Form gar nicht mehr nötig (dafür kommen jetzt teilweise die Tränen :cry: ). Das ganze ging / geht natürlich auch einher mit genereller Entwicklung meiner Persönlichkeit, stärkeres Selbst-Bewusstsein -- in der wahren Bedeutung des Wortes, also im Sinne von "sich selbst bewusst sein", verbunden mit Selbstreflexion.


    Immerhin bin ich also nicht alleine :smile: danke für eure Schilderungen, genauso ist es bei mir. Das ist so nervig, weil es einen wirken lässt wie jemand, der man eigentlich gar nicht ist -- wie du sagst, mosquito, es wirkt leicht wie "manipulatives Flennen" oder so. Dabei ist ja das Gegenteil der Fall, ich würd mich ganz gern so manipulieren, dass ich eben nicht mehr "flenne" :geknickt:


    Hm, selbstbewusst bin ich eigentlich wirklich ... Kritikunfähigkeit kommt schon eher hin. Ich denke, gerade weil ich recht selbstsicher bin, regt mich ungerechtfertigte Kritik so wahnsinnig auf :-D :cry:
    Wobei naja, in dem Beispiel mit der Prüfungssituation bin ich dann natürlich schon sehr verunsichert und sauer auf mich selbst, weil ich zu wenig gelernt hab. Da kommen die Tränen dann eher aus akuter "Verzweiflung" bzw. der Unfähigkeit, mit der unangenehmen Situation umzugehen. Oh Mann, ich werd doch nicht so eine Prinzesschen-Neurose haben :kopfschue


    Jup, zumindest bei den Situationen, die mit Wut bzw. Ungerechtigkeit verbunden sind, kommt das denk ich auf jeden Fall hin. Ich muss da irgendwie noch gelassener werden, ich habs ja immerhin geschafft, mir diesen Jähzorn abzugewöhnen.
    Ich will ja schließlich gerade nicht zeigen, dass ich mich verletzt fühle. Damit geb ich ja gerade der Person, die mich verletzt bzw. mich wütend macht, Macht über mich bzw. die Anerkennung, dass sie es geschafft hat, mich zu verletzen. Total doof, und das Gegenteil von dem, was man in der Situation eigentlich gebrauchen kann. (Jähzorn ist natürlich auch nicht hilfreich.)


    Ich hoff, das schaff ich auch irgendwann. Müsste eigentlich machbar sein. Ich werd in Zukunft versuchen, in solchen Situationen echt noch bewusster und tiefer durchzuatmen und ... mir bewusst zu machen, ja, wie du sagst, wie irrelevant diese Sache eigentlich ist.
     
    #7
    neverknow, 12 Dezember 2008
  8. mil
    mil (30)
    Verbringt hier viel Zeit
    332
    101
    1
    vergeben und glücklich
    Puh, eure Beiträge tun mir richtig gut, denn ich habe dieses Problem auch, und weiß nicht, wie ich es lösen kann.

    Ich hab schon immer schnell losgeheult, und mittlerweile ist es echt so, dass ich hauptsächlich weine, wenn ich hilfslos, wütend oder geschockt bin. Wenn ich merke, dass ich beispielsweise mit Argumenten nichts ausrichten kann und eben nicht mehr rational argumentiert wird, oder wenn ich ungerecht behandelt werde.
    Dass ich dann anfange, "irrational" rumzuheulen macht mich dann natürlich nicht gerade glaubwürdiger, wenn ich dann darauf poche, doch mal alles objektiv zu betrachten.

    Ich fange wirklich bei jedem Mist an zu heulen, beispielsweise hatten wir mit dem Tanzverein einen Auftritt, und während eine Partnerin mich durch die Gegend wirbelte sagte sie, dass ich nicht zu weit rausdrehen soll, weil sie mich dann nicht mehr halten kann. Also wirklich nichts schlimmes, aber direkt nach dem Auftritt (zum Glück nicht währenddessen!) musste ich mich dann verkrümeln und heulen.
    Oder wir haben einen Nachbarn, der steif und fest davon überzeugt ist, dass ich ab und zu aus Spaß an seine Wand klopfe. Dann kommt er immer rüber und beschwert sich. Ich habe versucht, mit ihm zu reden und nach Möglichkeiten zu suchen, woher das klopfen kommen kann, aber er zieht gar nicht die Möglichkeit in betracht, dass es nicht ich sein könnte. Diese Gespräche enden dann auch regelmäßig damit, dass ich ihm heulend die Tür vor der Nase zuschlage. Oder wenn er nachts "zurückklopft", da musste ich auch einmal heulen, vor Hilflosigkeit.
    Oder neulich, da sagte meine Mutter mir, ich solle meine Schwester vom Hbf abholen, wenn wir nach Hause kommen, und schärfte mir ein, dass ich sie nicht bei dem Bf vor meiner Haustür abholen sollte, weil das für sie extra kosten würde, dorthin zu kommen. Also fuhr ich zum Hbf - und meine Schwester wartete natürlich am Bf vor meiner Haustür. Auch da habe ich angefangen zu heulen.
    Und so könnte es ewig weitergehen...

    Ich glaube, ich heule in Situationen, in denen mein Freund wütend wird, eben wenn man gekränkt, hilflos, gefrustet, usw ist. Seit ich ihm das erklärt habe, versteht er mein Weinen besser.

    Wie ich dem Rest der Welt beibringe, dass meine Tränen nicht Traurigkeit, sondern Wut sind, weiß ich allerdings auch nicht.
    Meistens hilft es mir, die Tränen so lange runterzuschlucken, bis ich den Ort des Geschehens verlassen kann, um dann in Ruhe zu heulen.
    Wie ich es verhindern kann, dass ich überhaupt weine, wenn ich einmal den Kloß im Hals habe, weiß ich allerdings nicht. :frown:
     
    #8
    mil, 12 Dezember 2008
  9. Asgar
    Verbringt hier viel Zeit
    400
    113
    42
    nicht angegeben
    Ich glaube Weinen ist etwas das passiert, wenn man emotional überfordert ist, wenn die Gefühle keinen Platz mehr in dir haben, und deshalb ausgeschwemmt werden müssen.
    Man verkrampft innerlich und alles ist zu viel, und irgendwo müssen die ganzen Gefühle ja hin.
    Deshalb kommt das meist dann vor wenn man überwältigt ist von seinen Gefühlen, sie aber nicht anders ausleben kann. Verzweiflung ist ein wunderbarer Kandidat dafür, Hilflosigkeit, Traurigkeit.. oder eben auch Wut. Dadurch dass du die Jähzornsattacken unterdrückst, bzw sie dir abtrainiert hast, bleibt kein anderer Weg mehr für diese Wut, sich Luft zu machen.

    Selbstbewusstsein hat da sicher etwas damit zu tun, aber Selbstbewusstsein ist an sich ein recht schwammiges Wort, denn man müsste sich erst einmal darauf einigen was genau man jetzt mit dem "selbst" meint.
    Für mich ist es die Bewusstheit des "ich bin, ich existiere", für andere ist es ihr inneres Selbstbild, ihr Ego.

    Bewusst-sein ist da schon einfacher: Wenn ich etwas, hier und jetzt, genau so wahrnehme wie es ist, dann bin ich mir dessen bewusst.
    Wenn ich mit nackten Füßen auf kaltem Boden stehe, und bewusst auf das Gefühl von Kälte an den Fußsohlen achte, dann bin ich der Sache bewusst.
    Wenn ich am überlegen bin wie lange ich noch in der Kälte stehen muss, mir ausmale wie es ist wieder ins warme zu kommen, (gedankliche Abschweifung in die Zukunft) oder mir überlege wo zum Teufel ich die Schuhe stehen gelassen habe (gedankliche Abschweifung in die Vergangenheit), dann ist mir zwar immer noch kalt, aber ich nehme die Kälte nun eher unbewusst war.

    Einfaches Beispiel zum besseren Nachvollziehen, aber mit anderen Gefühlen läuft das meiner Erfahrung nach sehr ähnlich ab.

    Wenn man den inneren Widerstand gegen das was im Moment ist aufgibt, kann man das Erlebnis wesentlich besser ertragen.
    Und somit auch leichter die Kontrolle behalten.

    Wenn ich im oberen Beispiel gegen das Gefühl der Kälte nicht ankämpfe, sondern mir erlaube es zu fühlen, es einfach sozusagen.. durchströmen lasse.. bewusst dass es kalt ist, aber ohne Widerstand der Empfindung gegenüber, dann wird mich das Gefühl nicht so leicht übermannen und zu ungewollten Reaktionen verleiten.

    Kleine Übung dazu:
    Nimm dir mal Zeit für eine kleine Meditation, vieleicht 5-10 Mnuten oder so.
    Setz dich bequem irgendwohin und schließe die Augen.
    Dann achte einfach einmal bewusst auf deine Atmung.
    Jedes Mal wenn du bemerkst dass du an irgendetwas denkst, richte die Aufmerksamkeit zurück auf die Atmung.
    Wenn sich die Gedanken dann soweit beruhigt haben und schweigen, richte deine Aufmerksamkeit auf deine Fußzehen, werd dir bewusst was du jetzt dort gerade empfindest. Dann wandere sozusagen einmal deinen kompletten Körper nach oben, bis du dir deiner komplett bewusst bist, inklusive Atmung und vieleicht sogar Herzschlag wenn du ihn spürst.
    Dann schau dich einmal um.. achte weiter auf die Atmung damit du nicht anfängst gedanklich abzuschweifen, und halte dieses Körperbewusstsein soweit es geht aufrecht.
    Nimm einfach alles auf was du siehst ohne es zu bewerten oder darüber nachzudenken.
    Wenn du willst kannst du jetzt auch mal zum Beispiel nur mit T-Shirt obenrum 5 Minuten ins Freie gehen und die Kälte spüren.
    Und immer weiter jedesmal die Aufmerksamkeit wieder auf deine Empfindungen, deine Sinneseindrücke und deine Atmung konzentrieren, wenn du abschweifst.

    Das ist am Anfang nicht einfach, gerade wenn man gewohnt ist zu sehr "im Kopf zu leben" und alles zu analysieren und reflektieren, aber es lohnt sich.

    Denn es gibt dir einen Eindruck davon wie es ist mit der ganzen Aufmerksamkeit im hier und jetzt zu sein, und den Augenblick mit allen Eindrücken und Empfindungen einfach zuzulassen.

    Wenn du dann wieder in eine Situation kommst in der du zum Beispiel stinkwütend bist, dann erinnere dich daran und finde zumindest so halbwegs dort wieder hinein, achte auf die Atmung und spür den Boden unter den Füßen. Und lass es einfach zu dich wütend zu fühlen, wehr dich nicht dagegen, genauso wie du dich nicht gegen die Kälte gewehrt hast.
    Wenn du dir auf diese Weise selbst-bewusst bist gibt das eine gewisse innere Ruhe und Sicherheit, die dich davor bewahren sollte gleich die Kontrolle zu verlieren und loszuweinen.
    Und das ohne die Gefühle zu unterdrücken.
     
    #9
    Asgar, 12 Dezember 2008
  10. User 75021
    Beiträge füllen Bücher
    8.289
    298
    988
    Verheiratet
    Mir ging es früher auch so, ich hab schnell wegen Nichtigkeiten geheult. Vor allem im Streit und konnte dann gar nicht mehr diskutieren. Oder bei Kritik, manchmal heult man einfach aus Wut und Hilflosigkeit weil man sich mit Worten nicht wehren kann.
    Heute ist das anders ich habe meine Gefühlsausbrüche unter Kontrolle und weine nur sehr wenig.
    Frag mich nicht wie, aber ich habe gelernt über Dinge zu sprechen anstatt zu weinen.
     
    #10
    User 75021, 12 Dezember 2008
  11. gert1
    Verbringt hier viel Zeit
    672
    103
    1
    Single
    Mhh viele Tipps kann ich dir nicht geben, aber einer zieht immer... auf die Atmung achten, durch die Brust eeeein und auuuuusatmen^^ hilft wirklich bei was :smile:
     
    #11
    gert1, 12 Dezember 2008
  12. neverknow
    neverknow (28)
    Meistens hier zu finden Themenstarter
    1.093
    133
    27
    Single
    :frown: ja, dieser doofe Kloß. Und die Tränen bzw. die roten Augen, und die weinerliche Stimme ... maaaann.


    Ja, wenn ich stattdessen sprechen kann, wein ich meistens auch nicht. Also zB beim Diskutieren oder Streiten wein ich egtl nie, höchstens dann hinterher. Sind mehr diese Situationen, in denen ich mich sprachlos und hilflos fühle ... was natürlich auch mal während nem Streit passieren kann, klar.
    Aber schön, dass es sich bei dir gebessert hat!


    Wow, das ist ja mal ein hilfreicher Beitrag :smile: konnt mir das beim Lesen genau vorstellen ... das muss ich so echt mal machen. Auch wenn mir sowas ähnliches vorher auch schon klar war, dein Beitrag macht es nochmal deutlicher.
    Dankeschön!


    Auch dir danke :zwinker: simpler Tipp, stimmt aber wirklich.
     
    #12
    neverknow, 12 Dezember 2008
  13. spätzünder
    Benutzer gesperrt
    1.337
    0
    95
    Single
    Off-Topic:
    Hi 'neverknow'. Ich hoffe mal, mein Gequatsche im Politik-Unterforum bringt dich nicht zum Heulen. :zwinker: Und selbst wenn: Du wärst nicht der einzige.


    Ansonsten finde ich daran nichts Schlimmes. Klar, man sollte nicht zu oft und bei jeder Gelegenheit weinen. Aber ich wüsste jetzt auch nicht, wie man das "abstellen" kann. In meinen Jugendjahren habe ich auch viel geheult, bei jeder Kleinigkeit. Mochte ich auch überhaupt nicht, da ich damit auch immer als "Sensibelchen" auf andere Mitschüler wirkte. Ich suchte auch nach Möglichkeiten, mal ein wenig klarer im Kopf zu werden, fand aber keine. Naja, mit der Zeit hat sich das aber von ganz allein gelegt. Heute ist es bei mir eher das andere Extrem: Ich heule in der Öffentlichkeit so gut wie gar nicht. Ist aber auch nicht gut. :kopfschue

    Ich kann dir eigentlich nur den Tipp geben, nicht alles sofort an dich ranzulassen. Ist auch irgendwie eine Gewöhnungssache.
     
    #13
    spätzünder, 13 Dezember 2008
  14. User 72261
    Verbringt hier viel Zeit
    180
    103
    2
    nicht angegeben
    ....
     
    #14
    User 72261, 13 Dezember 2008
  15. neverknow
    neverknow (28)
    Meistens hier zu finden Themenstarter
    1.093
    133
    27
    Single
    Off-Topic:
    :-D nee, ganz so schlimm ist es dann doch noch nicht :tongue:



    Danke, ja, ich bin halt auch ziemlich sensibel und find das an sich wie gesagt auch gar nicht schlimm; weil ich trotzdem in 99% der Zeit "klar im Kopf" bin. Mein Problem sind nur eben diese bestimmten Situationen, aber ich hoff, dass ich das mit der Zeit auch noch irgendwie in den Griff krieg. Hab ja schon ein paar gute Ratschläge hier gehört :smile: und wie gesagt, es stört mich jetzt ja auch nicht meeeegamäßig und kommt auch nicht ständig vor, alle paar Monate mal. Aber dann ist es eben schon unangenehm. Den Thread hier hab ich eröffnet, weil es jetzt akut mal in einer Woche 2 mal vorkam (Prüfer + Zollamt, grrrr).



    Zu deinem ersten Absatz: ja, genauso ist es bei mir auch. Bzw mit dem Unterschied, dass ich dann im Gesicht nicht farblos werde, sondern im Gegenteil ganz rote Wangen krieg :schuechte :geknickt:

    Schön, dass es sich bei dir gebessert hat, ich hoff mal das krieg ich auch so hin.
    Und dein Vorgesetzter ist bzw. war ja mal echt cool. :smile:
     
    #15
    neverknow, 16 Dezember 2008
  16. *Luna*
    *Luna* (34)
    Meistens hier zu finden
    2.674
    133
    14
    Single
    Mir geht es ähnlich. Früher war ich auch sehr nah am Wasser gebaut. Inzwischen ist mir ein richtig dicker Panzer gewachsen, auf Außenstehende wirke ich manchmal kühl und distanziert. Nur meine engsten Vertrauten kennen meinen butterweichen Kern :tongue:

    Im Großen und Ganzen stört es mich nicht, denn ich bin froh, dass ich mir meiner Gefühle bewusst bin und sie auch in ihrer ganzen Bandbreite auslebe. Ärgern tut es mich allerdings, in Konfliktsituationen oder wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, also eigentlich wenn die Tränen aus Wut, Ärger oder Verletztheit rollen.
     
    #16
    *Luna*, 17 Dezember 2008

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - nah Wasser gebaut
emailforme
Kummerkasten Forum
29 Juli 2014
5 Antworten
SarahT
Kummerkasten Forum
10 Oktober 2013
9 Antworten
*Lily*
Kummerkasten Forum
18 Mai 2007
29 Antworten