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Zukunft in Deutschland macht mir Angst !!

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von Xenia66, 22 Oktober 2004.

  1. Xenia66
    Gast
    0
    Hallo,
    soeben erfahre ich von einer Freundin dass sie ab 1.Dezember arbeitslos wird weil die Firma Konkurs angemeldet hat. Es ist nun schon die dritte Person in meinem näheren Umfeld die arbeitslos ist Vor 2 Jahren ist mein Vater arbeitslos geworden, mit 49 Jahren , und vor drei Monaten mein Bruder. Mein Vater macht mir noch die meisten Sorgen, er grübelt nur noch und hat auch schon weit über 200 Bewerbungen geschrieben ohne Erfolg. Da es bei uns in der Firma momentan auch sehr schlecht läuft, mach ich mir so meine Gedanken.
    Wie fühlt man sich wenn man so aufs Abstellgleis gestellt wird und keine richtige Perspektive mehr hat, besonders wenn man schon etwas älter ist.
    Sind hier im Forum Leute die schon länger arbeitslos sind ? Und wie geht Ihr damit um wenn man von anderen angesprochen wird was man beruflich so macht ?

    Schreibt doch mal.

    Gruß Xenia66 :frown: :frown:
     
    #1
    Xenia66, 22 Oktober 2004
  2. darksun
    darksun (36)
    Verbringt hier viel Zeit
    117
    103
    2
    vergeben und glücklich
    Tja, kann Dich schon verstehen...
    Bin nicht wirklich direkt betroffen, aber aus einem anderen Blickwinkel verstehe ich das schon.
    Wir haben hier massig Probleme in diesem Land und es will keiner wahrhaben.
    Anstatt die Probleme anzugehen, erzählen die einen (Politiker, Gewerkschafter usw.) es wäre alles nur Schwarzmalerei und Pessimismus und im Grunde ist doch alles toll.
    Die anderen hauen bei jeder Entlassung auf die bösen Unternehmer ein.
    Wieder andere behaupten, man müsse nur die starken Schultern mehr belasten und alles wird gut.
    Wir haben über vier Millionen Arbeitslose und ca. noch 1-2 Millionen, die über die Jahre nach irgendwelchen Kritierien aus der offiziellen Statistik gestrichen worden sind. Dann noch 7-8 Millionen Schwarzarbeiter, die alle ehrlichen Leute bescheißen.
    Dazu noch eine horrende Verschuldung und Neuverschuldung.

    Und um eine Lösung kümmert sich keiner der Verantwortlichen. Zumindest um keine langfristige, die das Problem nicht nur um 1 Jahr verschiebt.

    Ich wollte eigentlich auch noch in diesem Land leben und arbeiten.
    Allerdings passiert hier vermutlich erst etwas, wenn alles zu spät ist.

    Trotzdem noch alles Gute und viel Glück!
     
    #2
    darksun, 22 Oktober 2004
  3. boy_X
    boy_X (32)
    Verbringt hier viel Zeit
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    103
    1
    nicht angegeben
    naja die angst hab ich auch... aber an sich werden jetzt schon paar reformen angestossen die paar probleme lösen sollten...
     
    #3
    boy_X, 22 Oktober 2004
  4. cat85
    Gast
    0
    genauso ist es und das sollte sich die klagende deutsche Bevölkerung mal vor Augen halten!

    und dazu: diese alles schlecht redende Presse geht mir total auf den Kecks!!!
     
    #4
    cat85, 22 Oktober 2004
  5. CreamPeach
    Gast
    0
    naja, aber das pseudo-alles-ist-gut-gelaber von gerhard&co. geht mir da noch mehr auf n sack, als über dinge schlecht zu reden, die nun einfach mal schlecht sind- faktisch gesehen.
     
    #5
    CreamPeach, 22 Oktober 2004
  6. darksun
    darksun (36)
    Verbringt hier viel Zeit
    117
    103
    2
    vergeben und glücklich
    Sicher geht es einem als Arbeitlosem hier noch relativ gut.
    Aber es geht ja auch nicht unbedingt um den einzelnen.

    Wenn man mal bei 10 Mio Arbeitslosen angekommen ist und noch 30 Mio hat, die arbeiten und noch jede Menge Rentner reicht das irgendwo nicht mehr.
    Und spätestens wenn ein Großteil der Steuereinnahmen für Kreditzinsen drauf geht, ist irgendwann mal Ende.

    Was mich am meisten ankotzt, ist auch die allg. Jammerei, siehe wir wollen 4% mehr Lohn, sonst geht es uns zu schlecht, 40h Arbeit pro Woche ist viel zu viel, Arbeitslose verhungern angeblich (etwas überspitzt)

    Dabei müssten nur alle mal etwas zurückstecken.
    Je länger man wartet, umso schwerer wird es.
    Und das wird immer verdrängt. Weil 4 Jahre schaft man auch, ohne das Problem anzugehen.

    Und Hartz4 und etwaige Reformen sind auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Vielleicht kein kleiner, aber trotzdem nur ein Tropfen.
    Beruhigt das Gewissen, etwas Getan zu haben.

    Sogesehen ists ganz gut, wenn momentan mal viel Leute gefeuert werden und Firmen pleite gehen.
    Vielleicht wachen die Politiker - und mit ihnen ein Großteil der Bevölkerung - dann mal auf.
     
    #6
    darksun, 22 Oktober 2004
  7. Mette
    Gast
    0
    nun ich denke3 das es mit der deutschenwirtschafft immer mehr nach unten geht ja harz 4 was bringt das?? ich denke viele werden gekündigt denn es kommen ja die "ein-euro-" arbeiter die dann "billiger" sind für arbeitgeber und der qualizierte ist dann der loser also mir macht alles angst in letzter zeit denn ich sehe keine gute zukunft für alle irgendwie nicht überall entlassungen die proteste bei opel brachten doch auch nix wenn die heute "ja ihe behaltet den job" sagen heisst es nächste woche "nee geht doch nicht" es ist alles so ungwewiss hier ich habe 3 brüder die am 31.12.04 keine arbeit mehr haben wegen harz4 da nicht mehr alles (jobstellen) vom staat mitfinaziert werden..die Politiker sollten mal schnell was überlegen was GUT ist dann kommt dazu das alles teuer wird und wir weniger geld haben werden .... :angryfire
     
    #7
    Mette, 23 Oktober 2004
  8. unbekannte
    unbekannte (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    20
    Single
    ich verstehe nicht die leute sagen das wir aufhören sollen zu jammern wenn hartz 4 kommt oder es mehr arbeitslose gibt, weil es unseren arbeitslosen doch denoch besser geht als vielen anderen... was ist das für eine rechtfertigung

    es sollte doch nicht entscheidend sein das es uns noch besser geht als anderen sondern das es allen gut geht

    wenn arbeitslose schon bei essensausgaben anstehen weil sie sich kein richtiges essen mehr leisten können find ich das schlimm

    zwar gibt es viele die das nicht betrifft aber viele werden dahin geraten

    ich denke zur zeit wächst eien generation heran die sich mehr um die probleme sorgt als um ihre einnahmen und das brauchen wir
    aber vielleicht kommen sie auch zu spät an die macht

    das was schröder udn alle machen ist das sie es uns schlechter gehen lassen um geringfügig oder schlimm sei dahingesagt aber ich finde sie sollten dafür sorgen das es uns besser geht und nicht sagen morgen geht es uns zwar schlechter aber dafür nicht so schlecht wie es auch sein könnte

    man sollte erst die politischen und bürokratischen probleme lösen bevor man versucht alles bei der bevölkerung abzuladen


    und ja ich habe schon angst um meine zukunft, angst das niemand sicher einen job hat, egal ob akademiker oder teilezurichter, angst das ich irgendwann in der gosse lebe weil man steuern zahlen muss aber keine leistungen mehr bekommt weil das ja zu teuer ist, und angst das mein leben irgendwann nicht mehr lebendswert ist weil ich dann nix mehr habe wofür es sich zu leben lohnt

    Sato :karate-ki
     
    #8
    unbekannte, 23 Oktober 2004
  9. cat85
    Gast
    0
    "gut" ist aber Definitionssache. hier in den USA essen sie aus Mülltonnen und dagegen geht es uns doch allen gut!
     
    #9
    cat85, 23 Oktober 2004
  10. User 17556
    User 17556 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
    417
    103
    2
    vergeben und glücklich
    mir wird auch nicht gerade wohler, wenn ich an die zukunft denke. der arbeitsmarkt und jetzt die neunen reformen. ich ahb echt schiss, später mal richtig abzusacken und nicht das machen zu können, was ich will.
     
    #10
    User 17556, 23 Oktober 2004
  11. darksun
    darksun (36)
    Verbringt hier viel Zeit
    117
    103
    2
    vergeben und glücklich
    Weiß ich jetzt nichts von. Da allerdings einen direkten Zusammenhang herzustellen, finde ich etwas weit hergeholt.
    Investitionen werden sicher nicht nur nachdem getätigt, was auf den Wahlplakaten steht.

    Ein größeres Problem ist jedoch, das ein Wirtschaftswachstum in D nicht so wirklich viel Auswirkungen auf die Arbeitslosen hat.
    Da man einmal eingestellte Leute nicht mal so eben wirder rausschmeissen kann, machen die bereits Angestellten fleißig Überstunden.
    Bei uns braucht es ca. 2% WW, damit sich signifikant was auf dem Arbeitsmarkt tun. In des USA reichen schon <1% (WIll jetzt die USA nicht schönreden)

    Die gegenwärtigen Krise dauert nun schon ein paar Jährchen an und wird es auch noch tun.
    Und das als "herbeigeredet" abzutun halte ich schon für fahrlässig.
    Eignet sich halt gut, um vom eigenen Versagen (=Politik) abzulenken.
    Jeder, der mal die Augen aufmacht, sollte merken, dass es nicht so toll läuft.
    Sicher muss man nicht gleich alles schlecht reden. Es gibt schon noch viele Sachen die gut sind hier. Aber von einem nicht-existenten Problem kann auch nicht die Rede sein.

    Damit hast Du recht. Vorausgesetzt du meinst Urlaubs- anstatt Arbeitstage.
    Es täte keinem weh, 40h zu Arbeiten mit 25 Tagen Urlaub (immerhin 5 Wochen) - auch wenn sämtliche großen Gewerkschaften dies den Leuten klar machen wollen.
    Sicher, körperlich richtig anstengende Jobs sind hiervon ausgenommen.
    Dies würde zu einer deutlichen Senkung der Arbeitskosten führen, *ohne*, dass die Leute weniger Geld hätten.

    Dies hätte natürlich u.U. kurzzeitig den Effekt, das Stellen frei werden. Längerfristig wird der Standort hier dadurch wieder konkurrenzfähiger.
    Um eine direkte Konkurrenz zu China mit 0,80€/Stunde geht es ja auch garnicht. Das ist wieder nur eine Parole von div. Arbeitnehmervertretern, die damit ihren Job rechtfertigen.

    Weiterhin wäre es vermutlich sinnvoll, große Teile der Sozialversicherung von den Lohnkosten runter zu nehmen und über MwSt oder ähnliches zu finanzieren.
    Aber die ist für rot/grün eine heilige Kuh...
    Hätte den Vorteil, dass 7 Mio Schwarzarbeiter mit in die Sozialkassen einzahlen und die ehrlichen Leute nicht weiter bescheissen.
    Erstmal wird natürlich alles teurer, aber dafür gibts auch mehr Geld.
    Sicher bedarf es einiger Anpassungen für "sozial Schwache" (ich mag dieses Wort nicht), z.B. Steuerfreibetrag, Sozialhilfe/ALGII usw.
    Aber dies sollte jawohl machbar sein.


    Zeigst Du mir den?
    Dafür gibt es trotz ALG2 keinen Grund zu.
    Es sei denn, man hat vorher ne dicke Karre gekauft, alles verspielt oder versoffen.
    Auch nach Hartz4 ist Deutschland noch immer ein Sozialstaat. Wenn auch ein zurück geschrumpfter.


    Hartz 4 (bzw. das was aus dem ursprünglichen Konzept gemacht wurde) halte ich auch nicht für so wirklich glücklich.
    Es dämmt irgendwo die Ausgaben des Staates ein und sorgt irgendwann auch mal zur Entlastung der Sozialabgaben.
    Nur zu einem Boom auf dem Arbeitsmarkt wird dies allein wohl nicht führen.
    Und insofern ist es schon nicht allzu toll.
    Die Verpflichtung zu zumutbarer Arbeit finde ich allerdings richtig.

    Letztlich gibt es noch viel Sparpotential an Stellen wo es keinem direkt weh tut. Man muss nur mal mit offenen Augen durch die Gegend laufen und sieht genug Sachen, wo von öffentlicher Hand Geld verpulvert wird.
     
    #11
    darksun, 24 Oktober 2004
  12. bmw-power
    Gast
    0
    was hat hartz4 mit lohnnebenkosten zu tun?
    was sollen 3 arbeitstage weniger bringen?

    viele arbeiten schon die 40 stunden in der woche oder sogaer mehr!
    irgendeine studie in den letzen 2-3 monaten hat festgestellt dass 40 stunden normal sind 45-50 die regel. klar im vertrag stehen 35 stunden aber viele schieben überstunden und arbeiten dadurch gleichviel wie wenn er eine 40 stunden woche hätte ohne überstunden.
     
    #12
    bmw-power, 24 Oktober 2004
  13. DocDebil
    DocDebil (42)
    im Ruhestand
    1.048
    248
    447
    nicht angegeben
    Mein Resultat:

    Es gibt trotz der "schlechten" Wirtschaftszeit immer Rekordumsatz. Wie ist es dann möglich, dass alle trotzdem um das Überleben kämpfen - das Geld verschwindet ja nicht, irgendjemand muss es ja haben!

    So, nun lesen wir, dass Manager ganz schön viel auf dem Konto haben. Hier ist wohl das Problem. Die Wirtschaft hat eines begriffen: Wenn es gelingt, die Arbeiter von sich abhängig zu machen, dann kann man Forderungen stellen und Kürzungen durchsetzen. Und diese sind jene, welche unsere Eltern aufgebaut haben: 36 Stundenwoche, 30 Tage Urlaub, Gleitzeit, Samstags frei,...
    Die Manager machen Fehler, die sogar der kleine Mann erkennen kann! Sind diese Fehler gewollt und deshalb die Bezahlung der Verantwortlichen so hoch? Denn die Einsparungen durch diese Fehler können sich positiv auf die Zukunft auswirken - und zwar für alle Wirtschaftsbosse! Denn die Bevölkerung lässt dies willenlos mit sich machen.

    Oder liegt es an der Globalisierung, dass das Geld einfach aus Deutschland rausgezogen wird und nicht mehr zurückfliesst? Der Deutsche Staat muss für Leistungen aufkommen die nicht refinanzierbar sind - das klappt zwar kurze Zeit, doch langfristig eindeutig das falsche Pferd.

    Auf jeden Fall sind wir mittendrin in einer Bewegung, die es so noch nie gab. Die Rechte der Arbeiter werden weniger und weniger. Wir gehen zurück auf die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Als Arbeiter noch Arbeiter waren und keine Angestellten...
     
    #13
    DocDebil, 24 Oktober 2004
  14. ProxySurfer
    Sehr bekannt hier
    4.941
    198
    652
    Single
    Die gegenwärtige Krise in Deutschland ist eine Folge der Globalisierung und Modernisierung. Durch Computertechnologie fallen jährlich Hunderttausende Jobs weg. Durch die Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer nochmals jährlich Hunderttausende Jobs.
    Durch Ein-Euro-Jobs hat man ein großartiges Druckmittel erfunden, um Arbeitern zu drohen: "Die Arbeitslosen arbeiten für so wenig Geld und ihr bekommt für die gleiche Arbeit das Dreifache. Wir kürzen euch demnächst drastisch den Lohn. Wem das nicht passt, der kann ja kündigen und künftig Ein-Euro-Jobs machen." Wir werden irgendwann an die Löhne der Entwicklungsländer angepasst werden (1 Euro Löhne), während die Raffgier der Reichen noch größere Ausmaße annimmt.
    Hartz 4 bringt gar nichts, jedenfalls keine neuen Arbeitsplätze. Stattdessen sinkt die Kaufkraft weiter, weil viele Leute weniger Geld bekommen. Dadurch gehen weitere Firmen pleite: Kaufhäuser, Gaststätten, Läden, Dienstleistungen. Gewinner sind nur Billigläden wie Aldi.
    Und da die Leute nicht wissen wie weit es noch bergab geht, horten sie ihr Geld und geben es nicht aus. Das ist die alleinige Schuld der Politik. Erst den Leuten sagen alles wird besser, und dann kommts noch härter. Der Kapitalismus funktioniert nur, wenn die Leute immerzu kaufen, kaufen, kaufen. Ansonsten geht er kaputt.
     
    #14
    ProxySurfer, 24 Oktober 2004
  15. nomoku
    nomoku (48)
    Verbringt hier viel Zeit
    461
    101
    0
    nicht angegeben
    Hallo,

    es wird wieder kräftig über Harz IV geschimpft. Aber man muss schon genau hinsehen, was der jetzige Zustand ist und wo die Mängel im System liegen.

    Wenn jemand das Glück hatte, wenige Jahre zu arbeiten, dann hat er zuerst Arbeitslosengeld und dann Arbeitslosenhilfe bekommen. Beides wird nach dem letzten Gehalt berechnet (AL: 60-67%, AH: 53-57%). Das Arbeitslosengeld wird über die Versicherung abgedeckt und die Arbeitslosenhilfe wird vom Staat als Sozialleistung bereitgestellt. Wer Pech hatte, der ist direkt in der Sozialhilfe gelandet und hat das bekommen, was er dringend zum Leben braucht.
    Die Arbeitslosenhilfe ist eine Edelsozialhilfe, die sich der Staat bis jetzt geleistet hat. Viele Bezieher haben sich damit Eingerichtet und haben auch keine richtige Motivation nach neuen Wegen aus der Arbeitslosigkeit zu suchen. Die Vergütung eines neuen Jobs darf ja nicht unterhalb dessen liegen, was er z.Z. bekommt. Gerade Leute, die ein sehr hohes Einkommen hatten, sind davon betroffen.
    Auf der anderen Seite werden die Sozialhilfeempfänger am unteren Rand der Gesellschaft gehalten und nur versorgt. Das Arbeitsamt (Neudeutsch: Arbeitsagentur) ist nicht für diese Leute zuständig. Der Müll der Gesellschaft wird von den Kommunen verwaltet und gegängelt.
    Durch Harz IV wird die Situation anders: Die Arbeitsagentur ist nun für beide Arten von Sozialempfängern zuständig und soll versuchen, Lösungen für diese Leute zu finden bzw. den Leuten bei ihren Bemühungen zu unterstützen. Beide Gruppen verschmelzen und haben einen Anspruch darauf, grundlegend versorgt zu werden, wenn sie bedürftig sind.
    Grundsätzlich bringt Harz IV also mehr Gerechtigkeit. Nun werden alle Sozialempfänger, die Arbeiten können gleich behandelt. Es gibt also nicht mehr den Edelsozialempfänger, der durch sein früheres hohes Einkommen bevorzugt wurde. Die arbeitsfähigen Sozialhilfeempfänger werden aus der Kommunalen Schmuddelecke wieder zu den Leuten gruppiert, für die es gilt, sie bei ihrer Suche nach Arbeit zu unterstützten.

    Tja, und dann kommt immer die Frage nach den Arbeitsplätzen. Da wird erwartet, dass die Regierung welche schafft! Das ist totaler Irrsinn! Eine Regierung kann nicht massenweise Arbeitsplätze schaffen. Sie kann nur Rahmenbedingungen schaffen, die für die Schaffung von Arbeitsplätzen günstig sind.
    Arbeitsplätze werden durch Leute geschaffen, die neue Firmen gründen und dabei meist weit mehr als 40h/Woche arbeiten. Erst wenn es Leute gibt, die sich auf den eigenen Hosenboden setzen und durch viel persönlichen Einsatz etwas eigenes auf die Beine stellen, wird es wieder genug Stellen geben. Positives Beispiel, kann man gerade die zahlreichen Ausländer sehen, die es durch harte Arbeit geschafft haben, sich Dönerbuden, Änderungsschneidereien und Gemüseläden aufzubauen.
    Hier sollte die viel gescholtene Ich-AG den Einstieg erleichtern. Dies ist aber leider nicht so umgesetzt worden, wie es vorgesehen war. Das ist auch teilweise das Verschulden der Opposition, welche die Mehrheit im Bundesrat hat. Eine sehr gute Idee, die kaputt gemacht wurde.
    Trotzdem ist durch die Streichung der Arbeitslosenhilfe zu erwarten, dass sich mehr Leute dazu entschließen, sich selbstständig zu machen. Hier sind viele Leute, die gut ausgebildet und fähig sind, sich selbst zu helfen. Dies wurde bis jetzt oftmals dadurch verhindert, dass eine so hohe Sozialhilfe gezahlt wurde, die das Risiko einer Existenzgründung, und damit die Schaffung neuer Arbeitsplätze, nicht lohnenswert machte. Das ist den Leuten nicht persönlich anzulasten, sondern es war einfach eine Fehlkonstruktion des Systems gewesen.

    Anstatt herumzuheulen, sollte man zuversichtlicher in die Zukunft schauen und abwarten, was passiert. Andere Länder haben ähnliche Reformen durchgeführt und konnten dadurch viele Leute wieder zu einem Arbeitsplatz verhelfen. Es ist einfach abzusehen, dass sich mehr Leute bemühen werden nicht in das ALG II abzurutschen und daher Risikofreudiger sind. Die Leute, die es nicht aus eigener Kraft schaffen sich aus ihrer Lage zu befreien, werden davon profitieren, dass neue Firmen und damit neue Lohnarbeit geschaffen wird.

    Tschööö, nomoku
     
    #15
    nomoku, 25 Oktober 2004
  16. darksun
    darksun (36)
    Verbringt hier viel Zeit
    117
    103
    2
    vergeben und glücklich
    Es ist nicht eine Folge der Globalisierung.
    Es ist eine Folge davon, dass auf die Globalisierung nicht reagiert wurde.
    Wir haben lange davon profitiert, dass hier hohe Löhne gezahlt wurden und das Zeug billig in Asien produziert wurde und dadurch hier billig zu kaufen war.
    Da muss man auch anerkennen, dass es uns dadurch lange zu gut ging.
    Das ist leider vorbei. Alle Vorteile auf einmal ohne Nachteile kann man auch in Deutschland nicht haben.
    Und die entsprechende Kaufkraft (bezogen auf den Gegenwert) gäbs bei nur "Made in Germany" auch nicht. Dann wäre nämlich alles viel teuer.

    So ist das nicht gedacht. Wer Sozialhilfe/ALGII bekommt, kann dafür auch dem Staat eine Gegenleistung erbringen. Und das ist ok.
    Schließlich bekommt derjenige nicht nur die 1,50€ pro Stunde, sondern den normalen Betrag des ALGII/Sozialhilfe dazu.
    Das wird gerne vergessen (und nicht unbedingt ausversehen).

    Das verlangt niemand. Auch kein Vorstandsvorsitzender.
    Die einzigen, die das behaupten, sind div. Gewerkschaftsbosse und Co, die damit ihren Mitgleider Angst machen und sie bei der Stange halten.
    Die Unflexibilität der Gewerkschafter ist auch eines der größten Probleme.
    Anstatt mal produktiv nach Lösungen zu fahren, wird Betonkopf-Politik gefahren und gegen Reiche und Unternehmer gehetzt.
    Das ganze passiert nur im Eigeninteresse, damit keiner merkt, dass es den Leuten garnicht so schlecht geht. Reine Jobsicherung der Gewerkschaftsbosse.

    An allem ist die Politik auch nicht schuld.
    Das Problem ist auch nicht unbedingt der Binnenmarkt.
    Letztendlich lässt sich das auf Überregulierung von seiten des Staates und zu hohen Lohnkosten reduzieren. Zu mindest zu einem Großteil.

    Zu hohe Lohnkosten heisst hier nicht unbedingt, dass die Leute weniger bekommen sollen.
    Einerseits sind die Lohnnebenkosten zu hoch, andererseits würde es niemandem wehtun, etwas mehr zu arbeiten. Hab ich beides oben schon geschrieben.

    Damit z.B. 1800€ netto bleiben, muss man fast 4000€ brutto verdienen (nicht verheiratet, keine Kinder).
    Oben drauf kommt noch die Hälfte der Sozialabgaben, da diese zur Hälfte von AN und AG getragen werden. Die Differenz ist das Problem.
     
    #16
    darksun, 25 Oktober 2004
  17. User 20345
    User 20345 (37)
    Meistens hier zu finden
    1.646
    133
    48
    vergeben und glücklich

    Hm...der Rekordumsatz, den du hier ansprichst...wird hauptsächlich durch die Exportrate produziert. So lange Deutschland führender Exporteur in Europa bleibt, wird sich an der inneren Situation nichts ändern. Im Gegenteil...um die hohe Exportrate zu halten, muss der deutsche Arbeiter immer länger für weniger Geld schuften. Die Produktion muß verbilligt werden....sprich einer macht den Job von vieren.

    Fazit: Noch mehr Arbeitslose und ein weiter steigendes Gefälle zwischen Arm und Reich!

    Ich habe jetzt 4 Jahre studiert und bin gleich nach dem Studium durchs soziale Netz gefallen.
    Bisher habe ich nicht einmal ein ganzes Jahr durchgearbeitet. Nicht etwa, weil ich nicht wollte, sondern, weil ich einfach keinen Job habe.
    Die meisten meiner Bewerbungen sind ins nichts gegangen. Und wenn eine Antwort kam, hieß es, sie sind entweder überqualifziert oder entsprechen nicht unseren Vorstellungen bezüglich der Qualifikation.

    Und wenn einer junger Mensch, nicht einmal die Chance erhält...dann ist hier gewaltig was faul.

    Bella
     
    #17
    User 20345, 25 Oktober 2004
  18. PE3ZI
    Gast
    0
    @beltane: da studiert man zig semester und nachher is nix mit dem geldverdienen. kann gut verstehen, dass man da ziemlich frustriert ist. allerdings wohnst du ja auch nicht grade in ner boomzone und das wird an der ostsee auch lange noch so bleiben. vielleicht solltest du ja den schritt wagen und woanders hingehen?!
     
    #18
    PE3ZI, 25 Oktober 2004
  19. User 12616
    User 12616 (27)
    Sehr bekannt hier
    5.444
    198
    140
    nicht angegeben
    In weniger als 2 Jahren brauche ich einen Ausbildungsplatz und ich muss sagen ich mache mir richtige Sorgen, auch einen zu bekommen, zumindest etwas, das mir irgendwie Spaß macht...
     
    #19
    User 12616, 25 Oktober 2004
  20. Tomcat25
    Gast
    0
    Ein sehr schönes Beispiel für das Problem in unserm Land!!! :grin:
    Alles muss immer Hip sein, spaß machen oder im Trend liegen. Die meisten unserer Eltern oder Großeltern wurden bestimmt nicht gefragt ob das ihr Traumberuf ist oder nicht? Wer will sich heute denn noch in einer Fabrik die Hände schmutzig machen?
    Ein Beruf darf natürlich auch Spaß machen, aber das wird meistens nicht sofort am ersten Tag sein und erfordert einiges an Eigeninitiative. Es wird Zeit das unsere Spaßgesellschaft erkennt das man beim Arbeiten auch mal die Ärmel hochkrempeln muss und die eigene Karriere nicht von selbst kommt. Wir müssen wieder lernen da anzupacken wo es wichtig ist und nicht wo es uns Spaß macht. :sleep:
     
    #20
    Tomcat25, 25 Oktober 2004

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