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Zwei Fragen an ebay-Experten

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Dirac, 9 Mai 2008.

  1. Dirac
    Dirac (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Ich möchte demnächst einige Dinge bei ebay verkaufen und es gibt da zwei Sachen, die mich ein wenig verunsichern. Zum einen ist da die Sache mit dem Rückgaberecht. Private Verkäufer schreiben ja meistens nen Satz dazu, das sei ein Privatverkauf und nach dem neuen EU-Recht müsste man eigentlich ein Rückgaberecht einräumen und der Käufer müsse damit einverstanden sein, darauf zu verzichten. So, nun weiß ich erstmal nicht inwieweit das eigentlich zulässig ist-wenn jetzt jemand was von mir kauft und dann (erstmal egal ob zu Recht oder zu Unrecht) sagt es sei defekt, kann ich dann wirklich darauf pochen dass er einverstanden war darauf zu verzichten? Und gilt das nur für gebrauchte Artikel oder auch für neue? Ich hab z.B. zwei USB-Sticks, die noch originalverpackt sind (ich hatte einen Tag nach dem Kauf bei ebay einen günstigeren mit doppelter Speicherkapazität gesehen und gekauft, daher brauchte ich die beiden nicht mehr). Kann ich mich da auch mit dem Zusatz "absichern" oder gilt der nur für gebrauchte Artikel? :ratlos:

    Und ne andere Frage betrifft Warensendungen mit der Deutschen Post. Ich wollte die Sachen dann ja möglichst immer als Warensendung verschicken, weil es vom Porto günstig ist und die Versandkosten niedrig gehalten werden (hohe Versandkosten bei ebay finde ich ein ziemliches Ärgernis). Ich hab mir die Erklärung auf der Seite der Post angesehen und da steht:

    Was soll das denn heißen, ich muss das in einem offenen Umschlag verschicken und die Post darf sogar die Produktverpackung selbst öffnen wenn sie Lust dazu hat?? :eek: :ratlos:
    Wer hat schon Erfahrung mit Warensendungen und kann mir da mehr zu sagen wie das funktioniert? :ratlos:

    Vielen Dank schonmal! :smile:

    Dirac
     
    #1
    Dirac, 9 Mai 2008
  2. Ginny
    Ginny (35)
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Mit Warensendungen ist es wie mit Büchersendungen, man darf die Kartons nicht zukleben, sondern verschließt sie am besten nur mit diesen Klammern, sodass die Post sie eben öffnen kann. Wahrscheinlich, weil man bei Warensendungen ja z.B. keine persönlichen Briefe, Karten etc mitschicken darf, man darfs also nicht für private Geschenke "missbrauchen", dafür muss man dann aufs (teurere) Päckchen etc ausweichen.
     
    #2
    Ginny, 9 Mai 2008
  3. Sternschnuppe_x
    Benutzer gesperrt
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    Single
    Es gibt einen Unterschied zwischen einem 14-tägigen Widerrufsrecht, das grundsätzlich bei Fernabsatzverträgen zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher besteht einerseits. Und andererseits der ganz normalen kaufrechtlichen Gewährleistung.

    Widerrufsrecht bedeutet, man kann die Sache wieder zurückgeben, auch wenn sie absolut in Ordnung ist, einfach weil man es sich doch nochmal anders überlegt hat. Das gibt es, um vor übereilten Käufen zu schützen, weil man schnell mal irgendwo bestellt oder geklickt hat und auch nicht dieselbe Möglichkeit hatte, die Sache wirklich zu begutachten, wie man das in einem Geschäft vor Ort hätte. Dieses Widerrufsrecht gibt es aber nur im Verhältnis zwischen Unternehmer und Verbraucher, nicht zwischen Verbrauchern.

    Kaufrechtliche Gewährleistung bedeutet, wenn die Sache mangelhaft ist, kann der Käufer Nacherfüllung verlangen, vom Vertrag nach Fristsetzung zurücktreten oder den Kaufpreis mindern. Das geht aber eben nicht nach Lust und Laune, sondern nur, wenn die Sache wirklich mangelhaft ist - das heißt, vereinfacht gesagt, nicht der Beschreibung entspricht, kaputt ist usw... Diese kaufrechtliche Gewährleistung gilt IMMER, bei JEDEM Kaufvertrag - völlig egal, ob du über's Internet, auf dem Flohmarkt oder an deinen Nachbarn deine alten Kleider, CDs oder was auch immer verkaufst. Und DAS kann man auch nicht beim Vertragsschluß ausschließen.

    Will heißen: Wenn jemand bei Ebay eine defekte Sache als funktionsfähig verkauft, kann der Käufer natürlich zurücktreten. Da hilft auch keine "ohne Garantie und Widerrufsrecht"-Klausel. Eben weil kaufrechtliche Gewährleistung NICHT dasselbe ist wie ein Widerrufsrecht oder eine Garantie.

    Was natürlich passiert, wenn der Verkäufer behauptet, die Sache ist funktionsfähig (oder war es jedenfalls beim Abschicken), und der Käufer behauptet, die Sache ist defekt (und war das auch schon beim Abschicken), ist letztendlich ein Beweisproblem. Man kann jedenfalls, auch als rein privater Verkäufer bei Ebay, NICHT verhindern, daß jemand vom Kauf zurücktritt, weil die Sache mangelhaft ist. Denn kaufrechtliche Gewährleistung gilt auch zwischen Privatleuten.
     
    #3
    Sternschnuppe_x, 9 Mai 2008
  4. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Du kannst ja mehrere Versandoptionen anbieten: als Warensendung, als Päckchen, als versichertes Paket, Selbstabholung.

    Gib die jeweiligen Kosten an und lass den Käufer wählen.

    Als Käufer nehm ich eigentlich immer versicherten Versand, mit Hermes relativ günstig zu bekommen (4,90 oder so).
     
    #4
    User 20976, 9 Mai 2008
  5. Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit
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    1
    nicht angegeben
    Unabhängig von den rechtlichen Fragen:
    Im Grunde sollte doch klar sein, dass man als privater Verkäufer schon im Sinne der Gegenseitigkeit sich nicht hinstellt und auf den Ausschluss des "Rückgaberechts" (im falsch verstandenen Sinn) pocht, wenn man defekte Ware verschickt hat. Ebay beruht ja nicht darauf, dass man den anderen möglichst gut über den Tisch zieht, oder?

    Da der USB-Stick wahrscheinlich nicht allzu viel erzielen wird, kann man den wohl auch ruhig als Warensendung verschicken. Waren mit diese Versandart sind bei mir bisher immer angekommen.
     
    #5
    Daucus-Zentrus, 9 Mai 2008
  6. Dirac
    Dirac (34)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    @sternschnuppe: Wow, danke für die ausführliche Erklärung, jetzt ist mir das erst klar geworden, worum es dabei geht. :schuechte
    @Daucus-Zentrus: Natürlich geht's mir nicht darum Schrott zu verkaufen, aber gerade bei dem USB-Stick kann ich ja gar nicht wissen ob er funktioniert, da er ja noch originalverpackt ist. Angenommen, damit stimmt etwas nicht-kann ich dann an den Hersteller verweisen (auf der Rückseite der Verpackung steht ja sogar ne Servicenummer), oder bin ich selber dafür verantwortlich und muss den zurücknehmen wenn er kaputt sein sollte? :ratlos:

    Ach so, falls sich jemand fragt warum ich die Packung nicht geöffnet und den Stick ausprobiert habe-einen gebrauchten Stick kauft doch wahrscheinlich eh kein Schwein, oder? :zwinker:
     
    #6
    Dirac, 12 Mai 2008
  7. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Hast Du den Beleg über den Kauf noch? Wenn Du den dem Käufer mitschickst, könnte er ggf. die gesetzliche Gewährleistung in Anspruch nehmen (meiner Laienmeinung nach). Außerdem solltest Du im Beschreibungstext erwähnen, dass Du die Sticks gekauft, aber nie benutzt hast und davon ausgehst, dass sie funktionieren.

    Off-Topic:

    Vermutlich würd ich sie einfach selbst nutzen, hab aktuell auch mehrere in Gebrauch für verschiedene Zwecke - oder ich frag im Freundeskreis, wer einen benötigt. Für solche Kleinteile finde ich ebay nicht so praktisch - aber wenns gleichzeitig eine Art Testlauf für Dich ist, wiederum nicht verkehrt, mit Kleinkram anzufangen.
     
    #7
    User 20976, 12 Mai 2008
  8. Witwe
    Witwe (35)
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    nicht angegeben
    Heutzutage fragt da keiner mehr irgendwas, warum du die Packungung nicht geöffnet hast. Ebay wird immer gewerblicher. Kunden kaufen vorzugsweise nur noch Neuware. Vor einigen Jahren war das noch anders.

    Ebay ist halt Risikosache. Ich bin ja selbst im Online-Gewerbe tätig und solche Problemkunden sind Alltag, denen irgendwas nicht paßt. Oder Leute die behaupten etwas funktioniert nicht, obwohl es sehr wohl funktioniert. Mit andern Worten Ebay ist ein großer Schweinereienhaufen manchmal :zwinker:

    -Zum brief: in der Regel schaut die Post nicht rein, außer sie hat den Verdacht, daß da was drin ist, was nicht rein gehört.Warensendungen sind je nach Gewicht in der Regel billiger als ein normaler zuender Brief.. Viele versuchen daher eben was reinzumogeln was keine Waren ist. Z.B. Briefe/Geschenke an Verwandte.
    Manchmal wird auch direkt vor ort, also bei der Abgabe am Schalter die Warensendung kurz ein Blick reingeworfen... aber das ist eher selten.


    -Als Privatverkäufer darf man bei Ebay angeben ( und das solltest du DRINGENDS machen bei der Artikeleinstellung): daß du wegen Privatverkauf keinelei Garantie und Rückgaberecht geben kannst. Damit ersparst du dir viel Ärger. Also man muß privaten Krempel nicht zurück nehmen! Viele KÄufer machen allerdings trotzdem stress wenn ihnen das Produkt nicht gefällt oder sie denken, die Ware wäre benutzt obwohls als neu eingestellt wurde. Da muß man dann eine Lösung finden. Viele wollen ihr Geld zurück. Da mußt du dann die Leute darauf hinweisen, daß sie auf eigenes Risiko geboten haben und eine Rückgabe nicht möglich ist. Damit sind die meisten dann ruhig gestellt. Gibt nämlich auch Leute die können richtig penetrant werden.

    Ebay ist keine einfache Sachen. Du ersparst dir jede Menge stress wenn du dir ein kleine "AGB" für deine Artikel erstellst... Z.B. 1. kein Rückgaberecht da Privatverkauf /2. Zahlung sollte innerhalb 2 wochen abgeschlossen sein, sonst wird die Ware weiter verkauft/3....
     
    #8
    Witwe, 13 Mai 2008
  9. User 16351
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Dieser Ausschluss der Rückgaberechts, den viele Privatverkäufer "vereinbaren" wollen, ist sehr problematisch.

    Was soll denn Rückgaberecht heißen?

    1. Rückgaberecht = Widerrufsrecht?

    Es gibt in Deutschland außer in den gesetzlich vorgesehenen Fällen kein generelles Widerrufsrecht. Dass große Geschäfte gekaufte Sachen zurücknehmen ist zumindest beim Verkauf im Ladengeschäft ein reines Entgegenkommen. Einen derartigen generellen Anspruch auf Umtausch oder Rücknahme wegen Nichtgefallens oder falscher Größe/Farbe/etc. gibt es nicht.
    Auch beim Fernabsatz unter Privatleuten gibt es ein solches Widerrufsrecht nicht.
    Daraus folgt, dass der Ausschluss des Rückgaberechts, sofern damit ein Widerruf i.S. einer Rückgabe ohne Grund gemeint ist, sinnlos ist. Ich muss nichts ausschließen, was es ohnehin nicht gibt.

    2. Rückgaberecht = Gewährleistungs- /Garantieausschluss

    Hierzu kann ich nur auf Sternschnuppes Ausführungen, die die Rechtslage völlig einwandfrei darstellen, verweisen.
    Der Privatmann, der Sachen bei eBay als nicht gewerblicher Verkäufer vertreibt:

    - muss/kann keine Garantie ausschließen, da eine solche gesetzlich nicht vorgesehen ist. Er kann jedoch freiwillig eine Garantie übernehmen.

    - kann und sollte die Gewährleistung ausschließen. Dieser Gewährleistungsausschluss umfasst auch verborgene (dem Verkäufer unbekannte) Schwerstmängel.


    Fazit:

    Wenn die Sache offensichtlich einen Mangel hat, der Verkäufer einen Mangel verschweigt oder die Sache wesentlich besser darstellt, als sie ist, hilft ihm KEIN Gewährleistungsausschluss und auch kein sinnloser bzw. nutzloser Garantie-/Rückgabe-/Widerrufsausschluss.
    Der Gesetzgeber war schon so schlau, dass derjenige, der bewusst Schrott verkauft, sich nicht auf ein paar merkwürdig formulierte Ausschlussvereinbarungen berufen kann.

    Meine Lieblingsunsinnsformulierung ist:

    Nach neuem EU-Recht ist die Rücknahme ausgeschlossen, da ich keine Garantie gewährleisten kann. :zwinker:
     
    #9
    User 16351, 13 Mai 2008
  10. Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit
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    1
    nicht angegeben
    Nach dem letzten Beitrag finde ich die Sache wieder wesentlich unklarer als nach Sternschnuppes Beitrag.

    Kann man nun eine Gewährleistung ausschließen als privater Verkäufer oder ist das sowieso zwecklos?
    Wie soll denn jemals - außer in absoluten Ausnahmefällen - geklärt werden, ob dem Verkäufer Schwerstmängel verborgen waren oder nicht: Ist damit gemeint, wenn ich ein original verpackten USB-Stick weiterverkaufe und dieser sich beim Käufer als kaputt herausstellt, kann ich (evtl.) darauf verweisen, dass ich die Gewährleistung ausgeschlossen habe und ja wegen der verschlossenen Verpackung mir der Mangel verborgen war, der Käufer also den Stick nicht mehr an mich zurückgeben kann?

     
    #10
    Daucus-Zentrus, 13 Mai 2008
  11. squarepusher
    Sehr bekannt hier
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    198
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    Single
    eine gscheite FAQ diesbezüglich sollte sich EBAY langsam leisten. immerhin lähmen solche streitigkeiten das business.

    ich hab im internet bisher keine aktuellen antworten auf diese frage gefunden, würde mich also auch interessieren, was ihr hier so postets.

    im besonderen interessiert mich, wo die, wenn ich das richtig verstanden habe, "kaufrechtliche gewährleistung"
    beginnt und endet, und wo das beginnt und endet, was Good'n'Evil "gewährleistung" nennt, die man als verkäufer ausschließen kann und seiner meinung nach soll.
     
    #11
    squarepusher, 13 Mai 2008
  12. User 16351
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    vergeben und glücklich
    Hi,

    ich habe den Absatz in Sternschnuppes Posting, dass man "die Gewährleistung nicht ausschließen" könnte, erst jetzt gesehen.

    Diese Formulierung ist missverständlich.

    Der Privatverkäufer kann und sollte die Gewährleistung bei gebrauchter Ware vollständig ausschließen, kann sich aber nicht auf diesen Ausschluss berufen, wenn er bewusst mangelhafte Ware verkauft, ohne auf den Mangel hinzuweisen.
    Schreibt aber bitte nichts von "neuen EU-Recht" oder vergleichbaren Blödsinn. Es gibt kein neues EU-Recht.
    "Verkauf unter Ausschluss der Gewährleistung." reicht völlig aus. Spart euch sonstige Missverständlichkeiten, das geht im Endeffekt nur nach hinten los.


    Ich gebe einmal einen kurzen Überblick über alle verwirrenden Begriffe am Beispiel des Fahrradkaufs.:zwinker:
    Ich verzichte bewusst auf allzu juristische Formulierungen. Dadurch geht zwar etwas an Präzision verloren, die grundsätzlichen Mechanismen sollten dadurch aber für den Laien einfacher zu verstehen sein. Rechtsprechung und Literatur zu diesem Thema füllen selbst auf Bibelpapier nicht nur Bücher, sondern Räume. Es handelt sich daher, wie gesagt, nur um einen Überblick.
    Sollten Fragen zu konkreten Fällen offen sein, muss ich deutlich darauf hinweisen, dass ich keine Rechtsberatung geben kann und darf, dafür ist ein Anwalt zuständig. Einen Überblick über die grundlegenden Begriffe und Systematiken kann ich jedoch (hoffentlich) vermitteln.

    Was ist "Garantie"?

    Garantie ist eine Zusatzleistung, die vom Verkäufer oder Hersteller übernommen werden kann.
    Eine Garantie kann verschieden beschaffen sein:

    - Das Rad fährt garantiert 1000 Km ohne Reifenschaden
    - Das Vorderlicht leuchtet 10 Jahre
    - Der Rahmen hat eine 5-jährige Garantie auf Durchrostung

    Es besteht kein Zwang, eine solche zu übernehmen.
    Ob sich Ansprüche aus Garantie ergeben, bestimmt sich danach, ob der eingetretene Mangel von der Garantie umfasst ist und innerhalb der Garantiezeit eingetreten ist.

    Bsp 1: Der Hersteller übernimmt eine 5-jährige Garantie auf Rahmenbruch.
    Sollte der FahrradRahmen innerhalb dieser Zeit bei ordnungsgemäßer Benutzung brechen oder Risse aufweisen, wendet man sich unter Vorlage der Garantiekarte an den Hersteller (und eben NICHT an den Verkäufer, dieser ist NICHT derjenige, der die Garantie gegeben hat, er wickelt sie lediglich ab, indem er Versand etc. durchführt. Man nimmt also nur Kontakt zum Verkäufer auf, da dieser den direkteren Draht zum Hersteller hat. Einige Firmen wickeln die Garantie über Vorort-Service völlig unabhängig vom Händler ab). Dieser wird für Ersatz sorgen.
    Sollten allerdings Lager defekt sein, besteht kein Anspruch aus Garantie, da diese lediglich für Rahmenbruch übernommen wurde. Es kommt also immer auf den Umfang der übernommenen Garantie an.
    (Wer jetzt spitzfindig ist, kommt darauf, dass man den Händler ja auch eventuell, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, aus Gewährleistung in Anspruch nehmen kann - darum soll es hier aber noch nicht gehen)

    Bsp 2: Der Hersteller übernimmt keine Garantie, der Laden/Verkäufer gibt eine 1-jährige Garantie auf jegliche Defekte bei Kauf eines Komplettrades.
    Sollte irgendetwas bei ordnungsgemäßer Benutzung kaputt gehen, kann man sich nun an den Shop, nicht aber an den Hersteller wenden.

    Bsp 3: Niemand übernimmt eine Garantie.
    Es gibt keinen Anspruch aus Garantie, da eine solche nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Niemand muss eine Garantie übernehmen, diese ist eine freiwillige Zusatzleistung.

    Was ist "Gewährleistung"?

    Die Gewährleistung hat, auch wenn sie bei Defekten und Mängeln zum Tragen kommt, nichts mit der Garantie zu tun. Beide können allerdings parallel existieren. Der Gesetzgeber hat sich zum Schutz der Verbraucher dazu entschieden, dass der Verkäufer bei gekauften Sachen eine 2-jährige Gewährleistung übernimmt.
    Gewährleistung bedeutet, dass der Verkäufer dafür einsteht, dass die Sache bei Gefahrübergangs frei von Sach- und Rechtsmängeln ist.
    Natürlich kann man auch eine beschädigte Sache unter Gewährleistungsausschluss verkaufen, man muss nur vorher auf den Mangel hingewiesen haben.

    Die Ansprüche aus der Gewährleistung bestehen ausschließlich gegenüber dem Verkäufer der Ware, nicht jedoch gegenüber dem Hersteller.
    Die Gewährleistungsfrist beträgt bei Neuwaren regelmäßig 2 Jahre.
    Bei Gebrauchtwaren kann sie einzelvertraglich oder durch allgemeine Geschäftsbedingungen auf 1 Jahr verkürzt werden.
    Bei Privatverkäufen kann sie vollständig ausgeschlossen werden.

    Innerhalb der ersten 6 Monate nach dem Kauf trägt der Verkäufer regelmäßig die Beweislast dafür, dass die Sache bei Übergabe mangelfrei war.
    Zeigt sich innerhalb der Verjährungsfrist nun ein Mangel, kann der Käufer Rechte geltend machen.
    Diese bestehen grundsätzlich zunächst in der Wahlmöglichkeit zwischen Reparatur (Nachbesserung), Lieferung einer neuen, mangelfreien Sache (Nachlieferung), später Minderung, Rücktritt und Schadensersatz, wobei für die drei letztgenannten Rechte besondere Voraussetzungen vorliegen müssen.

    Bsp 1: Ich habe ein neues Rad im Laden gekauft und nach 3 Monaten sind alle Lager defekt.
    Man geht in den Laden und macht seine Garantie geltend? Falsch. Eine Garantie hat niemand übernommen, wir reden hier von Gewährleistung.
    Also nochmal von vorne: Man geht in den Laden und der Shop hat den Rahmen zu reparieren oder für Ersatz zu sorgen.

    Bsp 2: Ich habe eine gebrauchte Fahrradfedergabel über eBay gekauft und der private Verkäufer hat Garantie und Gewährleistung ausgeschlossen.
    Der Verkäufer kannte offensichtliche den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung nicht, da er eine Garantie überhaupt nicht ausschließen musste. Diese wird, wie oben dargestellt, freiwillig übernommen. Sollte sich ein verborgener Mangel zeigen, hat der Käufer Pech gehabt.

    Wirklich? Wenn der Verkäufer schreibt, dass keine Beschädigungen vorliegen und er die Gewährleistung ausschließt, kann er mir bewusst kaputte Ware andrehen?

    Häufig liest man Formulierungen wie: "Da es sich um einen Privatverkauf handelt, sind Rücknahme, Gewährleistung, Garantie und Umtausch ausgeschlossen". Sollte der Verkäufer redlich sein und nur die Gewährleitung ausschließen wollen, hat er dies ziemlich umständlich ausgedrückt. Einen Anspruch auf Rücknahme gibt es von vornherein genausowenig, wie ein Umtauschrecht (Nein, es gibt tatsächlich kein Umtauschrecht in Deutschland. Es gibt lediglich ein Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen).
    Sollte er jedoch Schrott verkaufen wollen, hat er mit seiner Formulierung ganz schlechte Karten.

    Bsp 1: Der Verkäufer schreibt, dass der Gegenstand einwandfrei funktioniert und äußerlich in sehr gutem Zustand ist. Gleichzeitig schließt er umständlich "Rücknahme, Gewährleistung, Garantie und Umtausch" aus. Man erhält das Paket und freut sich über die Kratzer im Tauchrohr und das austretende Öl. Pech, da der Verkäufer ja so viel ausgeschlossen hat? Ganz im Gegenteil. Durch die Beschreibung des Artikels ist es zu einer Vereinbarung über den Zustand der Sache gekommen. Erfüllt der Verkäufer diese Vereinbarung nicht, kann er ausschließen, was er möchte und sich gerne auch dreimal auf dem Kopf drehen, dem Käufer stehen trotzdem alle Rechte aus dem Kaufrecht zu, sprich er kann: Nachbesserung, Nachlieferung und unter bestimmten Voraussetzungen Minderung, Rücktritt oder Schadensersatz geltend machen.


    Vorsicht mit Artikelbeschreibungen!


    Es kommt nicht darauf an, was der Verkäufer unter Formulierungen wie "neuwertig", "minimale Gebrauchsspuren", "Topzustand", "typische Gebrauchsspuren" versteht. Maßgeblich für die Auslegung dieser Begriffe ist der objektive Empfängerhorizont. Übersetzt heißt das: Was darf der normale Käufer unter dem Geschriebenen verstehen?

    Bsp 1: "Neuwertig", heißt bei Rahmen eben nicht, dass die Kette sich mehrmals in der Kettenstrebe verewigt hat. Sollte dies der Fall sein, muss es ausdrücklich beschrieben sein. "Neuwertig" bedeutet ohne Kratzer, ohne Dellen, ohne Verwitterung, ohne Steinschlag. Genauso verhält es sich mit Formulierungen wie "Topzustand" oder "1a".

    Bsp 2: "Minimale Gebrauchsspuren", sind mit Sicherheit keine Riefen oder grobe Lackabplatzer.

    Bsp 3: "Typische Gebrauchsspuren". Jeder weiß, dass gerade im BMX- und Freeridebereich nicht zimperlich mit dem Material umgegangen wird. Dennoch kommt es nicht darauf an, wie der Besitzer des Rades diesen Begriff auslegt, sondern wie er allgemein verstanden wird. Größere Lackabplatzer sowie jeder technische Mangel müssen unbedingt zusätzlich angegeben werden.


    Was mache ich im Falle einer Schlechtleistung?

    Zunächst: Artikelbeschreibung nochmal genau lesen.
    Dann: Wie durfte der objektive Empfänger das Erklärte auffassen. Übersetzt: Was bedeutet die Artikelbeschreibung für Otto Normalverbraucher?
    Findet sich eine Abweichung, kontaktiert man den Verkäufer und bietet an, die Sache auf seine Kosten reparieren zu lassen. Weigert er sich, bietet man, sofern noch Interesse an dem Artikel besteht Minderung an. Kommt es wieder zu einer Weigerung, erklärt man den Rücktritt und bittet um Rückzahlung des Kaufpreises.
    Weigert er sich, schreibt man, dass man die Sache dann einem Anwalt übergibt.
     
    #12
    User 16351, 13 Mai 2008
  13. Sternschnuppe_x
    Benutzer gesperrt
    6.884
    0
    2
    Single
    Ooookay, das wußte ich nicht (mehr)... :engel: Sollte wohl nochmal - mal wieder... - das Schuldrechtsskript zur Hand nehmen... *seufz*
     
    #13
    Sternschnuppe_x, 13 Mai 2008
  14. User 16351
    Verbringt hier viel Zeit
    418
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    vergeben und glücklich
    Off-Topic:
    Ist, soweit ich mich erinnere, ein Umkehrschluss aus § 475 II.
    Der Unternehmer kann bei neuen Sachen nicht unter 2 Jahren, bei gebrauchten Sachen nicht unter 1 Jahr -> der Private kann vollständig ausschließen.
    Check aber mal die Anschlussdiskussion an BGH Urteil vom 15.11.2006, Aktenzeichen: VIII ZR 3/06 - ich weiß nämlich nicht, was die Lit. dazu gesagt hat. Das war damals so ein Urteil, bei dem alle mit den Augen gerollt haben.
     
    #14
    User 16351, 13 Mai 2008
  15. Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit
    1.035
    121
    1
    nicht angegeben
    Noch mal zu "dem Verkäufer Schwerstmängel verborgen": Ist damit gemeint, wenn ich ein original verpackten USB-Stick weiterverkaufe und dieser sich beim Käufer als kaputt herausstellt, kann ich (evtl.) darauf verweisen, dass ich die Gewährleistung ausgeschlossen habe und ja wegen der verschlossenen Verpackung mir der Mangel verborgen war, der Käufer also den Stick nicht mehr an mich zurückgeben/Nachbesserung/Ersatz verlangen kann?
     
    #15
    Daucus-Zentrus, 13 Mai 2008
  16. User 16351
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Der Gewährleistungsausschluss ist auch hier für dich als Verbraucher kein Problem.
    Sollte deine Auktionsbeschreibung allerdings suggerieren, dass das Teil funktioniert, hast du im Falle des Defekts ein Problem.
    Ich schreibe in diesen Fällen immer etwas wie:

    Fehlkauf/Doppelkauf, ungeöffnet/versiegelt, Rechnung vorhanden/nicht vorhanden (damit der käufer sich evtl. noch die Gewährleistung bzw. sofern vorhanden Garantie holen kann), Kaufdatum, Gewährleistung ausgeschlossen.
    Sollte das Ding defekt sein, hat der Käufer dann Pech gehabt - meistens springt bei sowas der eBay-Käuferschutz ein.

    Wie gesagt: Solange du nicht den Anschein erweckst, dass das Teil funktioniert, oder das du es ausprobiert hast, ist der Gewährleistungsausschluss unproblematisch.
     
    #16
    User 16351, 13 Mai 2008
  17. Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit
    1.035
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    1
    nicht angegeben
    Gut!
     
    #17
    Daucus-Zentrus, 13 Mai 2008
  18. Dirac
    Dirac (34)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    793
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    33
    Single
    Nein, ich glaube nicht dass ich den Beleg noch irgendwo habe. Es sind sowieso zwei Sticks, ich verkaufe erstmal nur einen, das ganze ist wirklich so ne Art Testlauf. Wenn ich den Beleg mitschicke, dann haette ich ihn beim zweiten nicht mehr zur Hand.

    AGB als Privatverkaeufer? :ratlos:
    Und was den Garantieausschluss etc. angeht-da hab ich die Formulierung von einem anderen von mir beobachteten Angebot uebernommen. Hier ist mein Angebot: http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll...28312&_trksid=p3907.m32&_trkparms=tab=Selling

    Ich hoffe mal, der letzte Satz reicht so aus. :schuechte Als Versand hab ich dann doch nen normalen Brief genommen.

    Ich hab die juristische Diskussion hier jetzt nicht im Detail verfolgt, aber es ist offensichtlich, dass das wohl keine so ganz einfache Angelegenheit ist... :eek:
     
    #18
    Dirac, 14 Mai 2008
  19. User 16351
    Verbringt hier viel Zeit
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    101
    0
    vergeben und glücklich
    Aaalter....da schreiben dir Juristen, wie es funktioniert und du übernimmst die Angaben aus einem anderen Angebot?

    Ist DAS merkwürdig, oder ist das total merkwürdig??? (Da reicht zur Abwechslung ein Satzzeichen nicht aus)

    Der von dir kopierte Satz führt zwar zufällig(! - da hättest du auch kräftig daneben greifen können, bei dem ganzen Unsinn den die Leute da schreiben) die gewünschte Rechtsfolge herbei, aber es ist ungefähr so, als würdest du, um ins Auto einzusteigen, die Tür öffnen, sie von innen mit einem Stein einwerfen, aussteigen, abschließen und durchs Fenster krabbeln. Drinnen bist du, aber sah es gut aus?

    Naja. Schreib demnächst einfach: "Verkauf unter Ausschluss von Gewährleistung."
     
    #19
    User 16351, 14 Mai 2008
  20. Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit
    1.035
    121
    1
    nicht angegeben
    Off-Topic:
    Der alte Spruch "drei Juristen, vier Meinungen" sollte dir doch mehr als bekannt sein. - Da kann man nicht immer drauf vertrauen, wie man auch an diesem Thread sieht... :tongue:
     
    #20
    Daucus-Zentrus, 14 Mai 2008

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