Der Schwangerschaftstest zeigt positiv, der Frauenarzt hat eine Schwangerschaft bei dir bestätigt. Eigentlich wolltest du gar nicht schwanger werden und empfindest dich als nicht reif genug ein Kind zu erziehen, hast die finanziellen Möglichkeiten nicht oder möchtest einfach (noch) kein Kind. Nun stehst du vor der Entscheidung, was du tun sollst. Grundsätzlich hast du drei Möglichkeiten:
- Kind austragen und selbst großziehen
- Kind austragen und zur Adoption freigeben
- Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung)
Der Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland gesetzlich nur bis zur 12. Woche nach der Empfängnis erlaubt. Um einen Abbruch vornehmen lassen zu können, musst du an einem Beratungsgespräch bei einer Beratungsstelle, z. B. ProFamilia, Arbeiterwohlfahrt, teilnehmen. Im Anschluss an dieses Gespräch bekommst du eine schriftliche Bescheinigung über deine Teilnahme an diesem Gespräch. Mit dieser Bescheinigung kannst du zu einem Frauenarzt oder in eine Klinik, die Abtreibungen vornimmt, gehen und einen Termin für den Schwangerschaftsabbruch ausmachen. Der Abbruch darf frühestens vier Tage nach dem Beratungsgespräch durchgeführt werden.
Eine Abtreibung kostest um die 400,00 €. Wenn du den Eingriff nicht bezahlen kannst, erstattet der Staat dir die Kosten, allerdings nur, wenn du dich
vor dem Eingriff darum kümmerst. Gehe mit der Schwangerschaftsbescheinigung des Frauenarztes, der Bescheinigung über das Beratungsgespräch und Belegen über deine finanzielle Lage zu einer gesetzlichen Krankenkasse (z. B. AOK, Barmer, jede BKK). Diese sind verpflichtet für dich die Erstattung der Kosten zu bearbeiten.
Die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch kannst nur du allein treffen. Jedoch kann es dir auch helfen, wenn du mit deinem Partner, deinen Eltern oder anderen dir wichtigen Menschen über die Entscheidung sprichst, um dir sicherer zu werden, was du wirklich willst. Lass dich jedoch nicht zu einer Entscheidung überreden, von der du nicht überzeugt bist. Denn nur du wirst diejenige sein, die mit dieser Entscheidung später leben muss.
Wenn du dir nicht völlig sicher bist, dann lass einen Schwangerschaftsabbruch nicht vornehmen. Falls du dein Kind eigentlich doch willst und es dir nur nicht finanziell leisten kannst oder deine Familie bzw. dein Partner dich nicht unterstützt, dann wende dich an eine Beratungsstelle. Dort wird man mit dir zusammen nach Lösungen suchen und dir sagen, welche finanzielle Unterstützung dir zusteht.
Wenn du die Schwangerschaft
wirklich abbrechen willst und dir über alle Risiken,die ein Schwangerschaftsabbruch mit sich bringt (körperliche und seelische Folgen), dann lass dich nicht von Schreckensgeschichten beeindrucken. Es gibt viele Frauen, die in einer Abtreibung eine Erlösung und Befreiung sehen, genauso wie es viele Frauen gibt, die danach in ein so genanntes Loch fallen und ihrem Kind hinterher trauern.